Biografie Osorkon II.


Schoschenq I. 


Harsiese I.

Je nach Auslegung war König Schoschenq Sibaste III. der 6. oder 7. König der 22. Dynastie Ägyptens. Auch über seine Herkunft gehen die Expertenmeinungen auseinander. Nach David Aston ( JEA 75 (1989) und Thomas Schneider (Lexikon der Pharaonen) war er der älteste Sohn von Takelot II. und Königin Karomama-Meritmut II. (D), während Aidan M. Dodson und Dyan Hilton ihn unter Vorbehalt als Sohn König Osorkon II. einordnen. Der früher zwischen Osorkon II. und Schoschenq III. aufgeführte Takelot II. gehörte zur oberägyptischen Linie der 22. Dynastie (trad. 23. Dynastie) und kommt somit nicht für die unterägyptische Herrscherlinie in Betracht. 

Die Ägyptologen Gérad Broekman, Jürgen von Beckerath, M. Leahy und Karl Jansen-Winkeln vermuten, dass Schoschenq III. der Nachfolger von König Osorkon II. ist und nicht Takelot II. Nach David Aston ist Taklot II. der erste König der 23., Dynastie vor Petubastis I. (Padibastet I. ).
(Siehe dazu: The Reign of Takeloth II. a Controversial Matter/Gerard P. F. Broekmann in GM 205 (2005) page 21-33), wobei er die Vermutung äußert, dass die Regierungszeit von Osorkon II. länger gewesen ist, als bislang vermutet.

Die Autoren von Nefershapiland schließen sich der Meinung an, dass Schoschenq III. als Nachfolger von Osorkon II. anzusehen ist.

                                        Regierungs- u. Familiendaten Schoschenq III.
Regierungsdauer 825-773 v. Chr.
833- 793/91 v. Chr.
841/838 bis 789/786 v. Chr.
838-798 v. Chr.
819-767 v. Chr.
Lex. d. Pharaonen/Schneider
Beckerath in SAK  Beiheft  9
dt. Wikipedia
Aidan Dodson
D. B. Redford
Dynastie  22. unterägyptische Dynastie  
Vorgänger  Osorkon II.    
Vater Osorkon II. (nicht gesichert)  
Mutter  unbekannt  
Geschwister  Schoschenq D, Hornacht B, Namlit II., Tashakheper A, Tjesbastperu B, u. V. Tentsepeh D, Karomama C (vorrausgesetzt, dass Osorkon II. sein Vater war)
Kinder Söhne: 
Bakennefi (Fürst v. Athribis und Heliopolis),
Paschedbastet B(General in Oberägypten);
ein Sohn mit Namen Pami (Fürst von Sais, evtl. der König Pimay ?), 
ein Takelot (1) - Fürst von Busiris, 
Padebehenbastet (HPA in Tanis),
evtl.  ein Sohn mit Namen Schoschenq (der seinem Vater dann als König Schoschenq mit gleichem Namen folgte) / III.a / oder Schoschenq Quartus oder IV. nach Dodson)
Töchter:
Anchesen-scheschonq und Tschepen-bastet
 
Gemahlin Tentamenipet, Djedbastetinanch und Tadibastet  
Grabstätte Tanis (NTR I. oder V. )

 

Chronologie / Regierungszeit:  

Das höchste belegte Regierungsjahr für Schoschenq III. ist das Jahr 39 , 1. Monat der schemu-Zeit, Tag 26 (siehe Kai-Inschrift Karnak Nr. 22 und Priester-Annalen in Karnak (Chons-Tempel), Fragment 7. Der Thronbesteigungstag Scheschonq III. lag etwa Ende IV. peret / Anfang I. Shemu.

Auch in den "Prinz Osorkonannalen" (Teil A) wird mehrmals im Text ein Datum aus der Regierungszeit Schoschenq III. genannt:

in Zeile  7: "Jahr 28" 

in Zeile 12: "Jahr 22/Jahr28/Jahr 23,

in Zeile 13: "Jahr 24 (?),

in Zeile 16: "Jahr 29",

in Zeile 22: "Jahr 29".

Während seiner Herrschaft wurden zwei Apis-Stiere beerdigt: im Jahr 4 und im Jahr 28.

Nilstandsmarken:
(Die Frage im Bezug auf diese Nilstandsanzeigen ist die, ob diese teilweise bisher nicht falsch interpretiert worden sind)

Nilstandsmarke Nr. 22 – Jahr 39
„zur Zeit des Hohenpriesters des Amunrasonter Osorkon“ aus Jahr 39,

Nilstandsmarke Nr. 23 – Jahr 6
„Der Nil vom Jahr 6 des Königs von Ober– und Unterägypten Wsr-mAa.t-Ra stp-n-Imn, Sohn des Re Schoschenq – meiamun zur Zeit des Hohenpriesters des Amunrasonter Harsiese des Seligen“ (gemeint ist Harsiese II. / B)

Nilstandsmarke Nr. 24 - Jahr 12 ist Jahr 5
Der Nil vom Jahr 12, das ist Jahr 5 des Königs von Ober– und Unterägypten Wsr-mAat-Ra stp-n-Imn, Sohn des Re Pedubastet meiamun (zur Zeit) des Hohenpriesters des Amunra-Sonter Harsiese II. / B des Seligen “ (also müsste Petubaste ab dem Jahr 8. Schoschenq III. regiert haben – Hoherpriester war zu der Zeit Harsiese II.)

König Schoschenq III. wird auch in den sog. "Priester-Annalen" von Karnak genannt und zwar

Nr. 5 fd - Rec Trav 22, 1900, 54 Kruchten, Les annales, 54; pl. 3; 18)

Nr. 7, Kairo JdE 36493 - RecTrav 22, 1900, 55-56 (Jahr 39  1. Monat der schemu–Jahreszeit, Tag 26)

Nr. 11 - RecTrav 22, 1900, 57; Kruchten, Les annales, 93; pl.6; 21;

Nr. 19 - RecTrav 22, 1900, 59; Kruchten, Les annales 108-9; pl. 8; 25

Nr. 44b. - RecTrav 22, 1900, 63; Kruchten, Les annales, 139-40; pl. 12; 23;

Cambridge 391c. RecTrav 35, 1913, 132; Kruchten, Les annales, 141; pl 13; 30;

(alles nach Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22.-24. Dynastie, Bd. II. S. 204ff.)

 *

                                     Königliche Namen Schoschenq III. 
Thronname wsr-MAat-Ra stp.n-Ra/
wsr-MAat-Ra stp.n-Imn
User-maat-Re-setep-en-Re
(Reich an Maat, ein Re, Erwählter des Re)
Horusname



1. KA nxt mry MAat
2. KA nxt mst jw-n-Ra
3. KA nxt mrj-Ra sxaj- .........


Ka-nechet-meri-Maat
(Starker Stier, geliebt von Maat)
Ka-nechet-mesti-n-Re
(Starker Stier, Abkömmling von Re)
Ka-nechet-sechaj......
Goldhorus ----------  
Nebtiname --------  
Eigenname Ssno mrj-Jmn,


Ssno mrj-Jmn nTr-HoA-Jwnw
Scheschonq-meriamun
(Scheschonq, geliebt von Amun)
Scheschonq-meri-amun-neter-heqa-Junu
(Scheschonq, geliebt von Amun, Göttlicher Herscher von On)

*

Innenpolitik:

Der Thronbesteigungstag Schoschenq III. lag etwa Ende IV. peret / Anfang I. Shemu. Die Gemahlinnen des Königs sind evtl. Tentamenipet, Djedbastetin-anch und Tadihbastet.

Als Söhne sind belegt: ein Bakennefi / Bak-n-nfj (Fürst von Athribis und Heliopolis), Paschedbastet (als General in einer Inschrift in Karnak/Oberägypten belegt) - er ließ eine Inschrift an der wohl durch ihn im Namen von König Pedubast I. errichteten Vestibültür am 10. Pylon in Karnak erbauen) - des weiteren ein vielleicht mit dem späteren König gleichen Namens identischer "Pami" (?), Fürst von Sais, ein Takelot (1) - seine Mutter war Djedbastetineanch - der den Titel "Fürst von Busiris" trug, bezeugt durch eine Schenkungsstele aus dem „Jahr 18“ seines Vaters in Busiris und ein Sohn mit dem Namen "Padebehenbastet", der das Amt des Hohenpriester des Amun in Tanis bekleidete. Des weiteren sind zwei Töchter namens "Anchesenscheschonq" und "Tschepenbastet" mit dem Titel einer „Königstochter des Landesherrn Schoschenq–meiamun“ bekannt.

