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KV 11 - Grab Ramses III.


Will man dem Großen Papyrus Harris I. Gauben schenken, war die Lage im Lande völlig ruhig, doch gibt es auch Quellen, die von Preissteigerungen, Korruption, ausbleibende Besoldung der staatlichen Angestellten, Streiks und Unruhen berichten. Trotz dieser Spannungen wurden Baumaßnahmen in großem Stil in Angriff genommen und auch vollendet. Hauptsächlicher Schwerpunkt war Theben und Memphis - also kann die wirtschaftliche Lage des Staates nicht so schlecht gewesen sein, wie dies oft behauptet wird.
Jedoch deuten gewisse Dokumente daraufhin, dass mit der Verwaltung und Organisation im Staate wohl nicht alles zum Besten stand.

Um das 25. Jahr Ramses III. ( andere Quellen - Kemet Nr. 4 /2005 - im Jahr 29. Ramses III.) schreibt der Schreiber Neferhotep von Deir el Medina einen Brief an den Wesir Ta, der für das Wohl der Siedlung verantwortlich war. Gegenstand des Schriftstücks war der Fortschritt, den die Arbeitskolonnen am Platz der Schönheit (das Tal der Königinnen) erzielt hatten. 

(Ostrakon Berlin 10662, Chicago 16991 und O Or. Inst. 16996)

" An den Wedelträger zur Rechten des Königs, dem Vorsteher der Stadt (Theben) und Wesir Ta: Der Schreiber (der Nekropole) Neferhotep schreibt an seinen Herrn in Leben, Heil und Gesundheit. Dies ist ein Brief, um meinen Herrn folgendes wissen zu lassen:
..........................................................................................................,.
Ich teile meinem Herrn mit, dass ich an den Gräbern der Königskinder (dem Prinzengrab (?) )die mein Herr (der König) in Auftrag gegeben hat, arbeite. Ich arbeite sehr sorgfältig und sehr vortrefflich mit schönen und trefflichen Fortschritten. Möge mein Herr sich darüber keine Sorgen machen, denn die Arbeit ist hervorragend. Ich werde nicht im mindesten nachlässig. Es ist ein schönes, nützliches Werk."

Doch dann führt der Schreiber fort:

"Weitere Mitteilung an meinen Herrn:
Wir sind verarmt (äußerst elend geworden sind - die Nekropolenarbeiter). Sämtliche Zuwendungen für uns, die wir aus dem Schatzhaus, dem Getreidespeicher und dem Magazin erhielten, hat man uns ausgehen lassen. Aber das Schleppen der Steins [ am Platze der Schönheit (Den - Stein) ] ist nicht leicht!
Man hat uns auch die sechs Oipe (1 Oipe / 1 1/2 Sack = anderthalb Zentner / da. 19 Liter) Gerste wieder genommen (d. h. fehlen uns) um sie uns als sechs Oipe Dreck zu geben

Möge mein Herr Maßnahmen treffen, so dass unser Lebensunterhalt (uns) gewährt wird! Denn wir sind hier schon am Sterben, wir werden kaum noch am Leben bleiben, denn man gibt sie uns nicht, nämlich irgendwelche Sachen."


Es kam also ab dem 29. Jahr Ramses III. zu inneren Schwierigkeiten, die in Deir el - Medina zum ersten, bekannten Arbeiterstreik der Nekropolenarbeiter führte, die sich dann in den Jahren 30, 31 und 32 fortsetzten. Dies sind die ersten uns bekannten Arbeiterstreiks der Weltgeschichte.

Im 29. Jahr wird auch der in Theben amtierende und von dort stammende Wesir Ta vom König als "Wesir des Nordens und Südens" eingesetzt. Er übernimmt also auch die Kompetenz des für die nördliche Landeshälfte zuständigen Wesirs - siehe Ostrakon Berlin P 10633 vom "23. Tag des II. Monats der Axt - Jahreszeit".
Nach W. Helck wurde der Wesir des Nordens vom König abgesetzt, weil er in die Rechte des Tempels von Athribis eingegriffen hatte - siehe Pap. Harris I. 59,10 bis 60,1 - doch werden diese Vorgänge heute anders gedeutet. O Berlin 10633; Edgeton 1950 - gegen Ende des 2. Monats, Jahr 29 Ramses III. (Juli).
Der Schreiber Amunnacht über Weizenlieferungen an die Arbeiterschaft von Deir el - Medina:

" Jahr 29, II. Monat der Axt (Überschwemmung) - Jahreszeit, Tag 21. An diesem Tag: Entgegengenommen die Klage der Arbeiterschaft durch den Schreiber Imennacht / Amennakhte:
Heute sind zwanzig Tage im laufenden Monat vergangen und unsere Zuteilungen haben wir noch immer nicht erhalten.
Er (der Schreiber) begab sich zum Totentempel des Haremhab, Leben, Heil, Gesundheit, der zum Amuntempel (von Karnak) gehört. Man brachte daraufhin 46 Sack (Char) Emmer ( 1 Sack = ca. 77 Liter) und gab es ihnen im II. Monat der
Axt - Jahreszeit, Tag 23."

Im gleichen Ostraka erwähnt der Schreiber Amunnacht aber auch:
" Die Regierung Seiner Majestät ernannte den Wesir To zum Wesir der Länder Ober- und Unterägyptens."

Der Schreiber Imennacht reagierte also schnell und begab sich zum Totentempel des Königs Haremhab, empfing dort den Lohn für die ihm anvertrauten Handwerker und gab zwei Tage später die Rationen an sie aus. Es war zwar nur ein Bruchteil des gesamten Lohns, doch die Arbeiter waren aufs erste zufriedengestellt.

