Biografie Ramses III:

Bauten Ramses III. Allgemein

KV 11 - Grab Ramses III.


(Bilder oben: beide Elvira Kronlob - alle Rechte vorbehalten)

(Quellenangaben am Ende der Seite - nummerierte Verweise im Text)

PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952)

Stationstempel auf dem 1. Hof:

Das größte Bauunternehmen von Ramses III. im Tempelbezirk des Amun von Karnak ist ein kanonisch erbautes Barkenheiligtum (auch Stationstempel genannt), wie es seit der Ramessidenzeit bis in die letzten baulichen Ausläufer unter den Römern prinzipiell verbindlich blieb und das als Ruheplatz für die Götterbarke, quer zur Tempelachse an der Südseite vor der damaligen Tempelfront des heutigen 2. Pylons, errichtet wurde. Die Bauarbeiten für dieses Heiligtum werden im pHarris I. (5.10-8.1) in aller Ausführlichkeit beschrieben, einschließlich den Stiftungen von kultischen Geräten, Opfertischen, Naoi und Flussbarken samt Kultbildern.

Barkenheiligtum Ramses III.
im 1. Hof des Amun-Tempels in Karnak

Grundriss nach Porter & Moss - bearb. v. Nefershapiland

Das Barkenheiligtum Ramses III. wirkt hier "etwas fehl am Platze", da er die Umfassungsmauern des Ersten Hofes durchbricht und dadurch ein gebrochenes, unsymmetrischer Grundriss entsteht. Der Tempel befand sich bis 1896 fast vollständig unter einer dicken Schuttschicht begraben. Die Höhe dieser Schicht ist heute noch an den Verfärbungen auf den Mauern erkennbar. Der Barkenschrein selber wurde in dem typischen gedrungenen Baustil seiner Epoche gestaltet und verziert, ist aber wegen der dicken Schuttschicht sehr gut erhalten geblieben. Das Stationsheiligtum von Ramses III. erscheint dabei als "Miniatur-Ausführung" des stark zerstörten Baus Ramses III. im Mut-Bezirk. 

Der Platz vor dem II. Pylon wurde unter der Herrschaft von Schoschenq I. komplett umgestaltet, wovon eine längere Inschrift des Architekten Hor-em-saf Zeugnis ablegt. Vom damaligen Eingang ausgehend wurde eine Fläche von ungefähr 80 x 100 m abgesteckt und man umgab sie mit einer Mauer, die sich zur Mittelachse durch ein Portal öffnete. Die älteren - schon vorhandenen - Stationstempel von Sethos II. und Ramses III. wurden dabei integriert. 

Modell des 1. Hofes im Karnak-Tempel
- rechts der Stationstempel Ramses III.

Bild: Peter Alscher, Kümmersbruck

Der Stationstempel von Ramses III. war keine einfache Kapelle, sondern eine vollständige Tempelanlage, die alle typischen Elemente eines Heiligtums des Neuen Reiches aufweist (Chevrier 1933, S. 1) und dem Reichsgott Amun geweiht war. Der Stationstempel ist 27,50 m breit, 60,50m lang und 14m tief. Das Hypostyl ist 21,25m lang und 9m breit (Quelle: Digital Karnak - Ramses III. Tempel) - Fahnenmasten scheinen nicht vorhanden gewesen zu sein (1). 

Planzeichnung des Stationstempel Ramses III.

1. Osiris-Pfeiler an der Ost, West u. Südseite des Hofes
A. Kapelle der Mut
B. Kapelle des Amun
C. Kapelle des Khons
Zeichnung nach: Die Religion der Ägypter, 1934, A. Ermann - bearbeitet von Nefershapiland.

Auf den östlichen und südlichen Außenmauern befinden sich Dekorationen in zwei Registern, wobei die Gottheiten wiederum im unteren Register stehen, im oberen dagegen sitzen. Die Götter auf der Ostwand werden im oberen Bereich stehend dargestellt - der König tritt ihnen gegenüber, wohingegen im unteren Register die Götter durchweg in einem Schrein sitzen. Überwiegend gehören die Kulthandlungen zum Opferritual und nur gelegentlich zum Kultbildritual (Darreichen von Salbe und von zwei Zeugstreifen) (7).

           Südöstliche Umfassungsmauer des Barkenheiligtums Ramses III.

Auf den östlichen und südlichen Außenmauern befinden sich Dekorationen in zwei Registern, wobei die Gottheiten im unteren Register stehen, im oberen dagegen sitzen. Die Götter auf der Ostwand werden stehend dargestellt - der König tritt ihnen gegenüber, wohingegen im unteren Register die Götter durchweg in einem Schrein sitzen. Überwiegend gehören die Kulthandlungen zum Opferritual und nur gelegentlich zum Kultbildritual (Darreichen von Salbe und von zwei Zeugstreifen) (7).   

Bild:         Karnak Tempel Ramses III.01
Autor:     Olaf Tausch, 1. April 2009 Wikipedia
Lizenz:    CC BY-3.0

 

           Rückseitige Umfassungsmauer des Stationstempel von Ramses III.

Der König steht im rückseitigen Bereich der Umfassungsmauer in zwei Registern vor den Göttern. Auf der linken Seite der Mauer (hier im Bild) opfert der König im oberen Register vor Chons, Amun-Re und vor Buto und Harsaphes und Hathor. Im unteren Register steht der König vor Nechbet und opfert Weihrauch, vor Chons und Menhyt opfert er nemset, und zusammen mit der Göttin Hathor opfert er seinen Namen vor Thotl und Swefkhet-abu. (Quelle PM 123 - Rückseite des Tempelhauses).

