Chephren


Pyramide Mykerinos/Menkaure


Biografie Djedefre

(obere Bilder: links Alex Feldstein/Ausschnitt - siehe weiter unten)

Menkaure (griechisch Mykerinos) war der 6. König der 4. Dynastie im Alten Reich. Er herrschte etwa von 2530 - 2510 v. Chr. (nach Schneider: Lexikon der Pharaonen). Ob Menkaure der direkte Nachfolger seines Vaters war (vorausgesetzt er war überhaupt ein Sohn Chephrens) hängt davon ab, ob die Regierung des ephemeren Königs Bicheris vor oder nach der Regierung Chephrens einzuordnen ist. Mykerinos/Menkaure ist vor allem durch den Bau der dritten Pyramide von Giseh und durch zahlreiche Statuen, die zum Teil recht gut erhalten sind und im Umfeld seiner Pyramide gefunden wurden, bekannt.

Familie Menkaures / Mykerinos

Vater: Chephren ?

nach Schneider (Lexikon der Pharaonen)
und J. v. Beckerath LÄ I, 944; IV, 274

Mutter:

Chamerernebti I. (heute umstritten)

nach Schneider und Complete Royal Families
Geschwister: Chamerernebti II.
Anchemra, Schepsesetkau,
Duaenre, Dura, Recht-Ra
Nebemachet, Niuserre, Sechemkare,
Nikaure (nicht gesichert)
Hemetra I.
nach Schneider (Lexikon der Pharaonen)
Ehefrauen: Chamerernebti II.  

Rechitre (umstritten)

nach Complete Royal Families,
nach Tyldesley in "Königinnen des A. Ägypt."
nach Roth "Königsmütter"
Kinder:




Chuienre      (!wj.nRaw
Junmin        (JwnMnw),
Sechemre 
   (CxmRaw)
Schepseskaf  (umstritten - evtl. auch Bruder
/ Halbbruder)

Chentkaus
I. (umstritten)

nach Complete Royal Families


nach Reisner

nach Grdseloff (1943), Hermann Junker,
Selim Hassan

Regierungszeit: Altes Reich / 4. Dynastie: 

nach Jürgen v. Beckerath:      2539/2489 – 2511/2461  = 28 Jahre
GM Beiheft Nr. 9                    2489 – 2461 v. Chr.
Helck / Brill                            2491 – 2473 v. Chr.
Schneider / L. d. Pharaonen    2530 -  2510 v. Chr.


Am wahrscheinlichsten erscheint für Mykerinos nach Auswertung aller verfügbaren Daten eine Regierungslänge von 28 Jahren. 

 

Mykerinos im Spiegel der Nachwelt:
- Herodot:  Buch II.  129 - 134

 

„ 129. Darauf wurde Mykerinos, der Sohn des Cheops, König von Ägypten. Der war ganz anders als sein Vater. Er öffnete die Tempel und entließ das arg gequälte Volk zu den eigenen Arbeitern und zu den Opfern. Er war auch der gerechteste Richter unter allen Königen. Darum preisen ihn die Ägypter auch am höchsten unter allen, die je über sie geherrscht haben. Er richtete nicht nur gerecht sondern gab auch, wenn einer sich sondern gab auch, wenn einer sich durch den Urteilsspruch geschädigt glaubte, aus eigenen Mitteln Geld um ihn zufrieden zu stellen. Diesen Mykerinos, der so mild gegen seine Untertanen war und für sie sorgte, trafen nun schwere Unglücksschläge. Zuerst starb ihm seine Tochter, das einzige Kind in seinem Haus. Darüber war er tief bekümmert. Er wollte sie noch kostbarer begraben als es sonst Sitte war, und ließ eine hohle Kuh aus Holz machen. Diese Kuh ließ er vergolden und setzte darin seine Tochter bei.

130. Doch wurde die Kuh nicht begraben, sondern steht noch heutigen Tags über der Erde, in Sais nämlich, wo sie sich im Königspalast in einem kunstvoll verzierten Gemach befindet. Jeden tag wird allerhand Räucherwerk dort verbrannt, die ganze Nacht brennt eine Lampe. In einem anderen Raum nicht weit von dieser Kuh stehen Standbilder der Kebsweiber des Mykerinos, wie mir wenigstens die Priester in Sais sagten. Es sind nackte weibliche Kolossalfiguren aus Holz, zwanzig an der Zahl. Über ihre Bedeutung kann ich nur wiederhohlen, was man mir mitgeteilt hat.

131. Von anderen wird über diese Kuh und die weiblichen Figuren folgendes erzählt. Mykerinos soll in seine eigene Tochter entbrannt sein und ihr Gewalt angetan haben. Wegen dieser Schmach habe sich die Tochter erhängt und der Vater habe sie in jener Kuh bestattet. Die Mutter aber habe den Dienerinnen, die die Tochter ihrem Vater überliefert, die Hände abgeschnitten; darum seien die Standbilder wie die Urbilder derselben ohne Hände gewesen. Ich glaube das sind törichte Fabeln, nämlich was die Hände der Standbilder betrifft; denn ich selbst habe gesehen, dass die Hände infolge des Alters der Bilder abgefallen sind, und sie lagen noch zu meiner Zeit vor ihren Füßen.

132. Die Kuh ist mit einem Purpurgewand bekleidet; nur ihr Hals und Kopf sind zu sehen und sehr stark vergoldet. Zwischen den Hörnern befindet sich eine Sonnenscheibe aus Gold. Die Kuh steht nicht, sondern liegt auf den Knien und hat die Größe einer großen lebenden Kuh. Jedes Jahr einmal wird sie aus der Kammer herausgetragen, an dem Tage nämlich, wo die Ägypter um jeden Gott klagen, den ich aus religiöser Scheu nicht genannt habe. Dann wird die Kuh hinausgebracht in Freie. Man sagt, die sterbende Tochter habe ihren Vater Mykerinos gebeten, sie einmal im Jahr die Sonne sehen zu lassen.

133. Als die Tochter gestorben war, traf den König ein zweites Unglück. Ein Orakelspruch aus Buto kündigte ihm an, dass er nur noch sechs Jahre leben und im siebten sterben würde. Er war betrübt sehr und beklagte sich bei der Göttin in Buto, die das Orakel erteilt hatte, dass sein Vater und Oheim ein so langes Leben gehabt hatten, obwohl sie die Tempel geschlossen, die Götter vergessen und die Menschen geschunden  hätten, und er sei gottesfürchtig und solle doch so bald sterben. Da sprach die Göttin zum zweiten Male und ließ ihn sagen, gerade dadurch verkürze er sein Leben. Er täte nicht, was zu tun seine Pflicht sei. Ägypten müsse einhundertfünfzig Jahre lang bedrückt werden, das hätten seine beiden Vorgänger richtig erkannt, er aber nicht. Als Mykerinos das hörte und einsah, dass sein Schicksal unabwendbar sei, ließ er viele Lampen machen. Bei Nacht zündete er sie an, trank und vergnügte sich. Tag und Nacht hindurch lebte er so und zog schwärmend auf die Wiesen und in die Haine und wo es sonst noch Orte gab, an denen man lustige Feste feiern konnte. Er tat das, um den Orakelspruch Lügen zu strafen; denn wenn er die Nächte zu Tagen machte; würden aus den sechs Jahren zwölf.

134. Er hinterließ eine viel kleinere Pyramide als sein Vater, deren jede Seite um zwanzig Fuß kürzer ist als drei Plethren. Auch sie ist viereckig und bis zur Hälfte aus äthiopischem Stein.………………………………………………………………………………………………."

 

Diodorus Siculus  Buch I, 64.6 – 7,9
Er ist in seiner Überlieferung ganz und gar von Herodot abhängig.

Manetho
Manetho betont seine Unabhängigkeit von Herodot und kritisiert diesen sogar, jedoch ist er in seinen Angaben zu Cheops, Chephren und Mykerinos ganz und gar von Herodots Überlieferung abhängig. Manetho kannte also keine konkreteren Angaben zur Regierung Mykerinos aus seinen Vorlagen, weshalb er ihm 63 Jahre zuwies, was lediglich eine variierte Wiederholung der Zahlen darstellt, die er für Cheops (63 Jahre) bzw. für Chephren (66 Jahre) verzeichnete.

Allgemein:

Mykerinos/Menkaure gilt allgemein nach George A. Reisners "Rekonstruktion der Familiengeschichte der 4. Dynastie" als Sohn König Chephrens und seiner Königsgemahlin Chamerernebti I., obwohl schon Walter Federn (Federn, Familiengeschichte - Dissertation S. 43-45 und Federn, Familiengeschichte S. 190) in den 1930er Jahren die Unsicherheit dieser Annahme aufzeigte. Reisners Konstruktion beruht genau besehen nur auf Indizien, welche er nach seinen Vorstellungen interpretierte.

Wahrscheinlich war Chamerernebti I. eine Gemahlin des Chephren, welcher lt. Silke Roth "Königsmütter" damit als Vater des Mykerinos/Menkaure zu identifizieren ist. (vergl. B. Seipel, Königinnen, 127) Der Wiener Ägyptologe Peter Jánosi zieht dagegen den ephemeren Nachfolger des Chephren, Bicheris, als Sohn der Chamerernebti I. in Betracht, ebenso wie Callender/Janosi in MDAIK 53 (1997, 19f), welche neben Chephren auch den Cheops-Nachfolger Djedefre als Ehemann der Chamerernebti I. erwägen. Die Zuordnung des Mykerinos als Sohn des Chephren und der Chamerernebti I. beruht auf die Familienrekonstruktion der 4. Dynastie von George A. Reisner.

Im Grab der Chamerernebti II., der Gemahlin des Menkaure/Mykerinos, dem sog. Galarzagrab, wird ihre Mutter gleichen Namens (Chamerernebti I.) erwähnt, die den Titel einer Königsmutter trägt. Aus diesem Befund zog der amerikanische Ägyptologe George A. Reisner den heute allgemein akzeptierten Schluss, das Menkaure und seine Gemahlin Chamerernebti II. die gleiche Mutter hatten - demzufolge wäre Mykerinos mit seiner Schwester erstem Grades verheiratet gewesen. Als weiteres Indiz dieser "Beweiskette" gilt allgemein der Fund eines Fragments eines psSkf–Messers (Peseschkaf-Messers / Mundöffnungsgerät), welches in einem Bodenloch eines Korridors im Nordwesten der Tempelanlage König Mykerninos aufgefunden wurde (Quelle: Peter Jánosi: Giza in der 4. Dynastie. Die Baugeschichte und Belegung einer Nekropole des Alten Reiches. Band I: Die Mastabas der Kernfriedhöfe und die Felsgräber. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, S. 66)

Das einzige sicher nachweisbare Kind aus dieser Ehe war Prinz Chuenre. Bei diesem Prinzen, der nahe der Pyramide seines Vaters bestattet wurde, handelte es sich lt. Reisner um den früh verstorbenen Kronprinzen (siehe dazu: Peter Jànosi: Giza in der 4. Dynastie Bd. I. - siehe oben)

                     Mundöffnungsgerät
                         
( psSkf–Messer)
Die darauf befindliche Ritzinschrift besagt, dass es sich um das Eigentum der mw.t-njcwt #ajmrrNb.tj, der
„Königsmutter Chamerernebti I." handelte.

Reisner gibt als Fundort nur an, dass der Fund in einem Loch im Boden eines Korridors im Nordwesten des Tempels, welcher zu mehreren Magazinen führt, gemacht wurde.
(Quelle:Reisner, Mycerinus - und Porter u. Moss Bd. III., S. 32f)

Die Ägyptologin Silke Roth möchte in diesem Fund und dem Fundzusammenhang eine Bestätigung für die Verbindung Chamerernebtis zu Mykerinos sehen (Roth "Königsmütter", S. 82).

(Zeichnung nach George A. Reisner - bearbeitet von Nefershapiland)

Der Wiener Ägyptologe Peter Jánosi zieht dagegen den ephemeren Nachfolger des Chephren, Bicheris, als Sohn der Chamerernebti I. in Betracht, ebenso wie Callender/Janosi in MDAIK 53 (1997, 19f), welche neben Chephren auch den Cheops-Nachfolger Djedefre als Ehemann der Chamerernebti I. erwägen. 