Mit der Regierung von Schoschenq III. beginnt in der ägyptischen Geschichte ein Zeitabschnitt, der nur spärlich durch Informationen erhellt wird, und dazu sind diese auch noch oft widersprüchlich. 

Zumindest am Anfang seiner Regierung scheint Schoschenq III. auch in Theben einen gewissen Einfluss ausgeübt zu haben. Er wurde hier zumindest nominell als König anerkannt (siehe die Nennung König Schoschenq III. zusammen mit dem Hohepriester des Amun Harsiese B auf einer Würfelhockerstatue Kairo JdE 46662/CG 42232 - heute Luxor J 152 des Wesirs Nespaqaschuti) Außerdem ist der Name König Schoschenqs in den Nilstandsmarken Nr. 23 aus seinem Jahr 6 mit Nennung des Hohenpriesters des Amun (HPA) Harsiese II./B aufgeführt. Die Nilstandsmarke Nr. 24 aus dem Jahr 12 Schoschenqs III. entspricht damit dem Jahr 5 des Oberägyptischen Königs Pedubast I. Eine weitere Nennung des Namens Schoschenq III. (vorrausgesetzt es handelt sich um ihn) erfolgte in den sog. "Priesterannalen" (Ernennungen von Priestern): Nr. 5f, Nr. 11, Nr. 23, Nr.  44b; Nr. 391c, Nr. 7 (Nr. 7 ist in das 39. Jahr Schoschenq III. datiert).  

Einen weiteren Hinweis auf Schoschenq III. findet sich zur Zeit des Oberägyptischen Königs Pedubast I. in einer Inschrift am Vorbau des 10. Pylons in Karnak (siehe dazu unter Familie / Pashedbast (B) ) Hier tritt ein Militärführer mit dem Titel "Königssohn von Ramses" namens Pashedbastet / PA-Sd-Bast.t  "Königssohn des Landesherrn Schoschenq-meiamun" auf. Bei diesem Pashedbastet B handelt es sich vielleicht um einen Sohn (?) von Schoschenq III. Die Inschrift zeigt die Namen König Pedubast I.  In diesem wird über irgendwelche Restaurierungsarbeiten berichtet, die unter der Leitung von Pashedbastet (B) in Karnak im Namen von König Pedubast I. durchgeführt wurden . 

Wohl bereits ab den letzten Regierungsjahren von König Osorkon II. wurde in Theben ein König Takelot II, wohl mit dem Einverständnis von Osorkon II., als Herrscher anerkannt. Diese "Tolerierung" wurde so auch in der Regierungszeit von König Schoschenq III. beibehalten. Das Land war damit faktisch in zwei separate Herrschaftsgebiete aufgeteilt, die sich somit wohl gegenseitig tolerierten.

Nach derzeit vorherrschender Meinung erscheint im 8. Jahr König Schoschenq III. in Theben ein weiterer Herrscher mit Namen Pedubast I. auf, dessen Herrschaftsbereich sich zumindest zeitweise über die Thebais und evt. über Teile von Unterägypten erstreckt. Die Herrschaft dieses Pedubast I. wurde anscheinend von König Schoschenq III in einer Art  "Co-Existenz" toleriert, wohl aber nicht durch den König Takelot II. Diese Herrschaftsteilung unter der Regierung von Schoschenq III. führte zur Bildung von zahlreichen Provinzfürstentümer im Delta und damit zu einer erneuten Zersplitterung der ägyptischen Einheit 

Aus diesem Konflikt entwickelte sich ab dem Jahr 8 Schoschenq III. (= Jahr 11 Takelots II. und wohl Jahr 1 oder 2 Pedubast I.) eine Art Bürgerkrieg um das thebanische Gebiet, der hauptsächlich durch den Sohn von König Takelot II. mit Namen Osorkon (B) ausgefochten wurde (Quelle: "Osorkon-Annalen"). Gekennzeichnet wird der Konflikt durch den mehrmaligen Wechsel der in Karnak amtierenden Hohenpriestern des Amun, von Harsiese II./B. zu Osorkon (B) - auf den wiederum Osorkon (B) folgt, der dann wiederum durch einen Takeloth E abgelöst wird und schlussendlich folgte dann wiederum Osorkon (B). 

Gegen Ende der Regierungszeit von König Schoschenq III. setzte sich dann die dynastische Linie Takeloth's II. gegen die von Pedubast I. in der Thebais durch und konnte diese vertreiben (wenn nicht sogar vollständig eleminieren).

Während der Regierung von Scheschonq III. wurden wahrscheinlich zwei Apis-Stiere beerdigt, im Jahre 4 (?) und 28. Außerdem feierte der König in seinem 30. Jahr ein Heb-Sed-Fest. In seinem 39. Regierungsjahr sind Feierlichkeiten bezüglich der Ernennung eines Wesirs im Rahmen des Amun-Re-Festes für den 26. Schemu in Theben belegt (zu den Datierungen dieses Amun-Festes siehe Rolf Kraus: Sothis- und Monddaten, S. 167). Auch fanden während der Regierungszeit von Schoschenq III. verschiedene Ernennungen von Priestern stand.

In der Regierungszeit von Schoschenq III. wurden erhebliche Bauten an der Regierungshauptstadt in Tanis vorgenommen, wie üblich mit Hilfe der wiederverwendeten Baustoffe früherer Denkmäler als Rohstoff, wie an dem von ihm erbautem Pylon des Amun-Re zu erkennen ist. 

Ebenso wie Takeloth II. in Oberägypten hat auch König Schoschenq III. das politische Mittel der Verheiratung von Töchtern mit Angehörigen der führenden thebanischen Familien großzügig benutzt. Aufgrund der Genealogien auf der Statue des Nesamun, Sohn des Hori (
Kairo Cat. 42221 - gestiftet von seinem Sohn Nesparé) können wir entnehmen, dass Schoschenq III. seine Tochter Tschepenbastet, die den Titel trägt: "Königstochter des Landesherrn Schoschenq-meiamun" mit "Djed-djehutie-fanch, Sohn des Amenemonet", aus einer Familie von Kgl. Heeresschreibern und Generälen, verheiratet wurde. Er war - ebenso wie sein Vater Amenemonet - als 3. Prophet des Amun - in Karnak tätig. 

Nach einer Regierungszeit von vier Jahrzehnten wurde Schoschenq III. in der Nekropole von Tanis im Grab NTR V. in Tanis beigesetzt.

Außenpolitik:

Über die außenpolitischen Aktivitäten während der Regierungszeit von König Schoschenq III. ist so gut wie nichts überliefert. Er pflegte wohl Beziehungen zu den Assyrern, da er diplomatische Geschenke an den assyrischen Hof sandte.

Familie: 

 

Tanet-Amun-em-Ipet/ Tentamenopet

 (TA-nt-Jmn-m-jpt)

- Gemahlin Schoschenq III. -
Titel:  Hmt-nsw (hemet–nesu) „Königsgemahlin“
Ehemann: Schoschenq III.
Kinder:    Ankhesenshoshenq 
Belege:
genannt auf einer Statuenbasis aus Diorit von ihrem Bediensteten Amenemhat (Petrie Museum, London: Nr. 14661 - PM VIII,737) mit Resten von zwei Figuren unterschiedlicher Größe (Göttin und Königin?). PM VIII, 737; Steward, Stelae III, 34:pl. 45 (128);
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 
Inschriften der Spätzeit, Jansen-Winkeln, Teil II. (22.-24. Dynastie), S. 196)

Die Königin wird ebenfalls auf einem biographischen Text eines ihrer Nachkommen erwähnt - einem Text auf einer Statue aus der 25. Dynastie (Statue JE 36728)

Djedbastes-anch/Djed-Bast-Ankh-Es  
- Gemahlin Schoschenq III. -
Titel:  Hmt-nsw (hemet–nesu) „Königsgemahlin“
Mutter:  Tjesbastperet (B)
Vater:     Takelot (B)
Ehemann: Schoschenq III.
Kinder:     Takelot C. (I.), 
                  Padebehen-bastet HPA in Tanis
Belege:
Genannt auf der Stele (heute in Paris) ihres Sohnes Takelot C. (I.) - Fürst von Busiris aus dem Jahr 18 seines Vaters Schoschenq III.
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 

