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Biografie Schoschenq (II.)


Biografie Takelot I.

Bilder oben: - links: wikipedia/Rama(CC BY SA-2.0fr  (siehe weiter unten) - rechts: Brooklyn Museum, no restrictions - siehe unten

Osorkon I., der Sohn König Schoschenq I. und wahrscheinlich dessen Großen Königsgemahlin Karoma / Karama(ma) (I.), folgte seinem Vater auf dem Thron von Ägypten und war der 2. König der 22. Dynastie (unterägyptische Hauptlinie) und regierte um 925-890 v. Chr. Er war mit der Prinzessin M3a. t-k3a-Ra / Makare / Maatkare (B) verheiratet, die allen Anschein nach eine Tochter des letzten Königs der 21. Dynastie Psusennes II. war. Ihrer beider Sohn namens Schoschenq wurde nach dem Tode des Iuput I. / Uputa, seines Onkels, zum Hohenpriester des Amun zu Karnak eingesetzt (evtl. identisch mit dem späteren König Schoschenq (II.) - siehe Kairo 42194, Inschrift M3a.t-k3-Ra am 7. Pylon zu Karnak). 

Als Söhne von Osorkon I. gelten der spätere Hohepriester des Amun in Theben, Iuwelot und Smendes III., sowie Takelot, der spätere König Takelot I.

Nach Prinz Schoschenq folgte ein weiterer Sohn König Osorkon I. namens Iuwelot im Amt des Hohenpriesters des Amun zu Karnak – er übte das Amt gegen Ende der Regierung seines Vaters aus und zu Beginn der Herrschaft seines Bruders Takelot I. - dem wiederum ein weiterer Sohn des Königs Smendes (II. / III.) folgte. Diese Prinzen mit weitgehenden  militärischen Befugnissen ausgestattet, waren praktisch selbständige Gouverneure der Thebais, nur dem Oberkönig in Tanis untergeordnet. Prinz Schoschenq betonte dies dadurch, dass er seinen Namen auch in Königsringe schrieb. Er führte die Titel eines „Oberkommandierenden“ und „Anführers“, sowie „Herr von Oberägypten und Unterägypten, Anführer  ...........  der an der Spitze der gesamten großen Heeres von Ägypten ist “.

Ein weiterer Sohn des Königs hieß Takelot, dieser folgte seinem Vater Osorkon I. direkt oder nach einer gewissen Zeit (hypothetische Regierung König Schoschenq II.) als Takelot I. auf den Thron. König Osorkon I. hatte noch eine zweite Gemahlin Namen *3-sd-xnsw / Taschedchons.

                                        (Regierungs- u. Familiendaten Osorkon I.)
Regierungsdauer   925 - 890 v. Chr.   (ca. 35 Jahre)  nach J. v. Beckerath
Dynastie  22. unterägyptische Dynastie  
Vorgänger  Schoschenq I.   
Vater  Schoschenq I.  
Mutter  wahrscheinlich Karoma I.  
Geschwister  Namalit, Osorkon, Iupet, Taschepenbaste (Schwester)  
Kinder Schoschenq, Iuwlot, Nesibanebdjedet III./Smendes III.,
Osorkon (H),
** nach Dodson
Gemahlin Maatkare B, Tashedkhonsu, Shepensopdet A  
Grabstätte unbekannt  

 

                                     Königliche Namen Osorkons I.
Thronname  Sxm-xpr-Ra stp.n-Ra 
( Sekhemkheperre–setpenre)
"Mit mächtiger Gestalt, ein Re, Erwählter des Re". (nach Schneider L. d. Ph.)
Horusname kn mrj-Ra rdj.n-sw-Jtm-Hr-nst.f-r-grg-t3wj „Horus, Starker Stier, geliebt von Re, den Atum auf seinen Thron gesetzt hat, um die beiden Länder zu gründen“ (nach Schneider)
Goldhorusname nxt-xps dr-pDt-9 jT j-t3w-nbw "Mit siegreicher Schlagkraft, der die 9  Bogen (die Feinde Ägyptens) bezwingt, Majestät, die alle Länder erobert". (nach Schneider)
Nebtiname  saA-xprw wr-bj3wt "Der die Gestalten groß macht, mit großen Wundertaten". (nach Schneider L.d.Ph.)
Eigenname  wsrkn-mrj-Jmn 
(Osorkon-meri-amun)
„Osorkon – geliebt von Amun“
(nach Schneider)

 

Zum Problem der Regierungslänge König Osorkons I.

Die Länge der Regierungszeit Königs Osorkon I. ist in Fachkreisen umstritten und schwankt je nach Auffassung der Gelehrten zwischen 15 und 38 Jahren. Eindeutig belegt sind sein:

Jahr 4,

Jahr 10, 

Jahr 12 (in der Nilstandsmarke Nr. 2 am Kai in Karnak)

Auf einer Mumienbinde wird ein „Jahr 33“ unter dem Hohenpriesters des Amun Iuwelot  genannt - nach Quibell (Ramesseum)  –  diese Datum ist jedoch umstritten. Ebenfalls umstritten ist das Datum „Jahr 36“auf einer Stele, die aus Abydos stammt, sie wurde wahrscheinlich von einem libyschen Großfürst namens Paschedbastet gestiftet.

Manetho gibt den König nach Africanus und Eusebius, die ihn "Osorthon" nennen, 15 Regierungsjahre, was wohl zu kurz sein dürfte. Der Regierungsbeginn des Königs kann mit Sicherheit zwischen 927/26 (wahrscheinlich 924) und 921/20  angesetzt werden, das Ende lag zwischen 891 und 883 - am wahrscheinlichsten ist 888 oder 886 v. Chr.

Belege:

Große Stele des Iuwlot aus dem ersten Hof des Karnaktempels, nahe dem Barkenschrein Sethos II. gefunden
 (sog.
Stele de I ápanage").
In Zeile 3. des Haupttextes wird ein „Jahr 10 (4. Monat der schemu–Jahreszeit, Tag 30) “ für Osorkon I. genannt. 

Auf Mumienbändern des #nzwmAaxrw wird ein „Jahr 1“ ein „Jahr 12“ und ein „Jahr 23“ für Osorkon I. genannt.
 Sie befinden sich heute im Museum für Völkerkunde, Hamburg.

Auf den Mumienbändern eines gewissen Nxt.f–Mwt (Begräbnis „E“ im Ramesseum PM I, 679–80) befindet sich
 das Datum „Jahr 33“ für Osorkon I.

Allgemein:

Wirtschaftlich scheint es Ägypten unter der 21. und 22. Dynastie sehr gut gegangen zu sein. Wenn wir einer Auflistung aus dem vom König in Bubastis gebauten Atumtempel Glauben schenken dürfen, so stiftete König Osorkon I. in seinen ersten vier Jahren den wichtigsten Tempeln Unterägyptens (bzw. den Göttern Re–Harachte, Hathor-Nebethetepet, Mut und Herischef in Heliopolis und Thot in Hermopolis, Bastet und Amun–Re in Bubastis) rund 2,3 Millionen Deben = 27.000kg an Gold und 2 Millionen Deben = 180.000kg an Silber, das ist eine gewaltige Summe. Woher diese großen Mengen an Edelmetall kamen ist unklar. Wahrscheinlich stammten sie aus der prosperierenden Wirtschaft und den weitreichenden Handelsbeziehungen Ägyptens – wohl weniger aus dem angeblichen Tempelschatz den Scheschonq I. aus dem 
Jahve-Tempel in Jerusalem genommen haben soll, da dieser Schatz nur in den Erzählungen des Alten Testaments existiert.

