Biografie Sethos I.

Bauten Sethos Allgemein

Totentempel in Abydos

weiße links sind noch Baustelle!

Bildausschnitte oben: links und rechts: Kainroinfo4U 

(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952

Mit Sethos I. setzte in Karnak nochmals ein Bauboom ein. Das Restaurierungsprogramm zur Beseitigung der Spuren der Amarnazeit ereichte seinen Höhepunkt. Vor allem wird jetzt unter Sethos I. die von ihm in Auftrag gegebenen Restaurierungsarbeiten auf den Tempelwänden durch Inschriften dokumentiert.

Karnak war im antiken Ägypten die heilige Stätte des religiösen Zentrums und Schauplatz von religiösen Festspielen,  wie Opet-, Sed- und anderer Feste, sowie der Ort für die Krönung des neuen Königs und Wohnsitz des Staatsgottes Amun. Auch König Sethos I. hinterließ in Karnak in Stein gemeißelte Spuren für die Ewigkeit.

Ein eindrucksvolles Bespiel für die Bautätigkeit Sethos I. in Karnak ist der Große Säulensaal im Amun-Bezirk. Obwohl die Idee zu diesem architektonischen "Wunderwerk" schon von den Architekten aus der Zeit Haremhabs stammt, wurde die Vollendung erst unter Sethos I. und dessen Sohn und Nachfolger Ramses II. ausgeführt.

Allgemein waren seine wichtigsten Bauten in Karnak:

  1. der Bau des nördlichen Teils der großen Säulenhalle im Tempel des Amun;
  2. die Renovierung und Erneuerung mehrerer Pylone im Karnaktempel
  3. Restaurierung und Erneuerung von Stelen und Stationsheiligtümer Thutmosis III. und Amenophis II.

Der große Säulensaal (Hypostyl)

Allgemein
Eines der imposantesten Bauwerke aus der Zeit Sethos I. ist ohne Frage die Schaffung des Großen Säulensaales. Er befindet sich vor dem von Amenophis III. - unter Verwendung älterer Blöcke - errichten III. Pylons, der bis dahin die Fassade des Großen Amun-Tempels bildete. Sethos I. war es allerdings in seiner relativ kurzen Regierungszeit nur vergönnt, den nördlichen Teil des Saales zu gestalten, während sein Sohn und Nachfolger Ramses II. den südlichen Teil übernahm. Das sog. Hypostyl befindet sich zwischen dem  III. Pylon und dem von Haremhab begonnenen und unter seinen Nachfolgern Ramses I. und Sethos I. fertiggestellten II. Pylon. Vor der Errichtung des Hypostyls befand sich auf diesem Areal ein Hof, der mit Bäumen und Sträuchern als Garten gestaltet wurde. Ein bis dahin vorhandener Teich wurde bei Baubeginn zugeschüttet (1).

Die Baugeschichte des Großen Säulensaales war früher lange Zeit nicht eindeutig geklärt - Lepsius berichtet in seinen Aufzeichnungen von Blöcken mit dem Namen von König Eje und von Belegen mit dem Namen von Amenophis III. im Südteil des zerstörten II. Pylon. Auch wenn keine einzige der Säulen der hypostylen Halle jemals von Ramses I. beschriftet wurde, hatte er sicherlich einen gewissen Anteil an der Dekoration der Rückseite des II. Pylons. Auf der Rückseite des Nordturmes des II. Pylons, der gleichfalls die vordere Wand der Großen Säulenhalle bildet, sind fünf Szenen im vierten Register mit den Kartuschen von Ramses I. zu sehen. Sie befinden sich unmittelbar unter dem Fries von Sethos I., der sich entlang der Mauer unmittelbar unter den Dachblöcken erstreckt, die den Nordeingang der Hypostylhalle überragen. Diese fünf Szenen aus der Zeit Ramses I. wurden von Legrain detailliert beschrieben in seinem Werk "Les temples de Karnak, chap. IV".

Der zweite Pylon wurde unter Haremhab erbaut - ebenso die Erweiterung durch einen neuen Torweg - aber die Beschriftung und Dekoration war bis zum Tod des Königs nur teilweise fertiggestellt (er starb ca. 1304 v. Chr.). Es scheint, dass der Gründer der 19. Dynastie, sein Nachfolger Ramses I., während seiner kurzen Regierung nur Zeit für  wenige Projekte hatte, einschließlich der Vollendung der Dekorationsarbeiten am II. Pylon (siehe: Golvin und Goyon 1987: 44; Seele 1940: 12-22) und auch mit der frühen Dekoration der Rückseite des nördlichen Turmes begann. Nach Seele SAOC 19/1940 Chicago und A. Schlüter in Ägypten und das Alte Testament 78 (4) ersetzte Ramses I. evtl. auch die schon vorhandenen Kartuschen Haremhabs durch seine eigenen (7)

Hinter den beiden Türmen des II. Pylons dem von Amenophis III. erbauten III. Pylon befand sich damals ein großer offener Hof, den Sethos I. nutzte, um einen neuen Ort für Feierlichkeiten wichtiger Rituale und Feste zu schaffen. Er ließ eine große Hypostylhalle mit 12 hohen Sandsteinsäulen errichten, die das Mittelschiff der neuen Halle tragen sollten und 122 kleinere Sandsteinsäulen, welche die Seitenschiffe ausfüllten. Das Dach war mit Sandsteinblöcken so gedeckt, dass Licht für die Priester durch die oberen Fensterschlitze in die Halle fallen konnte (7).

 

Die Hypothese, dass nicht Sethos I., sondern einer seiner Vorgänger, diese Große Säulenhalle errichten ließ, wurde durch die Untersuchung des Bauwerkes widerlegt. Peter Brand (Universität Memphis) belegte, dass die frühesten Inschriften in den Fenstern und den Architraven der zentralen Kolonnade aus der Zeit Sethos I. stammten (7). Unter Sethos I. wurden die Innenwände und die Sandsteinsäulen der nördlichen Halle mit Szenen und Texten im erhabenen Relief dekoriert. Das Vestibül (Vorhalle) - welches dem III. Pylon vorgelagert war, wurde verändert. Die Szenen von Amenophis IV (Echnaton) - an der Nordwand - wurden mit Steinblöcken bedeckt (siehe Sa'ad 1970) (7).

Der Sohn und Nachfolger von Sethos I. vollendete und veränderte das nicht fertiggestellte Dekorationsprogramm seines Vaters auf den Wänden und den Säulen (Brand 2000: 52-53; Seele 1940: 50). 

Architrave:
Interessant sind auch die Architrave aus dem Säulensaal, denn sie enthalten lange Widmungstexte. Manche der Architrave befinden sich noch in situ über den Abakusblöcken der kleineren Säulen. Einige der Unterseiten der Architrave aus der Zeit Sethos I. mit Widmungstexten haben Spuren ihrer Originalfarbe, mit der sie verziert waren, bewahrt. Die Rhetorik dieser Architravtexte ist sehr grandios, wobei der König selber "als Gott unter den Göttern und als großer Krieger" beschrieben wird. In den Texten werden die Halle und ihre Säulen genau beschrieben - manchmal aber in starker Übertreibung. So wird behauptet, dass die Säulen mit Elektron beschichtet waren, wovon aber keinerlei Spuren gefunden wurden.

Weiheinschriften und Widmungsvermerke Sethos I. im Hypostyl:
Da die Große Säulenhalle mit überhöhtem Mittelschiff nicht mehr von Sethos I. vollendet werden konnte, beschränken sich seine Reliefdekorationen und damit auch die Bauinschriften auf das Mittelschiff und die Nordhälfte der Halle. Das Dach der Halle ist heute weitgehend nicht mehr da. 