Bild: Mit freundlichen Dank Fritz Graf

Auf der westlichen Außenwand befindet sich eine im Rahmen des Opetfestes angebrachte Darstellung einer Userhat-Barke, der eine sekundäre Bauinschrift beigeschrieben ist. Interessanterweise geht die Rede des Gottes hierbei übergangslos in eine des Königs über, der die neu gestiftete Barke genauesten mit den verwendeten Baumaterialien erläutert und sogar mit einer Mengenangaben-Liste über die verwendeten kostbaren Materialien abschließt (8).

                 Barkenstation Ramses III. mit Pylon und Eingang
Der Eingang wird von einem kleinen Pylon gebildet, der links und rechts von zwei kolossalen Standstatuen Ramses III. flankiert wird. Die Pylontürme zeigen an der Außenseite den König bei der traditionellen Zeremonie "des Erschlagens der Feinde". Mit der traditionellen Waffe, dem Streitkolben, in einer Hand steht er vor Amun und hält mit der anderen Hand die Gefangenen am Schopf fest. Die Namen der Städte und Länder in Nubien und Westasien, aus denen die Gefangenen stammen, standen daneben, sind aber inzwischen zerstört.      
Bild:       Karnak Tempel Complex
Autor:    Hamerani / wikipedia / 25. 5. 15 (beschnitten v. Nefershapiland)
Lizenz:    CC BY-SA-4.0

Auf der Vorderseite des kleinen Pylons befinden sich symbolische Darstellungen des Königs mit einer Keule bei der typischen "Erschlagen-der-Feinde"-Darstellung. Der vor ihm stehende Gott Amun überreicht ihm ein Sichel-Schwert. Auf der Rückseite des Pylons erhält Ramses III. von dem Gott Amun das Zeichen langjähriger Regierung 

                               Linker Pylonturm des Stationsheiligtums 
 "Erschlagen der Feinde"-
Darstellung - 
Mit der traditionellen Waffe, dem Streitkolben, in einer Hand steht der König (mit der oberägyptischen Krone) vor Amun und hält mit der anderen Hand die Gefangenen am Schopf fest. Der vor ihm stehende Gott Amun überreicht ihm ein Schwert.

Bild:       Egypt, Luxor, Karnak temple complex
Autor:    Alx R - Wikipedia 31.7.2009
Lizenz:    CC BY-3.0

 

                              Linker Pylonturm - Erschlagen-der-Feinde-Szene
                              - dieselbe Darstellung als Zeichnung von Lepsius -

Zeichnung: LD III. 207 d public domain

 

                            Rechter Pylonturm des Stationsheiligtums  
Der König mit der unterägyptischen Krone bei der typischen "Erschlagen-der-Feinde"-Darstellung vor dem Gott Amun.
   

Bild:  mit freundl. Dank Elvira Kronlob

Links und rechts des granitenen Eingangstores des Pylons stehen zwei kolossale Standstatuen des Königs. Die beiden in Schreitstellung dargestellten Statuen aus rotem Sandstein (Höhe 6m) porträtieren den König mit einem muskulösen Körper und schlanker Taille. Beide Statuen tragen den kurzen Königsschurz, das Nemes-Kopftuch mit Uräus und den Königsbart sowie die "Doppelkrone" auf dem Kopf (1). Der Kopf der rechten Statue ist sehr zerstört.

             Standstatuen des Königs mit Doppelkrone vor dem Pyloneingang
Lt. Porter & Moss II. 42-43, befindet sich an der östlichen Statue der Name von Ramses IV. , während an der westlichen Statue sich das Relief eines Prinzens (ohne Namensangabe) befindet. An den Basen der Statuen die üblichen Fremdvölkerdarstellungen mit Namensringen.

Bild:       Karnak Tempel Ramses 3
Autor:    Olaf Tausch, wikipedia 4. 3. 2011
Lizenz:    CC BY-3.0

Im vorderen Teil des Tempels befinden sich Bauinschriften und des weiteren Texte auf den Innenseiten der Brüstung der Dachterrasse im südlichen Teil des Tempels, welche ebenfalls den Tempelbau beschreiben. Im Innenhof des Tempels - auf der Rückseite des Eingangspylons - befinden sich Inschriften für das große mit Bronze beschlagene Doppeltor aus Akazienholz, welches den Pyloneingang verschloss.

Ebenfalls im Innenhof - auf der Rückseite des Eingangspylons - befindet sich ein Torvermerk, der den Namen des Tores selbst wiedergibt.

R3/Tv 001:
„Großes Tor des KN. Sein schöner Name, den Seine Majestät gemacht hat <im> pr <des Amun> (lautet) „ (Ramses, Herrscher von Heliopolis)|, der einen Platz im pr des Amun fand“

(Quelle: Bauen–Stiften–Weihen“ von Silke Grallert/Achet-Verlag Berlin 2001)

Neben den primären Bauinschriften befinden sich im Tempel auch sekundäre Bauinschriften. Zum einen findet sich eine Dankesreden des Amun–Re an den König innerhalb einer Darstellung des Opetfestes auf der westlichen Außenmauer, zum anderen ist beiderseits des Zugangs zum Tempelinneren je ein königliches Selbstlob aus der Rückwand des Portico aufgezeichnet. In den Inschriften und Abbildungen ist der König einmal vor Amun-Re und Chons und einmal in gleicher Darstellung vor den Göttern Amun und Mut dargestellt, womit nun die gesamte thebanische Triade vereint abgebildet ist, deren heilige Barkenräume sich im südlichen Teil des Stationstempel befinden.