Dr. Roman Gundacker (Ägyptologe aus Wien) schließt nach einer Bestandsaufnahme der von Reisner aufgeführten Indizienkette die Mutterschaft Chamerernebti I.  für Mykerinos aus.

Von Reisner (Reisner Mycerinos S. 18, S. 233, Tafel 19 a.) erfahren wir, dass der Fund des Peseschakaf-Messer in einem Loch im Boden eines Korridors im Nordwesten der Tempelanlage Mykerinos gemacht wurde, der zu mehreren Magazinräumen führt. Es ist aus den Fundumständen also nicht zu entnehmen, das dieses Peseschakaf-Messer zur originalen Ausstattung des Totentempels Mykerinos gehörte, ebenso ist daraus nicht beweisbar, dass dieses Messer im Rahmen der Bestattung Mykerinos verwendet wurde. Da das Messer in der stratigraphisch untersten Schicht gefunden wurde, stammt es zumindest aus dem Alten Reich, was auch die Inschrift belegt und noch vor oder spätestens zum Zeitpunkt der Aufgabe des Tempels in dieses Loch im Fußboden gelangte, wo Reisner es dann fand. Außerdem beweist die Existenz dieses Messers nicht, dass Chamerernebti I. die Mutter des Mykerinos ist. Ebenso gut könnte sie die Mutter des Menkaure-Nachfolgers Schepseskaf gewesen sein, die im Rahmen der Begräbnisfeierlichkeiten dieses Messer gestiftet haben könnte.

Dr. Gundacker schlägt in seinem Artikel "Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie - Sokar Nr. 20 / 2010" die Möglichkeit vor, dass Chamerernebti I. auch eine Tochter König Djedefres sein könnte, was bedeuten würde, dass Mykerinos dann zwar ein Sohn Chephrens wäre, aber die Identität seiner Mutter unbekannt bleiben muss, während Chamerernebti II. als seine Halbschwester ebenfalls eine Tochter Chephrens sei,  deren Mutter aber Chamerernebti I. war.

(Textquelle: nach Roman Gundacker: Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie - Sokar Nr. 20 / 2010 )

Der dt. Ägyptologe Jürgen von Beckerath vermutet, dass Menkaure erst nach einem erfolgreichen Machtkampf um die Krone gegen einen anderen Bewerber die Herrschaft errang, jedoch ist dieses rein hypothetisch. Sicher ist jedenfalls, dass Menkaure König Chephrens (ob nun direkt oder indirekt) auf den Thron Ägyptens folgte.

Regentschaft und Chronologie:

 

Namen König Menkaures / Mykerinos

Geburtsname Mn-kAw-Ra
(Men-kau-re) (Menkaure)
"Mit bleibenden Ka-Kräften, ein Re."
Horusname KA-X.t
(Ka-chet)
"Stier der Götterschaft."
Nebtiname K3-nb.tj
(
Ka-nebti)a-nebti)
"Stier der beiden Herrinnen."
Goldname Bjk-nbw-ntr.j
(Bik-nebu-netjer)
"Göttlicher Goldfalke."
weitere Namen Mykerinos (Herodot) 
Mencheres (bei Manetho)
 
                                           (Namen alle nach Schneider / Lexikon der Pharaonen)

Der Geschichtsschreiber Manetho nennt für Menkaure/Mykerinos 63 Regierungsjahre. Im Turiner Papyrus  werden dagegen wohl nur 18 oder 28 Jahre genannt. Der Name ist zwar vollständig verloren, doch ist sicher, dass er hier an dieser Stelle verzeichnet war. Der Eintrag kann folgendermaßen ergänzt werden:

Turiner Papyrus - Zeile 14

"[[njcwt -]] bjt [[MnKA.wRaw]] rnp.t [[1/2/3]]8
„[[König von Ober -]] und Unterägypten [[Mykerinos]]; [18/28/38] Jahre" 

Die Variante (38 Jahre) wird allgemein abgelehnt; allgemein wird augenblicklich eher 28 Jahre bevorzugt. Jedoch ist in letzter Zeit der Ansatz von 18 Jahren wieder populärer geworden.

Die Ägyptologen Winfried Barta, Thomas Schneider (Lexikon der Pharaonen) und  Miroslav Verner geben dem König 28 Jahre, Dieter Arnold spricht sich ebenfalls für 28 Jahre aus.

Palermostein - Urk. I. 239,10 - 11
Rückseite:  Zeile 2, hier endet die Regierung König Mykerinos.

SAK 1 (Studien zur Altägyptischer Kultur)
Annalenstein:  geteiltes Jahreskästchen      Urk. I, 239,10 - 11

In dem Jahr, in dem König Schepseskaf gekrönt wird, werden seinem Vorgänger (wohl Mykerinos ?) 
[4 Monate] und 24 Tage, dem neuen König aber [7] Monate und 11 Tage zugerechnet. 
Dieses heißt für den Vorgänger von Schepseskaf 144 Tage = 4. Monate und 24 Tage
für Schepseskaf 221 Tage = 7 Monate und 11 Tage

Todestag Mykerinos:  I. prt 24

SAK 21  Spalinger
Daten:
„Jahr der 1 Zählung, 1 Monat des smw, Tag 21“
Inschrift aus Mastaba der Mr.sanx III.  (Meresanch III.) G 7530 – 7540, Giza Ostfeld

„Jahr nach der 1 Zählung, 2 Monat der prt, Tag 21“
Inschrift aus Mastaba der Mr.sanx III. G 7530–7540, Giza Ostfeld

"Jahr der 2 Zählung, 2 Monat der prt, Tag 22“.
Steinbruchmarke aus der Mastaba G VI S, Giza Westfriedhof

„Jahr der 7 Zählung, 4 Monat der prt, Tag 10"
Steinbruchmarke auf einem Verkleidungsblock der Mastaba  G 7530 – 7540 der Mr.sanx III., Giza Ostfeld:

„Jahr der 10 Zählung, 3 Monat der smw ....................... “

Steinmetz Graffiti in der Mastaba G 7350 !tp Hr.s II. (?) (Hetepheres II.) Giza, Ostfeld.

„Jahr der 11 Zählung, Monat x der prt, Tag 10 + x “
Steinbruchinschriften auf einem Block von Mastaba G VI S, Giza, Westfeld.

Roman Gundacker in der Zeitschrift "Sokar 21"
(in "Materialien zu Länge der Regierung des Mykerinos")

Es sind lt. Dr. Gundacker insgesamt nur acht Datumsangaben aus der gesamten Regierungszeit Mykerinos bekannt.

1. Datum:

 rnp.t sp 2 Abd 2 pr<j>.t cw 22
„Jahr des 2. Mals (der Zählung), 2. Monat des Winters, Tag 22“ 

Hermann Junkers fand diese Datumsangabe auf einem Verkleidungsblock, der verstürzt in der Nähe der Mastaba G VI S (M VII) die südlich der Cheopspyramide liegt. Es ist wahrscheinlich, dass der Block aus dieser Mastaba stammt. Im Kernmauerwerk der Mastaba fanden sich etliche Steinbruchgraffiti die in den Bezeichnungen der Arbeitstruppe den Namen Mykerinos aufweisen. 

2. Datum:

 rnp.t sp 2 Abd 4  Smw Sw 22
Jahr des 2. Mals (der Zählung), 4. Monat des Sommers, Tag 22 “

Dieses Datum befindet sich auf der nördlichen Scheintür der Mastaba G7530/40 der Königin Meresanch III.  

3. Datum:

[[rnp.t]] mXt sp 2 Tnw.t jH.w [[ ///]] [[Abd ///]] Ax.t cw 20
„[[Jahr]] nach dem 2. Mal der Zählung des Viehs [[ /// ]],  [[ /// Monat]] der Überschwemmung, Tag 20“   

In einer kleinen Holztruhe, welche 1935 von Giulio Farina in der Nekropole des Alten Reiches in Gebelein entdeckt wurde, befand sich dieses Datum auf einem Papyrusfragment (Fragment E [Text B der Vorpublikation], das zu den Akten einer Totenstiftung gehörte. 

4. Datum:

rnp.t mxt sp 3 Tnw.t  jH.w MHww ^maw Abd 3 pr<j>.t cw 26
„Jahr nach dem 3. der Zählung des Viehs Unter–und Oberägyptens, 3. Monat
des Winters, Tag 26“

Dieses Datum befindet sich auf der Rückseite des als "Rolle 1" geführten Schriftstückes (Text A der Vorpublikation) aus dem Papyrusfund von Gebelein. 

5. Datum:

[[rnp.t]] 10 Abd 3 Smw [[ /// ]]
„[[Jahr des ]] 10. [[Mals (der Zählung)]], 3. Monat des Sommers [[ /// ]]“

Das Datum befindet sich auf einem Kalksteinblock der Mastaba G 7350. Die Zuweisung dieses Datum an Menkaures/Mykerinos Regierungszeit ist nur indirekt aus der Baufolge der Mastabas im Ostfriedhof G 7000 zu erschließen.

6. Datum:

 rnp.t sp 11 [[Abd ///]] pr<j>.t cw 10 [[ /// ]]
„Jahr des 11. Mals (der Zählung), [[ /// Monat ]] des Winters, Tag 10 + x “

Dieses Datum wurde auf einem verstürzten Block nahe der Mastaba G VI S (M VII) gefunden. Die Zuweisung erfolgt daher aus denselben Gründen wie diejenige von Datum 1.

7. Datum:

rnp.t m-xt sp 11 Tnw. jH.w aw.t nb.w &AmHw.jSma.j
„Jahr nach dem 11. Mal der Zählung allen Viehs und Kleinviehs Unter– und Oberägyptens“

Gefunden auf einem verstürzten Block in der Nähe der Mastaba G VI S (M VII)

8. Datum:

[rn]p.t sp [1][2 jp(w).t jH.w a[w.t [nb.w //]]
„[Ja]hr des [1]2. Mals der Zählung [[allen]] V[iehs und [Kleinviehs //]]“

Das Datum stammt aus dem Felsgrab LG 87 = G 8158 (Nikaure) im Steinbruch des Cheops /Chephren. Von den Datumsangaben sind die unter Nummer 1, 5 und 6 aufgeführten, keinem bestimmten Jahr zuzuordnen.

Am wahrscheinlichsten erscheint für Mykerinos nach Auswertung aller verfügbaren Daten eine Regierungslänge von 28 Jahren. 

*

Die familiäre Verbindung zwischen Mykerinos und seinem Nachfolger Schepseskaf ist völlig unklar. Zwar ließ dieser den Totentempel des Mykerinos vollenden und dort ein Dekret anbringen, aber allein diese Tatsache der Tempel-Vollendung ist kein beweiskräftiges Indiz für eine Vater-Sohn-Beziehung. Jeder ägyptische König hatte für die ordnungsgemäße Bestattung seines Vorgängers zu sorgen, unabhängig davon, ob dieser mit ihm verwandt war oder nicht. George Reisner vermutete allerdings aus diesem Dekret, dass Schepseskaf, der Nachfolger Mykerinos auf dem Thron Ägyptens, ein weiterer Sohn von diesem sei, was aber in erster Linie auf der Fehlinterpretation der Inschrift beruhte. Aus den Resten des stark zerstörten Dekrets ist eine Abstammungsangabe nicht eindeutig zu identifizieren.