Bauinschriften Sethos I. im Großen Hypostyl von Karnak

Beschreibung der Vermerke in der Karte:
TV = Torvermerk
Wf = Weiheformel
Wv = Widmungsvermerk
Die beiden Tore der Querachse der Hypostylen Halle im Norden und Süden sind jeweils mit Torvermerken versehen, die den Namen des Tores enthalten. Alle Kartuschen Sethos I. sind später von Ramses II. usurpiert worden. Nur das nördliche Tor, das zum Ptah–Tempel führt, trägt noch den Namen von Sethos I. Dieser ist mit dem der ganzen Halle nahezu identisch.
Nordtor in der nördlichen Wand; - Inschrift auf Torvermerk 1 + 2:
Tv 1 rechts und TV 2 links = auf dem Torpfosten

"Das große Tor des Königs von Ober- u. Unterägypten, dem Herrn der beiden Länder, Men-maat-Re, Sethos, geliebt von Ptah, der wirksam war im Haus des Amun"....,

Quelle: Silke Grallert (6)
Wv 1(Widmnungsvermerk)  nördliche Hälfte der Säulenhalle
 = Säulen 108-126 auf dem Architrav (siehe KRI I 204, 13-16; (6)
In der Inschrift rühmt sich Sethos I., dass er Denkmäler im Hause des Amun erstellen und mit Säulen füllen ließ für seinen Erzeuger (Amun-Re), in deren Inneren die Barke des Amun ruht an seinem Fest des Jahresbeginns. 
Wv 2 (Fenster): zwischen den Säulen 74-80:
Das (Werk), was der König gemacht hat, für seinen Vater, den König der Götter, der sein Haus baute und seinen Tempel trefflich machte in hervorragender Arbeit in der nHH-Ewigkeit, indem er seinen herrlichen wbA-Hof mit großen herrlichen Denkmälern erleuchtete mit wDA-Papyrussäulen [....}." (6). 
Wf 2-9 = Weiheformel: auf den Säulen (Architrav) 108-126; 1-6; 67-73; 74-80; 81-88/89 -  Quelle (6). 
Die Weiheformeln auf den Architrav-Inschriften im Mittelschiff des Hypostyls sind nach Osten gerichtet (also ins Innere des Heiligtums), während die Inschriften in der nördlichen Hälfte des Hypostyls in Richtung des erhöhten Mittelschiffes - also nach Süden ausgerichtet sind. In all diesen Weiheformeln rühmt sich der König für die "Erschaffung eines Denkmals für seinen Vater Amun-Re, des Königs der Götter und nennt hier das Machen eines Hw.t-nTr namens: Sethos-den-Amun-ausgewählt-hat ist wirksam im pr (Haus) des Amun. aus Sandstein........"

Er rühmt weiter die herrlichen Papyrussäulen und einen großen (offenen) Hof, wo die Tribute der Fremdländer empfangen werden und die Abgaben aus ganz Ägypten, das Bugtau aus Oberägypten, das Hecktau aus Unterägypten. (6)

Zeichnung: nach PM und (6) - bearbeitet von Nefershapiland

Die Säulen des Hypostyls:
Der große Säulensaal wurde auf einer Fläche von 103 Metern Länge und 53 Metern Breite erbaut und hat eine Fläche von insgesamt 5500m² (1). Einst standen hier 134 Papyrussäulen, die das hölzerne Dach des Hypostyls trugen.

Die Mittelkolonnade zwischen den Säulen stellte den Kultweg zum Allerheiligsten des Amun-Tempels dar. Sethos I. ließ jeweils zu beiden Seiten der Mittelkolonnade insgesamt 122 je 15m hohe Säulen (Umfang 8,40m) mit geschlossenen Papyruskapitellen erbauen. 

Die Bildfelder an den Säulen des Hypostyls wurden unter drei Königen dekoriert. Die nördliche Hälfte entstand unter Sethos I . (Säulen 81-134) die südliche Hälfte (Sulen 13-74) und die Kolonnaden (Säulen 1-12) sowie die erste Reihe der nördlichen Hälfte  (Säulen 74-80) unter Ramses II. Beide Pharaonen dekorierten 1-3 Felder (Drittel) am Rund des Säulenschaftes (Quelle: Frau Elke Noppes www.aegyptologie.com ). Die undekoriert gebliebenen Säulenfelder wurden erst unter Ramses IV. mit Bildfeldern versehen.

Die Inschriften auf den Säulen bestehen zumeist aus den Kartuschen des Königs und seine königlichen Titeln, wobei sich auf der Nordseite des Großen Säulensaals Sethos I. und in der südlichen Hälfte sein Sohn Ramses II. verewigten. 

Hypostyl im Karnak-Tempel mit den Säulen

Die Bildfelder der Säulen wurden unter drei Königen dekoriert. Sethos I. ließ die nördliche (linke Seite auf der Darstellung) Hälfte der Säulen in feinem erhabenen Relief dekorieren und beschriften (Säulen 81-134). 

Bei der von Sethos I. dekorierten nördlichen Säulen-Hälfte findet man hauptsächlich eine gleichmäßige Dekoration mit den Göttern Amun-Re und Amun-Re-Kamutef. Auf vier Säulen befinden sich anstatt Amun-Re andere Götter, wie z. B. auf Säule 109 Ptah als Hauptgottheit und auf Säule 84, der Gott Month. Beide Götter besitzen nördlich des Hypostyls eine eigene Tempelanlage. 
- siehe dazu die Arbeit von naunakhte in www.aegyptologie.com   -

Plan nach Porter & Moss - bearbeitet von Nefershapiland

Die Wände des Hypostyls:
Die Innenwände des Hypostyls unterscheiden sich qualitativ in ihrer künstlerischen Ausfertigung. Während Sethos I. im nördlichen Teil die Darstellungen auf den Innenwänden in einem feinen erhabenen Relief ausführen und damit das handwerkliche Können der Künstler in seiner Zeit bezeugen ließ, entstanden die Arbeiten im südlichen Teil des Bauwerkes unter Ramses II. in einem deutlich detailärmeren Stil, was evtl. auf eine hastigere Ausführung hindeutet.

Die Innenwände des Hypostyls haben als Thema religiöse Bedeutung, wohingegen die Außenwände einen gänzlich anderen Charakter haben. Sie sind von den Künstlern unter Sethos I. detailreich in feinen Hochreliefs modelliert und stellen "in Stein verewigte Zeugnisse" für die militärischen Erfolge des Königs dar.

Sethos I. ließ die Texte und detailreichen Reliefs auf der nördlichen Außenwand des Tempels von Karnak anbringen, die wir heute als "Sethos-Wand" kennen und die ursprünglich über 25m hoch war. Die Darstellungen Sethos I. mit seinen Feldzügen überziehen die ganze Wand und entsprechen in ihrer Anordnung der chronologischen Abfolge seiner Kriegszüge.

Zu den Kriegszügen auf der nördlichen Außenwand des Tempels siehe hier:    Sethos-Wand und hier:    Biografie.

Weitere Baumaßnahmen Sethos I. in Karnak:
Außerdem ließ Sethos I. in Karnak mehrere Pylone restaurieren. Deutlich wird dieses auf der Nordseite des VII. Pylon durch mehrere Kartuschen seiner Vorgänger, die bei den Restaurierungen usurpiert wurden. Er ließ auch am VIII. Pylon die Namen früherer Könige durch seine eigenen ersetzen und außerdem die Darstellungen des Gottes Amun, die unter Echnaton getilgt wurden, wiederherstellen. Des weiteren wurden während des Restaurationsprogramms Sethos I. Stelen früherer Herrscher restauriert (u. a. eine von Amenophis II. vor dem VIII. Pylon) (1).

Auch im Sanktuar Thutmosis III. wurden Erneuerungsarbeiten ausgeführt. Sethos I. ließ u. a. sechs Osiris-Pfeiler erneuern, die allerdings nach seinem Tod von seinem Nachfolger Ramses II. usurpiert wurden (1). Weitere Restaurierungsarbeiten erfolgten an einem Zugangstor zu den Kammern der Hatschepsut im zentralen Tempelbereich und im Sanktuar Amenophis II. und an weiteren Bauten in Karnak (1). Im Zentrum des Hofes der Cachette wurde eine Stele Sethos I. gefunden, sie sich heute im Museum Kairo befindet.