Rückseite oder Innenansicht des Pylons

Der König ist auf der Rückwand des westlichen (linken) Pylonturmes beim Empfang von "Heb-sed-Festen" vom Gott Amun-Re zu sehen. Auf der östlichen Seite des Pylonturmes befindet sich eine gegengleiche Szene (PM 49 + 50). An der Pylonbasis sind vier kniende Gaugötter zu sehen.
Bild:       Karnak R02.jpg
Autor:    Narc Ryckaert (MJJR) - wikipedia / 17. 3. 2012
Lizenz:    CC BY-3.0

Auf der Rückseite des linken östlichen Pylonturmes und auf der angrenzenden östlichen (linken) Mauer des Hofes (hinter den Osiris-Statuen) befinden sich Darstellungen von mehreren Barken. In der 1. Szene werden die kleinen Barken der thebanischen Triade und die des Königs von Priestern auf den Schultern getragen (PM 51 – 52 – 53), in der 2. Szene wird die Große Barke des Amun-Re ebenfalls von Priestern getragen, während der König voran schreitet. In der 3. Szene weihräuchert der König vor Amun-Re - aus der Beischrift (Hymne an Amun-Re) geht das Jahr 22. hervor. In der 4. Szene weihräuchert und libiert der König vor den Opfergaben für die Barken der thebanischen Triade, die auf Sockeln stehen. An der Basis befindet sich Texte von Ramses III. und IV. (7).

Die Rückwand des westlichen (rechten) Pylonturmes und der westlichen Mauer (rechts hinter den Osirisstatuen) zeigen vier Szenen des Min-Festes: Die 1. Szene ist in drei Register unterteilt und zeigt die Prinzen mit Fächern (1.+2. Register) sowie im dritten Register Vasen auf Ständern. In der 2. Szene ist der König mit dem Prinzen Amunherchopsef weihräuchernd vor einer Statue der Gottheit Min-Amun zu sehen, welche von den Priestern auf einer stoffverhangenen Bahre getragen wird. In der 3. Szene ist der König, gefolgt von den Standartenträgern, bei der Übergabe von Opfergaben an Amun-Re dargestellt, gefolgt von den Höflingen. Die 4. Szene zeigt wiederum den König, der diesmal vor dem Gott Thot steht, der den Königsnamen auf die "heb-sed-Rispe" schreibt, bei der Übergabe von Opfergaben vor der thebanischen Triade (7). 

An der Basis der Wände befinden sich Texte von Ramses III. und IV. sowie ein Wandfries mit Kartuschen an den jeweiligen Seiten der Wände.

Hinter dem Pylon öffnet sich ein kleiner Peristylhof, der mit einer großen Plane abgedeckt werden konnte, wie die steinernen Halterungen auf dem Dach vermuten lassen (4) und der auf der West- und Ostseite von insgesamt 16 Osirispfeiler-Statuen des Königs gesäumt wird. Die Figuren auf der westlichen Seite (links), tragen den Regeln entsprechend, die "Rote Krone Unterägyptens", und auf der östlichen Seite (rechts) die "Weiße Krone Oberägyptens" auf dem Haupt. 

Die vor den Pfeilern stehenden Statuen des Königs im Osiris-Gewand sind gedrungene Figuren ohne ausgeprägte Details. 

Osiris-Pfeiler im Stationstempel von Ramses III.
- südliche Seite des Hofes -

Bild:       Karnak Tempel Ramses III. 06.JPG
Autor:    Olaf Tausch - wikipedia / 4. 3. 2011
Lizenz:    CC BY-3.0

 

Osiris-Pfeiler im Stationstempel von Ramses III.
- nördliche Seite des Hofes -

Die Statuen auf der linken Seite des Hofes sind schwerer beschädigt als die auf der 
rechten Seite.

- Courtesy of www.meretsegerbooks.com -

Auf den Rückseiten der insgesamt 10 Pfeiler des Hofes (Ost- und Westwand und vor dem erhöhten Pronaos) befinden sich jeweils zwei Szenen übereinander, wobei das obere Register grundsätzlich den Gott Amun-Re (mit zwei Ausnahmen) zeigt, während im unteren Register andere Götter dargestellt sind.

Die beiden Pfeiler, die schon auf dem Portikus stehen, zeigen nur die thebanische Triade (Amun-Re, Mut und Chons). Der Hauptgott Amun-Re ist dabei im oberen Register in der Prozessionsbarke in seiner spezifischen Form zu sehen. Mut und Chons werden im unteren Register (zusammen mit der Göttin Sachmet und dem Gott Thot) als zusätzliche Erscheinungsform dargestellt. Die beiden vorausgehenden Pfeiler zeigen nur thebanische Gottheiten (zweimal Mut und je einmal Amaurnet und Month), während auf den sechs Pfeilern davor vor allem Götter aus Oberägypten erscheinen: Haroeris von Qus, ("der Herr von Oberägypten), Seth von Ombos, Chnum von Esna, Thot vom 15. Gau, Harsaphes vom 20. Gau und Suchos vom Faijum sowie die beiden in der Reichstriade mit Amun-Re verbundenen Götter Re-Harachte (mit Atum und Onuris) und Ptah (7). 

Auf dem Sockelbereich der Pfeilerrückseiten sowie darüber befinden sich teilweise Inschriften von Ramses IV., die wiederum usurpiert wurden von Ramses VI. Auf den Architraven befinden sich Texte von Ramses III.

Auf der Rückseite der Pfeiler sind verschiedene Gottheiten dargestellt. 

Der König vor Haroeris (Sohn der Isis)

Rückseite der Pfeiler mit Götterdarstellungen. Auf den Wänden hinter den Pfeilern befinden sich befinden sich ebenfalls Darstellungen des Königs vor den Göttern.

Bild:  tempio di Karnak, paticolare
Autor: Francesco Gasparetti from Senigalla,  Wikipedia
Lizenz: CC BY-2.0
Bild:  Karnak51
Autor: Remih, Wikipedia
Lizenz: CC BY-SA-3.0

Auf der Südseite des Hofes des Hofes führt eine leicht ansteigende Rampe zu einem erhöhten Pronaos mit vier Osiris-Pfeilern in der ersten Reihe und Papyrusbündelsäulen in der zweiten. Darauf folgt ein Hypostyl mit 2 x 4 Papyrusbündelsäulen, mit Durchgängen zu dem  eigentlichen "Heiligtum", das aus drei Barkensanktuare für die Götter Amun (in der Mitte), Mut (links) und Chons (rechts)mit ihren Sakristeien besteht. Dazu gehören jeweils eine oder mehrere Seitenkammern.

