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Biografie Thutmosis IV.

Bauten 

Allgemeines

Das Königsgrab von Thutmosis IV. ( KV 43 ) wurde am 18. Januar 1903 von Howard Carter, der im Auftrag von Theodor Davis arbeitete, zusammen mit zwei Grundsteindepots entdeckt. Schon am 25. Febr. 1902 hatte Carter in der Nähe des Grabes KV 28 das Fragment eines schönen Alabastergefäßes mit einer Inschrift, die den Namen Thutmosis IV. beinhaltete entdeckt. Diese Gefäße gehörten mit Sicherheit zu der ursprünglichen Grabausstattung des Königs.

Die Königsgräber von Thutmosis III. (KV 34), Amenophis II. ( KV 35) und Thutmosis IV. (KV 43) liegen an den äußersten südlichen, westlichen und östlichen Grenzen des Tal der Könige. Das Grab von Thutmosis IV. liegt südlich des Grabes der Königin Hatschepsut. Der König setzt damit die Kette seiner Vorgänger nach Süden hin weiter fort. . Bauleiter des Königsgrabes war der zweite Prophet des Amun zu Karnak, namens Amenhotep. 

KV 43 ist vergleichbar dem vom Amenophis II., obwohl der Zugang unmittelbar vor der Grabkammer zum zweiten Mal im rechten Winkel abknickt. Auch die Dekorationen sind anders verteilt. Mit hoher Kunstfertigkeit ist dieses Grab in den guten Kalkstein eingehauen worden. Bei der Ortswahl ( es ist das letzte Grab, das unter einem von Unwettern gespeisten Wasserfall liegt) Größe und Komplexität folgt es dem von Amenophis II., doch ist der Grabplan präziser. Die sorgfältig behauene Eingangsteppe und die ersten drei Gänge führen zielstrebig und gradlinig zu einem großen Brunnen mit an der Basis der fernen Wand eingelassener Kammer. Von KV 35 unterscheidet sich KV 43 durch die Absenkung des fernen Drittels der Grabkammer zur "Krypta", durch die Ausrichtung der Vorratsräume und durch die sorgfältigere Steinmetzarbeit.

Die einzigsten Verzierungen in KV 43 befinden sich an dem oberen Teil der Brunnenwandkammer (E) und der Vorkammer. (I) In beiden Fällen wurde das gleiche Thema dargestellt: der Empfang des Königs durch die Nekropolengötter, welche ihm das Leben einhauchen. Deutlich ist hier in beiden Kammern das Muster der Vorzeichnungen zu sehen und zwar unterhalb der gemalten Darstellungen und ihrem Hintergrund.

Die offizielle Öffnung von KV 43 fand an 3. Februar 1903 statt, nachdem es Carter schon am 18. Januar betreten hatte, um sich zu vergewissern, dass es tatsächlich ein Königsgrab war.   

Im Grab fanden sich noch eine Vielzahl der ursprünglichen Grabausstattung, leider größtenteils in schlechtem Erhaltungszustand. Zertrümmerte Möbel in großer Zahl, Uschebtis, Lebensmittel und einen zweirädrigen Wagen. Von diesem fand sich noch der vollständig erhalten Wagenkasten. Er war innen und außen mit Leinwand und Stuck überzogen, in den Stuck sind im flachen Relief kunstvolle Darstellungen modelliert.  Das ganze war dann vergoldet worden. 

Howard Carter fand eine Mumie an die Wand der Nebenkammer Jd  gelehnt, es handelt sich wohl um eine der Personen, von denen ebenfalls Begräbnismaterial im Grab gefunden wurden. Weiter fanden sich an zwei Stellen, direkt vor dem Eingang kleine Gruben mit Beigaben als Weiheniederlegungen zu Beginn einer Grabanlegung.  

Die Grabmalerein in der Vorkammer und im Brunnenschacht scheinen hastig angefertigt worden zu sein. Beide Bereiche wurden nahezu gleich behandelt. Die Decken tragen gelbe Sterne auf dunkelblauem Untergrund, am oberen Rand der Wände taucht das Checker-Fries in einem gleichen Goldgelb auf. Im Bereich des Brunnenschachtes wird dem König von den Göttern das Geschenk des "Lebens" in Form eines Anchzeichens überreicht.

