Biografie Ramses III.


Bauten in Karnak


Grab Ramses III. KV 11

(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)

PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952)

Bilder oben: links Joan Ann Lansberry (siehe unten) - rechts: Roland Unger, Wikipedia,  CC BY-SA.3.0 (siehe unten)

Ramses III. entfaltete während seiner über 30 jährigen Herrschaft trotz mancher inneren Schwierigkeiten eine ganz erstaunliche Bautätigkeit. Anscheinend wollte er sein großes Vorbild „Ramses II.“ in dieser Hinsicht noch übertreffen.

Seine Bauten verteilen sich über das ganze Land - wo nicht neugebaut wurde, ließ er ältere Bauten renovieren oder zumindest an noch freien Stellen seinen Namen anbringen, wenn er nicht, wie es des Öfteren geschah, einfach seinen Namen über den von älteren Königen einmeißeln ließ und somit das betreffende Bauwerk für sich annektierte.

Durch den Großen Papyrus Harris I. sind wir über die gewaltigen Opferstiftungen informiert die Ramses III. im Laufe der Jahre den Tempeln des Landes je nach Wichtigkeit der einzelnen Gottheiten zukommen ließ.

Zeugnisse seiner umfangreichen Bautätigkeit haben sich insbesondere in Karnak und Luxor (siehe EXTRA-Seiten: Stationstempel und Bauten in Karnak), Abydos, Athribis, Heliopolis und Medinet Habu, wo er sein "Haus der Millionen Jahre" errichten ließ, erhalten, aber auch in Memphis und anderen Orten des Landes. Auf dieser Seite "Bauten Allgemein" soll versucht werden, eine möglichst vollständige Auflistung aller seiner Bauten im gesamten Land Ägypten - vom Delta bis zu den südlichen Grenzen des ägyptischen Einflussgebietes aufzulisten.

Tanis:

Für Ramses III. sind in Tanis, dem heutigen San el-Hagar (auf ägyptisch: Zaanet) einige Stelenfragmente vom heiligen See aus dem 22. Regierungsjahr belegt, die sehr schlecht erhalten sind (evtl. wohl verschleppt ?).

Pi–Ramesse / Qantir :

Archäologisch zeugen einige Steinblöcke mit dem Namen von Ramses III. von seinen Bauaktivitäten in Pi-Ramesse, die jedoch der derzeitigen Beleglage zufolge einen eher geringen Umfang besessen haben dürfte. Pi-Ramesse (arabisch: Qantir / altägyptisch Per-Ra-Mes(i)-su-meri-Amun-pa-ka-aa-en-pa-Ra-Hor-achti) war die unter König Ramses II. um 1278 v. Chr. erbaute neue Hauptstadt des ägyptischen Reiches und lag im östlichen Niltal, etwa 1 km westlich der alten Hyksos-Hauptstadt Avaris.

Ramses III. änderte während seiner Regierungszeit den Namen derResidenzstadt von "Haus des Ramses II." in "Haus des Ramses III., Herrscher von Iunu, groß an Siege" (pr-Ra-msj-sw-Ho3-Jmnw-a3-nxtw) um (2). 

Der Papyrus Anastasi II. verweist auf die Zeit unter Ramses III.:

"Seine Majestät (Ramses III.) hat sich ein Schloss gebaut, "Groß an Siegen" ist sein Name. Es liegt zwischen Retjenu und Tameri, voll von Nahrung und Speise. Es ist gemacht nach der Art des Iunu von Month und seine Dauer ist wie die von Hut-ka-Ptah. Die Sonne geht auf in seinen beiden Lichtbergen, sie geht unter in seinem Inneren. Alle  Leute verlassen ihre Städte und siedeln sich in seinem Bezirk an. Sein Westen ist ein Tempel des Amun, sein Süden ein Tempel des Seth. Astarte befindet sich in seinem Osten und Uto in seinem Norden. Das Schloss, das darin liegt, das ist wie die beiden Lichtberge des Himmels. Ramses II. ist in ihm als Gott, "Month in den beiden Ländern" als Berichterstatter, "Sonne, der Herrscher" als Wesir, der Ägypten freundlich gesinnt ist. "Geliebt von Atum" als Fürst und das ganze Land steigt hinab zu seinem Wohnsitz".

Quelle: Papyrus Anastasi / dt. Wikipedia Pi-Ramesse / Anmerk. 4 u. 5)

In Pi-Ramesse wurde während der Regierungszeit von Ramses III. ein Jubiläumsfest abgehalten, das von Götterbarken aus ganz Ägypten besucht wurde. Der Papyrus Harris berichtet über Bauarbeiten Ramses III. in Pi-Ramesse.