Südlicher Teil des Stationstempels mit leicht ansteigender Rampe
die zu einem erhöhten Pronaos führt.

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen2016

 

Portico (Vorraum):

Auf den Seitenwänden des Durchganges zum Pronaos (Portico) befinden sich ein Weihetext, ein weiterer Text und Darstellungen des Königs vor Amun-Re an jeder Seite, wobei er Leben vom Gott erhält (62a-d). Oben am Wandabschluss (Soffit) stehen die königlichen Títeln und die Namen. Interkolumnar-Mauern, dekoriert mit Darstellungen des Königs vor den Göttern auf der Vorder- und Rückseite  (59-60-61-63-64-65), verbinden die Osirispfeiler im vorderen Teil des Pronaos.

Plan vom Portico (Vorkammer) mit 4 Säulen und zwei Statuenbasen

Die Osirispfeilersäulen im vorderen Teil des Porticos sind mit Interkolumnar-Mauern (PM 61-65) verbunden, auf denen sich Darstellungen befinden.

59-60-61 = Interkolumnar-Mauern mit 4 Szenen, oberer Teil zerstört,
Szene 1: = der König zusammen mit der oberägyptischen Mert vor Amun-Re
                   und Mut,
Szene 2: = der König vor Mut,
Szene 3: = der König wird von Atum und einer weiteren weiblichen Gottheit
                   vor die thebanische Triade geleitet,
Szene 4: = der König mit der unterägyptischen Göttin Mert vor Amun-Re 
                   und Chons.
63-64-65 = Interkolumnar-Mauern mit 3 Szenen
Szene 1: = der König opfert zusammen mit Buto Wein vor Amun-Re und Chons
Szene 2: = der König weihräuchert und libiert vor Amun-Re und Mut,
Szene 3: = der König mit Nechbet opfert Brot vor Amun-Re und Mut.
66-67      = drei Reihen mit sitzenden Götter (Ramses III. conducted into the
                   presence of Amun-Re-Atum and Mut) and at (67) die Götter geben 
                   ihren Gunstbeweis an den König.
78a+b    =  Torpfosten im Portico - Durchgang zum Hypostyl (Doppelszene),
                   links und rechts - der König beim Eintreten,
                   ähnliche Doppelszene
69           =  Thot notiert die königlichen Titel
                   

Plan: nach Porter u. Moss, bearbeitet von Nefershapiland.

 

Linker Torpfosten des Durchganges zum Hypostyl
Der König beim Eintreten in das Tempelheiligtum

Bild: mit freundlichem Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten - 

 

Rechter Torpfosten des Durchganges zum Hypostyl (PM 78b)
- der König beim Eintreten -

Bild: mit freundlichem Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten - 

Die Säulen des Portico tragen Darstellungen des Königs mit je einer Göttin: Hathor, Ament, Nechbet, Maat - der König opfert vor der thebanischen Triade - einmal vor Ptah, ersetzt dann durch Chons. Auf dem Abakus befinden sich Inschriften.

Blick auf die Säulen und die Architrave (mit Kartuschen des Königs) im Portico.

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 2016 Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 2016

Rechts und links am Durchgang vor dem Hypostyl befinden sich zwei Statuenbasen mit Resten der Füße (PM 76-77). Die beiden aus Granitdiorit bestehenden Standstatuen wurden zwischen 1896-1998 von G. Legrain bei seinen Arbeiten vor Ort an dem Platz, wo sie heute noch stehen, gefunden. Die linke (östliche) Statue stellt die stehende Göttin Sachmet-Menthyt dar, welche ein Wadj-Szepter (Papyrusszepter) vor sich hält. Die rechte (westliche) Statue stellt die stehende Göttin Mut-Sachmet dar, die ebenfalls ein Wadj-Szepter vor sich hält. 

Rechte Standstatue der Göttin Mut-Sachmet (PM 77)

Auf der Oberseite des Sockels befindet sich neben dem linken Fuß eine Inschrift: - in der Mitte beginnend -

"Nswt-bity nb tAwy (WsrmAatRa mryJmn)|"
König von Ober- u. Unterägypten, Herr der beiden Länder (User-maat-Re geliebt von Amun)|
linke Seite:
"sA Ra nb xaw (Ra-ms-sw hqA-Jwnw)|"
Sohn des Re, Herr der Erscheinungen (Ra-mes-su Herrscher von Heliopolis)|
rechte Seite:
"Mry Mwt Shmt nbt JSrw"
geliebt von Mut-Sachmet, Herrin von Ischeru.

Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Linke Standstatue der Göttin Sachmet-Menhyt (PM 76)

Auf der Oberseite des Sockels befinden sich Inschriften in einem Rechteck: (Kolumne in der Mitte:)
"Nb tAwy (WsrmAatRamryImn)|"
Herr der beiden Ländesr (User-maat-Re mery-Amun)|
Links:
"Nb xaw (Ramssw hqAJwnw)|"
Herr der Erscheinungen (Ramessu Herrscher von Heliopolis)|
"Mry Sxmt-MnHyt"
geliebt von Sachmet-Menhyt.

Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Hypostyl (8-Säulen-Raum):

Auf den Portico mit seinen 4 Säulen folgt die Hypostyle-Halle (8-Säulen-Raum) mit acht Papyrussäulen, deren Kapitell knospenartig geschlossen ist und die mit Darstellungen des Königs bei den Opferungen vor den verschiedenen Göttern dekoriert sind. Dazu gehören Amun, Mut und Chons - die thebanische Triade. 

