Tutanchamun


Grab WV 23


Haremhab

Bild: oben rechts: Juan  R Lazaro 8. April 2000 (siehe weiter unten)

Regierungszeit: 1327/1322   v. Chr. oder evtl. auch
1325 - 1321 v. Chr.
1323 - 1319 v. Chr.

lt. Jürgen von Beckerath
lt. Th.  Schneider
Dynastie: 18. Dynastie  
Vorgänger: Tutanchamun  
Vater: unbekannt  
Mutter: unbekannt  
Geschwister: unbekannt  
Kinder: --  
Ehefrauen: Teje (Tjj) (königliche Amme Nofretetes),
evtl. Anches-en-Amun
 

Die Gemahlin Königs Ejes trug die Titel:

  1. Amme der großen Königsgemahlin (während der Zeit Echnatons)

  2. Große Königsgemahlin, Herrin der Beiden Länder, Herrin von Ober- u. Unterägyptens.

Eltern: unbekannt
Schwester:
Mut–em–nub
Kinder: unbekannt - evtl. Nachtmin?
Neffe:  Ay/Eje (B)   - Sohn von Mut-em-nub und dem Ehrenwerten Nachtmin A.

                                                                     

Namen König Ejes


Thronname
nsw-bjt xpr-xprw-Ra jrj-mAat
"
Kheper-kheperure Iri-Maat"
"Der an Gestalt gestaltete, ein Re, der die Maat verwirklicht."

Horusname
1.  Hr kA nxt THn-hAw/kn THn-haw
2. kn THn-xprw
" Horus, starker Stier mit glänzenden Erscheinungen."

Goldhorusname
hr-nbw HqA-mAat sxpr-tAwj "Der die Maat besitzt, der die beiden Länder entstehen lässt" oder
"Der Herrscher der Maat, der die beiden Länder entstehen lässt."

Nebtiname
1. sxm-pHtj dr-sTt
2. sxm-pHtj dr-sTt jw
"Mit mächtiger Stärke, der die Asiaten bezwingt."

Geburtsname:
SA-Re jt-nTr Jjj nTr-HqA-WAst/ jt-nTr y  nTr-HqA-WAst "Eje (Aja), Gott, Herrscher von Theben"
"Gottesvater, (Titel) Aja, göttlicher Herrscher von Theben."

Anmerkung: 
(Die Hintergründe der Wahl dieses Thronnamens sind unklar: das Epitheta könnte allerdings Anklänge an Echnaton haben.)

  Faiyence-Täfelchen mit Namen und Titeln König Cheper-cheperu-re-ir-maat-AY (Eje) - "geliebt von Amun-Re, Herr des Himmels - heute in Kairo.

Bild:    Faience plate with the names of Kheperkheperure Ay
Autor: Juan  R Lazaro 8. April 2000
Lizenz: CC BY 2.0

 

Titel  Ejes während seiner Beamtenzeit:

TAj-xw Hr wnm n sw jmj-rA-ssmt nb(t) n Hm.f sS mAa mrj.f it-nTr Ay Wedelträger zur Rechten des Königs, 
Aufseher (Vorsteher) aller Pferde seiner Majestät,
persönlicher Schreiber des Königs, (" der das Rechte tut"), 
Gottesvater Eje.

Dem Lexikon des Alten Ägypten Bd. 1 zufolge war Eje ein Mann unbekannter Herkunft. Seine Heimatstadt war vermutlich Achmim (der Ort, wo auch Juja, der Vater der Großen königlichen Gemahlin Amenophis III., Teje herstammte), wo er zur Zeit des Regierungsantritts König Amenophis III. geboren wurde.

Allgemein wird heute davon ausgegangen, dass zwischen Eje und dem Königshaus keine Blutsverwandtschaft besteht, da Eje keine Titel führt, die sich darauf beziehen. Unserer Meinung nach muss es doch in irgendeiner Weise eine Einbindung Ejes in die königliche Familie gegeben haben, denn mit welcher Berechtigung hätte Eje sonst den Thron besteigen können?

Exkurs I.
siehe weitere Ausführungen dazu
Thronbesteigung König Ejes

Am Hof von Achet-Aton (Amarna) führte er vor seiner Erhebung zum König den Titel eines "Aufsehers (Vorsteher) der königlichen Pferde", was ungefähr soviel wie "Befehlshaber der Streitwagentruppe" bedeutet und somit ein hochrangiger Militärtitel ist. Vor allem aber trug er den Titel eines "jtj-nTr (Gottesvater)",  der ihm so wichtig erschien, dass er ihn später als König sogar in die Kartusche übernahm. 

Aufgrund dieses Titels und seiner anscheinend nahen Verbindung zur königlichen Familie wurde gelegentlich vermutet, dass Eje der Bruder der königlichen Gemahlin Teje  (Gemahlin von Amenophis III.), also Echnatons Onkel und vielleicht dann auch der Onkel oder Großonkel des späteren König Tutanchamuns gewesen sei. Es wurde sogar argumentiert, das ungewöhnliche Amt des "Gottesvaters" könnte nur der Schwiegervater des Königs innegehabt haben (so wie Juja, der Vater Tejes den gleichen Titel trug), was Eje zum Vater von Nofretete machen würde. Königin Nofretete müsste dann aber aus einer ersten Ehe von Eje stammen, mit einer Frau, von der nichts bekannt ist.

Ob diese Theorien nun stimmen oder nicht, jedenfalls gibt es überzeugende Belege dafür, dass er eng mit den Ereignissen der "Amarna-Zeit" verbunden war. Bezeichnend für die Karriere Ejes ist die Anpassungsfähigkeit unter fortwährenden sozialen Aufstieg, von der Ausbildung unter Amenophis III. über die Wende, von Amarna bis hin zur Restaurationszeit. 

Porträtkopf aus Saft el-Henna (Ostdelta) 

Porträtkopf aus Gabbro ( dunkelgraues Tiefengestein) einer Sitzfigur unbekannter Herkunft, vielleicht stellt sie Eje als Beamten dar. Heute befindet sich dieser Kopf in der Münchener Ägyptologischen Sammlung, ÄS 6296.

Heute befindet sich dieser Kopf in der Münchener Ägyptologischen Sammlung, ÄS 6296. Der Kopf konnte 1980 für 850.000 DM aus dem französischen Kunsthandel erworben werden.

Bild:     Porträtkopf 2.jpg
Autor:  Einsamer Schütze
Lizenz:  CC BY-SA 2.5
Stilistisch ist der Kopf nur in die Umbruchzeit zwischen der 
Amarna–Periode und der frühen Ramessidenzeit anzusiedeln. Die über dem Nacken geteilte Perücke bietet einen konkreten Datierungsanhalt. Sie ist bislang nur bei Haremhab (Schreiberstatue im Metropolitan Museum New York) belegt.

Der formale Aufbau des Kopfes wirkt streng, während der Scheitel eine Mittelachse vorgibt, deren Senkrechte in der Strähnung der Seitenteile der Perücke aufgenommen wird. Augen, Mund und das kantige Kinn markieren deutlich waagerechte Linien. Hier ist scheinbar eine ausgeprägte Persönlichkeit porträtiert worden, deren Identität jedoch unbekannt bleibt, da die Statue während der dritten Zwischenzeit von einem Priester usurpiert wurde, der im Dienst eines Sopdutempels im Ostdelta stand. 

Der zum Kopf gehörende Statuenkörper konnte 1980 im Museum von Kairo aufgespürt werden, er befindet sich hier bereits seit 1920 – Kairo, JdE 46600. Es handelt sich um eine Sitzfigur, flankiert von zwei stehenden Frauenfiguren in der Tracht der späten 18. Dynastie. Das offensichtlich vorgerückte Alter des hier Dargestellten, lässt an Eje als Beamten denken, dem Kopf und Statuenkörper aufgrund der stilistischen Merkmale auch allgemein zugesprochen werden.

Die Inschriften der Statue gehören allerdings in die 3. Zwischenzeit, sind also etwa 300 Jahre später auf die Basis und die Rückenplatte gemeißelt worden. Dass sie an die Stelle einer älteren, originalen Beschriftung gesetzt wurden, zeigen deutlich Spuren der Abarbeitung der ursprünglichen Steinoberfläche. 


(Text- u. Bildquelle: Ägyptische Kunst München /Schoske – Wildung / K. M. Lipp Verlag, München)

Der Verlauf der Karriere Ejes zwischen der Arbeit in seinem Beamtengrab in Amarna (Jahr 9 von Echnaton) und dem Ende von Echnatons Herrschaft ist aus einer Reihe von beschrifteten Gegenständen der Grabausrüstung ersichtlich. Er stieg in dieser Zeit zum Wesir und persönlichen Schreiber des Königs auf und erhielt den ungewöhnlichen Beinamen: " Der das Rechte tut". Weitere Titel, die Eje in Amarna führte, sind die eines "Festleiters der Neunheit und Wedelträger zur Rechten des Königs"

Seine Gattin Tij (Teje), die mehrfach im Grab Ejes genannt wird, hatte anscheinend denselben hohen gesellschaftlichen Status inne wie Eje, da sie in den Grabszenen und auf der sogen. Berliner Truhe nahezu gleichberechtigt neben ihrem Gemahl auftritt und dadurch eine soziale Position einnimmt, die in den restlichen Privatgräbern Amarnas für Frauen der Beamten nicht zu beobachten ist. 

Im ägyptischen Museum Berlin befindet sich ein kleiner Kasten, (Berlin 17555) gekauft in Achmin, der  angeblich aus Tuna el-Gebel stammen soll. Es dürfte sich dabei evtl. um einen Gegenstand handeln, der aus dem Eje-Grab Nr. 25 in Amarna stammt.  
   -  Siehe dazu:   

Truhe Berlin 17555 ( sogenannte " Nähkästchen" )
 - gekauft in Achmin -
(Bildquelle: Ägyptisches Museum Berlin -  Günther Roeder : Ägyptische Inschriften aus den Königlichen Museen zur Berlin. Band 2: Inschriften des neuen Reichs. Indices zu Band 1 und 2. Hinrichs, Leipzig 1924, S. 267–268.

In den Inschriftenzeilen des Deckel erscheint „ Die von der Großen Königlichen Gemahlin gelobte Herrin des Hause, Ti" Dieses Kästchen gehörte also der Gemahlin Ejes namens &y / &jy  als dieser noch Beamter unter König Echnaton war.

Eje wird in den Inschriften hingegen „Wirklicher Schreiber des Königs, Aufseher der Pferde, Oberster der Truppen, Gottesvater“ bezeichnet. Die zeigt welch bedeutende Stellung Eje bereits in der frühen Regierungszeit Echnatons – in welcher der Kasten offensichtlich gefertigt worden ist – eingenommen hat.

Auf der Stirnwand sieht man einen Priester, der die Mumie des Ay in einem Schrein beweihräuchert. In weiteren Inschriften wird der Name Ejes und die Titel die er unter König Echnaton trug genannt.

Tejes (Ti) Titulatur gibt neben Beinamen, die einen engen Bezug zum Königshaus herstellen wie:

"Gelobte des guten Gottes / Echnaton / der Großen Königlichen Gemahlin", 
oder dem Hofrangtitel  Xkr.t-nsw - "Zierde des Königs".

Eine Bezeichnung,  die ihre Trägerin als Angehörige der Hofgesellschaft kennzeichnet, auch Auskunft über ihre Funktion am Hofe des Königs gibt.

 

Sie war mna.t (aA.t) n (.t) Hmt-sw wr.t Nfr.t-jj.tj Nfr-nfr.w-Jtn.
"
(Große) Amme der Großen Königlichen Gemahlin Nofretete, Neferneferuaton" und wurde außerdem als sDj.t-nTr (.t) , "die, die Göttin stillte." bzw. "erzog". bezeichnet. 

 
Amarna-Grab aus Ejes Beamtenzeit: Nr. 25


          Amarna-Grab Nr. 25 Südgruppe

Das schönste Beamtengrab in Amarna sollte das des Ejes und dessen Gattin Tij/Teje werden, jedoch wurde kaum mehr als die linke Hälfte seiner Haupthalle aus dem Feld gehauen, und nur die ersten vier Säulen seines Mittelganges wurden vollendet. Die Ostwand schmücken Relief, deren Bemalung jedoch unvollendet blieb.  Auch den Eingang schmückten Reliefs, auf der rechten Wange des Türdurchgangs findet sich der berühmte Atonhymnus, der seit seiner Entdeckung im Jahre 1884 heute weitgehend zerstört ist.  

Zu den einflussreichsten Beamten am Hofe Echnatons gehörte der Gottesvater“ Eje. Dies zeigt sich deutlich in seinem Grabbau, den er und seine Gemahlin sich in der neuen Beamten-Nekropole errichten ließen. 
Die Halle sollte einmal 24 Papyrusbündelsäulen stützen – das Grab blieb aber unvollendet.
Insgesamt wurden 25 Gräber für hohe Hofbeamte angelegt, darunter auch das Grab des Merire I. des Hohenpriesters des Aton – Nr. 4.

Kalksteinrelief-Block 
Auf diesem Block werden Eje und seine Frau Tij bei dem Erhalt des sog. "Ehrengoldes" gezeigt - während der Zeit König Echnatons in Amarna.

Dieser Block war Teil der "King Tut exhibition" im Pacific Science Enter in Seattle, Washington State USA

Bild:      Ay receiving the Gold of Honor.jpg
Autor:    ddenisen (D. Denisenkov) - wikipedia 28. Mai 2012
Lizenz:   CC BY 2.0

Eje und seine Frau Tij stehen in gebeugter Haltung vor dem Audienzfenster, aus dem die königliche Familie ihnen Halsbänder, Gefäße, Ringe, Stirnreifen und Handschuhe zuwirft. Hinter dem Paar sieht man ihre Dienerschaft  die Freudentänze vollführt. In den anderen Registern des Reliefs erheben Soldaten, Höflinge aber auch Fremde und einheimische Zuschauer ehrfurchtsvoll die Hände gegenüber der königlichen Familie.  