R3/Gebet 001:           pHarris 60.2 – 60.5

„ …….. Ich machte die große rA–pr, vergrößert im Tun, im pr des Seth des (Ramses, geliebt von Amun)|, Leben, Heil, Gesundheit, gebaut, geglättet, die (In -) Schriften sind eingemeißelt, mit Htr–Türeinfassungen aus Stein, Türen aus Zedernholz. „pr des (Ramses, geliebt von Amun)|, Leben, Heil, Gesundheit, im pr des Seth“ nennt man als seinen Namen ewiglich  …

Quelle: Bauten, Stiften, Weihen, Silke Grallert, Ägyptische Bau- u. Restaurierungs-Inschriften, Berlin 2001, ADAIK/1-2

Das "Schloss" - oder der Ramses-Palast liegt wohl direkt unter dem modernen Qantir und ist mit dem ganzen Stadtzentrum nicht erschließbar. Gut dokumentiert sind aber durch Magnetmessungen der umfangreiche Haupttempel (der wohl etwa dem Tempel von Abydos glich), das planmäßig angelegte südwestliche Villenviertel am Nilarm und die wildgewachsenen Kleinhäuser-Siedlungen im Osten der Stadt, soweit diese Bereiche Ackerland sind (Quelle: Zitat Wikipedia /Piramesse)

Relieffragment aus einem Kiosk Königs Ramses III. aus Qantir
(Römer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (Inv.-Nr. PM 379)
 - ausgeliehen an Lokschuppenausstellung Rosenheim: Pharao - Leben im Alten Ägypten -

Das Relieffragment zeigt den König mit der Blauen Krone mit dem Uräus, Widdergehörn und Straußenfedern und einer Sonnenscheibe darauf. Vor dem König befindet sich eine dreiteilige Titulatur aus Horus- Thron- und Geburtsnamen sowie eine Segensformel. Der König hält wohl in seiner linken Hand ein was-Zepter, in der rechten ein heqa-Zepter und ein Flagellum. Hinter ihm befindet sich eine schlanke Säule, die mit Pflanzenmuster und Uräen verziert ist. Den oberen Abschluss des Blockes bildet ein Uräus-Fries.

Inschrift:
Horus, Starker Stier, mit großem Königstum, Herr der Beiden Länder, Reich an Maat, ein  Re, Geliebter des Amun, Herr der Kronen, Re ist es, der ihn erschaffen hat, Herrscher von Heliopolis,

Architekturfragment
Fundort: Qantir / Tell Horbeit
Material: Kalkstein
Höhe: 20,5cm, Breite 34,5cm;

Bild mit frdl. Genehmigung Peter Brueckner 2003/Ägyptologie-Forum Fotoalbum
- alle Rechte vorbehalten -

 

Tell Nabesha / Tell Nabasha oder Tell Farun / Tell Bedawi:
- altägyptisch: Imet -

In Tell Nabesha/(Nebesheh) - auch bekannt als Tell Farun, der altägyptischen Hauptstadt des 19. unterägyptischen Gaus, Imet (ca. 10 km südlich von Tanis im östlichen Nil-Delta) befand sich ein Tempel der Göttin Wadjet/Buto, aus der ramessidischen Zeit, der 1886 von Flinders Petrie für die Egypt Exploration Fund ausgegraben wurde. 

Die Sphinx vom Typ "Mähnensphingen" stammt mit ziemlicher Sicherheit aus stilistischen Gründen aus der Zeit König Amenemhet III. (12. Dynastie). Obwohl sie in Tempelbezirk von Tell Nabesha aufgefunden wurde - wo sie wohl vor dem Eingang eines der beiden hier vorhandenen Tempel stand, dürfte sie wohl aus Pi–Ramesse / Tanis stammen.

Den Spuren nach wurde die Sphinx, die sich heute im Museum von Boston MFA 88.747 befindet, mehrmals zum Zweck der Usurpation durch Beschriftung verändert. Eine Inschrift, die sich um den Sockel der Skulptur zieht, wurde zu irgendeinem Zeitpunkt so gut wie vollständig gelöscht, ob diese Inschrift schon bei der Entstehung des Werkes angebracht wurde oder erst zu einem späteren Zeitpunkt, ist uns nicht bekannt. Ursprünglich stand wohl nur auf der Brust und/oder zwischen den Pranken der Sphinx die königliche Titulatur und vermutlich der Thronname, bei dem es sich wahrscheinlich um den von Amenemhets III. gehandelt haben dürfte. Dieser wurde dann auf der Brust in "Herr der Beiden Länder (Woser-chau-re-setep-en-Re-meri-Amun)|", den Thronnamen König Sethnachtes, dem Vater König Ramses III. umgeändert. Auch auf der linken Schulter des Sphinx befinden sich zwei Kartuschen (ebenfalls über älteren völlig gelöschten Kartuschen), die einmal den Thronnamen „Herr der Beiden Länder (Woserchaure setepen–Re meri–Amun)| “, und den Geburtsnamen „Herr der Kronen (Sethnachte meri–Amun)|, des Königs nennen. Beide Kartuschen stehen jeweils auf dem Zeichen für Gold.

Merkwürdig ist, dass auf der rechten Schulter des Sphinx zwar die hier bereits vorhandenen beiden Kartuschen (wessen Name hier einst stand ist unbekannt, mit Sicherheit nicht der von Amenemhet III.) komplett gelöscht wurden und die Fläche für die neuen Kartuschen vorbereitet war, diese aber nicht ausgeführt wurden. Auf den Strähnen der Mähnensphinx–Perücke an deren Vorderseite, wurde jedoch nur in schwacher Gravur, links der Thronamen „Herr der Beiden Länder (Wosermaatre meri–Amun)|“ und rechts der Geburtsname „Herr der Kronen" (Ramses Heqa–Iunu)|“, Ramses III. angebracht.