Edikt des Schepseskaf für die Pyramide des Mykerinos
 - nach Peter Jànosi in GM 141, Seite 49 ff - 

Seit George A. Reisners Freilegung des Mykerinosbezirkes in den Jahren zwischen 1906/07 – 1909/10 wird die provisorische Fertigstellung der Kultbauten des Pyramidenbezirks allgemein seinem Nachfolger König Schepseskaf zugeschrieben. Schepseskaf habe die beim Tode Menkaures/Mykerinos unvollendet gebliebenen Teile des Pyramidenbezirks wie Totentempel und Taltempel, die teilweise bereits in Stein ausgeführt waren, in Lehmziegelbauweise fertig stellen lassen. Überprüft man aber den archäologischen Befund und Reisners Argumentation, so erheben sich allerdings einige Zweifel an der Richtigkeit dieser Deutung. Reisners Interpretation des Baubefundes im Mykerinosbezirk stützt sich hauptsächlich auf die ergänzte Inschrift des von Schepseskaf erlassenen Dekrets, aufgezeichnet auf einer Stele. Die Fragmente dieser Stele fanden sich im Portikus des Pyramidentempels–Raum 7. Das Edikt ist in das "Jahr nach dem ersten Mal der Zählung" der Regierungszeit des Schepseskaf datiert, also vermutlich in sein 3. Regierungsjahr. (zur Diskussion um die Zweijahreszählung im AR siehe A. Gardiner in JEA 31, 1945, 11ff. und R. Stadelmann, MDAIK 43, 1986, 234ff.) Reisner übersetzte den Schlüsselsatz des sehr fragmentarisch erhaltenen Stelentextes folgendermaßen:

„Er machte es als ein Monument für seinen Vater, den König von Ober– und Unterägypten, [Menkaura] “.

Peter Janosi führt nun aber aus, dass im originalen Text der Zusatz: "n  jt.f “ („seinem Vater“) überhaupt nicht vor der  (ergänzten) Kartusche des Mykerinos steht, so dass sich aus dem Stelentext allein nicht automatisch ableiten lässt, dass Schepseskaf ein Sohn des Mykerinos war. Zum anderen bezieht Reisner „ jrj.  N.f  m  mnw.f  n ...... “ auf den Totentempel Mykerinos und folgerte daraus, dass Schepseskaf, die Anlage seines Vorgängers fertig stellte. Davon ist aber im Text überhaupt nicht die Rede. Es geht hier anscheinend nur um ein pxr–Opfer (also ein Umlauf-Opfer) zugunsten des verstorbenen Königs und der diensthabenden Priester. Somit ist es nicht beweisbar, dass wie allgemein angenommen, Schepseskaf ein Sohn des Mykerinos war.

Siehe dazu auch H. Goedicke in „Königliche Dokumente aus dem Alten Reich " in Ägyptologische Abhandlungen, Bd. 14, Seite 16-21, Harrassowitz:


                 Edikt des Schepseskaf aus dem Totentempel König Mykerinos in Giza:  
                    (nach H. Goedicke in „Königliche Dokumente aus dem Alten Reich ")

Übersetzung:

„ Horus ^pSSXt:  Jahr nach der ersten Mal der Zählung von [allen] Rindern und [allen] Kleinvieh ………….. Gemacht in der persönlichen Gegenwart des Königs. Der König von Ober– und Unterägypten ^pSSkA.f, er machte als sein Denkmal für den König von Ober– und Unterägypten, Menkaure ein  pXr–Opfer ……….. in der Pyramide NTrjMn kA.w Ra (bestehend aus) ……………… Bezüglich des pHr–Opfers …….. das dargebracht wird ……………… (für) den König von Ober – und Unterägypten Menkaure .. ……………….… die Priesterdienst dafür tun ewiglich …………………… [nicht sollen sie weggenommen werden ? von] irgendeinem von seinem Dienst ewiglich …………………… die Pyramide NTrjMn kA.wRa ………………….. schwierig ………………. Die Pyramide NTrjMn kA.wRa. Nicht erlaubt [Seine Majestät] …………. Sie  …………… die Diener ? zu ……………………………… . [Seine Majestät tat dies damit] seine wab–Priester stark sind in [alle Ewigkeit] “

Edikt des Schepseskaf für die Pyramide des Mykerinos

Kommentar von Hans Gödecke


Die acht zu diesem Edikt gehörenden Fragmente wurden von Reisner im Schutt des Totentempels König Menkaure/Mykerinos außerhalb des Tores zum Eingangskorridor im Norden (Unterteil) und in der Mitte der Halle (sieben Fragmente) gefunden. Vielleicht war die Stele nahe am Eingang zum Totentempel einst aufgestellt.
Die oben abgerundete Stele besteht aus hartem Kalkstein lokaler Herkunft. Die Minimalhöhe des beschriebenen Teils dürfte 85cm, die Breite 70cm betragen haben.

Der Kult im Totentempel König Mykerinos bestand bis zum Ende der 6. Dynastie und ist durch die Edikte von König Merenre I. und Pepi II. bezeugt. Nach dieser Zeit scheint der Kult und auch damit der Totentempel rasch verfallen zu sein. 


(Bild aus Gödecke / Königliche Dokumente aus dem Alten Reich, 1967 - bearb. von Nefershapiland)

Formale und inhaltliche Kriterien zeigen außerdem, dass es sich bei dem Fragment des Dekrets nicht um ein zeitgenössisches Dokument handelt, sondern um eine spätere Abfassung. Dies schließt natürlich nicht aus, dass ein entsprechendes Edikt unter König Schepseskaf erlassen und später kopiert wurde. Der Inhalt des "Schepseskaf-Dekrets besitzt also - unabhängig von der Tatsache, dass es sich bei dem Fragment des Dekrets nicht um ein zeitgenössisches Dokument handelt, sondern um eine spätere Abfassung - keine Beweiskraft für die Annahme und Rekonstruktion Reisners. Die einzige mit einiger Sicherheit abzuleitende Erkenntnis aus dem Text, ist die, dass Schepseskaf nach Mykerinos regierte. Die Verbindung zu seinem Vorgänger und zu der alten Königsfamilie bleibt jedoch undurchsichtig.

Nach Prof. Dietrich Wildung in „Die Rolle ägyptischer König im Bewusstsein ihrer Nachwelt“ (Dekret des ^pcckA.f  für den Totentempel des M-kA.w Ra) handelt es sich hierbei um Bruchstücke von mindestens zwei Stelen, welche im Portikus am Eingang zum Totenopfersaal und vor dem Haupteingang des Totentempels aufgefunden wurden.

Königsfamilie:

Allgemein wird Chamerernebti I., eine Tochter von König Cheops, (einige Wissenschaftler ziehen auch König Djedefre als Vater von Chamerernebti I. in Betracht) als Königsgemahlin von Chephren und Mutter von Menkaure (Mykerinos) identifiziert. Die Mutter von Chamerernebti I. ist unbekannt. 

Die wichtigsten Informationen über Chamerernebti I. stammen aus dem sog. "Galarzagrab" ihrer Tochter Chamerernebti II. - (siehe Arthur CALLENDER, Wives III. 73) - wobei vermutet wird, dass dieses ursprünglich von der Mutter begonnen worden sein könnte und dort dann schließlich beide (Mutter und Tochter) Königinnen beigesetzt wurden. Ein weiteres Faktum für die Vermutung, dass Chamerernebti I. die Mutter von Mykerninos sein könnte, beruht auf den Fund eines Fragments eines Mundöffnungsgerätes mit ihrem Namen und Titel, welches im Taltempel des Königs gefunden wurde (siehe Reisner, Mycerinus. Tf. 19a).

All diese Annamen sind aber nicht gesichert, (siehe oben bei Allgemeines) denn Chamerernebti I. könnte auch die Mutter des kurz regierenden Königs nach Chephren (Baka) gewesen sein oder die Mutter des Schepseskaf. (siehe Janosi: die Pyramidenanlagen der Königinnen).
(weitere Informationen zu Chamerernebti I. siehe) 

Chamerernebti I.
(
#a mrr nb.tj )

höchstwahrscheinlich Gemahlin von Chephren und Mutter von Mykerinos
"Der Geliebte der Beiden Herrinnen erscheint”
Titel: "leibliche Königstochter"
          "Königsgemahlin, seine Geliebte",
          "Mutter des Königs von Ober– und Unterägypten",
          "Gottestochter",
          "Die den Horus-Seth schaut"
          "Die groß ist an
Hts–Szepter und groß ist an Gunst".
          "Priesterin des Thot und Priesterin des
Tjaisepef",
Grab: :  kein Grab identifiziert
              - rein hypothetisch: G III. b oder C (lt. S. Roth ÄAT)
              - rein hypothetisch: sog. Galarzagrab (lt. V. Callender)
Vater:              evtl. Cheops oder Djedefre (?) 
Mutter:           unbekannt
Kinder:            Chamerernebti II., Menkaure (Mykerinos)
Belege für Chamerernebti I.
1.
Fragment eines  psSkf–Messers (Mundöffnungsgerätes)
    aus dem Totentempel des Mykerinos mit Ritzinschrift, die
    Chamerernebti als Eigentümerin ausweist.
2.
Türsturz vom Eingang zum Grab  der Chamerernebti II. 
    (
#a i mrrNb.t i II. ) sogenannte "Galarzagrab"
3.
Relief am Eingang zum Grab der Chamerernebti II. (Galarzagrab)
4.
Fragment eines Statuenkopfes [der #a imrrNb.t i] in Giseh
5.
Relief im Grab des N.iRa.wmAa.t in Giza
Quellen:
Complete Royal Families, Lexikon der Pharaonen, Roth ÄAT 46

In dem ursprünglich für ihre Mutter Chamerernebti I. angelegten Felsgrab (sog. Galarzagrab, das sich im Central-field in der Nekropole von Giseh befindet) fand sich eine überlebensgroße Statue von Chamerernebti II. Es ist die einzigste erhaltene Kolossalstatue einer Königin des Alten Reiches. Der schlecht erhaltenen Statue fehlen leider die Insignien. Nur die imposante Größe und die Tatsache, dass die Königin auf einem Thron sitzt, bestätigen den königlichen Status.

Seit fast einem Jahrhundert wird unter den Gelehrten darüber diskutiert, wer der Eigentümer der Galarza-Grabstätte und seiner Statuen ist: Chamerernebty I. oder Chamerernebty II. Gemäß einer neuen Untersuchung von Vivienne G. Callender und Peter Jánosi wurde die Grabstätte wahrscheinlich durch die Königsgemahlin von Menkaure begonnen und später von ihrer Tochter Chamerernebty II. vollendet. 

Callender und Jánosi schlagen nun vor, dass die zwei Königinnen und ihre Kultstatuen sich in zwei verschiedenen Flügeln des Grabs befanden. Der Kultstätte für die Mutter (Chamerernebty I.) war demnach der Flügel B und der Grabflügel C beinhaltete die Kultstätte für die Tochter (Chamerernebty II.)
(siehe dazu: Peter Jànosi "Giza in der 4. Dynastie; Callender V. und P. Janosi "Das Grab der Königin Chamerernebti II. in Gizeh" in MDAIK 53 (1997), S. 1-22)

                 sogenannte "Mantelstatue aus Galarzagrab
                                         - Kairo 48828 - 

Die zweite - besser erhaltene Statue - wurde im B-Flügel des Galarzagrab gefunden und es fehlen der Kopf und die Basis. An der Basis befand sich wahrscheinlich eine Inschrift. Die nicht ganz lebensgroße Statue trägt einen Plissee-Umhang  

Die Geste der rechten Hand, welche flach über der Brust liegt und der plissierte Umhang sind beides Attribute einer königlichen Frau. Das linke Bein der Statue ist in Schreitstellung nach vorn gesetzt. 

Wenn Callender und Jánosi mit ihrer Annahme, dass der C-Flügel des Grabs Chamerernebti II. und der B-Flügel Chamerernebti I. gewidmet waren, richtig liegen, sollte die Mantel-Statue ohne Kopf aus dem B-Flügel die Mutter Chamerernebty I. sein.

    (Bild aus Walter Wolf: die Kunst Ägyptens 1957)
           - bearbeitet von Nefershapiland) - 

 

Chamerernebti II.
( #a mrr nb.tj )

 - höchstwahrscheinlich Gemahlin
    von Menkaure/Mykerinos -
"Der Geliebte der Beiden Herrinnen erscheint”
Titel: "Königstochter von seinem eigenen Leib",
          "Königsgemahlin"
          "Große des Szepters"
          "Die den Horus und den Seth schaut"
Grab: Giza (G III. a ?), Felsgrab in Giza (Galarzagrab)
Vater:     Chephren
Mutter:   Chamerernebti I,
Kinder:    Khuenre 
Belege und Funde:
Felsgrab in Giza (Galarzagrab)
Türsturz vom Grabeingang – Kairo T.N.1.24.12.7
Relief im Grabeingang, nördliche Türleibung,
Kolossale Sitzfigur #a i mrr Nb.t i II.  – Kairo JdE 48856
.
Doppelstatue  #a imrrNb.t i II.  und ihres Sohnes # [w]in[- Ra.w] (?): Kairo ?
Mantelstatue [#a imrrNb.t i II.]:  Kairo JdE 48828 
Halbplastische Pfeilerfigur [#a i mrr Nb.t i II.]
Relief im Grabe ihres Sohnes #wi n Ra.w / Khuenre  in Giza MQ 1
Türsturz im Grab des WAS PtH in Giza
Quellen: MDAIK 53, ÄA 46 (Roth), Tyldesley/Königinnen des AÄ., Complete Royal Families/Dodson, Kunst Ägyptens/Wolf.

