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Bauten Haremhab in Ägypten


KV 57 - Grab Haremhab




(Quellenangaben am Ende der Seite - nummerierte Verweise im Text)

Es gibt zahlreiche Belege für die Bautätigkeit König Haremhabs. Er ließ den großen Tempel Echnatons schleifen (Gempa-Aton/eigentlich "gm-pa-Itn = gefunden ist der Aton"). Die Talatat-Steine ließ er als Füllmaterial für neue Pylone im Karnak-Tempel verwenden. Die große Kolonnade im Luxortempel fand unter Haremhab ihre Vollendung. Des weiteren baute er in Gebel-el-Silsila und in Gebel Adda einen Felsentempel. Auch in Saqqara und Memphis wurden Zeugnisse seiner Bautätigkeit gefunden. Den von seinem Vorgänger Eje begonnenen Totentempel in Medinet Habu usurpierte er und baute ihn weiter aus. Die Arbeiten an seinem Beamtengrab in Saqqara wurden eingestellt und man begann mit dem Bau eines Königsgrabes im Tal der Könige (KV 57). 

Bauten im Raum von Theben:

 

Karnak:

Haremhab tat sich als Bauherr besonders in Karnak hervor. So vollendete er drei Pylone im Tempelbezirk des Amun-Re. Frühere Gelehrte gingen zwar davon aus, dass schon unter Haremhab oder sogar noch unter Amenophis III. mit dem Bau des großen Säulensaals (Hypostyl) begonnen wurde - aber nach neuerer Forschung wurde mit dem Bau erst unter Sethos I. begonnen und dann von seinem Sohn Ramses II. fertiggestellt (Quelle: Digital Karnak)

Obwohl der 2. Pylon die Kartuschen von Ramses I. und II. trägt, wissen wir aus neueren Erkenntnissen, dass Haremhab den Amun-Re-Tempel im Westen durch den Bau eines neuen Pylons und einem neuen Torweg erweiterte und wohl auch weitgehend die Dekorierung vornahm  – siehe Seele SAOC 19 /1940 Chicago. Sein Nachfolger Ramses I. vollendete die Dekoration und ersetzte alle Kartuschen von Haremhab durch die seinen. Seele hat in seiner Dokumentation nachgewiesen, dass die früheste Dekoration des 2. Pylons unter Haremhab datiert, womit die Zuweisung für die Errichtung des Pylons unter Haremhab gesichert ist. 

Heute führt der Durchgang des II. Pylon in den großen Hypostylsaal, aber zur Zeit der Regierung von Haremhab scheint der Prozessionsweg vom II. Pylon bis zum III.  nur durch die Säulenreihe von Amenophis III. - verbunden mit Steinwänden auf beiden Seiten gewesen zu sein (Chevrier 1956) (
6 ).

                                              Blick auf den II. Pylon - von der Westseite aus

Die originale Höhe des 2. Pylons ist heute unbekannt, da der Pylon heute stark zerstört ist. So kann man auch nicht mehr genau sagen, wie weit die beiden Pylontürme unter Haremhab gediehen waren. Die Basis der beiden einst 14,60 m langen und 46,40 m hohen Pylontürme (Maße nach Digital Karnak) (2) ist nur bis zur Hälfte ihrer Höhe erhalten geblieben. Die Höhe der Toröffnung betrug 29,50 m (2). Vor dem 2. Pylon sind die Überreste des sog. Taharqa-Kiosks  mit der einzigen noch stehenden Säule zu sehen. 
Bild:     Egypt-11.JPG
Author: Effeietsanders/Wikimedia
Lizenz:  CC-BY-SA 2.5
(Bildausschnitt erstellt von Nefershapiland)

Nach A. Schlüter in ÄAT 78 ( 3 ) sind einige Bereiche der Dekoration des 2. Pylons- insbesondere der Westwand - nach dem Tod Haremhabs umdekoriert worden. Große Teile der Ausgestaltung sind vermutlich unter Ramses I. entstanden und wurden später von Ramses II. usurpiert. Zahlreiche Blöcke aus der Fundamentierung des 2. Pylons stammen von einem Gebäude, welches unter Tutanchamun begonnen und dann von Eje vollendet wurde. Im Inneren des Pylons fanden die Forscher Tausende von Talata und Teile der sog. "Nofretete-Pfeiler". Das Fundament besteht aus einer Sandschicht, auf die Talatablöcke gesetzt wurden - sowie Blöcke von Bauten Tutanchamuns und Ejes. Der größte Teil des Füllmaterials besteht aus Sandstein - Talatatblöcken, die eine Abmessung von ca. 0,5 x 0,25 x 0,20cm aufweisen. Sie stammen aus den abgerissenen Aton–Heiligtümern Echnaton in Karnak, hauptsächlich aus dem Benben–Haus. Der Sortierung der Blöcke aus dem 2. Pylon folgend, hat Haremhab die amarnazeitlichen Bauten systematisch Stück für Stück abtragen lassen, um damit des 2. Pylon zu füllen. Im Pylon verbaut fanden sich aber auch - wie bereits oben erwähnt -  Stücke von viereckigen Pfeilern und andere Architekturfragmente, die zu einem Bau Tutanchamun / Ejes gehört haben müssen.

Blick vom südöstlichen Steinlager auf den Tempel des Amun mit dem von Haremhab erbauten II. Pylon und dem dahinter befindlichen Hypostyl.

Bild: Peter Alscher
- alle Rechte vorbehalten -

Da der 2. Pylon nicht massiv gebaut war – er war ebenso wie der 9. und 10. Pylon – innen mit losen geschichteten Blöcken unterschiedlichster Größe und Materials gefüllt, das nur durch eine gut gesetzte Außenverkleidung zusammengehalten wurde. Im Falle einer Beschädigung oder gar Zerstörung dieser Verkleidung brachen diese so konstruierten Pylone zu einem wirren Steinhaufen zusammen. Evtl. verantwortlich für die starken Zerstörungen am 2. Pylon könnte auch die Tatsache gewesen sein, dass er genau über dem ehemaligen Hafenbecken mit Anlegestelle des Tempels erbaut wurde. Allerdings ist dieses Becken bislang archäologisch nicht sichert nachgewiesen, jedoch durch bildliche Darstellungen in Privatgräbern sehr wahrscheinlich. Haremhab ließ das Hafenbecken mit Sand zuschütten und weiter westlich neu anlegen.  Der vorbereitete Baugrund auf dem ehemaligen Hafengelände bot jedoch dem massiven Bauwerk nicht genug Stabilität, so dass bereits in Ptolemäerzeit Sicherungsmaßnahmen an dem Pylon notwendig wurden.

Der 2. Pylon besaß acht Flaggenmasten, deren unteres Ende in Bronze eingeschlagen und  das obere Ende mit Elektron ummantelt war sowie eine Vorhalle. Am nördlichen Pylonturm standen  die Flaggenmasten auf Kalkstein und Alabaster, vor dem südlichen auf rotem und schwarzem Granit. Die Dekoration der östlichen Pylonfront wurde großflächig beschädigt, als die Hypostylenhalle errichtet bzw. weiter ausgebaut wurde. Weitere Teile des Pylons sind auf Grund von Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen. Es ist davon auszugehen, dass bei einem Brand sich die Flaggenmasten entzündeten und zu den Beschädigungen in und um die Flaggenmastennischen geführt haben. Beide Pylontürme sind heute noch bis zu ihrer halben Höhe erhalten. 

Die Außenwände des Pylons waren mit Darstellungen "vom Erschlagen der Feinde" versehen; die Innenseiten zeigen den König, der von Horus und Thot gereinigt und von Month und Atum in den Tempel geführt wird. Kartuschen Haremhabs, die sich auf der westlichen Seite der Vorhalle befunden haben, wurde von Ramses I. und II. usurpiert. Ramses I., der sich in einer Inschrift der Errichtung des Gebäudes zu Ehren seines Vaters rühmt, ließ wohl neben der Usurpation der Kartuschen Haremhabs nur einige unbearbeitete Stellen auf der Innenseite der Vorhalle dekorieren. Nur im Register 4. auf der Seitenwand eines Opfertisches sind die Kartuschen Haremhabs unberührt geblieben.

Porter & Moss 140 4 Register: - ursprünglich Haremhab, usurpiert von Ramses I. und II.
     I.    Reste des Königs mit Tablett voll Opfergaben
           (Kartuschen Haremhabs am Tablett - usurpiert von
             Ramses II.)
     II.   der König übergibt Opfergaben vor Amun-Re und Ament
     III.  der König weiht Opfergaben vor Amun-Re und Month
            (Kartuschen Haremhabs am Opfertablett - usurpiert von Ramses I.
            und II.)
     IV.  [der König vor Amun-Re und Chons]

     

Karnak -Restaurationsinschrift
- Raum V. (Vestibül) hinter dem 6. Pylon -

Auf den Wänden des Annalensaals Thutmosis III. usurpierte Haremhab die dort schon von Tutanchamun angebrachten Restaurierungsvermerke - vermutlich weil Haremhab sich hier im Zentrum Karnaks an seinen berühmten Vorgänger Thutmosis III. anschließen wollte (Rückseite des 6. Pylon - Beischriften für die beiden Amun-Figuren

Restaurationstext Annalensaal Thutmosis III.
            - usurpiert von Haremhab - 
Die Restaurationstexte von König Haremhab usurpiert, befinden sich auf der Rückseite des 6. Pylon und  wurden den beiden Amun-Figuren beigeschrieben (siehe roter Pfeil)

1)„Erneuerung des Denkmals, [das] der (König) für seinen Vater Amun–Re, Herrn der Throne beider Länder ge[macht] hat …"
2)„Erneuerung des Denkmals, [das] der (König) für seinen Vater Amun–Re gemacht hat “  
(Quelle: Bauen-Stiften-Weihen,S. Grallert (4)

 

Restaurierungs-Beischriften Haremhabs/Tutanchamuns (siehe Pfeil) 
- auf der nördlichen inneren Wand des Raumes V. -
Thutmosis III. vor Amun und vor Mut

Bild: mit freundl. Genehmigung Fritz Graf -  all Rights reserved -  

Restaurierungs-Beischriften Haremhabs/Tutanchamuns 
- die restliche Szene links vor dem Tordurchgang ist z. T. abgebrochen - 

Photo: Thanks to Philippe Gossaert - all Rights reserved -  

Usurpation von zwei kolossalen Standstatuen in Raum V.
- Porter & Moss II. Great temple: 252-253 - 

An der nördlichen Innenwand von Raum V. befinden sich links und rechts des Tordurchgangs je eine kolossale Statuen von Amun–Re (PM 252) und der Göttin Ament (PM 253). aus rötlichem Sandstein. Auf ihren Rückenpfeilern ist jeweils eine Weiheformel angebracht, die später von Haremhab usurpiert wurde. Die Inschriften besagen (4), dass sie im Achmenu ihren ursprünglichen Standort hatten. Hierauf weist die "mrj-Gott-X-Formel "(4) hin: mrj Imn/Imn.t Hrj(.t) jb Ax-mnw.