Interessant ist dabei, dass einer der Tempel eines verstorbenen Königs für die Zahlung aufkam, die eigentlich den staatlichen Stellen oblag. Da der genannte Totentempel, wie alle anderen Totentempel auch, organisatorisch zum großen Amuntempel von Karnak gehörte, belieferte also diese Anlage direkt die Arbeiter. Das lässt erkennen, wie der Tempel des Rechtsgottes Amun seine Kompetenzen steigerte: 
Er übernahm mehr und mehr die Staatsaufgaben. Das war für den König, den der Tempel nominell unterstand, so lange ungefährlich, wie die Priesterschaft loyal blieb, außerdem war es eine wesentliche Vereinfachung der Verwaltung. Ein weiteres Faktum lässt obiger Brief erkennen: Die lapidare Notiz, dass man den Wesir Ta zum Wesir beider Landesteile ernannt hatte, lässt den Versuch des Staates erkennen, durch Machtkonzentration den Unruhen entgegenzuwirken.
Kurz nach dem Eingreifen des Schreibers Imennacht, der den Arbeitern wenigstens einen Teil ihres Lohnes besorgt hatte, blieben die Zahlungen endgültig aus und es kam zu regelrechten Arbeitsverweigerungen und Demonstrationen der Nekropolenarbeiter.

Was nun geschah, ist uns im sog. "Turiner Streikpapyrus" - p Turin 1880 - RAD 52,14 - 53
"
Jahr 29, II. Monat der prt-Jahreszeit, Tag 10, an diesem Tag:

"Passieren der fünf Mauern der Nekropole durch die Arbeiterschaft folgendermaßen:
(
zu deutsch: Streik!)
Sie sagen: Wir sind hungrig! 18 Tage [korrekt: 8] des Monats sind (schon) vergangen ! Uns sie setzten sich nieder an der Rückseite des Totentempels Thutmosis III. Da kam der Nekropolenschreiber, die beiden Vorgesetzten, die beiden Stellvertreter, die beiden Verwaltungsbeamten und riefen ihnen zu: Kommt herein!
(
das heißt in den Tempel, sie bekamen jedoch nur "große Verwünschungen" wie Imennacht berichtete.)
" Sie schworen große Eide (die Vorgesetzten) und sagten: Wir haben Worte (Nachricht für den / von dem?) König, er lebe, sei heil und gesund.
Man blieb tagsüber an dieser Stelle, verbrachte jedoch die Nacht in der Nekropole        ( also in ihrem Dorf )

Die Vorgesetzten der Arbeiter beschworen diese also, dass sie Nachricht vom König  hätten, was wohl besagen sollte, dass die Lieferungen bald zu den Arbeitern gelangen würden. Dennoch blieben die misstrauischen Arbeiter den ganzen Tag am Tempelsitzen und kehrten erst nachts nach Hause in ihr Dorf zurück. Doch nichts passierte, keine Rationen, keine Nachricht vom König. Die Empörung der Arbeitermannschaft stieg und entlud sich am folgenden Tag in einer erneuten Demonstration."
" Passieren der fünf Mauern der Nekropole durch die gesamte Nekropolenmannschaft."

Diesmal zog man zum Ramesseum und belagerte regelrecht den Tempel und zwar am Tor der Südseite des Komplexes. Beobachtet wurden sie dabei vom Schreiber Patwere, zwei Torwächtern und einigen Aufsehern vom großen Platz.

" Erreichen der Basis des Totentempels des Königs, Leben, Heil, Gesundheit, [Medinet Habu]. Kommen der beiden Vorgesetzten des Stellvertreters, der beiden Verwaltungsbeamten. Man fand sie [ die Streikenden] an der Rückseite des Totentempels Thutmoses III., sitzend auf dem äußeren Weg [....]."

Doch wieder nichts, weder Lohn noch Nachricht vom König.

"2. Monat der prt-Jahreszeit, Tag 11. Erneutes Passieren. Erreichen des Tores des Südendes des Ramesseums."
"Bringen durch den Nekropolenschreiber Pentawer große (?) Sab-Brote 28,Sab-Brote 27, Summe 55."
"Erreichen des Ramesseums. Hier an seinem Eingang schlafen."

Nun ließen sich die Arbeiter nicht mehr mit Worten abspeisen. Sie bleiben auch in der Nacht vor dem Ramesseum und drangen am dritten Tag inselbiges ein.
" In sein Inneres eindringen."

Die Sache nahm offenbar einen drohenden Charakter an. Diesmal war es der Oberpolizist Monthumes, der im Sinne der Handwerker handelte. Er bat beim Bürgermeister von Theben um Audienz, fuhr nach Theben-Ost und schilderte diesem höheren Beamten die Lage. Unterdessen kaufte der Schreiber Patwere 55 kleine Kuchen als Verpflegung für die wartende Arbeiterschaft.

" Der Schreiber Pentawer, die beiden Türhüter, die Türhüter  des Magazins der Nekropole [....]. Monthumes nach Theben folgendermaßen:"
" Ich werde den Bürgermeister von Theben holen"
Er..................Ich sagte zu ihnen" Die von der Nekropole sind im Ramesseum." Er sagte zu mir: " ........nicht gibt es...............geben uns.........
wo du bist..........................die beiden Oberpolizisten.........................König, Leben, Heil, Gesundheit, der Aktenschreiber (?) Hekanakht und die Gottesväter dieses Bezirks [kamen] um sie anzuhören.
Sie sagten zu ihnen: " Es war wegen des Hungers und des Durstes, weswegen wir hierher gekommen sind. Wir haben keine Kleidung, kein Schmalz ( Schalbe?), keinen Fisch und auch kein Kraut (Gemüse). Schick zum König, Leben, Heil, Gesundheit, unserem guten Herrn deswegen. Und schick zum Wesir, unserem gutem Vorgesetzten, damit für uns Nahrung beschafft werde!"
Der Bürgermeister versprach Hilfe und schickte sofort Beauftragte zu den Streikenden, die sich die Klagen direkt anhörten:  RAD 53,14 - 54
" Die Rationen für den 1. Monat der prt-Jahreszeit wurde ihnen an diesem Tag übergeben."