In der Sarkophaghalle fand sich der königliche Sarkophag aus gelbem Kalzit samt Deckel, der noch auflag (?). Der Sarkophagkasten ist reich mit Inschriften und Reliefdarstellungen verziert. Allerdings war der prächtige Sarkophag des Königs leer, seine Mumie war bereits fünf Jahre zuvor im Grab König Amenophis II. gefunden worden. Es fanden sich auch Bruchstücke einer Kanopenkiste aus Kalzit.

Grabbeschreibung:

nach Kent Weeks - Theben Mapping
Achse:       196°, 55'
Volumen:   1112,43 Kubikmeter

Grabplan

A.     Eingangstreppe
B.     1. Korridor
C.     Treppenschacht
D.     2. Korridor
E.     Brunnenkammer'
Ea.   Seitenkammer
F.     Pfeilerkammer
G.    3. Korridor
H.    Treppe

Der Eingang zu KV 43 befindet sich hoch im Hügel oberhalb und südöstlich von KV 19. 
( Ramses Mentuherchepeschef ) Die Stufen zum Eingang sind auf einem geraden, ebenen Teilstück des Berghanges in die Basis einer senkrechten Felswand geschlagen.

Der Eingang war in der Antike mit grob behauenen Steinen ein zweitesmal verschlossen worden.

Howard Carter fand zwei Gruben für Gründungsbeigaben beiderseits der Eingangstreppe. Diese Gruben enthielten Werkzeuge und Gefäßmodelle, wie auch Materialmuster in Form von Plaketten mit dem Namen von Thutmosis IV. aus Holz, Bronze, Alabaster und Fayence. Beim Weitergraben kamen die vier Seiten einer großen Vertiefung und nach einem weiteren Grabungstag eine unterirdische Treppe zum Vorschein.

Die steil nach unten führende Eingangstreppe (A) - ca. 35° und der erste Korridor (B)- ca. 20° waren mit Schutt gefüllt und übersät mit zerbrochenen Altertümern. Darauf folgt wiederum ein ca. 45° steiler Treppenabgang (C). Der zweite Korridor (D) weist ebenfalls ein Gefälle von ca. 20° auf. 

Hierauf folgt der quadratische Brunnenschacht ( E ) von 18 m Tiefe mit einer von der Ausgangswand zu Raum(F) abgehenden Brunnenkammer. Der Brunnenschacht ist mit Szenen des Königs vor diversen Gottheiten dekoriert, die Decke weist ein Sternmuster auf.
Die Wände des Brunnen-Schachs sind dekoriert. Aber nur die Ostwand ist vollständig ausgemalt. Sie zeigt zweimal den König vor Osiris, Anubis und dreimal vor Hathor. Der Gott Anubis wird noch mal in einer unvollendeten Abbildung an der Südwand, östlich des Durchgangs zu Raum
(F) dargestellt. Die Ausführung der Figuren ist mehrfarbig, auf gelben Hintergrund mit einem Checker-Fries darüber.

Die Decke ist mit Sternen dekoriert, der Eingang vor dem Schacht war ein- oder evtl. auch zweimal "blockiert" und übertüncht. Das verwendete Siegel trug das Motiv des Schakals über den neun Gefesselten. 

Am Boden der Brunnenkammer öffnet sich  sich an der hinteren Wand ein Raum. (Ea) Eine Tür am oberen Ende dieser Rückwand führt zur ersten Pfeilerhalle. (F) Im Inneren des Grabes liegt in der 1. Pfeilerhalle noch immer ein Seil aus Palmfasern, welches vielleicht in der Antike um einen der Pfeiler gebunden und in den Brunnenschacht gehängt wurde, um damit den Brunnen zu überwinden.

Auch der Eingang zum Pfeilersaal (F) war vielleicht ein- oder zweimal blockiert und übertüncht worden. Ebenso wie beim Eingang zur Brunnenkammer weist das hierfür verwendete Siegel das Motiv des Schakals auf.