Auch an den Hinterläufen des Sphinx befand sich einst ein Kartuschenpaar (an der linken Seite heute durch eine Beschädigung verloren). Auch diese waren sorgfältig gelöscht worden, eventuell um auch hier einen neuen Namen anzubringen.

Sphinx Amenemhet III. aus Tell Nabasha/Tempel der Wadjet 
Maße: 170cm x 45,8cm x 56cm
(Museum Boston of Fine Arts 88.747)

Bild:     Sphinx from Nebesheh 3.jpg
Autor:  Marcus Cyron, wikimedia commons, 21. 7. 2012
Lizenz: CC-BY 3.0

 

Sphinx Amenemhet III. aus Tell Nabasha/Tempel der Wadjet 
mit den Kartuschen Ramses III. auf der Vorderseite der Perücke
(Museum Boston of Fine Arts 88.747)

Auf der Brust der Königs-Sphinx (mittig) befindet sich der Thronname König Sethnachtes - der Vaters von Ramses III.: 
"Herr der Beiden Länder (Woser-chau-re-setep-en-Re-meri-Amun)|"

Photo: thanks to Joan Ann Lansberry 
all rights reserved
- Bild beschnitten von Nefershapiland - 

Auf den Strähnen der Königs-Sphinx auf der Vorderseite wurde jedoch nur in schwacher Gravur links der Thronname von Ramses III.: „Herr der Beiden Länder (Wosermaatre meri–Amun)|" und rechts der Geburtsname: "Herr der Kronen (Ramses Heqa–Iunu)|“, angebracht.

Sphinx Amenemhet III. aus Tell Nabasha/Tempel der Wadjet 
mit den Kartuschen Ramses III. auf der Vorderseite der Perücke
(Museum Boston of Fine Arts 88.747)

Photo: thanks to Joan Ann Lansberry- all rights reserved
- Bild beschnitten von Nefershapiland - 

 

Bubastis:

Auch in Bubastis ist Ramses III. bautenmäßig belegt. Es fand sich die Basis einer Statue des Königs.

Athribis:

Durch den pHarris ist eine Bautätigkeit Ramses III. in Athribis belegt:

pHarris I 59.8 – 60.1
„ …………. Ich machte zahlreiche wirksame Dinge in Athribis vor meinem Vater Horus-Chentiheri. Ich erneuerte die Mauer seines Hw.t–nTr, bebaut und gemacht von neuem, geglättet und eingeritzt. Ich verdoppelte ihm die Gottesopfer als tägliche Opfer für sein geliebtes Antlitz am Morgen ……………….. “. (Quelle: Silke Grallert - (3) )

Tell el-Yahudiya / Leontopolis
-
altägyptisch: Nai-ta-hut -

Der Ort Tell el-Yahudiya (der Hügel der Juden) - altägyptisch Nai-ta-hut /griechisch: Leontopolis (Stadt der Löwen) - liegt nordöstlich von Heliopolis und bezieht seinen arabischen Namen wahrscheinlich von den Überresten einer Tempelstadt (erbaut im 2. Jahrhundert v. Chr.), die von einem im Exil lebenden jüdischen Priester namens Onias, der unter dem ptolemäischen König Ptolemäus IV. Philometer (180-145 v. Chr.) diente, erbaut wurde. Der Priester Onias ließ einen Tempel bauen, welcher dem in Jerusalem nachempfunden war (Joseph. Ant. Jud. XIII. 3 § 3; Hieronym. in Daniel ch. XI), Die hebräische Kolonie erhielt einen großen Zulauf von Flüchtlingen aus Judäa und blühte für mehr als drei Jahrhunderte.

Edouard Naville führte in der Zeit von 1886-1887 - ebenso William Matthew Flinders Petrie - Grabungen in Tell el-Yahudiya durch. Später - in den 50ziger Jahren des letzten Jahrhunderts grub auch Shehata Adam an dieser archäologischen Stätte. Dieser Ort ist von der II. Zwischenzeit bis in römischer Zeit durchgängig besiedelt gewesen. Eine große Umfassungsmauer (515 x 490 m) mit einer Mauerstärke von 60 m und einer Höhe von mind. 11 Metern,  die wohl auf das Mittlere Reich oder die II. Zwischenzeit zurückgeht, wurde von W. M. Flinders Petrie ausgegraben. Der mit Sand gefüllte Innenraum (Hoher Sand) stellte wohl einen Urhügel dar, auf dem ein Tempel stand. Kolossalstatuen von Ramses II., die auf einen Tempel hindeuten, wurden im nordöstlichen Teil der Umfassung entdeckt.

In den Ruinen des Ortes el-Yahudiya wurde westlich des oben beschriebenen Ur-Hügels ein Palastkomplex aus der Zeit Ramses III. entdeckt, in dessen Ruinen sich Tausende von bunten Fayencekacheln fanden, die einst als Wandschmuck dienten. Außerdem fanden sich Reste eines Tempelbaus, ebenfalls aus der Zeit von Ramses III. 

Mehrere Stücke der Palastdekoration aus Fayence befinden sich heute im Museum Louvre und im Brooklynmuseum (Teile des Frieses mit Lotus und Traubendarstellungen.