Annalensaal - Raum V
- Statuen Amunet und Amun-Re (links) -

Beide wurden aus Quarzit gehauen und stammen wohl aus der Regierungszeit von König Tutanchamuns. Später wurden sie dann durch König Haremhab usurpiert. 

Legrain notierte, dass auf beiden Statuen der Name des Amun–Re nicht ausgeschlagen war, dies ist eine Bestätigung, dass sie unter König Tutanchamun angefertigt wurden. Der Körper der Amun-Statue (rechts im Bild) war bis auf Kopf, Teile des Torsos, Beinpartie und Füße zerstört. Auch der Rückenpfeiler war zum Teil zerstört. 

(Bild: Peter Alscher, Amberg)

 

Obere Teil des Rückenpfeilers der Statue der Amunet (PM 253 - siehe oben). 

 

Die Inschrift lautet:

"Werk des (!r-m-Hab mrj.nJmn)| das er gemacht hat als sein Denkmal für seine Mutter Amaunet, indem er für sie eine große herrliches rpj.tBildnis von Neuem machte, geliebt von Amaunet, befindlich im Achmenu “

Bei der obigen Kartusche ist die Usurpation durch Haremhab zu erkennen. Der Name des Amun wurde nicht gelöscht (Haremhab-merj-Amun).


Bautätigkeit Haremhabs in Karnak–Süd:

An der Außenseite der östlichen Hofmauer des sog. "Cachettehofes" befindet sich eine Doppelszene (PM II² 489) mit den Kartuschen König Haremhabs, die über denen eines anderen Königs geschrieben sind. In jeder der beiden Darstellungen ist König Haremhab beim Offnen des Schreines der thebanischen Triade zu sehen. Im Zentrum befindet sich der Gott Hapi mit Opfergaben vor einer schlangenköpfigen Termuthis.

              Eventueller Standort einer Kapelle aus der Zeit Tutanchamun/Eje 
                                              - usurpiert von Haremhab -

1. Szene: Darstellung des Königs vor der thebanischen Triade
                (heute nicht mehr vorhanden)
2. Szene: Darstellung König vor dem thronenden Amun   ( 5 )

(Plan nach R. Sa´ad,  Cahiers de Karnak V: 107 - bearbeitet von Nefershapiland)

Die Kapelle geht wohl mit Sicherheit auf Tutanchamun/Eje zurück, wurde dann jedoch durch Haremhab usurpiert, dann jedoch wohl abgerissen und das Material anderweitig verbaut. 

       Östliche Außenwand des sog. Cachette-Hofs (PM II² 489)
Auf der östlichen Außenwand des Cachette-Hofes befindet sich (in situ) die Reste eine  Doppelszene, welche die Rückwand einer kapellenartigen Konstruktion darstellen. Es  handelt sich um den Rest (rechte Szene) einer antithetisch aufgebaute Szene der Präsentation des König vor der thebanischern Triade und die Darstellung der Gottheiten Hapi (nördlich) und Renenet (südlich) als zentrale Darstellungen. (heute nicht mehr insitu) (Quelle: ÄAT 47 A. Thiem, S. 452 Nr. 33) - auch die linke Seite der Darstellung ist heute nicht mehr vorhanden. 
                                                    Bild: Hanne Siegmeier

Zu dieser evtl. kapellenartigen Konstruktion und der Doppelszene schreibt Elisabeth Blyth ( 6 ), Seite 131:

"There is no evidence for the siting of this monument, but a possible location has been suggested against the outside of the east wall of the Court of the Cachette, facing the Sacred Lake. This theory was proposed on account of two symmetrical reliefs carved on this wall depicting Tutankamun before the Theban triad, which was thought to have formed the rear wall of the monument. However, this location is disputed, and until there has been a detailed excavation of the site, the theory cannot be verified or otherwise. The centre of these two flanking scenes has fallen down, but its blocks lie on the ground and can be seen to show reliefs dedicated to Renenutet, goddess of the harvest, before whom stands Hapi, the Nil god, offering bread, fruit and flowers. One of Tutankhamuns titles is known to have been "beloved of Renenutet, and certainly the goddess had a cult at Karnak. However, the scenes inscribed here, which show signs of having been encrusted with precious metals, seem to signify a most important area of the temple where offerings from the magazines, that were situated close to the Sacred Lake, were consecrated before entering the sacred area proper.

Über den heutigen Verbleib der restlichen Blöcke dieser Szene (die zu Boden gefallen sind) haben wir keine Kenntnisse. 

Zur Rekonstruktion der Kapelle des Tutanchamun (errichtet unter Eje) siehe LE SAQUT, in Karnak VII, 244-246, PL VIII und Hari, Horemhab, 329.

 

Details der Inschriften und Darstellungen östliche Außenwand
 des sog. Cachette-Hofs (PM II² 489)

Bild: Mit freundl. Dank saamunra - alle Rechte vorbehalten -

 

Reste der Doppelszene an der östlichen Außenwand des sog. Cachettehofes

Von der antithetisch aufgebaute Szene der Präsentation des König vor der thebanischern Triade ist heute nur noch stehende König und ein Teil des thronenden Amuns erhalten. Der sich links anschließende Teil der Szene ist nicht mehr bzw. nicht mehr insitu vorhanden.,

 (Bild: mit frdl. Dank saamunra 
- alle Rechte vorbehalten -

Stele aus Sandstein (vor Westflügel des 7. Pylon:
Vor dem Westflügel des 7. Pylons steht eine Stele aus Sandstein (PM H), die aus der Zeit König Tutanchamuns stammt. Sie wurde später von Haremhab usurpiert. Im Bildteil ist der König opfernd vor Amun–Re und Mut dargestellt, darunter 10 Zeilen Text. 

     Stele (PM H) vor dem 7. Pylon

Die Stele befindet sich rechts neben der Statue von Amenophis II. 

 

Stele aus Sandstein (PM H)

Die aus Sandstein bestehende Stele misst 1,98 m in der Höhe - ihre Oberfläche ist stark erodiert. Die originale Inschrift datiert in die Zeit König Tutanchamuns und wurde später von Haremhab usurpiert. Im Bildfeld der Stele befindet sich eine Darstellung, in welcher der König (zerstört) vor Amun-Re und Mut opfert. Darunter befinden sich 10 Textzeilen ( 5 ). 

 

 

 

            (Bild: mit frdl. Dank saamunra)
                 alle Rechte vorbehalten - 

Seitentor des VIII. Pylons (vom 2. in den 3. Hof von Karnak):
An der Innenseite des von Hatschepsut errichteten 8. Pylons in Karnak befindet sich an der nordwestlichen Ecke des III. Hofes (zwischen 8. und 9. Pylon) ein Seitentor, an dessen westlichen Teil sich Reliefdarstellungen befinden, die evtl. aus der Zeit König Haremhabs (Relief: PM II-2, 178) stammen (die Zuweisung ist aber u. E. sehr unsicher).

Auf der zum Hof zwischen 8. und 9. Pylon orientierten Seite befindet sich im oberen Teil der Szene der Rest einer Tempeldarstellung. Erhalten hat sich von dem Pylon nur der untere Teil des rechten Pylonturmes sowie ein Teil des Durchganges. 

Der Pylon ist seitlich mit Rundstäben eingefasst und weist vier Flaggenmasten auf. Vom Tordurchgang sind lediglich die beiden rechten Rahmungen erhalten. Innen ist der Rest eines halbhohen Toreinbaus oder Türgewändes mit durchbrochenem Sturz erhalten. Es kann sich bei der Pylondarstellung sowohl um den 3. wie den 2. Pylon handeln.


 (Bild: Saamunra - all rights reserved)

Umzeichnung aus ÄAT 78 „Sakrale Architektur im Flachbild“ von A. Schlüter

        

 

 Priesterdarstellungen am Seitentor
Unterhalb der Pylondarstellung sind Priester mit geschorenen Köpfen und Opferträgern zu sehen. Sie tragen große Blumengebinde und nehmen an einer Prozession teil. Im Register darunter befinden sich Darstellungen mit Opfertieren, deren Hörner mit Federn geschmückt sind. Auf einem der Tiere wird Meriamun, 1. Priester des Amun, erwähnt, der zumeist in der Zeit Ramses II. datiert wird. Die Identität dieses hier inschriftlich benannten "Meriamun" evtl. mit einem der Söhne Ramses II. kann lt. Arnulf Schlüter (Sakrale Architektur im Flachbild ÄAT 78) nicht mit absoluter Sicherheit angegeben werden. 

In den Ausführungen des Epigraphic-Survey (1994, Anm. 129) zu diesem Relief wird diese Szene in die Zeit Haremhabs datiert.

        (Bild:
Saamunra - all rights reserved)

Der hier darstellte Tempel steht somit im Kontext einer Festdarstellung, die zahlreiche Parallelen zu den Darstellungen im Luxortempel enthält. Trotz ihres schlechten Erhaltungszustandes kann es sich hierbei evtl. um eine Wiedergabe einer Episode des Opetfestes handeln (vergl. Shubert 1981, S. 156). 

Für eine sichere Identifizierung des Pylons kommt aufgrund der vier Flaggenmasten vor dem rechten Pylonturm nur der III. Pylon infrage - während Haeny (1970, S. 37) bei der Zuweisung zögert, hält aber die Darstellung letztendlich für eine Wiedergabe des 3. Pylons mit dem vorgesetzten Portikus. Auch Shubert (1981, S. 147) tendiert zu einer Identifizierung mit dem 3. Pylon, zieht aber auch den 2. Pylon in Betracht.  (3)

IX. Pylon:

In der Südachse des Tempelbezirks werden der 9. und 10. Pylon hautsächlich aus dem Material der geschleiften Aton–Tempel erbaut (Talatatsteine – aber auch aus anderen Bauten wie von Tutanchamun/Eje). Haremhab war für den Bau des IX. Pylon (Länge 65,60 m - Höhe 26,10 m und Durchmesser 11,90 m - nach Digital Karnak) und seines Hofes verantwortlich, der sich auf dem südlichen Prozessionsweg zwischen dem VIII. und X. Pylon befindet. Die später von Ramses II. an den Wänden zwischen Pylon VIII. und IX. hinzugefügten Dekorationen zeigen die Prozession der Heiligen Barke während des Opet-Festivals. Ramses II. dekorierte auch den aus Sandstein erbauten Pylondurchgang und usurpierte später die Reliefszenen am IX. Pylon, ebenso wie Ramses IV. und VI.