Belobigungsszene im Amarna-Grab Nr. 25
Eje und seine Gattin Ti erhalten das Ehrengold aus den Händen der königlichen Familie, die im Audienzfenster stehen.
(Bild nach Davis - Rock-tomb of Amarna)

 

Diese Szene aus dem Amarnagrab gehört zu der Verleihung des Ehrengoldes durch den König. 

Eje trägt hier die roten Wagenlenkerhandschuhe,
die er in seiner Funktion als "Vorsteher der Pferde des Königs" ebenfalls als Ehrengabe vom König erhalten hatte und die ihm anscheinend gerade angelegt wurden.

 

(Zeichnung bearbeitet von Nefershapiland

 

Inschriften aus dem Beamtengrab Nr. 25 des Eje in Amarna:       
Helck Urk. IV, 1997 – 2002
Biographischen Angaben

1997 Der Wedelträger zur Rechten des Königs, Vorsteher aller Pferde des Königs, sein wahrhaft geliebter Schreiber des Königs, Gottesvater Eje, des das Leben wiederholen möge, er sagt: Ich bin der Gelobte seines Herrn täglich. Größer ist meine Gunst in (diesem) Jahre als in einem anderen wegen der Größe meiner sehr großen Trefflichkeit für sein Herz.

Er verdoppelte mir die Gunstbeweise wie die Zahl des Sandes, indem ich der Erste der Beamten an der Spitze der Untertanen bin. Der Wedelträger zur rechten des Königs, großer cmr, sich zu seinem Herrn begeben darf, sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Gottesvater Eje, der Gerechtfertigte, er sagt:  Ich bin ein wahrhafter Rechtschaffener, frei von Bosheit. Mein Name kommt zum Palast wegen der Nützlichkeit für den König und wegen des Hörens der Lehre, des Tuns seines Gesetzes, des nicht Veränderns der Worte und (nicht) Schädigens des Wesens (?). Ich bin groß als einer, der vollständig ist mit (?) meinem Mund (?), und heil, nachdem er erbeten hat ein schönes Alter, indem er das Leben liebt.

1998 Der Wedelträger zur Rechten des Königs, der Vertraute des Königs im ganzen Land, sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Gottesvater Eje, der das leben wiederholten möge, er sagt:  O ein jeder, der auf Erden lebt und alle kommenden Generationen:  Ich sage euch den Weg des Lebens und bezeuge euch die Gunstbeweise, und so werdet ihr meinen Namen lesen und war ich getan habe. Ich war ein Wahrhaftiger auf Erden. Verehret den lebenden Aton, so dass ihr fest im Leben bleibt. Sagt zu ihm:  Lass den Herrscher gesund sein, so dass er euch die Gunstbeweise verdoppelt.

Der Wedelträger zur Rechten des Königs, Vorsteher aller Pferde des Herrn der beiden Länder, sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Gottesvater Eje, der Gerechtfertigte,er sagt:  Ich bin ein Tüchtiger, ein Besitzer von Charakter, ein Erfolgreicher, ein Angenehmer, Freundlicher, der wünscht, dass [ ……………. ]; der den Ka Seiner Majestät begleitet, wie er es befohlen hat, indem ich unaufhörlich seine Stimme hörte; der diese Gunstbeweise erlangt, in Frieden alternd.

1999 Der Wedelträger zur Rechten Des Königs, der cmr, groß in dem, was das Herz für ihn wünscht, sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Gottesvater Eje, der das Leben wiederholen möge, er sagt:  Ich bin ein Wahrhafter des Königs, den er aufgezogen hat, ein Rechtschaffener des Herrn der beiden Länder, nützlich für seinen Herrn, der seine Schönheit schaut, wenn er erscheint in seinem Palast, indem ich an der Spitze der Beamten und cmrw bin, Erster des Königs von der Begleitung seines Herrn. Er gibt die Wahrheit in meinen Leib, indem (mein) Abscheu die Lüge ist. Ich lebe von der Verehrung seines Ka und werde satt von seinem Anblick.

Der Wedelträger zur Rechten des Königs, der Geliebte des Herrn der beiden Länder wegen seines Charakters, sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Gottesvater Eje, der Gerechtfertigte, er sagt:  = jeder Einzelne, der das Leben liebt und die schöne Lebenszeit wünscht! Verehrt den einzigen König wie Aton, denn es gibt keinen anderen Großen als ihn. Er gibt euch die Lebenszeit in Freude und Speise von der, die er gibt. 

Der König belohnt Eje:

2000 Beischrift zu den Soldaten:
Die hohen Beamten des Königs – Leben, Heil, Gesundheit – und die Heerführer, die vor Seiner Majestät stehen.

Unterhaltung zwischen Posten und Jungen:
Für wen macht man den Jubel, Kleiner?
1. Junge:
Man macht den Jubel für Eje, den Gottesvater und Tjj. Sie sind zu Leuten von Gold gemacht.

1. Posten:
Du siehst <sie>, die schön an Lebenszeit sind.
2. Posten:
Eile und geh und sieh den großen Jubel, für wen (ist er)? Komm schnell wieder.
2. Junge:
Was gemacht wird, - pass auf, wie ich (laufe).

2001 Besucher:  Wer ist das, für den man jubelt?
3. Posten:  Steh auf und sieh die schöne Sache, die der König dem Eje, dem Gottesvater, und Tjj tut. Es gibt im der König – Leben, Heil, Gesundheit – Millionen von Geschenken und auch von anderen Dingen.
3. Junge:
Paß auf diesen Stuhl und diesen Sack auf! Wir wollen sehen, was Eje, dem Gottesvater getan wird.
4. Junge: Trödle nicht, sonst werde ich gehen und sie mitnehmen, mein Chef. 

Der kleine Auftritt, der zum höheren Ruhm des Gottesvater Eje verfasst wurde, ist wie eine Bühnenszene geschrieben: Er endet in einer komischen Pointe, deren Gestaltung ganz an Texte eines Volkstheaters erinnert.
(aus Buch „ Das Alte Ägypten “ von H. A. Schlögel / 2006)  

Titel des Eje und der Tjj:
Gelobter des guten Gottes, Wedelträger zur Rechten des Königs, Vorsteher aller Pferde Seiner Majestät, sein wahrhafter geliebter königlicher Schreiber Gottesvater Eje, der Gerechtfertigte.

Gelobte (!) des guten Gottes, Amme der großen königlichen Gemahlin (Nfr nfrw Itn Nfr.t ij.tj)|, die in alle Ewigkeit lebe, Tjj, die Gerechtfertigte. “

 

Eje und seine Gemahlin Tij in ihrem gemeinsamen Grab (Nr. 25) in Achet-Aton

Diese Darstellung von Eje und Tij in Anbetungshaltung vor dem großen Sonnenhynmus befindet sich in ihrem Grab auf der linken Wandseite vor dem Gang vor der Tür aus gesehen. 

Die Zeichnung ist gemeinfrei
- Urbain Bouriant 1849-1903 (in Georges Legrain; Gustave Jéquier "Monuments pour servir á l'étude du culte d'Atonou)

Eje dürfte nach dem Tode Echnatons eine führende Rolle bei der Restauration der alten Religion unter Tutanchamun gespielt haben. Als ältester Vertrauter (und Verwandter ?) und Wesir leitete er die Staatsgeschäfte in der Regierungszeit des minderjährigen Königs. Er behielt den Titel eines "Gottesvaters" bei und benutzte ihn nun um sein Verhältnis zu König Tutanchamun zu definieren. Seine Stellung bei Hof und der dann darauf basierende Anspruch auf die Thronfolge ist auch ikonegraphisch veranschaulicht.

Eje ist zusammen mit dem König nicht nur auf einem Blattgoldfragment aus Theben-West überliefert (das Fragment zeigt Tutanchamun, begleitete von Anchesenamun, beim Erschlagen der Feinde; im Bildfeld links ist der Gottesvater Eje in Anbetungsgestik abgebildet) sondern auch auf drei Reliefblöcke eines Gebäudes Tutanchamuns in Karnak, die im Westturm des 9. Pylons verbaut waren. Er war dort jeweils hinter dem König als Assistent im Kultvollzug zu sehen. Die Figur und der Name des Staatsbeamten wurden jedoch antik ausgehakt.

Gabolde konnte weiter überzeugend darlegen, dass ein weiteres Monument Tutanchamuns den König ursprünglich in Begleitung des Gottesvaters zeigte:  die sog. Restaurationsstele (Kairo CG 34183), in deren Bildfeld ebenfalls eine Figur getilgt wurde, die man bislang mit einer Königin gleichgesetzt hatte.

Andere Ägyptologen sehen in der getilgten Figur links und rechts vom König seine Gattin Anchesenamun, die aber nach deren Meinung erst später hinzugefügt wurde, da der Raum für sie sehr schmal ist. Die Figur der Königin wurde wohl bei der Übernahme der Stele durch Haremhab getilgt.

Bildteil der Restaurationsstele (Kairo CG 34183)

Eje nahm also in der Königsgraphie eine Position ein, die in der Ramessidenzeit zu einem gängigen Darstellungsmotiv der Prinzen wurde. Die Aushackung der Darstellungen Ejes, die allesamt Haremhab zugeschrieben werden, implizieren, dass Eje und Haremhab in ihrer Beamtenzeit Antagonisten waren oder zu solchen wurden. Vergleichbare Darstellungen sind von Haremhab, der seinen Inschriften nach unter Tutanchamun offiziell die Rolle des Regenten "Jtj - pA.t." einnahm, hingegen nicht überliefert. Das mag jedoch darauf zurückzuführen sein, dass Haremhab und Eje unterschiedliche Gesellschaftsgruppen angehörten. Der Titel "Jtj - nTr" bei Eje ist dann wohl wie der Titel eines "Königssohnes "SA-nsw" aufzufassen, der ihn zu Übernahme der Regierung qualifizierte, nachdem kein regulärer Thronfolger mehr vorhanden war.

Als Tutanchamun im Sterben lag, was sich eventuell über einen längeren Zeitraum erstreckte, dürfte Eje rasch in aller Form in die Position des Mitregenten aufgestiegen sein, was die Annahme des neuen Titels "ältester Königssohn" - d. h. rechtmäßiger Erbe (?) - und die Inschriften mehrerer in Karnak ans Tageslicht geförderter Architrave bezeugen, auf welchen seine Titel und die seines sterbenden Mündels nebeneinander stehen. Bevor Tutanchamun starb, hatte Eje wahrscheinlich bereits die Kontrolle übernommen.

Es fand sich ein Skarabäus auf dem Eje den Titel eines „ältester Königssohn“ trägt, (siehe Hornung „Untersuchung zur Chronologie und Geschichte des Neuen Reiches“ – 1964 / Seite 93.) Dieser Skarabäus befindet sich heute in einer Privatsammlung in der Schweiz

Ejes eigene, durch sein fortgeschrittenes Alter (bei der Thronbesteigung wird er ca. 59 Jahre alt gewesen sein) bedingte kurze Regierungszeit, gilt wegen seiner engen Beziehung zu seinem Vorgänger meist als Fortsetzung der früheren Dynastie. 

Auch als König bezeichnete Eje sich weiterhin als "Gottesvater", womit er seine verwandtschaftliche (?) Beziehung zum Herrscherhaus ausdrücken wollte. Im Grab seines Vorgängers Tutanchamun ist Eje (schon als König) als loyaler Erbe dargestellt, der die letzten Rituale an der Königsmumie vollzieht.

Eje  (links) als Nachfolger von Tutanchamun
- er vollzieht das Ritual der Mundöffnung -
Bild Wikipedia

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Von Anchesenamun, der königlichen Gemahlin Tutenchamuns, finden sich unter der Herrschaft Ejes keine Hinweise mehr. Es existieren aber zwei Fingerringe, die die Kartuschen von Anchesenamun und Eje zusammen zeigen. 

Den einen aus blauer Fayence sah P. Newbrery 1931 in einem Geschäft eines gewissen Robert Blanchard in Kairo. Seiner Angabe nach soll dieser angeblich aus dem Delta stammen – heute ist er nicht mehr auffindbar. 

Percy Newberry schrieb einen Brief über den von ihm gesehenen Ring an H. Carter.

Brief Percy Newberry an Howard Carter

„ Mein lieber Carter, es wird Sie interessieren, dass ich gerade einen Finger–Ring bei 
Blancharts entdeckt habe, auf dem die Kartusche von Anchesenamun neben dem Namen von König Ay abgebildet ist.
Das kann nur bedeuten, dass König Ay  Anchesenamun, die Witwe Tutanchamuns, geheiratet hat. Der Ring besteht aus blauer Fayence und wurde irgendwo im Ostdelta gefunden.

Gibt es irgendeine Möglichkeit für Sie in das schimmernde Tal zu gehen und sich das Grab von König Ay anzusehen? Wenn Sie wirklich dorthin gehen, gäbe es da einen sehr interessanten Punkt, der abgeklärt werden müsste: An einer Wand der Sargkammer waren Figuren von König Ay und Königin Tij abgebildet. Mit der folgenden Inschrift:
Das kann nur bedeuten, dass König Ay  Anchesenamun, die Witwe Tutanchamuns, geheiratet hat. Der Ring besteht aus blauer Fayence und wurde irgendwo im Ostdelta gefunden.