An der Westwand des Hypostyls befinden sich Szenen, die den den Gott Amun in seiner ithypallischen Form zeigen und das Prinzip der Fruchtbarkeit des ägyptischen Niltals darstellen (siehe Murnane 1983: 238). Von diesem Raum aus führen drei Türen zu den Kapellen, wo die heiligen Barken ruhten. 

Plan des Hypostyle (8-Säulen-Raum) nach Porter & Moss (PM)

PM 78 = Durchgang zum Hyxpostyl
PM 79 = Tempelritual-Darstellungen in zwei Registern
               (4 Szenen).
PM 80 = Opfer- und Belohnungsszenen in zwei Register
PM 81-82 = der König erhält die Insignien der Macht und Leben
                     von den Göttern, II. Register: Königin Nefertari 
                     mit Sistrum und menat vor Amun-Re und der
                      schlangenköpfigen Göttin Termnuthis.
PM 83 = der König opfert und weihräuchert vor den Göttern
PM 84 = Opferungs- und Libationsszenen Ramses III. vor den 
               Göttern und eine Königin geleitet ihn vor Amun-Re u.
                Mut - Szenen teilweise zerstört -
PM 85-86 = Zwei Register, I.) der König mit Nechbet  zündet 2
               Lampenschalen auf zwei Opferständern an, vor ihm die 
               Götter Amun-Re-Atum und Hathor (oip25Chicago, Plate
               49); II. Reg.: der König in Anbetung vor Chons.
PM 97, 87, 101 = Durchgänge zu den Kapellen             

Plan: nach Porter u. Moss, bearbeitet von Nefershapiland.

 

Säulen in der Hypostylhalle

Bild:    Columns in the hypostyle hall
Autor:  Hanna Pethen, Flickr-Album 5.4.2011
Lizenz:  CC-BY-SA-2.0

 

Säulen in der Hypostylhalle
Von dem kleinen Hypostyl des Barkenschreins Ramses III. führen Türen zu den jeweiligen Kapellen der Götter Amun, Mut und Chons. 

Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Hypostyl Nordwand - der König vor den Göttern 
(PM II²,p.30 (79) Reg. II. 3

Auf der Nordwand des Hypostyls befinden sich Tempel-Ritual-Szenen in zwei Register. Im oberen Register steht der König vor der thebanischen Triade (Amun, Mut und Chons) und im unteren Register öffnet der König den Schrein, in dem sich die Statuen der Götter Amun-Re und Mut befinden.

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 2016

 

Hypostyl im Stationstempel Ramses III. (PM II², p. 30 (79) Reg. II. 2

Ramses III. öffnet die Riegel eines Schreines, in dem sich Statuen des thronenden Amun-Re und des dahinter stehenden Gottes Chons befinden.  

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 2016

Rechts vom Durchgang zur Kapelle der Mut befinden sich Szenen in zwei Registern: I.) der König mit Nechbet, er zündet Lampen vor Amun-Re und Hathor an und erhält Leben von Chons. II.) der König in Anbetung vor Chons und einer Göttin, sowie der König vor [Chons] und Textkolumnen an der rückwärtigen Wand im Zentrum.

Hypostyl Südwand/rechte Seite der Rückwand 
(PM II²,p. 31 (101 und rechts davon 86-85)

Über dem Durchgang zur Chons-Kapelle eine Doppeldarstellung: der König vor dem thronenden Chons - rechts daneben: der König erhält Leben von Chons. Unter dem Fries an der Decke: Inschriften mit Titeln und Namen des Königs.

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 2016

 

Hypostyl Südwand/rechte Seite der Rückwand 
(PM II²,p. 31 (86-85 und Ecke zu 84)

Links oben: der König erhält Leben von Chons; Rechts oben unter dem Fenster: Ramses III. - gefolgt von Nechbet, zündet Lampen an, die auf einem Opferständer stehen, vor Amun-Re-Atum und Hathor.

Im II. Register präsentiert der König Opfergaben vor dem thronenden Chons.

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 2016

 

Sanktuare (Kapellen)

Hinter der 8-Säulenhalle (Hypostyl) folgt das eigentliche Heiligtum des Tempels, die drei Barkenkapellen der thebanischen Triade - Amun-Re (Mitte), Mut (links) und Chons (rechts) und den dazugehörigen Seitenkammern. Im Allerheiligsten - der Kapelle des Amun-Re stand die Statue des Gottes. Diese hinteren Räume waren sehr dunkel und kühl und nur wenige Menschen hatten Zugang zu diesem Teil des Heiligtums: die Oberpriester, der König und wenige Mitglieder der königlichen Familie. 

An den Wänden der Kapellen befinden sich Darstellungen des Königs vor der Großen Götterneunheit sowie Szenen, die den König weihräuchernd und libierend  vor den jeweiligen aufgestellten Barken zeigen.

Grundrissplan der Sanktuare und der Nebenräume PM 87-112
- auf den jeweiligen Türstürzen der Räume 87a-f; 90a-d; 94a-d; 101c-d; 105; 109 befinden sich die königlichen Namen und Titeln -

