Biografie Sethos I.


Grab Sethos I.

Vorgänger Ramses I.

                           Bilder oben: links Merja Attika - rechts: Roland Unger, Abydos-Stele, Wikipedia CC-BY-SA-3.0 


(
Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952

Die meisten der von Sethos I.  begonnenen Bauvorhaben waren in einem großen Maßstab geplant, so dass sie in seiner relativ kurzen Regierungszeit nicht vollendet werden konnten.

Unter seiner Regierung wurden zahlreiche in der Amarnazeit zerstörte Tempel und Darstellungen seiner Vorgänger restauriert. Er ließ die Denkmäler der Vergangenheit, die unter der Regierung Echnatons durch das Ausschlagen des Namens Amuns oder der Mut, oder auch nur der Bezeichnung „Götter“ sowie der Gestalt des Sem–Priesters beschädigt worden waren, pietätvoll restaurieren. Allerdings stand wohl nicht genug geschultes Personal zur Verfügung, so dass mancher Text durch die Wiederherstellung recht entstellt wurde. 

Piramesse 
-
(Ramsesstadt) - Qantir -

Ausgrabungen in Piramesse (arabisch Qantir / altägyptisch Per-Ra-mes(j) ), der einstigen Hauptstadt des Neuen Reiches am östlichen Rand des Nildeltas gelegen (im heutigen Gouvenement Asch-Scharqiyya, werden seit 1980 von den Archäologen des Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museums unter der Leitung von Edgar Pusch in Kooperation mit dem Team des Österreichischen Archäologischen Instituts (unter der Leitung von Irene Forster-Müller), das im wenige Kilometer südlich gelegenen Tell-el-Dab'a, dem antiken Auaris (Hauptstadt der Hyksos) gräbt, durchgeführt. Aufgrund neuerer Einblicke in die Bauaktivität von Sethos I. scheint sein Sohn und Nachfolger Ramses II. schon kurz nach dem Tode seines Vaters dessen "Sommerpalast" hier in Qantir als seine neue Hauptstadt ausgebaut zu haben. Aus einer in Abydos gefundenen Stele (Abydos Inscription Dédicatoire, Redford 1971, 112, n. 3) geht hervor, dass Ramses II. kurz nach seinem Regierungsantritt in die nunmehr nach ihm benannte Stadt reiste, welche demnach schon vorher gegründet worden sein musste.

Unter der Regierung von Sethos I. scheint eine größere Bautätigkeit in Qantir eingesetzt zu haben. Bei den Grabungen wurden in diesem Areal eine weitläufige Anlage gefunden, die wohl zur Verarbeitung von Bronze in einem fast industriellen Stil diente. Auch ließ Sethos I. vermutlich ein palatiales Gebäude errichten, wovon Fayencekacheln mit der Titulatur des Königs zeugen, die wohl einen Türdurchgang entstammen (Quelle: das Bibellexikon, Edgar B. Pusch, Henning Franzmeiner Nov. 2016). Allerdings stammen diese Fayencekacheln-Funde teilweise aus nicht-regulären Grabungen, sondern wurden unter unklaren Umständen zu Beginn des 20. Jahrhunderts geborgen, so dass der Umfang dieser Baumaßnahmen als bislang ungeklärt bleiben muss.

Des weiteren entdeckte man eine Bauschicht, die Dr. Edgar Pusch als "Streitwagengarnison" bezeichnete (1). Innerhalb eines "Streitwagenhofes" fand man einen oktogonalen Pfeiler aus K alkstein mit einer Höhe von ca. 2,50m - der anhand der Beschriftungen (im Vergleich zu weiteren Fragmenten) auf eine ursprüngliche Höhe von 3,66m (also exakt 7 Ellen) rekonstruiert werden konnte. Der Pfeiler im Streitwagenhof vom Bezirk Q I trug eine umlaufende Bedachung und eine Inschrift, die aus der Titulatur von Sethos I. bestand, welche dann später von seinem Sohn und Nachfolger Ramses II. überarbeitet und zu seiner eigenen Titulatur umgeschrieben wurde. Die Streitwagenanlage selber scheint aber erst in der Regierungszeit von Ramses II. genutzt worden zu sein - aber evtl. wurde die Streitwagenhalle während der Zeit von Sethos I. errichtet (siehe: Pusch in "Fragments", 202-203; Leclant 1982, fig. 11)

Achteckiger Pfeiler aus Qantir

Der hohe, schlanke Pfeiler aus Kalkstein (ca. 2.50 m hoch) wurde von den Ägyptologen mit Hilfe seiner Inschriften im Vergleich zu anderen Pfeiler-Fragmenten auf eine ursprüngliche Höhe von 3,66 cm rekonstruiert werden. Diese Pfeiler aus dem sog. Streitwagenhof in Qantir/Piramesse (Hof Q I) trugen eine umlaufende Bedachung.

Die Inschrift besteht aus der Titulatur und dem Namen von Sethos I. , die aber von dessen Sohn und Nachfolger Ramses II. überarbeitet und für sich geändert worden sind. (1)

Bild:  Courtesy of www.meretsegerbooks.com 

Über einen Antiquitätenhändler kamen Fayence-Intarsien in den Louve (Paris), die evtl. zu einer Palasttür von Sethos I. gehörten. Der Händler behauptete, sie stammten aus Qantir (siehe L. Habachi, ZÄS 100, 1974, S. 101-102 und PM IV. 9). Diese Behauptung wurde durch die Entdeckungsgeschichte und das Vorhandensein einer Fabrik für die Herstellung von Fayence in Qantir bestätigt, die alle auf der Regierungszeit von Sethos I. zurückgeführt wurden (2). Die Fayence-Intarsien gehörten zu mehr als einer Tür - einige von ihnen, die aus einem Türsturz stammen, sind mit Sternen und mit dem Horusnamen von Sethos geschmückt, während andere von den Türpfosten die fünfteilige Titulatur des Königs und den heraldischen Pflanzenmotiven von Ober- und Unterägypten als Inschrift und Verzierung trugen. Daraus kann geschlossen werden, dass Sethos eine offizielle Residenz an dem Ort errichten ließ, der von seinem Sohn Ramses II. später als offizielle Hauptstadt Piramesse diente. 

Fayence-Intarsien für eine Palasttür oder ein Tor mit der Titulatur von Sethos I, die evtl. zu einem Palast in Qantir gehörten.
- heute im Museum Louvre/Paris - 

Die beiden Fließen die wohl zur Verkleidung eines Tores gehörten, zeigen den Titel: "König von Ober- und Unterägypten, Herr der beiden Länder" und "[Herr] der Kronen (Sethos, geliebt von Ptah)".

Diese Fliese  zeigt den Beginn des königlichen Horusnamens.


beide Bilder: mit frdl. Dank Merja Attia, Finnland

Des weiteren entdeckte man eine Bauschicht, die Dr. Edgar Pusch als "Streitwagengarnison" bezeichnete (1). Innerhalb eines "Streitwagenhofes" fand man einen oktogonalen Pfeiler aus Kalkstein mit einer Höhe von ca. 2,50m - der anhand der Beschriftungen (im Vergleich zu weiteren Fragmenten) auf eine ursprüngliche Höhe von 3,66m (also exakt 7 Ellen) rekonstruiert werden konnte. Der Pfeiler im Streitwagenhof vom Bezirk Q I trug eine umlaufende Bedachung und eine Inschrift, die aus der Titulatur von Sethos I. bestand, welche dann später von seinem Sohn und Nachfolger Ramses II. überarbeitet und zu seiner eigenen Titulatur umgeschrieben wurde. Die Streitwagenanlage selber scheint aber erst in der Regierungszeit von Ramses II. genutzt worden zu sein - aber evtl. wurde die Streitwagenhalle während der Zeit von Sethos I. errichtet.

Qantara-Qantir-Auaris/Tell-el-Daba:

Sethos I. erneuerte den Tempel des Seth von Auaris, der bis zu dieser Zeit nicht viele Anhänger hatte, um den Gott, von dem die 19. Dynastie ihrer Königsideologie entsprechend abstammte, eine neue glanzvolle Residenz zu verleihen. Evtl. aus diesem Tempelbau des Seth stammt ein Barkenuntersatz (heute im Kunsthistorischen Museum Wien ÄS INV 5106) von Sethos I. aus Quarzit, der in Auaris gefunden wurde und mit vier Weiheformeln beschrieben ist. Habachi war der erste, welcher dieses Objekt als einen Barken-Sockel identifizierte - der in der Ägyptologie als "sqA" bezeichnet wird. Der Name und die Epiteta von Sethos I. waren zwar beschädigt, aber Habachi konnte trotzdem das beschädigte Epithet "Herr von Avaris" lesen und damit die wahrscheinliche Herkunft bestimmen (siehe L. Habachi, ZÄS 100 - 1974, 95-102; Naville 1887, 21, Pl. 9D). (2)

Zwei Seiten (H. 97cm, B. 106cm x T. 106cm) zeigen den König beim Ritual des "smA-tA.wj" (der Vereinigung der beiden Länder), die anderen Seiten bilden ihn vierfach beim Stützen des Himmels ab. Auf jeder Seite verlaufen an den Flächen Inschriftenbänder, die sich - oben in der Mitte beginnend - an den senkrechten Kanten des Blockes entlang nach unten ziehen. Dieses Stück befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum Wien.

Barkenuntersatz aus Auaris - Kunsthistorische Museum Wien
(ÄS INV 5106; H 97cm, B 106cm, T 110cm)

Evtl. aus dem Tempel des Seth in Auaris stammt dieser Barkenuntersatz aus silifizierten Sandstein (Quarzit), der eine Stiftung von König Sethos I. ist.

Bild: Saamunra - alle Rechte vorbehalten


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Im archäologischen Museum in Ismailiya (Suez), Inventar-Nummer 2249, befindet sich ein ungewöhnliches Objekt aus Quarzit, das in Qantara gefunden wurde und das mit einigen Bauinschriften beschriftet ist. Der älteste Königsname auf diesem Objekt ist der von Sethos I. und daher ist anzunehmen, dass er ursprünglich unter dessen Regierungszeit geschaffen wurde. Es handelt sich um einen 2m hohen Untersatz, auf dessen Oberseite ursprünglich eine Falkenfigur aufgestellt wurde. Die obere Plattform ist von einer Hohlkehle eingefasst. Unterhalb davon befinden sich Ritualszenen, welche Sethos I. beim Weinopfer vor dem Gott Horus von Mesen zeigt und des weiteren  Krönungsszenen von Sethos I. und Ramses I., dem Vater und Vorgänger von Sethos I. Die Bauinschriften sind auf dem Block in Kolumnen auf den Seitenflächen wie auch als umlaufendes zweizeiliges unteres Inschriftenband angebracht. Eine Weiheformel Sethos I. in fünf Kolumnen mit rechts verlaufenden Hieroglyphen befindet sich auf der Vorderseite des Untersatzes (3).

Ramses II., der Sohn und Nachfolger Sethos I. fügt später unterhalb der Inschriften von Sethos I. seine eigenen Weiheformeln an. Diese gehen von einem Anchzeichen in der Mitte auf den beiden Seitenflächen weiter.

Eine Statuenbasis aus Quarzit von Ramses II., welche dem Horus von Mesen geweiht ist, wurde in Qantara/Qantana gefunden, die K. Kitchen zufolge gut zu dem Falkenuntersatz passen würde, da der Weihetext und der Stiftungsempfänger jeweils identisch sind (KRITANC I, 91 in Bauen, Stiften, Weihen, S. 558)

Dieser in Qantara gefundene Untersatz ist sehr interessant, weil hier ein Denkmal aus dem Delta vorliegt, auf dem die drei ersten ramessidischen Könige (Ramses I., Sethos I. und Ramses II.) präsent sind - gleichzusetzen mit der 400-Jahr-Stele aus Piramesse (3).

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Die 400-Jahr-Stele:
Die sogenannte 400-Jahr-Stele stammt ebenfalls aus der ramessidischen Hauptstadt Piramesse, aber der originale Aufstellungsort in der Stadt ist heute nicht mehr bekannt. Die Stele wurde 1863 von Auguste Mariette in Tanis entdeckt, wohin sie nach dem Umzug von Piramesse in die neue Hauptstadt verschleppt wurde. Mariette kopierte die Stele und vergrub sie dann wieder unter dem Sand von Tanis, wo sie 1933 von Pierre Montet wiederentdeckt und in das Museum Kairo gebracht wurde.

Ramses II. ließ diese Stele in Erinnerung daran aufstellen, als sein Vater und Großvater noch als Beamte unter König Haremhab in der Delta-Residenz das 400jährige Jubiläum der „Thronbesteigung“ des Gottes Seth gefeiert hätten. Seth ist auf dieser Stele in semitischer Tracht dargestellt, er ist also ein Baal. Die Einfügung des Baal-Kultes in der Gegend von Auaris hat nichts mit den Hyksos zu tun. Er wurde von semitischen Nomaden nach dem Ostdelta wahrscheinlich schon 70/60 Jahre früher gebraucht worden. 

Bei der 400-Jahr-Stele liegt einer der wenigen Fälle vor, in welcher von die Stele selbst berichtet wird und zeichnet sich durch einen Erzählstil aus, in dem berichtet wird, dass man sie in Auftrag gegeben hatte, um den Namen Sethos I. darauf für die Nachwelt zu erhalten. In dem Stelentext datiert Sethos die Stele - mit Billigung von Ramses II. - zum "Jahr 400, vierter Tag des 4. Monats der Überschwemmungszeit eines Königs namens Aa-pethi-seth Nubi (Groß ist die Stärke von Seth, der von Ombos"). Dieser unbekannte König kann aber niemand anders sein, als der Gott Seth selbst.

Die komplette Übersetzung der 400-Jahr-Stele in englisch ist hier zu finden  .

Um-Zeichnung der 400-Jahr-Stele

Im Bildfeld der Stele befindet sich ein Relief, das Ramses II. beim Weinopfer vor dem Gott Seth in seiner asiatischen Form seiner Erscheinung zeigt, d. h. er wird hier nicht mit seinem charakteristischen Seth-Kopf dargestellt, sondern als Baal mit menschlichem Kopf. Seine Züge sind nicht unbedingt ägyptisch, sondern eher fremdländisch, wie man es von einem Gott aus fremden Ländern zu erwarten hat: zurückweichende Stirn, zurückweichendes Kinn, eine dicke Nase und dicke Lippen. Das mit Quasten verzierte Kleid ist exotisch. In der rechten Hand hat er ein Anchzeichen und in der linken das was-Zepter, wie es die ägyptischen Götter haben.

Hinter Ramses II. ist Sethos I. als Beamter vor seinem Herrschaftsantritt dargestellt, welcher hier als Stifter der Stele fungiert. Er hat beide Hände im Anbetungsgestus erhoben und führt damit die passende Geste zu dem im Text aufgeführten Gebet eines Wesirs namens Sethos aus. Die Inschrift im unteren Teil der Stele sagt, dass Sethos, der Sohn von Paramessu und Tia, gekommen ist, um Seth zu verehren und an dieses Ereignis zu erinnern, in dem er die Granitstele errichten ließ (Quelle: (4) - Wallis Budge 1902/An History of Egypt, part III. and James H. Breasted, 1906e, Ancient Records of Egypt vol. III. Chicago)

Bild: public domain
The author died in 1934, so this work is in the public domain in its country of origin and other countries and areas where thecopyright term is the author's life plus 80 years or less.This work is in the public domain in the United States because it was published (or registered with the U.S. Copyright Office) before January 1, 1923.

 

400-Jahr-Stele aus Piramesse

Bild: mit freundl. Dank Saamunra
Tell Birka

Dieser Ortsname ist arabisch und bedeutet "der See" und liegt bei Khatana, nahe Faqus im im östlichen Delta. Naville fand 1887 in der Nähe von Auaris (der alten Hxyksosstadt), mehrere Blöcke mit Doppel-Kartuschen von Sethos I. und Siamun, davon auf einem Block, der sich in einem gepflasterten Bereich mit sechs Säulenbasen befand. Er stammt entweder aus einem Tempelbau oder einem Gebäude, ähnlich dem in Qantir errichteten Palast (PM IV, 9) (siehe Navilole 19878, 21, Pl. 9D) (2).

Kom Sheik Raziq:

Der schottische Ägyptologe Campbell Cowan Edgar, (1870.1838), und spätere stellvertretender Antikendirektor des Museums Kairo fand 1914 in Kom Sheik Raziq (in der Nähe von Auaris) zwei Blöcke, die von einer kleineren Struktur stammen, die Sethos in Auaris bauen ließ, woher die Blöcke wahrscheinlich stammten. Die Inschriften auf den Blöcken bestehen aus dem Thron- und Geburtsnamen von Sethos I. mit Titeln und Epitheta, mit Namen und Titeln von Sethos I. die in entgegengesetzter Richtung angeordnet sind, was darauf hindeutet, dass sie Türpfosten waren (PM IV, 10) (C. C. Edgar, ASAE 13, 1914) (2). 

El-Mineiar:

Der schottische Ägyptologe S. Adam fand in den 50ziger Jahren des 20. Jahrhunderts in dem Areal von El-Mineiar einen Kalksteinblock mit den Kartuschen von Sethos I., der wahrscheinlich aus dem Türpfosten eines zerstörten Tempels in El-Mineiar stammt. Adam fiel hier insbesondere ein Gebiet mit vielen Kalksteinsplittern auf, was vermuten ließ, das sich hier einst ein größeres Gebäude befand, das in späterer Zeit abgebaut und der Kalkstein verbrannt wurde. Andere Blöcke mit den Namen von Ramses II. und Merenptah könnten darauf hinweisen, dass es sich um einen Tempelbau handeln könnte. Kenneth Kitchen vermutet, dass El-Mineiar eine Siedlung oder Zwischenstation auf der Strecke zwischen Heliopolis und Auaris-Pi-Ramesse war (S. Adam, ASAE 55 - 1958) (2). 