    

[Ta]dibast II.  
- Gemahlin Schoschenq III. -
Titel:  Hmt-nsw (hemet–nesu) „Königsgemahlin“
Ehemann: Schoschenq III.
Kinder:  Baken-nefi A.
Belege:
genannt auf der Stele ihres Sohnes Baken-nefi A. from near Heliopolis.
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 

Baken-nefi A (II.)  
- Sohn Schoschenq III. -
Titel: 
sA nsw smsw (sa–nesu semsu) 
„Ältester Königssohn"
e
Gaufürst von Athribis (@wt-hrj-jb) und Heliopolis (Jwnw)
Mutter:    [Ta]dibast II.
Vater:       Schoschenq III.
Ehefrau:   ------
Kinder:  Padi-Aset (nach Kitchen) (siehe Dodson: S. 221)
Belege:
Schenkungsstele aus Heliopolis, 14. Jahr Schoschenq III. (Daressy ASAE 16,  1916, 61-2, PM IV, 64)
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 
Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974

Baken-nefi wird auf einer Schenkungsstele aus Heliopolis, die in das 14. Regierungsjahr Schoschenqs III. datiert ist, als "Iri-pat" (Gaufürst), das große Oberhaupt der beiden Länder, den "ältesten Königssohn" des Herrn der beiden Länder, der Befehlshaber Baken-nefi (BAk-n-nfj). Diese Stele gibt aber keinerlei Hinweise, wo dieser Prinz gelebt oder residiert hat. Kitchen (The Third Intermediate Period in Egypt, 1973, 433 Anm. 571) erwähnt eine andere Stele, die die Namen des Prinzen Baken-nefi und seines Sohnes PA-dj-Jst trägt. Padi-Aset ist als "rpatj tpj n Hm=f" bezeichnet. Diese Stele ist angeblich in das 15. Jahr Schoschenqs III. datiert. Jedoch gibt Kitchen keine Angaben, wo er diese Stele gesehen hat, oder aus welchem Ort sie stammt. Es ist auch nicht bekannt, wo sich diese Stele heute befindet.

Zwei Denkmäler, die den Namen eines "Iri-pat" (Gaufürsten) BAk-n-nfj (Baken-nefi) tragen, stammen aus Athribis. Das erste ist ein beschriftetes Täfelchen aus Silber (siehe R. Engelbach, ASAE 24, 1924, 183 u. Pl. II. (Mitte) in "Die libyschen Fürstentümer des Deltas", Farouk Gomaá, Wiesbaden 1974), das zweite ist eine Statue (heute im Berliner Museum Nr. 8806, vgl. A. Erman, ZÄS 31, 1893, 63) des Priesters von Athribis @r-sA-Ist (Hor-sa-Iset) und seiner Frau Qps (Kapes), Tochter des Iri-pat (Gaufürsten) Baken-nefi. Wir wissen aber nicht mit Sicherheit, ob diese beiden Denkmäler dem Prinzen Baken-nefi, Sohn des Schoschenq III. gehören, oder einem anderen gleichnamigen Prinzen. Schließlich treffen wir den Namen Baken-nefi während der Libyerzeit häufig an (Quelle: "Die libyschen Fürstentümer des Deltas", Farouk Gomaá, Wiesbaden 1974).
Yoyotte (MIFAO 66, 1961, 163-4 u. Anmerk. 1-2 auf S. 164) schließt die Möglichkeit nicht aus, dass diese beiden Denkmäler dem Prinzen Baken-nefi, Sohn des Schoschenq III. oder evtl. auch deinem anderen Baken-nefi, der in der Siegesinschrift des Königs Pije erwähnt ist, gehören könnten. Erman und nach ihm L. Habachi (MDAIAK 15, 1957, 73-4) vermuten dagegen, dass die beiden oben erwähnten Denkmäler aus Athribis dem Baken-nefi, der während des Feldzuges des Königs Assurbanipal in Hathiribi (Athribis) residieret hat, gehören, da der Name Baken-nefi auf diesen beiden Denkmälern - insbesondere der auf dem Täfelchen, ist anders geschrieben als der auf der Stele des Prinzen aus Heliopolis und der Titel Königssohn oder Sohn des Herrn der beiden Länder kommt auf diesen Denkmälern nicht vor.

Der Prinz Baken-nefi, Sohn Schoschenqs III. kann nicht in Heliopolis selbst, wo seine Stele gefunden wurde, residiert haben. Diese Stele zeigt uns lediglich die Beziehung des Prinzen zu dieser Stadt, da Heliopolis eine besondere religiöse Stellung hatte und außerdem war sie während der Libyerzeit kein Amtssitz eines Prinzen oder Fürsten. In den Quellen wird Athribis dagegen als Amtssitz eines Prinzen bestätigt und daher ist es wahrscheinlich, dass Baken-nefi, Sohn des Schoschenq III., nicht in Heliopolis, sonder vermutlich in Athribis, wie andere Prinzen nach ihm, residiert hatte. Es ist auch unbekannt, wie lange dieser Baken-nefi gelebt hatte und welcher Prinz ihm in Athribis nachfolgte. Der von Kitchen (Quelle siehe oben) erwähnte Prinz mit dem Namen Pa-di-Aset als dessen Sohn ist nur von der Anmerkung bei Kitchen bekannt, sonst ist nicht von ihm überlieferst (Quelle: "Die libyschen Fürstentümer des Deltas", Farouk Gomaá, S. 153).

Pami /Pimay evtl. der spätere König Pimay ?
- Sohn Schoschenq III. -
Titel: 
sA-nb-tAwy (sa-neb-tawy) = Sohn des Herrn d. Beiden Länder
wr aA n MSwS (wer aa em Meshwesh) ="Großer Häuptling der Meshwesh",
Fürst  von Sais
Mutter:    Tanetamunipet.
Vater:       Schoschenq III.
Ehefrau:   ------
Kinder:  
Belege:
Statuette aus Sais (heute Museum Kairo)
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 
Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974

Prinz Pami/Pimay wird möglicherweise auf einer Statuette eines Anführers der "Meschwesch-Libyer", Pamiu, Sohn des Herrn der beiden Länder, Schoschenq-Meriamun, die aus Sais stammt und sich heute im Museum Kairo befindet, bezeugt. Der Text auf dieser Statuette ist in religiöser Sprache abgefasst. Es ist aber nicht sicher belegt, ob es sich bei diesem Pamui um jenen Sohn König Schoschenqs III. handelt, der nach dem Tod seines Vaters sowie nach dem Tod seines Bruders Schoschenq V. auf den Thron Ägyptens gelangte, da sein Name auf der Statuette aus Sais anders geschrieben wird. Es ist nicht bekannt, wie lange dieser Prinz Pami in Sais residierte oder gelebt hatte.

Pashedbast (B)  
- Sohn Schoschenq III. -
Titel: 
sA-nsw (sa–nesu) = „Königssohn“ 
Imj-rA mSa wr (imj–ra mesha wer) =“Generalissimus".
Mutter:    Tentamenipet.
Vater:       Schoschenq III. 
Ehefrau:   
Kinder:  
Belege:
Inschrift am Durchgang des 10. Pylons zu Karnak.
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 

Paschedbastet (B) war in der Zeit des "Bürgerkrieges"  der 23./ 22. Oberägyptischen Dynastie (siehe Osorkonannalen) in Theben aktiv. Des weiteren ließ er eine "Tür" (?) am Vestibül des 10. Pylon von Karnak erbauen und am Durchgang eine Inschrift anbringen (datiert ist sie in die Regierungszeit von Pedubast von Oberägypten).

Takelot (C)  
- Sohn Schoschenq III. -
Titel: 
sA-nsw (sa–nesu) = „Königssohn“ 
Königssohn von Ramses,
Befehlshaber des ganzen Landes und Sohn des Herrn der beiden Länder.
Mutter:    Dd-BAstt-jw.s-anx (Djet-Bastet-jus-anch)
Vater:      Schoschenq III.
Kinder:  
Belege:
Schenkungsstele für Osiris-anDjtj - den Gott von Busiris (heute Louvre Nr. 20.905.
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 
Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974

Dem Königssohn Takelot (C) könnte evtl. eine Schenkungsstele für den Gott Osiris aus Busiris gehören (heute Abu Sir Bana - am linken Nilarm, etwa 5,5 km südlich von Sammanud gelegen) gehören, die in das 18. Regierungsjahr eines Königs, dessen Name zwar nicht mehr erhalten ist, bei dem es sich aber vermutlich um König Schoschenq III. handeln könnte (Quelle: Spiegelberg und J. Yoyotte in MIFAO 66, 1961, 131-2 in Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974, Anm. 5, S., 61). Die Hieratische Schenkungsstele (nach Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22.-24. Dynastie, Bd. II., S. 187 Nr. 25 wohl aus Busiris) befindet sich heute im Louvre E. 20905 (siehe A. Moret, Catalogue du Musee Guimet, Paris 1909, 141-43). Im Bildfeld ist ein stehendere Mann vor drei Göttern zu sehen. Über den Göttern Osiris, Horus und Isis befinden sich Reste von Inschriften.