Lt. Architravinschrift am Grabeingang des Galarzagrab war Chamerernebti II. Prinzessin und Königin, jedoch keine Königsmutter. Es ist aufgrund der Inschrift auch erkennbar, dass ihre Mutter Chamerernebti I. war. Diese trug im Gegensatz zu ihrer Tochter den Titel Königsmutter (W. SEIPEL, Königinnen, 126ff.). Das Begräbnisstätte Chamerernebti II. wurde bislang nicht gefunden. Es muss darauf hingewiesen werden, dass es mit den bisher vorliegenden zeitgenössischen Dokumenten nicht sicher belegbar ist, wessen Gemahlin Chamerernebti II. war. Im Allgemeinen wird der König Menkaure/Mykerinos als ihr Gatte angesehen. Dieser war lt. Reisners Indizienkette ebenfalls ein Sohn der Chamerernebti I. und muss aufgrund der rekonstruierten Familienverbindungen daher seine Schwester geehelicht haben. Ein sicherer Beleg für diese Ehe fehlt jedoch  (siehe dazu: Peter Jánosi, GM 158, 1997 22ff.)

Chamerernebti II. war lt. den Darstellungen und Nennungen im Grab des Khuenre dessen Mutter (siehe Felsgrab MQ 1). Ein weiterer Sohn oder auch ein Enkel von Chamerernebti II. könnte ein Prinz Sekhemre gewesen sein, der evtl. in einer Erweiterung des Galazagrabes bestattet worden war. Es ist allerdings auch möglich, das seine Beerdigung aus einer späteren Zeit stammt (siehe: Vivienne Callender u. Peter Jànosi "Das Grab der Königin Chamerernebti II. in Gizeh" in MDAIK, Abt. Kairo, 1997)

Die Positionierung der Grabanlage der Chamerernebti II. im Central Field ist bisher nicht befriedigend erklärt, da sie als evtl. Gemahlin des Menkaure/Mykerinos wohl in einer der kleinen Nebenpyramiden (G III. a-c) beigesetzt werden sollte. 

 Rechitre/Rekhetre                 
(
Rx.t Ra.w)

oder
 
Ir.it ix. (w)t Ra.w
"Die zu den Angelegenheiten des Re gehört “

 - höchstwahrscheinlich Gemahlin
    von Menkaure/Mykerinos -
"Bekannte des Re"
Titel:   
zA.t  nswt (Königstochter),
Hm.t nswt (Königsgemahlin),
mAA.t !r %ts (die den Horus - Seth schaut),
wr.t Hts (die groß ist an Hts-Zeptern),
wr.t Hz.t (die groß ist an Gunst)
Grab:  Felsgrab in Giza - PM III², 249 f
Vater:     Chephren  (lt. Roth "Königsmütter")
Mutter:   (?)
Kinder:    (?)
Belege und Funde:
Grab ihres Hm-kA (Totenpriesters): als "Chephren-Tochter" bezeichnet. (siehe S. Hassan, Giza VI part 4, p.1/Schmitz - Königssohn, S. 48)
Felsgrab der Rekhetre in Giza
   1. Mattenrolle (PM III², 249 - siehe Hassan Giza VI/3 Abb. 3, Taf. 1.A)
   2. Nördliche Scheintür (PM III.², 249 - siehe Hassan Giza VI/3, 6. Abb. 4)
   3. Alabasterfragment aus der Sarkophagkammer (PM III.², 249 - siehe Hassan
       Giza VI/3, Taf. 1B,E)
Türlaibungen im Grab des Ka-em-nefer [
KA-m-nfr.t] Giza (PM III.², 250 - Korridor - siehe Hassan, Giza VI/3, 21f, Abb. 14-15, Taf. 6) 
Grab des
Iri-n-AX.t in Giza; Zwei Kalksteinfragmente (PM III², 250 [South part]
 - siehe Hassan, Giza VI/3, 75, Abb. 58, Taf. 30B; 77, Abb. 59, Taf. 33A.
Grab des Ka-em-nefer  [
KA-m-nfr.t] Giza: Kalksteinfragment  (PM III.², 250 - "North part" - siehe Hassan, Giza VI/3, 26, Abb. 19, Taf. 9A. 
Quellen:
Silke Roth/"Königsmütter"; Dodson/Complete Royal Families, PM III.² 250; B. Schmitz: "Königssohn"; Peter Janosi: "Giza in der 4. Dynastie",

Rechitre/Rekhetre (zur Lesung des Namens siehe L. Kuchmann-Sabbahy, Development, 382; Silke Roth, "Königsmütter",396f) war lt. ihrer Titel "Königin". Der königliche Gemahl ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen. In einer schlecht erhaltenen Inschrift auf der linken Türwange des Mastaba-Grabeinganges des Ka-em-nefret, eines Totenpriesters der Königin Rechitre, werden der Name und die Königinnentitel der Rechitre gemeinsam mit dem Horus- und Thronnamen des Chephren (@r Wsr-ib [#ai.f-Ra] dargestellt und genannt, welcher der Totenpriester Ka-em-nefret Opfer darbringt (siehe S. HASSAN, Gîza VI/3, 22, fig. 15, pl. VIA). Wir haben keinerlei Informationen über die Mutter der Rechitre.

Das Grab des Ka-em-nefret ist Teil eines größeren Familiengrabkomplexes und stammt aus der 6. Dynastie, PM III.², 250. Dieser Totenpriester lebte Generationen nach der Königin und diese Inschrift an seinem Grabeingang sollte wohl die besondere Stellung des Ka-em-nefret hervorstreichen. Diese Inschrift scheint eine der wenigen Ausnahmen zu sein, welche die Herkunft einer Prinzessin genau belegt. Hassan, Giza VI/3, 26. fig. 19 pl. IXA. ordnet ein verworfenes Kalksteinfragment mit der Inschrift nswt biti [#ai.f-Ra] SAt.f sms[t], das östlich von der Kapelle des Irienachet (6. Dynastie) gefunden  wurde (aus der Kapelle des Ka-em-nefret stammend) dieser Königin zu.

Die Grabanlage der Königin Rechitre liegt einige Meter südlich des Chephren-Aufweges und ca. 155 m östlich vom Grab der Königin Chamerernebti II. (dem sog. "Galarzagrab"). Das Grab ist von weiteren Grabanlagen aus späterer Zeit umgeben. Heute ist dieses Grab nicht mehr zugänglich. Die Position ihrer Grabanlage im sog. Central Field spricht nicht unbedingt gegen die Abkunft von König Chephren, doch ist sie auch kein Beweis dafür. Auch hier stellt sich die Frage, warum sie nicht in einer der Königinnen-Pyramiden des Herrschers beigesetzt wurde. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sie mit dem ephemeren Nachfolger des Chephren, Bicheris oder auch mit dem offiziellen letzten König der 4. Dynastie Schepseskaf verheiratet gewesen war. Es existieren keine zeitgenössischen Belege für diese möglichen Ehen.

Das Felsgrab der Königin Rechitre besteht aus der Kultkammer und der Sarkophagkammer, sowie einem Oberbau aus großen lokalen Kalksteinblöcken, welche die Mastaba über dem Felsgrab bilden. Der Ägyptologe Selim Hassan entdeckte und legte das Grab im Jahre 1934/35 frei. Er lieferte uns aus die einzigste - lt. Jánosi - etwas verwirrende Dokumentation lieferte (Giza VI/3, 5ff). Die Grabanlage der Rechitre besitzt einen ca. 53,6 m langen und 1,4 breiten Zugangsweg, der aus dem Fels gehauen ist. Er verläuft fast parallel zum Aufweg des Chephren und endet in einem kleinen Vorhof mit den Maßen 6,34 x 2,4 m. Der in der Mitte der Südwand liegende Eingang führt in einen 5,7 m langen und 2,2 m breiten Korridor, an dessen Südende sich ein weiterer Durchgang befindet, der mit einer einflügeligen Holztür verschließbar war. Der Durchgang endet in einer kleinen, rechteckigen Vorkammer (3,5 × 2 m). Der mit weißem Kalkstein verkleidete Eingang in die eigentliche Felsanlage misst 1,10 x 1,45 m. Die Titel und der Name der Königin befinden sich auf der Türrolle. 

Die Wände der leicht nach Nordost-Südwest orientierten 4 x 3,95 m großen Sarkophagkammer sind gut geglättet. In der Kammer stand ein undekorierter völlig leerer Kalksteinsarkophag, hinter dem eine schmale Bank aus kleinen Kalksteinblöcken errichtet ist, welche den Sarkophagdeckel vor der Bestattung in Position halten sollte. In der Südwand der Kammer befand sich eine Kanopen-Nische. Die verstreut in der Kammer liegenden Knochen könnten evtl. von der Bestattung der Königin stammen. Die Wissenschaftler ziehen als Entstehungszeit der Felsgrabanlage die Regierungszeit des Mykerinos bis zum Ende der 4. Dynastie in Erwägung.

Jànosi merkt in seinem Werk "Giza in der 4. Dynastie" an, dass "die Architektur des Felsgrabs einige Unklarheiten aufweist, die mit der vorliegenden Dokumentation von Selím Hassan nicht zu klären sind".

Prince Khuenre / Chuenre    (!wj.n Raw)

 

 - Sohn Menkaures/Mykerinos - 
 
Titel:      sA. njswt n-Xt.f smsw (Ältester Königssohn von seinem eigenen Leib)
Grab:     MQ 1 (Mykerinos-Steinbruch)
Vater:    Menkaure/Mykerinos
Mutter:  Chamerernebti II.
Kinder:   -------
Belege und Funde:
Schreiberstatue Boston Nr. 13.3140. M. Eaton-Kraus, PM III.²,
MQ 1 Grab des Chuienre im Mykerinos-Steinbruch
Quellen:
 PM III², 294; Dodson/Complete Royal Families; Jánosi: Giza 4. Dynastie

Als Vater des Prinzen Chuenre wird allgemein aufgrund der Lage seines Felsgrabs MQ 1, das im westlichen Abhang des sog. "Mykerinossteinbruchs", ca. 90 bis 100 m von der Südost-Strecke der Mykerinos-Pyramide entfernt liegt, der König Menkaure/Mykerinos angenommen. Die Mutter von Chuenre war die Königin Chamerernebti II. ("Galarzagrab"), welche im Grab des Prinzen abgebildet ist. Prinz Chuenre bezeichnet sich selber in seinem Grab als "Ältester Königssohn" ( sA. njswt n Xt.f smsw). Reisner kommt aufgrund seiner "Thronfolger-Theorie" der im Grab aufgeführten Titulatur des Prinzen (ältester Königssohn), der Lage seines Grabes und der Name der im Grab abgebildeten Königin - Chamerernebti (II.) und der damals bekannten Fakten zu dem Schluss, dass Chuenre der älteste Sohn und jungverstorbene Thronfolger des Mykerinos gewesen sein muss. Untermauert sah Reisner seine Kronprinzen-Theorie offenbar dadurch, dass Chuenre seine Mutter im Grab darstellen ließ. Überprüft man nun den Sachverhalt genauer, so zeigt sich, dass auch Chuenres Kronprinzenstatus nur über eine Indizienkette erschlossen wurde. Mit dem bisher vorliegenden Material ist dieses aber lt. Peter Jánosi in "Giza in der 4. Dynastie" nicht zu bestätigen.