Heliopolis:

Sethos I. ließ in Heliopolis (altägyptisch: Iunu; alttestamentlich: On) einige Baumaßnahmen durchführen, zu denen wohl auch ein Kalksteinpylon mit dahinter gelegenen Hof gehörte. Vor der Fassade des Pylons waren Obelisken und Sphingen sowie eine königliche Standstatue aufgestellt (siehe Raue, Heliopolis, 329-331). Diese Baumaßnahmen sind durch eine rechteckige Basisplatte mit später rekonstruierten Aufbauten aus rotem Quarzit (B. 87,5cm, L. 112cm und H. 28cm) überliefert. Die genauen Fundumstände des Objektes sind unklar. Es wurde in den 70ziger Jahren des 19. Jahrhunderts von William Shaw in Tell el Yahudiya (ca. 30 km nordwestlich von Heliopolis) erworben und in die USA gebracht, wo es 1875 erstmalig publiziert wurde (siehe W. Shaw, "The Temple of Heliopolis", in: The Overland Monthly XIV (1875, 441-442; 478-479). Die Sockelplatte wechselte später mehrmals ihren Besitzer und nahm ihren Weg durch diverse Veröffentlichungen. 1949 erwarb ein Amerikaner mit Namen Cooney das außergewöhnliche Objekt aus einer kleinen Sammlung für das Brooklyn Museum in New York. 1972 wurde das sogenannte "Tempelmodell" in einer umfangreichen Studie von Badawy bearbeitet. Albert Fehrenbacher ergänzte die fehlenden Elemente nach den Vorgaben von Badawy und heute ist - neben dem Original - eine Rekonstruktion des Objektes im Brooklyn Museum New York ausgestellt. (Charles Wilbour Fund 1949.490.183 und 66.228 [Rekonstruktiuon]) (Quelle: Ägypten-Münster: kulturwissenschaftliche Studien zu Ägypten/ Erhard Graefe, Artikel: Alexandra Verbovsek: Eine erhabene Kultstätte in der Art des Himmelshorizontes).

Votiv-Modell aus Heliopolis (Rekonstruktion)

heute im Brooklyn-Museum New York ( 66.228) Charles Edwin Wilbour Fund - 
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Obwohl das Architektur-Modell in Tell el Yahudiya aufgefunden sein soll, scheint der ursprüngliche Aufstellungsort Heliopolis gewesen zu sein, denn die Inschriften auf dem Sockel verweisen auf diesen Standort. An drei verschiedenen Stellen wird "Atum, der Herr der beiden Länder von Iwnu (Heliopolis) genannt und Iwnu als "Ruhestätte der beiden Horizonte" beschrieben, "in der die Herren von Heliopolis verweilen". (Quelle Alexandra Verbovsek - siehe oben).

Bei der Frage nach der Funktion des Objektes, soll es sich nach Breasted und Badawy (A. Badawy, op.cit, 7 ff) um ein Kultgerät gehandelt haben, während Dieter Arnold (Die Tempel Ägyptens: Augsburg 1996) es eher als ein Architekturmodell oder Votiv sehen möchte. P. J. Brand hält das Objekt ebenfalls für ein Ritualgegenstand oder ein Votiv (P. J. Brand, op.cit., 144). Es dürfte sich hierbei wohl um ein Votiv oder Weihegeschenk an den Sonnengott von Heliopolis gehandelt haben, das von Sethos I. gestiftet und im Kontext eines Tempels aufgestellt wurde und ein späteres Bauvorhaben des Königs ankündigen sollte. Dieses wird ersichtlich durch einen eulogischen Widmungsvermerk auf dem Sockel, deren Schriftzeichen zur Rückseite des Modells orientiert sind (siehe dazu S. Grallert, Bauen-Stiften-Weihen, S. 541).

Die Widmungsinschrift auf der rechten Sockelseite berichtet über die Herstellung des Tempelmodells, während die Inschrift auf der linken Seite des Sockels von den realen Baumaßnahmen Sethos I. berichtet. In wie weit diese Baumaßnahmen vollendet wurden lässt sich archäologisch nicht nachweisen, da der Tempelbereich in diesem Gebiet unzureichend erforscht ist. 

Sockel eines Votivs oder Architekturmodells

Ursprünglich standen in den exakt ausgeführten Vertiefungen der steinernen Basisplatte des Modells verschiedene Architektur-Elemente aus Stein, Holz und anderen Materialien, die heute leider verloren sind. Den Aussparungen zufolge, die sich auf der Oberseite des antiken Modellsockels befinden, lässt sich ein Pylontor rekonstruieren, vor dem zwei Obelisken und zwei stehende Königsstatuen im Festgewand standen sowie zwei Paar Sphingen lagen. 

Foto: Model of a Temple Gateway transp1764.jpg
Brooklyn Museum, Charles EdwinWilbourFund, 49.183
Lizenz: Creative Commons-BY
Fair use, as understood under the United States Copyright Act,

 



U
mlaufenden Darstellungen  zeigen Sethos I. in tiefer Verbeugung kniend auf dem Boden. Er hält in seinen Händen ein Opfertablett mit Gaben für die solaren Götter Re-Harachte, Chepri und Atum. 

Die Inschrift gibt darüber Auskunft, um welches Gebäude es sich hier handelt (6):


Foto: Model of a Temple Gateway transp1764.jpg
Brooklyn Museum, Charles EdwinWilbourFund, 49.183
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"Der vollkommene Gott (= Sethos I.), der Denkmäler macht für seinen Vater Ra-Harachte, indem er einen Tempel aus schönem Quarzit erbaut mit einem doppelten Pylon aus weißem Kalkstein, Torflügel aus Bronze, zwei Flaggenmasten aus Grauwacke (?), der in Heliopolis, dem Horizont des Himmels, eingerichtet wurde. Die Mächte von Heliopolis jubeln bei (seinem) Anblick". 

Zitat aus: Kemet 3/2009, Autor Thomas Kühn

Von dem Obeliskenpaar, das Sethos I. vor seinem neuen Pylon errichten lassen wollte, konnte einer jedenfalls erst unter seinem Sohn und Nachfolger Ramses II. vollendet werden. Ramses ließ auf der Ostseite des Obelisken eine parenthetische Widmungsinschrift anbringen und nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, die freien Flächen auf der Nord- und Südseite mit seinem eigenen Namen beschriften zu lassen. Auf der Hauptansichtsseite setzte er eine zusätzliche Inschriftenreihe links und rechts hinzu. Es handelt sich bei der Inschrift um eine Anrufung des Gottes Horus, in der auch erwähnt wird, dass sein Vater Sethos den Obelisken in Iunu (Heliopolis) aufstellen ließ. 

Das Gewicht des erhalten gebliebenen Obelisken, der sich heute in Rom befindet, beträgt 235 Tonnen, bei einer Höhe von
32,77m (nach Habachi: Die unsterblichen Obelisken,S. 156) / 23,90m hoch (mit Basis und Kreuz 36,50m)

Der Obelisk auf der Piazza del Popolo (heutiger Name: "Obelisco Flaminio") war der erste seiner Art überhaupt, der im Jahre 10 im Auftrag von Kaiser Augustus aus Ägypten verschleppt und nach Rom transportiert wurde, um gemeinsam mit dem "Lateran-Obelisken" auf der Spina des Circus Maximus aufgestellt zu werden. Dort stand er bis ins frühe Mittelalter, bis er irgendwann umstürzte und unter dem Schutt des Circus Maximus unter Erde und Abfälle begraben wurde. 1471 wurde er von Leon Battista Alberte entdeckt, aber wieder vergessen, bis ins Jahr 1587 als er im Schutt des Circus Maximus ausfindig gemacht und 1589 im Auftrag von Papst Sixtus V. an seinem heutigen Standort auf der Piazza del Popolo verbracht und von dem Architekten Domenico Fontana dort aufgestellt wurde (Quelle: Wikipedia).

Der Obelisk Sethos I. im Circus Maximus

Bild: Atlas van Loon - gemeinfrei (1. Jan. 1649)

 

Obelisk Sethos I. auf der Piazza del Popolo

Er wurde 1589 im Auftrag von Papst Sixtus V. an seinen heutigen Standort verbracht und wurde durch seinen Architekten Domenico Fontana dort aufgestellt. An der Spitze ließ er sein Wappen, drei Berge gekrönt von einem Stern anbringen. Zwei Seiten der Basis zeigen noch die Weiheinschrift aus dem Jahren 10/9 v. Chr., die darauf hinweist, dass Kaiser Augustus den Obelisken - nach der Eroberung Ägyptens durch die Römer - nach Rom bringen ließ und ihn der Sonne zum Geschenk gegeben habe. (Quelle: Wikipedia)

Bild: saamunra
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Im Freilichtmuseum von Kom el–Dikka / Alexandria befinden sich mehrere Denkmäler die auf König Sethos I. zurückgehen und wohl in ptolemäischer oder auch römischer Zeit, zur Ausschmückung von Alexandria hierher verschleppt wurden.

Fragmente von Obelisken aus Alexandria:
Im Hafenbereich von Alexandria wurden 1994 von einer französischen Mission nahe dem Fort Quitbay verschiedene Blöcke und Fragmente von Obelisken aus der Zeit Sethos I. gefunden, die sich auf ein Areal von 2,25 Hektar verteilten. So auch diese beiden Bruchstücke aus schwarzem Granodiorite. Das rechte Fragment misst 1,44m in der Höhe auf 73 x 71cm und wiegt 2,09Tonnen, das linke misst 90cm in der Höhe, Basis 72cm x 51 cm) (2). 

Fragmente von Obelisken . gefunden im Hafen von Alexandria
- Black Granodiorite nach (W. La Riche, Alexandria: The Sunken City (London 1996, Seite 59) - das rechte Stück sieht aber u. E. eher nach Rosengranit aus - 

Auf allen vier Seiten befinden sich Inschriften und Darstellungen. Dieses Fragment gehört zu dem obersten Schaft eines etwa mittelgroßen Obelisken, der evtl. aus Heliopolis stammt und hierher als Baumaterial verschleppt wurde. Das Pyramidion ist nicht mehr vorhanden - aber Teile der oberen Opferszene sind erhalten geblieben. Sie zeigen auf der Vorderseite eine thronende solare Gottheit aus Heliopolis mit der Sonnenscheibe auf dem Haupt. Links vor ihm kniet Sethos I. in Gestalt einer Sphinx  mit dem Kopf des Sethtieres auf einem schreinartigen Sockel, mit dem Epithet "geliebt von Ptah" über der Darstellung (und opfert vor dem Gott (wahrscheinlich Atum). Die Darstellungen der Sphinx unterscheiden sich auf den Seiten des Fragments - einmal erscheint die Sphinx mit dem Kopf des Seth-Tieres und ein anderes Mal mit menschenförmigem Kopf. Im unteren Register befindet sich der Anfang des königlichen Horusnamens. 

Das andere, schmälere Fragment auf der linken Seite des Fotos zeigt die Ecke von einem unteren Stück eines Obelisken mit Inschriften.

Bild: mit freundl. Dank Saamunra
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Weitere Seite des obigen Obeliskenfragments - diesmal mit der menschenköpfigen Sphinx,
die vor der solaren Gottheit (Atum) von Heliopolis opfert.
Der erhaltene, untere Teil des Stückes zeigt den Beginn des königlichen Horusnamens. 

Bilder Merja Attia, Finnland
- alle Rechte vorbehalten - 

Block von einem Obelisken:
Ein Block aus silifiziertem Sandstein (H. 109cm; L. 121cm; Durchmesser 78cm), der als Ecke eines Obelisken identifiziert wurde, wurde von einer französischen Expedition Ende der 90ziger Jahre aus dem Hafen von Alexandria (in der Nähe von Qaitbey) geborgen. Er ist dekoriert mit dem Teil einer Vignette in tiefliegendem Relief, in welcher Sethos I. kniend vor einem niedrigen Opfertisch liegt, auf dem Glaskrüge stehen. Über dem König, der eine Kugelperücke trägt und den kurzen Königsschurz schwebt die Geiergöttin Nechbet. Der König opfert ein Tablett mit Opfergaben, die heute zerstört sind vor einer Gottheit, die ebenfalls nicht mehr erhalten ist. Auf der rechten Seite des Blockes befindet sich der Gott Atum, der Empfänger der Opfergaben. 

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Obeliskensockel mit Fragment eines Obelisken:
Ebenfalls ursprünglich aus Heliopolis stammt ein weiterer Obelisk, welcher - in vier Teile zerbrochen - im Hafenbecken von Alexandria gefunden wurde. 

Fragment eines Obelisken mit Basissockel
- Silizierter Sandstein, (erhaltene Höhe ca. 4,5m) -

Der in mehrere Fragmente zerbrochene Obelisk aus silizierten Sandstein wurde aus dem Hafenbereich von Fort Qaitbay in Alexandria geborgen. Der Prenomen (Thronname) von Sethos I. ist in einer Kartusche auf einem der Fragmente erhalten geblieben. Der Horusname in einer ungewöhnlichen Variante wird in einer einzelnen vertikalen Kolumne auf dem Obelisken genannt. 

Der Obelisk steht auf seiner ursprünglichen Basis, die ebenfalls aus Sandstein besteht, aber schwere Schäden aufweist.

Ein weiteres, viertes, schwer erodiertes Fragment ist 
in situ verbliebene. Das Fragment trägt ebenfalls die Kartusche Sethos I. und eine Variante seines Goldhorusnamens (Corteggiani 1998i, 33-34 in (2) ). 

Bild: mit freundl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Der im Freilichtmuseum von Kom el–Dikka / Alexandria wiederaufgerichtete Obelisk

Bilder: thanks to Merja Attia, Finnland

 

Auf dieser Seite des schwer zerstörten Obelisken-Sockels kniet der König beim Opfern vor einer nicht mehr vorhandenen Gottheit - links über ihm schwebt ein Falke mit dem "sen"-Ring in seinen Fängen. Auf den anderen Seiten wiederholt sich das Motiv.

Bild: thanks to Merja Attia, Finnland

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Türpfosten aus Quarzit:
Zu Heliopolis gehört auch ein Türpfosten aus Quarzit, der in Alexandria gefunden wurde. Er trägt eine Weiheformel, die "ein Denkmal - gemacht für seinen göttlichen Vater Atum, den Herrn von Heliopolis" nennt. Der Inschrift zufolge wurde der Türflügel aus Zedernholz, überzogen mit Kupfer gemacht (Weiheformel auf Türpfosten aus Quarzit, heute in Alexandria, Inv. Nr. 420 (=735A) (3). Dieser eher kleinere Türpfosten aus silizierten Sandstein ist mit Darstellungen des Königs geschmückt, der vor Re-Harachte und Atum steht und als Sphinx dargestellt ist. Der polnische Ägyptologe Karolo Mysliwiec datiert es auf die späteren Regierungsjahre Sethos I. (basierend auf stilistische Kriterien, siehe K. Mysliwiec) (2). Offensichtlich war dieser Pfosten früher Teil eines kleinen Portals, welches aber offenbar nicht zum großen Pylon-Tor Sethos I. in Heliopolis gehörte (2).

Heliopolis - Türsturz von Sethos I.
- früher Musée Royaux d'Art et d'Histoire (Museum Brüssel E. 407) -
Ebenfalls aus den Entdeckungen der französischen archäologischen Mission im Hafen von Alexandria stammt ein Türsturz (PM schreibt Basrelief) aus grauem Granit (PM IV, 64), der im Auftrag von König Leopold II. dem Museum Royaux d'Art et d'Histoire Brüssel  (ägyptische Sammlung) im Jahre 1900 übergeben wurde. Es zeigt eine Krönungsszene Sethos I, und bestand aus schwarz-grauem Granodiorit. 

Leider wurde es bei einem Feuer im Jahre 1946 zerstört (2). Über die ursprüngliche Herkunft und Aufstellungsort ist nichts bekannt. Zwar wurde es - wie viele Objekte aus Heliopolis - im Hafenbecken von Alexandria gefunden und wurde wahrscheinlich in späterer Zeit als Baustein eines Hauses wiederverbaut verwendet - aber die Machart und die eleganten Darstellungen (Atum und der falkenköpfige Re-Harachte sowie der opfernde Sethos I) auf dem Objekt sowie die konventionellen Inschriften im ramessidischen Stil der mittleren und späten Jahre Sethos I. deuten auf Heliopolis hin (2). Über der Himmelshieroglyphe schwebt in der Mitte die geflügelte Sonnenscheibe. Links und rechts davon befinden sich Inschriften, welche u. a. die königlichen Titel und die Namen Sethos I. beinhalten. Darunter befinden sich drei Szenen - in der Mitte steht der nach rechts gewandte König, der von den Göttern Horus und Seth kultisch gereinigt wird. Rechts davon opfert Sethos I. zwei Kugelgefäße vor dem Gott Atum(?), links vor Re-Harachte. Evtl. gehörte dieser Türsturz zu dem gleichen Gebäude wie der obige Türpfosten aus Alexandria.

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Opfertisch für Atum-Khepri (heute Museum Cairo CG 23090)
In einem Haus in der Nähe des Bab el-Fetwa in Kairo wurde ein beschädigter Opfertisch aus der Zeit Sethos I. gefunden, der ursprünglich wohl aus Heliopolis stammt und dessen Tülle abgebrochen ist, wobei auch die Darstellungen auf der Vorderseite sich verzogen haben. Spuren der stark abgeriebenen Dekorationen auf der Tischplatte sind noch erkennbar.

Auf der Vorderseite des Tisches sind durch die Zerstörung des Ausgusses die zwei Bild-Abschnitte zu beiden Seiten beschädigt, aber noch erkennbar. Sie sind in versenktem Relief wiedergegeben und stellen den König dar, bekleidet mit dem Königsschurz und dem Chat-Tuch auf dem Kopf mit nach vorn geneigtem Oberkörper in anbetender Haltung vor Atum-Chepri. Auf der linken Seite opfert er Milch-Gefäße vor Atum-Chepri und auf der rechten Seite opfert er zwei nw-Gefäße an den Gott.

Der thronende Gott Atum-Chepri trägt eine dreigeteilte Perücke und hält ein
"was"-Zepter sowie ein "anch"-Zeichen in den Händen. Die beiden umlaufenden Textzeilen bestehen aus einer Reihe von Phrasen und Epitheta, die sich auf den Thronnamen und Geburtsnamen des Königs beziehen (PM IV,70 and A. Kamal, ASAE 2 - 1901, 95-96) - (2).

