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In Kairo treffen Welten aufeinander: Europa, Afrika und Asien. Die Kulturhauptstadt des gesamten Kontinents Afrika, lebt von den augenfälligsten Kontrasten. Tosender, nicht endender Verkehrslärm neben wohltuender Ruhe, wenn man mit einer Felukke abends über den Nil gleitet. Paläste, Brunnenanlagen, Moscheen zwischen Gärten und Kanälen verleihen der Millionenstadt einen mittelalterlichen Flair. Kairo besitzt wie kein anderer Ort im Nahen Osten so viele Bauten aus der Blütezeit der islamischen Kultur. Hier prallen Tradition und Moderne aufeinander. Am Stadtrand die Pyramiden und im Zentrum die moderne Skyline mit ihren Hotels, dem neuen Opernhaus und dem Flughafen sowie der ersten U-Bahn Afrikas. 

Eingang zur Stadt Kairo zwischen 1845-1849
Gemälde von David Roberts

Dies ist eine originalgetreue fotographische Reproduktion eines zweidimensionalen Kunstwerks. Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Neben den Meisterwerken islamischer Baukunst, gilt die unter Salah ed-Din um 1176 erbaute Zitadelle als das Wahrzeichen für das islamische Kairo. Für das moderne Kairo steht hierfür der noch unter Nasser 1961 erbaute 187 m hohe Kairo-Tower, "El Borg" wie er von den Einheimischen genannt wird, der besonders bei den jungen Leuten als Aussichtsturm beliebt ist. Von der Aussichtsterrasse des in Form einer langstieligen Lotusblume erbauten Kairo-Towers aus, hat man bei klarem Wetter einen weiten Rundblick über die Stadt.

Kairo-Tower
- Haupteingang -
(Bild: Nefershapiland)

 das neue Opernhaus
 und der ehemalige Fernsehturm "El Borg"
(Bild: Nefershapiland)

 

Geschichte des "modernen" Kairos:

Seit dem 16. und 17. Jahrhundert brachte der Handel mit Gewürzen und Kaffee für Kairo einen beträchtlichen Wohlstand. Von 1798-1801 hielten die Franzosen unter Napoleon Bonaparte Ägypten und auch Kairo besetzt.  Sie marschierten am 22. Juli 1798 nach dem Sieg bei den Pyramiden gegen das 40.000 Mann starke verbündete Herr der Araber und Ägypter, das unter dem Befehl von Murad und Ibrahim Bey, türkischstämmigen Mamelucken,  in Kairo ein. Hier bezieht Napoleon den Palast eines Beys und richtet sich  sein Hauptquartier für den weiteren Ägyptenfeldzug ein. Aber schon wenige Jahre später ist das "Abenteuer Ägypten" für die Franzosen vorbei - 1801 wurde vertraglich mit den Engländern und Franzosen die Räumung Alexandrias und Ägyptens vereinbart.

Napoleon reitet als Sieger hoch zu Ross in die Große Moschee von Kairo ein. 
(Bild: Gemälde v. Henri Levy)

Triumph vor den Pyramiden
(Gemälde von Richard C. Woodville)

Nach diesem kurzem französischen Zwischenspiel brechen erneut Auseinandersetzungen zwischen Türken und Mamelucken aus. Mohammed Ali, (1805-1849 n. Chr.) ein aus Kavala in Makedonien stammender Söldner, stieg zum neuen starken Mann Ägyptens auf und vertrieb die Briten aus Alexandria. Seine Residenz richtete er auf der Zitadelle von Kairo ein, wo er 1811 die gesamten 480 mameluckischen Beys zu sich in die Residenz einlud um sie dann ermorden zu lassen. Er ließ die Stadt ab 1805 nach europäischen Vorbild umbauen und führte tiefgreifende Reformen ein, wie zum Beispiel das Bewässerungssystem, den Baumwollhandel und die Industrialisierung der Stadt. Kairo wurde ständig erweitert und Mohammed Ali bemühte sich, aus Ägypten einen modernen Staat zu machen, angefangen mit der Hauptstadt. Seine Reformen, die ihn zum "Vater des modernen Ägyptens" machten, finanzierte er aus dem Anbau und Export von Baumwolle. Ägypten erlebte unter Mohammed Ali nach Jahrhunderten der skrupellosen Ausbeutung eine Phase des Aufbaus. Reformen des Gesundheitswesens, der Landwirtschaft und die Förderung der Ausbildung, die allen zugute kam.