II. Pylon:

Sethos I./evtl. auch schon Ramses I. ließ am inneren Torpfosten des Tordurchganges (hinten) am II. Pylon (PM II² 148g-h) im 3.-5. Register Dekorationen anbringen, die später von seinem Sohn und Nachfolger Ramses II. usurpiert wurden. Die Szenen zeigen den König vor den Göttern und im III. Register den König mit einer Göttin, die seinen Namen auf den Blättern des Persea-Baumens schreibt, während der König davor kniet und Leben von Atum erhält. Alle diese Szenen am Durchgang zum II. Pylon wurden - wie schon erwähnt - später von Ramses II. usurpiert und werden deshalb hier nicht näher besprochen. 

Durchgang am  II. Pylon - (PM 148g-h) mit einstigen Szenen von Sethos I., 
(später usurpiert von Ramses II)
und Szenen an der nördlichen Rückseite des II. Pylons (Ramses I. und Sethos I.)
-
Zeichnung: PM II² 148g-h -

Die Darstellungen aus der Zeit Sethos I. (später z.T. usurpiert von Ramses II.) beginnen am südlichen Ende des Nordflügel des II. Pylons (siehe PM 151 auf dem Plan) - (Rückseite des II. Pylon und rechts  vom Durchgang PM 148) und zeigen den König bei verschieden Opferhandlungen vor jeweils dem Hauptgott Amun-Re/Kamutef und zumeist einer anderen Gottheit als "Nebengott" (wie z. B. Ptah, Mut oder Chons). 

Hypostyl - Rückseite  II. Pylon / Nordturm - großformatige Szene 
Westwand, nördliche Hälfte - südliches Ende (PM II² 151, III. Register) - 

Der König wird von Isis/Hathor (?) (mit einem Sistrum in der Hand) zu dem thronenden Amun-Re und Mut geleitet. Hinter dem König (Sethos I.) steht Chons, welcher die Regierungsjahre und die Heb-sed-Feste des Königs auf eine Palmrispe notiert. Chons steht hier stellvertretend für den Gott Thot.

Über dem Kopf des Königs (welcher Spuren einer mehrmaligen Überarbeitung zeigt) befindet sich eine große "Scheibe", die im versunkenen Relief gearbeitet wurde und zu einer "früheren" Dekoration gehört. In der Scheibe befinden sich die Kartusche von Sethos I. [Men-maat-Re] und der Name des Amun, wobei sie aber den Geburtsnamen des Königs in der zweiten Kartusche zur Hälfte durchschneidet. Legrain vermutete daher, das diese große Scheibe zu einer früheren Darstellung aus der Zeit Haremhab oder Ramses I., gehörte, evtl.  einer großen Amun-Barke mit den Widderköpfen an Bug und Heck und später von Sethos I. komplett gelöscht und neu dekoriert wurde. Nur die tief eingemeißelte Sonnenscheibe ist übriggeblieben (2). 

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo4U - bearbeitet von Nefershapiland

Unter dieser großformatigen Darstellung im III. Register folgen im IV. Register (unten) drei weitere Szenen von rechts nach links mit Götterszenen.

Die weiteren Darstellungen am Nordflügel (linke Seite des Plans) zeigen lt. PM 152 vier Register mit Darstellungen (teilweise noch Ramses I - oder evtl. sogar aus der Zeit König Haremhab (?) - z. T. sind nach Porter & Moss Reliefdarstellungen Haremhabs unter denen von Ramses I. oder Sethos I. noch erkennbar).

I. Register: (oben)
Nach Porter & Moss ist hier König Sethos I. im I. Register in zwei Szenen (Szene 2 und 7) zu sehen beim Opfern von Weißbrot an die Götter Seth und Nephthys (Szene 2) sowie in der Szene 7 zusammen mit seinem Ka wo er Nahrungsmittel an den ithypalischen Amun-Re und Hathor präsentiert. Die anderen Szenen in diesem Register zeigen Ramses I.

II. Register:
Im II. Register erscheint ebenfalls König Sethos I. in neun Szenen vor den Göttern mit verschiedenen Handlungen wie weihräuchernd, opfernd, weihend und dem Ritual des "Treiben der Kälber". Die letzten beiden Szenen zeigen Sethos I. wie er von den Göttern Chons und Atum in den Tempel geführt und von Amun-Re, zusammen mit Hathor (die hinter dem Gott steht) gekrönt wird. Vor dem knienden König steht der Gott Thot, der die Regierungsjahre auf seiner Palmrispe schreibt.

Erwähnenswert ist eine Ritualhandlung in der 6. Szene dieses Registers: "Das Errichten des sHn.t-Zeltes"  vor dem Gott Amun-Re-Kamutef. Sethos I. steht vor dem Gott Amun-Re-Kamutef. Zwischen der Darstellung des Königs und dem Gott befindet sich ein "Gerüst" mit dem "sHn.t"-Zelt. Die Mittelstange besitzt eine gegabelte Spitze und wird von zwei Stützbalken gehalten, an welchem jeweils zwei mit Federn geschmückten Männer hochklettern.

Seit sehr vielen Jahren wird diese Darstellung als "Wettklettern/Kletterzeremonie" beschrieben. Lt. Frank Feder (siehe Ägypten und das Alte Testament Bd. 33,2) kann diese Interpretation heute nicht mehr aufrecht erhalten werden. Hier ist in Wirklichkeit das "Errichten des Zeltes sHn.t" - dem wohl ältesten Kultobjekt des Gottes Min für den kA (Stier) dargestellt. Lt. Frank Feder sind die kletternden Männer Nubier - oder Männer aus dem Süden Ägypten - welche den Gott aus seiner Heimat Punt begleiten und auf den Stangen die Zeltverkleidung vollenden.

*

Auch im III. und IV. Register (PM 152) befinden sich Szenen aus der Zeit Sethos I. Die Hauptszene der Originaldekoration nahm einst die gesamte Länge der Nordseite des II. Pylons ein und war so groß wie das zweite und dritte Register zusammen (oder mehr) - wahrscheinlich sogar ein Teil des vierten Registers und zeigte zwei große Barken (die Barke des Amun und eine weitere Schleppbarke mit Ruderern drauf). Danach folgt im dritten Register noch sechs weitere Opferszenen des Königs vor den Göttern: beim Opfern der Maat vor Amun-Kamutef und Hathor; beim Opfern von Nahrungsmitteln an Amun-Re und Hathor; Opfern von Milch und 4 Kühen an Amun-Kamutef und Hathor (Herrin von Buto, Hierakonpolis); Opfern der Maat vor Amun-Re und Hathor (Herrin von Punt); und als letztes bei der Salbung des ithyphallischen Amun-Re mit Hathor (der Herrin der zwei Ecken des Deltas).

Die ersten Szenen des IV. Registers an der Westwand entstanden schon unter der Regierung von Ramses I. und zeigten ihn beim Opfern vor den Göttern (Quelle: K. C. Seele, The Coregency of Ramses II. with Seti I. and the Date of the Great Hypostyle Hall at Karnak - Chicago 1940). Diese ursprünglichen Inschriften auf der Rückseite des II. Pylons waren so tief eingeschnitzt, dass sie teilweise bei der Überarbeitung in der Zeit von Sethos I. nicht vollständig gelöscht werden konnten. Diese Bereiche wurden mit Gips versehen, welcher dann später verschwunden war und hinter den Basreliefs von Sethos I. sind heute noch Spuren der Originalszenen zu sehen.

In den insgesamt dreizehn Szenen des IV. Registers erscheint dann Sethos I. opfernd vor Chons, Amun-Re und Mut, Min (Amun-Kamutef), Re-Harachte, Hathor und Mut.

Barkendarstellung:
Am südlichen Ende der Westwand der Hypostylhalle (innere Rückwand des II. Pylons - nördlicher Teil) befand sich eine imposante Darstellung der Barke des Amun, Userhat (2). Die ursprüngliche Darstellung, die den Szenen der Ostfassade des III. Pylons ähnelt (Ramses II.), zeigte die große Barke Userhat, die von einer weiteren, gigantischen, von Ruderern fortbewegten Barke gezogen wird, die in Richtung Luxor fährt. 