PM 87-97-101 = Eingänge zu den Barkenkapellen (Mut, Amun und Chons)
PM 88: der König im Anbetungsgestus, gefolgt von der großen 
              Götterneunheit und weihräuchernd vor der aufgeständerten Barke des
              Amun-Re,  darüber Text.
PM 89: der König in Begleitung der Göttin Waset mit Pfeil und Bogen sowie eine
              Hymne an Amun-Re, weihräuchernd u. libierend vor der Barke des Amun
              mit Text darüber.
PM 91: zwei Szenen: 1. der König mit der Göttin Menthyt, die ein Sistrum hält,
              geleitet von Atum und Month 2. der König mit Mut
PM 92: der König in Begleitung einer Göttin vor Amun, Ament und Chons.
PM 93: Doppelszene - der König wird von Amun umarmt. 
PM 95: zerstörte Szene, Textfragmente;
PM 96; zwei Szenen: 1) der König mit der Göttin Sefkhet-abu, die auf die Rispe
                                        die heb-sed-Feste des Königs aufschreibt - (und ein
                                         weiterer Gott auf der Eingangswand) - und der König
                                         beim Weinopfer vor dem Gott Month;
                                     2) der König in Begleitung von Hathor opfert eine Sphinx-
                                          Statue mit einem Salbgefäß vor der theban. Triade.
PM 98: Doppelszene: König opfert Wein für Mut (über dem Türdurchgang) und 
              darunter: der König opfert vor der aufgeständerten Barke der Mut;
PM 99: der König mit der Göttin Mut vor der aufgeständerten Barke der Mut;
PM 100: Doppelszene: der König opfert Salbe vor Mut;
PM 102: [der König mit Hathor] libieren vor der Barke des Chons;
PM 103: Doppelszene über dem Türdurchgang (wie PM 98, hier aber mit Chons
                anstatt Mut;
PM 104: Doppelszene: Der König erhält Leben von Chons;
PM 106: Reste des Königs, der von Nechbet vor den Gott Chons geleitet wird.
PM 107: der König mit Hathor, libiert vor Amun-Re und Mut;
PM 108: Doppelszene (die rechte ist zerstört) - der König salbt Chons; 
PM 110-111: Texte
PM 112: der König erhält Leben von Mut.

Plan nach Porter & Moss (bearbeitet von Nefershapiland)

 

Kapelle des Amun-Re:

Über dem Durchgang zur Kapelle des Amun-Re stehen die Namen und Titel von Ramses III. Im Inneren des Heiligtums steht der König - in Begleitung von verschiedenen Göttern - vor der Großen Götterneunheit und vor der aufgeständerten Heiligen Barke des Amun-Re. 

Am Ende der Amun-Kapelle befinden sich zu beiden Seiten Türen zu den zwei Seitenkammern, die ebenfalls mit Darstellungen von Ramses III., weihräuchernd und opfernd vor den Göttern dekoriert sind.

Blick in die zentrale Kapelle des Amun-Re

Die hintere Wand der Kapelle ist sehr zerstört - links und rechts davon befinden sich Durchgänge zu den beiden Seitenkammern.

Bild: mit freundl. Dank Elvira Kronlob - alle Rechte vorbehalten

 

Linke Wandseite der Amun-Kapelle (PM 88)
- die Götterneunheit - davor der König (siehe nächstes Bild)

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 
- alle Rechte vorbehalten - 

 

Linke Wandseite der Amun-Kapelle (PM 88)
- der König gefolgt von der Götterneunheit weihräuchernd vor der Barke des Amun-Re -

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 
- alle Rechte vorbehalten - 

 

Die Großen Barke des Amun-Re in der Kapelle des Amun
(PM 88 - linke Wandseite der Kapelle des Amun-Re)

- Courtesy of www.meretsegerbooks.com

 

Linke Wandseite der Amun-Kapelle (PM 90)
- Über dem Durchgang zur linken Seitenkammer des Amun-Sanktuars  befindet sich eine Geierdarstellung 
und darunter die königlichen Namen u. Titeln -

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 
- alle Rechte vorbehalten - 

 

Rechte Wandseite der Amun-Kapelle (PM 94a-d)
- Über dem Durchgang zur rechten Seitenkammer des Amun-Sanktuars  befindet sich eine Geierdarstellung 
und darunter die königlichen Namen u. Titeln -

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 
- alle Rechte vorbehalten - 

 

Rechte Wandseite der Amun-Kapelle (PM 89)
die aufgeständerte Barke des Amun-Re

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen 
- alle Rechte vorbehalten - 

Über der Barke des Amun-Re befindet sich im Deckenfries der Wand ein kleines "Fenster", das evtl. zur Beleuchtung des Raumes  diente. Durch den Lichteinfall ist es allerdings sehr schwierig dort gute Fotos zu machen.

Sanktuar des Amun-Re (PM 89 - rechte Wandseite)

der König in Begleitung der Gau-Göttin von Waset (Theben) mit Pfeil und Bogen, vor der aufgeständerten Barke des Amun-Re, zwischen und über ihnen Text

Bild: mit freundl. Dank Elvira Kronlob - alle Rechte vorbehalten

 

Kapelle der Mut:

Der linke Eingang neben der zentralen Kapelle des Amun-Re gehört der Göttin Mut. Über dem Türdurchgang befinden sich die Kartuschen und Titeln des Königs und eine Doppeldarstellung : der König opfert Wein vor Mut. Auf den Türpfosten ist der König beim Eintreten ins Heiligtum zu sehen. Auf der linken Wandseite (PM 98) befindet sich eine großformatige Darstellung der aufgeständerten Barke der Mut - ebenso auf der gegenüberliegenden Wand (99), der König mit der Göttin Mut vor der aufgeständerten Barke. Die rückwärtige Wandseite der Kapelle zeigt in einer Doppelszene den König beim Opfern von Salbe vor Mut (PM 100). 

Eingang zur Kapelle der Mut (PM 97)

Türpfosten der Mut-Kapelle: der König beim Eintreten

                                 Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Kapelle der Mut - linke Seite (PM 109-98) mit Treppenzugang

Neben der Mut-Kapelle befindet sich das Treppenhaus auf das Tempeldach, dessen Zugang aber wegen Baufälligkeit mit einem Gitter abgesperrt ist. Auf dem Türsturz stehen in zwei waagerechten Zeilen die Namen und Titeln von Ramses III., darüber eine geflügelte Sonnenscheibe (Bhdty BHdty).