Gibt es irgendeine Möglichkeit für Sie in das schimmernde Tal zu gehen und sich das Grab von König Ay anzusehen? Wenn Sie wirklich dorthin gehen, gäbe es da einen sehr interessanten Punkt, der abgeklärt werden müsste:

An einer Wand der Sargkammer waren Figuren von König Ay und Königin Tij abgebildet. Mit der folgenden Inschrift: (Hier eine grobe Zeichnung des betreffenden Wanddarstellung )
Gibt es irgendeinen Hinweis darauf, ob es eine Figur hinter Tij gibt? Und ist die Kartusche groß genug für den Namen Anchesenamun?    (Es folgt wieder eine Zeichnung des Namens von Anchesenamun) Meine Aufzeichnungen zu diesem Grab vor einigen Jahren helfen mir hier nicht weiter und es wäre sehr interessant, wenn das geklärt werden könnte. Wenn Sie Zeit haben, gehen sie doch hin, es würde nicht lange dauern. Hätte ich selbst die Zeit nach Luxor zu gehen, würde ich es selbst tun, aber ich werde hier vor Ende Mai nicht fertig. Wann werden Sie nach Kairo kommen?
Mit all unserer Liebe und den besten Wünschen für Sie

Stets der Ihre
Percy E. Newbeery

 

Einen weitern Ring der gleichen Aussehens erwarb Anfang der 70er Jahre das Ägyptische Museum in Berlin. Auch sein Fundort ist unbekannt.

Material:        Fayence (oder Fritte)

Fundort:          unbekannt

Maße:                        -

Aufbewahrungsort:  Museum Berlin (Inv. Nr. 34316)

(Bildautor: unbekannt ?

 

Wie diese Ringe zu deuten sind, ist unsicher - gemeinsame Regentschaft? Unserer Meinung nach dürften sie wohl kaum auf eine Heirat des doch schon betagten Ejes mit der noch relativ jungen Anchesenamun hindeuten, wie dies oft angedeutet wird. Eher dürfte es sich um den Versuch Ejes handeln seine Nähe zur alten Königsfamilie nach Außen hin zu demonstrieren.

Ejes Regierungsübernahme kann bedingt durch sein Alter von vornherein nur als Übergangslösung geplant gewesen sein. Damit ergibt sich ein Problem, das von den Gelehrten heftig und sehr kontrovers diskutiert wird.

Zur Position des  Nachtmin (B/II.):

Zu "Erbprinzen" ( Jtj-pA.t) werden unter der Herrschaft Ejes ein gewisser Naj und Nachtmin (II.) ernannt. Letzterer bekleidete unter Tutanchamun und unter König Eje das Amt eines  (jmj-rA  msa) Heerführer des Herrn der beiden Länder bzw. Generals .(siehe Uschebtifiguren Kairo JdE 60828 und 60830 aus dem Grab Tutanchamuns; Inschriften 140 Nr. 318a u. 165 Nr. 330j; Statue Kaireo JdE 36526 aus Giza/Urk. IV, 1908: 17-1910:9) Nur wenig mehr lässt sich über die militärische Stellung des Nachtmin sagen, so dass er wohl zu bürokratischen Elite der Regierungen von Tutanchamun und Eje gehörte. Dieses geht nicht nur aus der Nennung des Rangtitels des Wedelträgers zur Rechten des Königs, (TAj-xw Hr wnmj nsw) hervor, sondern findet auch Bestätigung in einer Reihe qualifizierender Epitheta, die ihn eindeutig als hohen Hofbeamten auszeichnen. Während Beinamen wie  (jmj-jb Hr(?) nb aH, "[Vertrauter des Horus(?), des Herrn des Palastes", jr.tj-nsw n Hr=f, "Augen des Königs für seinen Horus", aq r aH [...], "der den Palast [...] betrat", und wr Hs.wt m aH nj, "Begünstigter im Königspalast", auf ein persönliches Verhältnis zum König bezug nehmen, charakterisieren Ephiteta wie xrp sr.w/wr.w, "Leiter der Beamten/der Großen", mdw=f mn [Hr]-tp nb, "dessen Stab dauerte [üb]er jedermann", und HA.wtj nj wr.w, "generell Nachtmins berufliche Führungsrolle als Verwaltungsbeamter, allerdings ohne einen konkreten Einsatzbereich zu nennen.

Sieht man also einmal von seinem militärischen Führungstitel ab, ist die Titulatur des Generals eindeutig als die eines Palastbeamten gekennzeichnet (Vergl. auch die Titulatur Haremhabs). Es liegt somit die Vermutung nahe, in Nachtmin einen hohen Vertreter der Militärorganisation zu sehen, dessen Tätigkeitsbereich die königliche Residenz darstellt. Es ist dabei nicht ausgeschlossen, dass er den ehemals am Hofe Echnatons versammelten militärischen Kreisen angehörte, mit denen sich der König in Amarna umgab. (zum Militär der Amarnazeit Schulmann, in: JARCE 3, 1964, 51-69)

Seinen Berufstiteln, Rangbezeichnungen und Epitheta zufolge entsprach die sozipolitische Position Nachtmins am Ende seiner Karriere der von Haremhab. Hierin liegt vielleicht der Schlüssel zur Zerstörung seiner Monumente und Textzeugnisse, die evtl. gleichzeitig mit der Ächtung Ejes nach Regierungsantritt Haremhabs anzusetzen sind. Da nur wenige Monumente Nachtmins überliefert und z. T. auch seine Titelreihen nur fragmentarisch erhalten sind, 

  1. die fünf gestifteten Uschebtis aus dem Grab Tutanchamuns:
    Kairo JdE 60827 - Kairo JdE 60828 - Kairo JdE 60830 - Kairo JdE 60836 und Kairo JdE 60837,

  2. die Fragmente einer (Grab?)-Doppelstatue Kairo CG 779 A+B (Urk. IV, 1908:5-13) - evtl. aus Qurna (?),
    - JE 31630 und JE 31629 - beide Statuenfunde wurden 1897 auf dem Antikenmarkt in Giseh gekauft.

  3. und die Statue Kairo JdE 36526 aus Giza (?) - (Helck Urk. IV, 1908:17-1910:9)

außerdem besteht die Möglichkeit, dass Nachtmin mit dem zweitgenannten Heerführer des Trauerzuges auf dem "Berliner Trauerrelief" gleichzusetzen ist (siehe Spiegelberg in: ZÄS 60, 1925, 57-58)
  (siehe Berliner Trauerrelief)

Auf dem Rückenpfeiler des Statuenfragments Kairo CG 779 A (Urk. IV, 1908:5) ist für Nachtmin der Titel jrj-pa.t (Iripat)  in der Sequenz jrj-pa.t sS-nsw jmj-rA mSa wr (der militärische Titel wurde gelöscht), eine Titelfolge (Iripat-Rangtitel-Amtstitel),  genannt, die auch mehrfach für Haremhab bezeugt ist. Da weder Tutanchamun noch Eje das Sedfest begingen, kann der Titel, der außerhalb der bürokratischen Rangtitelfolge erscheint, hier auch nicht als Ritualtitel im Kontext des königlichen Jubiläumsfestes verstanden werden, wie ihn z. B. Amenophis Sohn des Hapu bezeugt (siehe z. B. Stele BM 138, ZI. 2 oder Sargfragment Grenoble Inv.-Nr. 1947) bezeugt. Der Titel Iripat muss hier also wiederum als Ausdruck einer (evtl. auch nur temporären) Funktion innerhalb bestimmter Regierungsressorts gewertet werden, die von König an Nachtmin delegiert wurde. Zwar ist Nachtmin nur auf einem Statuenfragment mit diesem Titel versehen (Kairo CG 779A), so dass sich dessen poltisch-funktionale Bedeutung anzweifeln ließe, doch ist auf demselben Monument ein weiterer Titel belegt, der seine exklusive Stellung hervorhebt: "sA-nsw" (Königssohn). Da der Titel des Königssohnes sonst nicht mehr in der Titulatur Nachtmins auftritt, ist er vermutlich nicht als Ausdruck einer Blutsverwandtschaft mit dem König aufzufassen (dagegen Yoyotte in BiOr 26, 1969,14 und Gabolde in: BSEG 121, 1987,60, die die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Nachtmin in einer verwandtschaftlichen Beziehung zur königlichen Familie Ejes stand. Helck in MDAIK 37, 214-15 sieh darin ein weiteres Indiz für dessen Designierung zum Thronfolger), sondern markiert - zusammen mit der Bezeichnung Iripat - eine rangliche und politische Stellung, die Nachtmin in ein enges Verhältnis zum Herrscher setzt. 

Statuen des Nachtmin und seiner Gemahlin

Von Nachtmin und seiner Frau (Name unbekannt) existieren zwei Statuen aus hartem Kalkstein. (heute im Museum Kairo CG 779b = JE 31630 und JE 31629 = CG 779B). Beide Statuen wurden 1897 auf dem Antikenmarkt in Gisa gekauft und stammen evtl. aus ihrem Grab. 

Bild: mit freundl. Dank Heidi Kontkanen
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Bild: Jürgen Liepe, Berlin
- alle Rechte vorbehalten - 
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Wie die antike Zerstörung seiner Grabplastik (Kairo CG 779A + B) und die Tilgung bestimmter Titulaturelemente vermuten lässt, fiel Nachtmin einer damnatio memoriar anheim. Helck (in MDAIK 37) sieht in ihm den von Eje designierten Thronfolger und den möglichen Sohn des Eje, der eventuell wie dieser aus Achmin stammte - seine Mutter Iui trägt auf einer seiner Statuen die Titel dwA.t Mnw, "Anbeterin des Min" und Smaj.t n(.t) Js.t, "Sängerin der Isis" - und über diese lokalen Bande ein besonderes Verhältnis zu Eje gehabt haben könnte (vergl. dazu Yoyotte in: BiOr 26, 1969, 14 und Gabolde in: BSEG 11, 1987, 60).Somit sei Nachtmin unter Eje ein potentieller Konkurrent Haremhabs in der Thronfolge gewesen. Das plötzlich Verschwinden von der historischen Bildfläche würde sich dann mit einer gegen ihn gerichteten und von Haremhab lancierten Politik erklären lassen. Gabolde nimmt zusätzlich an, dass Nachtmins Hinterlassenschaften zu dem Zeitpunkt zerstört wurden, als auch Ejes Namen und Monumente einer Ächtung zum Opfer fielen, nämlich in der Regierungszeit König Haremhabs. 

Nachtmin hatte anscheinend eine außergewöhnliche Beziehung zu König Tutanchamun, da er neben dem Schatzmeister Maja  und dem Vizekönig von Kusch, Thutmosis einer der Privilegierten war, die für die Bestattung Tutanchamuns Beigaben mit persönlicher Widmung hatten stiften dürfen. Unter den drei Würdenträgern sticht Nachtmin noch mal heraus, da er im Grab des Tutanchamun nachweislich 5 Objekte hinterlassen konnte. Die von Nachtmin gestifteten Uschebtis bestätigen somit nicht nur eine Amtszeit unter Tutanchamun, sondern auch unter Eje, der für die Bestattung des Königs verantwortlich war.

Uschebtis im Grab des Tutanchamuns
Gabe des Nachtmins

kein Bild kein Bild

Kairo: JE 60837
(Carter: 318c)

Kairo: JE 60827
(Carter 330i)

Kairo 60836
(Carter 330k)

Kairo JE 60830
Zedernholz mit
Vergoldung
(Carter 318a)

JE 60828, 
(Farbe nicht identisch)
Material Holz
Carter 330j
Uschebti Kairo JE 60830: - Carter 318a -
Bemerkenswert ist eine unter der Fußplatte "versteckte" Inschrift, welche die Figur als Geschenk ausweist:
"Gemacht von dem Diener, den sein Herr liebt, dem Armeegeneral Min-Nacht für seinen Herrn, den [zu] Osiris [gewordenen] König Neb-cheperu-Re. " (Thronname Tutanchamuns)
Uschebti Kairo JE 60828: - Carter 330j -
Einer der 5 großen hölzernen Uschebtis, die als Gabe des General Nachtmins im Grab des Tutanchamuns gefunden wurden. Dieser enthielt ebenfalls eine "versteckte" Namensinschrift des Spenders auf der Fußseite der Figur.

 

Eine Thronbesteigung Ejes muss nach Jürgen von Beckerath zwischen 1323 /1316, genauer zwischen 1327 und Januar 1322 gelegen haben. Der äußerste Grenzwert der Thronbesteigung ist 1327 / 1322 - wahrscheinlich Januar 1325 in der III. peret.

Das höchste uns bekannte Datum aus Ejes Regierungszeit ist:

" IV. 3ht 1., Jahr 4" = 18.10.1324 bis 17.10.1317 (Stele des Nachtmin in Berlin Nr. 2074 und Stele Louvre C 55 = Urkunde IV. 2110.

Es besteht aber auch die Möglichkeit (siehe Manetho), dass er bis in die Anfänge seines 5. Jahres lebte.

Josephus:    4 Jahre, 1 Monat
Africanus:    5 Jahre
Eusebius:     5 Jahre
Sotisbuch:    4 Jahre

Sonstige Belege:

  1. Gefäßaufschrift aus Deir el-Medineh = Weinkrugaufschrift: " Jahr 1."

  2. Weinkrugaufschrift "Jahr 3. III. smw, 1 Tag " - Urk. IV. 2110: 1-4

  3. Landschenkungsstele des Eje an einen Harem (?) Vorsteher. Urk. IV, 2110: 1-4


Beamte unter König Eje

Name

Name des Amtes

Ranesu           (Ra-nsw) Scheunenvorsteher von Ober- u. Unterägypten
Paser              (PA cr.) Vizekönig von Nubien
Nachtmin Architekt und Baumeister
Tutu               (*wTw) Kgl. Schreiber und Domänenvorsteher
Amunemipet (Imnmip.t ) Oberster der Graveure im Totentempel König Ejes
Ay  B   (Eje) 1. Zweiter Prophet des Amun
2. Erster Prophet der Mut
Vorsteher des Hauses - im Haus der (Tij)| - im Haus des Amun
Neferhotep Oberster Schreiber des Amun, Aufseher der Kühe d. Amun
Isut  (Iswt) Harimsvorsteher (?) 
Maja Schatzhausvorsteher

Aus der Zeit König Ejes ist ein Scheunenvorsteher von Ober– und Unterägypten namens Ra-nsw  bekannt.

Vizekönig von Nubien war zu der Zeit ein Mann namens Paser/PA cr., der seinem Vater Amenhotep, genannt Huy direkt in dieses Amt  nachfolgte.