Die Anordnung der Darstellung wurde während der Vergrößerung des Hypostylsaals vollständig überarbeitet, wobei die große Barke Userhat durch eine kleinere Barke ersetzt wurde, welche nun nicht mehr von Ruderern, sondern vom einem weiteren Schiff mit drei Göttern und dem König selber geschleppt wurde. Diese kleineren beiden Schiffe zeigen Spuren einer Modifizierung. Nach Champollion befinden sich auf der vorderen Schleppbarke 3 Götter und der König (Sethos I.) selbst. "Vorne am Bug befindet drei Standarten (Upuaut, der Falke und die königliche Kartusche) (2). Der Kopf der ersten Götterfigur ist weggebrochen. Er scheint schakalköpfig gewesen zu sein, was auf Upuaut hindeutet. Die zweite Figur ist der König, Sethos-Merenphat, die dritte widderköpfig und die vierte falkenköpfig." (2). 

Hypostyl - Rückseite  II. Pylon / Westwand/nördl. Hälfte - Barke des Amun-Re
-  (PM II² 152, III. Register, 1 Szene) -

Der König (Sethos I.) steht auf der Barke des Amun-Re, die von einer weiteren Barke (links der Königsbarke - nicht mehr im Bild) gezogen wird. Er trägt den blauen Helm (Chepresch) und wirft Weihrauchkörner in den Räucherarm. Vor ihm steht ein kleinerer Barkenaufbau der von den Seelen von Nechen und Pe getragen wird. 

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo4U - bearbeitet von Nefershapiland
- alle Rechte vorbehalten -

 

Hypostyl - Rückseite  II. Pylon / Westwamd- opfern von Milch und Kühen
- (PM II² 152, III. Register, 4. Szene (PM II² 152) -

Der kniende König Sethos I. opfert 4 Kühe und zwei Behälter mit Milch vor Amun-Kamutef und Hathor (nicht mehr imBild)Im Text über dem Kopf des Königs werden seine Namen Sethos-Merenptah und Men-maat-re genannt.

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo4U - bearbeitet von Nefershapiland
- alle Rechte vorbehalten -

 

Hypostyl - Rückseite  II. Pylon / Westwand
- (PM II² 152, III. Register, 5. Szene) -

Der kniende König opfert die Maat vor dem Gott Amun-Re und der dahinter stehenden Göttin Mut (nicht mehr im Bild).

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo4U - bearbeitet von Nefershapiland
- alle Rechte vorbehalten -

 

 

 

Nördliche Hälfte des Hypostyl in Karnak / 
 (PM II² 153-154)

 

 

 

Plan nach Porter & Moss - bearbeitet von Nefershapiland
- alle Rechte vorbehalten -

Nach Porter & Moss befinden sich an dem Torpfosten (PM 163 b) an der Nordostecke des Großen Säulensaales (das zu einem Treppenaufgang führt) und auf dem Türsturz  (PM II² 163a-b) Namen und Titel von Sethos I. (siehe Plan oben)

Des weiten befinden sich (lt. PM) auf dem Torpfosten des Tores an der Nordwestecke des Großen Säulensaals (das Tor führt ebenfalls zu einem Treppenaufgang) die Namen von Sethos I. (PM II² 161 b).

Nördliche Außenwand, rechts (westlich) vom Durchgang – PM 170
Lt. der Dissertation von Ute Rummel (Pfeiler seiner Mutter -Beistand seines Vaters - Pdf-online-Version, S. 120) erscheint Iunmutef  - hier als Wegeöffner des Königs (Sethos I.) in einem für ihn ungewöhnlichen Kontext: Er führt zusammen mit Amun-Re Sethos I. (gefolgt von seinem Ka) die unterworfenen Fremdlandkartuschen zu. Iunmutef ist hier in unüblicher Ikonographie dargestellt. Er trägt eine Perücke mit langen Bruststrähnen und einen Schurz mit Uräusgehänge. Die Szene erstreckt sich über zwei Register (PM 170).

Rede des Iunmutef: "[...] (Ich) habe dir alle Länder und Fremdländer unter deiner Sohle gegeben".
Aus der Rede Amuns (Auszug Zeile 14-17) geht hervor, dass Iunmutef den König (Sethos I.)  bei der Einnahme der Fremdländer geleiten soll: "Ich habe dir die Wege Punts geöffnet [...], die dort sind. Ich habe dir Iunmutef zugewiesen, um dich zu führen, Chons und Horus-Sopdu [...], bereit als dein Gefolge. Behedeti bereitet dir seine Hände als kühles Gemach. Die Fremdländer [...], [die] Ägypten [nicht] kennen, ich veranlasse, dass deine Majestät sie durchziehe wie ein Vergnügter, wie ein Schakal".

(Zitat aus Rummel: Pfeiler seiner Mutter - Beistand seines Vaters, S. 120)

In der identisch aufgebauten Szene links (östlich) des Durchgangs steht an der Stelle Iunmutefs die Göttin Waset. 

Nordwand:

Im oberen Bereich der westlichen Hälfte der Nordwand ist das 1. Register zerstört (PM 153) - im 2. Register befinden sich 8 Szenen mit Opferdarstellungen (Opfern von Blumen, Weihrauch, Brot, Salbe und Wein) des Königs vor den Göttern. 

Hypostyl/Innere Nordwand, westliche Seite 
(PM II², 153, II. Register, Szene 5+6)

Der König opfert Brot an Atum und Weihrauch an Amun (rechts) - darunter die Barke des Chons - getragen von den Priestern auf ihren Schultern.

Bild:    Karnak-Tempel, Hypostyl hall, Seti I. 
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Im unteren Register der nördlichen Wand (Westhälfte - PM 153, III. Register) befindet sich drei Götterbarken, die Barke des Amun, gefolgt von den Barken des Chons und der Mut. Sie werden von kahlköpfigen Priestern getragen und bewegen sich ostwärts in Richtung des nördlichen Tordurchganges. 

Hypostylhalle - Nordwand, westliche Seite - Barke des Amun
(PM II², 153, III. Reg., 1. Szene)

Die Priester tragen die Barken der thebanischen Triade (hier Amun) auf ihren Schultern und werden vom König (Sethos I.) und dem Prinzen Ramses (später König Ramses II.) - (Köpfe im Bild unten) begleitet.
Bild:    Karnak-Tempel, Hypostyl hall, Seti I. 
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Auf der Barke des Amun befindet sich ein Schrein, der in der Darstellung sehr detailliert zu sehen ist. Im oberen Teil des Schreins sitzt der widderköpfige Amun-Re mit der Atef-Krone auf dem Haupt. Er ruht auf einer Lotus-Blume und wird von den Flügeln von zwei  aufrecht stehenden - mit der Sonnenscheibe gekrönten - Göttinnen beschützt. Sie halten die Maat-Feder und das Anch-Zeichen in ihren Händen.

Vor dem Schrein sitzt unter einem vom Wind aufgeblähten Segeltuch die Göttin Maat mit der Feder auf dem Kopf und mit der Sonnenscheibe bekrönt, was eine anaglyphische Form des Königsnamens Men-maat-Re ist. Der falkenköpfige Gott Re - ebenfalls mit der Sonnenscheibe bekrönt sitzt in dem Schrein auf dem hieroglyphischen Zeichen für "men" und hält die "Maat-Feder" in seinen Händen und wird von zwei Göttinnen mit dem Anch- und dem Djet-Zeichen in den Händen beschützt.

Hypostyl Halle: Nordwand - westliche Hälfte/oberstes Register 
(PM II² 153, III. Reg., Szene 3)

Oben: die Priester tragen die Barke des Chons auf ihren Schultern, darunter (stark zerstört) die Barke der Mut, ebenfalls getragen von den Priestern.
Bild:    Karnak-Tempel, Hypostyl hall, Seti I. 
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Weiter nach links auf der Wand (kurz vor dem Tordurchgang PM 161) befindet sich eine Darstellung Sethos I. mit einer Lotusblume und einem Papyrusbouquet in der Hand. Er trägt die kurze, sog. nubische Perücke auf dem Kopf und opfert vor der in einem Naos aufgestellten Barke des Amun. 