Nun erfolgte der erste Achsknick um 90° nach links ( Osten) und wendet sich der ersten Säulenhalle zu. Dieses entspricht den Gräbern seiner Vorgänger. Der erste Pfeilersaal (F) besitzt zwei Pfeiler und ist undekoriert. In der linken, hinteren Ecke führt eine 37° steile Treppe weiter ins Grabinnere, die in den Vorraum und in die Grabkammer führt.  Auf die Treppe folgt ein ca. 20° steiler Korridor (G), auf den wiederum ein ca. 40° steiler Treppenabgang (H) folgt.

Die Treppe mündet in den erstmals bei Thutmosis IV. vorkommenden Vorraum (I) - auch Vestibül
genannt - dessen Wände mit Szenen des Königs vor diversen Gottheiten dekoriert sind. Die Nord- und Ostwand  sind mit polychromen Darstellungen von Thutmosis IV. und den Nekropolengöttern bemalt auf gelben Hintergrund und gekrönt mit einem Checker-Fries. 
Die Decke ziert wiederum ein Sternendekor.

Die Abbildungen im Brunnenraum und in der Pfeilerhalle sind praktisch identisch und bei den verschiedenen Gottheiten wechseln allein die Muster ihrer Kleider. Die Inschriften sind ebenfalls sehr ähnlich und bestehen lediglich aus den Namen der dargestellten Gottheiten und abwechselnd dem Thron- und Geburtsnamen des Königs.

Dekoration an der Nordseite der Vorkammer (I).
Der König vor den Göttern, die ihm das "Geschenk des Lebens" ein Anchzeichen, reichen. Die Figuren sind mehrfarbig dargestellt auf einem gelben Hintergrund.

Bild: wikipedia - Neithsabes, public domain

Thutmosis erhält Leben von Osiris, Anubis und Hathor
Wanddekortion in KV 43

Bild:      Egypt.KV43.01.jpg
Autor:   Photo taken by Hajor, Dec. 2002 
Lizenz:  CC BY-SA 3.0

An der Südwestwand befindet sich eine Restaurierungsinschrift, welche im Auftrag König Haremhabs im " Jahr acht " seiner Regierung erfolgte.


Restaurierungsinschrift Haremhabs

Nach der Vorhalle erfolgt der zweite Achsknick des Grabes, wiederum um 90° nach Norden. Der Zugang zur Sarkophaghalle ( J) erfolgt über einen Durchgang aus der linken Ecke des Vorraums über einen kurzen Gang. Der Eingang war bei der Auffindung teilweise noch mit Steinen blockiert, verputzt und anschließend versiegelt. es fanden sich Anzeichen für eine frühere Holztür hinter dieser Blockade.

Die undekorierte Grabkammer (J)  wurde ebenso wie in KV 35 in zwei Höhenstufen angelegt. Sie besteht aus einer rechtwinkligen, langschiffigen Halle mit sechs Pfeilern auf der oberen Ebene und einer mittigen vierstufigen Treppe als Verbindung zwischen den beiden Ebenen. In der unteren Ebene stand der Sarkophag des Königs am hinteren Ende. Im unteren Teil der Kammer befinden sich vier magische Ziegelnischen, eine auf jeder Wand, die vierte auf der Rückfront des linken Pfeilers. Von jetzt an waren diese "magischen Nischen" in allen Königsgräbern bis hin zu Ramses II. zu finden. 

Die Sarkophaghalle besitzt vier rechteckige Nebenkammern (Ja / Jb / Jc / Jd ). Ursprünglich waren sie mit Holztüren verschlossen. Die Kammer Ja  enthielt weizengefüllte Krüge, Jb die Mumie eines Knabens sowie Gefäße und Fragmente ritueller Objekte, Jc einen Uschebti und einige Mumienbinden und Jd schließlich mumifizierte Rinderfüße und Gänse.

Seit Thutmosis IV. erhielten die Götterszenen im Königsgrab eine vollständige Bemalung, während das Unterweltsbuch (Amduat) noch in der Grabkammer Amenophis II. in der kursiven Strichtechnik ausgeführt ist, wie sie die Papyrusvorlage aufweist.