      Der IX. Pylon von Karnak
- Ost- (links) und Westturm (rechts) -
Zwischen Register I. und II. (538 und 539 auf beiden Pylontürmen) befinden sich Texte von Ramses IV, usurpiert von Ramses VI.  

An der Basis Text
e mit abwechselnden ramessidischen Kartuschen

-  Plan und Nummern  Porter u. Moss -
(bearbeitet von Nefershapiland)

 

Nordfassade des Ostturmes - IX. Pylon

 

Bild mit freundlichen Dank Heidi Kontkanen, Flickr-Album

 

Nordfassade des Ostturmes - IX. Pylon

An der Nordfassade des Ostturmes des  IX. Pylon sollen sich (lt. Porter u. Moss)  im 1. Register zwei Szenen befinden,, wobei in der 1. Szene Haremhab (usurpiert von Ramses II.) vor den Barken der thebanischen Triade steht, die von Priestern getragen werden.

(diese Szenen im oberen Teil des Pylonturmes sind heute nicht mehr vorhanden)

 

 

Bild:     Karnak - 9 Pylon
Urheber: Hanne (by Kairoino4U) Flickr-Album
Lizenz:  CC BY-NC-SA 2.0

 

              Nordfassade des IX. Pylons - Ostturm
PM 538 - 2 Register:
Register I. - zwei Szenen:
1. - der König erhält Hebsed–Feste von Amun-Re
2. - die Barken der theb. Triade getragen von Priestern
Register II. - fünf Szenen:
Szene 1 - der König opfert Salbe vor der theb. Triade
Szene 2 - der König geleitet von Horus und Amun


Szene 3 - der König zusammen mit Thot, der die Heb–sed
                 Feste des Königs verzeichnet, vor Amun-Re 
                 der dem König
Heb–sed–Feste verleiht, dahinter
                 eine
löwenköpfige Göttin .
Szene 4 - 
Szene 3 - der König zusammen mit Thot, der die
                
Heb–sed Feste des Königs verzeichnet, vor
                 Amun-Re der dem König
Heb–sed–Feste
                 verleiht, dahinter eine
löwenköpfige Göttin .
Szene 5 – der König mit dem falkenköpfigen Amun–Re,
                 opfert seinen Namen vor Min und Isis.
   

 

Nordfassade des Westturmes- IX. Pylon

Der Baukörper der beiden Tortürme des IX. Pylons in Karnak ist im unteren Drittel massiv, während die übrigen zwei Drittel oberhalb dieses kompakten Sockels in der Art einer großen Steintruhe mit dem Abräummaterial älterer Bauten aufgefüllt wurde - u. a. mit den Talatatblöcken aus dem Gempa-Aton-Bau Echnatons. 

Auf diese Weise hatte der Pylon zwar ein ungeordnetes Kernmauerwerk, doch die Blöcke des Schalenbaus waren akkurat gesetzt.  Sobald diese „Kruste“ allerdings Risse bekam oder aufbrach, führte die geringe Kohäsion des Füllmaterials zwangsläufig dazu, dass die innere Masse in Bewegung geriet und einstürzte – und genau das geschah mit dem IX. Pylon.

  Bild: Peter Alscher - all rights reserved - 
              Nordfassade des IX. Pylons - Westturm
PM 539- 2 Register:
Register I. - zwei Szenen:
1. - [Haremhab] - umgeändert in Ramses II. vor den
      Barken der thebanischen Triade - die von den 
      Priestern getragen wird. 
2. - Ramses III. vor Amun-Re
Register II. - fünf Szenen:
Szene 1 -zerstört
Szene 2 - der König vor Amun-Re und Ament
Szene 3 - der König zusammen mit Thot, der die Opfer
                gaben verzeichnet - mit einem Blumenstrauß vor
                Amun-Re und Mut
Szene 4 - der König opfert Salbengefäße vor Ptah und 
                einer Göttin
Szene 5 – der König geleitet von Chons zu [Ipet] und 
                 Amun-Re

Texte von Ramses IV. zwischen I. und II. Register, usurpiert von Ramses VI. und an der Basis

 

Gründungsziegel Haremhabs
- aus dem Westturm des IX. Pylons -

 

Im Westturm des Pylons fand sich ein Gründungsdepot -  es enthielt unter andern auch Gründungsziegel aus Fayence mit dem Thronnamen Haremhabs, wie diesen hier.

Es besteht die Möglichkeit, dass schon Amenophis III. an dieser Stelle ein Bauwerk (evtl. ein Tor- oder einen Tordurchgang) aus Lehmziegeln erbaut hatte, welches durch Haremhab durch einen monumentalen Pylon aus Stein ersetzen ließ.

Obwohl die Reliefs des IX. Pylons durch Ramses II, IV und VI. usurpiert wurden, besteht kein Zweifel, dass Haremhab der Erbauer war. Die westliche Fassade zeigt ihn auf einem Thron sitzend mit einem Semataui-Motiv dekoriert und mit den Namen der "Neun Bogen-Feinde" - (Ägyptens traditionellen Feinden) in Namensringen eingeschrieben. ( 6 )

 

Vor den beiden Tortürmen ragten Fahnenmasten auf. In einer der Nischen des Westturms wurde die Bronzeverkleidung von einem Fuß des Flaggenmastes ausgegraben. Es handelt sich um eine kreisförmige, allerdings halb korrodierte Platte von einigen Zentimetern Dicke und einem Durchmesser von 1,5 m. Diese Verkleidung war auf den Mast aufgenagelt worden. Der Basisdurchmesser dieses Mastes hatte -  nach der Verkleidung zu schließen - also den gewaltigen Durchmesser von eineinhalb Meter. Man hat berechnet, das das Gewicht des Mastes, der sich über der Manschette erhob 10 bis 11 Tonnen betragen haben musste. Die Innenseiten der Manschette trägt die Kartusche König Haremhabs, des Erbauers diese Pylons. Da diese Inschrift von außen nicht sichtbar war, besaß sie wohl magische Funktion.

Zeichnung der Bronze-Platte mit der Kartusche König Haremhabs - gefunden in einer Nische des westlichen Pylonturmes - so wie sie gefunden wurde und so wie sie evtl. ursprünglich aussah.

/Zeichnungen von M. Azim - Cahiers de Karnak VII: 86 und 88)

Auch in den Fahnenmastnischen am westlichen Pylonturm des 9. Pylon befinden sich Inschriften des Königs - zwei Weiheformel mit Haremhabs Namen.

Har/Wf 004: (nach Grallert / Bauen-Stiften-Weihen)

"(Werk des) [(Königsname)], das [er] gemacht hat [als sein Denkmal für seinen Vater] Amun–Re, König der Götter, (nämlich) [das Errichten für ihn Fahnenmasten] aus Zedern[holz vom] Libanon, [ … ] (Königsname), der heilig machte [ … ], der Theben erhöhte, seine richtige s.t, in der sein Herz zufrieden war [ … ] Horizont [ … ]. “

Har/Wf 005: (nach Grallert / Bauen-Stiften-Weihen)
„(Werk des) [(Königsname)], das [er] gemacht hat [als sein Denkmal für seinen Vater] Amun–Re, König der Götter, (nämlich) [das Errichten für ihn Fahnenmasten] aus Zedern[holz vom] Libanon, [ … ] (Königsname), der heilig machte [ … ], der Theben erhöhte, seine richtige s.t, in der sein Herz zufrieden war [ … ] Horizont [ … ]. “

 

Weiheinschrift in den Nischen am 9. Pylon
 – nach W. Helck in „Urkunden der 18. Dynastie“/ Urk. IV. 2134
-

"[ …………………………… ] [er] machte (es) [als sein Denkmal für seinen Vater] Amun[re, den Herrscher der Götter, indem er ihn errichtete Fahnenstangen] aus Zedern[holz] vom Gartenland [ ……………………………………………. ].
[ …………… König von Ober – und Unterägypten, Herr der Stärke, (+crxprwRa–…………. ] ein König, wachsam für den, der ihn geboren hat, der schützt [ ……. ], der Theben groß macht, [seinen] wahren Ort, an dem sein Herz ruht; ... [ ………………….. ]. [Horus] .  [ …………….….. ], König von Ober – und Unterägypten, Herr der beiden Länder, [ ………………… ]. Er machte es als [sein] Denkmal [für seinen Vater Amunre, König der Götter, indem er ihm viele Fahnenmasten errichtete aus Zedernholz vom Gartenland, beschlagen] mit asiatischen [Kupfer …………………… ].

[Die beiden Herrinnen, Groß an Wunderbarem] in Karnak, König von Ober – und Unterägypten, [ ………………………………………….……………………… ], indem ihre Neunheit sich freut, jubelnd, wenn sie seine Denkmäler sieht. Sie mögen ihm geben Leben, Dauer, Heil, aller Art [ …………………………………. ].

 

4. Hof zwischen IX. und X. Pylon in Karnak:

Mit der Errichtung der beiden südlichen Pylone (dem IX. und X.) entstand zwischen den beiden Bauwerken ein großer offener Hof, an jeder Seite begrenzt mit einer Sandstein-Mauer, die auf der östlichen Seite die Fassade eines Gebäudes einbezieht, das von Amenophis II. erbaut wurde. Da nur die unteren Teile dieser Wände erhalten geblieben sind, ist es unmöglich zu sagen, wie die Dekoration des Gesamt-Schemas ausgesehen hatte. Überreste von Reliefs an dieser Wand (Porter & Moss 551) zeigen Darstellungen des Königs vor den Göttern, hinter ihm bringen Leute aus Punt Tribute, ebenso  Szenen der zurückkehrenden heiligen Barken vom und zum Luxortempel für das Opet-Festival. Aber ob nun diese letzten Szenen für Haremhab oder Ramses II., dessen Name dort steht, zu datieren sind, kann nicht geklärt werden. 

Großformatige Relief-Darstellungen Haremhabs/Tutanchamun
- Östliche Innenmauer des 4. Hofes - 

 

              Der 4. Hof in Karnak
          - zwischen IX. und X. Pylon -
Ostmauer Innenseite: nördlich des sog. Festtempels Amenophis II.  
PM 550
:
Wiederverwendeter Block von Amenophis IV. mit dem unteren Teil einer Darstellung des Königs, der Aton verehrt.

Ostmauer Innenseite, südlich des sog. Festtempels Amenophis II. und dem Tor
PM 551 – Haremhab
(wohl usurpiert von Tutanchamun)  werden die Produkte des Landes Punt von dessen Oberhaupt übergeben, der König opfert Weihrauch usw. vor der thebanischen Triade An der Basis, Text von Ramses III. und Ramses IV. 