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Opfertisch für Horus im Großen Haus 
(Ny Carlsberg Glyptotek E. 115/AEIN 44/A 742)
In der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen befindet sich seit 1892 ein schwarzer Opfertisch aus Granitdiorit unbekannter Herkunft. Der Opfertisch ist fast völlig intakt und in einem sehr guten Erhaltungszustand, obwohl das Hauptteil des Tisches in drei Teile zerbrochen und der Ausguss auf der Vorderseite abgebrochen ist und heute fehlt. Der Opfertisch wurde wohl in den Bauten des mittelalterlichen Kairos als Baustein wiederverwendet.

Die Oberfläche des Opfertisches ist relativ gut erhalten und zeigt Darstellungen von Nahrung und Getränken. Ein undekoriertes Schmuckelement verläuft entlang der Seiten- und Vorderkanten der oberen Fläche, die - ähnlich wie eine Tischplatte - vermutlich als Sammelbecken mit einer Ausgusstülle für Wasserspenden gedacht war. 

Auf den äußeren Rändern der Vorderseite der Opferplatte und auf den anderen drei Seiten befinden sich zwei umlaufende Textzeilen, die in einem qualitativ ausgezeichneten Stil gearbeitet wurden mit feinen Details mit den üblichen Formeln der Königstitulatur. Der schwarze Opfertisch für Horus besitzt eine interessante Szene auf der Vorderseite, die in den harten Stein gemeißelt wurde. Im Zentrum der Szene befindet sich an der Frontseite jetzt eine "rauhe Stelle", dort wo der Ausguss des Opfertisches entfernt wurde, als das Objekt im mittelalterlichen Alexandria als Baumaterial wiederverwendet wurde. Auf beiden Seiten befinden sich in einer Vignette Darstellungen des falkenköpfigen Gottes Horus, der auf einem Thron sitzt, vor ihm der kniende König - auf der linken Seite mit dem Nemes-Kopftuch auf dem Haupt und ein Salbgefäß in den Händen, während er in der rechten Vignette das Chat-Tuch trägt in er in seinen Händen ein kleines Gefäß mit einer flüssigen Substanz opfert. Die beiden Szenen und ihre Beschriftungen sind fast symmetrisch, auch im Hinblick auf die Position der Arme, aber es wurde eine absolute Symmetrie vermieden, indem zwei unterschiedliche Gefäße dargebracht werden. Die Beischrift enthält die üblichen Schutz- und Segenswünsche.

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Heliopolis - Fragment einer Statue Sethos I.
- entdeckt im Kloster von Grotta Ferrata - 
Nach Porter & Moss (VII, 417) wurde im Kloster von Grotta Ferrata (13 Meilen von Rom entfernt) das schwer beschädigte Fragment einer Sitz-Statue Sethos I. aus schwarzem Granitdiorit entdeckt, die eventuell ursprünglich aus Heliopolis stammt. Von der Statue ist nur noch der untere Teil des Torsos und ein größerer Teil der Beine erhalten geblieben, sowie die obere Hälfte des Thrones. Die Bekleidung des Königs der Grotta-Ferrata-Statue ähnelt der einer weiteren Statue, die sich heute in Wien befindet (ÄS 5910). Die evtl. Zuweisung nach Heliopolis erfolgte aufgrund der fragmentarischen Inschrift, welche den König als "der das Haus von Re vergrößert, das ihn trug", bezeichnet. Nach Wiedemann (1912) könnte der Kopf der Statue evtl. bei der Entdeckung im Kloster nach England verkauft worden sein. (siehe PM: Wiedemann, Notes on some Egyptian Monuments in P.S.B.A xxxiv, p. 307). (2). 

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Heliopolis - Fragment eines Naos aus Granit:
- Ägyptische Museum Turin, Inv. Suppl. 2676 (H. 1,02m, Breite 1,13cm, Durchmesser 1,31m) -
E. Schiaparelli fand 1903 bei seinen Grabungen in Heliopolis eine große Anzahl von Fragmenten eines großen Naos aus Granit, der aus einem einzigen Steinblock hergestellt wurde. Der Naos bestand aus Granit unterschiedlicher Färbung, wobei der obere Teil des Blocks aus rotem Granit (Rosengranit) und der untere Teil aus schwarzem Granitdiorit bestand. Die Trennlinie der Farben verläuft diagonal durch den Naos. 

Der Naos wurde 1970 in mühevoller Kleinarbeit rekonstruiert und zusammengesetzt. Er befindet sich heute im Museum Turin (Inv. Suppl. 2676).

Auf den Außenwänden des Schreines befinden sich Darstellungen des knienden Königs in drei Register bei den Opferritualen, sowie rituelle Texte im Kontext des Sonnenkultes von Heliopolis.

Im oberen Register trägt der König das sogenannte Chatkopftuch, den Königsschurz und er opfert mit seinen vorgestreckten Händen vor einem nicht mehr vorhandenen Gott,  während er in auf den beiden unteren Darstellungen ebenfalls kniet, diesmal aber mit der sogenannten Blauen Krone auf dem Haupt und die Armein anbetender Haltung erhoben hat.

Heliopolis - Fragment eines Naos aus Granit:
- Ägyptisches Museum Berlin (16782) - 
Ein ähnliches Fragment eines Naos aus Granit befindet sich im Ägyptischen Museum Berlin und stammt aus dem oberen rechten Eck von der Vorderseite eines kleinen Naos, welcher dem Sonnenkult gewidmet war (siehe Röder 1913-1924, Bd. 2, Seite 214) (2). 

Giza:

Zwei Türpfosten und eine Stele mit Weiheformeln sind aus dem Sphinx-Tempel Amenophis II. erhalten geblieben. Beide Türdurchgänge sind mit den traditionellen Szenen des Königs, der von einer Gottheit umarmt wird, dekoriert. Re-Harachte auf der einen Seite und Isis auf der anderen. Die außen  an den Türpfosten angebrachten Kartuschen gehören zu König Merenptah. Die Ikonographie der Szenen ist ganz konventionell gehalten, ebenso die Inschriften mit den Kartuschen des Königs sowie die Epitheta (siehe KRI I., 78 und PM III., 39). 

Es ist möglich, dass Sethos I. den Tempel Amenophis II. um eine Kammer und eine Treppe ergänzte. Es wurden zwei Torpfosten aus Kalkstein gefunden, welche diese Vermutung unterstützen. Auf den Pfosten befinden sich Weiheformeln (siehe S. Grallert: Bauen-Stiften-Weihen, S. 532), die einen starken Bezug zu ihrem Anbringungsort und für Harmachis und für Hur (ein weiterer Name der Sphinx) enthalten. Auffällig ist, dass die Weiheformeln eine Seitentür schmückten und nicht die Haupttür in der Zentralachse. Beide Inschriften sind in Kolumnen auf den Laibungen der Tür angebracht und weisen damit mit ihrer Zeichenorientierung in das Treppenhaus hinein (3). 

Diese Türpfosten wurden entweder von Sethos I. im Sphinx-Tempel von Amenophis II. in Giza neu aufgestellt oder wurden von ihm unbeschriftet aufgefunden und zusammen mit den Türpfosten des Haupteingangs bei den Renovierungsarbeiten benutzt.

Es ist möglich, dass Sethos I. diese Kapelle nicht nur sanieren sondern sogar umbauen ließ. Zivie (siehe Zivie, Giza 112) schließt daher nicht aus - da die Treppe in ein oberes Stockwerk führt - dass die Fassade des Ziegeltempels  unter Sethos I. als neuer Pylon gestaltet wurde. Vielleicht gab es auch einen Dachaufgang zu einem dort befindlichen Heiligtum. 

Huntsman/oder Jagd-Stele 
Auch auf einer ehemals zweiteiligen Stele (die sog. Huntsman-Stele Seti I. - Cairo JdE 72269), die sich westlich der Zentralachse in einem später eingezogenen, kleinen Nebenraum befand (siehe S. Hassan: The Great Sphinx and its Secrets, Giza 8, 104-105; PM III. I²), befinden sich Weihetexte.

Diese Stele ist am oberen Ende stark erodiert und abgebrochen. Ursprünglich bestand das Bildfeld aus zwei Register mit einem Haupttext darunter. Der Textträger ist aus zwei Kalksteinplatten angefertigt, wobei der obere Abschluss der Stele heute verloren ist. Die erhaltene Inschrift, beschreibt, wie der König in der Gegenwart seiner Höflinge - zu Fuß und mit Pfeil und Bogen bewaffnet - einen Löwen erschlagen hat und mit den Pfeilen auf eine Herde von Gazellen schießt. Die Tierdarstellung im Bildfeld ist leider heute teilweise verloren. Sie befand sich hauptsächlich auf dem rechten Teil der Stele, der nicht mehr vorhanden ist. Unter dem Bildfeld ist ein siebenzeiliger Text angebracht, in denen Sethos I. über ein Bauprojekt - evtl. einen Schrein für Hur-Harmachis (?), berichtet, vor dem Reisende beten können. Sethos I. widmete diese Stele seinem "göttlichen Vater" Hur-Harmachis. U

Abusir:

Nach PM III. I², 333 und L. Borchardt (Das Grabdenkmal des Königs Sahure/Vol. I., Leipzig 1910, 103-104 fanden sich im Pyramiden-Komplex des Königs Sahure aus der 5. Dynastie in Abusir einige Bauinschriften (Eulogische Widmungsvermerke nach Grallert S1/Wv 003), die Sethos I. in das dortige Heiligtum der Mut-Sachmet-Bastet einfügen ließ.                                                                                                                            

Memphis:

Tempel-Relief - wohl original aus Memphis
In Bubastis (Tell el-Basta) wurde 1891 von der Egypt Exploration Found ein Block in versenktem Relief aus rotem Granit gefunden (PM IV. 30 - evtl. ein Türsturz aus einem Tempelrelief), der aus der Zeit Amenophis II. stammt und von Sethos I. mit zwei Inschriften versehen wurde - nachdem er die Amarna-Zerstörungen an den Figuren des Amun beseitigt hatte. Die Darstellungen zeigen den König (Amenophis II.) mit der Blauen Krone auf dem Haupt, der rechts vor dem thronenden Amun-Re steht mit einem Weinopfer in den Händen. Die linke, gegengleiche Opferdarstellung des Königs ist verloren. In der Mitte des Reliefs - zwischen den beiden Rücken an Rücken sitzenden Amun-Figuren befinden sich zwei Textkolumnen mit einer Renovierungsinschrift von Sethos - wobei die Zeichen jeweils zur Gottesdarstellung orientiert sind. 

rechts: "nsw-bitj nb TAwj Mn-MAat-Re jr.n=f m smA.wj-mnw n......
links:   "sA Ra nb xa.w Stj-mr-n-PtH srwd pr jt=f mj Ra"

Der Block wurde in Bubastis gefunden und ist dort in späterer Zeit wiederverwendet worden (gefunden im Eingang der Halle des Nachthoreb). Der in der Bildmitte dargestellte "Imn-Ra.w Hrj-jb Pr.w-nfr" (Amun-Re, Oberster von Peru-Nefer) macht eine Herkunft aus Memphis aber sehr wahrscheinlich. Das Gebiet von Per-nefer in Memphis schließt an das Hafengebiet an und lag südlich des großen Ptah-Tempels (3). 

Das Relief selber ist gut erhalten, abgesehen von großen Verlusten auf der linken Seite und leichten Beschädigungen am rechten Rand. Es gibt keine Farbspuren mehr. Der Block hat eine Höhe von 0,91m und eine Breite von 2.00m. Der Block mit Inschriften und Reliefdarstellungen aus Bubastis befindet sich heute im Britischen Museum (EA 1103).

 Block aus der Zeit von Amenophis II. in versenktem Relief
 mit Renovierungsinschrift von Sethos I.
- Britische Museum EA 1103 - 

Foto: temple-relief: thanks to Trustees of the Britisch Museum
(Lizenz: CC-BY-NC-SA 4.0)

 

Umzeichnung der Inschriften auf dem Block aus Bubastis

Foto: temple-relief: thanks to Trustees of the Britisch Museum
(Lizenz: CC-BY-NC-SA 4.0)

Reliefblock Sethos I - in Ny Carlsberg Glyptotek/AEIn 42
In der Carlsberger Glyptotek in Kopenhagen/Dänemark befindet sich ein fragmentierter Reliefblock mit der Kartusche und Darstellung König Sethos I. aus Kalkstein (Höhe 41cm). Das Fragment wurde 1892 in Ägypten erworden (Herkunft unbekannt). Das in  hervorragende Qualität gearbeitete Wandfragments zeigt einen königlichen Kopf, der ein Diadem mit zwei Uräen trägt (tatsächlich gab es drei Uräen - eine auf der Vorderseite, der sich interessanterweise um das Stirnband schlängelt - und je eine links und rechts auf jeder Seite des Kopfes). Die Kartusche enthält den Thronnamen des Königs "Men-maat-Re", mit darüber stehendem Epitheta "der vollkommene Gott". Über dem König schwebt die Sonnenscheibe mit je einem Uräus links und rechts, die einen Shen-Ring halten. Hinter dem König befinden sich die üblichen Segenswünsche. Das Gesicht ist sehr fein modelliert mit dem Adlerprofil von Sethos I., den angedeuteten Augenbrauen und einem leichten Lächeln.

Türsturz aus Kalkstein aus Memphis
- E 13573 / Penn-Museum - 
Im Penn-Museum (Pennsylvania University) befindet sich ein Türsturz aus Kalkstein (zur Zeit nicht ausgestellt), der in der Nähe der Palastanlage des Merenptah gefunden wurde. Die Dekoration des Türsturzes mit Rundstab und Hohlkehle wurde im versenktem Relief gearbeitet und zeigt im oberem Zentrum die geflügelte Sonnenscheibe (Behedit von Edfu), die inschriftlich links und rechts der Darstellung genannt wird. Unterhalb der Sonnenscheibe befindet sich eine einzeilige Doppelinschrift mit den Kartuschen von Sethos I. In der Mitte der Inschrift befindet sich das Anch-Zeichen. Der Text auf der linken Seite lautet: "Lebender König von Ober- und Unterägypten, Men-maat-Re, geliebt von Amun". Die Inschrift auf der rechten Seite lautet: "Lebender Sohn des Re, Seti-Merenptah, geliebt von Mut". Der Türsturz ist 0,67cm hoch, 1,75m lang und 0,18cm breit.

Kapelle Sethos I. in Memphis
Nach Porter & Moss III.2², 843 (sowie H. Sourouzian, MDAIK 49 - 1993) ließ Sethos I. in Memphis eine Kapelle für Isis, Nephthys und Ptah und Ergänzungsbauten im Hut-Ka-Ptah errichten, sowie ein schmales Gebäude aus Kalkstein, das dem Gott Ptah und zwei Gottheiten mit Namen "Mn-nfr" (Mennefer) und "§smt" (Tjesmet) gewidmet war. Die Göttin Mennefer war die Personifikation von Memphis und Tjesmet wurde als Personifikation der Tempelumfassung verehrt
(Quelle: Steven Snape/The complete cities of Ancient Egypt, Thamses & Hudson, p. 175).

Heute sind nur noch wenige sichtbare Überreste der Stadt Memphis erhalten geblieben und einige weitere befinden sich unter einem "Wald" von Dattelpalmen - für das sichtbare Auge verborgen. Der Tempelkomplex von Memphis war einst ein wichtiges Zentrum der Metropolen des Neuen Reiches und die Heiligen Bezirke der Stadt, welche den Stadtkern bildeten, waren mit hohen Mauern umgeben. Innerhalb der Umfassungsmauern des Ptah-Tempels (dem Hut-Ka-Ptah) wurde 1948 eine Verehrungs-Kapelle, erbaut in den ersten Jahren von Sethos I., entdeckt. Diese Kapelle enthielt in ihrer zentralen Hauptkammer drei Götterstatuen aus Kalkstein. Die mittlere gehörte dem memphitischen Hauptgott Ptah, deren Erhaltungszustand recht gut ist - nur der Kopf fehlt.

Die Statue des Ptah wird von je einer Statue einer thronenden Göttin flankiert - links die Göttin Men-nefer und auf der rechten Seite die Göttin Tjesmet, (§smt) - beide halten je den kindlichen König Sethos I. auf ihrem Schoss. Nach H. Sourou)zian (MDAIK 49 - 247-248) sind diese Statuen aus der Kapelle aufgrund des Post-Amarna-Stils in die frühe Periode der Regierung von Sethos I. zu datieren. Das einzige erhaltene Gesicht als Vergleich für die Datierung ist der kniende König auf der Nordwand der Kapelle. Das Auge des Gesichtes ist mit einer natürlichen, modellierten Augenbraue - ohne kosmetische Linie - wiedergegeben. Dieses Gesicht hat nach H. Sourouzian eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Reliefs von Ramses I. im nördlichen Inneren des Vestibüls am zweiten Pylon von Karnak (PM II², 39 (144)  und Legrain, Karnak 89)

Türsturz in Grabkapelle Schoschenq D in Memphis:
Ein aus der Zeit der späten 18. Dynastie stammender Türsturz aus Kalkstein wurde verbaut in der Grabkapelle des Hohenpriester des Ptah, Prinz Schoschenq D (Sohn von Osorkon II.) gefunden. Der Türsturz befindet sich (nach Badawi 1956, 161) im Inneren der Grabkapelle über dem Haupteingang. Die Grabkapelle befindet sich heute im Museumsgarten von Kairo (
Kairo JdE 88131)

Der Türsturz zeigt eine Doppelszene, die König Sethos I. jeweils im Kultlauf vor einer un-identifizierten Göttin zeigt. Von der königlichen Kartusche ist nur die untere Hälfte auf der rechten Seite erhalten geblieben. Nach K. Kitchen (KRI I, 125.3) lautet sie: "[S]ty-[mr]-n-[PtH]". Nach Kitchen gehörte dieser Türsturz evtl. zu einer Kapelle von Ptah und zwei memphitischen Göttinnen, aber der Stil der Darstellungen unterscheidet sich von dem der obigen Kult-Kapelle Sethos I. in Memphis.

Statue Sethos/Atum aus Memphis:
- Museum Kairo CG 1293 -
Eine zerbrochene Statue Sethos I. aus schwarzem Granodiorit (H. 103cm, B. 36cm, D. 85,5cm) befindet sich heute im Museum Kairo.  Diese Statue stellt den knienden König Sethos vor dem thronenden Gott Atum dar. Obwohl der Kopf heute verloren ist, wird die Statue aus stilistischen Merkmalen in die Zeit Sethos I. datiert (siehe PM III.2², 863 und L. Borchardt, Statuen IV., 150-51). Nach K. Kitchen hatte der Gott Atum von Heliopolis wahrscheinlich ein offizielles Kult-Zentrum in Memphis. 