Also erst nach Eingreifen des Bürgermeisters von Theben bekamen die Arbeiter, ihren überfälligen Lohn für den 1. Monat der Peret-Jahreszeit. Plötzlich konnte der Lohn geliefert werden, nur kurze Zeit nach der Unterredung Monthumes mit dem Bürgermeister. Das bedeutete, dass Getreide vorhanden war, es aber nur von den zuständigen Behörden aus uns unbekannten Gründen zurückgehalten worden war. Trotz dieser Teillieferung beruhigte sich die Lage im Arbeiterdorf nicht. Im Gegenteil: schon am nächsten Tag wurde erneut gestreikt und man versammelte sich am Magazin der Nekropole, wohl um rückständige Lieferungen in Empfang zu nehmen.
Diese waren jedoch nicht eingetroffen und der Oberpolizist Monthmose selbst drängte die Handwerker dazu, wiederum Druck auf die zuständigen Instanzen der Verwaltung auszuüben, als er sagte:   
  RAD 54,5 - 54,12

" II. Monat der prt-Jahreszeit, Tag 13 im Magazin der Nekropole. Das was der Oberpolizist Monthumes sagte: Hört zu! Ich sage euch meine Meinung / Antwort. Steht auf, nehmt eure Werkzeuge, verschließt eure Türen, holt eure Frauen und Kinder und ich selbst werde vor euch hergehen und euch zum Totentempel Sethos I. führen, und ich werde euch dort bis morgen sitzen lassen."

Doch erreichte diese Demonstration offenbar nichts, denn noch am 16. Tag desselben Monats wurde gestreikt.
" II. Monat der prt-Jahreszeit, Tag 16 - Fortsetzen des Streikes.
und erst danach am 17. Tag wurde endlich die ausstehende Rationen geliefert. Sofort trat Ruhe ein und die Arbeiter gingen wie gewohnt ihrer Tätigkeit nach. 

"II. Monat der prt-Jahreszeit, Tag 17. Ausgeben der Rationen des II. Monats: der Vorarbeiter Sack 7, Oipe 2, der Schreiber Sack 3, Oipe 3, acht Mann, jeder Sack 5, Oipe 2, Summe 44 [.......]."

Doch nur wenige Tage später, im III. Monat der prt-Jahreszeit, Tag 1" wurde erneut gestreikt und die Arbeiter setzten sich in der Nähe der Königsgruben nieder:
 "Passieren der Mauer durch die Arbeiterschaft, Sitzen in der Nekropole."

Der Arbeiter Mose stritt mit zwei Vorarbeitern und einem Schreiber, die den Arbeitern nachgegangen waren:  -  RAD 54,13 - 54,55 -

" Gehen der drei Vorgesetzten, um sie (zurück) zu holen. Da rief der Arbeiter Mose, Sohn des Aanacht: So wahr Amun dauert, so wahr der Herrscher dauert, der, dessen Macht größer ist als der Tod. Sollten sie mich heute von hier wegholen, so soll er (der Herrscher) niederliegen, nachdem er das Grab verflucht hat. Ich werde nicht [ weichen]!

> ( eine andere Übersetzung) 
" Bei Amun und dem Herrscher, dessen Macht uns heute von hier wegholen, will ich begraben sein") <

" Man vollzog an ihm die Strafe (Prügelstrafe) wegen seines Eides im Namen des Königs, Leben, Heil, Gesundheit."

Der Arbeiter Mose wurde also nicht bestraft, weil er sich geweigert hatte, den Platz zu verlassen, sondern weil er sich der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht hatte. Die Gründe für die diesmalige Arbeitsniederlegung werden nicht genannt und auch die Vorgesetzten der Arbeiter solidarisierten sich nicht mit ihnen, sondern versuchten sie von ihrem Platz wegzuholen.

Sollten hier vielleicht erstmals politische Motive hinter dem Streik gesteckt haben, die im offiziellen Bericht unterdruckt wurden? Dies ist meiner Meinung nach äußerst unwahrscheinlich, da die Arbeiterschaft keinerlei Macht in irgendeiner Weise darstellte. Es muss sich um irgend ein Ereignis gehandelt haben, von dem wir keinerlei Kenntnis haben. 
Etwas später wurde wieder aus uns unbekannten Gründen gestreikt, diesmal waren die drei Vorgesetzten aber auf Seite der Arbeitsmannschaft:   -  RAD 55,5 - 55,12  -

" Gehen der Arbeiterschaft zur Rückseite des Dorfes, um die Mauern zu passieren (als Streik). Die drei Vorgesetzten machten ein großes Geschimpfe gegen sie vom Tor des Dorfes aus. Der Nekropolenschreiber Imenacht ( einer der erwählten Vorgesetzten) schickte die beiden Verwaltungsbeamten und die beiden Stellvertreter ( der Vorarbeiter) aus, um sie zurückzuholen. Der Verwaltungsbeamte Reschutpeteref kam und sagte zu uns (also den Vorgesetzten, die dieses Protokoll verfasst haben) :
So sprach Qenna ( Kenna ), der Sohn des Ruti und Hay (Mai) der Sohn des Huy: Bestellt euren Vorgesetzten: Wir werden nicht zurückkommen. Sag das deinen Vorgesetzten!
Und sie standen dabei vor ihren Kollegen (
und fuhren in ihrer Rede fort):
Wirklich nicht wegen des Hungers passieren wir  [ die Mauer ]. Wir haben die Königsgräber verlassen. Wir haben eine wichtige aussage abzugeben. Wahrlich, Böses ist getan worden an diesem Platz des Königs, Leben, Heil, Gesundheit! So sagten sie. Dann gingen wir (die ausgeschickten Beamten), um ihre (den Arbeitern) Aussage zu hören und sie sagten uns, dass sie es in Wahrheit gesagt hätten."

Auch bei einem Verhör verharrten sie bei dieser Aussage. Dem Text zufolge wurde diesmal gestreikt, weil in der Nekropole, dem Platz Pharaos, etwas "Böses" geschehen war. Leider verschweigt der Text, was denn nun konkret geschehen war. Wie dieser Streik ausging, ist nicht bekannt.