Ostmauer Innenseite, südlich des Tordurchgangs
PM 552 – Haremhab
(wohl von Tutanchamun usurpiert) präsentiert vor drei Reihen von Gefangenen - einschließlich der Prinzen von Retenu und Ha–nebu, kostbare Vasen, Säcke (?) und Blumensträuße vor Amun. An der Basis Text von Ramses III. und Ramses IV   
               (Zeichnung nach Porter & Moss - PM)

Ostmauer Außenseite, südlich des Tordurchgangs
PM 553: Pinodjem (I.?) HPA, gefolgt von einem Mann mit Naos und Thutmosis, der Sohn von Suáwi-amun, beide Aufseher der granaries (?) und einem Priester mit einem langen Orakeltext darunter

Türdurchgang:   (von Haremhab usurpiert ?)
PM 554 – Durchgang linke Seite:
Der [König] libiert vor [Amun – Re]

Türdurchgang in der Südmauer östlich des 10. Pylons 
PM 555 – Torpfosten  (wahrscheinlich 21. Dynastie):
PM 555 a – b   /
  Der König gefolgt von seinem Ka, weiht Opfergaben vor Amun–Re und Mut, mit Text von Ramses III. an der Basis
PM 555 c – Durchgang Ostseite: Graffiti, ein Priester opfert vor dem jugendlichen Gott Shed der zwei Schlangen in den Händen hält.

Westmauer Innen
PM 556 – 559   (und Südmauer innen westlich des 10. Pylons)   Haremhab  (Usurpiert ?)
PM 556:
Zwei Szenen mit Resten einer Barkenprozession
I.   Priester und Opfergaben (?) auf Barken
II. Der König mit seinem Ka präsentieren Opfergaben vor der thebanischen Triade
PM 557: Zwei Szenen
I.  
Der König mit Opferständer (?) vor einem Gott und einer Göttin, der Gott Heh kniet hinter ihnen (?)
II.  Reste des Königs, der nubische Gefangene vorführt und Tribute, ein Fort mit Dom–Palmen, vor der thebanischen Triade
PM 558 und 559:
Prozessionsbarken getragen von Priestern, ein Priester weihräuchernd (?), sowie Füße einer Prozession darüber

Türdurchgang westlich des 9. Pylon und der Umfassungsmauer
PM 560 a – b  / Türposten von Haremhab
PM 560 c   Reste von drei durchtrennten Registern
PM 561 – Türpfosten von Haremhab

An der Innenseite der Ostmauer, die den 10. mit dem 9. Pylon verbindet - südlich des dortigen Seiteneingangs - befindet sich ein großes Siegesrelief (PM 551-552), das die Kartuschen König Haremhab zeigt, evtl. usurpiert über denen von Tutanchamun.

Der König führt an Stricken drei Reihen von levantinische Gefangene vor den thronenden Amun–Re und Mut sowie den dahinter stehenden Gott Chons. Die Kartuschen vor dem König weisen deutliche Spuren einer Usurpation auf, was vermuten lässt, dass es sich bei dem hier ursprünglich gezeigten König entweder um Tutanchamun oder Eje handelte, wobei die Wahrscheinlichkeit eher bei Tutanchamun liegt.

         Der König führt Gefangene an drei Stricken gefesselt, vor die Götter
                                          - Relief an der Innenseite der Ostmauer - 
Der König trägt über der kurzen abgestuften nubischen Perücke eine Kompositionskrone die sich aus Widderhörnern, Sonnenscheibe, Federn, und Uräen mit Sonnenscheiben auf  ihren Köpfen zusammensetzt. Der König trägt einen Schurz mit Schmuckgehänge - darüber ein langes, bis fast auf den Boden reichendes Gewand.

Die rechte Hand hat der König im Opfergestus zu Göttertriade hin ausgestreckt. In seiner Linken hält er ein Heqa-Zepter sowie Stricke, mit denen er in drei Reihen asiatische Gefangene vor die thebanische Triade führt
                                
(Zeichnung: aus Heinz, Feldzugsdarstellungen, S. 242)

               Texte zu den Darstellungen an der Ostmauer zwischen 9. und 10. Pylon
                                       -
nach Urk. IV, 2127 – 2129 -

Vorführung asiatischer Gefangener:      (Urk. IV, 2126 – 2128)
„[Bringen] der Abgaben durch Seine Majestät für seinen Vater Amun von dem, was er im Lande RT nw erbeutet hatte.“

Asiatische Gefangene: (2127)
Die elenden Großen der !Aw-nbw [sie] sagen: Dein [Ruf] umkreist das Ende der Welt und die Furcht vor dir ist in allen Ländern. Jedes Land fürchtet deine Macht, und deine Furcht ist in ihren Herzen. Du ruhst [ ………………………………………….. ].

Die elenden Fürsten [von RT nw, sie] sagen: Gruß [dir] wie dem Großen [……………………. Dem Schrecken (oder ähnlich)] ist in ihrer Leiber eingetreten und die Angst [vor dir] in ihre Herzen ["

 

                                                  Relief an der Innenseite der Ostmauer (PM 552)
                                          - Haremhab/oder Tutanchamun vor der thebanischen Triade -
Die Kartuschen in den Texten weisen deutliche Spuren einer Usurpation auf. Im Original dürften sie unserer Meinung nach wohl mit Sicherheit aus der Zeit Tutanchamuns stammen – zum Teil auch usurpiert durch Ramses II.

                        (Bildquelle: mit freundlicher Genehmigung Kairoinfo4U - alle Rechte vorbehalten)

 

Innenseite der Ostmauer
Ecke PM 552/551 

Der König führt Gefangene an Stricken vor die thronenden Götter. 

 

Bild: mit frdl. Genehmigung Kairoinfo4U

 

 - Darstellung an der Mauer zwischen 9. und 10. Pylon 
 (PM 551) -

Der König steht vor den Göttern - hinter ihm bringen Leute aus Punt Goldtribute.

 

Bild: mit frdl. Genehmigung Kairoinfo4U

In dieser Szene  ist  König Haremhab (Kartuschen usurpiert - wahrscheinlich original Tutanchamun) dargestellt, wie er vor dem thronenden Amun–Re und den hinter ihm stehenden Göttern Mut und Chons (in einem Kiosk) Opfergaben weiht. Der König trägt die nubischen Perücke und hält ein Anch–Zeichen und ein Heqa–Zepter (?) in der rechten Hand.

Bei der Szene handelt es sich um ein Gegenstück zu der rechts des Durchgangs gezeigten Darstellung Porter & Moss 552. Zwischen König und Gottheiten sind die Gaben dargestellt, die vom König an die Götter dargereicht werden dargestellt, darunter befinden sich auch die Darstellung von mehreren Obelisken. Hinter dem König folgen in zwei Reihen (ursprünglich wohl drei) die „Großen von Punt“ mit den Gaben (Tribute) ihres Landes, wie Säckchen voll Goldstaub, Felle, Straußenfedern, Stoff usw.

Punt–Abgaben:    nach  (Urk. IV. 2127)
„Bringen der Abgaben durch Seine Majestät für seinen Vater Amun von den Lieferungen von Punt wegen der Tapferkeit und die Stärke, die dir gegeben worden ist.
Ihre Großen ……………. aus Furcht vor dir, mit allen ihren Gaben auf ihrem Rücken.
Groß ist deine Macht über jedes Fremdland.
Was die sehr Großen von Punt sagen:  Gruß dir, König von Ägypten,  2128 Sonne der Neunbogen. 
Es besteht dein Ka! Nicht kennen wir Ägypten, und nicht betraten es die Väter. Gibt uns den Hauch, den du gibst, denn alle Länder sind unter deinen Sohlen.“

 

   - Darstellung an der Mauer zwischen 9. und 10. Pylon (PM 551)
Der König vor dem thronenden Amun-Re, Mut und Chons - 
Fortsetzung des obigen Bildes nach rechts

                        (Bildquelle: mit freundlicher Genehmigung Kairoinfo4U - alle Rechte vorbehalten)

 

Festtempel Amenophis II. zwischen 9. und 10. Pylon

Zwischen dem IX. und dem 10. Pylon - die beide von Haremhab erbaut bzw. vollendet (der X. Pylon) wurden - stehen Reste eines "Heb-Sed-Heiligtums" das wohl unter König Amenophis begonnen oder vollendet wurde.  Die Grundstruktur des Baus geht mit Sicherheit auf Amenophis II. zurück, da alle Säulen seine Kartuschen tragen. Knappe Abrisse zur Architektur sind unter M. Pillet (Le Temple d'Amenhotep II. in ASAE 23 (1923), S. 125-9). de Manuelian (Studies in the Reighn of Amenophis II. in Hildesheimer Ägyptologische Beiträge Bd. 26 (1987), S. 260) und L Borchardt u. H. Ricke, Ägyptische Tempel mit Umgang, Kairo 1938) zu finden. Ansonsten wird dieser kleine Tempel in der Südachse des Karnak-Tempels in der Literatur sehr "stiefmütterlich" behandelt. Erste Säuberungsarbeiten fanden in dem Tempel bereits in den 20ziger Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Eine epigraphische und baugeschichtliche Untersuchung oder Publikation bis aber bislang u. W. nach ausgeblieben.

Die große Südachse des Karnakbezirkes zeigt die zunehmende Bedeutung der südlichen Prozessionsroute am Ende der 18. bis Anfang der 19. Dynastie. Es ist anzunehmen, dass schon zu Beginn der 18. Dynastie viele Kultbauten diesen südlichen Teil des Karnaktempels säumten. 

Für dieses Bauwerk existieren unterschiedliche Datierungsangaben, die aus den massiven Umbauten resultieren, welche unter Amenophis IV. (Echnaton), Haremhab und Sethos I. im Bereich des Festhofes und am Bau des Tempels vorgenommen wurden. Haremhab hatte vermutlich - evtl. um Platz für seinen Pylon zu schaffen - das Bauwerk vollständig von seinem ursprünglichen Standort (wohl zwischen 8. und 9. Pylon ?) versetzt und dieses dabei erheblich erweiterst, indem er es zur Front hin mit einem Pfeilervorbau ausbaute. Das Baumaterial hierfür bezog Haremhab u. a. aus den abgerissenen Amenophis IV./Echnaton Bauten aus Karnak-Ost (Inschriften dieses Königs befinden sich lt. Borchardt, op.cit, S. 61 Anm. 3) auf den Dachbalken des inneren nördlichen Seitenschiffes). Weiteres Baumaterial stammt auch von einem Kultbau Amenophis III., der von Tutanchamun restauriert worden war. Wie allgemein üblich, setzte später Sethos I. seinen Namen an verschiedenen Stellen in der Dekoration (z. B. Nordwand der Nordkapelle) ein. 

Eine Lokalisierung des ursprünglichen Bauwerkes (unter Amenophis II.) in dem Bereich zwischen dem VIII. und IX. Pylon (siehe L. P. Brock / Revealing a Phantom Temple of Karnak, in KMT 1990, 1/2, S. 18f) ist bis heute in der Fachwelt nicht unumstritten - bislang sind hier auch keine Sondierungen im Hofbereich vorgenommen worden, so dass eine präzise Aussage über den ursprünglichen Standort des Heiligtums rein spekulativ bleiben muss.