Palastdekoration aus Fayence aus der Zeit Ramses III. 
Tell el-Yahoudiyah - heute im Louvre
Glasierte polychrome Fliesen

Kopf eines asiatischen Gefangenen

Bild:     Egypte louvre 120 asiatique.jpg
Autor:  Guillame Blanchard  Juli 2004
Lizenz: CC-BY-SA-1.0
Bild:  Egypte louvre 121 ennemi.jpg
Autor:  Guillame Blanchard Juli 2004
Lizenz: CC-BY-SA-1.0

 

Stuckfragment mit Fayence-Einlagen aus dem Palast Ramses III. in Tell el-Yahoudiyah
Rosenheim (Oberbayern) - Ausstellungszentrum Lokschuppen - Ausstellung "Pharao" (2017)
Bild:     LSR Pharao - Architekturschmuck 1.jpg
Autor:  Wolfgang Sauber, 25. 10. 17 - wikipedia
Lizenz:
CC-BY-SA-4.0

Fragmente von Steinblöcken aus Tell el-Yahudiya aus Alabaster befinden sich seit 1871 im Britischen Museum (Nr. 38277 / 38279 / 11753), wobei es sich evtl. um Teile eines Altars und einer runden Scheibe (seit 1876/1880 im Britischen Museum) handeln könnte (siehe: Egyptian Stelae Britisches  Museum/Bierbrie 1982).

Heliopolis:

Unter Ramses III. erfolgte in den Regierungsjahren 5 und 15 eine allgemeine Revision der Tempel Ägyptens. Dabei wird auch Heliopolis inspiziert und neu organisiert. In dem monumentalen Abschlußbericht auf einer Doppelstele aus dem Jahr 20 im Cour de la Cachette in Karnak, (Hof I.) legt der König Rechenschaft vor dem Gott Amun-Re über seine Bautätigkeit nach der Tempelrevision im ganzen Land ab, wobei er auch auf seine Arbeit in Heliopolis hingewiesen. Von den Darstellungen auf dieser Doppelstele sind nur noch Reste im oberen Bereich vorhanden (siehe - hier - )

Quelle: (S. Grallert - Bauen-Stiften-Weihen, 2001 546  R3/KS 001: 
     
"…….. Der König, Leben, Heil, Gesundheit, dein Sohn, reinigte Heliopolis für Atum, der den pr des Re – Harachte entstehen ließ unter seiner Leitung. Ich füllte seine Schatzhäuser, seine Scheunen. Ich ließ sie überlaufen mit zahlreichen Dingen, ich verdoppelte die Gottesopfer, die davor waren, ich gab einen Überschuss am jmnj.t –Opfer über Früheres hinaus. Ich gründete Heliopolis von Neuem. Ich verdoppelte ihre Hekatomben. Ich erleuchtete sie mit Denkmälern und zahlreichen Bäumen. Ich reinigte Heliopolis von allen seinem Abscheu. Ich verdoppelte die Gottesopfer für die Neunheit in Schenuqebeh im pr des Horus    

Auch ein Fragment eines Türpfostens von einem Gebäude wurde in Heliopolis gefunden (Fund Nr. 435, Kalkstein, Höhe 41 cm, Breite 309 cm ).

Dem pHarris 1.26.11-27.1 zufolge hat Ramses III. für den Tempel in Heliopolis eine Waage herstellen lassen, um mit ihr Tribute, die an das Schatzhaus im Haus des Atum geliefert werden sollen, abzuwiegen (5).

Memphis:

Eine Bautätigkeit von Ramses III. im Ptah-Bezirk von Memphis (heutiger Name: Mit-Rahina) ist durch einzelne Statuenfragmente sowie Inschriften bezeugt. Ein Tempel aus Granit wird im Papyrus Harris erwähnt, der mit Kalkstein verkleidet gewesen sein soll und Tore aus Gold besaß und dessen steinerne Pylone "bis in den Himmel wuchsen". Des weiteren werden im Papyrus Harris I. zwei Kultbauten Ramses III. mit dem Namen "Haus des Ramses" und "Gebäude des Ramses" aufgelistet, wobei allerdings unklar ist, wo sich die beiden Bauten genau befanden und welchem Zweck sie dienten (Quelle: - Julia Budka: Hut-ka-Ptah, S. 14 in dt. Wikipedia/Memphis).

Mit-Rahina (Memphis) - Fragmente des Pylon und Hypostyl Halle 
des großen Tempels von Ptah von Memphi
s

In Memphis wurde eine Inschrift von Ramses III. im Ptah-Tempel gefunden. Die Fundamente des aus Sandstein erbauten Gebäudes sind aus Granit und tragen die Titel von König Merenptah und Ramses III.
Bild: Der Bildinhaber Sebi hat dieses Bild bei Wikimedia commons (Dèdicace de Merenptah & Rameses III.jpg als gemeinfrei veröffentlicht (12. 12. 2006)

In Mit Rahina (Kom el–Qala) im Palast König Merenptah fand sich der untere Teil einer Stele Ramses III., datiert in sein 24. Regierungsjahr. Der Text spricht über die Weihung eine Königsstatue in den Tempel König Merenptahs vor Ort, heute im Museum Kairo.   

Eine weitere Stele Ramses III. fand sich vor dem Südpylon des Merenptah-Palastes. Der König wird vor den Barken dargestellt. Heute befindet sich diese Stele im Museum Kairo (JdE 45548).