Hypostyl des Amun-Tempels - Nordwand, westl. Seite 
(PM II², 153, III. Register, Szene 4

Sethos I. opfert ein Blumenbouqet vor der aufgeständerten Barke des Amun
Bild: Karnak Tempel Hypostyl, Sethos I. Nordwand
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Östliche Hälfte der Nordwand:

Das nördliche Portaltor (PM 162) ist auf dem ersten Blick nicht besonders interessant und viel kleiner als der große Haupteingang durch den II. Pylon (am westlichen Ende der Halle). Die obere Hälfte des Nordtores ist verloren - einschließlich des Türsturzes und es sieht heute wie eine Lücke in der Mauer aus. 

Tempel des Amun/Nord-Wand/östliche Seite - Torpfosten
(PM II², 162b II. Register)
- Sethos I. übergibt ein Modell des Tempels an Amun-Re und Mut -

Von der Dekoration des Torpfostens (2 Register) ist nur noch der untere Block erhalten. Der König vollzieht die rituelle Handlung: "Geben des Tempels an Amun-Re und Mut", d. h., er übergibt Amun-Re und Mut ein Modell des Tempels. 

Auffällig ist hier, dass die Figur des Königs nach der ersten "Eingravierung" auf der Mauer komplett überarbeit wurde. Es fällt bei einer genaueren Betrachtung auf, dass die Figur des Königs "mehr als einmal" überarbeitet wurde. Das Profil des Königs wurde geringfügig vergrößert und es gibt zahlreiche "ungraden" Linien, die durch den Oberkörper und die Arme verlaufen.

In der Nähe der Unterseite seiner Perücke befindet sich sogar ein "Loch" - dort, wo sich ungefähr das Ohr unter der Perücke befinden würde. Auch die Perücke selber weist einige "merkwürdige" Linien auf (nahe der Rückseite) (2). 

Vermutlich trug der König eine andere Krone (die Nemes-Kopfbedeckung ?) und den kurzen Königsbart. Die verschiedenen Linien lassen die Vermutung zu, dass der König in der originalen Version aufrecht stand - in der überarbeiteten Fassung beugt er sich vor zu den Göttern hin, was bei den Darstellungen von Sethos I. aber durchaus üblich war (siehe dazu Schwaller de Lubicz, Temple of Karnak - Rochester-Verlag 1999, Abb. 28)

Bild:    Karnak Great Hypostyl Hall
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Die Darstellungen im II. Register der östlichen Nordwand sind von höchster Qualität und wurden im erhabenen Stil (Basrelief) von den Handwerkern Sethos I. in die rechte Umfassungsmauer des Amun-Tempels eingraviert. Der oberste Teil der Wände ist zerstört und auch von den verbliebenen zwei Registern fehlen Teile.

Auf den beiden unteren Darstellungen wird der König von den Göttern empfangen und als Herrscher bestätigt. Auch die Texte handeln zum überwiegenden Teil von der Legitimierung des Königs

Im zweiten Register an der östlichen Nordwand befinden sich einige gut erhaltene und interessante Szenen: (von links)
1. Szene: (nicht im Bild) der König opfert Wein an Amun,
2. Szene: opfert einen Halskragen an Amun
3. Szene: der König opfert Weret-Hekau eine Wasseruhr (Clepsydra), die mit einem Pavian dekoriert war - darunter ein Opferständer,
4. der König kniet vor einem Persea-Baum. Hinter ihm steht Thot und schreibt die Namen des Königs auf den Blättern des Baumes.
    - nach rechts setzt sich diese Szene fort mit Weret-Hekau, welche zusammen mit Re-Harachte dem knienden König ewige Heb-sed 
     geben. 
5. Der König opfert Wasser an Amun (ganz rechts)
6. (nicht mehr im Bild) der König mit einem Opfertablett auf seinem Kopf, zusammen mit seinem Ka vor Amun-Re
7. Sethos I. opfert Wein an Amun (nicht im Bild)
8. Salbe an Amun (nicht im Bild)

Nordwand/östliche Seite des Großen Hypostyl-Saales im Karnak-Tempel
(PM II², 154, II. Register, Szene 2-5) - 
- der König in Ritualhandlungen vor den Göttern -

Bild:    Karnak Great Hypostyl Hall Übersicht
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

 

Tempel des Amun/Nord-Wand/östliche Seite -
( PM II², 154, II. Register, Szene 4+5)

Das zweite Register setzt sich nach rechts (Osten) fort - wir sehen links den knienden König vor dem Persea-Baum (Isched-Baum); die 4. Szene zeigt Im zweiten Register an der östlichen Nordwand befinden sich einige gut erhaltene und interessante Szenen:
von links: Der kniende König Sethos I. mit der oberägyptischen Krone überreicht der Göttin Weret-Hekau eine Wasseruhr (Clepsydra), die mit einem Pavian dekoriert war - darunter ein Opferständer. In der zweiten Szene kniet der König vor einem Persea-Baum. Hinter ihm steht Thot und schreibt die Namen des Königs auf den Blättern des Baumes.
Bild:    Karnak Great Hypostyl Hall NordwandSachmet
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013 (bearbeitet von Nefershapiland)
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Der König wird gereinigt und in den Tempel eingeführt. Dann weihräuchert er vor den Prozessionsbarken der thebanischen Triade, die sich in einem Schrein befinden (aufgeständert sind - siehe Nordwand/westliche Seite). Anschließend werden die Barken von den Priestern auf ihren Schultern zu ihrem Ziel getragen und ziehen zusammen mit dem König an einen Ort - lt. Beischrift "dem Denkmal, wo sie ruhen möchten". Die Darstellung der beiden Prozessionsbarkenszenen an den Wänden der Nordwand lässt vermuten, dass sie mit einem Fest oder einer Prozession verbunden sind, wobei aber ein Ortsname nicht angegeben ist.

Der Ort des Auszuges ist die Große Säulenhalle von Theben [.....das Gotteshaus, welches im Hause des Amun-Re ist] (5) - er war die letzte Station, bevor die Prozessionsbarken den Tempelbereich verließen auf dem Weg zu den Festen - während der Zielort das verborgene Sanktuar des Ach-menus ist (nach Beendigung des Festes), wo sich der Schöpfergott Amun-Re mit den restlichen Gottheiten der Urgötter trifft, was durch die Darstellung der Neunheit (Urgötter) verdeutlicht wird (5). 

Die Darstellungen auf der Nordwand (westliche Hälfte und östliche Hälfte) wurden in der üblichen Weise angeordnet - streng nach den geographischen Orten der Festplätze. Der König erhält im unteren Register (nicht im Bild) Jubiläen von Amun-Re in Gegenwart von Mut und Chons - die Darstellung der Großen Götterneunheit symbolisiert den Amun-Tempel von Karnak, den Ausgangspunkt der Prozession (wahrscheinlich das Talfest). (5)

Tempel des Amun/Nord-Wand/östliche Seite 
(PM II², PM 154, II. und III. Register)

Die Darstellungen auf der östlichen (rechten) Seite der Nordwand setzen sich in 3 Register fort, wobei das oberste Register zerstört ist. Im II. Register (oben) (mit insgesamt 8 Szenen) sehen wir den knienden König der ein Collier an Amun-Re opfert, eine Wasseruhr an die Göttin Weret-Hekau (siehe Bild oben).

Das III. Register zeigt abermals eine Barkendarstellung (sehr zerstört); die Barken werden von den Priestern auf ihren Schultern getragen. Der König weihräuchert vor den Barken (nicht im Bild)

 

Bild:    Karnak Great Hypostyl Hall Nordwand
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

 

Tempel des Amun/Nord-Wand/östliche Seite 
- (PM II², PM 154, III. Register, Szene 5) - 
- oberer Teil der "Großen Neunheit" -
ganz rechts in der Nordwand über dem Treppenaufgang im Nordosten

Die "Große Enneade" (Urgötter) von Karnak symbolisiert in der gesamten Darstellung auf der östlichen Nordwand den Großen Amun-Tempel von Karnak - also den Ausgangspunkt der Reise der Heiligen Barken.
Von links nach rechts sind dieses im Bild: 
Month "Herr von Theben, Herr des Himmels",
Atum "Herr der zwei Länder, der aus Heliopolis",
Shu "der Sohn des Re, Herr des Himmels",
und Tefnut "Herrin des Himmels, Herrin der zwei Länder".