Im IV. Monat der prt – Jahreszeit, am 28. Tag, kam der Wesir Ta nach Theben.Eigentlich hatte er vom König den Auftrag erhalten, die Götterfiguren der Südlichen Landeshälfte in die nördliche Hauptstadt zu bringen, die dort für die Feier des ersten Regierungsjubiläums des Königs benötigt wurden. ( so gemeldet im Nekropolentagebuch)

28 Tag des IV. Monats der prt - Jahreszeit, Jahr 29 “, 
(eine entsprechende Mitteilung auch im Grab des Hohenpriesters Setjau in El Kab), 
"
Nordwärts fahren des Wesirs Ta, nachdem er gekommen ist, um die Götterbilder der südlichen Landesteils zum Sed – Fest zu holen. “
Doch auf der Fahrt traf er auf eine Abordnung der Handwerker von Theben. Er war ja ihr direkter Chef, und daher trugen sie ihm erneut ihre Klagen über ausbleibende Lieferungen vor. Ja sie gingen sogar so weit, den Wesir zu beschuldigen, er selbst habe ihnen ihren Lohn gestohlen.  Das war jetzt zu viel, und voller Empörung wies Ta diese Vorwürfe weit von sich. Er schrieb einen Brief und ließ diesen durch Oberpolizisten Monthumes den drei Vertretenen der Arbeiter vorlesen:        RAD  55,15 – 55,56 -  

" Kommen des Oberpolizisten Nessemen, Sohn des Panehesy, um zu den drei Vorgesetzten der Arbeiterschaft zu sprechen, die im Magazin der Nekropole standen: "So sprach der Wesir: Dass ich nicht zu euch kam, hat weder einen bestimmten Grund, noch geschah es, weil nichts da ist [an Nahrungsmitteln], um es euch mitzubringen. Aber was eure Rede betrifft: 

Nimm nicht unsere Rationen fort! Bin ich, der Wesir derjenige, der veranlasste, sie fortzunehmen? Habe ich nicht das gegeben, was jemand wie sich zu tun hat (wie es meine Pflicht war)? Wenn es geschah, dass nichts in den Scheunen war, so habe ich euch das gegeben, was ich (dennoch) gefunden habe.
Das sieht nach einer sehr vorgeschobenen Begründung aus, denn immer , wenn in Theben gestreikt wurde, war plötzlich auch Getreide für die Arbeiter vorhanden. Mann kann sich vorstellen, dass die Handwerker mit ihrer Beschuldigung nicht ganz unrecht hatten und dass das Getreide entweder aufgrund mangelnder Sorgfalt oder allgemeiner Unfähigkeit oder gar aufgrund bewusster Unterschlagung seitens der zuständigen Beamten nicht bis zu den Handwerkern gelangte. Die Beschwerde beim Wesir hatte jedoch einen gewissen Nutzen für die Arbeiterschaft von Deir el-Medineh, denn an den Brief schloss sich die Ankündigung:
"
Euch wurde die Hälfte der Rationen gegeben. Ich werde sie euch persönlich austeilen!"

Jedoch erst vier Tage später am 2. Tag des I. Monats der smw-Jahreszeit erhielt jeder Arbeiter  2 Sack Emmer, also nur einen Bruchteil der fälligen Monatsration. Natürlich waren die Arbeiter mit der Halbierung ihres Lohnes unzufrieden. Das wäre sicher nicht der Fall gewesen, wenn gleichzeitig der Getreidewert erhöht worden wäre, doch trat diese Maßnahme erst Monate später in Kraft, so dass die augenblickliche Situation der Arbeiter deutlich war.                -   RAD 56,8 - 56, 16 -

" Jahr 29, I. Monat der smw-Jahreszeit (Ernte), Tag 2. Geben der zwei Sack Emmer an die Arbeiterschaft als Lohn für den 1. Monat der smw-Jahreszeit durch Imenhau und Userhat. Dann sprachen der Vorarbeiter Chonsu zur Arbeiterschaft. Seht, ich sage euch, nehmet eure Zuteilungen und steigt hinunter zum Hafen (und) zur Verwaltungsstelle. Lasst die Kinder des Wesirs es ihm erzählen!  Als der Schreiber Imennacht die Lohnausgaben an sie beendet hatte, wandten sie sich zum Hafen gemäß dem, was er (der Vorarbeiter) ihnen gesagt hatte. Aber als sie die 1. Mauer passiert haben, kam der Schreiber Imennacht und sagte zu ihnen:

Geht nicht ( weiter ) zum Hafen! Ich habe euch zwei Sack Emmer in dieser Stunde gegeben. Aber falls ihr trotzdem weitergeht, so werde ich euch ins Unrecht setzen vor jedem Gerichtshof, zu dem ihr deswegen gehen solltet. Und ich brachte sie wieder hoch."

Aus dem letzten Satz erfahren wird, dass der Schreiber Imennacht selbst der Verfasser dieser Zeilen und damit wohl das ganze Papyrus war. 

Diesmal scheint die Situation in der Arbeitersiedlung endgültig verworren. Die Arbeiter waren mit der halben Lohnzahlung unzufrieden. Nachdem sie diese auf Veranlassung des Wesirs erhalten hatten, hetzte der Vorarbeiter sie auf. Denn erst auf dessen Rat hin marschierten sie Richtung Hafen und Verwaltungsstelle, natürlich, um dort den ausstehenden Restlohn zu fordern. Unterwegs aber wurden sie vom Nekropolenschreiber aufgehalten. Er machte ihnen die Unrechtmäßigkeit ihrer Lage klar, denn nach seinen Worten gab es keinen Grund mehr für einen Streik, nachdem er selbst ihnen gerade den halben Lohn ausbezahlt hatte.

Im Gegenteil, wenn sie den Streik fortgesetzt hätten, so wären sie im Unrecht gewesen und jedes Gericht hätte auf Antrag des Schreibers ihre Forderungen abgewiesen. Das sahen die Arbeiter ein und nahmen ihre Arbeit wieder auf.

Am gleichen Tag verzeichnet der Schreiber Imennacht auch den Tod des Schreibers Patwere, jedes Mannes der den Kuchen für die Arbeiter gekauft hatte.