Aus den bekannten Titeln des Prinzen Chuenre ergibt sich weder der Beweis dafür, dass er tatsächlich der erstgeborene Sohn des Königs Mykerinos war noch dass dieser der designierte Kronprinz war. Im Grab wird nirgends erwähnt, dass Menkaure/Mykerinos der Vater des Chuenre ist, ebenso findet sich kein Hinweis darauf, dass die abgebildete Königin eine "Haupt-Gemahlin" des Königs gewesen soll soll.

Dazu macht die Ägyptologin Marianne Eaton-Krauss zu Recht darauf aufmerksam, dass weder Frau noch Kinder des Chuenre im Grab bekannt sind und das Grab selber unvollendet geblieben war. Sie wertet dieses als Hinweis darauf, dass der Prinz früh verstorben ist. Allerdings kann daraus nicht mit Sicherheit erschlossen werden, dass zu diesem Zeitpunkt der König Mykerinos noch am Leben war (siehe dazu: PM III.², 294 Boston Nr. 13.3140. M Eaton-Krauss, Statuary, 108f, Anm. 594.) Im Gegensatz zu seinem Bruder Junmin hatte Chuenre keine staatstragenden Ämter inne.

Die unvollendeten Grabreliefs in MQ 1 lassen ebenso aber nicht die Schlussfolgerung zu, der Prinz Chuenre sei vor seinem Vater gestorben und wäre deshalb nicht auf den Thron Ägyptens gestiegen. Er ist in den Reliefs zwar als Kind dargestellt, ebenso aber auch als erwachsener Mann. In einer der wenigen fertiggestellten Szenen in Raum A dieses Grabes wird Chuenre als Kind vor seiner sitzenden Mutter  dargestellt, die als "mw,t.f mAA. t-Hr-CtX (usw.) Hm.t-njSwt (usw.) #a-mrr-Nb.tj" bezeichnet wird (siehe Reisner in: BMFA 32 (1934) fig. 10). Er selber wird hier als "sA-njcwt n-Xt-f cmcr-watj n-jt.f #wj-n-Ra ("Ältester Königssohn......"). Wahrscheinlich war er auch im Grab seiner Mutter genannt, doch ist der Zusammenhang so stark zerstört, dass es unsicher bleiben muss. (Quelle: Bettina Schmitz "Königssohn", S. 54)

Dass Chuenres Grab teilweise undekoriert blieb und keine weiteren Familienmitglieder nennt, ist wohl im Ausscheiden "gebürtiger Prinzen" aus dem Staatsdienst begründet, welches ihre finanzielle Grundlage stark einschränkt (siehe dazu: B. Schmitz "Königssohn", S. 90, S. 166 f.).

Außerdem wurde in diesem Raum eine kleine Schreiberstatue gefunden, von der man annimmt, dass sie einst im Serdab (pr-tw.t / per-tut = Statuenhaus) aufgestellt war und sich heute im Museum of Fine Art in Boston befindet. Diese Statue zeigt den Prinzen als Schreiber.

Ein Sarkophag aus Rosengranit wurde in einem Schacht in Raum B gefunden.

Prinz Chuenre/Khunera - Sohn des Mykerinos
- Gelber Kalkstein, Museum Boston Museum of Fine Arts -
Höhe: 30,5 cm; Länge: 21,5 cm; Tiefe: 16 cm

Der Prinz sitzt in der Schreiberpose mit übereinander geschlagenen Beinen auf einem Sitzkissen. Scheinbar ist diese Darstellung in der 4. Dynastie für die Königssöhne typisch. Die Statue ist unbeschriftet, die Gelehrten schreiben sie aber aufgrund des Fundortes (Felsgrab im Steinbruch des Mykerinos) dem Prinzen Chuenre zu. Der Prinz träg eine schulterlange Perücke, welche ein wachsames, intelligentes Gesicht einrahmt.

Bild:    PrinceKhuneraSeatedMuseumofFineArtBoston.
Autor: Keith Schengili-Roberts
Lizenz: CC BY-SA 2.5
              (Bild aus Wolf/Die Kunst Ägyptens 1957)

Das Felsgrab MQ 1 des Chuenre auf der Westseite des Mykerinos-Friedhofes ist eines der größten in diesem Steinbruch befindlichen Gräber. Die Grabachse ist aufgrund der Geländeverhältnisse nach Nordost-Südwest verdreht. Die Publikation dieser Grabanlage ist bis heute unveröffentlicht. Das Felsgrab ist  wieder versandet und unzugänglich. Vor einigen Jahren hat die ägyptische Antikenverwaltung damit begonnen, das Gelände vor und um MQ 1 wieder vom Sand freizulegen, damit das Felsgrab des Chuenre neu aufgenommen werden kann. Über den heutigen Zustand von MQ 1 liegen den Autoren von Nefershapiland aber keine Information vor.

Prince Iunmin (Jwn Mnw)

 

 - Sohn Menkaures/Mykerinos - 
oder Chephrens - 
"Pfeiler des Min"
Titel:      sA. nswt n-Xt.f smsw (Ältester Königssohn von seinem eigenen Leib)
Grab:       Felsgrab LG 92 Central Field in Giza.
Vater:    Menkaure/Mykerinos oder Chephren
Mutter:  
unbekannt
Kinder:   -------
Belege und Funde:
Türrolle auf Felsgrab LG 92 nennt Namen und Titel des Besitzers und dessen Fra
Quellen:
Roman Gundacker in Sokar 20 + 21, Janosi
:" Giza 4. Dynastie";
Dodson Royal Families, B. Schmitz in "Königssohn"

Iunmin trug ebenfalls den Prinzentitel in seiner höchsten Variante (leiblicher, ältester Königssohn) wurde zumeist bisher als Sohn des Königs Chephren genannt (siehe Dodson in "Royal Families", Schmitz in "Königssohn"). Über seine Mutter ist nichts bekannt. Gelegentlich wird er aber auch in neuerer Zeit als Sohn des Menkaure/Mykerinos angesehen. (Gundacker in "Sokar 20", Helck in "Beamtentitel" und Reisner in "Mycerinus") Die Gründe hierfür sind angesichts der spärlichen Informationen der Inschriften die Beurteilung der Baugeschichte und die Lage des Grabes Iunmins, welches im südlichsten Abschnitt des Cheops-Chephren Steinbruchs auf einem markanten Felsvorsprung in einiger Entfernung zu den Gräbern der Chephren-Söhne liegt. Da auch die anderen Gräber dieses Nekropolenabschnittes erst aus der Regierungszeit des Mykerinos oder evtl. noch später stammen, folgern einige Ägyptologen (darunter auch R. Gundacker), dass dieser Grabsektor erst  in der Regierungszeit Mykerinos für Privatgräber freigegeben wurde.

Der Unterschied zwischen der eindrucksvollen Grabanlage des Iunmin und den eher "bescheiden" wirkenden Felsgräbern der anderen Prinzen in dieser Sektion (vergl. dazu die Gräber in Zone 1) ist unübersehbar. Von architektonischen Gesichtspunkten aus betrachtet, wie die Raumanzahl, Raumgrößen, den Bestattungen, den Kultstellen und der Disposition der architektonischen Elemente (Scheintüren, Schachtmündungen, Durchgänge etc.) ist die Grabanlage des Iunmin als eine der jüngsten Felsgräber dieser Gräbergruppe anzusehen. Auch die Position des Grabes - es ist von der Gruppe der Prinzengräber in der Zone 1 deutlich abgesetzt angelegt, lässt eine Datierung am Ende der 4. Dynastie oder später am wahrscheinlichsten erscheinen. Peter Janosi merkt in seinem Werk: "Giza 4. Dynastie, S. 399/Anm. 2365" dazu an: "Iunmin war demnach eher ein Sohn des Mykerinos als des Chephren".

Das Grab LG 92 im Cheops/Chephrensteinbruch war bereits der preußischen Expetition teilweise zugänglich (siehe LD  1, Text, 113.; PM III.², 237). Selim Hassan legte das Felsgrab dann 1936 völlig frei widmete diesem eindrucksvollen Grab allerdings nur eine kursorische Beschreibung, die der Architektur und Geschichte der Anlage nicht gerecht wird. Jánosi merkt in seinem Werk: Giza in der 4. Dynastie S. 393 unter der Fußnote 2364 an, dass die Antikenverwaltung das Grab inzwischen restauriert und für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht hat.

Eine genaue Erfassung der Person des Prinzen Iunmin ist nicht möglich, da lediglich Architrav und Türrolle des Grabes Inschriften tragen. Trotz eines großen in mehreren Erweiterungen bis in die fortgeschrittene 5. Dynastie ausgebauten Grabes weist dieses, ebenso wie alle weiteren Gräber dieses Nekropolenabschnittes, so gut wie keine Dekoration auf. 

Junmin trug am Ende der 4. oder Anfang der 5. Dynastie (lt. Gundacker wohl erst unter Sahure) den Titel eines Wesirs. Sein Todesdatum und auch das Datum der noch unter seiner Aufsicht vorgenommenen Umbauten an seinem Grab samt Beschriftung des Eingangsarchitravs sind wohl in die frühe 5. Dynastie zu datieren. Die Gemahlin des Grabbesitzers hieß Chamerernebti und ist ebenfalls auf dem Architrav abgebildet und auch genannt. Es erscheint wahrscheinlich, dass sie in dieser Grabanlage beigesetzt wurde. Nachkommen sind keine bekannt.

Prinz Sechem-re  (Cxm-Raw)

 

 - Sohn Menkaures/Mykerinos -
 
Titel:      sA. njswt n-Xt.f smsw (Ältester Königssohn von seinem eigenen Leib)
Grab:     evtl. Felsgrab in Giza (Galarzagrab G 8978)
Vater:     Menkaure/Mykerinos 
Mutter:  evtl. Chamerernebty II.
Kinder:   
Belege und Funde:
Titelfragmente und Statuenfund im Galarzagrab

Quellen:
Janosi Giza 4. Dynastie, 
Dodson Royal Families, Schmitz in Königssohn.
MDAIK 53, 1997: Peter Jánosi und V. Callender - The Tomb of Queen Khamerernebty II. at Giza

Prinz Sechem-re war evtl. ein jüngerer Bruder des Chuenre/Khunera und Sohn der Chamerernebty II., der wahrscheinlich kein auf königlichen Befehl errichtetes Grab besaß und sich daher in der frühen 5. Dynastie eine bescheidene Erweiterung des Galarzagrabes, in dem seine evtl. Mutter Chamerernebti II. ruhte, anlegen und eine Statue aufstellen ließ.

Die Felsanlage des Galarzagrabes wurde zwischen 1907 und 1908 vom Comte de Galarza entdeckt und freigelegt. Die Grabungsvorberichte von G. Daressy und A. Bey Kamal, welche die Grabungsaufsicht führten, sind unzureichend und weichen in manchen Details voneinander ab (Zitat: Peter Jánosi in "Giza 4. Dynastie").

Raum B wurde durch eine Mauer aus Kalkstein in zwei Teile aufgeteilt. Der hintere Teil diente als Serdab. In ihm fanden sich vier annähernd vollständige Statuen und Fragmente von weiteren Statuen. Die Statuen standen an der Südwand und blickten nach Norden. Ganz im Westen befand sich eine weibliche Sitzfigur, es folgte die ungewöhnliche Mantelstatue (Bild siehe weiter oben) einer schreitenden Frau, dann eine Gruppensitzfigur der Grabherrin mit einer männlichen Person an seiner Seite. Wobei die einzig mögliche männliche Person, die neben der Königsgemahlin Chamerernebty II.  (außer dem König - was hier aber nicht der Fall ist) dargestellt sein kann, ist nur ihr Sohn. Im Osten fanden die Ägyptologen schließlich eine weitere Sitzfigur. Fragmente aus Kalzitalabaster und Diorit deuten auf die Existenz weiterer Statuen hin. Die zur Raummitte zeigende Seite des Pfeilers in diesem Raumteil schmückt eine unvollendete weibliche Felsfigur (Quelle: Peter Janosi: "Giza in der 4. Dynastie")

                 Galarzagrab in Giza G 8978

Im Norden des Galarzagrabes in Giza befindet sich eine Ost-West orientierte Felskammer ( C ) mit zwei Pfeilern 
(0,5 × 0,45 m) stark, welche die Maße 
5,96 × 1,6 m (11½ × 3 E) besitzt. Der nördliche Teil der Kammer misst 4,5 m x 2 m bzw. 1,8 m  [8½ × 3½–4 E]. Die Deckenhöhe variiert von 2,5 m bis 3,1 m
[5 bis 6 E]. 