Ein Stelenfragment aus Bubastis gibt auch Auskunft, dass der König Steuern auf die Weinproduktion der Oasen erhoben hatte, die teilweise den Tempeln zugewiesen wurden. 

Nach Aussage des Alten Testaments (2 Chronik 14,9–15) soll ein Kuschit mit Namen Zerach („Serah, der Kuschit“) das Königreich Juda angegriffen haben, von König Asa aber zurückgeschlagen worden sei. Nach Kenneth Kitchen handelt es sich dabei um ein militärisches Unternehmen, etwa im 28. Jahr von Osorkon I. um 897 v. Chr., wobei Osorkon I. einen kuschitischen General namens Zerach/Serah gegen Juda schickte. (Anmerkung Co-Autor J. H. Pirzer: für die libysche Zeit vollkommen unglaubwürdig). Der Professor für das Alte Testament an der Humbold-Universität Berlin, Bernd U. Schipper (Schipper 1999- Israel und Ägypten in der Königszeit), hält dagegen diese Auseinandersetzung für fiktiv. 

2. Chronik 14,9 – 15:

9.   Da zog gegen sie Zerach, der Kuschit, mit einem Heer von einer Million 
      und mit 300 Streitwagen, und er kam bis Marescha.

10. Da zog Asa vor ihn hin, und sie stellten sich zum Kampf auf im Tal nördlich
      von Marescha.

11. Und es rief Asa zu Jahwe, seinem Gott, und er sprach: Jahve, außer dir gibt
      es keinen, der helfen könnte, zwischen einem Starken und einem
      Schwachen. Hilf uns Jahwe, unser Gott, denn auf dich stützen wir uns und 
      in deinem Namen sind wir gegen diese Menge gekommen. Jahwe, unser
      Gott bis du. Keiner vermag etwas dir gegenüber.

12. Da schlug Jahwe die Kuschiten vor Asa und vor Juda; und die Kuschiten
      flohen.

13. Und Asa und das Volk, das mit ihm war, verfolgten sie bis nach Gerar, 
      und von den Kuschiten fielen so viele, dass keiner am Leben blieb, denn 
      sie wurden zerschmettert vor Jahwe und vor seinem Heerlager, und sie
      trugen sehr viel Beute davon.

14. Und sie schlugen alle Städte rings um Gerar, denn der Schrecken Jahwes
       war über ihnen, und sie plünderten alle Städte, denn es war viel Beute in
       ihnen.

15. Und auch die Herdenbesitzer schlugen sie, und sie führten Kleinvieh in
      großer Zahl und Kamele weg und kehrten nach Jerusalem zurück.

Familie:

 

Maatkara B

Gemahlin König Osorkons I.
Tochter König Psusennes II.
 
Mutter vom HPA Schoschenq / König Schoschenq (II) (?)
Titel: " sAt-nsw (sat–nesu)  „Königstochter“
            
Hm(t)–nTr !wt-Hr  (hemet–netjer  Hathor) 
            
„Priesterin der Hathor“
Genannt auf zwei Statuen ( Nilgott-Statue EA 8 u. Statue Kairo JdE 42194 mit heiligem Stab der Hathor) die durch ihren Sohn hergestellt/usurpiert wurden, auf denen sie jedoch seltsamerweise nicht den Titel einer Königsgemahlin trägt, auch ist ihr Name nicht in eine Kartusche geschrieben. Als Prinzessin (Tochter eines Königs Hor-Pasebkhanut/Psusennes II.) wird sie zweimal in einer Inschrift an der Nordseite des westlichen Turmes am 7. Pylons in Karnak genannt (Quelle: JEA 95, S. 112).

Nach Aidan Dodson (Afterglow) scheint sie noch vor der Thronbesteigung ihres Gemahls Osorkon I. verstorben zu sein, da auf den Denkmälern ihres Sohnes Schoschenq (Q) keinerlei königliche Titel ersichtlich sind, nur diejenigen einer "Königstochter des Herrn der beiden Länder Hor-Psusennes, (Psusennes II.), geliebt von Amun" .

Quellen: 
Dodson/Complete Royal Families, 
Dodson, Afterglow of Empire,
Dodson, JEA95, Iuput,Tha
Tyldesley/Königinnen des Alten Ägyptens

Tashedkhonsu

 

Gemahlin König Osorkons I.
Mutter von König Takeloth I.
Bekannt durch die berühmte Stele des Pasenhor B.
Uschebti Fundnummer 42 aus dem Begräbnis König Takeloths I. im Grab Osorkons II
Quellen:
Dodson/Complete Royal Families, 
Tyldesley/Königinnen des Alten Ägyptens

Shepensopdet A

 

Vielleicht eine Gemahlin König Osorkon I.
Mutter von Osorkon H
Titel:  "Hmt-nsw (hemet–nesu) „Königsgemahlin“
Bekannt von Uschebtis die in der Vorkammer des Grabes Nr. 2 in Herakleopolis gefunden wurden
Quellen:
Dodson/Complete Royal Families, 

     

Schoschenq (Q) 
(nach neuerer Nummerierung - 
siehe Dodson/Afterglow)

frühere Benennung als Schoschenq (C).

Sohn von König Osorkons I. und dessen Gemahlin Maatkare B
Gemahlinnen: Ikhya, Nesi(ta)nebetaashru (B) and Nesitawadjetakhet (alle nach Afterglow)
Kinder: Harsiese A, Osorkon D
Titel: sA-nsw (sa–nesu)  „Königssohn“
Hm-nTr tpy n Imn "
Hohepriester des Amun"

Er übte das Amt des Hohenpriesters in Karnak während des größten Teils der Regierung seines Vaters aus. Während dieser Zeit ließ er zwei Statuen herstellen/usurpieren -  eine von sich selbst als Stabträger, heute in Kairo (CG 42194), die andere stellt den Nilgott dar ( EA 8 siehe weiter oben) und befindet sich im Britischen Museum.

Außerdem ließ er eine stehende Theophor-Statue, die aus der 18. Dynastie stammt, für sich neu beschriften - heute in  Kairo (CG42193).

Auf seiner zweiten Statue (Nilgott) ist sein Name in einer Kartusche geschrieben, weshalb er bis vor einigen Jahren allgemein mit König
Heqakheperre Schoschenq, (IIa), der im Grab König Psusennes I. in Tanis beigesetzt wurde, gleichgesetzt wurde.
Dies ist jedoch nicht so eindeutig wie immer behauptet wurde - im Gegenteil, nach heutiger Auffassung wird dieses allgemein abgelehnt.
siehe Jansen-Winkeln - Handbook und Aidan Dodson JEA95

Lexikon der Pharaonen /Schneider
Afterglow of Empire/Aidan Dodson
JEA95, 2009, London/The Prophet of Amun Iuput and his Distinguished Ancestors;
Stehender Theophor
Handbook of Egyptian Chronology, K-Jansen-Winkeln 2005

  Nennungen von Prinz Schoschenq, dem Hohepriester des Amun in Karnak:

Nilgott-Statue - gestiftet von Prinz Schoschenq 
          heute Britisches Museum EA 8   (Höhe: 2,20 m) 

Auf der linken Seite ist hinter dem Bein des Gottes ein Bildnis von Prinz Schoschenq in anbetender Haltung eingraviert, Schoschenq  trägt das typische Gewand (Panterfell) des Sem-Priesters. Aus der Widmungsinschrift auf der Statuette, gestiftet von Schoschenq selber, geht hervor, dass Maatkare (B) die Mutter von Schoschenq war. Schoschenq bezeichnet sich dort als:
"........... erster Prophet des Amun–Re, König der Götter, Oberbefehlshaber und Prinz Schoschenq–meriamun, den Rechtmäßigen, Sohn des Herrn der Beiden Länder, Osorkon–meriamun und der Großen Königsgemahlin, Tochter des Königs Pesibkenno (Psusennes II.) Maatkare“.
Bild:      Statue of the Nile-god Hapy, British Museum
Autor:   Michael Derr, 7. April 2010
Lizenz:   CC BY 2.0

 

Stabträgerstatue - usurpiert von Prinz Schoschenq 

Lt. den Inschriften auf dem Rückenpfeiler dieser Statue müsste man sie auf die 22. Dynastie datieren. Angeblich stellt sie den 1. Propheten des Amun-Re, den Prinzen Schoschenq (C) oder nach Aidan Dodson den HPA Sheshonq Q, dar. Die Inschrift zu Schoschenq lautet:

"Der Hohepriester des Amun-Re, König der Götter, Oberbefehlshaber des Heeres, legitimer Prinz Schoschenq, Sohn des Herrn der Beiden Länder, Osorkon Meriamun."