Im 1. Register (über der geflügelten Sonnenscheibe) befindet sich eine Doppeldarstellung: der König (Ramses III.) opfert Wein vor der thronenden Göttin Mut. Als Beischrift: "rdt jrp n mwt=f" (Geben/Opfern) von Wein an Mut) - zwischen Göttin und König: "nb tAwy (Wsr-MAa.t-Re-mry)|" - der Herr der beiden Länder (User-maat-Re-mry-Amun|.

Rechts neben er Sonnenscheibe eine großformatige Darstellung: der König steht mit einem Blumenbouquet vor der aufgeständerten  Mut-Barke mit einem Schrein in der Mitte. Über der Barke befindet sich links und rechts des Schreins eine Inschrift mit Segensformeln der Göttin Mut an den König für Leben, Dauer und Gesundheit.

                                 Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Kapelle der Mut - (linke Wandseite Mitte PM II², 98)

der König mit einem Blumenbouquet vor der Barke der Mut.

Bild: Elvira Kronlob 2016

An beiden Wandseiten der Kapelle der Mut befindet sich die Darstellung der Prozessionsbarke der Mut, die an Bug und Heck einen Göttinnenkopf mit Doppelkrone aufweist, die eine Barke weist nach links, die andere nach rechts. In der Mitte der Barke befindet sich ein Naos, in dem sich die für uns unsichtbare Statue der Göttin befindet.

Kapelle der Mut - (linke Wandseite Mitte PM II², 98)

Die Barke der Göttin Mut - in der Mitte der Barke befindet 
sich ein Naos.

Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Kapelle der Mut - (linke Wandseite hinten PM II², 98)

Die Prozessionsbarke der Mut wurde gerudert und weist an Heck und Bug einen Göttinnenkopf mit der Doppelkrone auf. Auf diesem Bild ist auch gut zu sehen, dass die Barke "aufgeständert" (aufgestellt) ist.

Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Kapelle der Mut (Ecke PM 99-100) rechte Seite

Auf der teilweise zerstörten Süd-Ost-Wand der Kapelle der Mut (linke Kapelle) befindet sich eine "aufgeständerte" Barke mit den Emblemen der Göttin Mut. Die Wand wird am oberen Ende von einem Fries mit Pflanzenmotiven und Königskartuschen abgeschlossen.

                                 Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Kapelle der Mut (PM 99) (Mitte der Wand)

die aufgeständerte Barke der Mut

                                 Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Kapelle der Mut (PM 99) neben dem Eingang

Teilweise zerstörte Darstellung: 
der König mit der Göttin Mut vor der Mut-Barke

                                 Bild: Elvira Kronlob 2016

 

Kapelle der Mut (PM 100) Rückwand

Teilweise zerstörte Darstellung auf der Rückwand der Kapelle. Doppeldarstellung: der König opfert Salbe vor Mut.

                                 Bild: Elvira Kronlob 2016

Von der östlichen (linken) Seitenwand der Mutkapelle führt ein Durchgang (heute mit einem Gitter verschlossen) in ein Treppenhaus (109), über man zu einer Dachkapelle gelangt, die mit Uräen und den königlichen Titeln und Namen und Darstellungen des Königs mit zwei Nilgöttern beim Blumenopfer vor Amun-Re, dekoriert war. 

Dachkapelle mit Treppenaufgang

PM 113
a) Uräus-Dekorationen, königl. Titel und Namen
b) Nilgott 
c) der König zusammen mit zwei Nilgöttern, opfern Produkte des Landes (Blumen) vor Amun-Re.
d-e) Identische Szene: der König mit geflügeltem Uräus, opfert die Maat vor Amun-Re, vor ihm stehen zwei Opfertische mit Vasen.

PM 114-115
Auf der Brüstung der Dachterrasse: Weihetexte Ramses III.

Über dem Treppenaufgang: die unterägyptische Kronengöttin Wadjet.
(siehe dazu auch oip25 Chicago.pdf mit Umzeichnungen und Fotos)

Zeichnung nach Porter & Moss, bearbeitet von Nefershapiland

 

Kapelle des Chons:

Die Kapelle des Chons befindet sich rechts neben der Amun-Kapelle und hat gleichfalls eine Seitenkammer, die von der rechten Wandseite der Chonskapelle durch eine Tür betreten werden kann. Über dem Türdurchgang (PM 101a-b) befindet sich auf dem Architrav eine Doppelszene: der König opfert Wein vor dem Gott Chons und als Beischrift dazu die Titeln und Namen Ramses III., sowie als Beischrift vor dem Gott Chons: 

"Dd-mdw jn #nsw dj.n=k Hvw.sd SAw"
Sprechen der Worte durch Chons: Ich habe dir gegeben viele Heb-Sedfeste.

(Quelle: KIU 8674 The Epigraphic Survey Chicago, Part I. OIP 25, 1936)

Auf dem Türpfosten ist der König beim Eintreten in die Kapelle des Chons dargestellt.

Eingang zur Kapelle des Chons vom Hypostyl aus (PM 101)

Auf dem Architrav über der Tür ist in einer Doppelszene der König beim Wein-Opfer vor Chons zu sehen, nebst Beischrift. Unterhalb der Decke befindet sich eine Fensteröffnung.

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Eingang zur Kapelle des Chons vom Hypostyl aus (PM 101)

Beidseitig auf den Türpfosten ist der König beim Eintreten in das Heiligtum des Chons dargestellt.

Bild: Elvira Kronlob, 2016

Die Darstellungen auf der linken Wandseite (östliche Seite) sind am Beginn der Wand von der Tür aus stark zerstört. Im oberen Bereich sind nur noch der Wandfries unterhalb der Decke und der obere Teil der Inschriften erhalten geblieben. Der mittlere Teil zeigt die Barke des Chons

Stationskapelle des Chons - Ostseite (links) PM 102)

Von den Darstellungen am Beginn der östlichen Wandseite sind nur noch Teile der oberen Inschriften erhalten geblieben, sowie der Wandfries unterhalb der Decke

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Stationskapelle des Chons - Ostseite (links) PM 102)

In der Mitte der östlichen Wandseite befindet sich, ebenso wie auf der westlichen Seite, die aufgeständerte Barke des Chons, darüber Inschriften.