Lang scheint die Argumentation des Imennacht nicht gewirkt zu haben, denn schon 1o Tage später am 
"12./ 13 (?) Tag, 1. Monat der "smw-Jahreszeit" brach erneut ein Streik aus. Man hungerte schon wieder in der Arbeitersiedlung. Wieder hatte die Versorgung nicht funktionier.

" Passieren der Mauer durch die Arbeiterschaft folgendermaßen: " Wir sind hungrig!"" Sitzend an der Rückseite des Totentempels des Merenptahs.
Sie sprachen den Bürgermeister von Theben an, welcher gerade vorbeikam. SEr ließ Meniun-nefer, den Gärtner des Oberrindervorstehers kommen, um ihnen zu sagen:
             " Seht, ich werde euch diese (50 ?) Sack Emmer zu euren 
                Lebensunterhalt geben, bis Pharao, Leben, Heil und Gesundheit,
                euch die Rationen geben wird."


Der Bürgermeister von Theben gab daraufhin den Arbeitern, die sich an der Rückseite des Totentempels König Merenptahs niedergelassen hatten, 24 (50 ?) Sack Weizen, die, wie er betonte, die Zeit bis zur baldigen Wiederaufnahme der regelmäßigen Lieferungen durch die königliche Verwaltung überbrücken sollte.
                                              -  RAD 56, ? - 56,52  -
Darum beruhigten sich die Arbeiter auch nicht, nun wurde sogar der Bürgermeister von Theben selbst beschuldigt.                          -  RAD 56, ? - 56,52 - 

" 1. Monat der smw - Jahreszeit, Tag 25. Am Ramesseum. Die Arbeiterschaft fand mich (der Schreiber) dort. Er ( der Erzähler fällt jetzt in die 3. Person!) sagte zu ihnen:
               " Ich werde nach Theben gehen, um beim Hohenpriester des Amun 
                  eine Anklage gegen den Bürgermeister von Theben vorzubringen.
                  Er gab ihnen
(den Handwerkern) nicht das Brot des Gottesopfers
                  von Ramses II. Ein großes Verbrechen ist das, was er tut."


Da unterschlug der Bürgermeister von Theben anscheinend Opferanteile aus einer Opferstiftung Ramses II., die eigentlich den Arbeitern zustand und das alles nur 12 Tage, nachdem er ihnen die Lohnzahlung hatte zukommen lassen ( also am 24. Tag (?) des I. Monats der smw-Jahreszeit)
Man sieht also ganz deutlich, mit welchen Problemen die Menschen zu kämpfen hatten. Nicht genug, dass die Verwaltung nicht in der Lage war, die Löhne korrekt auszubezahlen, nein, dazu unterschlagen andere Beamte gerade die Sonderzuweisungen an die Arbeiter, die die schlimmste Not gemildert hätten. Dass das alles nicht gerade zur Beruhigung der Lage  beigetragen haben kann, versteht sich von selbst.

In diesem Zusammenhang sei noch ein Auszug aus dem Turiner Streikpapyrus (Papyrus Turin, 47,3) erwähnt, in dem sich ein Arbeiter darauf beruft, dass "Pharao ihn hat " sDf - tr " ( einen Eid) schwören lassen, dass ich kein Wort hören noch eine böse Tat sehen will in der Nekropole, ohne sie zu melden."
Dies steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem "Bösen", das an dem Platz Pharaos begangen worden sein soll.

In der folgenden Zeit erhielten die Nekropolenarbeiter weiter Nachlieferungen, besonders hohe im II. Monat der Schemu und zwar je 22 Sack Getreide für die Vorgesetzten und je 35 Sack für die Arbeiter. Durch die inneren Spannungen im Arbeiterdorf von Deir el-Medineh brachen auch alte Dorfzwistigkeiten wieder auf. Der Streikpapyrus gibt folgende Schilderung der Ereignisse:          RAD 57,6 - 58 -; Edgerton 1950.

Ein gewisser Pa ´anuket (ein jüngerer Sohn des berüchtigten Panebs, aus der 19. Dynastie) denunzierte Kollegen. Er erklärte vor dem Schreiber Amunnacht und dem Vorarbeiter Chonsu, einen "Vorgesetzten", und "Grabaufseher" wie er sie nennt, zwei besonders angesehene Arbeiter - der eine ist der Sohn Amunnachts, der andere ein langjähriger Freund der Familie - hätten aus einem der Königsgräber am "Großen Platz" Steine herausgebrochen. Dies war, wie Pa`anuket  hervorhebt, dasselbe Verbrechen, dessen man vor vielen Jahren seinem Vater angeklagt hatte. Sogar einen der beiden Männer, die zuvor von dem "Schlimmen" gesprochen hatten, das am "Großen Platz" geschehen war, stand nun aufgrund der Anzeige Pa´ anukets unter Anklage. Man legte ihm zur Last, nicht nur aus dem Grab Ramses II., sondern auch aus einem der Privatgräber am "Platz der Schönheit" Steine gestohlen zu haben.

Einen weiteren Arbeiter beschuldigte er, er habe ein mit Brandzeichen versehenes Rind aus dem Tempel Ramses II. entwendet und das Tier "steht nun in seinem Stall". Außerdem soll er drei Frauen verführt haben, Frauen angesehener Dorfbewohner wie seinerzeit Panebs angebliche "Gespielinnen". Eine war, so hieß es, sogar die Frau eines der Söhne Amunnachts. 
"Nun", erklärte Pa`anuket, " lass mich sehen, was du mit ihm tust, oder ich werde mich beim Pharao, meinem Herrn, desgleichen beim Wesir beschweren."
Leider wissen wir nicht, welche Reaktion Pa`anukets Klage über das am "Großen Platz" begangene "Schlimme" ausgelöst hatte, doch da keinem der Beschuldigten etwas geschah, kann nicht viel an den Anklagen gewesen sein. Bezeichnend ist jedoch, dass der Name Pa`anuket nicht mehr in den Schriftstücken des Dorfes auftaucht.