Auf dieser Schenkungsstele ist ein Takelo(t) als "Königssohn von Ramses", Befehlshaber des ganzen Landes und Sohn des Herrn der beiden Länder, bezeichnet. Der Name seiner Mutter (Dd-BAstt-jw.s-anx = Djet-Bastet-jus-anch) ist ohne irgend einen Teitel angegeben. Wir wissen auch nicht wie lange Takelot gelebt hatte und wer sein Nachfolger war (Quelle: Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974, Anm. 5, S., 61). 

Padehebenbastet/Peftjauawybast B  
- evtl. Sohn Schoschenq III. -
Titel: 
sA-nsw (sa–nesu) = „Königssohn“ 
Hm-nTr-tpy n Jmn = Hohepriester des Amun 
"Königssohn von Ramses"
Belege:
Stele Berlin Nr. 7344 (Kriegsverlust) aus dem 28. Jahr Schoschenq III. mit Inschriften für PA-dbHw-n-BAstt als 1. Prophet des Amun-Re, Königssohn von Ramses, 
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 
Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974

Ein weiterer Sohn König Schoschenq III. war evtl. der Hohepriester des Amun in Tanis (?) mit Namen Padebehenbastet. Er wird auf einer Stele, die unter der Regierungszeit von Schoschenq III. datiert wird und wahrscheinlich aus Kom el-Hisn stammt, erwähnt. Diese Stele befand sich im Museum Berlin (Nr. 7344 - Kriegsverlust) und ist in das 28. Jahr des Königs datiert. Oben ist der König Schoschenq mrj-Jmn nTr-Hqa-Jwnw zu sehen, gefolgt von PA-dbHw-(n)-BAstt vor Osiris und Hathor, dargestellt. Der Text der Stele bezeichnet den König Schoschenq III. als Sohn der Isis, geliebt von Amun und nTr-HqA-Jwnw. Paschedbastet ist als erster Prophet des Amun-Re, Königssohn von Ramses, "mk n wr (?) und HAwtj bezeichnet. Lt. Aidan Dodson war am Apisbegräbnis im Jahre 28/29 von Schoschenq III. beteiligt. 

Ankhenes-shoschenq  
- Tochter von Schoschenq III.
Titel: 
sAt-nsw
(sat–nesu) = "Königsstochter"r “
Ehemann : Iuf-o  (jt-nTr) = Gottesvater (nichts näheres über diese Person bekannt)
Belege:
genannt in der Biographie eines ihrer Nachkommen (heute in Kairo)
Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 

 

Bauten:

 

Tell el-Balamun:

Altägyptisch sma–behdet Waset–mehu im 17. Unterägyptischen Gau gelegen. Hier fand sich am Nord–West–Flügel des hiesigen Tempelbaus Gründungsdepots von Schoschenq III. 

Am Nord-West-Flügel des 2. Pylons des Tempels von Tell el-Balamun befanden sich mehrerte Gründungsdepots (siehe G. Spencer, Excavations at Tell el-Balamun 1995-1998, 1999, 13-15; 83-6; 90-1. 

Buto:

Aus Buto / Tell el–Fara´in im 6. unterägyptischen Gau Chasu (Bergstier-Gau) stammt ein Fragment, das den Teil des Thronnamens eines Königs Wsr–mAat-Ra spt-[n-Ra] zeigt. Es handelt sich hier entweder um den König Ramses II. oder vielleicht um Schoschenq III. 

Tanis:

San el–Hagar, (altägyptisch Djanet) war die Residenz der Könige der unterägyptischen Linie der 22. Dynastie. Schoschenq III. ließ aus Granitblöcken, die hauptsächlich von einem einstigen Bau Ramses II. stammen (aber auch ein Block mit dem Namen König Cheops fand sich im Füllmaterial des Tores) einen monumentalen Torbau als Eingang des Tempelareals Psusennes I. errichten. Das Tor liegt in der Hauptachse des großen Amun-Re-Tempels und wurde in neuerer Zeit teilweise rekonstruiert. Auf seinen Reliefdarstellungen sieht man Schoschenq III. vor Amun, Mut und Chons. Von der Beschriftung aus der Zeit dieses Königs ist jedoch nur wenig erhalten geblieben (Quelle: Montet: Tanis III. 13-50; pl 2-23)

Eingangspylon des großen Amun-Tempels

Die Reste des großen Amun-Tempels. Der Eingangspylon stammt von Schoschenq III. - wurde aber erbaut mit Steinblöcken, die aus Pi-Ramesse und anderen Städten im Delta herangeschafft wurden.

Bild:     TanisEntrance.jpg
Author: Roland Unger
Lizenz:  CC BY-SA 3.0

Aus einem Gründungsdepot an der Südost–Ecke des Tores Schoschenq III. im großen Tempel stammen zwei Fayenceplaketten (Newsletter SFFT 13, 1993, p.3, Fig. 2; p.4 in Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22.-24. Dynastie, Bd. II., S. 175e Nr. 2). Außerdem befindet sich die Begräbnisstätte des Königs in Tanis (NRT V).

Mendes:

Mendes, das altägyptische Djedet oder Pr-BA-nb-+dt - (arabisch Tall al-Rub) war die Hauptstadt des 16. Gaus von Unterägypten während der 29. Dynastie und lag am mendesischen Nilarm, der heute verschlammt ist (etwa 45 km östlich von Mansura). 

Hier lässt sich ein Kapellenbau des Königs nachweisen. Bei amerikanischen Grabungen kam 1965  ein beschrifteter Block mit dem Namen Schoschenqs III. zutage (Quelle: D. P. Hansen, JARCE 1965, 31ff in Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974, S. 74) Eine Schenkungsstele, die sich heute im Brooklyn Museum (67.118) befindet und wohl aus Mendes stammt, ist ins 22. Jahr eines Königs namens Schoschenq datiert und erwähnt den wr aA n M HAwtj Hornacht, Sohn des Großfürsten der Meschwesch, Es-chebi (?), wobei die Lesung des Namens von "Es-chebi" unsicher ist. Hinter Hornacht folgt ein Musiker der auf einer Doppelflöte spielt. Außerdem sind unter der geflügelten Sonnenscheibe verschiedene Gottheiten abgebildet, darunter der Widder von Mendes (siehe Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22-24. Dynastie, S. 198 Nr. 26 und Farouk Gomaá: libysche Fürstentümer d. Deltas, 1974, S. 75). Farouk Gomaá und Yoyotte, Karl Jansen-Winkeln und ebenso Kitchen (siehe JARCE 8, 1969/70, 59-3 u. Fig. 1-3, cf. The Third Inermediate Period in Egypt, 1973, § 206, S. 345) datieren diese Schenkungsstele unter Schoschenq III., da von Schoschenq III. mehrere Denkmäler aus Mendes bekannt sind (im Gegensatz zu Schoschenq V. oder Schoschenq (aA-xpr-Ra).


Nach Sandra Sandri (Har-pa-chered / Harpokráte - "die Genese eines ägyptischen Götterkindes" 2006, S. 33) befindet sich auf dieser Stele aus Mendes (heute Brooklyn Museum 67.118) "vermutlich die älteste Erwähnung eines "Horus das Kind". In der hieratischen Inschrift wird das 22. Regierungsjahr Schoschenq (vermutlich des III.) genannt.

 Schenkungsstele Brooklyn 67.118 
(aus Mendes ?)