*

In den 40ziger Jahren wurde in der Ostwüste bei Kairo, bei Alkmazah - gegenüber von Memphis - eine Statuengruppe Ramses III. mit einer unbekannten Göttin gefunden. Der Fundort liegt etwa 10 km östlich der Zitadelle von Kairo und etwas weiter südlich der Ruinen von Heliopolis. Von hier aus führt ein alter Weg von Abhängen des Gabal el-Chaschab her aus der Gegend des "Versteinerten Waldes" nach Norden. Die Statuengruppe wurde hier von einem Schatzsucher 2 m unterhalb des Bodenniveaus aufrecht stehend entdeckt - daneben fand man die Reste es Sockels aus dunkelrotem Quarzit.

Die Statuengruppe befindet sich in einem sehr schlechtem Zustand. Von der Göttin/oder evtl. auch der Gemahlin neben dem König fehlt der ganze Oberkörper, von dem König das Gesicht sowie Teile des rechten Armes mit der Hüfte. Durch die schweren Beschädigungen (wohl in christlicher Zeit mit schweren Hammerschlägen zugefügt) ist die Identität der weiblichen Figur nicht mehr festzustellen. Es könnte sich um Isis in ihrer Erscheinung als Hathor oder Selkis gehandelt haben, von der auch in den Sprüchen der Inschrift auf der Statuengruppe die Rede ist (Textquelle nach: Nach Artemis-Verlag „Zauberei und Jenseitsglauben im Alten Ägypten“). Einige Abschnitte dieser Inschrift sind in das sog. "Apophisbuch" übernommen worden, wie z. B. ein Spruch gegen Schlangen (8)-

Doppelstatue Ramses III. mit einer unbekannten Göttin
- mit einem Zauberspruch zum Schutz des Lebens -
heute im Museum Kairo JE 69771 aus der Ostwüste - gegenüber von Memphis

Da die linke Hand der Frau ausgesteckt auf ihrem linken Oberschenkel liegt und kein Attribut einer Göttin vorhanden ist, (wie das Anchzeichen), könnte man auch an eine Gemahlin des Königs denken; ihre rechte Hand legt sie von hinten an die rechte Schulter des Königs. Auf dem Sockel befindet sich die Kartusche von Ramses III.
Bild: aus Daressy, Statues de divinite's II., p. VIII.

Der König wird einwandfrei durch eine den Sockel umlaufende Schriftzeile identifiziert:„König von Ober– und Unterägypten, Herr der beiden Länder (Wosermaatre, geliebt von Amun)|, Sohn des Re (Ramses, Herrscher von On)|, mit Leben beschenkt wie Re “

Der König sitzt an der rechten Seite neben einer Göttin oder Frau (?) auf einem gemeinsamen Thron und hält in seiner Hand vor seiner Brust den Krummstab als Symbol seiner Würde. Er trägt das Nemeskopftuch mit Uräus an der Stirn. Auf dem Kopf des Königs liegt ein Skarabäus, die Erscheinungsform des Sonnengottes; das ihm innewohnende Fluidum geht dadurch in den König über und erfüllt ihn mit der Kraft, die zu der Bezeichnung des Königs geführt hat: „Er ist Cheper“.

Die Seitenflächen des Thrones und die ganze Rückwand der Statuengruppe sind bedeckt mit waagerechten Zeilen in hieroglyphischer Schrift, also in einer an Königsstatuen sonst nicht üblichen Anordnung. Es handelt sich dabei um Zaubersprüche die vor Bissen und Stichen von Schlangen und Skorpionen schützen sollen (8). (Siehe auch Göttinger Miszellen 33 (1979) S. 7-12)

Gebiet von Saqqara:

In dem Gebiet von Saqqara wurde ein in zwei Teile zerbrochener Türsturz gefunden, der evtl. aus Saqqara stammt. Der Türsturz wurde in moderner Zeit repariert und wieder zusammengefügt. Die Kanten und Teile der Oberfläche waren beschädigt. Es sind noch Spuren von brauner und roter Farbe auf den Federn der geflügelten Sonnenscheibe an der Spitze des Durchganges erhalten. Unterhalb der Sonnenscheibe mit Uräen (in Flachrelief geschnitzt) befinden sich zwei waagerechte Hieroglyphenzeilen mit Geburts und Thronname des Königs Ramses III. Der Türsturz ist 65,5cm hoch und 139,5 cm breit. Er befindet sich seit 1901im Britischen Museum London (EA1344).

Zeichnung eines Türsturzes aus der Zeit von Ramses III. aus Kalkstein
- Fundort unbekannt / evtl. Memphis oder Saqqara - 
seit 1901 im Britischen Museum EA1344

Inschrift: Wsr-mAat-ra-mr-Jmn Ra-mes-sw HkA Iwnw
User-Maat-Re, geliebt von Amun, Ramses, Herrscher von Heliopolis

Bild: Thanks to:2017 Trustees of the British Museum (1901,0608.4 - AN242003001)
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Außerdem wurden unter der Regierung von Ramses III. im Serapeum eine bzw. zwei Apisbestattungen durchgeführt, über die drei Stelen berichten. Einer der Apisstiere starb im 26. Jahr des Königs. Die Lebensdauer eines Stieres betrug im Durchschnitt ca. 18 Jahre. Während der Zeit von Ramses III. erfolgte die Bestattung der Apisstiere in den kleinen Grüften des Serapeums (6). 