Die Proportionen, die Gesichtszüge, der Stil und die Kleidung lassen eine Datierung in die späte 18. Dynastie oder frühe 19. Dynastie vermuten. 

Bild:   Statue of a Standard-bearer, usurp. by Prince Sheshonq
User:  Tjflex2 Flickr-Album, King Tut-Ausst. Seattle 2012
Lizenz: CC BY NC-ND 2.0

 

Kairo:      JE 36988 = CG 42194
Material: Grüne weißgeaderte Breccie
Höhe: 48 cm, 
gefunden: Karnak, Tempel des Amun 
                (Cachette Hof)
                Ausgrabung von G. Legrain 
                (1903-1904)

 

 

 

 




Bei dieser Statue fehlt der untere Teil der Beine, sie stellt eine gehende männliche Person dar, die einen von einem Göttinnenkopf gekrönten Stab in der linken Hand hält. Die Göttin trägt eine dreigeteilte Perücke mit einem Uräus auf der Stirn und einem Aufsatz mit den Attributen der Hathor, Kuhhörner in deren Mitte die Sonnenscheibe thront. 

Es könnte sich um die Göttin Hathor handeln, aber auch um Mut, die Gemahlin des Amun-Re in Karnak, wo diese Figur gefunden wurde, ebenso wie um Isis, die bereits seit dem Ende der 18. Dynastie Merkmale der Hathor übernommen hatte.

Ursprünglich scheint diese Statue einen Priester dieser Göttin darzustellen, der ein Obergewand mit weiten, gefalteten Ärmeln und einen langen plissierten Schurz, der an der Hüfte verknotet ist und vorne in einem schmale Trapez ausläuft, trägt. Arme und Handgelenke sind mit Armreifen geschmückt. Der Priester trägt eine zweiteilige Perücke und die Augen in einem vollen Gesicht sind in die Länge gezogen. Die in die Länge gezogenen Augen werden von stark gewölbten Brauen betont. Die Nase ist schmal und gerade, der Mund voll und hat Grübchen an den nach unten gebogenen Winkeln. Um den Hals trägt er zwei breite Halsbänder, das sogenannte "Ehrengold". 

In der 22. Dynastie wurden bei der Wiederverwendung einige Veränderungen an der Statue vorgenommen. Die Gestalten von Amun-Re und Osiris wurden in den Torso und in das Trapez des Schurzes geschnitten, aus dem man die feinen plissierten Falten tilgte. Zur gleichen Zeit wurde die Beschädigung am rechten Ärmel des Obergewandes sehr sorgfältig repariert. Der Künstler, der die Statue in der 22. Dynastie umgearbeitet hat, reparierte sie, indem er einen Teil sorgfältig mit einem "Schwalbenschwanz" befestigte, um den abgebrochenen rechten Ärmel des Obergewandes zu ersetzen. Eine weitere Reparatur an der linken Hand wurde weit weniger sorgfältig ausgeführt, sie ist heute kürzer als in der ursprünglichen Form. 

 

Standfigur des HPA Schoschenq (Q)
heute im Museum Kairo CG 42193/JE 36661
Schwarzer Granit, H. 0,95 m 
Herkunft: Karnak-Cachette
PM II², 147

Der Hohe Priester des Amun, Schoschenq, - Sohn des Osorkon I. - hält eine Statuette des Gottes Amun vor sich. Die Inschriften nennen seinen Vater Osorkon und seine Frau Yia aber nicht seine Mutter.

 

 

Bild: Georges Legrain (1865-1917) 1914, wikipedia - Gemeinfrei

Drei Gefäßscherben aus Abydos (Umm el– Qab) mit der Nennung von Titel und Name des Hohenpriesters des Amun Schoschenq:

*

Im Museum von Durham befindet sich eine Bes-Statue, die evtl. aus Koptos stammt - mit Angabe des Namens und des Titels des Hohenpriester des Amun Schoschenq. Eigentlich gehört diese zerbrochene Statue zur Sammlung Alnwick Castle, No. 313 - befindet sich aber heute im Museum von Durham. Es handelt sich hier um eine Bes-Statue aus Arragonit-Gestein. Der erhaltene, untere Teil (von der Taille abwärts) der Statue misst heute noch 21,6 cm in der Höhe. Eine Inschrift, die sich oben und an der Basis der Statue befindet, berichtet von der Stiftung dieser Statue durch den Hohenpriester des Amun Schoschenq, dem Sohn Osorkons I. - zusammen mit dem späteren Hohenpriester des Amun Harsiese (A), einem Sohn von Prinz Schoschenq und dessen Gemahlin Nes[ta]nebtasheru (B).

Jedoch folgte Harsiese seinem Vater nicht direkt im Amt des Hohenpriesters des Amun zu Karnak sondern erst nach Smendes III. (eines Sohnes Osorkon I.) eine Dekade später. Der englische Ägyptologe Kenneth Kitchen nimmt an, dass die Nennung von Prinz Schoschenq eine postume Nennung von seinem Sohn Harsiese ist und daher in die frühen Jahre von König Osorkon II. gehört. Da Harsiese lt. Inschrift der Statue nur die Titel eines einfachen Priesters des Amun trägt, sollte diese Statue in die Zeit seines Vaters als HPA datiert werden. Die ebenfalls in der Inschrift genannte Dame Nes[ta]nebtasheru (B) war ebenso wie ihr Gemahl und auch ihr Sohn mit dem Amun-Kult in Theben verbunden und diente als Sängerin in der Residenz (Quelle: Ritner in "Libyan Anarchy")

Nach Ritner und auch Jansen-Winkeln sind (nach In-Augenscheinnahme im Oriental Museum der Universität von Durham) einzig der Name von Osorkon I. in einer Kartusche geschrieben, dagegen der Name des Sohnes Schoschenq nicht, dieser trägt den einfachen Titel des HPA zu Karnak. Legrain, Gauthier und auch Kitchen zitieren diese Statue lt. Ritner (Libyan Anarchy) fälschlicherweise als Beweis für die königlichen Ansprüche von Prinz Schoschenq, wobei dessen Kartuschen und Titeln identisch sein sollen mit der im Britischen Museum befindlichen Nilstatue (BM EA 8).