Im Bildfeld opfert der libysche Nomarch Hor-nacht von Mendes, gefolgt von dem Flötisten des Har-pa-chered, Anch-Har-pa-chered ein Feld vor Har-pa-chered, Osiris, dem Ba von Mendes und Hatmehit. Der nackte Kindgott trägt einen Uräus an seiner Stirn und die linke Hand führt er an den Mund. Bei der Figur des Knabens gibt es einige Indizien, dass diese in der ursprünglichen Konzeption nicht vorgesehen war, denn die Füße des Opfernden und des Osiris überschneiden sich mit dem Podest, auf dem Har-pa-chered steht. Oberhalb seines Kopfes befinden sich Krummstab und Flagellum des Osiris sowie das Feldzeichen, welches der Líbyersfürst als Opfergabe in den Händen hält. Es sieht so aus, als wäre die Figur des Kindgottes erst nachträglich in den zur Verfügung stehenden Platz zwischen Osiris und dem Opfernden eingepasst worden. Dafür spricht ebenfalls die Beischrift des Ha-pa-chered. Sie befindet sich nämlich nicht direkt über ihm, sondern zwischen den Kolumnen mit dem Namen des Libyerfürsten und des hinter ihm stehenden Priesters. 

Bild:        Donation_stele_with_curse_inscription
Urheber:
David Moran
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Es ist daher evtl. denkbar, dass diese Stele ursprünglich für einen anderen Zweck bzw. eine anderen Inschrift hergestellt worden ist, in der auch Osiris erwähnt werden sollte, dann aber dazu verwendet wurde, eine Landschenkung des Libyerfürsten Hor-nacht von Mendes an den Flötisten des Har-pa-chered, Anch-Har-pa-chered festzuhalten. In dem hieratischen Stelentext wird berichtet, dass libysche Normarch Hor-nacht dem Har-pa-chered, "der in Mendes  weilt" ein Opfer darreicht. Danach wird eine Landschenkung des Hor-nacht dokumentiert und der Text endet damit, dass drei der im Bildfeld dargestellten Götter, der Ba von Mendes, Hatmehit und Har-pa-chered als Zeugen angerufen werden". 

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Eine weitere Schenkungsstele aus Mendes (auch aus der Regierungszeit von Schoschenq III.) befindet sich heute in Straßburg ( No. 1379), und trägt das Datum: „Jahr 30, 4. Monat der schemu–Jahreszeit, Tag 28 “. Im Bildfeld links befinden sich ein widderköpfiger Gott und eine Göttin, auf der rechten Seite ein Gott und ein Beter; dazu hieratische Beischriften (Quelle: Karl Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22.-24. Dynastie Bd. II., S. 199 Nr. 27).

Bendarieh

In Bendarieh in Unterägypten - (El Bindaria befindet sich zwischen dem modernen Ort Tanta und  dem südlich gelegeneren Schibin el Kom) wurde ein Kalksteinblock gefunden mit der Kartusche eines Königs Schoschenq ( Porter & Moss nennt hier Schoschenq II., während Karl Jansen-Winkeln in Inschriften der Spätzeit, 22.-24. Dynastie, Bd. II. Schoschenq III. aufführt)

Busiris:

Im Museum Louvre in Paris befindet sich eine hieratische Schenkungsstele (Louvre E.20905) für den Gott Osiris die evtl. aus Busiris stammt. Die Stele ist in das "Jahr 18" eines Königs datiert, dessen Name nicht erhalten ist. Nach Spiegelberg dürfte es sich aber wohl um den König Schoschenq III. handeln (siehe hierzu weiter oben unter Familie / Takelot (C).

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Eine Landschenkungsstele, die evtl. ebenfalls aus Busiris stammt, befindet sich heute im University College London (Petrie Collection UC 14533). Die Herkunft ist nicht gesichert. Die Stele ist datiert in das "Jahr 15" von König Schoschenq III. Auf ihr wird ein Gaufürst und ein Oberster Priester des Amun-Re, König der Götter, Bak-en-nefj genannt, Sohn eines Großen Gaufürsten, Hohepriester Padiese genannt. In der Lünette der Stele sind die Götter Osiris, Isis und Horus zu sehen - also die Göttertriade von Busiris. In dem Bildfeld befindet sich eine Flügelsonne, darunter rechts ein Mann vor Osiris, Horus und Isis.

Anmerkung: Evtl. identisch mit der 2. Schenkungsstele aus dem Jahr "15"(siehe oben unter Familie: Prinz Baken-nefi), welche Kitchen dem Prinzen Bakennefi zuordnet, aber weder Fundort noch heutigen Aufbewahrungsort angibt. Allerdings ist bei Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, Bd. II. S. 197, Nr. 24 im Haupttext eindeutig zu lesen, dass dieser Gaufürst und Hohepriester des Amun-Re ein Sohn des Gaufürsten und HP's "Padiese" ist.

Kom el–Hisn (JmAw)

Kom el–Hisn, etwa 35km westlich der modernen Stadt Tanta gelegen (das altägyptische JmAw) Hauptstadt des 3. unterägyptischen Gaues.

Hier wurden die Gottheiten Hathor und Sachmet verehrt. Schoschenq III. ließ wahrscheinlich den hier zum größten Teil unter Ramses II. erbauten Tempel restaurieren und evtl. auch erweitern. Daressy fand von einem Torbau des Königs

Den zum größten Teil unter Ramses II. hier erbauten Tempel ließ wahrscheinlich Schoschenq III. restaurieren oder auch erweitern. Von einem Torbau des Königs fand Daressy einige beschriftete Blöcke mit dem Namen Schoschenqs III. – (PM IV, 51) -  darunter das Fragment einer Türlaibung und das Fragment eines linken Türpfosten. Auf diesen Blöcken wird der König mit dem Namen "User-maat-Re setep-en-Re" (Wsr-mAat-Ra stp-n-Ra) und "Schoschenq Sohn der Bastet, geliebt von Amun, göttlicher Herrscher von Heliopolis" (^ASAnq sA-Bastt mrj-Jmn nTr-HoA-Jwnw), Einer dieser Blöcke nennt auch den Horusnamen des Königs (!r-kA-nxt mrj-Ra).

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Ebenfalls aus Kom el-Hisn stammte evtl. eine Schenkungsstele, die sich im Museum Berlin befand (Berlin Nr. 7344), die jedoch leider den Luftangriffen auf die Hauptstadt im 2. Weltkrieg zum Opfer fiel. Als Datum nannte sie das „28. Jahr / 2. Monat der schemu-Jahreszeit“ von König Schoschenq III. Im oberen Bildfeld der Stele war König Schoschenq mrj–Jmn nTr-HoA-Jmn - gefolgt vom Stelenstifter namens Pa-deheben-bastet (PA-dbHw-(n)-Bastt) vor den Göttern Osiris und Hathor, dargestellt. Der König trägt das Nemeskopftuch mit Uräus, einen Halskragen und einen kurzen Vorbauschurz und opfert die Feld-Hieroglyphe vor den Gottheiten.

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Aus Kom el–Hisn soll lt. Jansen-Winkeln (Inschriften der Spätzeit) eine weitere Schenkungsstele mit einem hieratischen Haupttext aus dem „Jahr 32, 1. Monat der peret–Jahreszeit, Tag 1 “ von König User-maat-re setep-en-re (wsr-mAat-Ra stp-n-Ra)| also Schoschenqs III., stammen. Im oberen Bildfeld ist links die Figur eines gewissen Anch-pa-chered (anx-pA-Xrd) vor Hathor und Horus dargestellt. Heute befindet sich diese Stele im Museum von Kairo, Nr. TN 21/3/25/15.

Horbeit:

Aus dem Tempel von Tuch el-Qaramus, dem antiken Horbeit / Pharbaithos, in der Nähe des heutigen Kufur Nigm im östlichen Delta gelegen, stammt ein großes Fayencegefäß mit einer halb-hieratischen Inschrift aus der Zeit König Schoschenq III. Die Inschrift nennt in Zeile 4 das Datum "Jahr 33" (siehe Naville, Mound of the Jew, 29-30, pl. 8; von Bissing, ZÄS 37,  1899, 86-7; Spiegelberg, RecTrav 23, 1901, 100-101; in Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22.-24. Dynastie, Bd. II. S. 200, Nr. 29)

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Ebenfalls aus Tuch el-Qaramus (Horbeit) stammt eine Landschenkungsstele (siehe Daressy, RecTrav 20, 1898, 85), die ebenfalls in die Zeit Schoschenq's III. datiert wird. Sie befindet sich heute im Museum Kairo, TN 11/1/25/13. Das Datum der Stele ist teilweise zerstört, zu lesen ist noch "Jahr 20 + x". Im Bildfeld unter der Flügelsonne bringt der König eine Feldhieroglyphe vor drei Gottheiten dar. Über dem König lautet die Inschrift: "Guter Gott, Herr der beiden Länder, Herr des Ritus (Herr des Opferns), Sohn des Re" dann folgen zwei Kartuschen mit den Namen des Königs "User-maat-Re setep-en-Re" und eine beschädigte Kartusche, die aber nach eigener Meinung zu "Ssno mrj-Jmn nTr-HoA-Jwnw" (Scheschonq-meri-amun-neter-heqa-Junu) ergänzt werden kann. 