Graffito des Paser (Urk. IV. 2112)

Vor „Anukis, Herrin von Sehel, Herrin des Himmels, Herrscherin der Götter “ stehtrpa.t HAt j-a, Beamter an der Spitze der Untertanen, Gelobter seines Herrn, Vizekönig von Kusch PA sr

Stele der Paser aus Aniba:
„ Den Herrn der beiden Länder verehren, Erde küssen vor dem guten Gott durch den Königssohn von Kusch PAcr. [Er] sagt:  Es schütze dich dein V[ater] Amun in Leben, Dauer und Heil! Er gebe dir alle Tapferkeit, alle Stärke, alle Gesundheit, alle Freude wie Re täglich. Er machte [ ………… ]. “  

Schatzhausvorsteher war der schon unter Tutanchamun amtierende Maja.  

Ein Nachtmin war Architekt und Baumeister König Ejes. Er leitete den Bau des königlichen Totentempels in Theben–West und des Felstempels (Speos) bei Salamuni (Achmim). Er war auch für die im Namen des Königs durchgeführten  Restaurierungsarbeiten in den Tempeln des ganzen Landes zuständig. Nachtmin stammte aus Achmin, wo Überreste seines Grabes in der immensen Nekropole am östlichen Wüstensaum entdeckt wurden, jedoch wieder verloren ging. 

Er trug außerdem die Titel eines 

  1. „Vorsteher der Scheunen aller Götter des Landkreises von Achmim “,

  2. "Hoherpriester des Min und der Isis in Jpw “ 

  3.  sowie „Vorsteher der Priester des Herrn von Jpw“,

  4.  und „Vorsteher der Bauarbeiten“ am königlichen Totentempel.

Dieses ist uns von den Stelen Berlin 2074 und Louvre C 55 (aus Achmim) bekannt.  

          Stele von Nachtmin - Louvre C 55 
               - Chef der Priester von Achmim -

Material:                 Kalkstein
Maße:                      Höhe 1,48m; Breite 0,89m
Fundort:                   Achmin       

Beschreibung:
Im oberen gerundeten Bildteil des Stele ist spiegelbildlich Upuaut auf einem Schrein liegend dargestellt. Die Datumsangabe ist leider auf der Stele im Louvre C 55 verloren - auf der Stele in Berlin, Nr. 2074 erhalten. Zu Beginn des aus 19 waagerechten Zeilen bestehenden Textes wird die komplette fünfteilige Königstitulatur Ejes genannt.
(Foto mit frdl. Genehmigung: saamunra)

 

Stele Berlin Nr. 2074
- Lepsius Denkmäler 114 i -

Stele Louvre C 55    

Zur Stele des Nachtmin im Museum Berlin, Nr. 2074
Material:        Kalkstein
Maße:             ?
Fundort:        
Achmin

Besitzer der Stele ist der Bauleiter im Tempel des Min, des Herrn von Achmin, Nxt Min.

Beschreibung:
Identische Darstellung im oberen Stelenhalbrund. Diese Stele weist gegenüber der im Louvre 20 waagerechte Textzeilen auf. Der Text ist in Urk. IV, 1515–1539 ohne Datum und Königstitulatur wiedergegeben.

Urk. IV, 1515 – 1524 / Stele Berlin
Urk. IV, 1525 – 1538 / Stele Louvre

Datierung:  Urk. IV, 2110 – 2111

Stele Berlin Nr. 2074
Datierung: Urk. IV. 2110 - 2111

„Jahr 4, 4
Ax.t, Tag 1 unter der Majestät des Horus, Starker Stier, mit glänzenden Kronen, die Herrinnen, Mächtig an Kraft, der die Asiaten schlägt, Goldhorus, Herrscher der Wahrheit, der die beiden Länder entstehen lässt, König von Ober– und Unterägypten, Herr der beiden Länder (///////////////////)|, der leibliche Sohn Re, Herr der Kronen (////////////////////)|, geliebt von Osiris, Herrn von Abydos, dem Leben gegeben werde."

Stele Berlin:    Urk. IV, 1515 - 1524
"Ein Opfer das der König gibt für Amunre, Herr der Throne der beiden Länder, Ptah–Sokar, Osiris–Wnn–nfr, Herr des verbotenen Landes (Var.: Herrn von Busiris, des großen Gottes, des Herrschers der Unendlichkeit; 2. Var.: Herr des Friedhofs), WpwAw.t von Ober– und Unterägypten. 1516 Anubis auf seinem Berg, dass sie geben ein Totenopfer von Brot, Bier, Rind, Vogel, Kuchen, Kleidern, Weihrauch, Salben, Tausend an allen guten und reinen Dinge, Tausend an allen guten und süßen Dingen, was der Himmel gibt, die Erde schafft, der Nil aus seiner Höhle hervorbringt; Atem des süßen Hauches des Nordwindes, Brotessen, (Var.: Wassertrinken), sich Vereinigen mit den Pflanzen, Erhalten von Opfern von Guten aus den Opfergaben des Binsengefildes; 1517 weiteren Schrittes zu sein auf dem Weg der Ewigkeit unter den Kas der heiligen Verklärten; Gestalt annehmen zu können nach seinem Wunsche in der Begleitung des Wnnnfr; Herein– und Herausgehen in der Nekropole, ohne dass die Seele bei ihrem Wunsch gehindert werde; Hervorkommen als lebende Seele und Wasser Trinken an der Wasserstelle des Flusses; 1518 Opferbrote Erhalten des Herrn der Ewigkeit von denn, was täglich von ihm herauskommt, am pcDtjw–Fest, am Monatsfest, am 
6 Tage-Fest, am Fest des 15. Tages, am Wag– est, am Thot–Fest, beim großen Auszug, beim Auszug der Sothis, bei der großen Hitze, bei der kleinen Hitze, am Abendopfer, beim Empfangen des Flusses, an allen Festen des Amun (Var.: Osiris), an den Kalenderfesten des Herrn der Götter;
1519 Verehrung des Re, wenn er aufgeht, ihn Anbeten, wenn er aus dem Leben zur Ruhe geht; die Luft einatmen, die aus dem Horizont kommt; den Hauch des süßen Nordwindes Riechen; sogleich Kommen, wenn man seinen Namen nennt und der Arm ausgestreckt wird mit den Opfern und Speisen; ein Totenopfer, sobald er gerufen wird; 1520
Wasser erhalten von den Händen des Totenpriester; dass er machtvoll ist an Brot; dass er machtvoll ist an Bier auf dem Opferstein, den sein Ka wünscht; dass er Brot isst vom Altar des Allhern und vom Altar der Herrn der Ewigkeit; dass er seine Hand ausstreckt zu der reinen Nahrung vom Opfer des Wnnnfr; 1521 dass er fahre die Barke der Nekropole zur Insel des Binsengefildes; dass er den Weg öffne und die Straße passiere und Sokar im Friedhof begleite, dass er nicht ferngehalten werde vom Tor der Unterwelt, dort überschwemmt mit Wein und Milch; Erhalten von salbe, Öl, Augenschminke, Johannisbrot, Kleidern, für den Ka des Wedelträgers des Herrn der beiden Länder, Stellvertreters 1522 Seiner Majestät Px cw xr, genannt *nwnw, des Gerechtfertigten (Var.: für den Ka des Scheunenvoetsehers aller Götter im Bezirk von Achmin, des Hohenpriester des Min und der Isis in
 Ipw  NxtMin, des Gerechtfertigten), groß in seinem Amt, [ein Beamter] an der Spitze des Volkes, Vertrauter des guten Gottes; ein cmr, groß [an Beliebtheit], Freund des Horus in seinem Haus; den der König wegen seiner Tüchtigkeit befördert hat, dessen Trefflichkeit seine Stellung gemacht hat; der die Wahrheit ihrem Herrn täglich aufsteigen lässt, der Gegenwärter des Herrn der beiden Länder PHcwxr, genannt *nwnw, der
Gerechtfertigte; groß an Gunst, groß an Liebe, mit dessen Charakter der Herr der beiden Länder zufrieden ist, wahrhaft Aufrichtiger vor seinem Herrn; der zu keiner Jahreszeit zögert (?), wenn (ihn) der Horus in seinem Haus ausschickt; Verschwiegen über das, was seine beiden Augen sehen; der Nützliches 1523 tut für den Herrn des Palastes bei der richtigen Ausführung aller seiner Aufträge, der Wedelträger Pxcwxr; (Var.: der den Götter Opfer gibt, Totenopfer den Verklärten, für Leben, Heil, Gesundheit des Königs von Ober – und Unterägypten.[ ………………. ] (Leben, Heil, Gesundheit), der fest und dauernd sein lässt wie der Himmel, der blickt wie der, der im ihm (: Himmel) ist; der bittet, dass er (: der König) gesund sei in Millionen von Jahren aller Götter, der wahre Bekannte des Königs NxtMin).

Er sagt:  Ihr Götter im Himmel, ihr Götter auf der Erde, ihr Götter in der Unterwelt, Mannschaft, die den Re rudert, die ihr den großen Gott zum 1524 westlichen Horizont des Himmels zieht, die ihr aufsteigen lasst meine Worte dem Herrn der Ewigkeit auf die Bitten des Dieners seines Herrn, der mich lobt! Ich bin ein Gelobter des Herrschers auf Erden, der mich ruhen lässt am Ort der Ewigkeit und sich mich vereinigen lässt mit der Höhle der Unendlichkeit. " 


Stele Louvre C 55
Datierung und Titulatur:
„ //////////// Ax.t, Tag 1 unter der Majestät des Horus, Starker Stier, mit glänzenden Kronen, die Herrinnen, Mächtig an Kraft, der die Asiaten schlägt, Goldhorus, Herrscher der Wahrheit, der die beiden Länder entstehen läßt, ///////////////////////////////////////////////////, Herr der beiden Länder (///////////////////)|, der leibliche Sohn Re, Herr der Kronen (////////////////////)|, geliebt von Osiris, Herrn von Abydos, dem Leben gegeben werde.
Stele Louvre C 55:    Urk. IV, 1525 – 1538:
„ Ein königliches Opfer für Osiris–Chontamenti, den o. u. u. ä. WpwAw.t  und Anubis 
1525 auf seinem Berge, dass er (Var.: sie) mir gebe(n) Verklärung im Himmel, Stärke auf Erden, Rechtfertigung in der Nekropole; Herein– und Herausgehen aus meinem Grab, indem ich kühl werde in seinem Schatten; Wasser trinken am meinem Teich täglich, indem alle meine Glieder fest (Var.: frisch) sind; dass mir der Nil Nahrung, Opfer, Gemüse zu ihren Jahreszeiten gebe; dass 15226 ich spazieren gehe auf dem Ufer meines Sees täglich ohne Aufhören; dass sich meine Seele niederlässt auf den Spitzen der Denkmäler, die ich gebaut habe (Var.: der Bäume, die ich gepflanzt habe); dass ich mich erfrische unter meinen Bäumen; dass ich das Brot esse, 1527 das sie geben, indem ich meinen Mund habe, damit ich mit ihm spreche wie die Begleiter des Horus; 1528 Herausgehen zum Himmel, Herabsteigen zur Erde, nicht Anhalten werde auf dem Weg; dass nicht eine Sperre meines Kas gemacht wird und meine Seele nicht festgesetzt wird; dass ich in der Umgebung der Gelobten sei und unter den Ehrwürdigen; dass ich mein Feld im Binsengefilde beackere und mich mit dem Opfergefilde vereinigt; 1529 dass man zu mir herauskommt mit Bierkrügen, pcn–Broten von den Opferbroten der Herren der Ewigkeit; dass ich meine Mahlzeit erhalte mit vielem Fleisch vom Altar des Gottes. Ich habe das gesagt, wie ich es wünsche und wie man es für mich 
sofort erhören soll. Ich bin ein Edler, auf den man hört, dessen Trefflichkeit der König kennt, der zu seinem Herrn in seiner Klugheit eintreten darf; 1530 wirklich Wahrhaftiger des Königs von Unterägypten. Ich bin heil bei Re und gerechtfertigt bei Osiris (Var.: für die letzten Sätze bei D: für den Ka des Hohenpriesters des Min Nxt Min, er sagt:) Ich tat, was die Menschen loben und womit die Götter zufrieden sind. Ich gab Brot den Hungernden, sättigte die, die nichts hatte. Ich begleitete den Horus in seinem Haus der Gunst und Beliebtheit.  Nicht war mein 1531 Mund groß unter den Höflingen, nicht stritt ich mit einem, der größer ich; nicht spreizte ich meine Schritte, bis (Var.: wenn) ich hinter dem heiligen Thronsitz ging. Ich tat die Wahrheit, die der König liebt, denn ich weiß, dass er sie hat. (Var.: dass er von ihr liebt).  1532 Ich war wachsam in meiner Stellung, um seine Macht zu erhöhen; ich war früh auf, um ihn jeden Tag zu verehren. Ich gab mein Herz vor das, was er sagte, und ich vergaß nicht, was er mir aufgetragen hatte. Ich verbrachte (mein Leben) mit Ehrfurcht und Wahrhaftigkeit und erreichte dieses mit Schweigen und Kühle.
1533 Er lobte mich mein Herr wegen meiner Tüchtigkeit, nachdem er die Festigkeit meiner Arme gesehen hatte. Mein Herz hat meine Stellung nach vorn gebracht und meine Trefflichkeit gab mich in die Amtshalle. Nicht ging ich heraus mit einem Geheimnis des Königshauses (Leben, Heil, Gesundheit), nicht plauderte ich das, was im Palast (geschah), aus. Ich verleumdete nicht, selbst nicht bei einer Missetat, und ließ nicht das Böse zum Palast aufsteigen. Mein Herz war ruhig, und es war gut für mich selbst. Ich war nützlich für das herz des Horus in seinem Haus auf Erden dort. (Var.: Ihr auf Erden,) 1534 Gebt mir Verehrung, zufrieden mit dem, was auf Munde war. (Zusatz F: Ich geleitete ihn). Was ich gesagt habe, habe ich in Wahrheit gesagt, ohne dass eine Lüge dabei war. Beugt mir den arm mit den opfern, sagt mir ein königliches Opfer für den bei Osiris Geehrten und bei [ ……………….. ] Gerechtfertigten! 1535 Für den Ka des [ …………….. ] *nwnw, des Gerechtfertigten. (Var.: B:  für den Ka des [Wüstenvorstehers im Westen] der Stadt ­_dj, des Gerechtfertigten;  
C.:  [für den Ka Web – Priester des Amun] in !nk.tanx, Scheunenvorsteher des Herrn der beiden Länder, Gelobten des guten Gottes  Mnxpr, des Gerechtfertigten;
D:  für den Ka des Prophetenvorstehers des Herr von IpwMin, des Gerechtfertigten;
F:  Hoherpriester des Amun, Wesir PtHmcw, der Mund, der im ganzen Land zufrieden stellt, Vorsteher aller Arbeiten des Königs, Prophetenvorsteher aller Götter).