Der untere Teil der "Großen Enneade" ist sehr zerstört. Nach rechts setzen sich dann die Darstellungen auf der Ostwand fort, die durch die Rückseite des III. Pylons gebildet wird.
Bild:    Luxor Karnak-Tempel, Große Enneade von Theben
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

 

Ostwand 
- Vorderfront des III. Pylons - 

Der III. Pylon bildet die Ostwand der Großen Säulenhalle (Hypostyls). Er ist sehr stark beschädigt und nur noch bis zu einem Viertel des Mauerwerkes seiner ursprünglichen Höhe ist erhalten. Die Dekoration der Innenwände der Ostwand ist ebenfalls stark beschädigt, wobei ganze Register im oberen Bereich der Wand heute nicht mehr vorhanden sind. Über 45 Szenen, verteilt auf vier Register erstrecken sich über die Nordhälfte der Ostwand (aus der Zeit Sethos I.). Die einzelnen Szenen haben aber weder die gleiche Größe noch die gleiche Anzahl und werden durch senkrechte Nischen (Flaggennischen) unterbrochen. Die Dekoration der Pylonvorderseite wurde auf der östlichen Wand (nördliche Hälfte) von Sethos I. und auf der südlichen Hälfte von Ramses III. vorgenommen (5). 

Das zentrale Thema der Ostwand scheint die Erneuerung des Gottes im Amun-Tempel von Karnak zu sein und stehen hier nicht im Zusammenhang mit einer Prozession. Das Hauptaugenmerk der Handlungen ist der Vollzug des Kultes um den Gott Amun, welcher im Inneren des Tempels ausgeführt wird (5).

Viele der heute noch vorhandenen Szenen der nördlichen Hälfte der Ostwand stellen das "tägliche Kultbildritual" dar, sind aber zumeist nur aufgrund ihrer Beischriften als solche zuzuordnen. Im großen Amun-Tempel gibt es an seinen Innenwänden an keinem Teil eine solche große Ansammlung von Ritualdarstellungen wie an den Wänden der großen Säulenhalle. Zumeist wurden die hinteren Wände eines Tempels mit solchen Kultbildritual-Darstellungen geschmückt, aber bislang ist es ungeklärt, warum auch die Wände des Hypostyls mit derartigen Dekorationen ausgeschmückt wurden.

Hypostyl Halle - Ostwand/Nördliche Hälfte 
Unteres Register (PM II² 155, Reg. IV. 1. Szene)

oben IV. Register: 
Sethos I. opfert zwei zwei "torches" und in der zweiten Szene Weihrauch an den ithypalischen Amun-Re.
unten  V. Register:
[Sethos I] mit Opferliste vor der aufgeständerten Barke des Amun-Re im Sanktuar
Bild:    Karnak-Tempel, Hypostyl hall, Seti I. presenting two Tapers
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Eine weitere Gruppe der Dekorationen zeigt Opferdarstellungen des Königs vor den Göttern und sind stets neben den Darstellungen des täglichen Kultbildrituals platziert. Nirgendwo anders in der Großen Säulenhalle sind die Innenwände derart häufig zusammenhängend mit Opferszenen dekoriert, wie an der Ostwand. Somit gibt die Ostwand das Kultgeschehen im Inneren des Amun-Tempels wieder und benennt damit die Stellung des Königs als den Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen.

Hypostyl Halle - Ostwand/Nördliche Hälfte (PM II² 155, I. + II.  Register)

1. Register (oben): Sethos übergibt Opfergaben an Amun und opfert Salbe an Ptah, sowie Weihrauch an Mut und Chons.
2. Register: Nemset-Vase an Chons, Salbe an Sachmet und Wein an Amun und Ament
Bild:    Karnak-Tempel, Hypostyl hall, Seti I. Ritualhandlungen
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

 

Hypostyl Halle - Ostwand/Nördliche Hälfte (PM II² 155, III. + IV. Register)

3. Register (oben) - Sethos I. erhält Uraeus-Szepter von Mut, opfert die Maat an Amun-Re
4. Register (unten) - Sethos I. kniet vor Osiris, opfern von Weihrauch vor Amun-Kamutef, opfert Salbe an Amun-Re mit Mut und Chonsu (beschädigt)
Bild:    Karnak-Tempel, Hypostyl hall, Seti I. Szepter von Mut
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

 

Hypostyl Halle - Ostwand/Nördliche Hälfte (PM II², 155 II., III. + IV. Register)

Darstellungen an der Vorderfront des III. Pylons: Sethos I. vollzieht die "täglichen Rituale": - nach rechts hin ist hinter einer zerstörten Flaggenmastnische der Obelisk der Hatschepsut zu sehen. Die hier zu sehenden Szenen zeigen von oben nach unten:
1. Register: an diesem Teil der Wand zerstört
2. Register: teilweise heute nicht mehr vorhanden - 5. Szene: König opfert Wein 
    an Amun und Ament;
3. Register: 7. Szene: Opfern von Wasser an Amun-Re und Hathor (mit einem Bogen
    in der Hand) 8. Szene (vor der Nische): Sethos I. mit seinem Ka opfert Blumen an
    Amun-Kamutef und Isis.
4. Register (unten): 12. Szene: Sethos I. opfert Salbe an Re-Harachte, 
                                 13. Szene: Sethos I. opfert Nahrungsmittel an Chepri
Bild:    Karnak-Tempel, Hypostyl hall, Seti I. 3. Registser
Autor: Kairoinfo4U, Flickr 2013
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Vorbau am 3. Pylon nach PM II² (176–183)
Der Vorbau (Vestibüle) des III. Pylons ist weitgehend zerstört und wurde von Amenophis III. oder Amenophis IV. erbaut. Nichts außer einigen Resten der "Hülle" (Außenmauer), die während der Modifikation der Hypostylhalle am III. Pylon errichtet wurden, sind übriggeblieben. Die Dekorationen auf den Wänden des Vorbaus stammen aus der Zeit Sethos I. und Ramses II. Einige Dekorationen wurden noch unter Sethos I. im erhabenen Relief ausgeführt, später dann von Ramses II. in einen vertieften Relief umgearbeitet und usurpiert mit seinen eigenen Kartuschen. 

Vorbau (Vestibül) vor dem III. Pylon

PM 176a-b:
a) Pilaster: 6 Register Ramses II. b) 6 Register Ramses II.
c) 5 Register Sethos I
PM 177: fünf Register Sethos I.:
1. Register: zerstört 
II. Register: 4 Szenen: 
Der König opfert die Maat an Ptah und Sachmet und opfert vor [Amun und Mut],
Szene 3+4 sind zerstört
III. Register: Vier Szenen:
Mehrere Opfer und Libationsszenen (vor Amun und Ament ?).
Register IV.: Vier Szenen:
Der König opfert vor Amun und Mut (und Chons in der 4. Szene),
Register V: Reste von Szenen, der König vor Amun, Chons und Ament.

Die Darstellungen und Inschriften PM 178, 179 und 180 stammen aus der Zeit von Ramses II.

Plan: nach Porter u. Moss (bearbeitet von Nefershapiland)

Es ist heute umstritten, ob König Amenophis IV (Echnaton) zu Beginn seiner Regierung vor dem III. Pylon - der von seinem Vater Amenophis III. errichtet wurde - einen Vorbau bauen ließ, oder ob dieses Bauelement noch von Amenophis III. errichtet und dann nur von seinem Sohn dekoriert wurde. Von der Dekoration unter Amenophis IV. / Echnaton ist nur noch die von die EdF-Szene von der Nordwand erhalten geblieben, die sich heute im Open Air-Museum befindet.