Der Boden der Sarkophaghalle war bei ihrem Betreten durch die Ausgräber, übersät  mit verschiedensten Gegenständen, die meisten zerbrochen, die von der ursprünglichen Grabausstattung stammten. Es fanden sich noch rund 600 Gegenstände der königlichen Grabausstattung


Auflistung der königlichen Grabausstattung
und des Sarkophags

Grabausstattung in Bildern:

Die beiden von Howard Carter entdeckten Grundsteindepots enthielten:

Scheingefäße
Werkzeugmodelle,
Ziegel-Form (CG 46001 - 46035)
Kieselsteine
Plaketten aus Kalzit, Holz, Bronze und Fayence

KV 43 - Sarkophaghalle 1903
- neben dem Sarkophag steht ein hölzerner Kuhkopf 

An der Wand der Nebenkammer Jb fand Howard Carter die Mumie eines Kindes gelehnt. Da diese Mumie nicht bei der Verlegung der königlichen Mumie entfernt wurde, ist davon auszugehen, dass die für die Räumung des Königsgrabes verantwortlichen Beamten bei der Auswahl der zu bergenden Mumien wohlüberlegt vorgingen.
Offenbar waren im Königsgrab nach den Funden von Kanopenkrügen mehrere Mitglieder der königlichen Familie hier mitbestattet, wahrscheinlich sein Sohn
Amenemhet und eine Tochter namens Tentamun. Das Schicksal dieser Nebenbegräbnisse ist unklar.

Amulettständer aus Fayence
mit Anch-, Djed- und Tit-Symbolen
Verschiedene Gegenstände aus dem Grab KV 43 
Bilder: Catralogue General des Antiquites du Musee du Cairo / G. Daressy

Zu sehen sind  das Modell einer Papyrusrolle, ein Gefäß sowie Amulette und ein Uschebti aus Fayence; harzbestrichene Holzfigur des Königs; ein tönerner Anubis aus einer der magischen Nischen und ein besticktes Textilfragment.

Im Metropolitan Museum of Art (New York) befinden sich die beiden Seitenteile eines königlichen Sessels aus Zedernholz. Auf der linken Seite des Holzpanels ist der König auf seinem Thron sitzend zu sehen mit der roten Krone von Unterägypten. Vor ihm steht Weret, eine löwenköpfige Göttin - hinter ihm Thot.

Linkes Seitenteil (Innen) eines königlichen Sessels aus Zedernholz,
- heute Metropolitan Museum of Art, New York 
– Inv. Nr. 30.8.45A-C -
Bild:  KV43ArmPanelFromaChairSide1 
Autor: Keith-Schengili-Roberts 2.2.2008 
Lizenz: CC BY-SA 2.5

 

linkes Seitenteil (Außenteil)
des Thronsessels - der König, als Sphinx dargestellt wirft die Feinde nieder.
Bild:  KV43ArmPanelFromaChairSide2
Autor: Keith-Schengili-Roberts 2.2.2008 
Lizenz: CC BY-SA 2.5

Auf der linken Außenseite des Thronsessels ist der König als Sphinx dargestellt, wie er den Feind niederwirft. Der König ist bezeichnet durch seinen Geburtsnamen

Auf der linken Innenseite, thront der König mit der Roten Krone auf dem Haupt, Krummstab und Wedel in seinen Händen haltend über dem Symbol der Vereinigung der Beiden Länder. Er wird dabei von Sachmet und Thot flankiert, die die Krönung vornehmen.

Thronlehne:

Bosten, MFA, 03.1131 (Stiftung v.  Th. Davis)
Material: Zeder
H. 22,6cm; L. 28,7cm
Fundort: Theben-West, TdK., KV 43
Neues Reich, 18.Dyn., Zeit Thutmosis IV. 

 

Rekonstruktionsversuch des Thronsessels
 aus Grab KV 43, auf beiden Außenseiten war der König als geflügelte Sphinx zu sehen wie er die Feinde Ägyptens niedertritt
.