Ein Bezug zum Sedfest des Königs dürfte auf die Inschriften des Tempels zurückgehen. Hier wird ein "zp-tpj wHm-Hb-sd njswt-bit..." - "Erstes Mal des Wiederholens des Sed-Festes (des) Königs...." genannt. 

              Überreste eines "Sedfest-Heiligtums" von Amenophis II. - versetzt von König Haremhab

Die Form des Heiligtums ist in ihren Grundzügen (Rampenzugang, zentraler Pfeilersaal mit zwei Achsen zu den seitlichen Ausgängen) den Jubiläumsbauten wie die "Weiße Kapelle" sehr ähnlich. Im südlichen Seitenraum (PM 575) befindet sich eine heute sehr zerstörte Statuengruppe (
x). 

                                 Bild: Porter & Moss II.

Ricke geht davon aus, dass die Rückwand des Tempels erst von Haremhab oder Sethos I. geschlossen wurde, da die Anlage zu diesem Zeitpunkt nur noch ein Amun-Heiligtum sein sollte. Entgegen der Meinung von Ricke, der das Zentralgebäude als realen Thronsaal des Amenophis-II. sieht, gehen andere Forscher eher von einem Barkenheiligtum wie die "Weiße Kapelle" aus, denn die Reliefs des Bauwerkes zeigen mehrfach die königliche Barke als Kultziel.

Interessant ist die Frage von L. P. Brock, warum denn Haremhab dieses Bauwerk wieder aufgebaut hat, obwohl er die Steine sicherlich gut für seine ausgiebigen Bauvorhaben in Karnak hätte brauche können?

Nach Aussage von PM II. – Nr. 575 handelt es sich bei der Statuengruppe, die im südlichen Seitenraum gefunden wurde, um den unterer Teil einer Alabasterstatue, die den thronenden Gott Amun zeigt, der einen vor ihm stehenden, (mit dem Rücken zu ihm) in das Hebsed-Gewand gekleideten König, beschützt. Am rechten Fuß des Gottes befindet sich eine kleinformatige stehende Königsfigur. 

Statuengruppe 
aus dem südlichere Seitenraum (PM 575) des sog. "Sedfest-Tempels" Amenophis II
Maße: 1,98 x 1,30 x 2,60m

Auf dieser sehr zerstörten Statuengruppe aus Kalzit-Alabaster (H. 198 x 130 x 260cm) haben sich keinerlei Inschriften erhalten - Reste der Vereinigungsheraldik sind auf den Thronwangen zu erkennen. Gegen eine Datierung in die Zeit von Amenophis II., wie sie C. Aldred in ZÄSA 94, 1967, 5 für möglich hält, sprechen lt. Matthis Seidel ( 7 ) mehrere Argumente, ebenso auch gegen seine Annahme einer von der Götterfigur gehaltenen zweiten Königsstatue.

                  Bild: Peter Alscher, Amberg

Eine Datierung für die ausgehende Thutmosidenzeit kann aufgrund des komplizierten statuarischen Aufbaus der Gruppe ausgeschlossen werden, da sich diese nur der klassischen Typen bediente. Stattdessen lassen die füllige Bildung der Bauchregion und die breite Hüfte der kleineren Königsfigur eine Datierung in die ausgehende 18. Dynastie unter Tutanchamun oder Haremhab möglich erscheinen. Anzumerken ist hierbei, dass die formale Angabe der Wadenmuskulatur genau der an der Amunsfigur von Statue Louvre E 11609 entspricht ( 7 ). 

Des weiteren kann nach Matthias Seidel für eine evtl. Datierung auf Haremhab angeführt werden, dass eine weitere Gruppenplastik (Kairo JdE 36705) dieses Königs mit den Göttern Amun-Re und Mut ihn ebenfalls vor dem Thronsitz stehend zeigt, wobei die Figur des Königs gegenüber den mächtigen Götterfiguren (sitzend) in einem ähnlichen Maßstabverhältnis auftritt wie in der Gruppe im Festtempel von Amenophis II. (
7 ).

 

X. Pylon

Haremhab ließ den bereits unter Amenophis III. begonnenen X. Pylon vollenden. Es kann heute nicht eindeutig geklärt werden, in wieweit der Bau des X. Pylon beim Tode König Amenophis III. fortgeschritten war, wahrscheinlich waren nur das Fundament und die untersten Steinlagen gesetzt (Quelle: Digital Karnak / Universität California). Auf jeden Fall stellte Haremhab den X. Pylon fertig, denn nur sein Name taucht in der gesamten Dekoration des Pylons auf.

          Der X. Pylon     

  -  Plan nach Porter u. Moss -
  (bearbeitet von Nefershapiland)

 

Modell des Karnak-Tempels
Südachse

Der X. Pylon ist der am weitesten im Süden liegende auf dem südlichen Prozessionsweg zum Tempel der Mut und dem Luxor-Tempel.

 

   (Bild: mit frdl. Dank Peter Alscher)

Die Höhe des Bauwerkes betrug einst 35 Meter - der Tordurchgang war ca. 20 m hoch. Als Folge einer Sprengung im 19. Jahrhundert ist der Pylon heute stark verfallen. Im aus Rosengranit erbauten Tordurchgang, finden sich im hinteren Bereich (Hofseite) schöne Reliefdarstellungen, die den König in drei Registern bei kultischen Handlungen vor verschiedenen Gottheiten zeigen. Im vorderen Bereich des Tordurchganges befinden sich lt. Porter & Moss keine Darstellungen.

              Blick von Süden über die Sphinxallee auf den 10. Pylon
Der Tordurchgang war ca. 20 Meter hoch.

(Bild: mit frdl. Dank Saamunra)
- alle Rechte vorbehalten -

 

X. Pylon - Südseite
- Nischen im östlichen Turm
 für Flaggentürme -

Den Pylontürmen wurden große Fahnenmasten aus Zedernholz hinzugefügt, die an ihren Spitzen bunte Stoffbahnen trugen, die sich im Wind bewegten. 

Die hohen Masten standen auf Steinsockel, die in Nischen im Außenmauerwerk des Pylons eingefügt waren. Zur Stabilisierung der Fahnenmasten wurden sie in den oberen Abschnitten mit Metallklammern gehalten. 

(Quelle: Azim und Traunecker 1982, Abb. 4)

Bild:      Karnak Xe pylone 03
Autor:   Neithsabes /wikimedia commons
Lizenz:  
CC-BY-SA-3.0

 

Blick von Süden auf den 10. Pylon / linker Torturm
- PM 585 e äußerer Torturm

Südseite des 10. Pylon / rechter Torturm
- PM 585 f - äußerer Torturm -

beide Bilder: Elvira Kronlob

 

     Westlicher (linke) Turmseite des X. Pylons

  Blick von Süden / PM 585 e - äußerer Torturm

Bild: Neithsabes
File:  Karnak Xe pylone04
Lizenz: CC-BY-SA-3.0

 

            Südseite des X. Pylon - linke Turmseite
Haremab gibt eine Wasserspende an den Gott Amun-Iunmutef. Er trägt über dem Chat-Kopftuch eine Kompositionskrone. Zwischen König und Gott steht ein Opferständer mit einem Wassergefäß darauf.

          Südseite des X. Pylons - rechte Turmseite
Haremhab verbrennt Weihrauch vor den Gott Amun-Iunmutef. Der König trägt über dem Chat-Kopftuch eine Kompositionskrone. Zwischen König und Gott steht ein Opferständer mit einem Wassergefäß darauf.

Bild: Neithsabes
File:  Karnak Xe pylone06
Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Bild: Neithsabes
File:  Karnak Xe pylone05
Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Die oberen Teile des X. Pylons wurden mit "Talatat"-Blöcken aus dem Tempel Echnatons im Osten von Karnak gefüllt. Die Pylontürme zeigen Haremhab in dem klassischen ägyptischen Stil "dem Erschlagen der Feinde". 

Den äußeren Tordurchgang des Pylons flankierten zwei Kolossalstatuen. Die kolossale Standstatue vor der rechten Seite des Pylons, die mit einer Höhe von ca. 18 Metern rekonstruiert wurde, stammt aus der Zweit Amenophis III. - während die zweite, etwas kleinere Statue, vor der linken Seite des Pylons zwar die Namen Haremhabs zeigt, jedoch von manchen Gelehrten vermutet wird, dass es sich hier evtl. ebenfalls um ein Werk aus der Zeit Amenophis III. handelt. 

Ursprünglich gehörte die Großstatue auf der rechten Seite wohl zu einem älteren Portal oder einem Ziegelplylon an dieser Stelle, denn es erscheint aufgrund ihres Gewichtes unwahrscheinlich, dass sie von einem anderen Aufstellungsort hierher transportiert wurde. Der Tordurchgang aus Rosengranit besaß etwa eine Höhe von 20 Meter und besaß analog zu den Pylonen der Hauptachse ein kleines Vestibül, das unter Petubastis, dem 1. König der 23. Dynastie, erbaut wurde. An der Nordseite des X. Pylons fand man vier Schreiberstatuen - zwei von ihnen gehörten dem Baumeister von Amenophis III., dem berühmten Amenophis, Sohn des Hapu. Die beiden anderen gehören Paramessu, dem späteren König Ramses I. (8). 

 Sockel der rechten  Kolossalstatue 
     
mit Unterbau
vor der Südseite des Pylons (PM 587). Die rechts vor dem Pylonturm stehende Kolossalstatue ist das größte, je in Ägypten errichtete Standbild und trug den Namen: "(Nebmaat–re)|, Month der Herrscher" ( 9 ) Die Sockelbasis ist umlaufend mit figürlichen Fremdländer–Namensringen versehen.

Neben dem linken vorgesetzten Fuß der Königsfigur (siehe Bild) wurde rechts separat die Figur der Königin Teje aus Sandstein aufgemauert, von der heute nur noch die unteren vier Steinlagen mit den Füßen und den Unterschenkeln bis zur Höhe der Knie erhalten sind. ( 9 ). 

Rechts neben dem König befand sich die Figur Königin Tejes, die ca. 4m hoch gewesen sein muss.
                (Bild: Elvira Kronlob)

 

                     Sockel der linken Kolossalstatue (PM 586)
Die zweite, kleinere Standstatue vor dem linken Pylonturm maß nur etwa 2/3 der rechten Statue. Ausweislich ihrer Inschriften wurde diese Statue von König Haremhab aufgestellt und besaß ebenso wie die von Amenophis III. eine Königin als Nebenfigur.

