Biografie Sesostris I.

Chapelle blanche

Pyramide


(Bilder oben: saamunra)

Der beste Beweis für die gute wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens unter König Sesostris I. ist die große Anzahl der Bauwerke, die unter ihm neu errichtet oder restauriert wurden. Mindestens 35 Fundstellen haben auf den König zurückgehende bauliche Reste gelieferte. Angefangen vom Delta bis nach Assuan gibt es keine größere Siedlung, die nicht Spuren seiner Bautätigkeit aufweist. In Nubien wurden Festungen bis hin zum zweiten Katarakt errichtet.

Tanis:

In Tanis fanden sich Kolossalstatuen, die meist von Ramses II. usurpiert worden sind, aber vermutlich vielleicht von Sesostris I. aus seinem Totentempel in el Lischt stammen.

Tell el - Dab'a:

In Tell el - Birka, nahe Tell el - Dab'a, wurde ein kleiner Sphinx aus Rosengranit gefunden. Sie hatte keinen Kopf und zeigt die Reste zweier Kartuschen zwischen den Pfoten, die wahrscheinlich Sesostris I. Namen nennen.

Bubastis / Tell Basta:

Hier fanden sich zwei Steinblöcke mit seinem Namen, auch ein Kopf einer Kolossalstatue, die von Ramses II. usurpiert worden ist. Sie könnte ursprünglich aber auch von Sesostris I. stammen.

Memphis:

Kairo CG 643 / JE 27842 und CG 644 / JE 45085 
In Memphis fanden sich zwei Köpfe von Kolossalstatuen, die Ramses II. usurpiert hatte. Sie könnten ursprünglich aber vielleicht Sesostris I. darstellen.
Britisches Museum: Inv.: 924 [44] 

       Oberteil einer Standschreitfigur Sesostris I.
              (Britische Museum EA 924) (44).

Eine Standstatue aus schwarzem Granit, die sich heute im Britischen Museum befindet (Höhe 0,76cm) wurde 1839 in Memphis gefunden. Auf der Gürtelschnalle befindet sich der Königsname
( Cheperkare )|.

Fragment einer Statue König Sesostris I.
heute im Alten Museum Berlin Nr. 1206
- gefunden in
Kom el-Qala/Memphis -

Oberteil einer Kniefigur König Sesostris I. aus Memphis - Höhe 0,475m, Katalog Berlin 1991, 48-49, Nr. 30, gefunden in Kom el - Qala

Bild:     EA 44 Statue of Senusret I. 
Autor:  Britisches Museum  
Lizenz: 
CC BY-NC-SA-4.0
Bild basiert auf Datei: 
Sesostris I-AltesMuseum-Berlin.png
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Urheber: Keith Schengili-Roberts -
- Originaldatei ist hier zu finden - 

Zu weiteren möglichen Bauten des Königs in Memphis siehe den zerstörten Pylon von Memphis, der evtl. unter Sesostris I. errichtet wurde.

Daneben gibt es im Metropolitan Museum New York noch den Deckel eines Parfümgefäßes aus grünem Schist, auf dem in einer Inschrift Sesostris I. von Ptah erwählt wird.

Ein Architrav als Türschwelle in der Nähe der Al - Azhar-Moschee in Kairo verbaut gefunden, trägt den Namen Sesostris I. (oder Nektanebos I. ?) und zeigt die Bautätigkeit des Königs in diesem Gebiet auf. Insgesamt wurden zwei wiederverwendete Steinblöcke von einem Tempelbau für Re, die den Namen des Königs tragen in Kairo entdeckt.

Heliopolis:

Bautechnisch war der Neubau (und Restauration) der Tempelanlage in Heliopolis wohl die bedeutendste Aufgabe, die Sesostris I. sich zu bewältigen vornahm. Damit wollte der König an die Tradition des Alten Reiches anknüpfen und so sich als legitimer Nachfolger dieser Könige bestätigen.