Um so mehr gibt  eine Inschrift zu denken, die man im Wadi Hammamat fand und die von einem Träger des Namens Pa`anuket berichtet. (?)

Wahrscheinlich als Folge dieser Arbeiterunruhen und der Tatsache, dass der König in seinem 30. Jahr sein erstes Jubiläumsfest (Heb-Sed-Fest) feierte, trafen dann die Getreiderationen der Arbeitsmannschaft nun wieder pünktlich ein und auch die Rückstände der letzten Monate wurden korrekt abgerechnet und ausbezahlt. Die Gemüter beruhigten sich und alles ging wieder seinen gewohnten Gang.

Zu Beginn des Streikpapyrus - p Turin 1880 - noch bevor die Unruhen ausbrachen, verzeichnet der Papyrus im 3. Monat der Achet-Jahreszeit eine Musterung der Personen, die zur Versorgung der Arbeiterschaft von Deir el-Medineh dienten
Insgesamt waren es dreiundzwanzig Bediente:
vso 3,2:
vso 3,2
" Jahr 29,3.  Axt, Tag 2: Aushebung der Hilfsarbeiter des pr-hr.
3,3:        " durch den Schreiber Hrj, den Schreiber Jmn-nxt, die beiden Vorarbeiter (und) 
3,4:        "die gesamte Truppe:
3,5:        " Die die Wasser tragen......" darauf folgt eine Aufstellung von sechs Einzelpersonen, von denen
                 der erste mit
......hry  jnj.w  -  mw (Oberster der Wasserträger)....alle weiteren mit dem Titel
                
jnj - mw  (Wasserträger)  bezeichnet werden.

3,12  -  3,18    -    drei Gärtner mit ihren Gehilfen
3,19  -  3,23    -    vier Fischer
4,2    -  4,5      -    vier Holzfäller
4,6    -  4,8      -    Gipsarbeitern
4,9    -  4,10    -    Wäscher
4,11  -             -    ein Maurer

sowie ein Töpfer, ein Magazinverwalter und dessen Sohn, der den Mörtel rührte. Insgesamt 23 Personen. 
Für die Berufung dieser Leute sowie eventuelle Neueinstellungen war der Torwächter
Chaemwese als Assistent der Schreiber zuständig.   

Papyrus Turin 1880 = RDA 49,4 - 49,12    Vso 2,8 - 2.11

2,8  " Erklärung durch den Torwächter Chaemwese
2,9     vor dem Schreiber des Grabes und den beiden Vorgesetzten:
2,10   So wahr Amun dauert, so wahr der Herrscher dauert. Ich werde einsetzen:
2,11  12 Wasserträger nach rechts und 12 Wasserträger links, Summe 24; ich 
         werde einsetzen: 10 Fischer nach rechts und 10 Fischer nach links, 
         Summe 20; ich werde einsetzen: 7 Holzfäller nach rechts und 7 Holzfäller
         nach links, Summe 14; ich werde einsetzen: 6 Gärtner nach rechts und 
         6 Gärtner nach links; Töpfer: 4 Mann nach rechts und 4 Mann nach links,
         Summe 8 Mann;
         Wäsche: 4 Mann nach rechts und 4 Mann nach links, Summe 8 Mann"

Das waren insgesamt 88 Mann, dazu kamen noch 2 Schmiede und Gipsmacher, insgesamt 92 Personen, die die Arbeiterschaft versorgten.

Im 31. Jahr Ramses III. treten erneut Zahlungsverzögerungen auf, die wiederum zu Streiks führten 
( "II. Monat der Peret, Tag 15), die sich über Monate hinzogen. Dann wieder im "II. Monat der Schemu, Tag 29". Auch nach dem Tod Ramses III. bis in einem 32. Jahr gingen die Arbeiterunruhen unter seinem Nachfolger weiter.

Das die Arbeiterunruhen, die mit Jahr 29 Ramses III. begannen, nicht die ersten Schwierigkeiten dieser Art in Deir el Medineh waren, beweist ein weiteres Dokument schon aus dem 17. Jahr Ramses III.
Der Text sagt ganz deutlich:

" Jahr 17, II. Monat der prt - Jahreszeit, Tag 29 -  An diesem Tag:
Bericht der Vorgesetzten der Nekropole an den Schreiber (
der Nekropole) Achipet, indem sie (
die Vorgesetzten) sagten : Das Oipe - Maß ( zur Getreidemessung), mit dem man die Getreiderationen (d. h. den Lohn) gibt, ist zu klein! Er (der Schreiber) sprach: Wem gehört es, das Oipe - Maß? Sie antworteten ihm: Es ist der (Wesir ) Schreiber Paser, der es gebracht hatte! Man brachte ein neues ( Maß) und maß es mit dem Hin-Maß (nach). Es machte nur 38 Hin aus! (statt regulären 40 Hin)!"

Ein weiterer Papyri aus englischen Privatbesitz, dann in Berlin Nr. 10494 (sein Verbleib nach 1945 ist leider unbekannt) wirft ebenfalls ein helles Licht auf die Inneren Zustände der thebanischen Nekropole mit ihren Arbeitern. Es ist ein Brief des Beamten Hori an zwei seiner Kollegen. 
Hori hatte seinen Amtssitz im Tempelbezirk Ramses III. in Medinet Habu, wo ihn Arbeiter der Totenstadt unterstellt waren. Er übte seinen Dienst zusammen mit den
Schreibern Zaroj und Pen-ta-hot-nacht aus, die während der Niederschrift des Briefes für irgendeine Aufgabe auf das Ostufer tätig waren. Hori benützte diese Gelegenheit, um seine beiden Kollegen zu bitten, sie mögen sieben weggelaufene Arbeiter und noch zwei weitere auf das Westufer zurückbringen zu lassen, da ihm Arbeitskräfte fehlten.

Immer wieder wird uns von diesem Weglaufen der Arbeiter berichtet, oft veranlasst durch eigenmächtige Beamte, die die Arbeiter für ihre eigenen Dienstbereiche ausnützen wollten. Hori empfiehlt, sich den Auftrag schriftlich bestätigen zu lassen und er warnt sie, sich nicht durch Aufsässigkeit ungehorsamer Arbeiter beirren zu lassen; die Polizei würde dann schon Ruhe schaffen.