Restaurierungsinschrift Sethos I. auf Stele Amenophis II.
- Stele heute in Kairo, JdE 86763 - Höhe 2,85m - 
Nach S. Grallert (Bauen-Stiften-Weihen) befindet sich auf der rechten Schmalseite einer Stele Amenophis II, die sich heute im Museum Kairo (JdE 86763) befindet, ein restaurierter Widmungsvermerk von Sethos I. Die Stele wurde sekundär als Deckstein für die Grabkammer des Prinzen Schoschenq D, Hoherpriester des Ptah aus der 22. Dynastie (Sohn von Osorkon II.) in Mit-Rahina verwandt, wo sie im Frühjahr 1942 von A. Badawi gefunden wurde
(siehe A. Badwi inASAE 42 - 1943)

Im oberen Stelenrund - unter der geflügelten Sonnenscheibe mit zwei herabhängenden Uräen, durch zwei Kolumnen getrennt - befindet sich eine antithetische Szene. Der Stelentext beschäftigt sich mit den Kriegszügen König Amenhoteps II. der Jahre 7. und 9. 

Stele Amenophis II.
mit Restaurierungsinschrift von Sethos I.

Auf der Schmalseite der Stele befindet sich eine Restaurationsinschrift König Sethos I.

„Horus, siegreicher Stier, der Ober– und Unterägypten belebt, König von Ober– und Unterägypten (Menmaatre)|, Sohn des Re (Sethos)|, geliebt von Ptah. Restaurierung eines Denkmals, das sich im Tempelbezirk des Amun befindet“.

(Quelle: Peter Beylage, ÄAT 54, Harrassowitz-Verlag 2002, S. 122-123).

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten - 

Mit-Rahina - Kalksteinblöcke und Gesims mit Ecke
- L. 66cm, H. 38cm, D. 37cm - 
Nach Ahmed Mahmoud Moussa (siehe ASAE 68 - 1992, 115-118, pl. 2) wurden in der Nähe von Mit-Rahina zwei Kalkstein-Blöcke gefunden und ein linkes Eckstück eines Gesims.  Die beiden Blöcke tragen Darstellungen, die zu der Feier eines Jubiläumsfestivals gehören.

Das Gesims setzt sich nicht auf der Seite des Blocks fort, stattdessen wurde die Blockvorderseite tiefer über die Kante der vorderen Ecke des Vorbaus zurückgeschnitten und unbehandelt gelassen. Auf der Frontseite des Gesims befinden sich Inschriften mit den  üblichen Namen und Titeln von Sethos I. Der beiden Kalkstein-Blöcke und der Eckblock eines Gesims wurden nahe der kleinen Kapelle entdeckt, welche dem Gott Ptah in seiner Heimatstadt Memphis geweiht war. 

Saqqara:

Votivstele Seti mit Renenwetet/Renenutet
- heute im Rijksmuseum van Oudheden, Leiden (V. 16 - Inventary Nr. AP 61) - 
Fundort: Gebiet von Saqqara; Material: Kalkstein, H. 88cm, B.58cm, D. 11cm; ca. 120kg

Die elegante, fast vollständig erhaltene Stele (nur an oberen Rand der Lünette befindet sich ein leichter Abrieb) zeigt eine Bilddarstellung, darunter vier Zeilen Text. Die Szene in dem Bildteil zeigt rechts den stehenden König Sethos I. Er opfert zwei "nw-Gefäße" (Nun-Gefäße) an die ihm gegenüberstehende kobraköpfige Göttin Renenwetet. Zwischen ihm und der Göttin befindet sich ein Opfertisch, beladen mit einem großen Wasserspendegefäß und einen Blumen-Bouquet aus Lotusblüten.

Sethos I. ist mit einem langen Faltenrock bekleidet, unter dem er einen kurzen Schurz mit Gürtel trägt. Auf dem Kopf trägt er den sog. Khepresh mit zwei Stoffbändern, die über seine Schulter fallen. Der König trägt einen breiten mehrreihigen Halskragen und an den Handgelenken Armreife.

Die schlangenköpfige Göttin Renenwetet/Renenutet ist in ein langes, enganliegendes Gewand gekleidet. Sie trägt eine schwere dreiteilige Perücke, ebenfalls einen breiten mehrreihigen Halskragen, sowie Arm- und Fußbänder. In ihrer linken Hand hält sie ein Anchzeichen und in der rechten das was-Szepter, sowie ein Bündel von Weizenähren. 

Renenwetet/Renenutet wurde im antiken Ägypten als Göttin der Landwirtschaft und Ernte verehrt. Sie galt zudem auch als Geburts- und Schutzgöttin, welche für die Ernährung der Kinder zuständig war. Als Geburtsgöttin bestimmte sie das Schicksal und die Lebenszeit eines jeden Menschen. In den Darstellungen des antiken Ägyptens wird die Göttin mit einem menschlichen Körper und einem Schlangenkopf (Kopra) gezeigt (Quelle: Selket's Ägypten - das alte Ägypten).

Stele Sethos I. mit Renenwetet
- heute im Museum Leiden AP 61 - 

Das Bildfeld der Stele zeigt den König im Opfergestus vor der ihm gegenüber stehenden Göttin Renenwetet ("die an Zauberkraft Große" - eine Göttin mit lebenserhaltende Macht).

Er hält zwei Nun-Gefäße in den Händen. Zwischen ihm und der Göttin befindet sich ein Opfertisch mit einem Wasserspendegefäß und einem Blumen-Bouquet aus Lotusblüten. Unter der Bilddarstellung befindet sich ein dreizeiliger Text mit einer Hymne, ein Selbstlob das den  Königs als den Liebling von verschiedenen Erntegottheiten nennt und als Versorger des landwirtschaftlichen Überflusses.

Die Qualität des Reliefs ist mit denen aus dem Tempel Sethos I. in Abydos vergleichbar. Sie zeigen den König in dem Stil seiner mittleren und späten Regierungsjahre.

Bild: thanks to Hans Ollermann
- all rights reserved -

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Saqqara - Serapeum
Unter der Regierung von Sethos I. fand in der Gruft F im Serapeum von Saqqara eine Apis-Bestattung statt (Apis Nr. VI). Erhalten haben sich aus der Bestattung zwei Kanopendeckel.

Zwei Kanopendeckel aus der Apis-Bestattung Nr. VI.

Bilder: Le Serapeum de Memphis / A. Mariette Paris 1854

Reliefplatte des Amun-wah-su - evtl. aus Saqqara
- eventuell Teil einer Stele? -
Die sich heute im Oriental Institut (Universität Chicago - OIM 10507) befindliche Reliefplatte aus Kalkstein (H. 39,5cm, B. 51,3cm, D. 7cm) stammt evtl. aus Saqqara. Die Reliefplatte (evtl. auch Teil einer Begräbnis-Stele) wurde 1919 von Maurice Nahman in Kairo angekauft und ist im besten Stil der beginnenden 19. Dynastie gearbeitet.

Die Reliefplatte/Stele könnte anachronistisch sein. Zur Zeit der Herstellung des Stücks dürfte König Sethos I. (der in der Beischrift als "Osiris-König" bezeichnet wird) und ebenso die beiden Beamten rechts, bereits verstorben gewesen sein. Die Darstellung bezieht sich auf die beiden rechts stehenden Priester Amunwasu und Tia, die unter König Sethos I. dienten und nicht unter seinem Sohn, der hier hinter seinem Vater steht. Der Name von Ramses II. ist noch nicht in einer Kartusche geschrieben. Die Vermutung einiger Wissenschaftler, dass der zweite Beamte Tia evtl. der Gemahl von Ramses II. seiner Schwester - ebenfalls mit dem Namen Nia - wäre, muss abgelehnt werden, da unser Tia auf der Stele bereits als "gerechtfertigt" (verstorben) bezeichnet wird, noch bevor Ramses II. den Thron Ägyptens bestiegen hat. Somit ist es auch fraglich, ob Amunwasu als Schwiegervater der Schwester Ramses II. überhaupt infrage kommt (wie Habachi vermutet - siehe L. Habachi, RdE 21 1969, 27-47). 

Da Amunwahsu auf dem Relief an erster Stelle vor Tia steht, deutet dies daraufhin, dass diese Stele von ihm für eine Kultkapelle, oder auch seinem Grab in Auftrag gegeben wurde um ihrer Funktion im religiösen Kult der königlichen Familie zu gedenken 
Die Beziehung der beiden Beamten zueinander ist unklar, jedoch wäre es möglich, dass sie Brüder waren (Quelle: Emily Teeter, page 57 - Ancient Egypt: Treasures of the Oriental Institute).

Die Herkunft des Fragments ist unbekannt - evtl. könnte sie auch aus Abydos stammen, da von hier auch andere private Monumente Königs Sethos I. mit seinem Sohn, den Kronprinzen Ramses stammen (siehe Stele des May in Brüssel)

Reliefplatte aus Kalkstein (evtl. Stelenfragment ?) des Amenwahsu und Tia
- heute in Chicago Oriental Institute 10507 /
H. 39,5cm, B. 51,3cm, T. 7cm

Auf der linken Seite der Darstellung steht König Sethos I. (zweiter von links - evtl. auch als Kultstatue ?) hinter ihm der Kronprinz Ramses (späterer König Ramses II.). Sethos I. wird in der Beischrift als "Osiriskönig" beschrieben - während Ramses als "Königssohn von seinem Leib, sein geliebter Ramessu" tituliert wird.

Sethos I. trägt die für ihn typische abgestufte Perücke und einen breiten Halskragen, ein kurzes Hemd und den Spitzschurz mit Schmuckband. Außerdem trägt der König Ober- und Unterarmbänder. In der linken Hand hält er Krummstab und Flagelum, in der rechten eine Keule. Hinter ihm steht Prinz Ramses, der die Prinzenlocke als Haartracht trägt. Er hält in der rechten Hand einen Straußenfächer und in der linken das anch-Zeichen - wohl als Zeichen des "Lebenden". 

Auf der rechten Seite - dem König gegenüber - stehen der Opfertischschreiber Amunwahsu und ein Begleiter, der königliche Schreiber Tia/Tiya, die beide ihre Verehrung für den verstorbenen König Sethos I. und dem Kronprinz Ramses geben. Amunwahsu gießt Wasser über einen Opferständer und weihräuchert. Tiya erhebt seinen rechten Arm im Anbetungsgestus und hält in seiner linken Hand einen Stabblumenstrauß. Beide Beamte sind in sehr feinen Gewändern gekleidet. Zwischen König und den Beamten befindet sich ein Opferständer, beladen mit Brot, Gemüse und anderen Opfergaben. 

Die Inschriften lauten:
über dem König: "Der Osiris, König der beiden Länder (Men-Maat-Re)|, (Sethos)|, der  das Leben wiederholt, Herr der Ehrwürdigkeit".
über dem Prinzen: "Der Königssohn von seinem Leib, geliebt von ihm, Ramses".
Text zu den beiden Beamten: 
der vordere Beamte: "Osiris, Schreiber des Opfertisches des Herrn der beiden Länder, Amun-wah-su, gerechtfertigt, der das Leben wiederholt". 
hinterer Beamter: "Osiris, Schreiber des Königs, Tia, gerechtfertigt".

Bild: thanks to Joan Ann Lansberry, 2010 - all rights reserved
www.joanannlansberry.com fotoart

 

El-Fayum

Grenzstele Sethos I. aus Jahr 2
- Museum Kairo CG 34502/JdE 29197 -

Im Fayum fand man lt. Porter & Moss IV, 104 eine Sandstein-Grenzstele von König Sethos I., die sich heute im Museum Kairo befindet (CG 34502/JdE 29197. Nach K. A. Kitchen (Ramessid. Inschriften, I, 45) ließ Sethos I. in seinem 2. Regierungsjahr eine Grenzstele an der südwestlichen Grenze eines Landgutes errichten, das zu einem heute nicht mehr vorhandenen Tempels für den Gott Sobek in Medinet al-Fayum gehörte. Die Inschrift auf der Stele erwähnt das "Haus des Sobek-Shedety (pr-sbk Sdty). Während der Regierungszeit von Sethos I. taucht der Name "Sobek aus dem Fayum" auch in der Liste der zu verehrenden Gottheiten auf, welche für das Territorium von Memphis im Tempel von Abydos eingraviert sind. 

Die Stele aus dem Fayum ähnelt einer anderen Stele aus dem Jahr 1 Sethos I., die in Kom el-Lufi gefunden wurde und sich heute im Museum Brooklyn (Brooklyn 69.116.1) befindet. 

Die Grenzstele aus dem Fayum wurde nach einer durchgeführten Landvermessung in Auftrag gegeben. Auf der Bilddarstellung im oberen Teil der Stele ist der König zu sehen, der einen Stab und ein Anchzeichen in der Hand hält. Bekleidet ist er mit dem kurzen Königsschurz. Auf dem Kopf trägt er die weiße Krone Oberägyptens. Ebenso wie die Stele aus dem Jahr 1 im Brooklyn-Museum stellt die Figur des Königs eine Kultstatue des vergöttlichten Herrschers da (siehe Bell 1985a in (2). Im Bildfeld der Stele befinden sich die Kartuschen des Königs und zwei KolumnenText. Unterhalb des Bildfeldes sind ebenfalls zwei Zeilen Text erhalten - die restlichen Zeilen sind zerstört. Nach K. Wada (in SAK 36, S. 351) könnte die Stele aus dem Fayum eine der Grenzstelen gewesen sein, die während der frühen Regierungsjahre Sethos I. im gesamten Niltal mit Tempelanlagen in Verbindung gebracht wurden.

Kom el-Lufi / near Minya

Grenzstele Sethos I. aus Kom el Lufi
Das Dorf Kom el Lufi liegt auf der Westseite des Nils, ca. 4,5km südlich von Samalut und 17km nördlich von el Minah / Minya. Hier wurde eine Grenzstele König Sethos I. aus Kalkstein entdeckt, (ca. H. 1,20m x B. 0,42m). Die Stele befindet sich heute im Brooklyn Museum (Charles Edwin Wilbour Fund - Inventary-Nr.: 69.116.1). Diese Stele ist ähnlich aufgebaut wie die aus dem Fayum.

Diese Stele markiert die Grenzen zweier Landstriche. Einst besaß die Stele einen großen, nicht beschrifteten Bereich, etwa 55cm tief unter der untersten Textzeile, welche vor der Übernahme der Stele durch das Brooklyn Museum entfernt wurde (Quelle SAK 10, D. Kessler 1982: Eine neue Stele Sethos I. aus Kom el-Lufi".)

Die Figur im oberen Teil der Stele zeigt den göttlichen Aspekt des Königs. Im Gegensatz zu den Tempelstatuen von Göttern standen diese "heiligen Stelen" auf Feldern, wo sie von den allen Mitgliedern der ägyptischen Gesellschaft angebetet werden konnten. Das "Fächersymbol "hinter der Figur ist ein Schutzsymbol, welches die Darstellung des König schützen soll (Quelle: Brooklyn Museum).

Grenzstele Sethos I.
- aus dem Jahr 1 aus Kom el Lufi -

Die oben gerundete Kalkstein-Stele ist mit einer Darstellung und den Inschriften für Sethos I. (Men-maat-re) dekorierst. Die Vignette zeigt im versunkenen Relief eine Darstellung Sethos I. mit der Blauen Krone auf dem Haupt und bekleidet mit dem Königsschurz. Er hält einen Stab in seiner rechten Hand und ein Anch-Zeichen in der Linken. Hinter dem König füllt eine auf ihn bezogene Symbolik den Raum. Oben ist es der Wedel mit einem sn–Ring als Träger, der in Umdeutung des ursprünglichen Schattenwedels dem König gleichsam "ewigen Schutz“ verheißt (Quelle: SAK 10 / 1983, D. Kessler 2156-216)

Der Haupttext datiert die Stele auf das Jahr 1 des Königs und zeigt eine frühe Variante der horizontal angeordneten Prenomen-Kartusche, in der das "mn-Zeichen" vor der Figur der Maat steht. Diese frühe Variante wurde auch in anderen früheren Monumenten des Königs gefunden (2). 

Bild: mit frdl. Dank Heidi Kontkanen, Finland

 

Hermopolis

Im Hildesheimer Pelizaeus-Museum befindet sich das Fragment eines Türsturzes (Kalkstein, H. 23cm; B. 51cm) us der Zeit Sethos I. Nach G. Roeder (Hermopolis 1929-1939, Hildesheim 1959) ist die Dekoration eingraviert und von oben nach unten angeordnet. Von den Prenomen des Königs haben sich nur zwei Zeichen erhalten.

Die Dekoration ist graviert und vertikal angeordnet. Nur die unteren zwei Glyphen von Setis Pränomen sind erhalten. Keine weiteren Informationen zu dem Denkmal, aus dem der Block stammte, sind in Vorbereitung (2). 

*

In Hermopolis ließ Sethos I. auf einer Sandstein-Stele, von der heute nur noch der untere rechte Teil erhalten ist, ein Schutzdekret anbringen. Der größte Teil des Textfeldes sowie die oberen Szene fehlt. In den Inschriften der Stele wird ein Herold mit Namen "Nedjem" erwähnt, der lt. Aufzeichnungen des Memphitischen Palastes in der frühen Periode von Sethos I. im Amt war (siehe KRI I., 272.5)

Beni Hassan
- Speos Artemidos bei Istal Antar -

Ca. 2,5km südlich von Beni Hassan befinden sich zwei kleinere Felsentempel für die hier verehrte Löwen-Göttin Pakhet/Pachet (die Herrin der Wüste, die inmitten der östlichen Wüste haust" und die den Beinamen "die Reißende oder die Kratzende" trug (eine Verkörperung der Hathor). Die ältesten Dekorationen stammen aus der Regierungszeit von Hatschepsut.  Der größere der beiden Tempel mit dem Namen Speos Artemidos (Grotte der Artemis)  wurde komplett aus dem Felsen gehauen - eventuell anstelle einer älteren Kultstätte aus dem Mittleren Reich - und besitzt zwei Kammern, die durch eine kurze Passage miteinander verbunden sind.