Bis vor einigen Jahrzehnten stand dieses Wandelement (PM 177) aus der Zeit Amenophis IV. noch an ihrem ursprünglichen Standort - als Seitenwand des Vestibüls (Vorbau) am III. Pylon. Irgendwann Ende der 1950er Jahre begann man mit dem Abbau des nördlichen Teiles des III. Pylons, in dem zahlreiche ältere Bauten als Füllmaterial verbaut waren. Wie oben schon erwähnt ist es heute umstritten, wer der Erbauer des vorgebauten Eingangsbereichs des III. Pylons war - aber zumindest die Dekoration stammt von Amenophis (Echnaton). Heute steht dieses zum Nordteil des Vorbaus zugehörige Wandteil (13,75m hoch und 9,80m breit) mit dem Motiv des "Erschlagen der Feinde" im Open Air Museum des Karnak-Tempels. 

Freilichtmuseum Karnak - Teil eines Vorbaus des III. Pylons (PM II² 177)
mit Zuweisung (aufgrund Reste der Inschriften) an König Amenhotep IV./Echnaton
Höhe: 13,75m, Breite 9,80m

- siehe hierzu auch: naunakhte.aegyptologie.com/luxor/karnak/oam/edf.htm -

Die Figur des Königs ist grob ausgehackt und nur der Arm, der die Feinde an ihrem Haarschopf hält ist unzerstört. Dieses muss vor dem Bau der neu davor errichteten Mauer unter Sethos I. geschehen sein.

Nur noch Reste der Inschrift, die sich oberhalb der Feindarstellung befindet, sind erhalten, erlauben aber die Zuweisung und Datierungshinweise auf König Amenhotep.. Die Kartuschen nennen uns seinen Namen aus seinem 1. Regierungsabschnitt (Amenhotep/Amenophis) - bevor er ihn ihn Echnaton änderte. In der linken Kartusche steht der Name des Gottes Amun.

Bild: mit freundl. Dank Peter Alscher, Kümmersbruck 2009

Mit dem Anbau der hypostylen Halle unter Sethos I. musste der III. Pylon umgearbeitet werden, denn die Neigung der Pylon-Aussenseite passte nicht zu den von den Baumeistern Sethos I. geplanten geraderen "Innenwände" der hypostylen Halle. Um dieses Problem zu umgehen, baute man eine Wand vor dem Pylon. Damit behielt man die alte Dekoration und vermied eine "Verärgerung der Götter" und erhielt selber neue Flächen zur eigenen Darstellung. Dieses geschah auch bei dem Vorbau aus der Zeit Amenophis III./Amenophis IV. Die "Erschlagen-der-Feinde-Szene" (EdF) aus der Zeit Amenophis IV./Echnaton wurde von den Baumeistern Sethos I. mit einer neu davor gebauten Wand verdeckt. Diese neue Wand steht heute noch in der hypostylen Halle, während das Wandteil mit der EdF-Szene bis Ende der 1950ziger Jahre (und zur Zeit von Porter & Moss) ebenfalls noch an Ort und Stelle stand - dann aber abgetragen und im Open Air Museum wieder aufgebaut wurde.
(Unser Dank geht hier an Frau Elke Noppes für die gute Erklärung der Unstimmigkeiten dieses Bauteils).

Nördliche Seite des Anbaues von Sethos I. vor dem III. Pylon (PM 177)
- Neu errichtete Mauer - heute noch in situ befindliches Wandteil vor dem III. Pylon -

Infolge der Umgestaltung des III. Pylons ließ Sethos I. eine neue Mauer vor der nördlichen Wand des Vorbaus aus der Zeit Amenophis III./Amenophis IV. errichten, die er mit Opfer- und Ritual-Darstellungen vor den Göttern dekorieren ließ (PM 177 - 5 Register)
 - alle nach Porter & Moss -

Register I. = zerstört
Register II. = 4 Szenen:
1. Szene = der König opfert die Maat vor Ptah und Sachmet;
2. Szene = der König opfert vor [Amun und Mut],
3. und 4. Szene = zerstört

Register III. = 4 Szenen:
1. Szene = König opfert Salbe vor Amun;
2. Szene = König opfert (Salat) vor Amun;
3. Szene = König weihräuchert vor Ament (?);
4. Szene = König weihräuchert und libiert vor [Amun;

Register IV. = 4 Szenen:
1. Szene = König opfert vor Re-Harachte und Isis;
2. Szene = König opfert Blumen vor Amun und Mut;
3. Szene = König opfert einen Blumenstrauß vor Amun;
4. Szene = König opfert vor [Chons];

Register V. = Reste von Szenen - der König vor Amun, Chons und Ament

Bild: Mit freundl. Dank Frau Elke Noppes

West-Ost-Achse/zwischen IV. und V. Pylon sowie Palast der Maat
Sethos I. lässt in der Ost-West-Achse die amarnazeitlichen Schäden beseitigen und mach sie teilweise durch Restaurierungsvermerke (Rv) kenntlich. Außerdem erneuert er auf den beiden Obelisken der Hatschepsut die ausgehackten Darstellungen des Amun-Re in den Ritualszenen. Des weiteren ersetzt er eine Mittelkolumne von Hatschepsut auf dem südlichen Obelisken durch einen heute nur noch teilweise erhaltenen Restaurierungsvermerk: "Erneuern des Denkmals [....]" (6). 

Nach PM II² 79, (202, l) und Schwaller de Lubicz, Karnak II, pl. 114 befindet sich am IV. Pylon (nördlicher Turm) an der Südecke der Ostseite eine Szene, die im versunkenen Relief ausgeführt ist, von der nur noch der untere Torso und die Beine einer sitzenden Gpöttin erhalten ist. Hinter ihr steht eine kleinere Gottheit, die ein Tablett zu halten scheint. Beide Gottheiten zeigen Überarbeitungsspuren, was vermuten lässt, dass Sethos I. die Wiederherstellung einer früheren Szene - nach einer Amarna-Überarbeitung - vornehmen ließ. Die linke Hälfte der Szene ist heute nicht mehr vorhanden. Hier war evtl. der König zu sehen. Auf der Figur der Göttin sind wenige Spuren einer Aushackung zu erkennen - während auf der Basis der Szene und bei der kleiner darstellten Gottheit deutliche Aushackungen zu sehen sind.

Sethos I. fügte unterhalb der Darstellung einen Wiederherstellungstext ein - allerdings mit einer etwas unbekannten Schreibweise des Thronnamens (Mn-n-maat-Re) - eine Variante, die wir aus den ersten Jahren seiner Regierungszeit kennen (8). 

Anmerkung:
Porter & Moss II² 202 l nennt hier allerdings Sethos II. als Eigentümer der Restaurationsinschrift - während Peter J. Brand (8) auf Seite 66 seines Werkes Sethos I. nennt.

Karnak - West-Ost-Achse / zwischen IV. und V. Pylon
Wadjed–Halle und Palast der Maat

Zeichenerklärung:
OB = Obelisk der Hatschepsut (nördliche) **
Rv1 = Renovierungsvermerk, Wadjet-Halle/Obelisk
Rv2 = Renovierungsvermerk, Wadjet-Halle/Obelisk
Rv3 = Renovierungsvermerk, Wadjet-Halle/Obelisk
rWv = restaurativer Widmungsvermerk Wadjet-Halle/Obelisk

Einer der beiden Obelisken der Hatschepsut in der Wadjet-Halle steht noch (der nördliche Obelisk "E"), der zweite ist umgestürzt und zerbrochen (der südliche Obelisk "F"). Der obere Teil befindet sich heute in der Nähe des Heiligen Sees. Thutmosis III. ließ die beiden Obelisken der Hatschepsut bei der Überdachung der Wadjet-Halle "einmauern" - ließ sie aber ansonsten unbeschädigt. In der Amarna-Zeit wurde die Elektrumverkleidung der Spitze entfernt und die Reliefs teilweise zerstört. 