Zwei Fragmente aus Zedernholz aus der Grabausstattung Thutmosis IV. stammen von der rechten Seite eines Thronsessels. Der König wird auf der Außenseite des Thrones als Sphinx beim Niedertreten der besiegten Asiaten dargestellt. Über dieser Darstellung sind Namen und Titel des Königs sowie der Name der jeweiligen Schutzgöttin der Landeshälfte ( rechte Seite die Schlangengöttin Uto, die linke Seite ist verloren) angebracht.

Die Inschrift (rechte Außenseite) über dem Schweif des Sphinx beschreibt die Handlung des Herrschers als Niedertrampeln aller Fremdländer – auf der linken Außenseite analog , Niederwerfung der afrikanischen Feinde.

Auf den Innenseiten ist der König thronend über dem Symbol der Vereinigung der beiden Länder dargestellt. Eine löwenköpfige Göttin mit Namen „ Die Zauberreiche “ steht vor dem König in der rechten Hand ein sa – Zeichen (Schutz) haltend, die linke im Krönungsgestus an die Krone des Königs gelegt. Hinter dem König steht der Gott Thot mit einem Palmrisp in der Hand auf dem die Jahre des Herrschers vermerkt sind. 

Ursprünglich war die Thronlehne aus drei Zedernholz-Paneelen zusammengesetzt. Verbunden waren sie durch je zwei Zapfen. Die Darstellungen des Fragmentes sind im Flachrelief ausgeführt. Sie waren mit einer Stuckschicht überzogen worden und ursprünglich mit Goldblech beschlagen. Als die Plünderer das königliche Grab ausraubten, wurde das wertvolle Goldblech von ihnen abgenommen. Achtlos warfen sie dann das Lehnenfragment auf den Schutt, der im Grab liegen blieb.

Magischer Ziegel

Museum Kairo CG 46042
Material: Holz, bemalt und getr. Lehm
Maße Figur:  Höhe 18,5 cm, Breite 4,2 cm, Tiefe 3,2 cm
           Ziegel: Höhe   5,5 cm, Breite 7,5 cm, Tiefe 16 cm
Fundort: Tal der Könige, Grab KV 43

Die sogenannten "magischen Ziegel" gehören seit dem frühen Neuen Reich zum Grabzubehör von königlichen Gräbern, aber auch in den Gräbern von Königinnen und hochrangigen Privatleuten wurden diese magischen Ziegeln gefunden. Sie hatten eine Schutzfunktion nach dem Begräbnis und haben die Form von vier unterschiedlichen Figuren, die jeweils auf einem Ziegel befestigt sind. Die frühesten in einem königlichen Grab gefundenen magischen Ziegeln stammen aus dem Grab Amenophis II.

Der magische Ziegel im Museum Kairo CG 46042 stammt aus dem Sarkophagraum im Grab Thutmosis IV. Auf der Oberseite des Ziegels ist eine mumienförmige Figur mit einem Zapfen  befestigt, die aus einem einzigen Holzstück geschnitzt wurde. Der Körper ist ganz mit weißer Farbe ausgemalt und mit einer dreigeteilten blauen Perücke geschmückt.  

Aus der weißen Aufschrift an der Vorderseite des magischen Ziegels ist zu ersehen, dass er dem Norden des Grabes zugewiesen worden war. Ebenfalls mit weißer Farbe sind auf der Oberseite sechs gut erhaltene Inschriftenzeilen aufgemalt. Sie stammen aus dem Totenbuch Spruch 151.

" Der Du kommst, um (an den Haaren) zu packen, nicht lasse ich zu, dass Du (mich) angreifst! Ich werde Dich packen, ich werde Dich angreifens! Ich bin der Schutz des Osiris, des Königs (Mencheperre)| , Sohn des Re, (Thutmosis)|,gerechtfertigt."

Zwar ist das Königsgrab von Thutmosis IV. in der Vergangenheit mehrfach geplündert worden, trotzdem sind rund 600 Gegenstände der königlichen Grabausstattung erhalten geblieben, u. a. etwa 30 Uschebtis aus blauer Fayence. Alle diese "Stellvertreter-Figuren" befanden sich in einem Nebenraum der Sarkophaghalle ( Raum Jd). 