Tell Umm el–Harb:

Blöcke eines Heiligtums, das der König aus wiederverwendeten Bauteilen errichten ließ, wurden in Umm el Hab, einem Ort nahe dem heutigen modernen Dorf Tell Mustai im Zentraldelta (in der Nähe des antiken Athribis) gefunden. Vermutlich handelt es sich vermutlich um eine Erweiterung oder Restaurierung eines Baus hier vor Ort. Es handelt sich dabei um Fragmente eines Tempelreliefs (mit dem vollständigen Königsnamen) - vielleicht von einem Kapellenbau für "die Große Isis, Mutter aller Götter, von Mesdet", der wohl zum Tempel des Thot von Mustai (Mesdet) gehörte, welcher schon von Ramses II. erbaut und nun von Schoschenq erweiterst wurde. Die Kartuschen des  Königs wurden auf mehr als 30 Kalksteinblöcken gefunden (siehe: PM IV, 44; Edgar, ASAE 11, 1911, 164-69; vgl. Daressy, ASAE 12, 1912, 209-13 in Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22-24. Dynastie, Bd. II. S. 179, Nr. 6)

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Ein weiteres Fragment dieses Heiligtums befindet sich heute im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig (die Ägyptische Abteilung, Mainz 2001, 154-5) - Material: Kalkstein, Maße: Höhe 51,3cm; Breite 69,8cm; Tiefe 7,5cm, (Ehemalige Sammlung Dr. Filser, Basel).

Der König, von dem nur die Hand. die einen Räucherarm hält. erhalten ist, bringt ein Weihrauchopfer vor der Göttin Isis dar. Darüber sind Thron– und Geburtsname des Königs zu sehen, mit dem Segenswunsch: „versehen mit Leben, Dauer und Macht“. Die Inschriftenzeile vor der Göttin bezeichnet sie als „die Große Isis, Mutter aller Götter, von Mesdet“.

Heliopolis:

Im Nationalmuseum Kairo (JdE 45610) befindet sich eine Landschenkungsstele aus Heliopolis, die in das "14." Jahr König Schoschenq III. datiert ist. In ihrem Text wird ein ""Iri-pat" (Gaufürst), das große Oberhaupt der beiden Länder, der älteste Königssohn des Herrn der beiden Länder, der Befehlshaber Bak-n-nfj (Bakennefi) genannt. Dieser Königssohn kann aber nicht in Heliopolis selbst residiert haben. Dieser Königssohn kann aber nicht in Heliopolis selbst residiert haben (siehe dazu oben unter Familie Baken-nefi).

Diese Schenkungsstele wurde bei Heliopolis an der Straße nach Suez verbaut gefunden (siehe Daressy, ASAE 16, 1916, 61-62). Zu Beginn der Zeile 1 wird das "Jahr 14" von König Schoschenq III. genannt. Im Bildfeld befindet sich die Sonnenscheibe, darunter ein stehender Mann vor drei Gottheiten (Osiris, Horus und Isis).

Memphis/Mitrahina

Der Hohepriester des Ptah in Memphis (Mitrahina) ließ im Auftrag des Königs eine Kapelle, die für Ptah oder Sachmet geweiht wurde, errichten. Von dieser Kapelle fand man drei Blöcke in Gebiet von Mitrahina - (siehe PM III²,  873 - Daressy, ASAE 20, 1920, 169-71; TIP, § 301, n. 543). 

Auf den Blöcken 1 + 2 (Kairo JE 46915) steht der König und der Hohepriester vor der Göttin Sachmet; auf dem Block 3 vor Sachmet - gegenüber der Göttin befindet sich das Unterteil einer Inschrift (siehe Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, 22.-24. Dynastie, Bd. II., S. 179 Nr. 5)

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Im Museum Louvre in Paris befindet sich eine Serapeumstele (IM 3749/N 413), welche aus dem Jahr 28 Schoschenq III. stammt und vom Hohepriester des Ptah in Memphis PAdjAst (Pa-di-Aset/Padiese), dem Großen Oberhaupt der Ma  - einem Enkel des Königssohns Schoschenq D / HP des Ptah in Memphis - gestiftet wurde (PM III², 786). Im oberen Bereich der Stele befindet sich eine geflügelte Sonne, darunter die Kartuschen von König Schoschenq III. Im Bildfeld befinden sich drei Männer (Padi-Aset, gefolgt von zwei seiner Söhne) anbetend vor dem stehenden Apis-Stier.. 

Serapeumsstele Louvre aus Jahr 28 Schoschenq III.
gestiftet vom
Hohepriester des Ptah in Memphis Pa-die-ese -

Pa-di-Aset/Padiese, das große Oberhaupt der Ma
- in Anbetungshaltung vor dem Apis-Stier - 

Bild: Neithsabes - gemeinfrei / Wikipedia Bild: Neithsabes - gemeinfrei / Wikipedia

Nach Mariette erfolgte eine Apisbestattung im 28. Jahr von König Schoschenq III. in Gruft P, von der die oben gezeigte Serapeumstele des Pa-die-ese erhalten blieb (Apis-Stele Nr. 21)

Herakleopolis

Aus Herakleopolis stammt eine Schenkungsstele, die aus dem Jahr 26 Schoschenqs III. stammt. Sie befindet sich heute in Privatbesitz (Unpubliziert, s. Meeks, Donations, 669 - 22.8.26 in Jansen-Winkeln, Inschriften d. Spätzeit, 22.-24. Dynastie, Bd. II. S. 203 Nr. 36).

Karnak:

In Karnak tritt ein Militärführer mit dem Titel „Königssohn von Ramses“ namens Paschedbastet / PASdBast.t "Königssohn des Landesherrn Schoschenq–meiamun“ im Namen Schoschenq III. auf. Dies geschah bereits unter der Regierungszeit des oberägyptischen Königs Pedubastet I. Bei diesem Paschedbastet B handelte es sich vielleicht um einen Sohn (?) Schoschenqs III.  Am 10. Pylon findet sich eine Inschrift von ihm über dortige Restaurierungsarbeiten unter seiner Leitung.

Dieser Paschedbastet ist uns noch unter anderen Umständen bekannt. Auf dem Pyramidenfriedhof von Nuri - nahe bei Napata gelegen - fand Reisner im Schutt der Pyramide Nr. 38/ G. 47 zwei Fragment einer Alabastervase mit der Inschrift:  „Oberkommandierender (Anführer) Paschedbastet des Seligen, Sohn des Landesherrn Schoschenq–meiamun “, sowie die Angabe des Gefäßvolumens.

Die Pyramide gehörte der Königin Axaqa /Achepa, einer Tochter König Aspeltas und dessen Gemahlin Henuttachebit (?). welche ihrerseits eine Schwester und Gemahlin von König Aramatelqo und damit Zeitgenossin König Psammetichs II. war, d.h. sie lebte rund 200 Jahre nach Prinz Paschedbastet, und rund 70 Jahre nach dem Rückzug der Kuschiten aus Ägypten. Reisners Folgerungen aus diesen Fund sind völlig romanhaft, er wollte in Paschedbastet gleich den Ahnherrn des napatäischen Königshauses erblicken.

Dunham bemerkt dazu, dass es sich wohl um ein aus Ägypten importiertes Stück handelt, natürlich könnte es auch als Tribut am Anfang der 25. Dynastie nach Nubien gelangt sein. Wahrscheinlich wurde diese Alabastervase dann einem Grab aus der Zeit König Taharqas, beigegeben. Bei der Plünderung des Friedhofs könnte das Stück in das Grab von Königin Acheqa gelangt sein. 

sonstiges:

Schenkungs(?)stele (unpubliziert) im Museum von Kairo JdE 4549 aus einem Jahr 38. (Datum in Zeile 1) – es könnte sich auch um Jahr 38 von Schoschenq V. handeln.

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Hieratische Schenkungsstele im Museum Chicago OIM 10511, datiert in das Jahr 3 König Schoschenqs III. Es stiftete ein gewisser WStht für einen Priester namens !rpp(?) zehn Aruren Land.