Das koptische Viertel

Mit der Metro fährt man vom Midan et-Tahrir aus vier Stationen in Richtung Heluan bis Mari Girgis - dann ist man im Herzen von Alt-Kairo gelandet, wo sich das koptische Viertel  - Fustat - die älteste Siedlung Kairos befindet. Hier im Stadtteil von Alt-Kairo konzentrieren sich seit frühen Zeiten christliche Gemeinden. Schon vor der Zeitenwende soll es eine jüdische Siedlung in der römischen Festung "Babylon" gegeben haben, die aber auf eine noch ältere Pharaonische errichtet war. Der antike Name "Babylon" soll eine Ableitung vom ägyptischen Pi-Hapi-n-On, "Haus des Hapi", des Nilgottes, gewesen sein.  Heute stehen koptische und griechische Kirchen sowie die Synagoge auf engsten Raum nebeneinander.

Im Stadtteil von Misr el-Qadima (Alt-Kairo) findet man die Al-Mu'allaqah - die "Hängende Kirche" der Kopten. Die koptische Kirche der heiligen Jungfrau Maria gehört zu den ältesten Kirchengründungen Kairos. Ihren Namen " die Hängende" erhielt sie, weil sie über den engen Innenhof des Südwesttores auf die Mauerstümpfe der römischen Festung aufgesetzt wurde. Die Al-Mu'allaqah entstand im 7. Jh. nach Chr. und konnte nach mehrmaliger Zerstörung im 10. Jh. wieder errichtet werden.  Ein mit Arabesken und Intarsien geschmücktes Eingangstor führt zur fünfschiffigen Basilika. Spitzbögige Arkaden, die auf antiken Säulen ruhen, unterteilen die einzelnen Kirchenschiffe, deren Kapellen für Christus, Johannes den Täufer und den hl. Georg durch reiche Ikonostase aus dem 13. Jh. abgetrennt sind. Die Seitenkapelle war dem 
hl. Markus, dem Stammvater der koptischen Kirche, geweiht. Auch der äthiopische Heilige Takla Haimanot wird in eine der Kapellen verehrt. In früheren Jahrhunderten waren alle Säulen mit Malereien verziert; heute ist nur noch auf einer einzelnen Säule eine Frauendarstellung zu sehen, die wahrscheinlich die byzantinische Kaiserin Eudoxia darstellen soll. 1983 freigelegte Fresken aus dem 14. Jh. zeigen die Geburt Jesu Christie.

Die Gläubigen berühren der Reihe nach die Säulen der Marmorkanzel aus dem 11. Jh., womit  sie die 12 Apostel verehren. Die schwarze Säule symbolisiert den "Verräter" Judas

Koptische Museum:

Das koptische Museum an der U-Bahnstation Mari Girgis wurde 1910 von Morkos Pascha Simaika gegründet. Errichtet wurde es damals unter Einbeziehung altkoptischer Architekturteile und später mehrmals erweitert. Die Sammlung von Exponaten aus der Zeit vom 3.-18. Jahrhundert ist zwar recht klein, 
doch auf jeden Fall sehenswert. Besondere Beachtung verdienen die Textilien, Ikonen, Gobelins, Glasarbeiten und die koptischen und arabischen Bibelhandschriften  von unschätzbarem Wert. 
Auch sollte man einen Blick auf die vielen Ikonen werfen, die eine stark ausgeprägte Heiligenverehrung zeigt, welche typisch für die orthodoxen Kirchen ist. 

Geöffnet ist das Koptische Museum täglich von 9-16 Uhr, Freitags von 9-11 und 13-16 Uhr.