Berliner Lederhandschrift, Museum Berlin, P. Berlin 3029
Zwei Dokumente geben Kunde vom Neubau des Tempels für den Sonnengott in seiner Stadt. Das erste ist eine Lederrolle, die sich heute im Berliner Museum befindet. Sie dokumentiert die Entscheidung Sesostris I., einen Tempel für Re-Harachte zu errichten.
Das 2. Dokument, ein konkreter Plan des Tempels, ist auf einer dünnen Steinplatte (nur mehr fragmentarisch erhalten) festgehalten.
Die Berliner Lederhandschrift ist so etwas wie eine Baukunde des heliopolitanischen Tempels des Atum in hieratischer Schrift auf ein Stück Pergament geschrieben. Leider ist sie in einem sehr schlechten Zustand. Eine der Seiten dieser Rolle zeigt eine Kopie einer Weihe-Inschrift, die Sesostris I. möglicherweise geschrieben auf eine Stele an seinem Tempelbau in Heliopolis hat anbringen lassen. Sie erzählt vom Beschluss des Königs, in seinem Jahr 3 (also noch zur Zeit der Mitregentschaft ?) einen Tempel für den Gott Atum / Harachte errichten zu lassen. Die Kopie stammt aus dem Neuen Reich, wie sich aus den Schreibfehlern ergibt.

Die Arbeit umfasste den Bau eines neuen großen Tempels im Jahr 3 des Königs vor dem dann wahrscheinlich im 30. Jahr zur Feier des ersten Sedfestes des Königs, ein Obeliskenpaar aufgestellt wurde.
Der Tempelbau wurde auf dem hier vorhandenen "Urhügel" errichtet. Da die Oberfläche des Hügels die Sockel der von Sesostris I. aufgerichteten Obelisken um 3,40m überragte, müsste man entweder annehmen, dass der Hügel nachträglich um diesen herum aufgeschüttet wurde oder - was wahrscheinlicher ist - dass der Tempelbau Sesostris I. in den bereits vorhandenen Hügel eingesenkt wurde.

Die beiden Obelisken könnten vielleicht schon von Amenemhet I. stammen, der aber anscheinend nicht mehr dazu kam, sie aufzurichten. Einer der beiden steht heute noch immer aufrecht, der nördliche der beiden stürzte úm die Mitte des 12. Jahrhunderts wohl bei einem Erdbeben um und zerbrach.

Als Material wurde Rosengranit aus Assuan verwendet, der noch aufrecht stehende Obelisk misst 10,75m und weit alle Merkmale eines klassischen Obelisken auf. Sein Gewicht beträgt 121 Tonnen.

Er trägt auf allen vier Seiten gleichlautende Inschriften in schönen Hieroglyphen. das Pyramidion des Obelisken war einst mit Gold überzogen, ebenfalls die (Sonnen- )Falken über dem Serech des Horusnamen.

"Horus, lebend von der Schöpfung, König von Ober- und Unterägypten, Cheperkare, die beiden Herrinnen, lebend von der Schöpfung, Sohn des Re, Sesostris, geliebt von den Mächten von Heliopolis, lebend in Ewigkeit, Goldhorus, lebend von der Schöpfung, der gute Gott Cheperkare, beim ersten Mal des Jubiläums. Er tat es um das Leben zu erhalten ewiglich."

Der noch aufrecht stehende Obelisk wurde 1955 von seinem eigentlichen Sockel auf einen mehrer Meter höhergelegenen modernen Betonsockel gehoben. In Heliopolis fand sich auch ein Podest aus Sandstein, Länge 0,55m, das sich heute in Berlin Inv.: 7720 (im Krieg zerstört) mit der Kartusche des Königs.

Abigig / Begig:

Bei Abigig / Begig (oder auch el - Atawila), einem Dorf 3 km südwestlich von Medinet el - Fajjum wurde ein pfeilerartiger Denkstein aus rotem Granit (Rosengranit) auf gemauertem Kalksteinsockel, errichtet von Sesostris I. entdeckt. Von den Einheimischen wird sie als "al amud" - Säule bezeichnet. Ihr heutiger Standort liegt an der Straßeneinfahrt von Madie el - Fajjum auf einem Platz inmitten eines Kreisverkehrs.