Felsentempel der Löwengöttin Pachet (Speos Artemidos) 

Bild:     Speos Artemidos01.JPG
Autor:  Einsamer Schütze, wikipedia 2006
Lizenz: CC-BY-SA 3.0

 

Eingangsfront des Felsentempel Speos Artemidos in Beni Hassan

Über dem Eingang zum Tempel befindet sich eine Inschrift der Hatschepsut, in der sie über die Lage Ägyptens unter dem Hyksos-Herrschern ca. ein Jahrhundert zuvor und ihre Taten für die Rekonstruktion berichtet. 

Bild:   Mutnedjmet
- alle Rechte vorbehalten -

König Sethos I. ließ die unter Hatschepsut angebrachten Inschriften als seine eigenen usurpierten und auch die Darstellungen für sich selber umarbeiten sowie den bislang undekorierten Durchgang ins Sanktuar und die Türwandung zur hinteren Nische dekorieren und beschriften. Nach Fairman und Grdseloff (JEA 33, 1947, 13 - in P. Brand 2000) gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, dass Tuthmosis III. den Namen der Königin im Speos Artemidos auslöschen ließ (obwohl sein Name zweimal auf den Frontpfeilern auftaucht). Diese Schlussfolgerung wird von P. Brand (Brand 2000, 55-56) angezweifelt, wobei er daraufhinweist, dass eine Darstellung der Königin von Tuthmosis III. zerstört und später wieder unter Sethos I. für seiner Umarbeitung erneuert wurde. Ebenso fanden Fairman und Grdseloff keine Beweise, dass Echnaton den Namen von Amun löschen ließ - während P. Brand zu dem Schluss kam, dass Sethos I. diesen Schaden reparieren ließ, wobei Brand mindestens einen Hinweis darauf fand, dass in der früheren Version ein Arm von Amun noch sichtbar ist. Weiter merkt Brand an, dass Sethos auch das Bild eines Priesters durch den des Gottes Thot ersetzen ließ und kommt zu dem Schluss, dass diese Umarbeitung ein Produkt des zunehmenden Einflusses dieses Gottes in Hermopolis während der Regierungszeit von Sethos I. war. Schließlich führt Brand weiter aus, dass Sethos I. drei Szenen zu den Darstellungen der Krönung Hatschepsut hinzufügen ließ - wobei er (im Gegensatz zu Fairman und Grdseloff) keinen Beweis dafür fand, dass Sethos I. diese Szenen von Hatschepsut usurpiert hatte (Quelle: Speos Artemidos - englische Wikipedia). Des weiteren ist  inzwischen eine sehr sorgfältige und kundige Untersuchung des Speos von den beiden Genfer Ägyptologen Bickel/Czappaz durchgeführt worden

Die Anlage besteht aus einer etwa 15 m breiten Front mit einer quer liegenden Pfeilerhalle (Pronaos), wobei die Fassade des Tempels von 4 Pfeilern getragen wird, die auf den nördlichen Außenseiten für eine Dekoration mit Hathor-Kapitellen vorbereitet waren (siehe Bickel, Chappaz, 1993). Die östlichen und westlichen Seiten dieser Pfeiler tragen Inschriften und die Kartuschen von Thutmosis III. und Sethos I.

Heute haben die Hathorpfeiler keine Fassadenfunktion mehr und sind nicht auf die Kultachse ausgerichtet. Die Kombination zweier Pfeilertypen, nämlich der nach Norden ausgerichteten Hathorpfeiler sowie die nach Süden orientierten Osirispfeiler ist ungewöhnlich. Beide Pfeilertypen verblieben in unfertigem Zustand (Quelle: Edith Bernhauer).

Edith Bernhauer schreibt in ihrem Werk: Hathorsäulen und Hathorpfeiler, Harrassowitz-Verlag 2005 (Seite 55): "Pfeiler 4 Ost trägt seitlich in einem vertikal eingerahmten Schriftband die Titulatur Sethos I., Pfeiler 3 Ost und 2 West seitlich jene von Thutmosis III.; Pfeiler 1 West kann wegen seiner Zerstörung keinen Hinweis mehr geben...." (Zitat Ende).

Torinschrift am Eingang
von innen gesehen linke Seite (PM 12)

- mit Kartuschen von Sethos I. -

Ostseite des 1. (östlichen) Pfeilers (PM 9)
- mit Kartuschen Sethos I. 

Bilder: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

Weitere 4 unfertige Hathorpfeiler, die allerdings nur noch fragmentarisch (nur noch im Boden und an der Decke erkennbar) vorhanden sind tragen die Decke der Vorhalle, von wo aus ein Durchgang in der Rückwand zu dem dahinter liegenden Sanktuar mit einer Kultnische an Rückwand führt.

Von diesen insgesamt  8 Pfeilern stehen noch die 3 linken der 1. Reihe (auf dem Grundriss in "weiß" dargestellt). Alle erhaltenen Pfeiler sind auf der Innenseite (Südseite) nicht bearbeitet. Die Decke der Pfeilerhalle war  mit Reliefs und Inschriften dekoriert, die aber fast nicht mehr zu erkennen sind.

Die Querhalle (Pronaos) im Felsentempel der Pachet (Speos Artemidos)

Blick in die Querhalle mit dem Durchgang zum Sanktuar und den nur noch im Boden und an der Decke zu erkennenden Grundsteinen der rechten Pfeiler.
Bild:    IstablAntarQuterHall.jpg
Autor: Roland Unger (wikipedia 200e)
Lizenz:CC-BY-SA-3.0

Alle Kartuschen in der Proklamation der Hatschepsut wurden von Sethos usurpiert und lauten jetzt "Men-maat-Re" (Thronname von Sethos I. und "Sethi-Merenptah", (Eigenname von Sethos I.)

Grundriss des Speos Artemidos in Beni Hassan
- mit Usurpationen/neue Beschriftung durch Sethos I. -

H/S1 = Hatschepsut/usurpiert von Sethos I.
S 1a+b =  Sethos I., Schrein, Widmungstext an den Türpfosten

- alle Kartuschen der Maat-ka-Ra (Hatschepsut) wurden von Men-maat-Re (Sethos I.) ursupiert -

Nummern nach PM:
3. Thot vor der Götterneunheit
4. Weret-Hekau-Pakhet u. König
    (kniend vor Amun-Re) - Wieder-
   herstellungstext Sethos I.
5. König zwischen Amun-Re und
    Weret-Hekau-Pakhet mit
    Sonnenscheibe auf d. Haupt
6. König vor einer Göttin mit 
    Schlangenszeptern
7. König vor Thot (mit geänderten
    Kartuschen S. 1 hinter dem Gott)
3-7. Weihetext auf der Basis S. 1
        (östliche/linke Seite)
Pfeiler:
8+9+10+11+12+13
Weihetext v. Thutm. 3 + Sethos 1
Eingang zum Sanktuar:
14. Türsturz - Doppelszene S1
       u. Torvermerk Sethos I.
15+16. Türpfosten - Figuren von
             Sethos I. und teilw. Text
17.  19 Zeilen Text Sethos I.
18. Sethos opfert Wein an Gottheit
      - Baubericht an der linken Seite
      des Durchganges ins Innere
      des Speos (15 Kolumnen) mit
      Angabe Jahr 1 von Sethos I. -
 19. S1 opfert Pavian/Wasseruhr
      an Gottheit und erhält Szepter


Plan: nach Porter u. Moss, bearbeitet von Nefershapiland

Sethos I. sagt nicht, "dass er den Tempel als sein Denkmal für die Göttin ansieht", sondern stiftet etwas "Ungenanntes" in den Tempel. In Frage kommt seine Wanddekoration. 

Die Vorhalle (Portikus) ist unter Hatschepsut nur auf der Südwand (Rückwand) dekoriert und beschriftet und wurde später von Sethos I. restauriert und usurpiert. Auf der linken Rückwand der Pfeilerhalle befindet sich nach S. Grallert auf dem unteren Inschriftenband eine Weiheformel - ebenso auf der rechten Rückwand der Pfeilerhalle, auch auf dem unteren Inschriftenband (PM 3 + 7).

Die Rückwand der Pfeilerhalle zeigt auf der linken Seite (siehe im Grundrissplan H/S1 - PM 3+4) Darstellungen mit Thot vor der Götterneunheit sowie eine Szene mit der Überreichung der Khepresch-Krone an Hatschepsut (geändert in Sethos I.), die im "pr-wr" vor dem thronenden Amun kniet. Ihnen gegenüber steht die löwenköpfige Göttin Pakhet-Weret-Hekau mit der Sonnenscheibe auf dem Kopf. Diese Szene ließ Sethos I. für sich ändern und usurpieren und zeigt nun Sethos I., der sich kniend zu Amun wendet (wobei aber noch Spuren der ursprünglichen Darstellung zu erkennen sind - siehe dazu JEA 33, 1947 - Fairman und Grdseloff: Text of Hatschepsut and Sethos I. inside Speos Artemidos pp. 12-33). Die Beischrift rechts hinter dem Gott lautet nun:

"Men-maat-Re, König v. Ober- u. Unterägypten, leiblicher Sohn des Re, Herr der Kronen, Sethi-Merenptah, der das Denkmal seines Vaters restauriert (hat), ewiglich."
(
Quelle: S. Grallert (3) )

 

Linke Wandseite der Pfeilerhalle (PM 3+4)

Die Rückwand der Pfeilerhalle links und rechts vom Durchgang ins Sanktuar zeigt Darstellungen, in den Hatschepsut (usurpiert von Sethos I.) vor die Götter tritt. Auf dem Bild ist die östliche (linke) Seite der Wand zu sehen mit zwei Szenen. 

1. die linke Darstellung zeigt Thot vor der Götterneunheit
2. die Szene rechts davon (neben dem Tordurchgang) zeigt die Überreichung de
    Khepresch-Krone an die Königin Hatschepsut (geändert in Sethos I.),

Bild: mit freundl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

   Die Überreichung der Khepresch-Krone
- Szene links des Durchganges (PM 4) -

Hatschepsut (usurpiert von Sethos I.) die/der im pr-wr (hier eine Kapelle oder Kiosk) vor dem thronenden Amun kniet. Die Göttin Pachet (mit der Sonnenscheibe auf dem Kopf) steht ihnen gegenüber und hält ihre Hand "segnend" über den Kopf der knienden Königin.

Bild: mit freundl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Die Darstellungen auf der rechten Wandseite (rechts vom Durchgang) zeigen Hatschepsut (usurpiert von Sethos I.) vor der inthronisierten Göttin Weret-Hekau-Pakhet (PM 5) und ebenfalls Hatschepsut (usurpiert von Sethos I. ) vor einer Göttin mit Schlangenszeptern (PM 6). Die hintere Darstellung an der rechten Wand der Pfeilerhalle (ebenfalls von Sethos I. usurpiert) zeigt Hatschepsut vor Thot (PM 7). 

Rechte Wandseite der Pfeilerhalle (Rückseite)
- mit den Szenen PM 5 + 6 + 7 - 

Linke Szene:
Hatschepsut (usurpiert von Sethos 1) vor der thronenden Göttin Weret-Hekau-Pachet (PM 5).
Mittlere Szene:
Hatschepsut (usurpiert von Sethos 1) vor einer Göttin mit Schlangenszeptern (PM 6).
Rechte Szene:
Hatschepsut (usurpiert von Sethos 1) vor Thot (PM 7)

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

Der Baubericht in den Inschriften (PM 18) ist in das 1. Regierungsjahr Sethos I. datiert. Der Herrschaftsantritt des neuen Königs wird als der Beginn einer neuen Ära gefeiert. Er erneuerte den Tempel „von Neuem“, diese Formulierung dürfte ein schwacher Hinweis auf die Ausschachtung (oder auch nur Dekorierung) des Sanktuars unter Sethos I. sein. Die Szenen der Rückwand wurden nachträglich alle von Sethos I. überarbeitet (3).

Über der Passage zum Sanktuar (PM 14) befinden sich zwei Laufszenen von der inthronisierten Göttin Pakhet auf dem Türsturz - auf der östlichen Seite ist es ein Ruderlauf und auf der westlichen Seite ein Vasenlauf. Auf beiden Türpfosten ist Sethos I. dargestellt (PM 15+16).

Türsturz mit Laufszenen und Kartuschen Sethos I. über Durchgang in die Passage zum Sanktuar
- zwei Laufszenen vor der inthronisierten Göttin Pachet 
links: ein Ruderlauf und rechts ein Vasenlauf

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

Tor zur Sanktuar-Passage

Der Eingang zur kurzen Passage, die in das Sanktuar führt, wird beiderseits auf den Türpfosten (links u.rechts ) von einem Torvermerk markiert. Die Inschrift lautet: "Großes Tor namens (Men-maat-re)|, der die Herren von Seret zufriedenstellte". (3).  

Die Darstellungen auf beiden Türpfosten zeigen jeweils Sethos I. 

Bild:    Speos Artemidos
Autor: Kurohito Wikipedia 2010
Lizenz:CC-BY-SA-3.0

Auf beiden Wandseiten im Durchgange (PM 18+19) ist der König dargestellt und zeigt ihn auf der linken Seite beim Weinopfer vor der Göttin Pachet (PM 18) und auf der rechten Seite (PM 19) beim Opfern einer Klepshydra (Wasseruhr).. Die Göttin überreicht ihm dafür ein Szepter. Es finden sich im Durchgang zum Sanktuar auf der linken Seite  (PM 17) 19 Spalten mit Inschriften von Sethos I. An der Decke der Passage wurden Geier dargestellt. (Quelle: Wikivoyage - Istabl Antar)

Sethos opfert Wein vor der Göttin Pachet u. links davon 19zeiliger Text Sethos I. (PM 18 + 17)
- Durchgang zum Sanktuar, linke Wandseite -

Sethos I. opfert eine Wasseruhr an Pachet (PM 19)
- Durchgang zum Sanktuar, rechte Seite - 

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten

 

Die Decke des Durchganges zum Sanktuar ist mit Geierdarstellungen dekoriert.

Bild mit frdl. Dank Saamunra

- alle Rechte vorbehalten -

Es scheint also, dass während der Zeit von Hatschepsut das Sanktuar nicht mehr dekoriert worden ist. Nach P. Brand (the monuments of Seti I.: - 2000) war es offenbar Sethos I., welcher die schmale Passage, die in das Allerheiligste (das Sanktuar) führt und die Türwandung zur Statuennische später mit seinen eigenen Darstellungen und Inschriften ausschmücken lassen hat. 

Statuennische in der hinteren Felswand des Sanktuars

Oben auf der Stirnwand (Südwand) des Sanktuars (S1a+b / PM20-21) befindet sich eine Statuennische, die von einer Hohlkehle bekrönt wird. An den Türpfosten befinden sich ein Weihetext von Sethos I. und auf dem linken Schreinpfosten eine Darstellung der Göttin Pachet.

Bild:    Sanktuar, Felsentempel der Hatschepsut
Autor: Roland Unger, Wikipedia 2004
Lizenz:CC-BY-SA-3.0

 

Girga / Tjeni

In Girga, dem altägyptichen Tjeni (griech. Thinis) im 8. oberägyptischen Gau (Thinites) gelegenen Ort wurde lt. Porter & Moss V,  39 im 19. Jahrhundert (von einer französischen Mission unter U. Bouriant) ein schmaler "Block" (nach Bouriant evtl. eine "Bau-Krampe" / building cramp) aus grauem Granit gefunden, der mit den Kartuschen von Sethos I. beschriftet war. Des weiteren wurden keinerlei Spuren einer Bautätigkeit von Sethos I. in Girga gefunden (2).

Abydos

zum Totentempel Sethos I. siehe -

     Abydos/Totentempel Sethos I (noch Baustelle)

In Umm el-Qaab fanden sich viele Dutzende Aufschriften auf Weinamphoren, welche den Tempel oder den Namen Sethos I. nennen.

Des weiteren befindet sich im Britischen Museum (Inventary-Nr. 609) seit 1902 ein Reliefblock aus Kalkstein (H. 0,49 cm; B. 0,64 cm). Gefunden wurde dieser Block in Abydos 1902 durch den Egypt Exploration Fund.
Nur noch ein Fragment der Original-Szene ist erhalten und dieses ist an den Ecken beschädigt sowie an einigen Stellen auf der Oberfläche stark gesprungen.

Bei dem Reliefblock handelt sich um den oberen Abschluss einer Wand. Ganz oben befindet sich der sog. Cheker–Fries, darunter verläuft wohl die Himmelshieroglyphe. Unter dieser schwebt die Göttin Nechbet als Geier mit ausgebreiteten Flügeln, den sen–Ríng in den Fängen haltend über dem König, von dessen Atef-Krone nur noch ein Teil an der Unterseite erhalten ist, ebenso die Teil der Doppelkrone von Ober- und Unterägypten, welche der heute nicht mehr vorhandenen Figur der Göttin Hornedjtef gehörte.

der die atef–Krone trägt. Die Beischrift dazu lautet: "Der Vollkommene Gott, der Herr der Beiden Länder ([men]–Maat–Re)| ……………. Gegeben Leben und Herrschaft, wie Re “.

Auf der rechten Seite steht der Gott Hornedjtef - dem König gegenüber. Hinter ihm befindet sich - gerade noch erkennbar - die Standarte des Gottes Wepwawet (Upuaut).

Umzeichnung eines Blocks 
von einem Tempelrelief aus Abydos
- Brit. Museum EA 609 - 
- zur Zeit nicht ausgestellt -

Kalkstein-Relief aus der Zeit Sethos I. Dieses fein gearbeitete Stück im erhabenen Relief besitzt eine Cheker-Fries Dekoration an der Spitze und darunter die Überreste einer Szene sowie mehrere Zeilen Text. Die Schutzfigur der Geiergöttin Nechbet ist fast vollständig erhalten. 

Von der Inschrift sind nur noch Teile zu erkennen. In der Mitte die Kartusche des Königs (Men-maat-Re).

Bild: Trustees of the British Museum -
 CC-BY-NC-SA-4.0

*

Türsturz Sethos I. aus rotem Granit
- H. 72 cm, B. 154 cm - PM V, 59; PM VI, 27 - heute im Museum Kaio JdE 32901 -
Des weiteren fand man
am Westtor des Osiristempels einen Türsturz aus Granit, der zu einem Tor von Sethos I. gehörte. Der König ist darauf vor Osiris dargestellt. Die genaue Herkunft des in versenktem Relief mit parallelen Vignetten von Seti I. dekorierten Türsturzes ist nicht bekannt. 