Ein Hauch des Mundes, der aber nützlich war für den Edlen, nicht ist er etwas, worunter man ermüdet. Für den Ka des Scheunenvorstehers des Herrn der beiden Länder 
Mn
xprRasnb, des Gerechtfertigten, den der König in Rechtfertigung begraben und die Götter in Frieden gebracht haben zu seinem Grab des Friedhofs, zu seiner Grabanlage in der Stadt der
1536 Ewigkeit, in der er nun sein wird (Var.: am Ort, an dem er sein wird). Der Bogenwächter des Herrn beiden Länder *nwnw, der Gerechtfertigt (Var.: Der Web– Priester des Amun in !nk.t anx   Mnxpr, der Gerechtfertigte), er sagt: Ihr Lebenden auf der Erde, die ihr in Ewigkeit leben wollt und bis an die Grenzen der Unendlichkeit, ihr Web – Priester und Vorlesepriester des Osiris, alle, die ihr der Gottesworte kundig seid, wenn sie eintreten in mein Grab, wenn sie bei ihm vorbeigehen und wenn sie auf meiner Stele lesen, erinnert euch meines Namens, ohne aufzuhören, 1537  vor den Herren der Wahrheit. Euch soll euer Gott loben, und ihr sollt euer Amt euren Kindern vererben nach einem beständigen Alter, indem der Sohn auf dem Platz seines bleibt in der Gunst des Stadtgottes, indem ihnen Re im Himmel lebe und Osiris,
der Herr des Friedhofs, wenn ihr sagt:  Ein königliches Opfer für Osiris (Var.: Amun vor !nk.t anx  und die Götter, die Herrn des verbotenen Landes des Westens) dass sie geben ein Totenopfer an Speisen und Nahrung, Tausend an allen guten und Dingen, Spenden und allerlei Pflanzen, was herauskommt aus der Erde bei geb zu allen Jahreszeiten 1538 zu seiner Zeit, Brot, Bier, Wein, Milch, Wasser zur Zeit und zu seiner Jahreszeit, den Geruch des Weihrauchs, der herauskommt vor dem Herrn der Götter, [wenn er ruht im] Inneren von !nk.tanx, seinem Tempel, den er liebt, im westlichen Horizont des Himmels, für den Ka des Wep–Priesters des [Amun] in !nk.tanx   Mnxpr (Var.: Der Vorsteher der Bauleiter im Totentempel des !nk.thprwRairmAa.tmnmnw am Platz der Ewigkeit, des Graf–Hohenpriesters des Min und der Isis NxtMin, des Herrn der Ehrwürdigkeit).
Er hat das Alter erreicht, ohne dass sein Fehl gefunden wurde, [ …………………………… ]
trefflich zum Westen, zu seiner Stadt der Ewigkeit, [ ……………………… Bogenwächters] des Herrn der beiden Länder, Wedelträgers Pxcwxr, des Gerechtfertigten.

Beendet: Man kann mir heraus mit [dem Strauß] dieses [Gottes], indem ich erhielt die Opfergaben des Herrn der Ewigkeit. Es wurde dein Leben [wiederum, ohne dass] sich deine [Seele von deinem Leichnam] trennte. [Deine Seele ist göttlich] zusammen mit dem Gott, es sprechen zu dir die [trefflichen] Seelen.
1539 Man öffne dir die Tore des Horizontes, [aufgezogen werden dir die Riegel selbst. Du gehst heraus] jeden Morgen und kehrst jeden Abend zurück. Man zündet [dir die Fackel am Abend an, [bis dass das] Licht auf [deine] Brust [leuchtet]. Man [sagt] zu [dir]: Komm, komm! In jeder Zahl, zu den Herrn des Opfers. [Du siehst] Re [im] Himmelshorizont und erblickst Amun, wenn er leuchtet. [Du bist] täglich [völlig wach]. [Jeder] Schaden ist dir abgewehrt [zur Erde], und du verbirgst die Ewigkeit in Freunde und die Gunst [des Gottes.] Du Isst, [indem dein Herz bei dir ist], ohne dass [es]] dich im Stich, lässt. [Deine] Speise [bleibt an) ihrem Platz im [ …………………. ] zum Altar [ ……
….…… ]. Deine Augen und 8deine] Ohren [ ……………….. ] die Herz [ ……… ] zum Ort deines Herzens [ …………….…………….. ] [für den Ka des Vorstehers der Wüste [im] Westens von Theben _d j, des Gerechtfertigte. Seine Frau [ ………… }. “

Ein gewisser Tutu (*wTw) war königlicher Schreiber und Domänenvorsteher der Gutsanlage des 
(#prxprwRair MAa.t)|
. - (Thronname von Eje)

Tutu besaß eine Stele: 
Urk. IV, 2111 - Helck:
Er betet „ Sokar, Herrn der ctj.t “ an:
„Verehrung deinem Ka, Sokar, Herr der Nekropole, dass er gebe Brot, Bier und alle reinen Dinge für deinen (!) Ka seines wahrhaft geliebten königlichen Schreibers, Domänenvorstehers der Gutsanlage des (#prxprwRairMAa.t)|, *wTw, des Gerechtfertigten, des Herrn der Ehrwürdigkeit.
Inschrift:
„Ein königliches Opfer für Sokar, Herrn des Westens, dass er meine Glieder schön, gesichert und geschützt sein lasse! Für deinen Ka einen Blumenstrauß des Ptah, o Chons, Gerechtfertigter! Sein Sohn, der seinen Namen leben lässt, sein geliebter königlicher Schreiber, Domänenvorsteher der Gutanlage des (#prxprwRairMAa.t)|, *wTw. “

Amunemipet / Imnmip.t   Urk. IV, 2112
Er war Oberster der Graveure im Totentempel König Ejes. Er ist der Besitzer der Stele Louvre C 65.

Amunemipet besaß eine Stele: 
- Urk. IV. 2112 -
„Oberster der Graveure im Totentempel des (#prxprwRairMAa.t)|, in Abydos  (Var.: des Amun) Imnmip.

 

Ay (B) / Ejes:
-
2. Prophet des Amun -

 

Ay B / Eje

Würfelhocker, Brooklyn Museum
- Charles–Edwin–Wilbourg–Founds - 


Fundort:  
er – Resekat   
Maße   : 
Höhe 47,1cm; 
                 Breite 25,4cm; 
                 Tiefe 31,1cm
Material:
harter kristalliner Kalkstein
heut. Standort: Brooklyn Museum, 
                          Nr. 66.174.1

(Bild:
Echnaton - Gott und Pharao Ägyptens / 
Cyril Aldred / Lübbe-Verlag 1968)

Der Dargestellte ist Ay ( B ) (Eje) - seine Titel lauteten:

  1. der zweite Prophet Amuns. (Hm nTr  snnwn  jmn)

  2. Oberster Prophet der Mut. (Hm nTr tp jn mwt )

  3. Vorsteher des Hauses im Haus der Teje / Tij im Haus des Amun (mjrA pr m pr (t jj)| m pr Jmn)

Seine Mutter war Mut–em–nub, eine Schwester der Großen Königsgemahlin Ti (Tej) von König Eje. Sein Vaters war ein Mann, der den hohen Titel "Sab" (Ehrenwerte) trug mit dem Namen Nachtmin A.

Der Prophet Ay war somit ein angeheirateter Neffe Königs Ejes und offensichtlich Verwalter des Vermögens seiner Tante
Ti (Tej), die natürlich zu diesem Zeitpunkt bereite verstorben war.
Entdeckt wurde die Statue wurde in er–Resekat, ca. 30 km südlich von Theben gelegen.

Die Karriere Ays begann unter König Tutanchamun zu dessen Zeit auch die Statue gefertigt wurde. Nach dem Tode Tutanchamuns wurde die Statue durch die Kartusche Königs Ejes auf der rechten Schulter modernisiert.

Text der Hockerstatue des Ay / Eje
 – aus Historisch–Biographische Texte / W. Helck -

 

1. „ Ein Opfer das der König gibt und Sobek………………………2...... .................................................................. 3. ……………………………..
 Herr der Schreiber, d
er Schreibbüros ………………4...........................
5. …………………………………………… 6. ………………….....
nkn
Zweiter Prophet des Amun, erster Prophet der Mut, Schreiber des Königs, Vorsteher des Hauses
der (Teje)| in dem Besitz des Amun, sein Vater ist der 
7.  Ehrenwerte Nachtmin, geboren von Mut – em – nub, einziger Königsschmuck, der Schwester der Großen Königsgemahlin. “


Oberster Schreiber des Amun des Aufseher der Kühe des Amun war der Beamte Neferhotep. Die Eltern Neferhoteps hießen Nebj und Juj, seine Frau trug den Namen Merit–Re. Der Namen Neferhotep, bedeutet "schön ist die Gnade“. Er war unter König Eje oberster Schreiber des Amun, des Aufsehers der Kühe des Amun.  Neferhotep starb wohl unter der Regierung König Ejes

Neferhotep besaß ein sehr schönes Felsgrab (TT 49) in Chocha am Fuß des El Asasif,  welches sich heute leider in einem sehr schlechtem Zustand befindet. Es besteht aus einem großen Hof, an dessen Seiten weitere Gräber liegen. An der Frontseite des Grabes befindet sich links und rechts des Eingangs eine große in den Fels gemeißelte Stele. Die rechte ist heute unlesbar. Die linke zeigt rechts die Verehrung des Anubis und links die des Osiris durch den Grabinhaber. In der linken Türleibung ist ein langer Hymnus eingemeißelt:

„ Verehrung von Re, bei seinem Aufgang im östlichen Lichtland des Himmels, seitens des obersten Schreibers des Amun, des Aufsehers der Kühe des Amun, Neferhotep, [Sohn des Dieners des Amun] Nebj, geboren von der Hausherrin, der Sängerin des Amun, Juj ............ ..............  Möge die Sonnenscheibe erglänzen am Morgen auf der großen Bergspitze von Theben und der (Totenstadt), „ Die im Angesichts ihres Herrn ist “, der Stätte der Ewigkeit, der Wüste des Gerechten, dieses Landeplatzes des Ehrwürdigen ..................... ............... Möge ich der Majestät dieses ehrwürdigen Gottes folgen, Amun, Herrn von Karnak, an seinem schönen Fest des Wüstentales .........................  .“

Hinter dem Eingang folgt eine Querhalle und einem längsgerichteten Pfeilersaal mit Statuennische. In der Querhalle wird im rechten Teil das Begräbnis geschildert. An der linken hinteren Wandhälfte (Westwand) empfängt  Neferhotep mit seiner Gemahlin Auszeichnungen des königlichen Paares – König Eje und dessen Gemahlin Ti
An der rechten Längswand der anschließenden Halle mit vier Pfeilern sehen wir den Grabherrn und seine Frau vor der Fassade des Amun-Tempels von Karnak. 

An der linken Seite der Rückwand der Querhalle befindet sich eine interessante Darstellung. Man sieht den Grabherrn Neferhotep, wie er von König Eje mit dem Ehrengold ausgezeichnet wird. Heute ist diese interessante Szene leider fast völlig zerstört - aber noch erkennbar ist die Große königliche Gemahlin Ti, die hinter dem König steht. Diese Szene ist deshalb so interessant, weil es die letzte Darstellung einer Königin in einem Privatgrab der 18. Dynastie ist. Der König mit der Blauen Krone auf dem Haupt beugt sich leicht aus dem sog. Erscheinungsfenster, über ihm schwebt schützend ein Falke.

Vor dem Erscheinungsfenster verneigten sich einst Würdenträger. Neferhotep steht im zweiten Register hinter diesen und wird mit dem Ehrengold ausgezeichnet. Sein Körper wird gesalbt (?). Der Grabherr verlässt dann den Königspalast, um mit seinem Wagen, hinter dem Herolde laufen, nach Hause zu fahren, wo er begeistert mit Musik und Tanz empfangen wird. Die Frau des Grabherrn, die Herrin Merit-Re wird ganz oben in der Mitte der Wand ausgezeichnet. Gut erkennbar ist, wie sie im Harim Geschenke (?) durch die Große königliche Gemahlin Ti erhält. Das interessante an dieser Darstellung ist die Darstellung des Harims. Erkennbar sind die zwei Seiten eines Gebäudes,  Reste von Säulen und eine Hauswand mit Fenstern. Zu dem Komplex gehörte auch ein Garten mit Bäumen, der an der linken Seite des Gebäudes liegt. Die Anlage war wohl von einer Umfassungsmauer umgeben, hatte jedoch eine Verbindung zum Palast.

An der rechten Längswand der Vierpfeilerhalle ist im obersten Register rechts der Tempel von Karnak zu sehen, wie er zur Zeit von König Eje aussah. Erkennbar sind der flaggengeschmückte III. und IV. Pylon. Der III. Pylon bildete zur Zeit König Ejes die Tempelfassade. Der mit einem Salbkegel auf dem Kopf versehene Neferhotep betritt den Tempel.  