Text auf der Oberseite des Sockels (Quelle Ritner/Libyan Anarchy)
"Gemacht durch den Ersten Propheten des Amun – Re, König der Götter Schosch(enq),  den gerechtfertigten, Königssohn des Herrn der Beiden Länder (Osorkon, geliebt von Amun)|, zugunsten von seinem Sohn, den Propheten des 3 [A]mun – [Re], König der Götter, Harsiese, der gerechtfertigte [dessen Mutter ist die Sängerin in der Residenz des Oberhauptes(Chief) von den Beiden Länder, Nesnebtashreu, die gerechtfertigte, für seine Herrin Isis, residierend in Koptos, die Leben gibt, Wachstum, Gesundheit und Durchfahrt(?) “
Text um den Sockel  (Quelle Ritner/Libyan Anarchy)

" [ … ] Leben für [ … ] den Ersten Propheten des Amun – Re, König der Götter, dem großen General und Leiter, Schoschen(q), dem Gerechtfertigten, Königssohn des Herrn der Beiden Länder (Osorkon, geliebt von Amun)|, [… zugunsten von] seinem Sohn, den Propheten des [A]mun – [Re], König der Götter, Harsiese, der gerechtfertigte, dessen Mutter ist die Sängerin in der Residenz des Oberhauptes (Chief) von den Beiden Ländern, Nesnebtasheru, die gerechtfertigte, für seine Herrin Isis, Lady von Koptos, das sie möge Leben, Wachstum [und Gesundheit … ] “

*

Sockel und Füße einer Standstatue, wohl des Hohenpriesters Schoschenq, aus Alabaster, östlich vom Luxortempel gefunden - PM II., 337

Iuwlot

 

Sohn König Osorkon I. 
'Titel:   
s
A-nsw (sa–nesu) „Königssohn“

Hm-nTr tpi n imn-ra (Hem Netjer Tepi-en-Amun)
"Hohepriester des Amun-Re"
Einige Zeit nach Prinz Schoschenq geboren, tritt Prinz Iuwlot  zum erstenmal im Jahr 10 seines Vaters in Erscheinung. Ins Amt des Hohenpriesters des Amun zu Karnak gelangte er wahrscheinlich nach Schoschenq, wohl aber noch unter der Regierung Osorkons I., auf jeden Fall aber noch vor Jahr 5 König Takelot I. – genannt in einer Nilstandsmarke in Karnak.

Stele Iuwlot wahrscheinlich aus Theben stammend -  heute im Britischen Museum, London BM 1224. (PM I², 809) -
Beiworte auf der Stele: "Der gute Gesetze erlässt in Oberägypten"

Stele Iuwlot im 1, Hof des Karnaktempels nahe dem Barkenschrein Sethos II. gefunden (sog. „Stele de I ápanage") – heute Kairo, JdE 31882.

Quellen:
Dodson/Complete Royal Families, ÄAT Bd. 8/1 Ägypt. Biographien

Iuwlot folgte seinem Bruder Schoschenq nach dessen Tode in das Amt des Hohenpriesters zu Karnak. Von ihm fand sich Votivkeramik in Umm el-Qaab. Allerdings ist sein Name hier in sehr seltsamer hieroglyphischer Schreibung wiedergegeben. Iuwlot ist verhältnismäßig gut bekannt. Von ihm sind mehrere Dokumente oder Monumente erhalten, dazu zählen eine Stele aus Kalkstein und eine weitere aus Theben stammende Stele aus Rosengranit, ein Altarständer, mehrere Nilstandsmarken am Kai von Karnak, er stiftete eine Thothstatue und ist auf mehreren Objekten von Familienangehörigen  erwähnt.

Granitstele des HPA Iuwlot
heute im Brit. Museum London 1224 (PM I², 809)
Kalkstein, H. 63,3cm; max. B. 41,8cm
Fundort: wohl Theben (?)
Sie wurde 1897 von R. J. Moos & Company erworben.

Lt. Jansen-Winkeln (1) handelt es sich wohl um eine Grabstele auf welcher der Verstorbene mit seiner "Schwester" (Frau) T(a)denit(enbast dargestellt ist. Beide im Anbetungsgestus vor Re-Harachte. 

Im Bildteil kniet der Hohepriester Iuwlot, der mit einem Pantherfell bekleidet ist zusammen mit seiner Gemahlin  (&A-)dnjtnBAstt)v vor der Sonnenbarke. Im Textfeld befinden sich neun Hieroglyphenzeilen, di einen Sonnenhymnus beinhalten. 

Über der Sonnenbarke befinden sich zwei Affen in anbetender Haltung: "Adoration".

Bild: E. A. Wallis Budge (1857-1934) 
British Museum: A Guide to the Egyption galleries (sculpture) 1909 - public domain

Die Schreibungen seines Namens sind relativ einheitlich, nur wenige Varianten waren bislang bekannt. Die Schreibung auf einigen neuentdeckten Scherben in Umm el–Qaab sind jedoch äußerst eigenartig. Besonders auffällig ist das Determinativ des Namens Iuweots. Bei dem „Strich“ am Kopf handelt es sich um ein Rangabzeichen/Titel (nicht um einen Uräus) der libyschen Fürsten, nämlich die sog. "Libyerfeder". Nach Lexikon der Pharaonen hatte Iuwlot das Amt des Hohenpriesters des Amun von 894–884 inne.

Im Vorhof des Karnaktempels nahe der Dreifachkapelle Sethos II. fand Legrain eine Granitstele  („Stele de l´apanage“ heute Kairo, JdE 31882). Es handelt sich um eine Besitzbestätigung des Amun, über Grundbesitz, den Iulotj  „als er ein Jüngling war, zur Zeit seines Vaters des König Osorkon–meiamun (Osorkon I.) im 10. am letzten Tag des 3. Monats des Sommers“ begründet hatte. Dieser Besitz sollte auf seinen Sohn Chaemwaset übergehen, welchen ihn die „Tochter des Königssohnes“ &3-dnjt-n-B3st  geboren hatte.

Der Besitz bestand aus insgesamt 556 Aruren Land also 153 ha. Sein Kernstück bestand aus zwei Gütern, die Iulotj an sich gebracht hatte und zu einem Gutsbetrieb zusammenfasste, daher die Bezeichnung als „Gründung“. Zu dem Besitz gehörten 35 Hörige beiderlei Geschlechts, die mitübernommen wurden. Letztere werden mit 15 Deben 3 1 /3 Kite Silber bewertet, die Kerngüter mit ca. 13 Deben.

Der Stelentext enthält auch einige weitere interessante Angaben zu Iulotj. Der Hohepriester wird wie seine Vorgänger als „Oberkommandierender “ und „Anführer“ bezeichnet „..........  der Hohepriester des Amunrasonter, Anführer Iulotj, der Selige, der an der Spitze der großen Heere von Oberägypten ist, bis an den Distrikt (Gau) von Assiut “. 
Dies bedeutet aber, dass er über den bedeutenden Militärstützpunkt El–Hibe keine Kommandogewalt hatte (Quelle: SAK 17 - Karl Jansen-Winkeln 1990).

Smendes/Nesibanebdjedet III.

 

Sohn König Osorkon I. 
Titel:   sA-nsw (sa–nesu) „Königssohn
Hm-nTr tpy n Imn" (hemet–netjer  tepy  en  Amun)
  „Hoherpriester des Amun in 
Karnak         

Er bekleidete das Amt des Hohenpriesters des Amun zu Karnak als Nachfolger seines Bruders Iuwlot unter der Regierung seines Bruders Takelot I. – Nilstandsmarken der Jahre 8 und 14 am Kai von Karnak.

In New York befindet sich eine Schreibpalette die ihm oder auch Smendes II. ( I.) zuzuschreiben ist. Seine Tochter Tanetamun, eine Sängerin im Tempel des Herischef, könnte mit Osorkon H verheiratet gewesen sein. Sie war begraben in Grab 4  in Herakleopolis.

Quellen:
Dodson/Complete Royal Families, Lexikon der Pharaonen/Schneider

         

Osorkon H.