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Stationskapelle des Chons - Ostseite (links) PM 102)

Die aufgeständerte Barke des Chons mit dem Schrein 
des Gottes in ihrer Mitte 

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Stationskapelle des Chons - Ostseite (links) PM 102/Ecke 104

- hinterer Abschluss der Wanddarstellung / Ecke Rückwand der Kapelle (PM 104) - Die Prozessionsbarke des Chons weist an Heck und Bug den Götterkopf des Chons mit Mondsichel und Scheibe auf. 

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Stationskapelle des Chons - rückwärtige Wand (PM 104)

Der untere Teil der rückwärtigen Wand (Südwand) st fast völlig zerstört - der obere Bereich zeigt eine Doppeldarstellung des Königs, der Leben von Chons erhält.

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

- Stationskapelle des Chons - 
die besser erhaltene rechte Wandseite (PM 103)

Auf der rechten Wandseite (Westwand) der Kapelle befindet sich ebenfalls eine große, aber leider sehr zerstörte Darstellung der aufgeständerten Barke der Mut, die sich in einem Schrein befindet. 

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Stationskapelle des Chons - rechte Wandseite (PM 103)

Der König opfert einen Blumenbouquet vor der aufgeständerten Barke. Hinter ihm befindet sich der Türdurchgang zur Seitenkammer (PM 105) 

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Stationskapelle des Chons - rechte Wandseite/Westwand
 (PM 103) - 1. Register

Detailbild westl. Wand: Doppeldarstellung der König vor dem thronenden Chons
- in den Händen hält er zwei Weingefäße - vor ihm steht ein Opferständer -
- darunter der Architrav zum Durchgang in die Seitenkammer - 

Spruch des Chons:
"Ich habe dir gegeben alle Gesundheit"
Über dem König stehen seine Titel und seine Namen:
"Herr der beiden Länder (User-maat-Re-mer-Amun)| und (Ramses-heqa-Iunu)" Heqa-anch-djet / beschenkt mit Leben, ewiglich.

Bild: Elvira Kronlob, 2016

Rechts von der Kapelle des Chons befindet sich eine Seitenkammer (die man durch eine Tür in der westlichen Wand betritt).  Auf dem Türsturz und den Türpfosten befinden sich die königlichen Titel und Namen. Alle Innenwände tragen Darstellungen und Inschriften. Auf der Ostwand (linke Wandseite - in welcher sich auch die Tür befindet) steht der König, gefolgt von der Göttin Mut, libierend vor Amun-Re und Mut, die in einem Schrein sitzen.

Türdurchgang von der Seitenkammer in die Kapelle des Chons
(PM  105/107 Ostwand)
Zur Zeit König Ramses III. war die Seitenkammer ebenso wie die anderen hinteren Räume mit einem Dach bedeckt - das aber heute nicht mehr vorhanden ist.

Über dem inneren Türsturz befinden die beiden Kartuschennamen des Königs, die jeweils links und rechts beschützt werden von Horus mit  ausgebreiteten Schwingen und die üblichen Segensformel.
"(Ra-mes-su-heka-Iunu)| und (User-maat-re-mery-Amun)|"

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Ostwand (links) der Chons-Seitenkammer (PM 107)

Der untere Teil der Darstellung ist zerstört. Der König mit Hathor libiert vor Amun-Re und Mut, die Große Herrin von Ascheru, die in einem Schrein sitzen (siehe nächstes Bild). Über König und Göttin befinden sich Inschriften.

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Ostwand (links) der Chons-Seitenkammer (PM 107)

Die in einem Schrein sitzenden Götter Amun-Re und Mut von Ascheru. Die Beischriften dazu lauten:
Amun-Re: "Sprechen der Worte durch Amun-Re, König der Götter - ich habe dir gegeben alles Leben, (alle) Dauer und (alle) Herrschaft. Ich habe dir gegeben alle Gesundheit".
Beischrift zu Mut:
"Mut, große Herrin von Ascheru, Herrscherin der Götter".

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Seitenkammer des Chons-Sanktuar - 
SüdwandRückwand (PM 108)

Doppelszene (rechte Seite zerstört): 
der König opfert Salbe vor Chons

Bild: Elvira Kronlob, 2016

 

Seitenkammer des Chons-Sanktuar - 
Nordwand (PM 106)

Die identische Doppelszene auf der Nordwand der Seitenkammer ist fast völlig zerstört-

Bild: Elvira Kronlob, 2016

Quellen und Literatur:
1.  Digital Karnak: Tempel Ramses III.
2.  Die Welt der Tempel im Alten Ägypten / R. H. Wilkinson / Wissensch. Buchgesellschaft Darmstadt 2005
3.  Die Tempel Ägyptens / Dieter Arnold /Artemis & Winkler-Verlag 1992
4.  Theben - Heilige Stadt der Pharaonen / Sergio Donadoni / Hirmer-Verlag 1999
5.  Wiki-voyage - Karnak, Tempelbezirk des Amun-Re
6.  Ägypten - E. Brunner-Traut und V. Hell / Kohlhammer Kunst- u. Reiseführer 1978
7.  Stationen - Jürgen Osing,
8.  Bauen-Stiften-Weihen, Silke Grallert, Ägyptische Bau- u. Restaurierungsinschriften, Berlin 1001, ADAIK/1-2,
9.  Luxor und das Tal der Könige, Kent R. Weeks 2005 White Star-Verlag
10. Osiris und Amun, Hirmer-Verlag, München 1966)
11. ÄAT 36.3, Das Königtum in der Ramessidenzeit/Ramses III. und sein Verhalten zur Levante/Eileen Hirsch,
     Harrassowitz 2003

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