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Schenkungsstele aus der Zeit König Schoschenqs III., heute in Moskau I. 1. a 5648 (4133), sie stammt aus dem westlichen Delta. Im Bildfeld ist der König zu sehen wie er eine Feldhieroglyphe vor der Osiristriade opfert. In Zeile 5. ist als Datum  "Jahr 3“ angegeben.

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Schenkungsstele in Moskau I. 1. a 5647 (4128), sie stammt aus dem Delta. Im Bildfeld sieht man einen Mann in anbetender Haltung vor drei Göttern. Zu Beginn des Haupttextes in Zeile 1. Wird das „Jahr 31“ König Schoschenqs III. genannt.

Beamte:

 

Nespakaschuti A:

In der Cachette von Karnak (nördlich des 7. Pylons) wurde im Februar 1904 die Würfelhockerstatue des Wesirs Nespekaschuti gefunden. Auf der Vorderfront des Würfelhockers aus Kalkstein befindet sich eine Doppeldarstellung, welche links den Verstorbenen vor Amun-Re und rechts seinen Vater Zedhutef-anch, der den Titel eines königlichen Truppenschreibers trägt, vor Osiris zeigt. An beiden Seiten der Statue sind jeweils fünf Götter dargestellt. 

Auf der Schulter der Statue befindet sich der Name des Hohenpriesters des Amun zu Karnak und Truppenkommandanten Harsiese B. Datiert ist die Statue durch die Kartuschen König Schoschenqs III

Nespekaschuti  A

Die Inschrift der Statue verweist auf die hohe Stellung des Nespekaschuti, der als Wesir, als Priester des Amun und der Maat, und Richter amtierte. Die Kartuschen auf den Schultern und Rücken weisen ihn als Zeitgenossen König Schoschenq III. aus. 

heute in: Museum Luxor J 152 / 
    ehemals Kairo CG 42232 / 
36662
Maße:     Höhe 72,5cm, Breite 34,5cm; Tiefe 51,5cm;
Material: Kalkstein

Porter & Moss: II², 149 

Bild: Katalog Luxor / alt 1979

Die Kartusche von König Schoschenq III. befindet sich auf der Rückseite der Statue - direkt unter der Perücke:
(WsrmAatRaw sptpnJmnw)| (MrjjJmnw ^Sno)| 
Auf der rechten Schulter steht:
"Der König von Ober- und Unterägypten 
((WsrmAatRaw sptpnJmnw)|, der Sohn des Re (MrjjJmnw ^Sno)|"
Auf der linken Schulter: "
Der 1. Prophet des Amunrasonther, der Generalissimus und Befehlshaber @rwzAAst 
Vorderseite, rechts oben - Beischriften:"Amun-re, der Herr der Throne der beiden Länder, der Erste von Karnak. Der Vorsteher der Städte und Wesir NspAoAj-Swtj."
Vorderseite, links oben; Beischriften: "Osiris, der Erste des Westens, der große Gott, der Herr von Abydos. Der Prophet des Amun, der königliche Schreiber der Armee des ganzen Landes. +d-+Hwtjjw.fanx, gerechtfertigt, von &Astmrj(t)-+Hwtj (ein Militärstützpunkt auf dem thebanischen Westufer).
Vorderseite, untere Hälfte: "O Propheten des Amun, Vorlesepriester des Amun, Neunheit unter den Menschen von Karnak! Man ehrt den, dessen Größe Gott kennt, den er veranlasst hat, nützlich und vortrefflich zu sein. Sprecht für mich „ er lobe dich “ täglich zu seinem Ka, wenn ihr vor (Gott) tretet; Denn ich sah Amun, und bewahre die Maat auf meiner Brust, (dem) Ka des Vorstehers der Städte und Wesirs NspA–[oAj-]Swtj".
Linke Seite: "Der Erbfürst und Graf, der Prophet des Amunrasonther, der Vorsteher der Städte, Wesir (TAtj, zAb, tAjtj), jrjnxn NspAoAj-Swtj. Er sagt: Der König empfing den Schmuck des Horus, während ich bei ihm war wie Thot. Ich saß auf der Matte in den 6 Großen Häusern, indem ich zwei Menschen richtete, so dass sie (regelmäßig) zufrieden waren."
Rechte Seite: "Der Erbfürst und Graf, der Prophet des Amun in Karnak, der Vorsteher der Städte, Wesir (TAtj, zAb, tAjtj), jrjnxn, Erster des Palastes (??), erster des Gemachs (?), der vornehmste Würdenträger, der das Land durch seinen Rat zufrieden stellt NspAoAjSwtj, er sagt: Ich empfing die Maat in Gestalt ihres Abzeichens im Palast. Ich gewährte Thot Muße unter ihr ( = als ich sie trug). Ich barg sie zwischen meinen Brustwarzen, indem sie vor jedermann verborgen war."
Rückseite: "Der Erbfürst und Graf, Prophet des Amun in Karnak, der Vorsteher der Städte, Wesir (TAtj, zAb, tAjtj), jrjnxn, Prophet der Maat, NspAoAjSwtj, er sagt:  Ich sah Amun in seinem „Horizont“ in der Säulenhalle der Statuen, wenn er aus dem Ostgebirge hervorkam. Ich wusste, dass die Götter seine Erscheinungsformen sind. Ich sah sie neben ihm zu beiden Seiten, während ich mit der Maat geschmückt war und als Vorsteher der Städte amtierte wie Thot im Hofstaat des Re. Wie schön ist es, wenn die Erben sich damit beschäftigen, meines Namens zu gedenken nach (Ablauf) der Lebenszeit. 
Um den Sockel:
"Der Erbfürst und Graf, der Vorsteher der Städte, Wesir (TAtj,zAb,tAjtj), jrjnxn, der Mund, der das ganze Land zufriedenstellt, der Prophet der Maat NspAoAjSwtj, der Sohn des Propheten des Amunrasonther, der 3. Propheten des Amunrasonther, des Vorstehers der Rinder vom Hause des Re des Daches des Amuntempels, des 4. Propheten der Mut, der Großen, der Herrin von JSrw, 3. Propheten des Chons in Theben, Neferhotep, des Propheten des Amun „Der zufrieden ist über die Maat des Herrn der Maat“ (??), des Propheten des „Amenophis vom Vorhof“, Prophet des Thot von PAwDjj, des Vorstehers des Buschwerks, [des königlichen] Schreibers der Armee von Oberägypten, des großen Beauftragten und Generals +d-+Hetjjw.fanx, gerechtfertigt, des Sohnes des gleichbetitelten Jmnmjnt, gerechtfertigt."

 (Quelle: Zitat nach „Ägyptische Biographien der 22. und 23 Dynastie“ von Karl Jansen–Winkeln)

 

Begräbnis:

König Schoschenq III. besaß in Tanis innerhalb der dortigen königlichen Nekropole einen kleinen Grabbau (Grabanlage NRT V), der aus einem Vorraum und einer Sarkophag-Kammer bestand. Der französische Ägyptologe Pierre Montet entdeckte die Grabanlage NRT V. während seiner Grabungen in Tanis in den Jahren 1939-40 und stellte fest, dass diese - ebenso wie die meisten der königlichen Grabanlagen - geplündert war.

        Grabanlage NRT V. - Tanis

Die Sarkophagkammer enthielt bei ihrer Entdeckung zwei Sarkophage, einen größeren rechteckigen und einen kleineren der an der Stirnseite gerundet ist.
Bild:   Sheshonq III - Nécropole royale de Tanis
Autor: Neithsabes 
Lizenz:  CC BY 3.0

Der größere der beiden Sarkophage gehörte dem Grabherrn König User–maat–Re Scheschonq III., (auch als Sisak III. bekannt). Seinen Deckel zierte eine menschliche Figur in Mumiengestalt mit überkreuzten Armen. Die Sarkophagwanne stammte aus dem Mittleren Reich (13. Dynastie) und war aus einem Kalksteinarchitrav gearbeitet. Auf einer der Seitenwände befanden sich noch Reste der ursprünglichen Beschriftung, was eine genaue Datierung des ursprünglichen Architravs möglich machten. Die einstige Inschrift nannte die Titulatur zweier Könige der 13. Dynastie, allerdings sind nur mehr die Horusnamen erhalten. „Horus Chaa biw ( #aj-b3w)“ und "Horus Hetepibtowi “(!tp-jb-t3wj). Das  sind die Horusnamen von König Hor sowie der von König Sechemre-chutowi. 