Der  Wakil ( Vertreter des Vorstehers einer Dienststelle) Hori von 
( der Verwaltung) des Hauses ( Tempels) des Amun – Re, König der Götter 
( schreibt an) den Schreiber Zaroj von der ( Verwaltung der) Totenstadt, und (an) den Schreiber der Soldaten Pen – ta hot – nacht (von der Verwaltung) des Gehöfts 
( Tempelbezirk) des Königs (Woser – maat – Re, geliebt von Amun)| in dem Hause ( Tempelverwaltung) des Amun ( Tempel von Medinet Habu).

Leben, Heil, Gesundheit und die Gnade des Amun – Re, König der Götter!

Möchtet ihr (gemeint: Möchten wir, d.h. der Absender) sprechen zu Amun und zu Dem Re und zu Ptah und zu jedem Gott und zu jeder Göttin, die hier wohnen: Möget ihr ( gemeint: sie, die Gottheiten) dir (gemeint: der Empfänger des Briefes) geben Leben, Heil, Gesundheit und ein großes Alter !  Möget ihr (gemeint: sie) dir geben starke und zahlreiche Gnadenbeweise vor Aumun – Re, König der Götter, diesem (Gott), der dich täglich sieht.

Ferner ist zu sagen: Wir hören, dass du angekommen bist, und dass du nach Nowet, der Stadt

(Wohnstadt von Theben auf dem Ostufer), gelangt bist. Möge Amun von Opet – asut (Tempel von Karnak) dich mit Güte empfangen, und möge er dir alles Gute erweisen. Was uns hier angeht, so wohne ich in dem Gehöft (Tempelbezirk von Medinet Habu). Du kennst die Verhältnisse, unter denen ich dort wohne, beides drinnen und draußen. Was die Söhne der Totenstadt Cher (auf dem Westufer) betrifft, so sind sie in Nowet (Theben – Ost) angekommen und haben sich dort niedergelassen. Ich wohne hier ganz alleine mit (dem Schreiber Zaroj) und mit dem Schreiber der Soldaten Pen – ta – hot – nacht. Mögest du veranlassen, daß die Männer der Totenstadt ( Arbeiter der Nekropole) zusammengebracht werden, die dort in Nowet sind. Mögest du sie zu mir nach diesem Ufer bringen lassen. Damit du sie kennst: ( sie heißen) Pen – nesut – tawi, Nofer – Amun, Hori – mose, Wen – Amun, Pa – nacht, Opet – neb – aku, Amun – hotep – [pa ? - ] Ka  ...............................................................  Summe: 7 Mann.

Bring sie vor den Schreiber Buteh – Amun. Lasset sie eilig (dorthin) bringen und laßt sie nicht an jedem Standort herumstehen. (Schickt sie hierher) zusammen mit Pa – charu und Azir.

Summe:  9  Mann.

Schickt uns (den Briefschreiber) deinen Auftrag, um unser Herz zu erfreuen (damit du durch die Übermittlung des Befehls gedeckt bist).

Wenn aber irgendeiner der großen Burschen sich empören sollte, so lasse ihn hierher kommen und zusammen mit uns wohnen, wie es ebenso mit Hraf – er – nutef der Fall ist und mit einem anderen wie er. Man weiß aber noch nicht, ob die Maschwasch (Polizei) diese schon erreicht

(verhaftet) haben und ob seine Aussagen schon mit ihm zusammengestellt sind (er über sie verhört worden ist). Du weißt, daß jeder, der mit ihm zusammen angekommen ist, mit seinem Gesicht an die Mauer gestellt worden ist vor ihm
( ihm als Zeugen gegenüber gestellt worden ist.). Mögest du (das Nötige) veranlassen (hinaus über deine dienstliche Pflicht). (Dann wird dein Lob) darüber ausgerufen werden !  Wakil Hori von dem Hause des Amun – Re, König der Götter  (an)  den Schreiber Zaroj und  (an) 
den Schreiber der Soldaten 
Pen – ta – hot – nacht “.

Aus der Regierungszeit Ramses III. sind uns etliche Höhere und Niedere Beamte namentlich bekannt. Dazu zählten 11 Truchsesse zum Teil fremdländischer Herkunft. Von den 11 tragen fünf unägyptische Namen, einer heißt z. B. " der Libyer Jenene", ein anderer führt den phönizischen Namen "Ba 'almahar".

Das Amt des Hohenpriesters des Amun zu Karnak war in Händen eines gewissen Bekenchons (III.), dann Usermaatre-nacht und Ramses-nacht. Der Bürgermeister von Theben ist ein Mann namens Paser.

Zu Anfang der Regierung Ramses III. bekleidete das Amt des Wesirs ein "Hori " (Hrj), der dieses Amt schon unter Sethos II. innehatte, dann ab dem Jahr 16 des Königs taucht der allgegenwärtige Wesir Ta (To) auf.

siehe Zur Person des Wesirs Ta (To)

Auch der Königssohn von Kusch, ebenfalls ein Mann mit Namen Hori, bekleidete dieses Amt auch bereits unter König Siptah. Vorarbeiter der Nekropolenarbeiter ist seit dem 3. Jahr König Merenptahs ein gewisser 
"
HAj" Er hatte diese Stellung bis in das 19. Jahr Ramses III. inne. Der Nekropolenschreiber Nhw - m - mut (I.) ist schon unter Sethos II. belegt und im 11. Jahr Ramses III. dann als Vorarbeiter genannt. Der im Streikpapyrus genannte Polizeibeamte Mntw - msj aus Theben ist ab Jahr 6 von Sethos II. bekannt und übte sein Amt noch im 4. Jahr Ramses IV. aus.