Haupteingang des koptische Museum
(Bild: Mutnedjmet)

Restaurierte altrömische Festung
 im koptischen Viertel
(Bild: Mutnedjmet)

Weitere Kirchen, die sich für einen Rundgang anbieten, sind die St. Sergius-Kirche, welche der Legende nach über der Grotte errichtet wurde, in welcher Maria und Josef mit dem Jesuskind während ihrer Flucht nach Ägypten Zuflucht fanden und die im 7. Jh. errichtete älteste Kirche Ägyptens, die Michaeliskirche. Diese wurde im 12. Jh. zur Ben Esra Synagoge umgebaut.  1894 entdeckte man in diesem Gotteshaus  200.000 Pergamentfragmente in arabischer, aramäischer und hebräischer Schrift, die aus dem 8.-18. Jh. stammten. Ihren Namen erhielt die Synagoge nach dem Schreiber Ezra, welcher eine Abschrift aus der Thora angefertigt haben sollte, die aber leider nicht mehr vorhanden ist. 

Im 11. Jh. wurde über den Fundamenten eines Vorgängerbaus aus dem 4. Jh. die Kirche Sitt Barbara errichtet, die zunächst den Märtyrern Kyrill und Johannes geweiht war. Im 11. Jahrhundert gelangte das Reliquien der hl. Barbara in diese Kirche und sie wurde deshalb umbenannt.

Islamisches Viertel:

Eine Zeitreise in die islamische Vergangenheit von Kairo führt den Besucher, neben den vielen Moscheen,  von denen einige auf der nächsten Seite beschrieben werden, von der Hauptstraße El-Muizz li-Din Allah Richtung Norden hin zu dem Gebäudezug des Sultan El-Mansur Qala'un (ab 1284 n. Chr.) Hinter der imposanten Fassade verbergen sich das Mausoleum des Sultans und eine Madrasa. Im gut erhaltenen hinteren Bereich sieht man die stuckverzierten hohen Torbögen. Der Grabraum ist überkuppelt mit bunten Glasfenstern; Marmor- und Perlmuttintarsien sowie kunstvoll verzierte Inschriftenbänder vollenden den Innenraum des Mausoleums, der die Sarkophage des Sultans und seines Sohnes enthält. 

An der nächsten Gabelung der Straße steht in der Gasse Bain el-Qasrain das 1744/45 von Amir'Abd al-Rahman Katkhudas erbaute Katchoda-Brunnenhaus, welches vom Deutschen Archäologischen Institut wieder instandgesetzt wurde.

Brunnenhaus
Im Koran gilt die Errichtung eines Brunnenhauses, welches den Menschen Zugang zu Wasser und Bildung ermöglichte, als besonders verdienstvolle Tat. Dieses Gebäude wurde in der Mitte der Straßengabelung errichtet und fest mit der Rückseite eines Wohnhauses verbunden. Im Untergeschoss, welches  mit syrischen Fayencen ausgeschmückt ist, befand sich der Brunnen. (Sabil) Die Wasserträger entleerten regelmäßig ihre Schläuche in das große Becken, um den Frauen genügend Wasser zur Verfügung zu stellen. 
Im 1. Stockwerk fand der Unterricht für die Kinder statt. 

(Bild: mit frd. Genehmigung Mutnedjmet)

Der wohlhabende Mameluckenoffizier Amir'Abd al-Rahman war ein Förderer der Künste und Kairo verdankt ihm die Restaurierung und den Bau vieler Monumente, wie das "Tor der Barbiere" in der Al-Azhar-Moschee. 

Schräg gegenüber vom Brunnenhaus steht eines der schönsten Wohnhäuser aus dem 14. Jahrhundert, in dessen Innenräume eine Ausstellung die Geschichte Kairos erklärt. Weiter die Hauptstrasse entlang, befindet sich in der rechts abzweigenden Gasse Darb el-Asfar das osmanische Stadthaus Beit es Suhaimi aus dem 17. Jahrhundert. 

Zum Abschluss bietet sich der Besuch im Islamischen Museum, welches an der Kreuzung Sharia Port Said/Sharia Ahmed Maher, an. Hier befindet sich eine der bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst aus allen Epochen mit Fayencen, Waffen, Schmuck und wertvollen Handschriften. Das Museum ist tgl. geöffnet von 9-16, Fr. 9-11.30 und 13.30-16.00 Uhr.