Es ist in versenktem Relief mit parallelen Vignetten von Seti I. opfernd vor Osiris dekoriert. In ihren Details sind die beiden Szenen identisch, mit nur geringen Abweichungen im Text. Der König kniet vor dem Gott und opfert ihm Nemes-Vasen. Sethos I. trägt den kurzen Königsschurz und den Nemes-Kopf-Schmuck, sowie den Königsbart. Über ihm schwebt jeweils die Geiergöttin Nechbet. Der Gott sitzt in der antithetischen Szene auf dem Thron und hält das Was-Szepter, einen Wedel und das Heka-Szepter in den Händen, sowie die Atef-Krone auf dem Kopf. Zwischen Osiris und dem König befindet sich jeweils ein Opferständer mit Lotusblumen. In der Mitte der Szene schwebt die geflügelte Sonnenscheibe mit herabhängendem Uräus mit der Inschrift des Horus von Edfu.

Nach Karol Mysliwiec entstand dieses Objekt sehr spät während der Regierung von Sethos I. - evtl. aus der Zeit der angeblichen Mitregentschaft von Ramses II. und kann dabei mit dem Stil der Gesichtszüge auf der 400-Jahr-Stele verglichen werden (einschließlich der Lünettenverkleidung) (siehe Mysliwiec, Le portrait royal, 103).

Koptos

Nach Porter  Moss V, 131 fand M. F. Petrie (siehe Petrie, Koptos 1896, 15) im Tempel von Koptos die Basis einer Sphinx-Figur aus Stein, welche er allerdings nie publizierte oder fotografierte. Über ihren Verbleib gibt es heute keine Aufzeichnungen mehr. Weitere Objekte wurden in Koptos nicht gefunden.

Nagada

Im Metropolitan-Museum befindet sich ein Opfertisch von Sethos I. für die Götter Seth und Nephthys aus schwarzem Granit (L. 105cm, B. 53,3cm, Durchmesser 15,8cm - Rogers Fund 1922 - Inventory-Nr. 22.2.22), der wohl original im Tempel von Naqada stand. Auf der Vorderseite der Tischplatte befinden sich zwei Miniatur-Opferdarstellungen (3).

Peter Brand (Monumente of Seti I.) schreibt über diesen Opfertisch:

Zitat: (Seite 189)
"The layout of the decoration is identical to that of the Ny-Carlsberg table dedicted to Horus, the table top being decorated with two pairs each of conical and round bread loaves and a pair of jars. On the front side, two miniature offering scenes flank the concave depression. On the right, Seti kneels with his legs splayed out and his arms upraised in adoration of Seth, who sits enthroned on a plinth. The act of the king is labeled "adoring the god four times. Seth's figure has geen hacked out in antiquity, but its outline, as well as many internal details, caneasily be made out".

übersetzt in Deutsch: (von Nefershapiland):
"Das Layout der Dekoration ist identisch mit dem des Horus geweihten Ny-Carlsberg-Tisches, dessen Platte mit jeweils zwei Paaren konischer und runder Brotlaibe sowie zwei Gläsern verziert ist. Auf der Vorderseite befinden sich zwei Miniatur-Szenen, welche eine konkave Vertiefung flankieren. Auf der rechten Seite kniet Seti mit ausgestreckten Beinen und erhobenen Armen bei der Verehrung von Seth, der auf einem Sockel thront. Die Handlung des Königs wird nut "viermal den Gott verehren" beschrieben. Die Figur des Seth wurde in der Antike ausgeschlagen, aber ihre Umrisse sowie viele weitere Details sind noch erkennbar". 

Die Darstellung auf der linken Seite zeigt den König in der gleichen Position vor der Göttin Nepthys und hält zwei Krüge in seinen Händen (einen Nemset-Krug und ein Weihrauchgefäß.

Front- und Rückseite eines Opfertisches aus schwarzem Granit - Naqada

 

Bild: Courtesy Metropolitan Museum of Art, New York (Rogers Fund 1922 / 22.2.22)

Nach Peter Brand (2), der sich hier auf William C. Hayes (The Scepter of Egypt: The Hyksos Pweriod and the New Kingdom 1959) bezieht, scheint es sich hier um ein Objekt aus dem antiken Nagada zu handeln. Zwar ist auf dem Opfertisch keine Angabe über seine Herkunft zu finden, doch scheint das Epithet des Seth (der "Ombite" Herr des Südlandes) auf den Ort Ombos hinzudeuten, welcher lt. Hayes mit dem antiken Nubt identisch ist, das sich wahrscheinlich in der Region von Nagada, 26 km nördlich von Luxor befand (siehe Brand: Monuments of Seti I., p. 213).

Der Raum Theben:

  Theben - Extra-Seite (noch Baustelle)

  Totentempel von Gurnah / Dra Abu el-Naga

Statue Sethos I. (beschützt von Amun) - heute im Louvre (A 130)
Nach PM II², 533 und H. Sourouzian (MDAIK 49 - 1993,  247) stammt die Statuengruppe Louvre A 13 (H. 69cm) - Bild siehe - hier - evtl. aus dem Totentempel Sethos I. in Gurnah. Die Plastik aus schwarzem Granit zeigt Sethos kniend vor dem thronenden Gott Amun-Re. Die Figur des Königs ist bis auf seinen Kopf erhalten - während von der Götterfigur nur noch die Füße zu sehen sind. Die beiden Figuren befinden sich auf einer niedrigen Basis. Die Königsstatue kann für Sethos I. zugewiesen werden, da seine zwei Kartuschen sich zu beiden Seiten seiner Knie an der oberen Seite des Sockels befinden, das ansonsten unbeschriftet geblieben ist.

Stele unbekannter Herkunft im Raum Theben:
Im Britischen Museum in London (EA 1665) befindet sich der untere rechte Teil einer Sandstein-Stele König Sethos I. aus einer nicht bekannten thebanischen Provenienz, die neun Textzeilen aufweist. Leider fehlt der obere linke Teil des Haupttextes, der ursprünglich das Datum und die Jahreszeit enthielt. Ein unidentifizierbarer Teil des Bildfeldes in versenktem Relief befindet sich an der Spitze des Fragments und darunter sind neun horizontale Textzeilen zu sehen, welche eine kurze Lobrede auf den König enthält und eine Aussage über die überlegene Führerschaft seiner Streitwagen enthält. In den unteren Zeilen des Dekrets wird von der Erneuerung eines religiösen Festes in Theben berichtet.

Sandstein-Stele Sethos I.
- Zur Zeit nicht ausgestellt - Britisches Museum EA1665 -
Höhe: 0,67m - Breite 55,5m - erworben: 1930

Das 1930 vom Antikenhändler Denis P. Kylicas erworbene Stück ist am linken Rand an einigen Stellen abgenutzt und narbig - auch in der unteren rechten Ecke fehlt etwas. Die unebene Unterkante wurde in der Neuzeit restauriert. In der Inschrift ganz unten steht der Geburtsname von Sethos I. (Sety-Merenptah) mit den üblichen Schutzformeln.

Bild: Courtesy  Trustees of the British Museum -
 CC-BY-NC-SA-4.0

 

Luxortempel:

Sethos I. ließ in den ersten Jahren seiner Regierungszeit im Luxortempel umfassende Renovierungsarbeiten vornehmen. Er vollendete in der Kolonnadenhalle Reliefs, die während der Zeit Tutanchamuns und der seiner Nachfolger unvollendet geblieben waren. Des weiteren nahm Sethos I. auch viele Änderungen an Darstellungen vor, die von Tutanchamun im Sonnenhof und der angrenzenden Hypostylhalle restauriert wurden, wobei es sich in den meisten Fällen um kleine Änderungen der göttlichen Figuren handelte. Des weiteren wurden einige Abbilder von Amun-Re leicht vergrößert. 

Sethos I. veränderte auch Darstellungen der Götter im Sonnenhof und fügte einige Erneuerungstexte zu den Szenen auf dem unteren Teil der Wände hinzu. Ob er allerdings auch Reparaturen auf den Wänden des südlich vom Sonnenhof gelegenen Hypostyl ausführen ließ, ist nicht nachweisbar.

Im Luxortempel befinden sich zwei große Granitstelen von Thutmosis IV. die Restaurierungsvermerke von Sethos I. tragen. Dieses sind eine große schwarze Granitstele Thutmosis IV. aus dem Jahr 1 (H. 1,60m; B. 1,10m). Nach S. Grallert (3) lauten die Restaurierungsinschriften von Sethos I.: "Erneuerung des Denkmals, das der KN gemacht hat “ (KN=Königsname). 

Zu den Überarbeitungen dieser Stele schreibt Peter Brand in seinem Werk: The monuments of Seti I. (2):

"This stela was recently found in front of the Ramesside pylon. Its entire surface was shaved down by Seti I. leaving a raised lip around its outer edges. As Hegazy and Bryn have noted, its figures and text wre recut following the lines of the original. The paleography of signs in the restoration text is the same as in the rest of the text, while no damage to Amen's name remains (Zitat Ende).

(S. Hegazx and B. Bryan: " A new Stela of Thutmosis IV. from Luxor Tempel", VA2, 94, pl I.)

Sethos I. ließ lt. Porter  Moss (II², 538) auch Renovierungen auf der zweiten Stele von Thutmosis IV. (mit seiner Mutter und seiner Frau) vornehmen (schwarzer Granit: H. 70cm, Breite 110cm). Von dieser Stele ist nur noch der obere Teil erhalten, einschließlich fast der ganzen Szene in der Lünette. Vom Haupttext blieb nichts erhalten. Die Restaurierungsformel in der Mitte der Szene wird von zwei Figuren des Amun flankiert. Es sieht so aus, als ob die komplette Lünette der Stele unterhalb der geflügelten Sonnenscheibe oben überarbeitet wurde. Der Renovierungstext Sethos I. ist identisch mit dem der anderen Stele Thutmosis IV. (Quelle: siehe Bryan: "The Reign of Thutmosis IV.") (2). 

*

Die Große Kolonnaden-Halle im Luxortempel wurde erst spät in der Regierungszeit von Amenophis III. errichtet und einige Szenen an der Außen- und Innenseite der Großen Kolonnade scheinen unter Amenophis III. nicht mehr fertig geworden zu sein (evtl. nur vorgezeichnet?). Haremhab begnügte sich damit, nur die Kartuschen von Tutanchamun und Eje zu usurpieren. Erst unter Sethos I. scheinen die Dekorationen am südlichen Teil der Großen Kolonnade in Relief gearbeitet worden zu sein, was durch das Vorhandensein der nicht-überarbeiteten Kartuschen von Sethos I. in den Inschriften dieser Szenen zu bestätigen scheinen. Sethos I. ließ auch einige Änderungen in den Darstellungen vornehmen (2). 

Unter Sethos I. wurden auch Änderungen an den Barkendarstellungen auf der großen Kolonnade (Ostwand, nördliches Ende, PM II², 317), wobei der Rumpf am Bug und das Heck verdickt wurden (Quelle: siehe Epigraphic Survey, The Festival Procession of Opet in the Colonnade Hall). Ein Restaurierungsvermerk Sethos I. befindet sich auf der Barke des Amun-Re, die auf einem Sockel vor Opfergaben ruht und von einer Statue Amenophis III., gefolgt von seinem Ka, begleitet wird. Die Dekoration auf dem Vordach enthält Haremhabs Titulatur in einem Rebus-Muster angeordnet. Peter Brand (2) schreibt dazu:

" This scene portrays the barque of Amen-Re resting on a socle in front of an array of offerings and accompanied by a statue of Amenhotep III. and his Ka. The decoration onthe canopy contains Horemheb's nomen arranged in a rebus pattern. According Johnson this scene was later modified by Seti I. His alterations were focused on enlarging the hull of the barque, and on the proportions of its aegises (Johnson by personal communication). (Zitat Ende)

*

Des weiteren fanden unter Sethos I. Restaurierungsarbeiten im Luxortempel statt, die sich über den gesamten Tempel verteilen. Er lässt z.B.  beide Seiteneingänge der hypostylen Halle auf den Innenseiten mit Restaurierungsvermerken beschreiben, die in der Art von Torvermerken auf den beiden Türpfosten angebracht sind.

Theben-West
Totentempel Merenptah

Im Totentempel von Merenptah (Theben-West) wurde die sog. "Israel-Stele" aus seinem 5. Regierungsjahr gefunden. Sie befindet sich heute im Ägyptischen Museum Kairo JdE 31408 = CG 34025) - während im Totentempel des Merenptah heute eine Replik steht.

Die Vorderseite der unter Amenophis III. beschrifteten großen Stele (Höhe 3,18m; Breite 1,63m; Durchmesser 0,31m) aus dunkelgrauem Granit/Diorit berichtet in einem 31 Zeilen langen Text über seine Bautätigkeit in Soleb, Luxor und Karnak für den Gott Amun-Re und preist die Pracht seines Totentempels, in dem die Stele ursprünglich aufgestellt war. Während der Amarnazeit wurde der Text fast vollständig getilgt und später von Sethos I. als „Denkmal für seinen Vater Amun“ restauriert. Der Restaurationsvermerk in der Mitte zwischen den beiden Götterfiguren des Amun–Re zeugt davon.  

Merenptah ließ diese Stele später wohl  von ihrem originalen Standort im Säulenhof des Totentempels Amenophis III. zu seinen eigenen Totentempel bringen um sie dort mit einer neuen Beschriftung auf der Rückseite über den Sieg des Königs über die Libyer und im Gebiet von Syrien-Palästina aufstellen zu lassen. Dieser Text enthält die einzigste Erwähnung des Namens "Israel" in den ägyptischen Inschriften.

Die Stele  wurde im 1. Hof des Totentempels König Merenptah durch Petrie 1896 entdeckt. Ursprünglich stand sie vermutlich an der Südwand des 1. Hofes - gefunden wurde sie aber in der Südwestecke des Tempelhofes.

Replika der Merenptah/Amenophis III. Stele
- mitten zwischen beiden Götterfiguren befindet sich die Sethos-Inschrift - 

Ein schweizerisches Team - unter der Leitung von Horst Jariotz - ließ diese Nachbildung der Merenptah/Amenophis III. Stele an deren originalen Fundstelle im rekonstruierten Totentempel Merenptahs aufstellen.

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
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Theben-West
Totentempel Thutmosis III.

Nach Porter & Moss II², 428 ließ Sethos I. die rechte Hälfte des Bildfeldes einer königlichen Stele Thutmosis III. (heute im Museum Kairo CG 34015) restaurieren, die aus seinem Totentempel stammt. Es scheint dass diese Stele auf jeden Fall nur noch sehr fragmentarisch vorhanden ist (2). 

Es handelt sich um einen beschädigten Erneuerungsvermerk, welcher trotz des fehlenden Königsnamens sicher für Sethos I. datiert werden kann (siehe Lacau, Steles, 31). Der Restaurierungsvermerk auf der Stele befindet sich (nach S. Grallert) in dem Bildfeld, zwischen den Rücken an Rücken stehenden Götterdarstellungen - als Textkolumne platziert. Der Text lautet lt. Grallert (Bauen-Stiften-Weihen): S1/Rv 050: "Erneuerung des Denkmals, das der (KN) für seinen Vater Amun gemacht hat". (KN= Königsname.

Theben-West
Totentempel Amenophis III. (Kom el-Hettan)

Sethos I. ließ hier Restaurierungsarbeiten durchführen. Auf zwei Stelen König Amenophis III. (Stele Kairo 34025 und Stele Kairo 34026) finden sich lt. Grallert (Bauen-Stiften-Weihen, S1/Rv 033 und S1/RV 034) Restaurierungsvermerke.

Medinet Habu / kleiner Tempel

Sethos I. ließ umfangreiche Restaurierungsarbeiten am kleinen Tempel von Medinet Habu durchführen. Nach S. Grallert (3) befinden sich Restaurierungsvermerke am linken und rechten Türpfosten des Peripteros sowie an der rechten Innenseite des Barkensanktuars.

Ramesseum - Vorgängerbau

Nach U. Hölscher (Excavations of Medinet Habu 3, The Mortuary Temple of Rameses III. pt. 1 - Chicaago 1941, 75-77) und PM II², 442 scheint Sethos I. in Theben-West, nördlich vom Ramesseum einen Vorgängerbau errichtet zu haben, den sein Sohn und Nachfolger Ramses II. an seinen eigenen Gedächtnistempel, das Ramesseum, anschloss. Dieser Vorgängerbau ist nur aus dem Gründungsplan und den Gründungsdepots, welche die Kartuschen Sethos I. tragen, bekannt. Der ursprüngliche Empfänger des Kultes ist nicht bekannt, aber soll vermutlich für Amenophis I. und seiner Mutter Ahmose-Nefertari geweiht worden sein (siehe Rainer Stadelmann, Ramesseum, in Wolfgang Helck: Lexikon der Pharaonen [LÄ], Bd. V. Harrassowitz 1984, Sp. 91-92). Nach Richard H. Wilkinson (die Welt der Tempel im Alten Ägypten, Wissenschaftl. Buchhgesellschaft 2000, S. 186) scheint er in seiner endgültigen Form aber für die Mutter von Ramses II. und Ehefrau von Sethos I. als Gedächtnistempel gedient zu haben (3).

Die Zuweisung und Funktion des im Norden an den Tempel Ramses II. anschließenden kleinen Tempels ist aber umstritten (siehe Millionenjahrhaus/Stefanie Schröder, S. 386, Harrassowitz-Verlag 2010. 

Seit 2010 befindet sich in den Wirtschaftsräumen des Ramesseums ein Open-Air-Museum, wo vorwiegend Funde aus dem direkten Umfeld des Haupttempels ausgestellt werden, wie auch vom Fundament des Gedächtnistempels für Tuya. Dort befindet sich auch das Fragment eines linken Torpfostens mit den Kartuschen von Sethos I., die dieser über eine zerstörte Kartusche gesetzt hatte.

Fragment eines linken Torpfostens
mit usurpierter Kartusche von Sethos I. (Men-maat-Re) -

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Deir el Bahari

Nach Schneider (Lexikon der Pharaonen) lässt Sethos I. im Tempel der Hatschepsut in Deir el Bahari Instandsetzungsarbeiten durchführen.