Sethos I. erneuerte auf beiden Obelisken der Hatschepsut die in der Amarna-Zeit ausgehackten Figuren des Amun-Re in den Ritualszenen. Restaurierungsformeln sind in wenigen Szenen auf beiden Obelisken verstreut zu finden. Am nördlichen (Obelisk "E") befanden sich diese in der Mitte des Schaftes auf der Süd- und Westseite. Auf dem südlichen Obeliks ("F") ersetzte er eine Mittelkolumne der Hatschepsut durch einen Restaurationsvermerk in großen Hieroglyphen: "Erneuern des Denkmals [....]" (6)- 

PM 210a =südl. Tor der Wadjet-Halle, Nord-Ost Türpfosten:
                   Von der Dekoration Sethos I. ist nur noch ein im erhabenen Stil ausgeführte Relief
                    auf dem östlichen Pfosten erhalten geblieben. Der König macht einen Grußgestus.   
                    Usurpationsspuren eines früheren Reliefs sind nicht erkennbar ((8).
PM 210b = Südliche Hälfte der Wadjet-Halle, östliches Tor/ westlicher Pfosten
                    Darstellung Amenophis II mit Grußgestus 
                    Restaurationsvermerk Sethos I. unterhalb des Königs von Sethos I. - evtl. ließ Sethos
                    den während der Amarnazeit beschädigten Namen des Königs wiederherstellen und 
                    die Epitheta von Amun sowie evtl. Beschädigungen der Szenen (8). 
PM 223 + 224 = Im Hof zwischen dem V. und VI. Pylon (Vestibül Thutmosis III.) - gleich links und
                    rechts hinter dem Tor des V. Pylons befinden sich an den dortigen Granitpfosten 
                    dieses Tores mindestens drei Szenen in denen der König von einer anderen Gottheit
                    vor Amun-Re geführt wurde. Der Renovierungstext von Sethos I.) siehe Schwaller de
                    Lubicz, Karnak, pls. 122-34) befindet sich in den untersten Registern beider Pfosten.
                    Nach Peter Brand (Monuments of Sety I. page 72) sind auf dem Hintergrund keine
                    Spuren einer Löschung zu sehen. Die Renovierungen wurden sehr sorgfältig durch-
                    geführt und die Figur des Amun mit seinem Namen und Epitheta wurden im 
                    versenktem Relief ausgeführt. Die Figuren des Gottes Amun wurden in einem Stil
                    dargestellt, der mit den Reliefs von Tutanchamun übereinstimmt. Es gibt auch (lt. 
                    Brandt) keinerlei Hinweis darauf, dass diese Amun-Figuren mehr als einmal 
                    restauriert wurden. Peter Brandt ist daher der Meinung, dass Sethos I. wahrscheinlich
                    den beiden untersten Darstellungen auf beiden Pfosten lediglich einen Erneuerungstext
                    hinzufügte - ohne an den Darstellungen Änderungen vorzunehmen.

** der südliche Obelisk der Hatschepsut: oberer Teil mit Pyramidion befindet sich heute westlich des See-Tempels von Taharqa - 

Plan: nach Porter u. Moss (bearbeitet von Nefershapiland)

Nach Silke Grallert (Bauen-Stiften-Weihen) ließ Sethos I. am Zugang zu den südlichen Räumen der Hatschepsut (Palast der Maat) einen Renovierungstext am linken Torpfosten anbringen: "Erneuerung des Denkmals, das der König gemacht hat" (PM II² 239c)

Tempel des Amun - Zwischen VI. Pylon und Festival-Tempel Thutmosis III.

Ein weiterer - allerdings stark beschädigter Restaurationsvermerk befindet sich an der Passage durch den VI. Pylon/nördlicher Durchgang (PM II² 239c). Von der Darstellung ist nicht viel mehr als die Beine einer Gottheit zu erkennen, welche den König geleitet. Dazwischen befindet sich der Restaurationstext //////// n nb TAwy [M] n-mAa.t-Re ///// (.....für den Herrn der beiden Länder Men-n-maat-Re.....) (siehe Plan oben).

Im Raum VI. des Festival-Tempels Thutmosis III. befindet sich der untere Teil von Szenen mit Sethos I. (?), die ihn mit der Großen Götter-Enneade zeigt - am Ende mit der Göttin Inty/Inyt - (PM II² 265) - kniend vor Amun-Re, Mut, Ament (?) und Chons. Der Text ist über eine ältere Szene angebracht lt.PM). 

Plan: Porter & Moss 

Unter der Regierung von Sethos I. fanden auch Restaurierungsarbeiten am (heute zerstörten) Granitbarkensanktuar von Thutmosis III. (PM II², 275) . Auf einem der beiden Blöcke, die auf dem Kopf stehen (wiederverwendet an den Decken der Räume IX. und X. des Barkenschreines von Phillip Arrhidaeus) ist eine Opferszene des Königs mit der ithypalischen Form des Gottes Amun-Re erhalten geblieben. Sethos I. ließ außerdem einen Erneuerungstext einfügen. Nach Peter Brand, Monumente of Sety I. (8) - Seite 73, sind keinerlei Spuren einer Aushackung oder einer früheren Version zu sehen. Die restaurierte Figur des Königs stimmt mit anderen Figuren von Sethos I. überein (8).

Räume im südlichem Hof Thutmosis III. 
(Palast der Maat) - Raum VII. und XVI

Die Fragmente des Granitschreins von Thutmosis III. (PM 275) befinden sich jetzt südlich des Schreins von Philip Arrhidaeus. Oben sind die Überreste einer Opferszene an die ithyphallische Form des Amun-Re zu sehen, während unten eine Opferliste aufgeführt ist. Auf dieser Opferliste befindet sich eine horizontale Textzeile, die nur noch teilweise erhalten ist: ".......Opfer für Amun (?)....von Jahr 1 bis Jahr 46 und bis Millionen ....". Dieses impliziert, dass es sich um das derzeit höchste Datum der Dekorationsstruktur handelt (Quelle: GM 79/1984 - Charles C. Van Siclen)

Sethos I. ließ einen Erneuerungstext vor der Gottheit einfügen.

Nach Porter & Moss II² 104 (313) befinden sich auf dem äußerem Türsturz (rechter Teil) von Raum XVI. (dem sog. "Reinigungsraum") im "Palast der Maat" die königlichen Titel von Thutmosis III. mit dem Namen des Tores. 

Dieser granitene Durchgang in die nord-östliche Ecke des Raumes XVI vom "Palast der Maat" ist sehr schwer beschädigt. Aber auf der Basis des linken Torpfostens hat sich ein Wiederherstellungstext von Sethos I. erhalten. Es konnte lt. Peter Brand (8) nicht geklärt werden, ob und welche weiteren Restaurierungsarbeiten Sethos I. in diesem Teil des Tempels durchführen ließ.

Plan Porter & Moss - bearbeitet von Nefershapiland

 

 

wird fortgeführt....

Quellen und Literatur-Angaben:
1. Kemet 2/2007, Sethos I. als Bauherr in Karnak: Christian Dereser/Gabyx Otto -S. 17-23
2. The temples of Karnak, R. A. Schwaller des Lubicz, Thames & Hudson 1999;
3. Saoc19 (Pdf) - The oriental Institute of the University of Chicago - The Coregency of Ramses II with Seti I and the date of 
    the Great Hypostyle Hall at Karnak/by Keith C. Seele;
4. Ägypten und das Alte Testament (ÄAT 78), A. Schlüter;
5. Der Amun-Tempel von Karnak, Ali El Sharkawy - Verlag Dr. Köster, Berlin 19978
6. Bauen-Stiften-Weihen Bd. 18/1 und 2 / Achet-Verlag Berlin, 2001,
7. UCLA Encyclopedia of Egyptology, S. 15 (Karnak: Development of the Temple of Amun-Ra) Author: Sullivan Elaine, 2010
    https://escholarship.org/content/qt1f28q08h/qt1f28q08h.pdf
8) The monuments of Seti I. and their Historical signifiance by Peter James Brand (pdf-online-Version)

 


Sitemap

Biografie Sethos I.

Bauten Sethos Allgemein

der Nil