Von dem vorderen Teil der Statuenbasis fehlt heute ca. 20 Prozent oder mehr - von der Darstellung der 1. Oberägyptischen Gaugottheit an der vorderen linken Seite ist noch ein geringer Teil erhalten.

Der Sockel  ist nach dem Vorbild der östlichen (PM 587) – unter Amenophis III. entstandenen Kolossalstatue - geschaffen und zeigt wohl insgesamt sechs opferbringende Gaugottheiten, welche die 1. bis 6. oberägyptische Gaue repräsentieren

von links nach rechts:
1. nur noch in Ansätzen erkennbar: der oberägyptische Gau "Ta-seti" (Nubierland)
    mit seiner Hauptstadt Elephantine;
2. oberägyptische Gau "Wetjset-Hor" (Horus-Thron) mit seiner Hauptstadt Edfu;
3. oberägyptische Gau "Nechen" (Landeplatz) mit seiner Hauptstadt
    Hierakonpolis;
4. oberägyptische Gau "Waset" (Zepter-Gau), Hauptstadt: Armant und Theben;
5. oberägyptische Gau "Netjerui" (die beiden Göttlichen), Hauptstadt Koptos;
6. oberägyptische Gau "Iqer" (Krokodil-Gau) Hauptstadt: Dendera

                                             (Bild: Elvira Kronlob - all rights reserved)

 

Detail der Darstellung auf dem linken Statuensockel

Die Seiten der Statuensockel weisen eine Prozession von Gaugöttern auf, die Produkte ihres Landes präsentieren. Der Detail-Ausschnitt zeigt den Gaugott des 4. oberägyptischen Gaus Waset (Theben). 
                                 (Bild: Elvira Kronlob)

 

                                                        Details von der gleichen Seite des Statuensockels
Die Gaugötter des 2. oberägyptischen Gau Wetjset-Hor (Horus-Thron) mit einer Antilope und des 3. oberägyptischen Gaus Nechen (Landeplatz) mit einem Rind. Vor den Gaugötterdarstellungen befinden sich die Kartuschen Haremhabs mit dem Geburtsnamen "Haremhab-merj-Amun" und dem Thronnamen "Djeser-cheperu-Re-setepen-Re".

                                     Bild: Elvira Kronlob                              Bild: Elvira Kronlob

 

                             Der 4. Hof zwischen IX. und X. Pylon
Nordfassade des 10. Pylons von Nordwesten gesehen mit dem davor liegenden IV. Hof.

Bild: public domain / Jon Bodsworth

 

                Westturm des X. Pylons mit Blick auf Kolossalfiguren
Ebenso wie der östliche Turm ist auch der westliche Pylonturm heute sehr zerstört. Etwa in der Mitte des westlichen Pylonturmes befindet sich die stark zerstörten Reste einer Sandsteinstele (PM 581) - die sog. "Erneuerungsstele" König Haremhabs.   
                                                   siehe    

                                                Foto: mit frdl. Dank Fritz Graf - all rights reserved

Diese "Erneuerungsstele" aus Sandstein wurde von Gaston Maspero 1882 vor dem X. Pylon im Karnaktempel (Mut-Tempel) gefunden. Leider ist sie heute in einem sehr schlechten Zustand - zahlreiche Stücke sind aus der einst 5 Meter hohen Stele herausgebrochen und die linke Hälfte mit dem Ende der Zeilen fehlt ganz. Die Königskartuschen im Text sowie der größte Teil des Bildfeldes mit den Opferszenen sind heute verloren. Die Stele (in situ) misst heute nur noch 2,83 m in der Höhe (das Hauptfragment 2,50 m) - die Oberfläche ist stark erodiert. 

sog. "Erneuerungsstele" Haremhabs vor dem Westturm des 10. Pylons (Nordseite)
- beide Bilder: mit frdl. Dank Fritz Graf / all rights reserved -

Stele (Höhe 2,83m), Höhe Hauptfragment: 2,50m - seitliche Teile / erhaltene Tiefe 0,59m (rechts); 0,75m (links), erhaltene Höhe 1,40m (links), Sandstein, stark erodierte Oberfläche.

Die Stele "des Gesetzesdekretes" besitzt die Unterteilung in folgende Abschnitte des Stelenfeldes:
Oberes Stelenfeld: (Bildfeld): zwei symmetrische Szenen der Opferhandlung des Königs;
Unteres Stelenfeld: 38 erhaltene Inschriftenzeilen (frontale Fläche), 9 1/2 Inschriftenkolumnen (seitliche Fläche) ( 5 ) 

                                                       Bild unten: unteres linkes Stelenfeld mit Inschrift 
                                          Bild:
saamunra/bearbeitet v. Nefershapiland zwecks Lesbarkeit der Inschrift
                                                                          -  all Rights reserved - 

 

                                                     Die stark zerstörte sog. "Erneuerungsstele" König Haremhabs
Neben der Frontseite der Stele beinhalten auch ihre rechte und linke Seite Inschriften, die aber ebenso wie die Frontseite starke Zerstörungen aufweisen.

Beide Bilder: Saamunra - all rights reserved

 

östliche Pylonseite -  links neben dem Pylondurchgang
- Foto: Hanne Siegmeier -

 

Relief am X. Pylon Nordseite
- rechter
Torpfosten

     PM 585 b / IV. Register:

Haremhab opfert Wein vor Amun-Re. Der König trägt das Nemes-Kopftuch und eine Kompositionskrone.

Bild:     File:Karnak9.JPG
Autor:   Remih / Wikipedia
Lizenz:  CC BY-SA-3.0
PM 585 a–b Türpfosten Innen,
585a:
zerstört - ausgenommen ein Block von Register IV.
585b mit vier Registern:

Register I.:    Haremhab mit Formel anbetend Mut und Chons
Register II.    Haremhab opfert Weihrauch vor Amun–Re
Register III.   Haremhab opfert Wasser vor Amun–Re
Register IV.   Haremhab opfert Wein vor Amun – Re

An der Basis Kartuschen von Ramses III. 

       Westseite des Tordurchganges/hinten
                          -  rechte Seite /unteres Register -
Register III. – [Haremhab] weiht Opfergaben vor Amun–Re und Mut
Die Darstellung des Königs ist zerstört. Erhalten geblieben sind der thronende Amun-Re und Mut (PM 585 d; III. Reg.

         Westseite des Tordurchgangs
  -  rechte Seite des Durchganges/mittleres Register -
(Porter & Moss 585 d, Reg. II. u. I.)
Der König beim Ruderlauf vor Amun–Re–Kamutef und darüber Haremhab opfert Salbe von Amun-Re und Chons.

  PM 585 d   Durchgang rechts, drei Register:
Register I. 
   – Haremhab opfert Salbe vor Amun–Re und Chons (nicht im Bild)
Register II.  – Haremhab im Kultlauf mit Hap und Ruder vor Amun–Re
Bild:     File:Karnak3.JPG
Autor:   Remih / Wikipedia
Lizenz:  CC BY-SA-3.0

Bild: mit frdl. Dank Mutnedjemet

 

 

Tordurchgang am X. Pylon
- links / hintere Seite -

Im oberen Register (nicht im Bild) opfert der König vor einem Gott - im mittleren Register ist der kultische  "Vasenlauf " zu sehen - wahrscheinlich vor Amun–Re–Kamutef. Der König trägt die oberägyptische Krone

 

 

Bild:   Hanne Siegmeier
PM 585 c   Durchgang links, drei Register
Register I. – Haremhab
opfert Salbe vor Amun – Re und Chons
Register II.  Haremhab im Kultlauf mit Hes–Vase vor [Amun–Re]
Register III. – Haremhab opfert Wasser auf den Altar vor Amun–Re und Chons

 

        Durchgang linke Seite
- unteres Register -

 

Register IV. (PM 585 c)
Haremhab
opfert Wein vor dem thronenden Amun–Re und Mut.

An der Basis Kartuschen von Ramses III.  

 

 

 

(Bild: Elvira Kronlob)

 

            Pylondurchgang
                   (PM 582-583)
Links und rechts des Durchganges stehen zwei kopflose Kolossalstatuen aus Kalkstein, die höchstwahrscheinlich von Haremhab stammen und später von Ramses II. usurpiert wurden 

Inschriften befinden sich auf dem Rückenpfeiler, der Gürtelschnalle, auf der Basisfront und auf den Seiten. An der Basis der Statuen befinden sich Fremdvölkerdarstellungen mit Namensringen. 


    Bild: Peter Alscher/Amberg

 

Kopflose Statue Haremhab - links vom Tordurchgang

Kopflose Statue Haremhab - rechts vom Tordurchgang

Bild:     File:Karnak64 .JPG
Autor:   Remih / Wikipedia
Lizenz:  CC BY-SA-3.0

                Bild: Elvira Kronlob - all rights reserved

 

Statue rechts vom Tordurchgang

Am linken Bein des König (an beiden Statuen) befindet sich eine kleinen Figur der Königin Mutnedjemet, die Ramses II. später für seine Gemahlin Nefertari beschriften ließ. 

Bild:     File:Karnak63 .JPG
Autor:   Remih / Wikipedia
Lizenz:  CC BY-SA-3.0

 

                                Fremdvölkerdarstellungen (Gefangene mit Namensringen)
Auf beiden Sockeln der Kolossal-Statuen befinden sich Darstellungen von nubischen Gefangenen mit Namensringen ihrer Herkunftsregionen. Der Gefangene auf dem östlichen Sockel (linkes Bild) trägt die Inschrift "jns/Irs/Iors" (?) - Gebiet am 4. Katarakt nach Helck ÄA 5 (1971) - während der Gefangene auf dem westlichen Sockel (rechts Bild) die Aufschrift "jrm" trägt, ein Ort im Süden des 3. Kataraktes.

Bild:     File:Karnak10 .JPG
Autor:   Remih / Wikipedia
Lizenz:  CC BY-SA-3.0
Bild:     File:Karnak11 .JPG
Autor:   Remih / Wikipedia
Lizenz:  CC BY-SA-3.0

*

Die folgenden Reliefdarstellung auf den Steinblöcken in Basel sind stilistisch denen, am 10. Pylon erhalten gebliebenen Reliefdarstellungen Haremhab so ähnlich, dass es keinen Zweifel an der Zugehörigkeit dieser Fragmente geben kann, zumal auch das Steinmaterial identisch ist.

Im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig (Leihgabe) befindet sich ein Stück Rosengranit einer Tempelfassade. (wahrscheinlich stammt es von der Toreinfassung des 10. Pylons, diese bestand aus Rosengranit und ist heute nur mehr partiell erhalten. Schon im Altertum sind von hier Blöcke verschleppt worden). Dieses Stück wurde in späterer Zeit zu einem Mühlstein umgearbeitet.

Das Relief auf dem Mühlstein  zeigt die Darstellung König mit dem Nemes-Kopftuch und der "sxm.tj"-Krone und stammt ursprünglich aus dem Kontext einer Opferszene ( 5 ).