 

möglicherweise ein Sohn König Osorkon I. 
Mutter: Shepensopdet A
Titel:   sA-nsw (sa–nesu) „Königssohn
 
           "Hm-nTr tpy n !rySf (hem–netjer  tepy en Heryshef)
             "Hoherpriester des Heryshef (oder
Arsaphes in Herakleopolis)"
           
   imy-r  mSa  (imy–ro  mesha)   „General “         

Bekannt durch sein Grab (Nr. 2) in Herakleopolis.

Quellen:
Dodson/Complete Royal Families, Lexikon der Pharaonen/Schneider
    
Takelot 

 

Sohn Osorkon I. und Taschedkhonsu
- regierte als
Takelot I. um 890-877 v. Chr. Manetho nennt für ihn eine Regierungszeit von 13 Jahren -
Titel:   sA-nsw (sa–nesu) „Königssohn"
 
              

Er wird in der Genealogie auf der Serapeumsstele des Priesters Pasenhor genannt (aus dem 37. Jahr Schoschenq V.). Danach ist Takelot I. der Sohn Osorkons und seiner Gemahlin Taschedkhonsu. Seine Gemahlin hieß  Kapes. Takelot 1 wurde im Grab des Osorkon II. in Tanis beigesetzt.

Quellen:
Dodson/Complete Royal Families, Lexikon der Pharaonen/Schneider

Statuen und Belege des Königs:

 

                Statuenfragment Osorkon I.

Bei dem Statuenfragment, das 1881 vom Bonner  Ägyptologen A. Wiedemann*** bei einem Bankier in Neapel entdeckt wurde handelt es sich um einen 60 cm hohen Torso aus rotem Granit. Auf der Brustpartie trägt der Torso eine phönizische Inschrift, die um die Kartusche mit dem Thronnamen des Königs (Sechem-cheper-re setepenre)
und um das Epitheton stp-n-Ra. gruppiert ist 

„[Votiv]bild, welches herstellte Elibaal, König von Byblos, Sohn des Jehi[milk, König von Byblos, der Herr]in von Byblos, seiner Gebieterin. Es möge lange machen die Herrin von [Byblos die Tage des] E]libaal und seine Jahre über [Byblos]."

(Übersetz. nach Donner/Röllig a.a.O. 8f - Ältere Literatur bei PM VII, 388).
 
Die Statue befindet sich heute im Louvre, Inv.Nr.AO 9502 PM VII, 388 (roter Granit, H. 60 cm, B. 36 cm). 

Datei:   Louvre-Egyptien-9.jpg
Autor:   Rama
Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 France

***Anmerkung: siehe Wiedemann, Ägypt. Geschichte, 553 mit Anmerkung 4 und ders., Varia 14)

Auf der Brust befindet sich eine Kartusche mit dem Thronnamen König Osorkons I. und das Epitheton stp-n-Ra; hinzu kommen zwei weitere hieroglyphische Inschriften, die sich auf zwei weiteren, von Montet gefundenen Fragmenten befinden:

  1. Auf dem Rückenpfeiler steht der Horusname Osorkons I. mit Zusatz:"(!r-anx-psD.t ) kA-nx.t-mry-Ra
    (Horus, der der Neunheit Leben gibt) starker Stier, Geliebter des Re“).

  2. Auf dem Sockel steht neben einem Fuß: njsw.t bitj nb tA.wj Sxm- xpr-Ra, stp-n-Ra dj anx („König von Ober– und Unterägypten, Herr der beiden Länder, Sxm-xpr-Ra, Erwählter des Re, dem Leben gegeben ist“).

(Montet, a.a.O.,51 - auch Dunand, Byblos I, Nr. 1048, 17-18 und zum Namen Bonhème, a.a.O.,143)

Die Statue Osorkons I. stammt zwar aus dem Kunsthandel, anhand der Inschriften wird jedoch deutlich, dass sie im Tempel der byblischen Stadtgöttin Baalat Gebal stand. Der Ägyptologe H. Altenmüller vermutet, die Statue habe Osorkon I. als Stabträger dargestellt. Es wäre lt. Altenmüller aber auch möglich, dass Osorkon hier als Darbringer von Libationsspenden dargestellt war. 

Umstritten ist, wann dieses ägyptische Bildwerk in die libanesische Küstenstadt gelangte und welcher Zeitraum zwischen seiner Entstehung und der Anbringung der sekundären Weiheinschrift lag. Es wird in Fachkreisen heftig diskutiert, ob Osorkon I. hier durch Anbringen seiner Kartusche auf der Brust des Torsos (ein sehr ungewöhnlicher Platz bei einer königlichen Statuette) eine Skulptur aus der Zeit des Haremhab usurpierte oder ob er sich lediglich an den Stil dieser früheren Periode anlehnte.

Allgemein geht man davon aus, dass die Statue des Osorkon I. (ebenso wie die Sitzstatue seines Vaters Schoschenq I., von der 1894 ein Fragment in Byblos gefunden wurde - heute im Museum Beirut) vom ägyptischen König an Elibaal, König von Byblos geschickt wurde. Daraus wird gewöhnlich auf die Zeitgleichheit von Elibaal und König Osorkon I. geschlossen und man sieht sogar in dieser Statue ein Geschenk des ägyptischen Königs an den byblitischen Fürsten. Der Ägyptologe Wolfgang Helck äußerte jedoch Zweifel an einem Synchronismus (siehe Göttinger Miszellen 56) zwischen Elibaal und König Osorkon I., während der Ägyptologe Albright (Albright 1947) davon ausgeht, dass König Elibaal ungefähr ein Zeitgenosse Osorkons I. gewesen sei, weil die Weihung einer ägyptischen Königsstatue an eine fremde Gottheit - in diesem Fall an die Schutzgöttin von Byblos - wohl eher für die Regierungszeit des Königs als für die Zeit nach seinem Tod (siehe David Rohl/Pharaonen und Propheten 1995) anzunehmen sei.

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            Amphore aus Alabaster

Im Begräbnis Takeloths I. im Grab Osorkon II. in Tanis fand sich eine große Alabasteramphore. Auf dem Gefäß befindet sich Thron- und Geburtsname König Osorkon I. auf dem Goldzeichen mit Doppelfederkrone und Sonnenscheibe.

 

(Zeichnung: aus  ÄAT 44- bearbeitet von Nefershapiland)

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Im Begräbnis Takeloths I. im Grabe Osorkons II. in Tanis fanden die Ausgräber drei Goldplaketten (Teile von Schmuckstücken ?) mit Kartuschen. Diese Stücke wurden während der Grabung gestohlen.

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             Königssphinx Osorkon I. - Wien
Im Kunsthistorischen Museum in Wien (Inv. Nr. ÄS 52 / PM VIII. 129) befindet sich ein Königssphinx mit den Kartuschen Osorkon I. Vermutlich stammt die Sphinx aus dem Gebiet zwischen Herakleopolis und Bubastis. Siebenmal ist auf ihr die Kartusche des Königs eingraviert. Die Plastik ist von grober Arbeit - anscheinend blieb sie unvollendete. Den Kopf ziert das Nemeskopftuch und der Zeremonialbart.

Material: Basalt
Maße: H. 38 cm, B. 26,5 cm, erhaltene Länge heute 51 cm.

           Statue des Königs im Darbringungsgestus
Brooklyn-Museum, New York, Ch.-E.-Wilbour-Fund 
              - Inventar-Nr. 
57.92. - Höhe 14 cm -

Der König ist in schreitender Haltung dargestellt, der linke Arm, dessen Hand ein kugeliges Weingefäß hält, ist im charakteristischen Darbringungsgestus im Ellbogen gebeugt. Mit Sicherheit wäre der rechte Arm in derselben Haltung zu ergänzen. Der Herrscher trägt den Königsschurz, dessen Falten durch eingelegte Goldfäden angegeben sind. Den Kopf bedeckt das mit der Uräusschlange geschmückte beutelförmige "Chatkopftuch", die den Hals frei lässt und das feine, individuell gestaltete Gesicht umrahmt. 