Der rechteckige 12,9m hohe Pfeiler (mit Kalksteinbasis) aus Rosengranit (Seitenlänge 2,20m), verjüngt sich leicht nach oben und war oben abgerundet. Hier befindet sich eine zapfenlochartige, rechteckige Vertiefung zur Aufnahme einer Bekrönung. Evtl. war dieses eine Götterfigur oder ein Emblem aus Edelmetall (nach Darstellung eines ähnlichen Pfeilers auf Stelen des Neuen Reiches evtl. ein Falke). Auf der Rückseite des Pfeilers befindet sich keine Inschrift, während auf der Schmalseite die Königstitulatur dargestellt ist. Aus den spärlichen Resten der Dekoration an der Front geht hervor, dass das Monument Month-Re /Amun-Re und Ptah / Re-Harachte und zahlreichen anderen Göttern geweiht war. (Insgesamt ist der König vor 20 Gottheiten dargestellt)

Die Vorderseite zeigt oben 5 Bildfelder, von denen jedes aus zwei Hälften besteht und den König einmal mit oberägyptischer und einmal mit unterägyptischer Krone, entsprechend vor jeweils zwei oberägyptischen Gottheiten bzw. unterägyptischen Gottheiten, zeigt. Unterhalb des Reliefs befand sich ein vierzehnzeiliger historischer Text von gewaltiger Länge, dessen Verlust besonders zu beklagen ist.

Der Pfeiler stand auf einem mächtigen Sockel aus Kalkstein von 3,60m Seitenlänge. In welche Art von Heiligtum (Kulthof?) diese Stele einbezogen war, ist nicht bekannt. Es wurden noch keine umfangreichen Ausgrabungen am Aufstellungsort durchgeführt.

Die Stele ist der einzige Überrest der in Ägypten wohl weit verbreiteten Pfeilerkultstätten. Der Pfeiler galt wohl als das Abbild des ersten festen Landes, das sich bei der Weltschöpfung aus dem Nun, dem Urgewässer, erhob. Dieses Monument ist wahrscheinlich eine Proklamation der Eingliederung des Faijum, dessen Erschließu8ng unter Sesostris I. begonnen wurde, in die religiöse Struktur des Landes am Nil. 

Der Pfeiler wie ein echter Obelisk aus einem einzigen Stück gefertigt, aber ohne quadratische Grundfläche, sondern mit einer längsgewölbten besteht ohne Pyramidion. Stattdessen ist das obere Ende gewölbt und weist in der Mitte eine Vertiefung auf. Bei günstigem Lichteinfall erkennt man, dass drei der Seitenflächen Reliefs und Inschriften tragen.

Medinet el - Faijum:

Hier wurde im Sobekheiligtum eine fast vollständige Sitzstatue des Königs gefunden. Heute befindet sie sich in New York, Metropolitan Museum of Art, Inv.: 25.6. - Sie besteht aus schwarzem Basalt und misst 1,04 m in der Höhe.

Krokodipolis:

In Krokodipolis hat sich bis in ptolemäischer Zeit ein Tempelbau König Sesostris I. erhalten.

El - Atanla / Ataula:

Auf dem östlichen Nilufer gelegen (12. oberägyptische Gau ) - ca. 6 km nördlich von Assiut, das altägyptische Per-Anti - fand sich ein Steinblock mit dem Namen Sesostris I., der wahrscheinlich von einem Tempel stammt, der dem Falkengott Anti geweiht war.

Achmin / Ipu:

Es gab unter Sesostris I. hier ein Heiligtum.

Abydos:

Östlich der prädynastischen Gräber des Friedhofes U liegt der sogenannte Heqareschu-Hügel. Hier fand Amelineau unter Ziegelmauerresten eine Opfertafel aus Rosengranit, gestiftet von Sesostris I. für König Mentuhotep III. - heute im Museum Kairo, Inv.: JE 32019 / CG 23005, Länge 0,80m, Breite 0,50m.

Sesostris I. scheint in Abydos umfangreiche Bauarbeiten im Gebiet des Osiris-Tempels durchgeführt zu haben. Der König ließ den wahrscheinlich schon in Verfall begriffenen Tempelbau für Osiris-Chontamenti von Mentuhotep III: Sanchkare abreißen und durch einen größeren Neubau ersetzen. (Fundamentbeigaben - Fußboden - die Gruben umschließen ein Areal von ca. 39m Länge und 21m Breite), zumindest zwei Toranlagen sind nachgewiesen.