Die Zeitreise in die Vergangenheit Kairos endet mit einem Besuch in der El-Hakim-Moschee, dem zweitältesten fatimidischen Gotteshaus Kairos, das sich direkt am Bab el-Futuh befindet. Im Jahre
 990 n. Chr. begann der Kalif El-Aziz mit den Bauarbeiten für die Moschee, die dann sein Sohn El-Hakim im Jahre 1013 vollendete. Zum Schutz gegen Erdbeben ließ El Hakim die zwei Minarette an den Ecken der Fassade durch zusätzliche Mauern verstärken und zumTeil direkt in die Stadtmauer einbauen. Später wurde der Bau als Gefängnis für Kreuzritter und als Pferdestall zweckentfremdet bis er 1981von der indischen Bohara-Sekte (Schiiten-Sekte),die sich auf El-Hakim beruft, mit verändertem Aussehen unter Verwendung von viel Marmor und Beton wieder instand gesetzt wurde. Dabei hat sie viel von ihrer nüchternen Ästhetik eingebüßt. Eine Treppe führt im Innen zu den Überresten der Befestigungsmauer, welche die Stadt im 12. Jahrhundert umgab.

Der Hof und die Minarette der fatimidischen Moschee  El-Hakim
(Bild:
Mudnedjemet)

In der Mitte des Hofes steht der rituelle Reinigungsbrunnen
(Bild
Mudnedjemet)

Das "moderne" Kairo:

Die meisten Touristen sind wohl erleichtert, wenn sie nach einem Rundgang durch die Altstadt Kairos mit einem Besuch des Ägyptischen Museums, der Zitadelle und den Pyramiden sowie einen kurzen Abstecher durch das Islamische Museum der Stadt den Rücken kehren können. Überall Menschen, Menschen und Verkehrslärm! 

Ägyptisches Museum Kairo

Pyramiden-Plateau von Giza
 - im Vordergrund die Chefren-Pyramide -
(Bild: Mudnedjem)

Als Fortbewegungsmittel kann man sich entscheiden zwischen Busse oder Minibusse, Taxis, der Metro oder auch zu Fuß. Das kommt auf die persönlichen Belastungen an. Die rot-weißen städtischen Linien-Busse sind chronisch überfüllt und nur was für "Abenteuerlustige", außerdem haben hier "Taschendiebe" Hochkonjunktur. Die Liniennummern stehen nur auf arabisch auf der Anzeige, dafür sind die Kosten aber gering. Der zentrale Busbahnhof liegt im Stadtzentrum zwischen Ägyptischen Museum und Ramses Hilton-Hotel. Unkomplizierter sind die kleinen Minibusse, die nur so viele Passagiere mitnehmen dürfen, wie Sitzplätze vorhanden sind. Taxis sind schneller und bequemer als Minibusse. Der Preis ist Verhandlungssache. Die Metro, erste U-Bahn Afrikas, klimatisiert und sauber ist günstig und man kommt sehr schnell ans Ziel. Die Züge fahren tagsüber im 5- bis 10 Minutentakt und verbinden Kairos Innenstadt mit den nordöstlich gelegenen Vierteln. Der erste Wagen ist immer für Frauen reserviert. Allerdings sind die Namen der Stationen etwas verwirrend: 

Median et-Tahrir 
Kreuz. Sharia 26. Juli/Sharia Ramses      =    Nasser-Station
Ramses Hauptbahnhof                              =    Mubarak-Station

Am günstigsten kommt man per Fuß an sein Ziel, doch das Überqueren der großen Straßen erfordert Geduld, ein waches Auge und flinke Beine!

Rund 2 Millionen Autos bewegen sich laut hupend durch die Straßen der Stadt. 

Eine andere Alternative, um auf die Nilinseln zu gelangen, sind die kleinen Boote, die im Pendelverkehr zwischen Gesira und Roda verkehren.