Die breiten Schultern des Königs stehen im Gegensatz zu den schlanken Hüften.
An dem sehr fleischlich wiedergegebenen Körper betont die runde Vertiefung des Nabels die leichte Schwellung des Bauches. Nicht nur auf dem Schurz, sondern auch auf dem Körper in Tauschiertechnik eingesetzt. Auf der Brust und Schurz der Statuette befinden sich die beiden Namenskartuschen des Königs. Gefunden wurde die Statuette in Shibiu el Qanatir, nahe Heliopolis.

Material: Bronze mit Gold, Silber und Kupfer tauschiert            

Bild:    King Osorkon I.
Autor:  Brocklyn Museum - Charles Edwin Wilbour Found, 10.6.2014
            - wikipedia
Lizenz: no restrictions

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Schenkungsstele aus der Gegend von Heliopolis – heute im Metropolitan Museum, New York 10.176.42. Im Bildfeld opfert Osorkon I. ein Feld vor Re-Harachte und einer Göttin. In Zeile 1. wird ein Datum gegeben „Jahr 6 “.

   Donations-Stele Osorkon I - Metropolitan-Museum

Der König opfert Land, dargestellt durch die Hieroglyphe für "Feld" vor Re–Harachte und der Göttin Nebet– Hetepet. Darunter acht Textzeilen an deren Beginn das Datum "Jahr 6" des Königs steht. 

heute im Metropolitan-Museum, New York: 10.176.42

Bild: OsorkonI-DonationStelaeMetropolitanMuseum-png
Autor: Keith Schengili-Roberts
Lizenz: Creative Commons CC-BY-SA-2.5

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        Schenkungsstele aus der Zeit Osorkon I.
          - 
heute im Museum Louvre Paris - 
Der König rechts trägt die Blaue Krone und opfert anscheinend in zwei kugeligen Gefäßen, Wein oder Milch vor zwei weiblichen Gottheiten mit Sonnenscheibe und Kuhgehörn auf ihren Köpfen. Über der Szene befindet sich die geflügelte Sonnenscheibe mit Uräen.
Unter dem Bildfeld befinden sich vier waggerechte Textzeilen: 
Der König von Ober– und Unterägypten, der Herr der Beiden Länder (Sekhemkheperre–setpenre)|, der Sohn des Re, der Herr der Kronen (Osorkon meriamun)|, beschenkt mit Leben wie Re ewiglich"

Dieses Bild aus Wikipedia wurde von seinem Urheber Neithsabes gemeinfrei gestellt..  

 

 

Beamte unter Osorkon I.:

In Tell el–Balamun befindet sich die Grabstätte des Wesirs Jkn, sie liegt an der Nordostecke der Umfassungsmauer des hiesigen großen Tempels. Auf Teilen seiner Grabausstattung befinden sich Hinweise auf ihn während der Regierungszeit Osorkon I.
                                                                                                                          *

Ein gewisser Nespahoren(ta)het war Prophet der Amaunet (gilt im Urgötterkreis der "Achtheit von Hermopolis als" als  weibliches Gegenstück von Amun in Karnak wird sie neben der Göttin Mut als Gefährtin des Amun dargestellt) in Karnak. Er war der Sohn eines "Nespautitaui". In der Cachette von Karnak fand sich eine Hockerstatue von ihm – heute Kairo CG 42189. An der Vorderseite der Statue befindet sich eine Darstellung des Verstorbenen wie er vor Amun–Re und Ament weihräuchert. Gestiftet wurde die Statue von dessen Sohn namens Anch-ef-en-chons. (Material: Schwarzer Granit; Höhe 62cm, Breite 33 cm)
                                                                                             *

Der Amunpriester und Schwiegersohn des Iuput (Ipwtj) "Djed-Chons-uef-anch  I." gehörte unter der Regierung Osorkons I. zu einer der mächtigsten und einflussreichsten Familien seiner Zeit. Er war der Sohn des "Nj-sw-Pr-nj-nbw". Er war der Stifter der Stele Berlin 14.658 (Horusstelenfragment unpubliziert, vergl. Sternberg Horusstelen I., 40; 80; 84;86; II. 9-10; Name des Besitzers in Z [x+7] der Rückseite) und drei weiterer Stelen, die sich in Philadelphia (E 12.514) Kairo (Kairo JdE 47.289) und Turin (o. Nr.) befinden. Diese Familie war die angesehenste in Theben während der 22. Dynastie, wobei ihr Aufstieg unter Schoschenq I. begann und bis zum Beginn der Äthiopienherrschaft währte. Die Mitglieder der Familie, deren Vorfahren sich durch 9 Generationen zurück bis in die 20. Dynastie verfolgen lassen, verbanden sich dreimal mit dem Königshaus. Der älteste Sohn des "Nj-sw-Pr-nj-nbw" , (ein gewöhnlicher Prophet des Amun)  "Djed-Chons-uef-anch I." gelangte durch die Heirat mit "Neschonspichrod", der Tochter des Hohepriesters des Amun Iuput I. (einem Sohn König Schoschenq I.), die eine Enkelin des König Schoschenq I. war, zu erhöhten Ehren. Er erhielt das Amt des "4. Propheten des Amun in Karnak" und besaß zusätzlich eine Reihe von Nebenpfründen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass von  "Djed-Chons-uef-anch I." vier mehr oder weniger gleiche Stelen mit zylindrischer und eine Scheddarstellung tragender Basis gestiftet wurden. Da die Stelen außer Namen und Titel keine biographischen Angaben verzeichnen, kann man nicht bestimmen, zu welchem Zeitpunkt seiner Laufbahn Djed-Chons-uef-anch diese Stelen stiftete. 

                                                                                                    *

Von +dBAsttjw.fax (Djed-Bastet-ef-anch - zur Schreibung des Namens siehe GM 14 u. 57) einem weiteren Beamte zur Zeit König Osorkon I., stammt ebenfalls ein Würfelhocker aus der Cachette von Karnak, heute Kairo, JdE 37527. Er war ein Sohn des Shedsudhout (lt. PM II., S. 151). Die Statue trägt auf der rechten Schulter die Kartuschen König Osorkons I. Auf der linken Seite oben (vor einer Darstellung von Isis und Osiris) steht "(Sie belohnen den) der freundlich ist zu dem (pawt-) Menschen, der ohne Tadel ist unter den (rxjwt-) Leuten, der einzige (in) der Einsamkeit dessen, der im Palast ist (des Königs) und eines jeden, der Kummer hat."
(Zitat: ÄAT 8/1 Ägyptische Biographien der 22. u. 23. Dynastien /Karl Jansen-Winkeln/Harrassowitz-Verlag 1985)  

                                                                                                    *

Aus Abydos stammt eine Kalksteinstele eines gewissen PA-SdBAst.t / P-SdjBAst  = Pashedbastet, der unter Osorkon I. lebte, und das Amt des "4. Propheten des Amun "zu Karnak bekleidete. Er war seines Zeichens ein Großfürst der Libu. Zweifellos kam er aus dem Militär, da er den Titel eines „Königssohn des Ramses“ trug. Bei ihm könnte es sich eventuell um einen Sohn Osorkon I. handeln. Leider ist nur der untere Teil der Stele erhalten geblieben. Die Stele befindet sich heute in London im Universitäts-College in London – UC 14496.

Manche Gelehrte wollen das Datum der Stele als Jahr 36 ergänzen, dies wäre die höchste Nennung für Osorkon I., jedoch ist diese Ergänzung umstritten.   