Auf der Rückseite der Kammer wurden zwei Statuen gefunden. Die eine befand sich in einer kleinen Nische 
(1,0 m x 0,69 m x 1,1 m) in der Nord-West-Ecke auf Fußbodenniveau.

(Bild nach S. Hassan, Giza II. 1936 general plan)
- bearbeitet von Nefershapiland -

In der Nordostecke des Raumes C fand sich eine überlebensgroße Sitzstatue aus Kalkstein, ebenfalls zur Raummitte orientiert, welche die Königin Chamernebty II. darstellt. Lt. A. Bey Kamal, ASAE 10, 1910, 118; PM III.², 274; JE 48 856 ist die Statue 2,3 m hoch und stellt die bislang einzige bekannte monumentale Statue einer Alten-Reich-Königin dar.

In einer kleinen Nische auf Bodenniveau in der Nord-West-Ecke der Kammer befand sich eine Sitzfigur des Prinzen "Sechem-re". In welcher Beziehung der hier dargestellte Cxm-Raw (Sechem-re) zu Chamerernebty II. stand ist unbekannt. Beide Statuen in dieser Kammer gehören nicht zum Ensemble des Süddepots in Raum B, sondern bilden eigenständige Kultziele. 

Von der Wandwand der Kammer C führt ein Durchgang in einen weiteren Raum D. Aufgrund der Sitzstatue des Prinzen Sechen-re wird vermutet, dass es sich bei der Felskammer D um dessen Grabstätte handelt. V. Callender und Peter Jànosi nehmen an, dass es sich hierbei um den Grabherrn der nördlich angebauten Bestattung handelt. Die Position dieser evtl. Grab-Anlage des Sechem-re zeigt deutlich eine sekundäre Modifizierung zur Galarza-Grabstätte an; die Nähe seiner Statue zur großen Sitz-Statue der Chamererneby II. bleibt aber die Antwort über seiner Beziehung zu ihr schuldig. Es stellt sich nun die Frage: War er ein weiterer Sohn oder evtl. auch ein Enkel der Königin Chamerernebty II. oder stand er in keiner Beziehung zu ihr und hat seine Begräbnisstätte nur in eine bestehende Anlage eingefügt. Von den noch vorhandenen Beweisen gibt es keine Antworten auf diese Frage.

Die Identifizierung der Eigentümer der Galarza-Grabstätte, die von Elmar Edel ausführlich behandelt wurde, ist nicht eindeutig gesichert. Peter Jánosi und Vivienne G. Callender schlagen in ihrer Abhandlung (The Tomb of Queen Khamerernebty II. at Giza, MDAIK 53 - 1997) vor, dass wahrscheinlich Königin Chamerernebty I. die ursprüngliche Eigentümerin der Galarza-Grabstätte war und ihre Tochter Chamerernebty II. diese evtl. für ihr eigenes Begräbnis vollendete. Daher ist anzunehmen, dass die ursprünglichen Kammern H, I und J von Chamerernebty I. errichtet wurden, die Gründe für die erste Planänderung aber unbekannt bleiben.  Die spätere Erweiterung des Begräbnisflügels D wurde möglicherweise dann durch Sechem-re ausgeführt - evtl. weil er eine verwandtschaftliche Beziehung zu ihnen hatte und er neben Chamerernebty I. begraben werden wollte. Die Position seiner Statue im Raum C, die sich in nächster Nähe zur überlebensgroßen Statue der Chamerernebty II. befand, lassen die obigen Überlegungen möglich erscheinen. 

Quelle: nach MDAIK 53, 1997: Peter Jánosi und V. Callender - The Tomb of Queen Khamerernebty II. at Giza)

Innen- u. Außenpolitik:

Aus der Regierungszeit von Menkaure/Mykerinos sind weder Innen- noch Außenpolitische Ereignisse bekannt. Nach Rolf Gundlach wurden eventuell unter Mykerinos 17.000 Nubier aus ihrer Heimat „deportiert“ und im nördlichen Grenzgebiet Ägyptens im "hinteren Ostgau" angesiedelt. Damit ist wohl eine Nachricht zu verbinden, die aus dem Beginn der 5. Dynastie stammt, also kurz nach der Regierung Mykerinos zu datieren ist:

Ein Beamter namens "Nisut-nefer" bezeichnet sich als „der Sperren der Wüste und der Festungen des Königs im 13. unterägyptischen Gau “. Da man zu dieser Zeit nicht mit außenpolitischen Verwicklungen rechnen kann, waren die Festungen vermutlich zur Kontrolle der gegen ihren Willen herbeigeschafften und angesiedelten Menschen gedacht. Rückschlüsse auf die wirtschaftlichen, innenpolitischen oder religionspolitischen Verhältnisse Ägyptens unter der Herrschaft König Mykerinos aus der Größe seiner Grabpyramide zu ziehen ist äußerst fraglich. In den Biographien der Beamten dieser Zeit finden sich keinerlei Zeichen auf innere Unruhen oder einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Landes. Die drastische Verringerung der Pyramidenmaße kann aber auch nicht mit Bauphasen oder der Wachstumsthese von Borchardt oder Lepsius erklärt werden. Es gibt Gelehrte die sogar Anzeichen dafür sehen, dass zumindest zu Beginn der Bauarbeiten am Pyramidenbezirk, eine bedeutend größere Pyramide geplant war, die dann aber aus uns unbekannten Gründen nicht verwirklicht wurde.

Das der König seinen Grabbezirk wieder in Giza errichten ließ, wird aber allgemein als Ausdruck der Verbundenheit mit Cheops und Chephren gewertet. 

Auf Elephantine fanden sich Siegelabrollungen mit dem Namen des Königs. Anscheinend ließ der König auch hier Bauen. Auch in Buhen, einem ägyptischen Außenposten, fanden sich Siegelabrollungen mit dem Namen des Königs.

Belege für Mykerinos im Ausland;

In Byblos ist der Name des MnkAw-re (Mykerinos) auf Gefäßfragmenten 7 Mal belegt. U. a. auf einem Fragment aus grauem Stein, wo der Name "MnkAw–(Ra oder !r) gezeigt wird.

Tel Hazor:
2012 wurde durch eine Grabung der Hebrew University of Jerusalem unter der Leitung von Ammon Ben–Tor und Sharon Zuckermann im Gebiet von Tell Hazor (nördlich des See Genezareth) das Vorderteil einer Sphinx aus der Zeit König Mykerinos entdeckt. Das Fragment fand sich in einer Zerstörungsschicht von Hazor aus dem 13th Jahrhundert und ist sogar mit einer Inschrift aus Hieroglyphen versehen. Das Fragment besteht aus dem sog. "Cheprendiorit". Erhalten haben sich von der Sphinx nur die Vorderläufe und der Teil einer Inschrift dazwischen.

„ (Menkau[re])|, geliebt von den göttlichen Erscheinungen von Iunu, dem Leben gegeben sei ewiglich “

Die Sphinx ist lt. den Hieroglyphen, die sich zwischen den Pfoten der State befinden, dem König Mykerinos gewidmet. Es ist nach Ansicht der Archäologen möglich, dass die Sphinx ursprünglich in der antiken Stadt Heliopolis im Norden Kairos aufgestellt gewesen war. Die Statue wird auf eine Gesamtgröße von etwas eineinhalb Meter Länge und einem halben Meter Breite geschätzt. Wie diese aber nach Tel Hazor gekommen ist, darüber kann nur spekuliert werden.

Es wird vermutet, dass die Sphinx eventuell zur Zeit der Hyksosherrschaft als Geschenk oder als Handelsware für den König der bedeutenden Handelsstadt Tel Hazor hierher gelangte. "Diese Sphinx ist die einzige monumentale ägyptische Statue, die man jemals in der Levante, dem heutigen Israel, Syrien und dem Libanon, gefunden hat", so berichtete der Grabungsleiter Amnon Ben-Tor der Nachrichtenagentur AFP.

(Berichtsquelle: AFP/Tageblatt.lu  und Bericht nebst Bildern in der "Welt" )

Beamte:

Aus der Regierungszeit König Mykerinos sind als Beamte nur die Wesire bekannt. Dieses Amt war während der 4. Dynastie nur den Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten. Unter Mykerinos übten dieses Amt seine Halbbrüder Nikaure, Iunmin, Nebemachet, Anchmare und Duaenre aus. 

In den Darstellungen im Grab seiner Mutter Meresanch III. - im sog. Statuenraum, rechter Pfeiler - wird Prinz Duaen-re als kleiner, nackter Junge dargestellt, der neben den Füßen seiner Mutter Meresanch III. abgebildet ist und dessen Hautfarbe mit roter Farbe gezeichnet ist. Die Beischrift lautet: "der Sohn des Königs von seinem Leib, Duaen-re". Dieser bekleidete lt. den Inschriften in seiner Grab-Mastaba G 5110 (lt. Reisner) auf dem Westfriedhof von Giseh das Amt eines "Tjatiu" - eine Amtsbezeichnung, die im Alten Reich häufig mit "Wesir" gleichgesetzt wird.

Königliche Statuenprogramm:

Georg Andrew Reisner führte ab 1908 im Auftrage der "Havard–Boston Expedition" Grabungen im Pyramidenkomplex des Mykerinos durch und entdeckte dabei im Taltempel des Königs insgesamt 17 Statuen und Statuengruppen. Darunter befanden sich auch Einzelstatuen des Königs bzw. seiner Gemahlin, Doppelstatuen und sog. Triaden. Diese zeigen den König zusammen mit der Göttin Hathor und jeweils einer Gaugottheit. Die meisten Stücke wurden im Taltempel entdeckt, weitere Funde wurden im Totentempel gemacht. Lediglich drei Statuen wurden außerhalb von Giseh gefunden. Nach den Aufzeichnungen von Georg Reisner, der die einstige Statuenausstattung im Taltempel auf ca. 40 Stück schätzte, wurden die Fundobjekte damals auf die Museen von Kairo und Boston aufgeteilt. 

Insgesamt wurden von Reisner im Taltempel vier sehr gut erhaltene Triaden entdeckt. Der Statuentyp „Triade“ tritt zum erstenmal unter Mykerinos in Erscheinung und zeigt den König zusammen mit der Göttin Hathor, der Herrin der Sykomore und einem personifizierten ägyptischen Gau. Sie waren wohl bei späteren Umbau- oder Fertigstellungsarbeiten magaziniert worden und überdauerten so fast unbeschadet die Jahrtausende. Im Hof des Tempel wurden weitere Trümmer von Statuengruppen gefunden, vermutlich am Ort ihrer ursprünglichen Standorts. Alle Triaden bestehen aus Grauwacke (graue bis grüngraue Sandsteine mit Anteilen an Gesteinstrümmern von z.B. Quarzit, Phyllit, Tonschiefer usw.). Bei allen Triaden trägt der König das gleiche Ornat: die Oberägyptische Krone, den Zeremonialbart und einen plissierten Schurz. Die Figuren waren teilweise bemalt – Schnurbart, Halsketten und Gürteldetails. 

Im Taltempel fanden sich insgesamt vier vollständige (drei davon befinden sich in Kairo, eine in Boston) und zwei fragmentarische Statuengruppen sowie einige nicht mehr zuzuordnende Fragmente, welche sich aber nur mit großer Unsicherheit zu Triaden rekonstruieren lassen. Reisner vermutete, dass Alabaster für die unterägyptischen Triaden vorgesehen war und Grauwacke für die der oberägyptischen Triaden.

                                                                        Triade des Mykerinos 
                                                                    -  heute in:  Kairo JdE  46499 -   
Objekt:      Triade
Fundort:    
Taltempel der Pyramidenanlage König Mykerinos
Material:   Grauwacke / Schiefer
Maße:        Höhe 95,5 cm; Breite 61 cm; Tiefe 37 cm

Beschreibung:
Kleine Beschädigungen nur an der Rücken– und Basisplatte.
Der König steht zwischen Hathor und der Gaugöttin Bat des 7. Oberägyptischer Gaus. (Diospolis Parva) - erkennbar an der Gaustandarte mit dem Zeichen der Göttin Bat. Der König trägt die oberägyptische Krone, den dreigeteilten Kurzschurz mit breitem Gürtel und den Zeremonialbart.