Straßenverkehr in Kairo - El-Tahrir-Brücke, 
nur im Schritt-Tempo bewegen sich die Fahrzeuge laut hupend weiter.
(Bilder: Nefershapiland)

Kairo zählt mittlerweile wohl schon 20 Millionen Einwohner ( aktueller Stand 2004) und wächst weiter Tag für Tag. Die Hauptstadt besitzt einen internationalen Flughafen, der im Stadtteil Heliopolis liegt. Von Kairo aus kann das gesamte Land zudem mit den Fernbussen oder der Eisenbahn erreicht werden. Der Hauptbahnhof von Kairo mit seiner schönen Architektur erinnert an den Eintritt Ägyptens in das Eisenbahnzeitalter im Jahre 1851. Der englische Name lautet: Ramses-Railway-Station. Der Name des Bahnhofs stammt vom ägyptischen König Ramses II., dessen Statue sich bis zum 25. Aug. 2006 auf dem Ramses-Platz befand. Die Statue wurde 1955 vom ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser vor dem Hauptbahnhof errichtet. Zuvor hieß der Platz Bab-al-Hadid-Platz und der Hauptbahnhof Misr-Bahnhof.

Der ursprüngliche Bahnhof war ein Bau aus dem Jahre 1856 und verband das damalige Kairo anfangs mit Alexandria. Das heutige Bahnhofsgebäude stammt aus dem Jahr 1892 und wurde 1955 umgebaut.

Die Statue des Pharao Ramses II.  wurde am 25. Aug. 2006 in die Nähe der Pyramiden von Giza umgesiedelt. 

Die Sehenswürdigkeiten Kairos sind ohne die beständig über der Stadt hängenden Dunstwolke und die nie versiegende Lärmquelle des Straßenverkehrs nicht zu haben. Drei Tage sollte man sich mindestens einplanen, für den Besuch der Pyramiden, des Nationalmuseums, der Zitadelle und Alabastermoschee und der islamischen Altstadt, sowie den orientalischen Touristenmarkt Khan el-Khalili.

Von Kairos Mitte, dem Midan et-Tahrir, der einst vom Khediven Ismael (1863-1879 n. Chr.) als Zentrum eines modernen, grünen Stadtviertels gebaut wurde, erreicht man alle Sehenswürdigkeiten der Stadt. Rund um den Midan et-Tahrir pulsiert das Leben Kairos bis in die Morgenstunden. Hier treffen viele Buslinien zusammen und hier "thront" das Ägyptische Museum Kairo und das berühmte "Nile Hilton Hotel".

An der Nordseite des Et-Tahier-Platzes findet man das 1858 vom französischen Ägyptologen Auguste Mariette gegründete Ägyptische Nationalmuseum, welches 1902 in den Neubau umgesiedelt wurde, der aber heute auch schon wieder zu klein und nicht mehr zeitgemäß für seine kostbaren Exponate ist.
Täglich ziehen die Schätze dieses einzigartigen Museums Scharen von Touristen an. 100.000 Funde sind hier ausgestellt, zahlreiche weitete schlummern noch immer in den Arsenalen und Kellern des Museums und warten auf einen weiteren Neubau, der in der Nähe der Pyramiden geplant ist, irgendwann......Zeit ist in Ägypten relativ!

           Nilometer auf der Insel Rhoda

Über die El-Gama`a-Brücke gelangt man zur Insel Roda (Garten). An der Südspitze der Insel liegt das 861n. Chr. von Sultan El-Mutawakkil erbaute Nilometer von Kairo neben den Überresten des Manastirli-Palastes. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Nilometer genutzt, um die Höhe der im Juli einsetzenden Nilflut zu messen und danach die von den Fellachen zu zahlenden Steuern festzusetzen.      

Datei: Nilometer Rhoda Island Kairo Juni 1966.jpg
Autor:
Prong hunter - Bild 1966
Lizenz: Creative Commons Attribution Share Alike
3.0 Unported license

 

The Aqueduct of the Nile, from the Island of Rhoda, Cairo
- Gemälde von David Roberts 1838 -

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Über die Et-Tahrir-Brücke kommt man auf die Ende des 18. Jh. durch die Ablagerung von Nilschlamm entstandene Nil-Insel Gesira. Hier entstanden Parkanlagen, Seen und Pavillons, angelegt durch den Khediven Ismail. Der Palast von Zamalik verdankt seine Entstehung dem Bau des Suezkanals, als standesgemäßes Quartier für die gekrönten Häupter aus aller Welt, die zur Eröffnung des Jahrhundertbauwerks angereist kamen. Heute bildet dieser Bau das Herzstück des Luxushotels Marriott. 