Grabbeigaben KV 43 - Thutmosis IV. - Metropolitan Museum
In der Mitte und links des Bildes zwei Anchzeichen

Bild:  KV43ObjectsFromTombofThutmosisIVMetropolitanMuseum
Autor: Keith-Schengili-Roberts 2.2.2008 
Lizenz: CC BY-SA 2.5

Im Grab Thutmosis IV. wurden 38 Anchzeichen aus Fayence gefunden. Einige von diesen  haben die Form von Gefäßen, sind aber nicht hohl. Wahrscheinlich besaßen sie die Funktion von Scheingefäßen. Die altägyptischen Schriftzeichen für Leben in Gestalt eines "Henkelkreuzes" mit dem Lautwert "Anch" wurde hier als Regenerationssymbol aus blau glasierter Fayence geformt. Auf der Vorder- und Rückseite ist in dunkelblauer Ausführung der Thronname "Mencheperure", der in seiner Kartusche über eine geöffnete Blüte ruht, dargestellt.

Lebenszeichen Thutmosis IV.

1.  Museum Kairo CG 46359
     Material:
Fayence
    
Maße:      H. 24cm; B. 12,6cm, Tiefe (max.) 1,9cm
     Fundort:    Theben-West, T.d.K., KV 43
     Neues Reich, 18.Dyn., Zeit Thutmosis IV. 

2.  Museum Bosten, MFA, 03.1089
    (Stiftung von Th. Davis)
     Material:     Fayence mit blauer Glasur
     Maße:          H. 24 cm, B. 13,5 cm
     Fundort:       Theben-West, T.d.K. Grab KV 43
     Neues Reich, 18. Dyn., Zeit Thutmosis IV.

Ein weiteres Anchzeichen (Henkelkreuz) aus Fayence, das ebenfalls aus dem Königsgrab KV 43 stammt,  besteht aus leuchtend blauer Fayence und wurde beidseitig in gleicher Weise dekoriert. Auf dem Schacht ist in Schwarz eine Papyrusblüte mit langem Stil aufgemalt. Darüber befindet sich die Kartusche mit dem Thronnamen. des Königs. Der Henkel weist eine umlaufende Linie auf

Im Museum Kairo und im Museum Fine Art in Bosten befinden sich 3 Uschebtis, die aus der Grabausstattung König Thutmosis IV. stammen

Uschebtis

1. 
Museum Kairo:  CG 46163
      Maße: H. 18,5 cm, B. 5,3 cm, T. 3,3 cm
      Material: Fayence

      Fundort: T. d. K., Grab KV 43
_________________________________________
2.   Museum  Boston:  MFA, 03.1100
      Maße:     H. 18,8 cm, B. 5,5 cm

    
Material: Fayence mit blauer Glasur
      Fundort: T. d. K. Grab KV 43
_________________________________________
3.   Museum Boston:  MFA, 03.1098
      Maße:     H. 18,5 cm
      Material: Fayence mit blauer Glasur
      Fundort: T. d. K. Grab KV 43


1.  Der hier befindliche Uschebti war auf Kniehöhe zerbrochen. Er stellt den mumienförmigen König dar,
     welcher ein Nemes-Kopftuch mit  den Uräus an der Stirn trägt und einen breiten geraden
     Zeremonialbart. Die vertikale Inschriftenkolumne auf der Vorderseite lautet.

" Der vollkommene Gott, Herr der Beiden Länder, (Mencheperure)| gerechtfertigt, geliebt von Osiris"

 2.   Uschebti aus Fayence mit blauer Glasur, Boston, MFA, 03.1100 – aus Katalog
      „Ägyptens Aufstieg Zur Weltmacht
      Maße: 
Höhe 18,8cm; Breite 5,5cm

      Das Figürchen trägt das Chat–Kopftuch mit Uräusschlange an der Stirn und Zeremonial-Bart
      Text:
„ Der vollkommene Gott, Herr der beiden Länder (Mencheperure)|, 
     
gerechtfertig und geliebt von Osiris “
     
Der in vier teile zerbrochene Uschebti konnte vollständig wieder zusammengesetzt werden