An der Frontseite des Grabes befindet sich links und rechts des Eingangs eine große in den Fels gemeißelte Stele. Die rechte ist heute unlesbar. Die linke zeigt rechts die Verehrung des Anubis und links die des Osiris durch den Grabinhaber.

(Text teilweise nach „Leben Und Tod Im Alten Ägypten“ von S. Hodel–Hoenes).

*

Ein weiterer Beamter, der evt. Iswt (Isut ?) hieß und wahrscheinlich Vorsteher des Harims war, (sowohl die Lesung des Namens als auch seines Titels sind unsicher - wahrscheinlich handelt es sich bei ihm um einen Ausländer (?) ) - wird auf einer Landschenkungsurkunde des Eje erwähnt. 
(Urk. IV. 2009 - 2010).

Landschenkungsstele:

Darstellung:
2009 „(#prxprwRairmAa.t)|  (Gottesvater Eje – Gott - Herrscher von Theben)|, dem Leben gegeben werde und um den Schutz und alles Leben sei “
Der König opfert vor „Hathor, Herrin von !tp.t.“
Rede der Göttin:
"Worte Sprechen durch die Herrin von !tp.t:  Ich habe dir alles Leben und Heil wie Re gegeben." 
Inschrift:
„Jahr 3, 3. Smw, Tag 1. Es lebe Horus, Starker Stier, glänzend an Kronen;  die beiden Herrinnen, Mächtig an Kraft, der die Asiaten abwehrt; Goldhorus, Herrscher der Wahrheit, der die beiden Länder entstehen lässt; König von Ober – und Unterägypten, Herr der beiden Länder (#prxprwRairmAa.t)|, Sohn des Re (Gottesvater Eje – Gott - Herrscher von Theben)|, dem Leben gegeben werde. An diesem Tag war man in Memphis. Da befahl Seine Majestät, die Geschenkfelder des Vorstehers des königlichen Harims Iswt seiner Gattin MwtnDm.t fesdtlegen zu lassen, gemacht im Gebiet, das man das Hethiterfeld nennt, auf den Feldern der Gutsanlage des (aAxprkARa)| und der Gutsanlage des (MnxprwRa)|:  Felder […….. ] Aruren 54, (angrenzend) südlich an das Gut des (MnxprwRa)|, nördlich an das Gut des Ptahtempels und das Gut des (aAxprkARa)|, auf dessen Gebiet sie liegen (?), westlich an die Wüste, östlich an das Gut des (MnxprwRa)|, auf dessen Gebiet sie liegen (?).
2010 Es kam deswegen der königliche Schreiber und Scheunenvorsteher Ramcw, der Schreiber MrjRa und [der Schreiber] *Aj. Man beauftragte den Obersten der Begleitung Ra, sie anzuweisen.“

Bei dem im Stelentext beschriebenen Vorgang, handelt es sich um ein Feld aus dem Besitz des Iswt, der zu diesem Zeitpunkt eventuell verstorben war, und das jetzt auf die Witwe überschrieben wurde. Es handelt sich hier um Felder, die nicht persönlicher Besitz sind und so nach dem Tod des Nutzers an den König zurückfallen würden. Wolfgang Helck hält die Felder mit der Bezeichnung „Hethiterfeld“ zu einer Kriegsgefangenensiedlung aus den Kämpfen gegen Suppiluliuma beim Tod des Tutanchamun zugehörig.

Bautätigkeiten König Ejes:

Von einer Bautätigkeit König Ejes ist kaum etwas erhalten.

Giza:

In Giza in der Nachbarschaft des großen Sphinx fand sich eine Stele, die ins Jahr 3 König Ejes datiert ist. Heute befindet sich diese Stele in Kairo, CG 34187. Es handelt sich um eine private Schenkungsstele, in der ein Vorstehers des königlichen Harims namens Iswt und dessen Gattin MutnDm.t  Felder stiften. 

Schenkungsstele Giza - heute in Kairo CG 34187
- Urk. IV. 2109-2110 -

Darstellung

„(#pr-xprw-Ra-jri-mAat )|, (Gottesvater – Eje – Gott – Herrscher – von – Theben)|, dem Leben gegeben werde und um den Schutz und alles Leben sei “ opfert vor „ Hathor, Herrin von !tp.t

Rede der Götter „Worte zu sprechen durch die Herrin von !tp.t:  Ich gebe dir alles Leben und Heil wie Re gegeben."
Inschrift:

„ Jahr 3, 3. Smw, Tag 1. Es lebe Horus, Starker Stier, glänzend an Kronen, die beiden Herrinnen, Mächtig an Kraft, der die Asiaten abwehrt, Goldhorus, Herrscher der Wahrheit, der die beiden Länder entstehen lässt, König von Ober – und Unterägypten, Herr der beiden Länder (#pr-xprw-Ra- jri-mAat )|, Sohn des Re (Gottesvater – Eje – Gott – Herrscher – von – Theben)|, dem Leben gegeben werde. 

 

Schenkungsstele König Ejes aus Giza
- gefunden in der Nähe der Cheopspyramide -
(Quelle:
Urk. IV. 2109, Kurt Sethe)
- mit Dank an Gitta Warnemünde - 

Abydos:

In Abydos muss sich nach den Louvrestelen C 55 eine Totenkapelle  
König Ejes
befunden haben  Hwt #pr-xprw-Ra- jri-mAat m AbDw“.

Raum Achmin:

( Quelle: MDAIK 35 K.P. Kuhlmann / Ph. v. Zabern-Verlag)

Im nordöstlichen Teil der Nekropole der Stadt Achmin (Teil „ C “, el – Salamuni) liegen zum Teil hellenistische- und/oder römerzeitlichen Grabanlagen. Die Feldgräber von el–Salamuni – etwa 1200 an der Zahl – verteilen sich über 1,2 km Länge am Berghang.

In 120m Höhe „thront“ in der nördlichen Hälfte dieser Nekropole unter dem Gipfel des Berges, der Gott Min „ Herr des Gebirges “ (nb  *z.t), in einem Felsheiligtum, dessen beherrschender Aspekt eine hohe Torfassung mit in Stelenform dekorierter Rück- /Tempel – Eingangswand ist.

Das Heiligtum ist seit R. Lepsius Ägyptenexpedition bekannt und Gegenstand der Forschung. 
Es ist festzustellen, das die erste nachweisbare Bauphase ärchäologisch nur mit dem Namen Ejes in Verbindung gebracht werden kann. Es wurde zwar früher eine Baumaßnahme von Thutmosis III. und eine spätere Tätigkeit Ramses II. vermutet, aber es gibt hierfür keine stichhaltigen Belege.

Es handelt sich um eine völlig aus dem Fels geschlagene kleine Kapelle für den Fruchtbarkeitsgott Min.
Er besitzt keine aus Verbundsteinen vor den Felsräumen errichtete Bauteile. Sein eigentlicher Kulttrakt liegt in Verlängerung der Torachse und besteht aus einem Vorraum (F) und dem Allerheiligsten (G) mit zwei Kultnischen in seiner Rückwand. Vom Vorhof aus gelangt man nach Osten in einen ursprünglich als Magazin genutzten Raumtrakt (D und E). Der diensthabende Priester hauste wohl in einer vom Weg her zugänglichen Kammer (B). In späterer Zeit wurde dieses Heiligtum bedeutend erweitert und sogar als Grab genutzt. 

Der Name des Baumeisters, der den Aufbau des Tempels von Achmin für den König Eje leitete und wahrscheinlich auch den Felstempel anlegte, ist uns aus einem Stelentext überliefert. Er ließ sich selbst auf der Stele zweimal abbilden. Es war    (Nachtmin), der als "Vorsteher" der Scheunen aller Götter des Landkreises von Achmin und Hohepriester des Min und der " Jpw " (Isis) sowie als "Vorsteher der Priester der Herren von Jpw und "Vorsteher der Bauarbeiten" am Totentempel des Eje in Medinet Habu von den Stelen BERLIN 2074 und LOUVRE C 55 (aus Achmin) bekannt ist. Weiterhin trägt er den Titel eines "Vorstehers der Bauarbeiten am Haus des....". Das auf den Stelen erwähnte Todesdatum, I. / 4. Achet / 4 gibt uns einen "terminus ante quem" für die Anlegung des Heiligtums etwa kurz vor 1332 v. Chr. ( Nach dem Ansatz der Regierungszeit Ejes bei Jürgen von Beckerath, "Abriss der Geschichte des alten Ägyptens", München 1971.)

In der großen Felsstele ( oder nur in Form einer großen Felsstele (?) ) die die klassische Form einer Neuen-Reich-Stele mit gerundeten Tympnon hat, ist eine Darstellung und eine Inschrift erhalten. Sie ist wahrscheinlich über dem 1. inneren Durchgang ( nach P&M. "5,6 above doorway) stelenförmig angebracht, aber mit einer rechteckigen Bordüre umrandet. In den verschiedenen Publikationen geht die Bezeichnung für diese Felsstele oder felsstelenartige Inschrift manchmal durcheinander 

Im rot gekennzeichneten Bereich dürfte sich die stelenförmige oder auch große Felsstele mit der Inschrift befinden. ( nach P& M.)

Unter einer geflügelten Sonnenscheibe stehen links der König Eje und seine Königin Teje vor dem ityphallischen Gott Min, gefolgt von Isis, Horus und der Aperet-Sit (Tafel 52,1) 43 Lep. ). 

Der König trägt den blauen Kriegshelm und ist bekleidet mit dem kurzen Schurz. Er bittet mit erhobenen Händen dem ihm gegenüberstehenden Gott Min eine Opfergabe dar. Hinter ihm steht in einem kleineren Maßstab die Königin Teje (Tij) und schwingt mit der rechten Hand ein Sistrum. In der linken Hand hält sie einen Menitkragen. Zwischen Gott und König befinden sich zwei Opferständer. Vor und über dem König ist sein Thron- und Geburtsname angegeben, über der Königin ihre Titel: " Die Große Königsgemahlin, von ihm geliebt, die Herrin der Beiden Länder
( Tij )| die Lebende". Der Gott Min ist in seiner typischen Haltung mit erhobenen Arm (darüber der Dreschflegel) und erigiertem Phallus dargestellt. Hinter ihm steht Isis mit Sonnenscheibe und Kuhgehörn auf ihrem Haupt, die dem König ihren Menitkragen entgegenstreckt. Hinter ihr folgt Horus mit der Doppelkrone auf dem Haupt, ihm folgt die Göttin Aperet-Sit.

Unten am Bildrand der Stele, etwa in der Hälfte der Türhöhe und die ganze Wandfläche in der Breite einnehmend, ist rechts und links der Tür die Darstellung eines kahlköpfigen Mannes, der einen langen Schurz trägt, dargestellt. Er erhebt kniend seine Hände im Gestus der Anbetung. Davor und auch dahinter sieht man in mehreren Kolumnen, welche allerdings kaum noch zu lesen sind, mehrere Beischriften. Links davon ist noch kaum lesbar in einer Beischrift der Titel des Mannes zu erkennen    . Hierbei handelt es sich um eine Selbstdarstellung des Bauleiters von Eje, Nachtmin.

Unter der Bilddarstellung schließen sich fünfundzwanzig Zeilen Text an. Er endet an der Oberkante des Eingangs zum Pronaos. In der undatierten Inschrift wird von König Eje berichtet, dass er "unglücklich wegen des Übels" ( DAj.t ) und Abscheu empfindet gegenüber der "Zerstörung der Rechtmäßigkeit"  
(
mtr ) und deshalb dafür Sorge getragen habe, dass "alle Götter" zufriedengestellt sind und alle ihre Tempel wiederhergestellt wurden. Um dieses zu erreichen wird ein Steinbruch eröffnet und jedermann ist freudig bei der Sache und froh, dass er wieder seinem bevorzugten Gott Opfer darbringen könne.

  ………………. Es begab sich aber, dass die Majestät des König von Ober – und Unterägypten (#pr-xprw-Ra jrj-MAa.t)| der Sohn des Re, (der Gottesvater Eje, Gott und Herrscher von Theben)|, zum vortrefflichen König des ganzen Landes wurde. Eines Tages suchte Seine Majestät nach einer Wohltat, um alle Götter zufrieden zu stellen, um die Wohnungen der Götter zu restaurieren und ihren Opfern im Lande festlichen Glanz zu verleihen, da sie Mangel litten und Gefahr liefen, sich ganz aufzulösen, indem auf Dauer seine (scil.  des Landes) Opfermengen (neu) festgesetzt werden und auch ihre heiligen Bilder, geschaffen nach Art des Himmelshorizontes, mit jeder Art Edelsteinen geschmückt, erhabener als ihr frühere Zustand.“
(
Urk. IV, 811. 2106/7)

Von Bigge bis zum Delta freuen sich nun Götter und Menschen über des Königs Entschluss und Vorhaben und jedermann opfert wieder seinem Gott und preist den Herrscher. Der König teilt während seiner täglichen Audienzen mit, dass ihm besonders das Wohl "der Stadt seines Vaters Min" am Herzen läge und er beabsichtige, dessen Tempel wiederherstellen zu wollen. ( smnx)

„Möge der Mann (da) als Herrscher gesund sein, möge der Besitz der Königswürde dauern, damit er seine Denkmäler prächtig gestalte, indem sie bleiben, dauern und fest sind auf Ewigkeit. Der vollkommene Gott, Herr der Kronen, der Gottesvater Eje, Gott und Herrscher Thebens nämlich, er ist unglücklich über das Begehen der Ordnungswidrigkeit (wörtlich – Übertretung, scil. von Recht und Sitte), abscheulich ist ihm der Bruch des rechtmäßigen. So hielt (denn) Seine Majestät Audienz, wie es sein täglicher Brauch war.