  1. Apis Nr. 20.1 - Gruft 30. L (?) - Ramses III. ? - (7)
  2. Apis Nr. XV. - Gruft L - (7)

(siehe Auguste Mariette, Gaston Maspero: Le Sérapeum de Memphis, Band 1, Paris 1882)

Steinbruch von Tehna/Tihna el-Gebel:

10 km nördlich der modernen Stadt Minia befinden sich die Steinbrüche von Tehna auf einem Plateau südlich der angrenzenden antiken Stadt Akoris und werden im Westen durch den steilen Gebirgsabbruch zum Fruchtland begrenzt. Das moderne Dorf Tehna liegt etwas nördlich der antiken Stadtruine. Das Gebirgsplateau wird von zwei Hügeln in Norden und Süden begrenzt, wobei sich in beiden Hügeln sowohl Felsgräber als auch Steinbrüche befinden. Eine Steinbruchanlage verläuft um den gesamten südlichen Hügel in einer besonders verwitterten Schicht. Die Meißelspuren stammen aus dem Neuen Reich. 

Wenn man in südwestlicher Richtung das Plateau überquert und an dessen Ende die Anhöhe hinabsteigt, gelangt man zu einem recht breiten, nach Süden verlaufenden Weg, von dem aus man auf halber Felshöhe eine Felsstele aus der Zeit Ramses III. mit seinen Kartuschen erblickt (Habachi - 1974 beschreibt diese aus dem Felsstumpf herausgeschlagene Stele) (PM IV., 127ff).

Die Darstellungen auf einer nur grob geglätteten Felswand (3,9m x 3,9m) wurden anlässlich des Krönungsjubiläums König Ramses III. angebracht. Sie zeigen den nach links blickenden König vor dem krokodilköpfigen Gott Sobek-Re, Herr von Anascha, hinter ihm Amun-Re, Herr von Imen-maat-chent. Vor dem Kopf des Königs befinden sich seine Kartuschen mit seinem Thronnamen "User-maat-Re-meri-Amun (Reich an Maat, ein Re, Geliebter des Amun" und sein Geburtsname: Ramessu heqa-Junu (Ramses [Re ist es, der ihn geschaffen hat], Herrscher von Heliopolis. Sobek wird mit einer hohen Federkrone und der Sonnenscheibe dargestellt.

Etwa 9 m weiter südlich befindet sich noch eine weitere, 2,5 m hohe Kartusche von Ramses III (Quelle: wiki-voyage / Tihna el-Gebel)

Felsstele mit Relief Ramses 3 aus Tihna/Tehna

Große Kartusche Ramses III. in Tehna
- Höhe 2,5 m  - etwa 9 m südlich des Reliefs

Sobek-Re hält in seiner rechten Hand einen Krummdolch - in seiner linken Hand das Krönungsjubiläums-Symbol. Er spricht zu Ramses III.: "Ich gebe dir Stärke gegen deine Feinde, du bist in Frieden". Hinter dem König steht Amun-Re mit der Doppelfederkrone und legt seine rechte Hand auf die Schulter des Königs. Er spricht zu ihm: "Ich beschütze dich hinter ir in Leben und Herrschaft."(Quelle: Tihna el-Gebel, wiki voyage
Bild:    TihnaGebelSteleR3
Autor:  Roland Unger 12.03.2008 wikipedia
Lizenz: CC BY-SA.3.0
Bild:  TihnaGebelCartR3.jpg
Autor:  Roland Unger 12.03.2008 wikipedia
Lizenz: CC BY-SA.3.0

 

El Siririya (El Baben)
- Ostufer - 

Etwas weiter in recht kurzer Entfernung von Tihna befindet sich in der alten Steinbruchlandschaft von el-Baben (etwa 23 km nördlich der modernen Stadt Minia) ein vergleichbares Relief von Ramses III.  Die beiden "Tore" von El Baben überragen als eindrucksvolles Monument antiker Steinbruchaktivitäten die Reste eines heute fast vollständig abgetragenen Kalksteinplateaus. Auf einem tieferen Niveau dieses Steinbruchrestes befindet sich eine kleine Felskapelle aus der Zeit König Merenptahs. Etwas unterhalb auf der Westseite des Speos Merenptah befindet sich eine 3,60m hohe Stele Ramses III.

An ihrer westlichen Außenwand ist eine Stele König Ramses III. angebracht. Die Darstellung zeigt den König, gefolgt von Hathor und nimmt Bezug auf sein Krönungsjubiläum (Heb-sed-Fest) und unterstreicht somit die Bedeutung der hiesigen Steinbrüche für die Bauprojekte des Königs in Mittel- und Oberägypten, da es in El-Siririy<a keine weiteren Tempelbauten von ihm gibt. Andere Könige vor oder nach ihm haben sich nicht in vergleichbarer Weise verewigt (Quelle: wiki-voyage, Siririya)

Felsstele von Ramses III.
 - auf der Westseite des Merenptah-Speos in Es-Siririya -

Die Darstellung zeigt den König, gefolgt von Hathor. Er erhält das sogenannte Heb-sed von dem vor ihm stehenden Gott Sobek als Zeichen seines Krönungsjubiläums. Zwei Kartuschen mit seinem Thronnamen User-Maat-Re merj-Amun befinden sich vor seinem Kopf sowie sein Geburtsname Ramessu-heqa-Junu. Die Inschrift des vor ihm stehenden Gottes ist unvollständig - aber dieser ist ohne Zweifel Sobek, der Herr von Scha. Die Darstellung des Gottes ist umgearbeitet - in der ersten Fassung war er krokodilköpfig, bevor er menschenköpfig umgestaltet wurde. Er trägt die Krone mit Sonnenscheibe auf dem Haupt und hält in seiner rechten Hand einen Krummdolch und in der linken Hand die Palmrispe mit den Jahreseinträgen.