Bild: Dieses Werk wurde (oder wird hiermit) durch den Autor, Chipdawes auf der Engl. wikipedia in die Gemeinfreiheit übergeben. Dies gilt weltweit.



Auf der Basisplatte vor dem rechten Fuß des Königs und den Füßen der Hathor befinden sich fünf Inschriftenkolumnen ohne Trennstriche (1), auf der Basisplatt vor den Füßen der Gaugöttin dagegen fünf Kolumnen mit Trennlinien (2).

1 „Horus:  KAX.t
     König von Ober – und Unterägypten: (MnkA.wRa.w)|
     Erwählter der Hathor, Herrin der Sykomore,
     an allen ihren Stätten “

2 „Rede: (Hiermit) gewähre (ich) dir
     die jegliche guten Dinge, die unter
     befindlich im Süden, wenn Du erscheinst
     Als König von Ober– und Unterägypten ewiglich “

 

                                                                  Triade des Mykerinos 
                                                          - heutiger Standort:  Kairo JdE  40679 - 
Objekt:      Triade
Fundort:    
Taltempel der Pyramidenanlage König Mykerinos
Material:   Grauwacke / Schiefer
Maße:        Höhe 93cm; Breite 44cm; Tiefe 42cm

Die Triade ist vollständig erhalten, bis auf kleinere Bestossungen an der Fußplatte und Rückenplatte.
Der König steht zwischen Hathor und der Gaugöttin des 17. Oberägyptischer Schakalgaus. Menkaure (Mykerinos) trägt die oberägyptische Krone, den dreigeteilten Kurzschurz mit breitem Gürtel und den Zeremonialbart.

Vor dem rechten Fuß des Königs und den Füßen der Hathor befinden sich auf der Basisplatte vier Inschriftenkolumnen (1) ohne Trennstrich, vor den Füßen der Gaugöttin drei Kolumnen mit Begrenzungslinien (2).

1 „König von Ober – und Unterägypten: (Mn kA.w Ra.w)|
    ewiglich Erwählter
    der Hathor, Herrin der Sykomoren
    an allen ihren Plätzen “
2 „Rede:  (Hiermit) gewähre (ich) Dir jegliche gute Dinge,
    die unter jeglichen Opfergaben befindlich im Süden sind,
    wenn Du erscheinst als König von Ober– und Unterägypten
    ewiglich “
 

 

Bild:     GD-EG-Caire-Musèe017.JPG
Autor:  Gérard Ducher
Lizenz:  CC BY-SA 2.5

 

                                                                        Triade des Mykerinos 
                                                          - heutiger Standort:  Kairo JdE 40678
Objekt:      Triade
Fundort:    
Taltempel der Pyramidenanlage König Mykerinos
Material:   Grauwacke / Schiefer
Maße:        Höhe 89cm; Breite 53cm; Tiefe 40cm  

Beschreibung:
Die Statuengruppe wurde von Reisner am 10. 7. 1908 im Taltempel des Mykerinos entdeckt.
Der König steht zwischen Hathor und dem Gaugott des 4. Oberägyptischen Gaus. Menkaure trägt die oberägyptische Krone, den dreigeteilten Kurzschurz mit breitem Gürtel und eine heute weggebrochenen Zeremonialbart. Außer dem weggebrochenem  Zeremonialbart ist die Gruppe vollständig intakt.

Bei ihrer Entdeckung zeigte die Skulptur noch Reste von Bemalung, die zeigen, dass sie einst bunt bemalt war. Heute ist von der Bemalung nicht mehr erhalten.

Auf der Basisplatte vor dem rechten Fuß des Königs und den Füßen der Hathor befindet sich eine fünfkolumnige Inschrift (1), vor den Füßen des Gaugottes ebenfalls fünf Kolumnen (2).

König von Ober– und Unterägypten  (MnkA.wRa.w)|
      Horus: KAX.t  ewiglich Erwählter
      der Hathor, Herrin der Sykomoren
      an alle (ihren) Stätten “
„Rede: (Hiermit) gewähre (ich) Dir
      jegliche Dinge befindlich im Süden, jegliche Speisen
      und jegliche Opfergaben,
      wenn Du erscheinst
      als König von Ober– und Unterägypten ewiglich “

                                 ( Bild: mit frdl. Dank Heidi Kontkanen)

 

 

                                                                  Triade des Mykerinos 
                                                          - Boston, Museum of Fine Art MFA 09.200  -

Objekt:      Triade
Fundort:    
Taltempel der Pyramidenanlage König Mykerinos
Material:    Grauwacke / Schiefer
Maße:         Höhe 85cm; Breite 39cm; Tiefe 42cm

Beschreibung:
Von allen vier intakten Triaden zeigt diese in Boston befindliche Triade den besten Erhaltungszustand. Leider ist auch hier die einstige Bemalung fast vollständig verschwunden.
Bei dieser Triade ist der Aufbau gegenüber den in Kairo befindlichen Stücken verändert. In der Mitte thront Hathor auf einem Blockthron. Mit ihrem linken Arm umfängt sie den links von ihr stehenden König, wobei ihre Hand um seine Taille fasst. Ihr rechter Unterarm ist angewinkelt, sodass sie mit ihrer Hand den linken Unterarm des Königs berührt.

Der König trägt die oberägyptische Krone, den Zeremonialbart und den dreiteiligen plissierten Schurz. In seiner rechten Hand hält er die HD–Keule, in seiner linken das mks-Zeichen. Rechts von Hathor steht die Gaugöttin des 15. oberägyptischen Gaus von Hermopolis (Hasengau). Der Sockel dieser Triade ist auffallend hoch, außerdem sind die vorderen Ecken der Basis gerundet.

 

Auf dem Sockel links neben den Füßen der Hathor befinden sich zwei Kolumnen und eine Doppelkolumne ohne Trennstriche (1), rechts neben den Füßen der Hathor befinden sich drei Kolumnen ebenfalls ohne Trennstrich. 

„König von Ober – und Unterägypten: (MnkA.wRa.w)|
      Erwählter der Hathor, Herrin der Sykomore. "
„Rede:  (Hiermit) gewähre (ich) Dir
      jegliches Gute, jegliche Opfergaben und
      jegliche Speisen befindlich im Süden, ewiglich“

Bild:     TriadStatueDepictingHareNomeGoddessHathorAndMenkaure
Autor:  Keith Schengili-Roberts
Lizenz:  CC BY-SA 2.5

 

                               Fragmentarische Triade
                    - heutiger Standort: Boston MFA 11.3147 -

Diese Triade in Boston weist schwere Beschädigungen auf. Der obere Teil der Rückenplatte ist weggebrochen. Es fehlen damit auch die Köpfe der drei Figuren, ebenso wie große Teile der Füße sowie die Basisplatte.

Das erhaltene Reststück misst noch ca. 85 cm in der Höhe. Der König steht in der Mitte, rechts neben ihm ein Göttin (wahrscheinlich Hathor) und links von ihm wieder ein personifizierter, diesmal männlicher Gaugott. 

Zu dieser Triade gehört evtl. ein 1907 im Kairoer Kunsthandel erworbener Königskopf von 30 cm Höhe, der den König mit der weißen Krone Oberägyptens zeigt.

Bild:     Menkaura-Fragmentary Triad Museum OfFineArtsBoston.png
Autor:  Keith Schengili-Roberts
Lizenz:  CC BY-SA 2.5
Objekt:       Fragmentarische Triade
Fundort:    
Taltempel der Pyramidenanlage König Mykerinos
Material:    Grauwacke / Schiefer
Maße:         Höhe 85 cm; Breite 62 cm

Im Taltempel des Mykerinos wurden neben den Triaden noch zahlreiche andere Statuen gefunden. Die bekannteste ist eine hervorragend erhaltene Doppelstatue aus Grauwacke, welche den stehenden König mit dem Nemes-Kopftuch, dem Kinnbart, bekleidet mit einem Schurz neben seiner Königin, wahrscheinlich Chamerernebti II. zeigt.

Der König trägt das Nemes-Kopftuch, jedoch keinen Uräus und den horizontal gestreiften Zeremonialbart als Zeichen seiner königlichen Würde. Er ist in der typischen Haltung mit linkem vorangestellten Bein dargestellt und ist mit dem  Schendit-Schurz bekleidet. Seine Arme hängen den Körper entlang herunter. Die neben ihm stehende Frau umarmt den König, wobei ihre rechte Hand an der Taille des Mannes zu sehen ist. Mit der linken Hand berührt sie den linken Oberarm des Königs. Die Frau (wahrscheinlich Chamerernebti II.) ist ebenfalls mit leicht vorangestelltem linken Bein dargestellt, trägt aber keinerlei Kopfschmuck, was sie als "Sterbliche" ausweist. Ihre hingebungsvolle Haltung lässt darauf schließen, dass sie seine Gemahlin ist, nach gültiger Meinung der meisten Ägyptologen ist sie Chamerernebti II., Beweise fehlen jedoch. Die Frau trägt ein knöchellanges Gewand und eine dreigeteilte lange Perücke über ihren natürlichen Haar, dessen Ansatz an der Stirn zu erkennen ist. Das Gesicht ist rundlich und erscheint jung und gleicht sichtlich dem Gesicht Hathors auf einer anderen Statue mit dem König. Der König erscheint hier als der Inbegriff eines Halbgottes - schön, muskulös und ernsthaft, doch gütig lächelnd. Seine Königin ist fast ebenso groß wie er.

Das polierte, dunkle Gestein - Grauwacke - sieht sehr elegant aus, doch die Ägypter bemalten es, wie sie alle ihre Statuen bemalten. Es wurden Spuren von roter Farbe im Gesicht, am Hals und an den Ohren des Königs, die Perücke der Königin war schwarz bemalt.

  Doppelstatue Menkaure und Chamerernebti II.
       - heute in Boston, Museum of Fine Arts, Nr. 11.1738 -

Objekt:   Doppelstatue des Königs zusammen mit seiner Frau,
                 wahrscheinlich seiner Gemahlin Chamerernebti II.
Fundort: 
Giza, Totentempel des Mykarinos
Material: Grauer Stein/Grauwacke
Maße:      Höhe 1,39 m; Breite 0,57 m; Tiefe 0,54 m

Bemerkenswert ist die Geste, mit der ihr rechter Arm ihn umfängt und ihre linke Hand umfasst seinen linken Oberarm. 

1908 entdeckte die Harvard-Boston-Expedition im Pyramidenbezirk des Königs Mykerinos in Giza dort insgesamt 17 Statuen und Statuengruppen, darunter Einzelstatuen des Mykerinos bzw. seiner Gemahlin. 

 

Bild:    Menkaure and Chamerernebti II.jpg
Autor:
derivative work: GDK (talk)
            Mycerinus.jpg Alex Feldstein
Lizenz: CC BY-SA 3.0)

*

Neben den Funden aus dem Tal- und Totentempel wurde schon 1907 - also ein Jahr vor der Grabung durch die "Havard–Boston Expedition" unter der Leitung von Reisner - ein Königskopf aus Grauwacke/grüner Schiefer im Kunsthandel in Kairo erworben. Der Statuenkopf zeigt den König mit der Weißen Krone auf dem Haupt und dem Zeremonialbart am Kinn. 

Die Zuordnung dieses Kopfes zu dem Statuenschmuck des Mykerinos im Taltempel war nicht von vornherein gegeben, da der Fund nicht zu den Ausgrabungen von Georg A. Reisner gehörte. Heute wird allgemein aufgrund der stilistischen Ähnlichkeit mit den Gesichtszügen der während der Grabung von Reisner gefundenen Triaden, die Zuordnung des Kopfes zu einer dieser Triade akzeptiert. Der Brüsseler Kopf wird nun mit der fragmentarischen Triade Boston, MFA MFA 11.3147 in Verbindung gebracht, da sowohl Material als auch der Maßstabverhältnis des Brüsseler Kopfes mit denen der oben genannten fragmentarischen Triade entsprechen.