Material: Rosengranit
Maße:  Durchmesser, 1,20 – 1,40m;  Tiefe 0,15cm, Öffnung
              in der Mitte 30 x 30 cm.
heute in: Privatsammlung Schweiz (leider kein Bild)

Der König ist opfernd dargestellt, er trägt über dem Nemes-Kopftuch die Doppelkrone auf dem Haupt, am Kinn den Zeremonialbart. Vor dem König ist sein Thron und Geburtsname angebracht:
„(Heilig an Gestalten, ein Re, Auserwählter des Re)| - (Horus ist im Fest, geliebt von Amun)| - mit Leben versehen wie Re 
.

Der König opfert einer nicht erhaltenen Gottheit (es handelt sich wohl um Amun Re) zwei kugelige Weintöpfchen.

 

Ein zweites, kleineres Fragment gehört anscheinend zur gleichen Tempelwand wie das oben beschriebene. Hier ist das Antlitz des Gottes Amun zu erkennen. 

Stilistisch stimmt die Figur mit jener des Haremhab völlig überein, so dass ihre Zusammengehörigkeit nicht bezweifelt werden kann.

Material:  Rosengranit

Maße:  Höhe 39,5cm, Breite 43cm, Tiefe 15cm

*

Im Steinlager zwischen 9. und 10. Pylon finden sich etliche Fragmente von Blöcken die wohl vom 10. Pylon stammen.  Einer der Blöcke, zeigt die Namenskartuschen Haremhabs, die keine Usurpationsspuren aufweisen. Der König mit der Roten Krone auf dem Haupt, opfert zwei kugelige Gefäß mit Wein oder Milch vor einer nicht erhaltenen Gottheit, von der nur mehr das was–Zepter erhalten ist.

                      Fragment aus dem Steinlager
                               vor 1981

das gleiche Fragment aus dem südlichen Steinlager -
- mehr als 35 Jahre später -
heute ist der untere Teil des Blockes mit dem Königskopf nicht mehr vorhanden.

Bild: aus Geschichte des Alten Ägyptens" / W. Helck 1981

Bild: Hanne Siegmeier

Weitere Blockfragmente im Steinlager, Kartuschen des Königs, er selbst ist mit der Krone Oberägyptens dargestellt. Rechts folgen weitere Fragmente die wohl alle vom 10. Pylon stammen. 

Blockfragment mit Segenswünschen für den König und mit den Kartuschen König Haremhabs im Steinlager von Karnak

 Bild: Hanne Siegmeier

 

  Block mit den Kartuschen Haremhabs 
    -  gefunden im Mutbezirk zu Karnak -

Wie auf dem Bild zu sehen ist, wurde dieser Block gerade wissenschaftlich aufgenommen, indem eine "Durchpausche" der Inschriften hergestellt wird. Auf dem Foto ist leider nicht zu erkenne ob die Kartuschen original oder usurpiert wurden.  

Im unteren Teil war wohl eine Prozession von Gaugöttern dargestellt – zu erkennen an seiner Standarte auf dem Kopf, ist links der 15. unterägyptische Gau (Fischgau), rechts wahrscheinlich der 4. oberägyptische Gau (Zeptertgau) mit Hauptstadt Theben.   

 Bild: mit frdl. Dank Mutnedjmet

 

Kleine Kapelle für Thot
sog. „Chapel of Thot" - 

Haremhab ließ ca. 20m östlich des Durchgangs in der Ostmauer des III. Hofes eine kleine Kapelle aus Sandstein errichtet. Sie war Thot und Amun geweiht und wurde während der 22. Dynastie durch Osorkon III. (nach  E. Blyth - dagegen Goyon/Traunecker in Jansen–Winkeln/Inschriften der Spätzeit-Teil II.) von Osorkon II. restauriert. Sie stand innerhalb einer aus Lehmziegel bestehender Umfassungsmauer, die ein Eingangstor aus Stein besaß.

               Chapel of Thot 
                        (siehe Kreis)


(Plan: Cahiers de Karnak VII: 356)
           - bearbeitet von Nefershapiland - 

 

               Chapel of Thot

Reste einer kleinen Kapelle nördlich des Heiligen See von Karnak aus der Zeit König Haremhabs, von Osorkon II.(?) erneuert.

 (Kapelle in der Mitte des Bildes am Abhang)


Bild: mit frdl. Dank saamunra - all rights reserved - 

In situ befindet sich von diesem Heiligtum heute noch einige "kärgliche" Reste links vom "Storehouse" des Psamuthis in Richtung der Hofmauer des Festival-Tempels Amenophis II. Ein schmaler Durchgang gewährte Einlass in den Hof. Sie stand innerhalb einer aus Lehmziegel bestehender Umfassungsmauer, die ein Eingangstor aus Stein besaß. Osorkon II. oder III. (?) restaurierte später diese Kapelle (Siehe Goyon/Traunecker, Karnak VII., 355-66 - zur Zuweisung an Osorkon II. s. ibid., 364 - während Elisabeth Blyth / "Karnak, Evolution of a Temple" sie für Osorkon III. zuweist)

Ein noch erhaltener Türsturz aus Sandstein weist eine Inschrift in zwei Kolumnen mit Angabe des Geburtsnamens von Haremhab und eines Königs namens Osorkon (in einer späteren Anbringung aus der 22. Dynastie) auf.

               Chapel of Thot

Reste einer kleinen Kapelle nördlich des Heiligen See von Karnak aus der Zeit König Haremhabs, von Osorkon II.(?) erneuert. 

- das gleiche Motiv wie die Zeichnung unten 


Bild: mit frdl. Dank saamunra - all rights reserved - 

               Chapel of Thot

Ostseite (rechte Außenseite) der Kapelle - Inschriften hinter der stehenden Figur eines Priesters: "[ … ] le pretre – purificateur entrant d´Amun dans Karnak, Ouafalouy gerechtfertigt, Sohn des 2. Propheten des Amun Bakenamun, gerechtfertigt " (nach Goyon)

(Plan: Cahiers de Karnak VII: 356)
    - bearbeitet von Nefershapiland - 

 

                                         Rechter Torpfosten der Kapelle 
Von den zur Zeit der Goyon-Zeichnung noch komplett erhaltenen oberen Kartuschen des rechten Torpfosten sind heute nur noch Reste zu sehen - und dieser obere Block befindet sich, wie auf dem Bild vom Febr.  2015 ersichtlich, auch nicht mehr an seinem Original-Platz, sondern liegt lose auf der hinteren Steinlage.


         Zeichnung:  aus/ Goyon              

   Bild: mit frdl. Dank Saamunra (Febr. 2015)

weitere Information zur Kapelle siehe    

Ptahtempel  - Restaurationstext
- im Norden des Bezirks des Amun zu Karnak -

Auf der südlichen Mauer des von Thutmosis III. errichteten 2. Säulenhofes befindet sich eine große Ritualszene mit Amun, Ptah, Chons, Mut und Hathor sowie eine Liste mit Priesternamen- oder Priesterprozession (?) -  (Quelle: ( 5 ) Andrea Thiem: temporal. aus der Zeit Thutmosis III.).

Zu dieser großformatigen Darstellung gehört eine Restaurationsinschrift, die in ein Jahr 1 datiert ist und lt. der Kartusche von König Haremhab in Auftrag gegeben wurde. Offensichtlich scheint diese Kartusche Haremhabs aber usurpiert zu sein (zur Usurpation der Kartusche siehe: Schott,  AAWL N.N. 10, 1950, 970 (90), Nr. 65; Gabolde, in BSEG 11 1987, 39 m. Anm. 1(i).). Danach ermöglichen die Spuren der von Haremhab usurpierten Kartusche eine hypothetischer Lesung des Namens von König Eje ( 4 ). 

Bei dieser vierzeiligen, vertikalen Inschrift handelt es sich um eine Restaurierungsinschrift, die in das Jahr 1 eines Königs (?) datiert ist. Dieser König ließ der Inschrift zufolge die in der Zeit Echnatons entstandenen Schäden beseitigen.

Mariette sah diese Inschrift (vier vertikale Linien), die sich im westlichen Bereich des Zweisäulensaals über dem "was-Szepter" des Gottes Amun befindet, bei seiner Entdeckung noch in ihrem kompletten Zustand - Legrain dagegen fand von dieser bei seiner Erforschung des Tempels nur noch die untere Hälfte vor (siehe rechtes Foto). Der verlorene, obere Teil der vier vertikalen Zeilen, erlaubte es den Historikern das "Fest des Ptah - südlich seiner Mauer" zwei Monate nach der Krönung Haremhabs zu datieren. Der westliche Teil der Inschrift wurde durch den Pylon Ptolemaios IV. verbaut. 

Umzeichnung der Inschrift zur Zeit Mariettes

Heute erhaltene Fragmente der Inschrift in situ
(auf diesem Bild ist die Usurpation der Kartusche nicht deutlich sichtbar)

Inschrift Haremhabs im Ptahtempel    nach W. Helck in Urk. IV, 2132 (in situ)

„Jahr 1, 4. AH.t, 22. Tag. König von Ober – und Unterägypten (+crxprwRa - Erwählt von Re)|, Sohn des Re (!rmHb–geliebt von Amun)|, dem Leben gegeben werde. Am Festtag des Ptah, südlich seiner Mauer, des Herrn von Leben beider Länder in Theben, an seinem Fest. [Es wurde] gestiftet [ ………………………… ]. 

           (Umzeichnung aus ÄAT 47 - A. Thiem)  

Bild: Detailbild von saamunra
- alle Rechte vorbehalten - 

 

Tempel des Ptah in Karnak - Ritualszene mit Amun, Ptah, Chons, Mut und Hathor 
-
über dem "was-Szepter" des Gottes Amun befindet sich ein Restaurations-Edikt -

Bild: mit frdl. Dank Saamunra - alle Rechte vorbehalten

Unter der Regierung von Thutmosis III. entstand die komplette innere Dekoration der Kapelle und ebenso die auf den Wänden des Portikos, während die südliche Fläche des Hofes erst zur Zeit der letzten Herrscher der 18. Dynastie (Eje und Haremhab) dekoriert wurde und die nördliche Seite von Ptolemäos IV.  (Quelle: the temple of Ptah at Karnak/Christophe Thiers).

Mauer aus der Zeit Ptolemaios IV.

- dieses später eingefügte Bauwerk verdeckt den westlichen Teil der Inschrift.

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Bild: mit frdl. Dank Saamunra

- alle Rechte vorbehalten -

 

Tempel des Ptah
- Plan von Porter & Moss -

Die Ritualszene mit Amun, Ptah, Chons, Mut und Hathor befindet sich auf dem Plan von PM bei 18 - während die Stele bei der Nr. 7 zu finden ist.