Und Seine Majestät sprach zu den Beamten und Höflingen an seiner Seite: Mein Herz sehnt sich nach der Stadt meines Vaters Min – mit – hohem – Federpaar, der im sn.t - Heiligtum wohnt. Ich will mehr als Millionen Mal Denkmäler bauen für meinen Gott, den Herrn von Jpw, der die beiden Länder begründet hat, damit mein Name in seinem Tempel der Nekropole wie ein Name des Atum vom Fürstenhaus sei, indem er als Belohnung mehr als Millionen Mal vervielfältigt ist. Ich will seinen Tempel mit ewig währender Arbeit schmücken,will ihm seine Mutter (?) zufrieden stellen, die seine Vollkommenheit schuf, Isis, die Erhabene, die Gottesmutter, zu Gast in Jpw; ich will ihm erhaben sein lassen Harendotes, der mir die Neun–Bogen–Völker unterwirft, indem sie zusammen vereint sind. Ich bin ihr Beschützer mit ihren Bedürfnissen (am Herzen), ihr vortrefflicher Sohn, der ihre Herzen (zufrieden stellt) “.

Es wird der Baumeister Nachtmin herbeigerufen und der König erklärt ihm seine Absichten. Nachtmin antwortet auf den restlichen 14 Zeilen mit einer Lobrede auf den König - " der das im Zerfall begriffene Land wieder vereint hat" . 

"(Wahrlich), es leben die ganzen Beiden Länder von dem, was aus Deinem Munde kommt! Alles (handelt) entsprechend Deiner Rede, jeder (tut) gemäß Deinem Ausspruch, die Beiden Länder folgen Dir nach und jedermann spricht: Der, auf dessen Kommen gewartet wurde, ist zu Maat zurückgekehrt!"

Vertraut man dem Text der Felsstele so hat König Eje am Tempel des Min in Achmin Restaurierungsarbeiten durchführen lassen. Die Darstellung und der Text der Stele befinden sich allerdings in einem sehr schlechten Erhaltungszustand. Besonders im Mittelteil der Stele sind ganze Textpassagen durch Ausbrüche verloren. 

(Texte zum Teil nach:: U. Kapp und K. P. Kuhlmann / MDAIK 35)

Luxor:

Spuren einer gewissen Bautätigkeit Ejes sind erhalten. Haremhab usurpierte hier eine Szene und deren Begleittext an der Nordfassade des zweiten Torwegs (Ostflügel). An einem Türpfosten des hinteren Tempelhauses (Raum 5) ließ Eje eine Weiheformel anbringen:

" (Werk des) (Königs), das er gemacht hat, als sein Denkmal für seinen Vater Amun-Re, vor den seiner Ip.t, (nämlich) das Erneuern für ihn sein großes herrliches Tor......."

Das Anbringen am Zugang der hinteren Kulträume, lässt vermuten, dass Eje Restaurierungen im hinteren Bereich des Luxortempels durchführen ließ.

Medinet Habu (Totentempel)

Eje baute an seinem Totentempel  in Theben-West, (Medinet Habu) der später von Haremhab usurpiert wird. Der Tempel Ejes trug den Namen "mn mnw / Men menu"[ der Gott Amun[ ist bleibend an Denkmälern".

Nach neueren Erkenntnissen ließ König Eje für sich einen eigenen Tempelbau beginnen. Er usurpierte nicht einfach den schon von seinem Vorgänger Tutanchamum im Gebiet von Medinet Habu begonnenen Totentempel, sondern begann einen Neubau. Das Bauwerk Tutanchamuns blieb wohl unter Eje bestehen, vielleicht ließ er es auf das Notwendigste reduzieren und kultisch funktionsfähig machen. Jedoch verwendete Eje höchstwahrscheinlich Baumaterial und auch Statuen, welche in dem reduzierten Bau Tutanchamuns nicht mehr gebraucht wurden für seinen eigenen Tempelbau - dieser Bau Ejes wurde dann später von Haremhab übernommen.

Dabei wurden die für Tutanchamun hergestellten und wohl für seinen Totentempel vorgesehenen kolossalen Statuen aus Quarzit, zuerst von Eje dann von Haremhab usurpiert.  

Von Eje usurpierte Statue
- wohl für Tutanchamun hergestellt -
heute in Kairo JdE 59869 

Von Eje usurpierte Statue 
aus dem Totentempel Tutanchamun
- heute in Chicago Nr. 14088 -

Bild:      Colossal-Statue of Tutankhamun
User:     Dmitry Denisenkov
Lizenz:   CC-BY-SA-2.0
Bildautor:   mharrsch
Lizenz:       CC-BY-SA 2.0  Flickr-Album
Originalbild    hier

Die beiden Kolossalstatuen werden aus stilistischen Gründen Tutanchamun zugewiesen – heute befindet sich die eine in Kairo, JdE 59869 + JdE 60134 die andere in Chicago Nr. 14088.  Beide Statuen wurden 1930 bei Ausgrabungen in Medinet Habu entdeckt. Die Kolossal-Statuen sind beschriftet mit der Kartusche von Haremhab, dessen Name über die gelöschte Kartusche von König Eje/Ay steht.

Gründungsziegel wohl aus dem Totentempel Ejes

Diese Inschrift hat man bei den Grundsteinbeigaben gefunden:

Netjer-nefer, Neb taui Cheper-cheperu Ra isri Maat. Sa-Ra Iti-netjer Eje netjer-heqa-Waset, meri Amun-Ra. Neb pet." 

Guter Gott, Herr der beiden Länder, Es entstehen die Erscheinungsformen des Ra, der Maat-gerecht handelt", Sohn des Ra "Gottesvater Eje, Gott, Herrscher-von-Theben", geliebt von Amun-Ra, dem Herrn des Himmels")

Hölscher konnte bei seinen Untersuchungen des Tempelbaus Ejes / Haremhab feststellen, dass dieser über einen Ziegelpylon verfügte, dessen Ziegel den Namen Ejes tragen. Es fanden sich auch gestempelte Ziegel mit dem Namen Ejes.

Auf den Grundsteinbeigaben fand sich folgende Aufschrift:

Nach Urk. IV,  2107
„Der gute Gott, Herr der beiden Länder (#prxprwRairmAa.t)|, Sohn des Re (Gottevater – Eje – Gott – Herrscher – von – Theben)|, geliebt von Amun-re, dem Herrn des Himmels."

Ziegelaufschrift aus dem Totentempel:   Urk. IV, 2108:   (#prxprwRairmAa.t)|

Plan des Totentempels Ejes nach Hölscher

Verantwortlicher Bauleiter des Totentempels war der schon von der Felskapelle Ejes in Achmin bekannte Nacht-Min. Das eigentliche Tempelgebäude, das wohl noch unter Eje vollendet wurden konnte, bestand aus einer quer angelegten Säulenhalle sowie drei inneren Tempelräumen mit Nebenkammern. Der Bau sollte wohl mit drei oder vier Pylone ausgestattet werden -  von denen jedoch lediglich die Fundamente ausgehoben worden sind. Zum Tempelkomplex gehörte auch ein während der kultischen Feiern bewohnter Palast, der wohl auch bereits beim Tode Ejes weitgehend fertiggestellt war. Der Tempelpalast befindet sich erstmals auf der Südseite im 3. Hof der Anlage. Dass die erste Bauphase unter König Eje stattfand, ist einwandfrei durch Gründungsgruben mit seinem Namen erwiesen, die Hölscher an den Tempelecken und weiteren wichtigen Stellen des Tempels aufdeckte. Außerdem tragen viele der Ziegel des Tempelbaus Stempel mit dem Namen  Ejes.

Der Bau wurde später von Haremhab usurpiert und vollendet. Die beiden Bauperioden der Tempel von Eje und Haremhab sind dadurch mit Sicherheit zu unterscheiden, weil Eje an den Tempelecken und sonstigen bedeutsamen Punkten Fundamentsbeigaben eingelegt sowie vielfach gestempelte Ziegel verwendet hatte. Bei den Erweiterungen unter Haremhab sind solche Datierungen nicht zu finden. 

Haremhab legte den großen Hof mit geräumiger Kolonnade, der an den großen Säulenhof Amenophis III. in Luxor erinnert, an. Er usurpierte den Tempelbau und ersetzte die Namen überall durch seine eigenen. Nur die Inschriften der Grundsteinbeigaben (und einiger Ziegelaufschriften) erinnern noch an den Begründer des königlichen Totentempels.

Karnak:

Eje erbaute in Karnak den Tempel "Hw.t Nb-xpr.w-Ra.w m Was.t.", von dem sich etliche Architravblöcke u. a. mit Bauinschriften als Füllmaterial im 2. Pylon des Amun-Tempels zu Karnak erhalten haben. Sie stammen aus einem "Kultbau", den Eje für Tutanchamun:

„Seinen Sohn, den vollkommenen Gott, Herrn der beiden Länder, Herrn des Kultvollzugs, König von Ober- und Unterägypten (Nebcheperure)| “ 

anlegen - oder zumindest weiterbauen und teilweise dekorieren ließ und u. a. als "Millionenjahrhaus" bezeichnete.

Weiheformel innerhalb einer Ritualszene:
„ (Werk des) [(Königs), das er gemacht hat als sein Denkmal für seinen Vater] [ … ], (nämlich) das Machen für ihn eine Hw.t von neuem aus Sandstein.“
Weiheformel auf einem Architrav:
„ [ … ] ihn einem Hw.t von neuem aus Sandstein [ … ]"
„ [ … ] vollkommen [ … ] Stein, um zu ruhen im Inneren seiner Hw.t wie ein Sohn, den für seinen Vater handelt [ … ]. “

Später löschte hier Haremhab sämtliche Namen König Ejes.

Nach Urk. IV,  2110
Zeile 1: „(#prxprwRairmAa.t)|, Sohn des Re (Gottesvater – Eje - …….. ]."
Zeile 2: "Er baute den Tempel neu aus Sandstein, er machte den Bod[en ……………. ]."

Otto Schaden ging in seiner Dissertation "The Gods Father Ay" von 1977  (er gehörte damals zu dem Team der Minnesota Expedition) auf diese Blöcke ein. Die meisten von der University of Minnesota Egyptian Expedition aufgenommenen Elemente stammen vom oberen Teil eines Tempels Tutanchamun/Eje (Architravfragmente 52,
Pfeilerfragmente 13, Wandfragmente 6, Türsturzfragmente 5, Brüstungsfragment 1).  

Zum Bauwerk selbst:

Anscheinend handelt es sich zumindest bei einem Teil des Baumaterial um von Tutanchamun wiederverwendetes Material – sicher aus Bauten Echnatons in Karnak. Es handelt sich um eine größere Menge von Sandsteinblöcken – verbaut im 2. Pylon. 132 wurden anscheinend bis jetzt publiziert, es handelt sich dabei nicht um das gesamte Material, da sich eine unbekannte Anzahl davon noch im 2. Pylon befindet.

Diese Blöcke zeigen regelmäßig die ausgelöschten Namen von Eje und teilweise ebenfalls zerstörte Namen von Tutanchamun und gehören offensichtlich alle zu einem von Eje in seinem Namen und in dem von Tutanchamun dekorierten Gebäude, das in seinen Widmungsinschriften mehrfach als "Millionenjahrhaus" gekennzeichnet wird. 

Der König, erkennbar nur noch an der Atef-Krone, steht vor einer Göttin, wahrscheinlich Nut (?). Der Thron- und Geburtsname in den Kartuschen ist sorgfältig gelöscht, bis auf das Re-Zeichen im Thronnamen und dem Namen des Amun im Geburtsnamen. Aber in der linken oberen Ecke ist jedoch der Thronname des Königs, der nicht von einer Kartusche umrahmt ist, erhalten geblieben

(Bildquelle: mit freundlicher Genehmigung: Elvira Kronlob)

Das Material setzt sich aus Blöcken in vertieften Relief von Architraven und Pfeilern sowie aus Wandfragmenten in erhabenen Relief zusammen. Einige, wenn nicht sogar alle Blöcke, scheinen aus Gebäuden Echnatons in Karnak zu stammen.

In den meisten Fällen sind die Inschriften dieses gefundenen Materials sorgfältig entfernt und die Oberfläche wieder geglättet, um eine neue Titulatur einzumeißeln. Dies geschah wohl zweifellos unter Haremhab, der offensichtlich zunächst beabsichtigte, die Positionen des Eje innerhalb der Dekoration einzunehmen, bevor er (?) das Gebäude abreißen ließ und die Blöcke bei der Erbauung des 2. Pylons wiederbenutze. 

Deutlich ist hier die sorgfältige Rasur des ursprünglichen Königs-Namens in der Kartusche zu erkennen, in Vorbereitung für die Neubeschriftung, die dann nicht ausgeführt wurde.

(Bildquelle: Elvira Kronlob)

Auf der Rückseite des Blockes sieht man auf der rechten Seite den Gott Amun mit dem Was-Zepter in der Hand und auf der linken Seite Opfergaben. (Treiben der vier Kälber)

(Bildquelle: Elvira Kronlob)

Neben der sorgfältigen Auslöschung des Eje–Namens finden sich auch, sehr viel gröber und weniger systematisch durchgeführte, Aushackungen des Namens von Tutanchamun sowie von figürlichen Darstellungen von Eje und Tutanchamun .

Das Bildnis des Königs ist ausgehackt, jedoch noch erkennbar. Ob es sich dabei um ein Abbild Tutanchamuns oder Ejes handelt, ist für uns nicht erkennbar, da das Bild keine Kartusche zeigt.

(Bildquelle: Elvira Kronlob)
Auf dem gleichen Block, auf der rechten Seite:
Der König trägt über dem Nemes-Kopftuch die Atef-Krone. Ihm gegenüber steht eine weibliche Göttin (wahrscheinlich Hathor) mit der Sonnenscheibe und dem Kuhgehörn. auf dem Haupt.
(Bildquelle: Elvira Kronlob)

Unseres Erachtens muss es aber dahingestellt bleiben, ob diese Löschungen ebenfalls noch von Haremhab durchgeführt wurden. Es könnte evtl. auch die Möglichkeit bestehen, dass dieses erst in der frühen Ramessidenzeit geschah. Alles hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Blöcke im 2. Pylon verbaut wurden. Beim heutigen ruinösen Zustand der Pylon-Türme (nicht des Eingangstores, das sicher unter Haremhab vollendet wurde) ist schwer zu entscheiden, wie weit diese über der Fundamentierung zur Zeit Haremhabs gediehen sind.