Hathor, die hinter dem König steht, trägt auf ihrem Kopf die Sonnenscheibe zwischen ihren Hörnern und in der linken Hand das Anch-Zeichen. 
(Quelle: wiki-voyage, Siririya)

Bild:     SiririyaRamsesStela.jpg
Autor:  Roland Unger 13.03.2008 wikipedia
Lizenz: CC BY-SA.3.0

 

Assiut:

Aus dem Papyrus Harris (pHarris) ist bekannt, dass Ramses III. den Tempel des Upuaut in Assiut restaurieren lassen hatte und dass er im Tempelbezirk zwei Totentempel für sich errichtet hatte. Der pHarris gibt lt. Lexikon der Ägyptologie (Band 1, S. 491) detailliert an, welche Arbeiten Ramses III. für den Upuaut-Tempel hat ausführen lassen. Es wird berichtet, dass er für den Tempel vier Sklaven, für seine beiden Totentempel unter zwei verschiedenen Generälen einmal 157 und das andere Mal 122 Sklaven bestimmt hatte. Die Lage des Tempels ist lt. Lexikon der Ägyptologie wenigstens für die Zeit des Kambyses gesichert. Er lag westlich einer gedachten Linie zwischen der südlichen Vorstadt und der Stadt selber.

Neben dem Kult der schakalartigen Gottheiten Anubis-Osiris und Upuaut, deren Tempel wohl in der Stadt selber lagen, die archäologisch aber bisher nicht nachgewiesen werden konnten, hat man jedoch Steinblöcke mit dem Namen Amenophis IV. und seiner Familie zusammen mit anderen Resten eines Aton-Tempels namens "rwD anHw Jtn", der allerdings nicht in Assiut gestanden haben muss, gefunden. Aus dem gleichen Fund stammt ein Steinblock, mit der Kartusche von Ramses II., der vielleicht von einem Upuaut-Tempel stammt. Das Fragment einer großen Stele, das aus Assiut stammen soll, trägt die Kartuschen von Ramses III. (siehe Kamal, in: ASAE 12, 1912, 135)

Im pHarris 58.12-59.3 berichtet der König über seine Bautätigkeit für Upuaut von Assiut. 
"
…………. Ich machte die Mauern im pr meines Vaters Upuaut, Herrn von Assiut, fest. Ich baute meine Hw.t darin aus Kalkstein, in (In -)Schriften eingemeißelt auf seinen herrlichen Namen. Ich vollendete ihn mit vollkommene Dingen jeden Landes …………. Ich zimmerte ihm eine große Flussbarke wie die Morgenbarke des Re; die im Himmel ist. Ich fasste seinen pr mit einer Mauer ein, trefflich gemacht im Tun, von 20 Lagen (Ziegeln) am Fundament auf dem Boden, von einer Höhe von 30 Ellen mit arr.t–Einträgen, befestigten Eingangstüren und Bastionen auf ihrem ganzen Umfang, die große Htr–Türeinfassungen aus Stein, die Türflügel aus Zedernholz, ausgestattet mit mAa aus einer Legierung von 6 (Metallen), eingraviert auf den großen Namen Deiner Majestät ewiglich ………………….."

 

Thinis (Girga):

Der Papyrus Harris I 57.11-57.13 erwähnt für die Zeit von Ramses III. Bauarbeiten in der Stadt des Onuris, die aber nicht durch archäologische Befunde nachweisbar sind. Der König errichtete hier eine Mauer, die der Abwehr weiterer libyscher Infiltration in Oberägypten diente.

R3/Gebet 001 pHarris:
"………… Ich machte Herrlichkeiten aus Kalkstein im pr meines Vaters Onuris – Schu, Sohn des Re, (namens) „ Hw.t des (Ramses, Herrscher von Heliopolis)| Leben, Heil, Gesundheit, mit richtigen Worten “ im Tempel des Onuris ….. Ich fasste den pr des Onuris mit einer Mauer ein, das Fundament aus 20 Lagen (Ziegeln) am Fundament auf der Erde, die

Höhe 30 Ellen mit arr.t – Eingängen, befestigten Eingangstürmen und Bastionen auf jeder

Seite, ihre Htr – Türeinfassungen und die wmt aus Kalkstein, mit trj – Türen aus Zedernholz, beschlagen mit Kupfer, um die fremdländischen Libyer, die die Grenze seit früherer Zeit schädigen, fernzuhalten …………"

(Quelle: Bauen-Stiften-Weihen, Silke Grallert, Ägyptische Bau- u. Restaurierungs-Inschriften, Berlin 2001, ADAIK / 1-2)

Abydos:

In Abydos richtete Ramses III. einen Kult für seine vergöttlichten Eltern ein.