Auch die Umfassungsmauer des Tempelbezirks wurde in größeren Abmessungen neu errichtet. Es fanden sich Blöcke und Statuen, die seinen Namen tragen - ein Osiris-Pfeiler aus Rosengranit mit einer Höhe von 3,75m oder 3,87m, heute in Kairo, Inv.: JE 38230 / CG 429. Ein Podest (?) aus Kalkstein, heute Kairo, Inv.: TR 25/4/227/2.

Statuengruppe: Der König neben der Göttin Isis. Gefunden wurde sie im Tempel Sethos I., gefertigt ist sie aus Granitdiorit, Höhe: 0,75m, Länge 1,02m

Koptos: 

Objekt:           Wandrelief:

Fundort:         Koptos

Heutiger Standort: London University College Petrie Museum, Inv. UC 14786

Material:        Kalkstein

Maße:                        Höhe 1,11m; Länge 1,54m

Beschreibung:

Fragment einer Szene des Königs, der im Ruderlauf vor Min dargestellt ist. Er hält das Ruder und das Hp.t Zeichen in den Händen und trägt die rote Krone mit Uräus, den Königsschurz mit Tierschwanz, eine Perlenkette um den Hals und Armbänder. Der Gott Min erscheint ithyphallisch, ein Arm ist nach hinten abgewinkelt und hält die Geißel, dazu trägt er die Doppelfederkrone, Götterbart und Halskragen. Zwischen den beiden befindet sich eine zweizeilige Beischrift, hinter dem König steht einige enigmatische Zeichen und Laufmale, sowie Reste einer weiteren Beischrift. Auf der linken Seite ist die Szene mit einer reliefierten Farbleiste begrenzt. Oben links und unten rechts fehlen große Stücke. Zwischen den Inschriftenkolumnen ist die Szene zerschnitten.

Inschrift:   Eileen Hirsch/Achet A 3 - Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie, 2004)

     Gott:

                        „ … der von Koptos: Ich hebe dir das Vollziehen von Sedfesten gegeben, er

                        möge leben wie Re ewig ……. Die beiden Schlangensteine “

                        König:

                        “ Horus Ancmseut, der das Ruder ergreift für Min, den großen Gott zu Gast in

                        der Stadt, er macht ……. (Cheperkere)| “

hinter dem König:

                        „ … Schutz und alles Leben hinter ihm “

Bild: mit frdl. Dank Hans Ollermann

 

Qift (altägyptisch Gebu)

In Qift, dem griechischen Koptos, fanden sich mehrere Reliefblöcke aus Kalkstein mit dem Namen des Königs. Des weiteren ein linker und ein rechter Pfeiler von Toranlagen. Sie stammen alle von einem Neubau des Tempels für den Gott Min, den der König hier errichten ließ.
Reliefdarstellung zeigen Szenen des Sedfestes, das wohl um das 30. Jahr Sesostris I. gefeiert wurde. Heute befinden sich diese Reliefblöcke zum Teil in London,
University College Petrie Museum. Sie zeigen den König vor Min beim Kultlauf.
Beischrift:
" Min, der große Gott inmitten seiner Stadt" -  " Ich gebe dir das Sedfest zu feiern."

Weitere Blöcke befinden sich in Lyon, Musee des Beaux Arts und im Manchester Museum. Der Torpfeiler befindet sicht in Oxford, Ashmolean Museum.

Dendera:

Im griechischen Tentyris, altägyptisch Iunet - Tantere erweiterte Sesostris I. die von Mentuhotep II. errichtete Hathorkapelle.

Hut:

Unter Sesostris I. wurde im 7. oberägyptischen Gau auf dem Westufer des Nils ein königliches Gut mit Namen "Cheperkare, der Gerechtfertigte, ist mächtig" gegründet. Diese Anlage überflügelte bald die ursprüngliche alte Gauhauptstadt und man begann, den langen Namen des Gutes zu "Hut - Sechem " oder einfach " Hut " abzukürzen.