                                      Pr/22D/Kn 001:    Stele UC 14496
                           (Übersetzung: Grallert / Bauen-Stiften-Weihen)

„[Regierungsjahr] 10 + x, x Monat der peret-Jahreszeit, Tag 26 unter der Majestät der Königs von Ober- und Unterägypten, Herr der Beiden Länder (Sechemcheperre–setepenre)|, Sohn des Re, der Herr der Kronen, geliebt von Amun–Re, (Osorkon), er möge Leben ewiglich. [An diesem Tag.]  Da spazierte der vierte Prophet des Amun–Re, Herr der Götter „Königssohn von Ramses“, Oberhaupt der Ma und Führer, PASdBast.t, „Wahr an Stimme“ in der Wüste. Da fand er eine Stele von Rasetjau an der Seite der Spitze von !Ap.tnb.s wie (eine), die gebracht wird aus Rasetjau an der Seite von Anch–taui.  Da machte er sie heilig und umgab sie mit Stelen, gab ihr Ackerland [ … ], stiftete ihr ein tägliches Opfer an Gottesopfern, Brot, Bier, Wein, Weihrauch, Libationen [ … ] als Tagesbedarf für seinen Herrn Osiris–Chontamenti, Herrn von Abydos ewig und ewig. “

Bauten:

Nur spärliche Reste einer Bautätigkeit König Osorkons I. haben sich erhalten

Bubastis:

In Tell Basta dem altägyptischen Pr-B3stt / Per–Bastet (Haus der Göttin Bastet, griechisch Bubastis), führten König Osorkon I. und II. mit wiederverwendeten Baumaterial zum Teil aus der Zeit Ramses II.  Erweiterungsarbeiten durch. 
König Osorkon I. ließ hier den I. Säulenhof errichten.
Es handelt sich um einen großen Hof, der auf drei Seiten mit Säulen umgeben ist (insgesamt 18 Säulen) mit einer Abmessung von 29 (24?) x  48m. Bei seinen Ausgrabungen fand Henri Édouard Naville (Schweizer Ägyptologe) hier verbaute Steinblöcke, welche die Kartuschen von König Cheops, Chephren, Sesostris III. und anderen früheren Königen tragen.

Ein zweiter Säulensaal dahinter bildete den Hypostyl. Aus den hier gefundenen Säulen kann man auf eine basilikal erhöhte Mittelhalle aus geschlossenen Papyrusbündelsäulen von 7 m Höhe schließen, die von niedrigeren Säulen umgeben waren, teils mit Hathor– teils mit Palmstammkapitellen. Sie bestanden aus Granit und stammten wohl aus Tempeln des Mittleren und Alten Reiches. Die Beschriftung stammt aus der Zeit Osorkons I. und II.

Auf den schon vorhandenen Mauern des Tempels ließ Osorkon I. wo noch Platz war, Reliefs anbringen.

Fragmente der Wanddekoration Osorkons I. im Vorhof des großen Tempels – PM IV, 28:

    Reliefszene aus dem Eingangshof Osorkons I.



            Reliefdekoration eines Granitblocks in Bubastis
Der König ist zu sehen wie er einer Gottheit die Statue der Maat darbringt. Der König trägt auf dem Haupt die Weißen Krone, am Kinn den Zeremonialbart, bekleidet ist er mit dem spitzen Schurz.
Material: Rosengranit
             (Zeichnung: Naville 1891)               Foto: Karol Mysliwiec/aus Herr der beiden Länder

        Relieffragment Osorkon I.
        - Opferszene Fragment D -


Louvre E. 10591:  König opfert Maat Amun und Mut 

Material:     Rosa Granit
Höhe:           140 cm 
Fundort:       Bubastis
Heute:          Louvre E. 10591

Schenkung der Ägyptenexpedition, Found 1891

Im Museum Berlin befindet sich das Fragment eines Hathorkapitells (Berlin 10834 - Hälfte vorhanden, in mehreren Teilen)  aus der Hypostylenhalle des großen Tempels aus Bubastis (siehe Jansen-Winkeln "Inschriften der Spätzeit II.) 

"Auch dem Berliner Kapitell lassen sich drei Fragmente aus Bubastis zuweisen, jedoch nur teilweise direkt anschließend. Der obere Teil einer Gesichtspartie kann unmittelbar angefügt und zwei Uräen mit Steg dem Bereich oberhalb des Gesichts zugeordnet werden. Ein weiteres Fragment ist durch seine Beschriftung und Darstellung auf der Unterseite, die spiegelbildlich angeordnet der Unterseite des Berliner Kapitells entspricht, einzufügen. Anhand der Inschrift wird deutlich, dass die Kanten nicht aneinander liegen, sondern dazwischen etwas Material fehlt."

(Zitat aus: "6. Ägyptologische Tempeltagung: Funktion und Gebrauch altägyptischer .../von Ben Haring,Andrea Klug/ Harrassowitz-Verlag 2007)

Ein erst kürzlich im Tempelgelände von Bubastis entdeckter Block trägt eine Inschrift, in der  König Osorkon I. den Wunsch äußert, dass seine Nachkommen

„Große [Herrscher] von Ägypten, Regenten, Prinzen, Hohe Priester des Amun, Großfürsten der M(eschwesch), Großfürsten] der Ausländer (Hasrjw) und Propheten des Herischef  “ 

werden sollten. 

Etwas Außerhalb des großen Bastettempels baute König Osorkon I. einen kleinen, dem Gott Atum geweihten Tempel. 
Das Bruchstück eines Granitpfeilers aus dem Atumtempel trägt u.a. den Rest eines Berichts über umfangreiche Spenden des Königs an verschiedene Tempel – (PM IV, 32)

In Zeile 3 befindet sich eine Datumsangabe: „Jahr 1. (1.Monat der [peret–Jahreszeit], Tag 7) “ sowie „Jahr 4. (4. Monat der Schemu– Jahrezeit, Tag 25)“. Das Fragment befindet sich heute im Museum zu Kairo.

Memphis:

König Osorkon I. stiftete in Memphis für den dortigen Tempelbezirk einen Schrein für die Göttin Bastet.

In München GI. 78 befindet sich ein Türsturz(fragment) PM III, 854 - gefunden in Mitrahina. In der linken Szene ist der König vor Schlachtopfern zu sehen, hinter ihm zwei Personen, rechts gegenüber stehen ein Gott und eine Göttin.

München Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst – Nr. GI. 78:
Bei einem aus Memphis stammenden Reliefblock aus Kalkstein handelt es sich um den linken Teil eines in mehrere Teile zerbrochenen Türsturzes (siehe den Reste eines Rundstabes oben). Maße: Höhe 68cm, Breite 1,75m, Tiefe 9,5cm

Von der einstigen spiegelsymmetrischen Bildanordnung ist nur mehr die linke und ein kleiner Teil der rechten Hälfte erhalten geblieben. In der Mitte der linken Darstellung ist ein Opfertisch zu sehen auf dem eine gefesselte Onyxantilope liegt. Vom Opfernden, der die Antilope an den Hörnern gepackt hält, sind nur die Beine, der Schurz, die linke Hand und der obere Teil der Atef-Krone erhalten, die ihn als König ausweist. In der Beischrift wird dieser als Osorkon I. identifiziert. Hinter dem König stehen zwei Männer (die erste Figur ist fast völlig zerstört, nur ein Rest der Schulter erhalten), bei dem zweiten handelt es sich um den Wedelträger Djed–Ptah–iuf–anch. Das Hauptmotiv zeigt den König wie er die langen Hörner der Antilope gepackt hält und ihre Kehle mit einem Messer durchschneidet. Die kurze Inschrift über dem Tier erläutert die Handlung als "Schlachten der Antilope" Als Opferempfänger stehen dem König die löwenköpfige Bastet und der falkenköpfige Horus gegenüber. Sie versprechen dem König „Stärke gegen alle Fremdländer “.