Diese allgemeine Akzeptanz erscheint allerdings Matthias Seidel ("die königlichen Statuengruppen Bd. 1" / HÄB 42 - Gerstenberg-Verlag 1996) "ohne ausreichende Grundlage". Seidel führt aus, "dass weder der Bruchverlauf beider Stücke einen direkten Anschluss, noch eine stilistische Analyse möglich macht, da bei dem Bostoner Fragment alle Köpfe fehlen. Da auch eine Dünnschliffanalyse bislang noch nicht vorgenommen wurde", lehnt Matthias Seidel diese allgemeine Zuordnung ab.

                    Königskopf
                 -
heute in Brüssel -

       Musees Royaux  d´Art et d´ Historie; 
           Inv.-Nr. E. 3074,  Geschenk 1910

Objekt:      Königskopf zugehörig zu der Triade
                   in Boston, MFA 11.3147 

Material:   Grauwacke / grüner Schiefer
Herkunft:   wohl aus dem Taltempel Menkaure
                    - erworben 1907 im Kunsthandel 
                    in Kairo -




Bilder: aus HÄB 42 - bearb. v. Nefershapiland
Dieser 1907 - ein Jahr vor der Grabung von Reisner - im Kunsthandel in Kairo erworbene Statuenkopf zeigt König Menkaure/Mykerinos mit der Weißen Krone von Oberägypten auf dem Haupt und dem Zeremonialbart am Kinn. 

*

Unterteil einer Sitzstatue Mykerinos in Boston

Fundort:   Taltempel des Mykerinos
Material:   Alabaster
Maße: erhaltener Teil: H. 1,10 m
                                      - B. 53,3 cm
                                      - L. 1,24 cm
Gewicht:    793,79 kg

Nur das Unterteil der Statue ist ab Höhe des Gürtels ist in mehreren Fragmenten erhalten. Gefunden wurde die Statue 1909 durch die Expedition der Harvard Universität  Boston im Taltempel des Mykerinos.

heute in:     
Museum of Fine Art, Boston No. 09.202                                                            

Bild:     Menkaura-FragmentarySeatedStatue
Autor:  Keith Schengili-Roberts
Lizenz:
CC BY-SA 2.5

Linke und rechte Thronseite der obigen Sitzstatue Boston 09.202    
(Umzeichnung GM  169)

Rechte Thronseite:
Unter dem Himmelszeichen schweben links und rechts ein Falke, der in seinen Klauen den
sen–Ring hält. In der Mitte darunter steht der Name der Göttin Nechbet (Nxbt ). Sie ist dargestellt als Geierweibchen auf dem neb-Korb stehend, ein was–Zepter in den Fängen haltend. Der neb-Korb befindet sich auf einer Papyruspflanze.

Links und rechts der Papyruspflanze steht „beschenkt mit Leben, Dauer und Herrschaft“. Rechts davon befindet sich das Serech mit dem Horusname des Königs, auf dem sich der Falke mit der Doppelkrone und ein aufgerichteter Uräus befindet.

Links steht der Titel „König von Ober– und Unterägypten“, darunter der Geburtsname des Königs in Kartusche. In der Sockelzone befinden sich zwei Nilgötter beim Binden des 
cmA
A.wj–Symbols

Linke Thronseite:
Unter dem Himmelszeichen schweben ebenso wie auf der rechten Thronseite links und rechts ein Falke der in seinen Klauen den sen–Ring hält. In der Mitte darunter steht der Name der Göttin Wadjed (WADjt), welche als Kobra auf dem neb- Korb dargestellt ist. Auch sie hält ein was– Zepter. Der neb-Korb befindet sich auf einem Papyrusstrauch. Rechts davon befindet sich das Serech mit dem Horusname des Königs, auf dem sich der Falke und ein aufgerichteter Uräus befindet.

Links steht der Titel „ König von Ober–und Unterägypten“, darunter der Geburtsname des Königs in Kartusche. In der Sockelzone befinden sich zwei Nilgötter beim Binden des cmAtA.wj Symbols.

                                                                                         *

Eine weitere im Taltempel des Mykerinos gefundene Sitzstatue des Königs, ist zum Teil beschädigt. Der gesamte Stil der majestätischen Sitzstatue ist eher konventionell gehalten und zeigt die königlichen Attribute, die sich auf den Kopf der Figur konzentrieren, der ein nemes-Kopftuch, eine Uräusschlange und den Zeremonialbart trägt. Der Körperbau unterstreicht die Stattlichkeit des Königs, dessen solide Formen und kräftige Muskeln im Vergleich zur Größe des Kopfes etwas übertrieben wirken.

        Sitzstatue des Menkaure
   - heute in Museum Kairo CG 157 / JdE 40704 -
  Höhe: 1,51 m - Fundort: Taltempel des Menkaure

Obwohl die Gesichtszüge der Statue  stark an die Physiognomie des Menkaure/Mykerinos erinnern, wird die Identität der Königsfigur von einigen Experten (Lange/Hirmer, 1978) in Frage gestellt.

Die Ägyptologen schließen eine Zuordnung zu dem Nachfolger Mykerinos, dem König Schepseskaf nicht aus.

Doch unserer Ansicht nach macht die Fundlage der Sitzstatue (im Taltempel des Mykerinos-Bezirks) diese Annahme zumindest unwahrscheinlich.

                                                                                          *

Die meisten Fundstück fand die Harvard-Boston-Expedition unter Reisner im Taltempel des Mykerinos-Komplexes - nur wenige Stücke stammen aus dem Totentempel gegenüber. Neben einigen kleineren Fragmenten aus Alabaster, Grauwacke und evtl. Kupfer fand Reisner im Totentempel nur zwei Statuen. Eine davon ist eine überlebensgroße Sitzstatue (Boston 09.204 - siehe unten), welche aus Alabaster besteht und ca. 2,35 m hoch ist. Die heute im restaurierten Zustand in Boston ausgestellte Statue wurde in mehreren Bruchstücken aufgefunden.

        Überlebensgroße Sitzstatue Mykerinos
      - Fragmente (Kopf, Brust und Schienbein) einer Kolossal-Statue -
(2,53 m hoch) des Mykerinos fand Reisner im Totentempel in Giza. Die Statue weist noch Reste der ursprünglichen Bemalung auf. 

Sie muss das Kernstück des ganzen Totentempels gewesen sein und stand wohl ursprünglich an der Hinterfront des Totenopfersaals vor einer Scheintür. Heute steht restauriert im Museum von Boston.

Bild links:
MenkauraColossalStatue MuseumOFineArts
Autor:  Keith Schengili-Roberts
Lizenz:
CC BY-SA 2.5

(Bild rechts: PKK 1973)

 - heute in Boston MFA 09.204 -

 

           Torso einer Statue
         heute im Museum of Fine Arts, Boston
               - 
Inv.-Nr. 11 3146 -
Die zweite von Reisner im Totentempel gefundene Sitz-Statue (Boston 11.3146) besteht ebenfalls aus Alabaster und ist leider nur sehr unvollständig erhalten. Lediglich der Torso und Reste des Nemeskopftuches der nur zweidrittel-lebensgroßen (ca. 1,61 m) großen Sitzstatue sind erhalten.
Bild:     Menkaura-FragmentaryStatueTorso
Autor: 
Keith Schengili-Roberts
Lizenz:
CC BY-SA 2.5

                                                                                            *  

Fragmente einer weiteren Sitzstatue des Menkaure/Mykerinos (ohne Bild) aus schwarzem und weißen Granit-Gneiss befinden sich im Museum of Fine Arts in Boston. Die Statue ist oberhalb der Taille weggebrochen. Das erhaltene untere Fragment beträgt 23 cm x 16 x 21 cm. Inschriften auf der Vorderseite des Throns beidseitig der Beine und auf der Frontseite der Basis nennen den Horusnamen und die Kartusche des Menkaure, rechts "Geliebter von Sokar" auf der linken Seite die Epitheta von Sokar. Diese Statue gehört zu den Ausgrabungsfunden der Harvard Universität-Boston Museum of Fine Arts Expedition im Totentempel des Menkaure-Pyramiden-Komplex in Giza im Jahre 1911.

                                                                                                *

Am 19. 2. 2004 wurde in Luxor bei dem Antikenhändler Abu Mohammed Ali eine Statue König Mykerinos gefunden, und am 17. 3. 2004 in das Lager des Antikendienstes in Luxor gebracht. Sie wurde unter der Nr. 87 hier registriert und dann nach Karnak ins dortige Depot gebracht. Leider sind weder die Fundumstände noch ihr Fundort bekannt.
Fundort:   unbekannt
Material: Diorit-Gneis
Maße:      H. 66 cm, B. 19,5 cm, T. 25 cm
Aufbewahrungsort : Magazin in Karnak

 

Beschreibung:
Es handelt sich um eine Sitzstatue des Königs aus Diorit, dem sog. Chephren–Gneis. Die Statue die in zwei Teile zerbrochen war (der Bruch verläuft unterhalb des Gürtels), konnte wieder zusammengefügt werden.

Der König trägt das Nemeskopftuch und den Zeremonialbart, und war mit dem shendyt–Schurz bekleidet. Der König hält in der rechten Hand ein gefaltetes Tuch, während seine linke flach auf seinem Oberschenkel aufliegt. Links und rechts an der Vorderseite des Throns und neben den Füßen befindet sich eine Inschriftenzeile. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Statue unvollendet blieb.

Inschriften:
Links:  
!r kAXt nswt bit j (MnkAwra)| dj anx Dt
„Horus, kAXt, König von Ober– und Unterägypten, (Menkaure)|, gegeben Leben ewiglich“

Rechts:
nTr nbwntrj (MnkAwrA)| mrj (n) Hr nxn
„Der goldene Horus, (Menkaure)|, geliebt von Horus von Nekhen“

    *

In einer Privatsammlung in Süddeutschland befindet sich das Oberteil einer Sitzstatue des Mykerinos. Der Fundort ist unbekannt. Maße: Höhe 11,5 cm; Briete 11 cm, Tiefe 6 cm. Das Fragment wurde aus Anorthositgneis gearbeitet. Da ein Rückenpfeiler fehlt, handelt es sich wohl um eine Sitzstatue des Königs. Er trägt das Nemeskopftuch und am Kinn den Zeremonialbart.                                                  

    *

Auch außerhalb Gizeh wurden zwei Statuen des Mykerinos gefunden. Die erste stammt aus dem Gebiet des von Ramses II. erbauten Ptah-Tempels. Der König trägt den kurzen Schurz, das Nemeskopftuch und den Zeremonialbart. Die Statue hat eine Höhe von 65 cm und wurde aus Alabaster gearbeitet. Sie befindet sich heute im Museum von Alexandria /vormals in Kairo JdE 28580.     

   

Ein Gesichtsfragment aus Alabaster von Reisner im Taltempel gefunden, befindet sich heute im Museum 
Boston MFA 11.717

   *

Im Taltempel fand Reisner auch zwei kopflose Standstatuen des  Königs die sich heute beide im Bostoner Museum befinden, MFA 11.280 a – b und MFA 11.739 a – c.
                                                          
                                                                                                     
*

Kopffragment aus dem Taltempel
(Bild und Text: PKG Bd. 15)

heute in: Kairo JdE 40704
Fundort:  Taltempel des Mykerinos in Giza
Maße:     H. 29 cm, 
Material: Alabaster (Kalzit), bemalt

Der Alabasterkopf des Königs stammt wie die bekannten Triaden aus dem Taltempel des königlichen Grabbezirks in Giza. Die kleine Sattelnase, die aufgeworfenen, scharfkantigen Lippen und die von schweren Oberlidern und Tränensäcken eingerahmten Augäpfel, die durch eine wulstartige Erhöhung über dem Nasenbein besonders tiefliegend erscheinen, beben dem für die ausgehende 4. Dynastie typischen derb-fülligen Gesicht eine individuelle Note

An dem Kinn, welches sich vom Mund scharf absetzt, befindet sich ein nach unten verbreitender Zeremonialbart. Mykerinos trägt das offizielle Königskopftuch mit Uräus. Auffällig ist das an Schläfen und Stirn unter dem Kopftuch hervortretende Haupthaar.


 
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