Beschreibung der Blöcke:
Architrave machen den größten Teil der erhalten gebliebenen Blöcke aus. Zwei Gruppen sind bei den Architrave zu unterscheiden 

  1. Solche mit einer einzelnen, nahezu identischen Inschriftenzeile auf beiden Seiten, die jeweils beiderseits entweder die Titulatur von Tutanchamun oder von Eje enthält. 

  2. Architrave mit der einzeiligen Titulatur eines der beiden Könige auf der einen Seite und zwei Zeilen auf der anderen Seite, wobei die obere Zeile jeweils Namen und Widmungsinschrift des Eje anführt, während sich die untere auf Tutanchamun bezieht. 

Diese Widmungsinschriften nennen immer Eje als Bauherrn für seinen Sohn Tutanchamun, der umgekehrte Fall ist nicht belegt.

Fragmente von Pfeilern:

Es handelt sich bei diesen Fragmenten um Pfeiler von mindestens 2,8m – 2,9m Höhe.

Die Pfeiler zeigen auf jeder Seite entweder Tutanchamun oder Eje vor einem Gott oder eine Göttin, darunter Amun, Month, Chons, Osiris, Hathor und Nut. Es handelt sich dabei entweder um eine Umarmungsszene oder dem König wird das Lebenszeichen an die Nase gehalten.

Wandblöcke:

Die dickeren sind einseitig dekoriert und gehören vielleicht zu einem Durchgang. Die dünneren sind beidseitig reliefriert.  In den Wanddekorationen treten meistens sowohl Tutanchamun als auch Eje als König auf.

Inhaltlich umfassen die Szenen ein breites Spektrum:

1. Schlachtdarstellungen mit nubischen und asiatischen Feinden – triumphale Rückkehr
2.
Empfang von Tributlieferungen
3. Wüstenjagd
4. Opferszenen
5. Darreichung der Maat an Amun, die sog. Einführung des Königs, Krönungsszenen

- aber auch das „Treiben der vier Kälber “ und Fragmente eines Rituals für Statuen des Tutanchamuns in Barken. 

Gabolde charakterisiert das Gebäude von dem all diese Bauelemente stammen als „Gedächtnistempel“, wodurch er eine besondere Form des „Totentempels“ darstellt. Zweck des Baus war wohl die Sicherstellung der Thronbesteigung und Krönung des „neuen Königs “, in dem dieser durch die Ausführung der funerär orientierten Riten zugunsten des 
„alten Königs“ den Nachweis seiner Legitimität erbrachte.

Nach Johnson muss davon ausgegangen werden, dass noch etwa 200 in Karnak und Luxor gefundene Talata–Blöcke mit Sicherheit aus dem gleichen Tempelbau stammen. Diese aus den Aton-Tempel Echnatonsin Karnak stammenden Talata wurden unter König Tutanchamun neu in erhabenen Relief dekoriert.

Über Grundriss und Größe des Tempelbaus läst sich nur spekulieren. Doch muss der Bau eine beachtliche Größe aufgewiesen haben. Eine Achse des Gebäudes muss mindestens 18m betragen haben. M. Gabolde rekonstruiert die Architravblöcke zu einem Vorhof und einer Querhalle von jeweils etwa 20m Breite. Die von Johnson bearbeiteten Kriegsdarstellungen befanden sich nach Gabolde zu beiden Seiten des Eingangs in das eigentliche Tempelgebäude. Im Gegensatz zu den Architraven nennen diese Kriegsszenen nur Tutanchamun als König.

Zur Lokalisierung des Baus:

Schaden spricht sich als Standort des Kultbaus in Karnak aus. Gabolde will sich nicht festlegen, obwohl er zu Theben–West tendiert. Martina Ullman spricht sich für Karnak aus.  

Statuen Ejes aus Karnak:

Im Statuenversteck von Karnak fanden sich zwei Statuen König Ejes. 

Nach Urk. IV, 2108
Statue König Ejes im Museum von Kairo, CG 42093

Aufschrift:
„Der gute Gott (#prxprwRairmAa.t)|, geliebt von Amunre; Sohn des Re (Gottesvater – Eje – Gott – Herrscher – von – Theben)|, geliebt von Amunre.“

Im Museum von Kairo, CG 741 - JE 37930 befindet sich ein Statuenkopf aus Kalzit von  10,5cm Höhe. Seine Herkunft ist unbekannt, 1905 wurde er vom Museum angekauft.

Bei dem Köpfchen handelte es sich ursprünglich um ein Abbild eines Privatmannes, das später in das eines Königs umgearbeitet wurde. Der Schädel ist soweit abgearbeitet, dass in der Stirn ein Vorsprung übriglieb aus dem der königliche Uräus gestaltet werden sollte.

Die Vermutung vieler Gelehrten geht nun dahin, in diesem Köpfchen ein Abbild Ejes als König zu sehen, einen wirklichen Beweis dafür gibt es aber nicht. 

Kopf einer Miniaturstatue eines älteren Privatmannes - evtl. Eje (?)
(Bild: Abdel Badia)

 

 

Im Museum of Fine Arts in Boston befindet das Fragment der Thronseite einer kolossalen Sitzstatue das in Medinet Habu gefunden wurde. Dargestellt ist der Nilgottes Hapi, bei dem Ritus der „Vereinigung der Beiden Länder“. 

Wie Echnaton erscheint hier der König in der Gestalt des Fruchtbarkeitsgottes - hier Hapi.

Es gibt Gelehrte, die hierin ein Porträt König Ejes sehen wollen.

 

(Bild: Das Alte Ägypten/W. Westendorf/Holle-Verlag Baden-Baden 1968)

Eine Totenkapelle König Ejes muss sich nach den Louvrestelen C 55 und C 65 in Abydos befunden haben.

Der Nubische Raum
- Felskapelle von Schataui -

Zwischen Abu Hoda und Faras liegt eine Felskapelle, die der Vizekönig von Kusch  Paser / PAcr für seinen König Eje errichtete und in der er sich auch selbst abbilden ließ. 


oben: Paser betet vor Anubis, Sobek, 


dem vergöttlichen König Sesostris III. und Anukis.
links: der Königssohn von Kusch und Wedelträger zur Rechten des Königs, Paser.

('Bilder: Lepsius III. Blatt 114)

Bild: Lepsius III. Blatt 114, Bild G:

König Eje
im Opfer vor den Göttern
Amun-Re, ///////// (Inschrift nicht lesbar), Ptah, Horus und Satis.

Der König trägt die blaue Krone, von der hinten Bänder herabhängen und den Tierschwanz am Schurz. In den Händen hält er Töpfe mit Wein oder Milch. Zwischen ihm und den Göttern  befindet sich ein Opfertisch mit einem Gefäß (?) und einer Blume darauf.

 

Funde aus dem Tal der Könige:

Im Grubengrab KV 58 fand sich neben anderen Artefakten auch eine Reihe zerknüllter dünner Goldbleche, in die verschiedene Ziermotive eingeprägt waren. Zusammen mit drei oder vier Kalzitköpfen und zwei Tragegriffen aus Fayence waren sie in der Antike in den offenen Schacht, in dem man sie fand, geworfen oder gespült worden.                                                                                     
Der Name Tutanchamuns taucht dreimal auf den Goldfolien auf (zweimal zusammen mit dem Namen seiner Gemahlin Anchesenamun), der Name Ejes, wie er ihn vor seiner Thronbesteigung trug, taucht viermal auf, als Königsname weitere dreimal.

Das Material stammt offensichtlich aus einer einzigen Quelle –  vielleicht aus dem Grab Ejes im Westtal – und wurde wohl gegen Ende des Neuen Reiches, als man die Gräber in der Nekropolis leer räumte, in KV 58 deponiert.

Die Anwesenheit von Dingen mit dem Namen Ejes in KV 58  mag auf die Wiederbestattung von Eje im nahegelegenen KV 57 hindeuten, das nach gewissen Anzeichen zu dieser Zeit möglicherweise als Mumienversteck genutzt wurde. 

Auf einer dieser Goldfolien, (heute Kairo, JdE 57438 – Länge 20cm; Höhe 10cm) die anscheinend von einem Köcher stammt, sieht man König Eje in einem Streitwagen fahren und mit einem Bogen auf eine kupferne Scheibe schießend, die an einem Pfahl befestigt ist, an dem auch zwei gefesselte Feinde angebunden sind.  

Goldfolie aus KV 58
- König Eje beim Bogenschießen -
Ganz rechts unten sind zwei gefesselte Feinde Ägyptens zu sehen - ein Nubier und ein Asiate, angebunden an das "Semataui-Symbol".

Goldfolie aus KV 58
Eje in anbetendere Haltung vor Tutanchamun, der mit dem Sichelschwert einen Gefangenen niederschlägt.

 

Auf der rechten Goldfolie aus KV 58  ist der „Gottvater“ Eje zu sehen, der seinen linken Arm in ehrfurchtsvoller Geste erhoben hat. In der Mitte ist König Tutanchamun zu sehen, wie er mit dem Sichelschwert einen Gefangenen niederschlägt, hinter ihm steht seine Gemahlin Anchesenamun zu sehen, die ebenfalls ihren Arm in einer Verehrungsgeste erhoben hat.

Sonstiges:

Skarabäus:     Urk. IV, 2108
„(#prxprwRairmAa.t)|, geliebt von der Seele; groß an Kraft “

Ring:   Urk. IV, 2108
(anx.cn Imn)| / (#prxprwRa)|

Stele aus der Zeit König Ejes = CG 34187 (?)  

Reliefblock mit den Kartuschen König Ejes im Petrie Museum (UC14381.

Refliefblock 
im Petrie Museum UC14381

und dem Eigen-Namen: (E1 nach Beckerath) It-neter'y mit dem Epitaph: Neter-heqa-Waset
(jt-nTr'y nTr-HoA-WAst)
= Gottesvater, göttlicher Herrscher von Waset/Theben

mit dem Thronnamen König Ejes (links) Cheper-Cheperu-Re-jrj-maat
( xpr-xprw-ra-jry-mAat)

Bild: Heidi Kontkanen, Finnland
- all rights reserved - 

Uschebtis aus Beamtenzeit:

Von Eje als Hofbeamter existiert mehrere Uschebtis die sich anscheinend heute zum Teil in Privatsammlungen befinden.

Uschebti 
 - am 17. Dez. 1997 bei Sotheby New York versteigert
für 189.000 US–Dollar, wahrscheinlich an eine Privatmann versteigert.
Eigentümer:    Iy, it-nTr.
                
heute in einer Privatsammlung
 
Herkunft:         unbekannt
                          vormals Sammlung von Omar Pasha 
                          Sultan in Cairo.
Beschreibung: Uschebti aus weiß glasierter Fayence,
                          Höhe: 22 cm, archaische Perücke mit 
                          blauen Strähnchen. Kopf und Hals sind 
                          rot-braun glasiert. Arme über der Brust
                          gekreuzt - hält nichts in den Händen.
Inschrift:           Text auf 8 horizontalen Zeilen, Einlagen 
                          aus blauem Glas, Texte aus dem Totenbuch.
                           für    (vermutlich)

Uschebti MMA 45.4.7
Eigentümer:   Iy,it-nTr, imy-rs smt.
heutiger Aufbewahrungsort:
Metrop. Museum New York, Geschenk von David Dows, 
               1945 - Er erhielt ihn von seiner Mutter.
Herkunft:        unbekannt - evtl. aus Amarna-Grab Nr. 25
Beschreibung: Alabaster-Uschebti, H. 21,0 cm, 
                         trägt
archaische Strähnen-Perücke. 
                         Die Arme sind über der 
                         Brust überkreuzt, halten aber nichts in
                         den Händen. 
Inschrift:          Der Uschebti trägt auf 7 horizontalen Zeilen
                          Texte aus dem Totenbuch für
(Bild: aus MDAIK 42 (1986) - Martin, G. T.: Shabtis of private persons in the Amarna-Period, Mainz, Zabern 1987 - Tafel 15)
- Bild bearbeitet von Nefershapiland)

Cyril Aldred geht allerdings davon aus, dass dieser Alabaster-Uschebti einem hohen Beamter mit Namen "Jej" gehört, in dem er wegen der Namensähnlichkeit den Vater von Juja vermutet. 
Geoffrey Martin ordnet ihn allerdings dem Beamten Eje, dem späteren König zu. (Quelle: MDAIK Band 42, 1986 - Geoffrey T. Martin)

Allerdings besteht durch die unterschiedliche Schreibung des Namens Eje/Ay auf diesem Uschebti ein gewisser Zweifel an der wirklichen Zugehörigkeit.

Uschebti Nr. 14 (MDAIK Bd. 42 - G. Martin: - siehe oben
Eigentümer: Iy, it-nTr.
Heutiger  Aufbewahrungsort: unbekannt - vormals Sammlung
                     von Omar Pascha, Sultan, Cairo
Herkunft:     unbekannt
Beschreib.:   Hölzerner Uschebti, H: 24cm, 
                      trägt archaische Strähnen-Perücke, die Arme sind
                      über der Brust überkreuzt, halten aber nichts in
                      den Händen.
Der Uschebti trägt in acht horizontalen Zeilen Texte aus dem Totenbuch für den 

Museum Egizio Turin:
Im Grab der Nefertari, der großen Königlichen Gemahlin Ramses II. (QV 66) wurde durch Schirapelli ein Knauf einer Truhe aus blauer, glasierter Fayence mit der Kartusche Ejes entdeckt. Wie dieses Objekt in Grab der ramessidischen Königin gelangen konnte, ist ungeklärt. Heute befindet sich das Objekt im Museum Egizio, Turin.

( Co. Autor J. H. Pirzer)


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