Schriftliche Dokumente zu der Arbeiterschaft von Deir el Medineh.
Schreiber am "Großen Platz (Königsgrab) war Amunnacht.
Ein Vorarbeiter namens Chonsu
Ein Vorarbeiter namens Nechenmut
Ein Vorarbeiter Iniherichau
Ein Vorarbeiter Kasa
O Kairo Kat. 302 (Ostrakon):

Dieser Ostrakon geht auf den Schreiber Amunnacht zurück:
Er vermerkt, dass er als er eines Tages mit einer Schar von 32 Arbeitern am großen Platz eingetroffen war, habe er zu seinem Erstaunen "einen Esel, der eingedrungen war, sowie einen alten Mann" vorgefunden. Offenbar hatten die Wachen geschlafen!
O Deir el Medina aus dem Jahr 16 Ramses III.
  1. Das Jahr 16, der dritte Monat der Peret-Jahreszeit, am Tag 23
  2. Abwesenheit des Vorarbeiters Kasa
  3. Abwesenheit des Vorarbeiters Chaemwaset
  4. Abwesenheit des Vorarbeiters Ji - (r) - uintef
  5. Diese kehrten auf die Baustelle zurück
  6. im Jahr 26, im ersten Monat der Schemu-Jahreszeit, am Tag 5"
Ostrakon aus dem Jahr 22 Ramses III.
 - Vorderseite -
  1. Das Jahr 22, im dritten Monat der Achet-Jahreszeit, am Tag 25.
  2. Ankunft des Wesirs Ta im Dorf (whjt) des Grabes
  3. Wiederaufnahme der Arbeiten der Südgruppe
  4. am Tag 26: 20 Lampen
  5. am Tag 27: 20 Lampendochte
  6. am Tag 28: frei (oder Ruhetag)
    der Tag 29 un der letzte Tag des Monats: (ebenfalls) frei
  7. der vierte Monat der Achet-Jahreszeit:
    Tag 1, Tag 2, Tag d3, Tag 4, Tag 5, Tag 6: frei
  8. am Tag 7: 20 Lampendochte
  9. am Tag 8: 20 Lampendochte
  10. am Tag 9 (und) am Tag 10: frei
    am Tag 11: (ebenfalls) frei
  11. am Tag 12: 20 Lampen
  12. am Tag 13: 20 Lampen (und) 20 Sed-Dochte
  13. am Tag 14: 20 Lampen

Rückseite:

  1. Vom Tag 20 des dritten Monats der Achet-Jahreszeit bis zum Tag 12 des vierten Monats der Achet-Jahreszeit, das macht 23 Tage.
  2. (während dieser Zeit) wurden 7 Tage lang gearbeitet.
  3. (und) man ruhte 16 Tage.
  4. im vierten Monat der Achet-Jahreszeit, 
    am Tag 15: 20 Lampendochte
  5. am Tag 16: 20 (Lampendochte)
  6. am Tag 17: 20 (Lampendochte)
  7. am Tag 18: 20 (Lampendochte)
O Turin 5660:
Ein Ostraka, das sich mit einem Grab im Tal der Königinnen befasst
" Das Grab des Königssohnes................................................................
Arbeit in ihm (wurde) im Jahr vierundzwanzig beendet.". 
O Turin 5654:
Ein Ostraka, das sich mit einem Grab im Tal der Königinnen befasst:
"
Arbeiten im Grab des Wagenlenkers Ramses III."
Vielleicht handelt es sich hier um das Grab des Prinzen "erster Königssohn seiner Majestät, Petahirwenemef", dem die königlichen Marställe unterstanden.
( ? )     ( Gutgesell )
" Jahr 25 (Ramses III.), 3. Monat der smw - Sommerjahreszeit, Tag 16. Heute Übergabe seiner Werkzeuge, die der Arbeiter Immenemipet gemacht hat, an den Vorargeiter Chons. Dieser sprach: Es ist zu wenig! Im Gegenwart (als Zeuge ?) des Vorarbeiters Iniherichau und des Schreibers Imennacht. Ich habe 10 Tage zugebracht, indem ich täglich sagte: Gib es her! Doch er hat es bis heute noch nicht getan."
Hier versucht anscheinend ein Arbeiter, einige Geräte aus Metall, die ja einen erheblichen Wert darstellten, auf die Seite zu bringen.
O De M 427 = KRI IV. 521:
Jahr 28 Ramses III.
"
Frei unter anderen Tagen."
Ostrakon aus dem "2. Monat der Sommerzeit"
Notiz über gezahlte Löhne in Deir el Medina. Er bezieht sich auf die Mitglieder der rechten Seite der Arbeiterschaft:
" Vorarbeiter: 2 (Sack Gerste), 5 1/2 (Sack Emmer)
   Schreiber:    2 (Sack Gerste), 5 1/2 (Sack Emmer)
17 Mann: jeder 1 1/2 (Sack Gerste), macht 68
Die Jungen, 2: jeder 1/2 (Sack Gerste), machdt 1, jeder 11/2 (Sack Emmer) macht 3
Der Hirte:      1 1/4 (Sack Gerste), 3 1/4 (Sack Emmer)
Der Pförtner: 1/2  (Sack Gerste); 1       (Sack Emmer)  
Der Arzt;       1/4 (Sack Gerste);   1       (Sack Emmer)

Summe:     32 1/2 (Sack Gerste);  84 3/4  (Sack Emmer)
Jahr 31 Ramses III.
Liste der Wachhabenden von Deir el Medineh:

" 3. Monat der Peret-Jahreszeit, Tag 1;
(Wache) des Iriaa; 2 Krüge Bier, 1 (Schale) Datteln für links; aus der Hand des (Holzfällers) Ptahmesu; 200 Einheiten Holz

Tag 2: (Wache) des Horischeri; aus der Hand des Ptahmesu: 300 (Einheiten) Holz
Tag 3: (Wache ) des Herniutef
Tag 4: (Wache) des Aniacht; 16 Pesen - Brote, 10 Biet - Brote, 2 Krüge Bier, 2 (Schalen) Datteln und aus der and des Ptahmesu: 300 (Einheiten) Holz.
 

( Co - Autor: J. H. Pirzer )

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