Koptos:

In Koptos, dem altägyptischen Qift, fand sich ein Stelenbruchstück aus dem 29. Jahr Ramses III., das W. M. F. Petrie 1884 in Koptos fand. Auf der Stele wurden aber lediglich die Feldherreneigenschaften des Königs betont (Kairo JE 30770; KRI V 250.12-251; Umzeichnung bei Petrie, Koptos, Pl. 18.2). Die Stele aus Granit zeigt den König beim Opfern vor Min, Isis und Horus, Sohn der Isis, und ist damit eine der frühesten Instanzen für eine Triade von Koptos, die dort gefunden wurde. Anstelle der Sonnenscheibe zwischen dem Uräus und den Flügeln befindet sich eine Inschrift, die nach Petrie lautet: "Messu heq An" i. e. Ramses III. Unter der Darstellung haben sich 5 Linien Inschriften erhalten, aus denen das Jahr 29 hervorgeht. Evtl. hat darunter mehr Text gestanden, aber dieser Teil der Stele ist aufgrund der Feuchtigkeit im Boden völlig verkalkt, die aber erst eingetreten ist als die Stele nach dem Zerfall des Tempels vollständig im Boden begraben wurde. (Quelle: Koptos, Petrie, London 1898, S. 16) und (Kitchen 1983a: 250-251).

Zeile 2."….. vollkommener Befehlshaber aller Länder“ und Zeile 5 „der Furcht erzeugt durch seine Ausstrahlung, zahlreich an Kriegsbeute“ – 
(Quelle:
Ägypten und das Alte Testament Bd. 36,3 – E. Hirsch).

 

Ombos/Naqada/
- altägyptisch: Nubt

Der Ort Ombos - das altägyptische Nubt liegt nicht weit vom Nil entfernt auf dem westlichen Ufer, nördlich von Naqada - oder 2,5 km nordwestlich von Tuch. Eine Bautätigkeit von Ramses III. ist hier nur durch den Papyrus Harris belegt, worin er von der Renovierung des Seth-Tempels vor Ort spricht. Archäologisch lässt sich die heute nicht mehr nachweisen, da Ombos (nicht Kom Ombos) kaum ergraben ist.

Qus / Apollinopolis Parva oder Apollonos minoris
- altägyptisch Gesa oder Gesy - 

Qus, das altägyptische Gesa liegt 10 Kilometer südlich von Koptos auf der Ostseite des Nils im Gouvernement Qina und 5 Kilometer südöstlich von Naqada auf der gegenüberliegenden Seite des Nils. Als Ausgangspunkt für Expeditionen in die östliche Wüste über das Wadi Hammamat, wo sich Minen und der Zugang zum Roten Meer befanden, könnte sie früh an Bedeutung gewonnen haben. (Quelle: Wikipedia Qus)

Aus Qus stammt eine graue Granitstele ((PM V 135 / KRI V 234), in deren Bildszene der König (Ramses III.) Gefangene vor einer unbekannten Gottheit führt. Der Haupttext der Stele ist leider bis auf zwei Zeilen mit Nennung des Datum: "Jahr 16" und der Titulatur zerstört. Unter der Bildszene steht: "Ich bringe dir zahlreiche Kriegsgefangene von den Ländern des Meeres". (siehe auch Kitchen Ramesside Inscriptions: Historical and Biographical V. Oxford: 1983a: 234).

Nag el-Medamut:
- altägyptisch: Madu -

In dem altägyptische Ort Madu, dem heutigen Medamut befand sich seit dem Ende des Alten Reiches bzw. der 1. Zwischenzeit ein Month-Tempel, der im Mittleren Reich von Sesostris III. mit einem eigenen Tempel aus Lehmziegeln überbaut wurde. Weitere Erweiterungen und Ausschmückungen erfolgten dann unter Sobekhotep II. (13. Dynastie) und Thutmosis III. (Neues Reich). In griechisch-römischer Zeit wurde der Tempel abgerissen und durch einen Neubau ersetzt und stark erweitert. Der römische Kaiser Antoninus Pius (86-116 v. Chr.) ließ den Tempel um einen weiteren Hof mit doppelter Säulenreihe erweitern. 

Eine Sandsteinstele mit dem Datum Jahr 2 von Ramses III. wurde in situ gegen die Umfassungsmauer des Hofes von Antonius Pius gelehnt gefunden. Außerdem fand sich ein Rosengranitblock mit dem Namen Ramses II.

Die Erforschung des Tempels erfolgte durch die französischen Ägyptologen Fernand Bisson de la Roque, Alexandre Varille und Clement Robichon  in den Jahren 1925-1932, im Auftrag des Pariser Louvre-Museums.

Quellen und Literatur:
1. Wikipedia / dt./ engl. / Piramesse
2. Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch (Rainer Hannig)
3. Bauten-Stiften-Weihen, Silke Grallert, Ägyptische Bau- u. Restaurierungs-Inschriften, Berlin 2001, ADAIK / 1-2
4. Museum of Fine Art, Boston
5. In Pharaos Staat, S. 79 (Darstellungen von Königsstelen)
6. Pharaonen und Propeten, David Rohl (S. 82)
7. Die großen Geheimnisse des Alten Ägypten, Bill Manley, S. 252
8. Zauberei und Jenseitsglauben im Alten Ägypten / Artemis-Verlag, Zürich 1961

weiße Links sind noch Baustelle

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