           3.  Uschebti aus Fayence mit blauer Glasur, Boston MFA 03.1098
                Maße: Höhe 18,5 cm.

Man hat in den Königsgräbern der 18. Dynastie zahlreiche Gefäße mit verschiedenen Formen und aus verschiedenen Materialien gefunden. Besonders beliebt bei der königlichen Grabausstattung waren Fayencegefäße. Im Grab von Thutmosis IV. uns dem seines Vorgängers hat man verschiedene Behälter gefunden, wie: 

Ritualgefäßes:

1. Nemset-Gefäss
    Museum Kairo: CG 46204 Gefäss
                                CG 6285/D/3
    Material: Fayence
    Maße: H. 11 cm, Dm 13 cm, Dm (Mündung) 3,1cm
    Fundort: Tal der Könige, KV 43

2. Hohe Flasche
   
Museum Boston MFA,03.1107
    Material: Fayence mit blauer Glasur
    Maße: H. 34cm, Dm 7 cm
    Fundort: Tal der Könige, Grab KV 43

3. Nemset-Gefäss
    Museum
Boston, MFA, 03.1105 
    Material: Fayence mit blauer Glasur
    Maße: H. 12cm, Dm 9 cm.
    Fundort: T. d. K., Grab KV 43

4. Nemset-Gefäss
   
Museum Boston MFA 03.1103  
    Material: Fayence mit blauer Glasur
    Maße: H. 19cm,  Dm 16cm
    Fundort: T. d. K., Grab KV 43

Kohl-Gefäße in Forum von Palmsäulen, 

Anch-Zeichen und Tit-Gefäße,
Flaschen, 

becherförmige Räuchergefäße

Heset-Vasen 

Nemet-Gefäße.

Bild: Libationsvase E 17356 Louvre
Autor:  Rama
Lizenz: CC BY-SA 2.0

Im Museum Boston befindet sich ein kleines, dickbäuchiges Gefäß aus blauer Fayence, das zu den sog. Nemset-Vasen, ( Wassergefäße), gehört. Diese wurden bei Ritualhandlungen verwendet. Auf dem Körper der Vase ( Museum Bosten MFA 03.1103) befindet sich der Name des Königs, der als "vollkommener Gott" und "gerechtfertigt" bezeichnet wird.

Viele der zahlreichen erhaltenen Wurfhölzer aus den Neuen Reich stammen aus Tempeln, wo sie den Göttern gestiftet wurden oder aus den Königsgräbern der 18. Dynastie, wo sie Teile der Grabausstattung waren. Hier fanden sich sowohl Wurfhölzer aus Holz, die wohl aus Jagdwaffe gedient haben als auch Wurfholzmodelle aus Fayence oder seltener aus Elfenbein. Diese Modell-Wurfhölzer sind oft kleiner als die echten Wurfwaffen. Sie dienten sicher nicht für den Gebrauch, sondern waren rituellen Zwecken gewidmet.

Wurfholzmodell

1. Museum  Boston, MFA, 03.1087
    Material: Fayence m. blauer Glasur
    Maße:      L. 33cm, B  3 – 4,5cm
    Fundort:   T.d.K., Grab KV 43

2. Museum Kairo: CG 46404
    Material:  Fayence
    Maße: :  L 48cm, B 3,7cm, T 1,9cm
    Fundort: T. d. K., Grab KV 43

Im Grab Thutmosis IV.  fanden sich 19 Wurfhölzer aus blauer Fayence. Dazu gehörten auch die hier oben gezeigten. Die beiden Augen auf den Seiten der Wurfhölzer sollten der Waffe helfen, das Ziel zu finden. Wulfhölzer wurden im Neuen Reich ausschließlich zur Vogeljagd verwendet. Sie galten als Waffe der Asiaten. Man warf sie in die Luft und wenn man geschickt war, war das Holz mühelos in der Lage, den Hals eines Vogels zu brechen.

Das Mittelteil des Wurfholzes trägt auf beiden Seiten neben den Augen eine Inschrift mit dem Thronnamen Thutmosis IV. "Mencheperure".



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