Blick vom Kairo-Tower
- rechts unten die neue Oper -

Ein schmaler Seitenarm des Nils
zwischen Rhoda-Island und dem "alten Kairo"

Dieses Bild wurde (oder wird hiermit) durch den Autor, Raduasandet  auf  Wikipedia , in die Gemeinfreiheit übergeben. Dies gilt weltweit. Datei: Cairo, channel between Roda Island and Old Cairo
Autor: Przemyslaw
"Blueshade" Idzkiewicz
Lizenz:: cc-by-sa 2.5 license.

Gesira ist noch immer die "grüne Lunge" von Kairo. Hier findet der Besucher Sport- und öffentliche Grünanlagen.  Südlich des Kairo-Towers liegt das 1988 eingeweihte Kulturzentrum, das von japanischen Architekten entworfen wurde und ein Geschenk der japanischen Regierung ist. Sein Mittelpunkt ist das Neue Opernhaus mit drei Theatersälen. Hier werden Opern, Ballette und Konzerte veranstaltet. Das ebenfalls hier untergebrachte Museum für moderne Kunst zeigt Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von  ägyptischen Künstlern.

Neue Kulturzentrum 
- im Mittelpunkt die Neue Oper -

Eingangsfront des Neuen Opernhauses
(Bild: Mudnedjemet

Ein weiterer interessanter Ort in Kairo ist das "Pharaonendorf" auf einer Nilinsel bei Gizeh - ein Themenpark, wo die "goldenen Zeiten" des alten Ägyptens zu neuem Leben erwacht sind. Gegründet wurde dieser Themenpark von dem ägyptischen früheren Diplomaten Dr. Hassan F. Ragab. Die Besucher dieses Parks werden mit kleinen Booten zur Insel hinübergefahren und biegen dann in eine Wasserstrasse ein, den "Mythologischen Kanal"

In diesem Park stehen Statuen der wichtigsten Pharaonen und Götter des Reiches und am Rande des Kanals wächst Papyrus. Die Statuen sind allerdings nicht aus Stein, sondern aus Pressspan. An einem weiteren Kanal, in dem die Boote einbiegen, stehen in altägyptischen Kostümen ausgestattete Männer und Frauen, die den alltäglichen Arbeiten der einfachen altägyptischen Bevölkerung der Pharaonenzeit nachgehen. Sobald das Boot in Sichtweite der Handwerkertruppe kommen, werden sie aktiv, werfen ihre Netze aus, mumifizieren die Mumien oder schöpfen Wasser - wenn das Boot außer Sichtweite ist, werden aus emsigen Arbeitern wieder Schauspieler, die sich unterhalten oder eine Zigarette anzünden.

Auf einer Insel steht ein nachgebauter Pharaonenpalast, Häuser von reichen und armen Ägyptern, alle mit Schauspielern besetzt. Glanzstück aber ist eine Nachbildung des Grabes von Tutenchamun, das bis in alle Einzelheiten so aussieht, wie Howard Carter es damals 1922 vorgefunden hat. Man fühlt sich wie im Disneyland der Pharaonen!  (Quelle: Geo-Epoche - Magazin für Geschichte 02/2001)

Bei sogenannte Revolution in Ägypten im Januar/Februar 2011 kam es zu Protesten großer Teile der Bevölkerung und richtete sich gegen das autoritäre Regime, welches seit mehr als 30 Jahren mit Notstandsgesetzen regierte. Schwerpunkt der Demonstrationen war die Hauptstadt Kairo mit ihrem Zentrum am Et-Tahier-Platz, wo die Menschen den Rücktritt der Mubarak-Regierung und das Ende von Korruption in Staat, Wirtschaft und Verwaltung forderten.

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