 

 

Plan nach PM

- bearbeitet von M. Pirzer - 

Ptahtempel  - Stele - (in situ)
- nordwestliche Wand, IV. Tor des Ptah-Tempels - 
- auf dem Plan oben Nr. 7 - 

An der Rückseite des vierten Tores im Ptahtempel (nordwestliche Wand) befindet sich in situ eine aus fragmentarische Stele aus Kalkstein (Höhe: 1,60m; Länge 1,40m) aus der Zeit König Haremhabs. Der Bild- und Textgeil ist teilweise erodiert und zerstört. Die Stele wurde in neuerer Zeit restauriert.

Die Stele aus Kalkstein an der Rückseite des IV. Tores im Ptahtempel
- links: nach der Restaurierung - rechts vor der Restaurierung -

Die Stele teilt sich auf in ein oberes Stelenfeld: Blumenopfer des Königs (mit blauer Krone), gefolgt von der Darstellung der löwenköpfigen Göttin Weret-hekau und dem Gott Hapi vor der Darstellung der Gottheiten Amun-Re, Mut und Chons in Kolumnen. Über der Darstellung befindet sich die geflügelte Sonne. Im unteren Stelenfeld befinden sich vier horizontale Textzeilen. 

beide Bilder: mit frdl. Genehmigung saamunra
 - alle Rechte vorbehalten.

Karnak: Bezirk des Month:
-
nördliches Tempelgebiet -

Am nordwestlichen Bereich eines Gebäudekomplexes des Month-Tempels von Karnak befindet sich an einem wiederverwendeten Türsturz aus Kalkstein, der Thronname Haremhabs in einer Kolumne (PM², 17 (1) Pl. V. 3 ) ( 5 ).

Im Vorhof des Month-Tempels (PM II², 6 Pl. III.) befindet sich in situ eine Stele (durchschnittliche Länge 1,47m), die aus einem ursprünglichen Block eines Türweges Amenophis III. umgearbeitet wurde. Die in elf Zeilen gefasste Inschrift nimmt Bezug auf die Krönung König Haremhabs. Der Text beginnt mit einer persönlichen Rede des Königs, der dann eine des angesprochenen Gottes folgt, der leider nur mit "Hm n nTr pn Sps" (die Majestät dieses heiligen Gottes") bezeichnet wird. Dieser Gott ruft seine Neunheit herbei, damit diese den König belohnen. Haremhab spricht in dieser Inschrift auch seine Bautätigkeit an, leider sind aber alle Bezeichnungen zu den Gebäuden verloren. Er rüstet seine Bauten wie alle Könige mit Opferstiftungen aus. ( 4 ). 

Die Inschrift nach Helck Urkunden IV. 827; 2125-2126
- Krönungsinschrift im Monthtempel -

"[...........................] die Großen auf dem Gottesweg und sagen:
Komm! [......................] dieser [gute Gott] beim [..............................]
als klug an Plänen. Ich stiftete [meinen] Vater [...............................]
festgemacht auf den Namen Seiner Majestät [mit]  snDw-Rindern, Rindern, Vögeln, Weihrauch ohne Zahl. [..........................................]
Wein und Honig, was Seine Majestät gemachtd hat mit liebendem Herzen für meinen (!) Vater. Ich wurde eingesetzt als [König] und 
wurde befördert [....................................]. Ich [...................] Gesicht
gegen Gesicht, vor dem ganzen Lande, als nämlich Seine Majestät seinen Vater erscheinen ließ an seinem schönen Fest von Luxor.
[...........................] Da sagte die Majestät dieses heiligen Gottes [zu?] seiner Neunheit: Kommt zu meiner Seite und hört meine Worte! Es war aber Thot, der es hörte, wobei er es dort schriftlich festhielt. [..............................] Sie mögen [geben] Millionen an Sedfesten und Hunderttausende von friedlichen Jahren, damit er mir Denkmäler mache nach altem Brauch eines, der Nützliches tut. Er schmückte sie als ein Nützlicher [......................................] im Heilsein seiner Glieder, indem sie geschützt war mit Heil und Gesundheit. Es wurde im Himmel befohlen und in Karnak gehört. Die Neunheiten jubelten und die Götter [.....................................] ihn zum Schützen [........................] täglich. Du bist mein ältester Sohn, den ich auf meinen Thron gesetzt habe, der Herr und Herrscher [alles] dessen, was die Sonnenscheibe umkreist.  [..........................................................................................]
@r-m-[Hb] - Geliebter-des Amun[geliebt) von Amonre, Herrn der Throne der beiden Länder vor Karnak, [dem Leben gegeben werde wie Re]. 

Ebenfalls im Tempelbezirk des Month (Karnak-Nord) wurden Fragmente einer weiteren Stele aus rotem Quarzit gefunden, die sich heute im Museum Kairo befindet (CG 34184). Zusammen mit dem "Varille Fragment, Inv. 700"  (Höhe 0,68 cm, Länge 0,71 cm) bilden diese beiden Fragmente eine Kopie der Restaurationsstele Tutanchamuns, usurpiert von Haremhab. (siehe dazu ÄAT 47 - A. Thiem, Seite 465 Nr. 49).

*

Karnak: Tempel des Harpre:
- Bezirk des Month-Tempels -

Türsturz im Harpre-Tempel

 Objekt: Türsturz (ohne Maßangaben)
 Material: Kalkstein
 heute in: Magazin - Inv. Nr. 1458/1459

Der wiederverwendete Türsturz weist den Geburtsnamen Haremhabs auf - usurpiert durch Ramses II. - wohl ursprünglich dem Bereich des sog. Month-Tempels zuzuordnen, da hier in diesem Bereich sich auf die Belegung eines weiteren Fragments einer Türfassung findet. ( 5 ).

 

Anmerk.: Der Tempel des Harpre im Month-Bezirk wurde zum größten Teil unter König Hakor in der 29. Dynastie auf der östlichen Seite des Month-Tempels erbaut. Die ältesten Teile datieren aus der 21. Dynastie (das Sanktuar auf der südlichen Seite)

 

 

               (Inschriften-Umzeichnung ÄAT 47)

*

Türsturz im Tempel der Maat Thutmosis I.
- im Tempelbezirk des Month -

Objekt: rechte Seite eines Türsturz (H. 0,79m; Breite 0,30m; 
             Tiefe 0,11m)
Material: Sandstein
heute in: Inv.-Nr. AB 252 wo ?

Der Türsturz mit einer Textkolumne und der Kartusche Haremhabs in versenktem Relief ist lt. A. Thiem (ÄAT 47) aller Wahrscheinlichkeit nach dem Tempel der Maat zuzuordnen (Schatzhaus Thutmosis I.)

 

 

 

 

 

               (Inschriften-Umzeichnung ÄAT 47)

 

Obeliskenfragmente
-
innerhalb des Amun-Re-Tempels in Karnak -

In der Cachette des Karnak-Tempels wurden Fragmente von Obelisken aus grünlicher bzw. gräulichem Schiefer gefunden, die mindestens für drei verschiedenen Obelisken, die Amun-Re geweiht waren, zugeordnet werden können ( 5 ). 

Zwei Fragmente (CCG 17017 / JE 37523 - Höhe: 0,81m; CCG 1718 / JE 37524: Höhe 1,19m) fanden sich in der Statuencachette - ein drittes Bruchstück wurde wiederverbaut im östlichen Teil des großen großen Tempels entdeckt. Ein viertes Fragment tauchte dann im Handel bei einem Kunsthändler auf. Bei den Ausgrabungen des französisch-ägyptologischen Centers wurde schließlich ein weiteres Bruchstück eines Obelisken zutage gebracht. Es ist heute nicht mehr feststellbar, wo im Karnak-Tempel diese früher platziert waren. Nach Silke Grallert (Bauen-Stiften-Weihen) könnte man an eine evtl. Aufstellung der Obelisken auf der Kaianlage denken, wo sich heute die Obelisken Sethos II. befinden, oder an Standmale, die mit Altären verbunden sind wie die Obelisken des "Altars des Re" auf Elephantine oder die Ramses II. in Abu Simbel. 

Weiheformel auf Obeliskenbruchstück, heute Kairo, CG 17018: (nach Grallert)
Har/Wf 001:
„(Werk des) (Königs), das er gemacht hat als sein Denkmal für seinen Vater Amun–Re“

Har/Wf 002:
„(Werk des) (Königs), das [er] gemacht [hat als sein Denkmal für seinen Vater Amun–Re] “

Nach W. Helck in „Urkunden der 18. Dynastie“
Zwei kleine Obelisken, heute in Kairo / Urk. IV, 2136 - 2137

Text:
„Horus, Starker Stier, klug an Plänen, die beiden Herrinnen, Groß an Wunderbarem in Karnak, Goldhorus, Zufrieden mit der Wahrheit, der die beiden Länder entstehen lässt,
[ …………………. ].
Horus, Starker Stier, klug an Plänen, (es lebe) der gute Gott, der Nützliches tut für seinen Vater Amun, der seine Schönheit geschaffen hat. König von Ober– und Unterägypten, [Herr der beiden Länder (+crxprwRa–erwählt von Re)|], sein geliebter leiblicher [Sohn des Re], (!rmHbmrjnImn)|. [Er] machte (es) [als sein Denkmal für seinen Vater Amunre.] Horus, Starker Stier, klug an Plänen, (es lebe) der gute Gott, Abbild des Re, dem Harachte geboren, König von Ober– und Unterägypten 
(+crxprwRa–erwählt von Re)|. Er machte (es) als Denkmal für seinen Vater Amunre, [Horus, Starker Stier, klug an Plänen], (es lebe) der gute Gott, Sohn des Atum, den die Wr.txkAw geboren hat, um zu beherrschen, was die Sonnenscheibe umkreist, der König von Ober– und Unterägypten, Herr der beiden Länder (+crxprwRa–erwählt von Re)| 
[ ……………………………….. ]. “

(Co-Autor: J. H. Pirzer)

Literatur und Quellenverweise:
1) deutsche Wikipedia / Haremhab
2) Digital Karnak
3)
Ägypten und das Alte Testament von A. Schlüter (ÄAT 78)
4) S. Grallert, Bauen, Stiften, Weihen, Achet-Verlag 2001
5) Ägypten und das Alte Testament 47 / A. Thiem,
6) Karnak - Evolution of a temple/Elizabeth Blyth, Routledge-Verlag 2006;
7) Königliche Statuengruppen/Matthias Seidel/Harrassowitz-Verl. 1996;
8) Theben, Heilige Stadt der Pharaonen / Sergio Donadone - Hirmer-Verlag 1999;
9) Teje - ikonographische Studie / Christian Bayer, Franz Philipp Rutzen, 2014
10) The Temples of Karnak/Schwaller de Lubicz / Thames & Hudson 1999.


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