Deir el–Medine

In Deir el-Medineh ließ Sethos I. ca. 50 m südwestlich vom sog. "Grand Puits" (Großer Schacht) eine kleine Hathorkapelle errichten, (siehe Rosemarie u. Dietrich Klemm ÄAT, Bd. 76: Texte-Theben-Tonfragmente/Festschrift für Gunter Burkhard, Harrassowitz-Verlag 2009, S. 271). Der "Große Schacht" liegt ca. 130 m nordöstlich der Arbeitersiedlung Deir el-Medine, die ihren Höhepunkt in der 19. und 20. Dynastie hatte. 

Blick auf den "Großen Puits" in Theben West
-rechts in der oberen Mitte (halb im Schatten) der Hathor-Tempel Sethos I. - 
- links neben dem Tempel Sethos I. der Tempel Amenophis I. -

Bild mit frdl. Dank Saamunra
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Im weiteren Umlauf des "Grand Puits" befinden sich mehrere Tempel. Nördlich des Ptolemäischen Tempels für die Göttin Hathor (siehe Plan) ließ Sethos I. - direkt östlich neben der imposanten Umfassungsmauer - einen Hathor-Tempel für die Arbeiter im Dorf am Set Maat/Platz der Wahrheit, (heute: Deir el Medina) errichten. Er war deutlich großer als der frühere Tempel von Amenophis I. (7).

Der Bau aus der Zeit Sethos I. war komplett (bis auf wenige Teile) aus Ziegeln errichtet und erhob sich in Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten stufenförmig auf drei hohen Terrassen. Auf der linken Seite der Kapelle sind einige schöne Reliefblöcke erhalten geblieben, welche die Göttin Hathor darstellen. 

Zum offenen Vorhof gelangte man über eine steile Treppenanlage, in dessen Pflaster drei Reinigungsbecken eingegraben waren. Hier fanden sich auch zahlreiche Votivgaben, welche hier einst aufgestellt waren. Über eine Treppe

Von dem kleinen Tempel ist nur noch der Grundriss erhalten geblieben, da er in der Spätzeit von König Hakoris zerstört wurde (Quelle: R. H. Wilkinson, die Welt der Tempel im Alten Ägypten, 2005, S. 186), wurde aber teilweise sehr schön restauriert, um seine ursprüngliche Anordnung zu zeigen.

Deir el Medina
Übersichtsplan der Tempelbauten nördlich des Arbeiterdorfes

Plan: modifiziert von Nefershapiland (nach 7).

 

Der Hathortempel Sethos I. in Deir el Medina
- direkt östlich neben der Umfassungsmauer -

Der heute in seinen Grundmauern gut restaurierte Hathortempel Sethos I. erhob sich, angepasst an das örtliche Gelände, stufenförmig auf drei hohe Terrassen.

Zum offenen Vorhof gelangte man über eine steile Treppenanlage, in dessen Pflaster drei Reinigungsbecken eingegraben waren. Es fanden sich auch zahlreiche Votivgaben, welche hier einst aufgestellt waren. Eine weitere Treppe führte in einen Zweisäulensaal. 

An einer der Seitenwände ist aus Lehmziegeln eine Bank aufgemauert, die als Sitzfläche für sieben Priester diente, die hier anscheinend ihren Versammlungsort hatten. Ein Durchgang führte in eine Art Küche mit einem Herd zur Zubereitung der Opferspeisen.

Auf höherem Niveau folgte ein zweiter Zweisäulensaal, der eine sehr ungewöhnliche Form aufweist und die eher an eine Art Bühnendekoration erinnert, als an eine traditionelle Bauform. Anstelle der Rückwand erhebt sich eine hohe, nach vorn offene Terrasse, die über eine weitere, steile Treppe zu erreichen war. Inmitten der offenen Terrasse befanden sich einst zwei Säulen.

Diese beiden Säulen trugen zusammen mit zwei weiteren, tiefer stehenden Quertonnen, die Decke mit welcher die offene Terrasse überdeckt war. In ihrer Rückwand weist die Terrasse drei Eingänge auf, über die man zu nebeneinander liegenden Sanktuare gelangt. Die Säulen bestanden aus mit Gips überzogenem Holz. Die Wände waren alle weiß verputzt und bunt bemalt.

(Text nach Dieter Arnold, die Tempel Ägyptens, Artemis-Winkler-Verlag 1992)

Bild: Hathor-Kapelle Sethos I
User: Roland Unger - wikipedia 2011
Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Sethos I. stiftete dem Hathortempel drei großes Auffangbecken für Libationen, wovon sich ein Fragment heute im Museum Kairo befindet (JdE 72010) und auf dessen Knickrand sich eine Weiheformel zeigt (PM I. 2², 746 und KRI I, 225, §9 5a, III.). Nach S. Grallert lautet die Weiheformel auf dem Steingefäß: "(Werk des) [Königsname], das er gemacht hat als sein Denkmal für seine Mutter [Hathor], [....] aus Kalkstein [....] ".  (Quelle: Grallert, Stiften-Bauen-Weihen - S1/Wf 149)

El-Dababiya / Steinbrüche

Östlich der heutigen Bahnlinie und des Dorfes bei El–Dababiya (Ostufer des Nils / ca. 35 km südlich von Luxor) wurden in Neuen Reich zwei relativ kleine Hallensteinbrüche zur Gewinnung von Kalkstein angelegt. An der nördlichen Steinbruchhalle befand sich ursprünglich die Stele des Vorstehers der Arbeit und Schreiber der die Monumente für den Herrn der Beiden Länder beaufsichtigte, mit Namen @wy (Huy), die heute vollständig verschwunden ist. Er ließ auf dieser Stele notieren, dass er von Sethos I. damit beauftragt war, von hier aus das Gestein für den Totentempel Sethos I. in Qurna abbauen zu lassen (siehe dazu: SAGA 21 sowie Steine und Steinbrüche im Alten Ägypten, Rosemarie u. Dietrich Klemm, S. 185). Die Inschrift des Huy berichtet uns, dass der Kalksteins für die Tempelfundamente im Tempel von Sethos I. in Theben verwendet wurde.

Huy war vom König Sethos I. beauftragt, einen geeigneten Ort zu finden, um Kalkstein für den königlichen Totentempel in Qurna zu brechen. Leider ist die Datumsangabe in Zeile 1. zerstört. Wie viele Personen an dem Unternehmen teilnahmen, ist nicht bekannt, doch aufgrund der nur geringen Große des Steinbruchs kann die Zahl nicht sehr groß gewesen sein. Welche Rolle der in der Inschrift erwähnte Schatzmeister +Hwtj–msw hierbei spielte, ist nicht ganz klar, da die hierbei erwähnte Ausgabe von Silber und Gold kaum etwas mit der eigentlichen Expedition zu tun haben kann. Der Text ist eine Mischung aus Biographie, Expeditionsbericht und einem Wunsch für die Arbeiter. Gerade dieser Wunsch für das Wohlergehen der Arbeiter erinnert sehr an die Inschrift König Ramses II. aus Heliopolis.                 

Medamud

In den Fundamenten des Month-Tempels von Medamud wurde die rechte Hälfte eines Türsturzes aus rosa Granit (H. 43cm, B. 70cm) gefunden. Eine Restaurationsformel auf diesem Türsturz lautet: "[Men]-Maat-Re für seinen Vater Month" (2). 

Peter Brand schreibt dazu in:
The Monuments of Seti I.  (2):

"This fragment preserves Monthu's throne and a king's left foot on the right half of a lintel, as well as part of the central band of text and the back cushion of the god's throne on the right. It was found in the foundations of the Monthu temple between two doorjambs of a gateway of Amenhotep II. This and the phrase "for his father Mon[thu] suggests that it constitutes evidence of Seti I's restoration of the earlier king's gateway." (Zitat Ende)

Übersetzung:
Auf diesem Fragment hat sich der Thron von Month und der linke Fuß des Königs auf der rechten Seite eines Türsturzes erhalten, sowie ein Teil des zentralen Textbandes und die Rückenlehne des Götterthrones. Es wurde in den Fundamenten des Month-Tempels zwischen den beiden Türschwellen eines Tores von Amenophis II. gefunden. Dieses und die Phrase: "...für seinen Vater Mon[thu]" deutet daraufhin, dass es sich um einen Beleg für Sethos I. Restauration eines früheren Königstores handelt. 
(Übersetzung von Nefershapiland)

 

Wadi Hammamat

Das Wadi Hammamat ist ein trockenes Flussbett in der Ostwüste in Ägypten (in der Nähe von Theben). Es war eine wichtige Bergbau-Region und Handelsroute östlich vom Niltal in der Antike. Die "Route von Hammamat" führte von Quift (Koptos) nördlich von Luxor nach Al-Qusay an der Küste des Roten Meeres. Das Wadi Hammamat liegt auf der kürzesten Route zwischen Nil und Rotem Meer. Die meisten gefundenen Inschriften sind hieroglyphisch und wurden auf den glatten Felsen nahe den Hauptseinbrüchen gemeißelt. Sie sind häufig Min - dem Gott von Koptos und der Wüste - oder der göttlichen Triade von Koptos (Isis, Horus und Harpokrates) gewidmet. Im Neuen Reich wurde verstärkt der Gott Amun-Re angebetet. Manchmal finden sich auch Details über die Expeditionen, wie z.B. die Anzahl der teilnehmenden Personen oder das Hauptziel der Expedition. Die Felszeichnungen und Graffiti machen das Wadi Hammamat heute zu einem wichtigen wissenschaftlichen und touristischen Ort.

Qift, das alte Koptos, war der Anfang der Route, 
die übers Wadi Hammamat nach Quseir an die Küste des Roten Meeres führte

Bild:    Egypt ancient detail wadi Hammamat.prig
Autor:  Jeff Dahl - Wikipedia
Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Es gibt im Wadi Hammamat sehr wenige Graffiti-Inschriften, die mit Sicherheit auf die 19. Dynastie datiert werden können. Die Gründe dafür sind unklar. Aus der 19. Dynastie liegen inschriftliche Belege für eine Expeditionstätigkeit im Wadi Hammamat vor, wobei es sich um die Inschriften M 94, M 213 und M 214 (nach Couyat-Montet) handelt, in denen neben den Darstellungen jedoch lediglich der Name des dem Amun bzw. Min opfernden König Sethos I. vorhanden ist (zum heutigen Zustand der Stele siehe D. Klemm/R. Klemm in Steine und Steinbrüche Abb. 411, 412) (8).

Nach Peter Brand, The Monuments of Seti I (3), befinden sich im Wadi Hammamat drei Felsinschriften von Sethos I. und sind damit der einzige Beweis für Abbauaktivitäten unter dem König während seiner Herrschaft. Alle drei Inschriften zeigen rein rituelle Darstellungen. Für die Ausführung der Arbeiten und Inschriften war der Bildhauer Paser zuständig, der diese Darstellung seinem Vater, dem Oberbildhauer der Arbeiten mit Calcit-Gestein namens Amunmesse widmete. 

Durch die Gesteinsklüftung, entlang welcher die Verwitterung in diesem Gebiet am intensivsten voranschreitet, sind die Wadi Hammamat-Inschriften sehr stark gefährdet. Ganze Gesteinspartien platzen ab, wofür eine von Sethos I. usurpierte amarnazeitliche Stele ein markantes Beispiel ist (Stele Nr. 94 - KRI I, 64, §31B). Von dieser Stele war gut ein Drittel der Darstellung (rechter unterer Bildteil) bereits abgefallen und wurde erst in letzter Zeit wieder am Fels befestigt. Die Steleninschrift berichtet über eine Expedition von König Amenophis IV. ins Wadi Hammamat (leider kein Bild).

Die überarbeiteten Darstellungen zeigen Sethos I. kniend auf einem hohen Sockel vor dem thronenden Gott Amun-Re. Zwischen beiden steht ein Opferständer mit zwei Vasen und einem großen Blumenbouquet. Von der älteren Darstellung aus der Zeit König Echnatons ist nur noch die Sonnenscheibe mit dem Uräen und den Sonnenstrahlen mit den menschlichen Händen erhalten, so dass nun der vor Amun-Re kniende König Sethos I. die Szene beherrscht (Quelle Wikipedia- Wadi Hammamat).

Wadi Hammamat - Fels-Stele Sethos I. M 213

Die Felsstele M 213 zeigt Sethos I. vor dem ithyphallische Gott Min. Der König opfert eine Figur der Maat an den Gott. Die Darstellung der Figuren besteht nur aus Umrisslinien - ohne besondere innere Ausarbeitung und ist daher nur noch schwach zu erkennen.

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
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- alle Rechte vorbehalten

 

Kartusche Sethos I. in Felsstele Nr. 213

Das Bild zeigt eine starke Vergrößerung des Teiles, wo mittig die Kartusche Sethos I. deutlich sichtbar ist (Ausschnittvergrößerung aus dem obigen Bild)

 

Bildausschnitt: mit frdl. Dank Kairoinfo4U
Bildausschnitt erstellt und bearbeitet 
von Nefershapiland

 

Wadi Hammamat - Fels-Stele Sethos I. Nr. 214

Die Fels-Stele Nr. 214 zeigt Sethos I. stehend vor Amun-Re. Er opfert dem Gott zwei Papyrusstauden. Die Inschriften weisen eine Reihe von Ähnlichkeiten mit denen auf der Felsstele Nr. 94 auf. Dies deutet daraufhin, dass sie evtl. zur gleichen Zeit gemacht wurden. der Stil der Gesichtszüge und die Darstellung der Figuren ist fast identisch.

Bild: Mit freundl. Dank Saamunra
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Als Anhalt für die Datierung der Felsstelen werden in manchen Inschriften der Name des Königs erwähnte, welcher die Expedition aussandte. Als Beispiel ist hier eine kurze fragmentarische Inschrift zu nennen, welche auch im unteren Teil eine Abbildung des verantwortlichen Bildhauers Paser und seinen Vater zeigt. Offenbar war diese Felsstele durch Verwitterung vom Fels abgefallen und spätere von der Antikenverwaltung wieder neu befestigt worden. 

Aus diesem Grund wird diese Stele nicht in den Standardwerken (wie Couyat / P. Montet / Les inscriptions hieroglyphiques et hieratiques du Quadi Hammamat / Institut Francais d' Archéologie Orientale du Cairo 34 / 1912 und G.Goyon, Wadi Hammamat 1957 und Porter & Moss Bd. VII.) aufgeführt. 

Wadi Hammamat - Fels-Stele Sethos I. 
- ohne Erwähnung in den bisherigen Sammelwerken -

Die bildliche Darstellung zeigt links stehend König Sethos I., der die sog. Nubische Perücke mit dem Uräus an der Stirn trägt, über der sich die Atef-Krone (ägyptisch: Henu), bestehend aus Widdergehörn, zwei Straußenfedern, sowie Sonnenscheibe und zwei Uräen befindet. 

Gekleidet ist er mit dem sog. Spitzschurz oder auch Vorbauschurz genannt. Der König opfert die Maat vor dem rechts von ihm stehenden Gott Min. Der Gott ist ungewöhnlicherweise in einem bedeutend größerem Format als der König dargestellt, er nimmt die für Min typischen Posse ein. Hinter ihm steht ein Schrein, aus dem drei Lattichpflanzen wachsen. Zwischen Gott und König stehen zwei Opferständer mit je einem Libationsgefäss und Lotosblumen darauf. Darüber befinden sich die beiden Kartuschen mit dem Thron- und Geburtsnamen des Königs.

1.  Der gute Gott (Menmaatre)|
2.  [der Sohn des Re] (Seti–Merenptah)|
beschenkt mit Leben ewiglich “  

Hinter dem König befindet sich ein großen Wedel und ein Anchzeichen und hinter dem Gott Min ist ein Schrein zu sehen, in dem drei Lattichpflanzen sprießen. Unterhalb der Szene hocken zwei Beamte vor waagerechten und senkrechten Schriftzeilen, welche lauten:

1. "Dem Oberbildhauer der Arbeiten mit Calcitgestein, Amun–messe “
2. „gemacht von seinem Sohn, dem Bildbauer Paser“  

Hoch über dem König befindet sich eine Sonnenscheibe mit Uräusschlangen. Darunter schwebt ein Falke, der den König mit seinen ausgebreiteten Flügel schützt. Er hält in den Fängen einen sen–Ring. Hinter dem König befindet sich ein Anchzeichen mit Armen, welches einen großen Wedel hält.

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
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el-Kab

Im Tempel der Nechbet in el-Kab, der entweder von Thutmosis IV. angefangen und später von seinem Sohn Amenophis III. vollendet oder vollständig zu Beginn der Regierungszeit Amenophis III. errichtet wurde, ließ Sethos I. Restaurierungsarbeiten und Usurpationen der Kartuschen  in den Reliefs des Türpfosten links des Tempeleinganges (nach Lepsius) und des Türsturzes mit Doppeldarstellungen des Königs beim Kultlauf vor zwei thronenden Göttern durchführen. Im Gegensatz zum linken Türpfosten ist auf dem Türsturz die von Sethos I. aufgesetzte Kartusche mit seinem eigenen Thronnamen Men-maat-Re heute noch erkennbar. Die Namen der beiden thronenden Göttinnen fehlen hingegen.

Die Inschriften über dem Eingang weisen daraufhin, dass Sethos I. den gesamten Tempel nach den Aushackungen in der Amarnazeit restaurieren ließ - und nicht nur die mit Inschriften markierten Stellen. Dieses ist an vielen Stellen innerhalb der Dekorationen festzustellen. Dabei griff er auch mit Veränderungen in den Dekorationen ein, wobei die ausgehackten Namen einer Hathorgestalt durch die der Nechbet ersetzt wurde, so dass der Tempel als weibliche Gottheit heute nur noch Nechbet zeigt, während unter Amenophis III. der Geiergöttin Nechbet in einer korrespondierenden Ritualszene jeweils eine Form der Hathor gegenüberstand (3).

Die Rückwand des Tempels zeigt eine kleine Wandnische zur Aufnahme des Kultbildes. Beiderseits dieser Nische befindet sich je eine nachträglich in die Dekoration eingefügte Textkolumne mit einem Restaurierungsvermerk, dessen Schriftzeichen auf die Nische ausgerichtet ist (Quelle: S. Grallert/Bauen-Stiften-Weihen).