Man darf wohl mit Recht annehmen, dass die Herstellung des Sarkophages schon zu einem früheren Zeitpunkt stattfand und dass Schoschenq III. ihn nicht als erster benutzte. Die Mumie des Königs im Sarkophag war in äußerst schlechtem Zustand, trug aber bei der Auffindung noch ein mesopotamisches Armband am Handgelenk. Der zweite kleinere Steinsarkophag in der Grabkammer, trug keinerlei Inschriften.

Grab Schoschenq III.
Mitbestattet Schoschenq (IV.) "Quadrus"

König Schoschenq ließ sich in Tanis in der dortigen Nekropole innerhalb des Tempelbezirks gelegen, einen kleinen Grabbau, der aus einem Vorraum und einer Sarkophag-Kammer bestand, errichten.

Kalkstein
Ziegel

Auf dem zweiten, kleineren Steinsarkophag befanden sich keinerlei Inschriften. Bis vor kurzem wurde sein Besitzer allgemein mit König Scheschonq I. identifiziert - heute sind aber unter den Forschern daran ernsthafte Zweifel aufgetaucht und man möchte stattdessen dieses Begräbnis lieber einem König Scheschonq IV. "Quadrus", Hedjkheperre Schoschenq-Si-Bast (oder nach Beckerath Schoschenq III.a) - einem neu in der 22. Dynastie eingeschobenen König - zuschreiben, der zwischen Scheschonq III. und König Pemui regiert haben soll. 

Grab des Königs Schoschenq III. - Blick in die Grabkammer von oben
Der kleinere der beiden Stein-Sarkophage aus NTR V. (rechtes Bild) gehörte evtl. 
 einem König Schoschenq IV. "Quadrus" - Hedjkheperre Schoschenq-Si-Bast. 

Beide Bilder Heidi Kontkanen - Thanks for the friendly permission
Alle Rechte liegen bei Heidi Kontkanen

 

Grab des Königs Schoschenq III.

Dieser Bau wurde 19389/40 von Pierre Montet entdeckt. Die Wände der Kammern trugen Reliefschmuck und zeigen Episoden aus der Reise der Sonnenbarke durch die Unterwelt. Osiris reist in zwei Barken - die Barke des Tages und die Barke der Nacht.

 

(Bild: Jon Bodsworth - thanks for public domain)

 

Tanis - Grabanlage Schoschenq III.
- Blick von oben auf den Sarkophag des Königs Schoschenq III. -

(Bild: Jon Bodsworth - public domain)

 

         Grab des Königs Schoschenq III.
südl. Rückwand der Grabkammer NRT V.

Südwand mit Darstellungen einer Reise der Sonnenbarke durch die Unterwelt.

Im Vordergrund der Steinsarkophag des Königs Schoschenq III. in der Grabkammer NRT V.

Auch an der linken und rechten Seite befinden sich auf dem Gesims Darstellungen.

Bild:    Grabkammer Shoshenq III.
User:   Photo by
Juan R. Lazaro
Lizenz:  CC 
BY SA .0

 

Grab des Königs Schoschenq III.
Grabanlage NRT V.
- Nordwest-Gesims -

Die Göttin Nephtys kniet vor König Schoschenq III. und widmet ihm ein Trankopfer und ein Opfertablett mit Nahrung. (Informationsquelle: J. Lazaro)

Bild:     Juan R. Lazaro - all rights reserved -
Thanks for the kindly permission

Grab des Königs Schoschenq III.

An der nordwestlichen Gesimswand befinden sich Darstellungen, die den König kniend mit einem Trankopfer und einem Tablett mit Nahrung vor den Göttern zeigt.

 

Bild:     Juan R. Lazaro - all rights reserved -
Thanks for the kindly permission

 

Grab des Königs Schoschenq III.
Detailausschnitt

Grabkammer NRT V. / Südwand
König Schoschenq III. stehend auf dem "Boot der Nacht" mit dem Gott Atum. Hinter dem König steht wahrscheinlich die Göttin Maat.

 

Bild:     Shoshenq III. - Barke der Nacht
User:   Photo by Juan R. Lazaro
Lizenz: 
CC 
BY SA 2.0


Grab des Königs Schoschenq III.
Südwand NRT V. 

Im Vordergrund der Sarkophag König Schoschenq's III. - vor der Südwand.

Auf der Südwand der Grabkammer befinden sich zwei Barken - die Barke der Nacht und die Tagesbarke. Links sieht man die Tagesbarke - in deren Mitte der König vor Re steht und hinter ihm die Göttin Maat. Durch eine Textkolumne mit der königlichen Titulatur getrennt -  befindet sich auf der rechten Seite der Wand die Barke der Nacht. In der Mitte steht der König vor Atum und hinter ihm wiederum wohl die Göttin Maat.

Bild:     
User:   Photo by
Heidi Kontkanen
Lizenz: Thanks for the kindly permission

Die Wände der Kammern trugen Reliefschmuck, und zeigen Episoden aus der Reise der Sonnenbarke durch die Unterwelt, Osiris reist in zwei Barken, die Barke des Tages und die Barke der Nacht. Im obersten Register der West-, Ost- und teilweise im unteren Register der Nordwand befinden sich Darstellungen und Inschriften aus dem "Buch der Nacht / Stunde 2-11" in drei Registern. 

       Dekorierte Westwand 
    - Grab Schoschenq III. - NRT V. -

Darstellungen und Inschriften aus dem "Buch der Nacht".

Bild:  TanisSheshonq3WestWall.jpg
Autor: Roland Unger
Lizenz:  CC BY SA 3.0

Eine interessante zweiteilige Auferweckungsszene wird auf der Südwand dargestellt: Der Totengott Osiris liegt bäuchlings auf einer Bahre und ihm wird von seinem Sohn Horus - assistierst von verschiedenen Gottheiten, die ihm ,in zwei Registern unterteilt, folgen, ein Anch-Zeichen, das sich an der Spitze eines Szepters befindet, vor Mund und Nase gehalten.

Grab des Königs Schoschenq III. - 
- Südwand -.

Im unteren Register der Südwand assistieren verschiedene Gottheiten Horus (in menschlicher Gestalt) beim "Ritual der Erweckung" seines Vaters Osiris (siehe nächstes Bild), der auf einer Bahre liegt.

 

Bild:     Juan R. Lazaro - all rights reserved -
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Grab des Königs Schoschenq III.
- Südwand - 


Der Gott Horus (in menschlicher Gestalt) beim "Ritual der Erweckung des Osiris", der sich bäuchlings auf einer Bahre liegend - schon mit erhobenem Kopf -  befindet. Horus hält seinem Vater das "Anch-Zeichen" vor Nase und Mund, um ihm Leben zu geben.

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Grab des Königs Schoschenq III.
- Südwand - 


Der Gott Horus (in menschlicher Gestalt) beim "Ritual der Erweckung des Osiris", der sich bäuchlings auf einer Bahre liegend - schon mit erhobenem Kopf -  befindet. 

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Nach allgemein zur Zeit gültiger Lehrmeinung nahm König Schoschenq III. Veränderungen im Inneren des aus Kalkstein errichteten Teils der Grabanlage von König Osorkon II. vor. Danach wurde in seiner Regierungszeit in der Bestattungsanlage NRT I. (Kammer 1 / Vorkammer) ein großer, am Kopfende gerundeter Granitsarkophag aufgestellt, der schon bereits in der Antike ausgeplündert worden ist. Dieser Sarkophag war beschriftet für einen König mit Namen "User-Maat-Re Schoschenq" und wird daher allgemein König Schoschenq III. zugewiesen. Über die Identität der gefundenen Mumienreste kann keine Aussage gemacht werden, da aufgrund der hohen Feuchtigkeit im Grab Osorkons II. die Mumie praktisch bis aufs Skelett zerfallen ist. Es kann sich daher auch um eine Nachbestattung handeln.

           Grabanlage NRT I., II. und III.
In dem Raum 1 (Vorkammer) der Anlage NRT I. befindet sich ein
großer, am Kopfende gerundeter Granitsarkophag, der für einen König namens User-maatre Schoschenq (allgemein König Schoschenq III.) beschriftet wurde.
Bild:        NRT I II VII.jpg
Áuthor:    Neithsabes
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( Co-Autor J. H. Pirzer)

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