 

Apheoditopolis

In Athif, dem griechischen Apheoditopolis (im 22. oberägyptischen Gau), ließ Osorkon I. einen Isis-Tempel errichten. Hier fanden sich Relieffragmente von einer Kapelle (?) mit Resten einer Opferszene, in einem Grab aus ptolemäischer Zeit verbaut – PM IV, 76. 

Per-Sechemcheperre

In der Höhe des Fajumeingangs, nördlich von Herakleopolis, ließ Osorkon I. eine Sperrfestung, die den Namen trug „(Haus) des Sxm-xpr- (Ra)  / Per–Sechemcheprre “ anlegen. Diese Festung war meist dem libyschen Herrn und Hohenpriester des Haraphes von Herakleopolis als  „Großfürsten von  Sxm xpr“ unterstellt.  Diese Lagerfestung bestand noch zur Zeit des Kriegszuges von König Pije.

El  Hibe

Wie schon sein Vater, baute auch Osorkon I. in el–Hibe am dortigen Amuntempel, der dem „Amun des Klippe“ oder auch anschaulicher als „Amun–groß–im–Brüllen“ gewidmet war sowie an der zugehörigen Festung weiter.
Auf der nördlichen Hälfte der Rückwand des Amun-Tempels befinden sich fünf Opferszenen.

1. König opfert Maat vor sitzendem Amun – Re

2. König opfert Blumen vor Mut

3. König opfert Räuchergefäße und Krüge vor Chons

4. König opfert zwei Gefäße vor Chnum (?)

5. König opfert Blumen vor Thot (SAE2, 87-8)

Abydos:

In Abydos fand sich die Kartusche König Osorkons I. an einem Tor aus der Zeit König Thutmosis III. Außerdem fand sich in Abydos noch eine Gefäßscherbe mit seinem Namen.

Abydos:

Der König ließ seinen Name am Tor der Nordkapelle, das von Thutmosis III. errichtet worden war, anbringen.

Koptos:

Der König ließ seinen Name am Tor der Nordkapelle das von Thutmosis III. errichtet worden war,  anbringen.

Karnak:

Aus Theben besitzen wir aus der Regierungszeit Osorkon I. Zeugnisse der amtierenden Hohenpriester des Amuns Iupet ( I.), des Onkels des Königs sowie seines Sohnes Schoschenq (bei dem es sich vielleicht um den späteren König Schoschenq II. handeln könnte).

Bubastidenhalle:

Auf der Westseite des östlichen Wandpfeilers des Bubastidentores befinden sich Opferszenen – PM II, 129. PM II, 129

           Bubastidentor - Plan nach Porter & Moss
                  - bearbeitet von Nefershapiland -

Drei Register:

  1. Register: Osorkon I. empfängt das Heb-Sed von Amun-Re

  2. Register: zwei Szenen
    1. Der König vor Chnum, von dem er das Zeichen für Leben erhält.
    2. Der König wird von Hathor gesäugt.

  3. Register: Der König wird durch Amun-Re und Mut gekrönt.

          Darstellung am Bubastidentor in Karnak
- Osorkon I. empfängt das "unendliche Hebsed"
von Amun-Re und der Gott überreicht im das
 "Sichelschwert" - 
                    P & M 129  Register I.

                      
   (Drawing by Shepard)
         Darstellung am Bubastidentor in Karnak
- Der König empfängt links Leben von Chnum und rechts wird er von der Göttin Hathor gesäugt -
                - P & M 129  Register II. -

                      (Drawing by Shepard)

 

             Darstellung Bubastidentor - Reg. 3
 Westseite des östl. Wandpfeilers
PM II, 129. PM II, 129

Im untersten Register wird der König von Amun–Re und Mut gekrönt. Der König trägt die Atefkrone und den Zeremonialbart am Kinn.
Bekleidet ist er mit einem breiten Halskragen, einem Schurz mit Schmuckgehänge und den Tierschwanz am Gürtel. In der linken Hand hält er Krummstab und Flagelum sowie ein Anch–Zeichen. Seine rechte Hand wird von Amun ergriffen, der ebenso wie die Göttin Mut einen Arm im Krönungsgestus an die Krone des Königs legen. Amun trägt die für ihn typische  Doppelfederkrone, während die Göttin Mut mit der Doppelkrone ausgestattet ist.

Mut hält in ihrer linken Hand die Palmstammrippe, auf der Millionen von Jahre für König Osorkon I. verzeichnet sind.

                     (Drawing by Shepard)

Eine hier am Bubastidentor angebrachte Inschrift mit einem „Ersten Mal und Wiederholung des Hebsed“ für Osorkon I. ist wohl nur ein Wunschkontext

                    Bubastidentor in Karnak
1. Reg.: der König erhält das unendliche Hebsed
2. Reg.: der König empfängt Leben von Chnum und
              wird von Hathor gesäugt.
                        (Bild:
Elvira Kronlob)
                       Bubastidentor in Karnak
Osorkon 1 wird von Amun-Re und Mut gekrönt.


                      (Bild:
Elvira Kronlob)

                                                                                                    *

Sonstiges:

Anscheinend geht auch der Bau einer kleinen Kapelle, die südlich des heiligen Sees liegt und den Göttern Thot und Amun geweiht war, auf Osorkon I. zurück.

Chonstempel:

Nach einem Graffito im Vorhof des Chonstempels wurde dieser Tempel mit kostbaren Toren, die mit Gold beschlagen waren ausgestattet. Osorkon I. ließ also Restaurierungsarbeiten am Chonstempel in Karnak durchführen.

Lt. Porter & Moss II. 232 wurden Reste einer Restaurationsinschrift (?) auf Säule Nr. 20 im Vorhof des Chonstempels gefunden. Die Inschrift enthielt in Zeile 1 ein Datum: „Jahr 2 [ + x ]“

Weitere Zeugnisse von Osorkon I.

Aus der Zeit Osorkon I. finden sich mehrere Nennungen in den sog. „Priesterannalen“ von Karnak:
„Priesterannalen“ Nr. 17a/b; Kruchten, Les annales, 103.
„Priesterannalen“ Nr. 34; Kruchten, Les annales, 129 – 130
„Priesterannalen“ Nr. 35; Kruchten, Les annales, 131. Hier wird das Datum „Jahr 4" (2. Monat der peret–Jahreszeit,
                                            Tag 10 [ + x]) genannt.

„Priesterannalen“ Nr. 12; Kruchten, Les annales, 94

Nilstandsmarke Nr. 2 am Kai von Karnak aus Jahr 12 des Königs.

Aus der Gegend von Tanis (?) stammt ein Fayencegefäß mit Falkenkopf – heute in Brooklyn 37.3

Anmerkungen und Quellen:
1) Wikipedia 
2) Afterglow of Empire, Aidan Dodson 2009 - American Univers. in Cairo Press,
3)
Herr der beiden Länder, Karol Mysliwiec
4) Lexikon der Pharaonen/Thomas Schneider, Albatros-Verlag 2002,
5)
Grallert / Bauen-Stiften-Weihen,
6)
ÄAT 8/1 Ägyptische Biographien der 22. u. 23. Dynastien /Karl Jansen-Winkeln/Harrassowitz-Verlag 1985, 
7) Israel und Ägypten in der Königszeit/Bernd U. Schipper 1999

 

(Co-Autor: J. H. Pirzer)


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