Hier fand sich im Tempel der Nechbet auch eine Statuette des Königs in Form einer Sphinx (heute im Museum Kairo JdE 89120),  welche den "Horus, der das Böse abwehrt" darstellt. Die Inschrift auf der Basis zeigt die volle Titulatur Sethos I. mit dem Epithet: "geliebt von Horus-der-das-Böse-abwehrt" (siehe KRI I. 226: 14-16)

Türsturz Tempel Amenophis III. in Elkab - über dem Eingang
- zwischen den beiden thronenden Gottheiten befindet sich die Kartusche Sethos I. -

Bild: mit frdl. Dank Saamunra (bearbeitet von Nefershapiland)
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Der Tempeleingang und der linke Türpfosten mit der Kartusche Sethos I.

Sethos I. ließ einige der Kartuschen mit dem Thronnamen Amenophis I. (Neb-Maat-Re)  durch seine eigenen überschreiben (Men-Maat-Re), u. a. auf dem Torpfosten auf der linken Seite des Eingangs (Kartusche nur noch teilweise zu sehen, da Beschädigungen an diesem Teil des Pfostens) und des Türsturzes über dem Eingang zwischen den beiden thronenden Göttinnen.

Bilder:  Mutnedjmet - bearbeitet von Nefershapiland.

 

Zeichnung Lepsius des Toreinganges

Lepsius zeichnet die Inschriften mit den Kartuschen auf dem linken und rechten Torpfosten im Jahre 1843.

 

 

 

Zeichnung: Carl Richard Lepsius:
Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien. Tafelwerke, Abteilung III., Band V. Neues Reich S. 82

- public domain -

 

El Tod

Tod, das altägyptische Djerti mit seinem Heiligtum des Month. Hier hatte Thutmosis III. ein Barkenheiligtum errichten lassen, das Sethos I. im Zuge der Beseitigung der Amarnaschäden  renoviert ließ. Nach S. Grallert fanden sich dort vier Renovierungs-Inschriften:

  1. Renovierungsvermerk links und rechts an den Schranken der Tempelfront.

  2. Renovierungsvermerk an den flankierenden Pfeilerseiten des Eingangs links.

  3. Renovierungsvermerk an den flankierenden Pfeilerseiten des Eingangs rechts.

  4. Renovierungsvermerke an den Türpfosten - links und rechts der Kapelle.

Steinbrüche in Gebelein

Im Steinbruchgebiet von Gebelein befindet sich eine Inschrift aus der Zeit König Sethos I.,die zeigt, dass hier Stein für seinen Totentempel in Qurna gebrochen wurde. 

Inschrift:
"…………………… zu suchen aus …………..   ………  …… Hathor, im Auftrag guten Stein zu brechen, für das „Haus des Menmaatre – das Millionenjahrhaus im Westen von Theben“. Er kam zu Seiner Majestät – Leben, Heil, Gesundheit – und sagte ……………… ……. eine Gelegenheit seinen Namen zu gedeihen zu lassen im ganzen Land. An diesem Tag, der Aufseher [des Schatzes], Thutmosis ………… wer ………  ……    …….. gegeben Silber und Gold zu der Zeit, zur Durchführung dieser Arbeit …………………… zum Brechen guten Stein (für) das „Haus von Menmaatre“ zum verarbeiten ………….  ………….. .

Er sagt: „ ………..  Plan ……… der König schützt …………. “ ……………  ……………  , zu bestimmen deinen [Aufseher] welcher bringt den  „Herrn des Lebens “ (gemeint ist der Sarkophag); die Leute …………. die Arbeit. Es ist sein Vater, Amun  …………………… sagen was er wünscht von Herzen seit der Zeit des Gottes. Für den Ka des Schreibers, der anfertigte die Monumente des Herrn der Beiden Länder, der Vorsteher der Arbeiten, Hui. “

Text J. H. Breasted

Im Gebiet von Gebelein (genaue Lokalisierung ist uns nicht bekannt) fand sich das Bruchstück einer privaten Votivstele aus der Zeit König Sethos I. Es besteht aus Kalkstein und misst 40cm in der Höhe und 30cm in der Breite. Vom Stelentext haben sich von den fünf Textkolumnen ein größerer Teil erhalten, von einer sechsten nur ein geringer Rest. Der Text enthält eine Widmung an Hathor und Anubis, in der der König als Mittler zwischen Privatperson und Gottheiten fungiert. Das Stelenbruchstück wurde 1910 von Schiraparelli bei seinen Grabungen vor Ort aufgefunden, und befindet sich heute im Museum Turin, No. 12065.

Gebel Silsile

noch in Arbeit....

El-Kanais/Wadi Mia

Das Wadi Mia führt von Edfu aus durch die Ostwüste in Richtung Rotes Meer, das von Kanais aus durch das Wadi Barramiya und das Wadi Abu Qaralya in Marsa Alam erreicht werden kann. Nördlich des Stadtrandes von Edfu führt heute eine Straße entlang der altägyptischen Route zu den Goldminen von Baramiya in der arabischen Wüste. 30 km östlich des Bir Abad, ca. 50 km von Edfu entfernt - am Südrand des Wadis - befindet sich ein kleiner steinerner Felsen-Tempel, den Sethos I. erbauen und für den Gott Amun-Re weihen ließ. Dieses geschah als Dank dafür, dass der Gott ihn auf der Suche nach Wasser an diesen Ort geführt hatte, wo der König einen Brunnen bohren ließ, um die alte Straße wieder eröffnen zu können, die wegen Wassermangel unpassierbar geworden war (Quelle: Richard H. Wilkinson, die Welt der Tempel im alten Ägypten, S. 205) 

Der Felstempel aus dem Jahr 9 Sethos I. (siehe: die ramessidischen Bautätigkeit in Nubien/Irmgard Hein) liegt direkt an einem großen Felshügel, in den der Bau zum größten Teil geschlagen ist. Da der Tempel sehr abgelegen liegt, wurde er zum Schutz vor Beschädigungen und Kunstraub in der sehr einsamen Gegend im hinteren Teil zugemauert und war nicht weiter als bis in die Vorhalle zugänglich. Nach der letzten Renovierung 2011 (wobei auch lt. Berichten das Innere des Tempels restauriert wurde) hat die Antikenverwaltung nun die hässliche graue Mauer durch eine typisch ägyptische blassgelbe Gittertür ersetzt.

Der Tempel wurde aber schon bald erneut für die Touristen geschlossen und für eine Besichtigung der inneren Tempelhalle benötigt man eine Sonder-Genehmigung des Supreme Council of Antiquities in Kairo (bei sehr hohen Kosten) und den Inspektor für diese Stätte samt Schlüsse. Das Wächterhäuschen befindet sich im Westen des Areals (Quelle: Wikivoyage)

Sandsteinfelsen mit dem Tempel Sethos I. im Wadi al-Miyah/el-Mia

Sethos I. ließ hier einen Brunnen zur Wasserversorgung anlegen und einen Felsentempel für die in seinem Totentempel von Abydos verehrten Götter errichten. Der Tempel ist aufs engste mit dem Brunnen verbunden: in einer Königsnovelle beschreibt Sethos I. seine Verwaltungsentscheidung zur Errichtung des Brunnens
Bild:    Tempel Sethos I. in Wadi Mia
Autor:  Roland Unger, Wikipedia 28.2.2018
Lizenz: CC -BY-SA-4.0

Der Tempel Sethos I. in Kanais wurde von Gauthier in BIFAO 17, 1920 und von Siegfried Schott (Nachrichten der Akademie der Wissenschaften Göttingen 1961, S. 123-189) beschrieben (siehe auch Porter & Moss VII., S. 321ff). 

Der Tempel wurde um 1290 v. Chr. errichtet und ist dem Amun-Re und dem Horus von Edfu geweiht. Er befindet sich am Fuß eines hohen Sandsteinfelsens und ist ein sog. Hemispeos, d. h. nur der hintere Teil mit der Pfeilerhalle und den drei Allerheiligsten (Sanktuare) wurden aus dem Fels herausgeschlagen. Die Vorhalle (bzw. Portikus) im Norden mit ihren vier Säulen wurde aus Sandsteinblöcken unmittelbar davor errichtet. 

Tempelfront und Vorhalle des Kanais-Tempels Sethos I.

Blick auf den Eingang der Vorhalle mit ihrer vierfachen Säulenstellung aus Lotossäulen. Die Vorhalle wurde aus Sandsteinblöcken vor die Felswand gesetzt und übertrifft die Breite des inneren Heiligtums. Die Steinplatten des Daches liegen auf den Seitenwänden und auf zwei von den Säulen getragenen Architraven auf. Nur die Ecksteine sind präzise behauen, der Rest der Mauern wurde außen roh belassen

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
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Die Dekoration der beiden Seitenwände der Vorhalle (7,40 x 4,00m) sind ähnlich: auf der linken, östlichen Seitenwand sehen wir den König mit der Doppelkrone auf dem Haupt im Beisein des Gottes Amun-Re beim "Erschlagen der Feinde" - vier nubische Fürsten, die er mit einer Keule erschlägt. Der Gott reicht dem König ein Krummschwert (chepesch) und zieht hinter sich die gefesselten Namenskartuschen der zehn Fürsten her: der Fürst von Kusch und die Fürsten der Neun-Bogen-Völker. Auf der gegenüberliegende rechte Seitenwand befinden sich ähnliche Darstellungen. Nur dass der König hier die unterägyptische Krone trägt und vor dem Gott Horus von Edfu agiert.

Ein großer Falke mit der unterägyptischen Krone befindet sich auf der linken, östlichen Seitenwand sowie ein Graffito des Schreibers Smanacht aus Assuan und seines Sohnes Penpata. 

Linke Innenwand der Vorhalle (PM 3)
- Zeichnung von Lepsius III., 139a -

Auf der linken, östlichen Seitenwand der Vorhalle erschlägt der König mit der weißen, oberägyptischen Krone auf dem Haupt im Beisein des Gottes Amun-Re vier nubische Fürsten mit seiner Keule. Hinter dem Gott befinden sich die Namensschilder von 10 Fürsten, die er an einem Seil hinter sich herzieht.

Inschrift zum König (nach J. H. Breasted):
„Packen der Oberhäupter des verfluchten Kusch"

Inschriften: über Amun (nach J. H. Breasted)
„Rede des Amun: Nimm dieses Schwert, O mächtiger König, Horus der Bogen, der die Oberhäupter von Kusch überwindet, der ihre Köpfe abschneidet. Der Schrecken vor dir ist in ihren Körpern, gleich dem der Sachmet wenn sie wütend ist."

 

 

Rechte Innenwand der Vorhalle (PM 5)

Der König mit der Roten unterägyptischen Krone auf dem Haupt erschlägt vor dem Horus von Edfu vier Fürsten der Fremdländer,  die er mit seiner linken Faust an den Haaren gepackt hält. Hinter dem König befindet sich seine Ka-Standarte. Der Gott streckt dem König mit seiner rechten Hand ein Sichelschwert entgegen, während er in seiner linken Stricke hält, an denen zehn kniende und gefesselte Gefangene, deren Körper von einem Festungsring mit Namen gebildet wird. Genannt werden acht syrische und zwei libysche Stämme (9).

Die Inschrift über Horus lautet:
„ Rede des Horus von Edfu:  Nimm dieses Schwert, O mächtiger König, Horus, erschienen in Theben, der die rebelischen Länder packt, die seine Grenzen übertretten. Dein Ruhm bleibt ewiglich, sie fallen in ihrem Blut durch die Macht deines Vaters, Amun, welcher dir übergeben hat die Macht und den Sieg."
(nach J.H. Breasted)

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -.

An der Rückwand der Vorhalle befinden sich Kolossalstatuen des Königs mit Doppelkrone und gekreuzten Armen, Wedel und Krummstab in einer Nische sowie Darstellungen Sethos I. beim Opfern vor den Göttern. An der rechten Seite - zwischen Nische und Wandende - opfert er eine Figur der Maat an Amun-Re (PM 7) und an der linken Rückwand opfert er Weihrauch an den Gott Re-Harachte (PM 6). Diese Szene wurde in ihrer Ausführung nicht vollendet und war wohl teilweise nur aufgemalt.

Der König opfert die Maat an Amun-Re
- Rückwand der Vorhalle, rechte Wandseite -
links der Opferszene ist die Nische mit der Kolossalstatue Sethos I. zu sehen (PM 9)

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten 

LD III. 139 b  / PM 7

 

Linke Rückwand der Vorhalle
Der König opfert Weihrauch an den Gott Re-Harachte

Rechts neben der unfertigen Opferdarstellung befindet sich in einer Nische eine Kolossalstatue Sethos I. mit der Doppelkrone, gekreuzten Armen, Wedel und Krummstab (PM 8)

Bild: mit frdl. Dank Mutnedjmet
- alle Rechte vorbehalten -

Die Rückwand mit ihren beiden Nischen für die Königsstatuen wurden im anstehenden Fels ausgeführte. Die vorderen beiden Säulen der Vorhalle waren einst durch niedrige Mauern mit den Seitenwänden verbunden. Die beiden Pfeiler hinter den vorderen vier Säulen, sind nach Lepsius später als zusätzliche Stützen eingebaut worden, nachdem Schäden am Dach der Vorhalle auftraten. Am linken Hilfspfeilern befindet sich eine griechische Inschrift in roter Farbe. Auf den beiden anderen Säulen  befinden sich umrahmte Inschriften, die zum Kultweg zugewandt sind.

Das Dach der Vorhalle wird von vier Papyrus-Säulen getragen und ruht auf den Architraven  und den Seitenwänden und besteht aus zwölf Sandsteinblöcken (Quelle u. a. Wikivoyage). 

Die Bruchsteinmauer, die die Vorhalle heutzutage umgibt, ist erst neueren Datums. Auf den alten Fotografien fehlt sie (Quelle: Wikivoyage/Kanais).

Hintere Halle:
Die hintere Halle (3,70 x 8,00m) mit vier Pfeilern ist aus dem Sandstein des Berges herausgeschlagen. Die vier quadratischen Pfeiler tragen einen in Längsrichtung ausgerichteten Architrav. Die Decke des dreischiffigen hinteren Tempelteiles ist im Mittelteil mit gekrönten Geiern dekoriert und jedes Schiff besitzt an seiner Rückwand eine Kultnische, in denen der König Sethos I. neben zwei Gottheiten thront. Die mittlere Nische ist größer als die beiden Seitenkapellen und zu ihr führt eine dreistufige Treppe hinauf. In diesen Kultnischen wurden die Statuen des Königs sowie der Götter Amun-Re, Re-Harachte, Ptah, Osiris und Isis verehrt. Zwischen den Kapellen befindet sich auf der Rückwand zur Linken Sethos I. mit einer Weihe-Inschrift und auf der rechten Seite der König mit einem Weihrauch- und Libations-Opfer. 

An den Wänden des Raumes sind Opferdarstellungen des Königs dargestellt mit noch gut erhaltenen Farben. Inschriften auf der linken Laibung berichten von den Taten des Königs, wie die erfolgreiche Grabung für einen Brunnen. Auf der linken Eingangswand ist der König zu sehen und eine 14-spaltige Inschrift mit seiner Entscheidung zum Brunnenbau in seinem neunten Regierungsjahr. Er berichtet in dieser Inschrift, dass "er mit seinem Herzen Rat hielt", weil auf dem Weg zu den Goldminen kein Brunnen vorhanden war. Amun-Re leitete ihn zu diesem Platz, wo er einen neuen Brunnen mit reichlich frischem Wasser bauen ließ, dessen tiefer Schacht noch heute im Vorfeld des Tempels sichtbar ist.

Des weiteren beschloss der König einen Tempel zu bauen. All dieses war - seinen Inschriften zufolge - für die Ausstattung seines "Hauses", seines Totentempels in Abydos nötig. Diese Inschrift ist eine der weinigen Beispiele für eine Königsnovelle auf einer Tempelwand.

Auf der rechten Wandseite beschreibt der König in einer 19-spaltigen Inschrift die Regelung der Goldtransporte zu seinem Totentempel in Abydos. In dieser Inschrift sichert er den zukünftigen Königen und Beamten, welche diese Goldtransporte fortsetzen, ewigen Lohn zu und droht gleichzeitig allen, die sich an dem Gold vergreifen mit hohen Strafen.

Felsstelen:
Östlich von Tempel befinden sich drei Felsstelen, wobei auf der linken im Bildteil Sethos I. bei einem Opfer von Wein an Amun-Re, Mut, Re-Harachte, Osiris, Isis und Horus dargestellt ist. Im unteren Teile befindet sich eine Inschrift mit einem Mann im Anbetungsgestus auf der rechten Seite, welcher den Inschriften nach der Vorsteher der Stallungen und Führer der Goldtruppen ist, und einer Göttin, vielleicht Astarte zur linken. Die mittlere Felsstele zeigt den Vizekönig von Kusch, Wagenlenker S. M. und Anführer der Medjai-Truppen Yuny/Yuni, der vor dem thronenden Sethos I. kniet. Die rechte Stele zeigt im oberen Register Anena, Führer der Goldtruppen beim Anbeten des thronenden Horus von Edfu und den löwengestaltigen Horus, Herrn der Wüste. Darunter kniet eine weitere Person im Anbetungsgestus vor einem Opfertisch und den Götter Ptah und Sachmet. Weiter rechts befinden sich die Kartuschen von Amenophis III. (9). 

wird fortgesetzt - auch mit weiteren Bildern....

 

Quellen und Literatur:
1. Forschungen in der Ramsesstadt - Die Grabungen des Pelizaeus-Museum Hildesheim/Edgar Pusch/M. Bietak/
    Sonderreihe Antike Welt, Mainz 1993
2. The Monuments of Seti I. Epigraphic, Historical, and Art Historical Analysis / Peter James Brand, 1998, 
    PdF-Dokument University of University of Toronto.
3. Bauen-Stiften-Weihen, Silke Grallert, Textband, Achet-Verlag Berlin, 2001
4. engl. Wikipedia - Year-400-Stele
5. deutsche Wikipedia - Obelisco Flaminio,
6. Kemet, Jahrgang 18, Heft 3, Juli 1009 (Autor Thomas Kühn/Die Obelisken von Heliopolis, S.  35)
7. Die Welt der Tempel im alten Ägypten, R. H. Wilkinson, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2005
8. Das Expeditionswesen im ägyptischen Neuen Reich, Thomas Hikade, Heidelberger Orientverlag 2001)
9- Wikivoyage - Kanais

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