Theben / Karnak:

    Bauten Sesostris I. in Karnak

 

Medinet Habu:

Hier wurde der Kopf einer Kolossalstatue des Königs gefunden. Unter der Voraussetzung, dass dieses Stück wirklich aus Medinet Habu stammt und nicht wie viele andere verschleppt und usurpiert wurde, zeigt es, dass nicht nur Karnak, sondern der gesamte Kultplatz Theben gefördert wurde.
Kairo, Inv.: JE 38386bis.
Königskopf aus Kalkstein, Höhe 0,18m, heute im Nationalmuseum Kairo. Der Kopf mit weißer Krone - vielleicht von einer Osirisstatue (?)

Armant (altägy.: Jwni)

Nachdem schon Amenemhet I. hier in Armant, dem altgriechischen Hermunthiss / Hermonthis einen Tempel errichtet hat, beschränkte sich Sesostris I. auf die Tempelausstattung. Es sind zwei Statuengruppen von Sesostris I. hier erhalten. Außerdem fanden sich auch Blöcke eines Tempelbaus (Kapelle ? für Month und Hathor) von Sesostris I.

Assuan-Museum ), ohne Inv.: Nr.
Eine Statuengruppe (wahrscheinlich eine Triade). Material: Schwarzer Granit, Höhe: erhalten sind 0,17m, Länge: 0,86m, Breite 0,67m. Nur mehr der Sockel mit zwei Fußpaaren ist erhalten. Wahrscheinlich war der König zwischen Month und Hathor dargestellt.
London, University College, Inv.: UC 14597:
Fragment einer Statuengruppe (wahrscheinlich eine Triade) heute in London, University College.
Material: Schwarzer Granit, Höhe: erhalten 0,155m, Länge 0,65m, Breite 0,50m.
Bruchstück des Sockels mit den Resten von zwei Fußpaaren.
Wahrscheinlich war der König zwischen Month und noch einer Gottheit dargestellt.

El - Tod /Tuphium

Unter Sesostris I. entstand in et (el) - Tod (Djerti) ein Neubau des nur 50 Jahre alten Tempels von König Mentuhotep III. Seanchkare für den hier ortsansässigen Gott Month. Sesostris ließ den alten Bau völlig abtragen und benutzte die alten Blöcke für die Fundamentierung seines Neubaus. Erhalten von diesem Steinbau hat sich nur die 19,35 x 26,20m ( = 37 x 50 Ellen - damit war der Bau doppelt so groß wie sein Vorgänger) großen Fläche aus Fundamentplatten und eine einzige noch aufrecht stehende Wand mit einer historisch wichtigen Inschrift des Königs. 

Bei der Rekonstruierung des Baus gibt es einige Unsicherheiten. Anscheinend führten die Tore durch die Kalksteinfassade des Baus in sein Inneres (Reste von Türeinfassungen aus rotem Granit wurden gefunden, Höhe ca. 4,10m - auf der der König als "geliebt von Monthu, dem Herrn von Djerti (Tod)" bezeichnet wird).

Der Tempel besaß einen T-förmigen of mit zwei Pfeilern. Diese Pfeiler weisen die enorme Achsenweite von 5m auf (Maße wie im Ramesseum), so dass nur der Schluss daraus gezogen werden  kann, dass es sich hier nicht um Stützpfeiler gehandelt haben kann, die ein Dach in einem offenen Hof trugen, sondern stehende Monumente. Die beiden, den Hof seitlich flankierenden Bauteile waren kaum massives Mauerwerk, sondern besaßen wie die beiden äußeren Fassadentüren vermuten lassen, Innenräume. Eine auffallend starke Quermauer, also die eigentliche Fassade des Tempels, bildet die Rückwand dieses Hauses. Dahinter dürfte jener Raum zu suchen sein, der die Granitsäulen (obeliskenähnliche Pfeiler) enthielt, von denen Teile in der Moschee von et-Tod verbaut sind.

Dahinter befand sich vermutlich ein 6,5 x 7,8m großer Barkenschrein, der an Vorder- und Rückseite offener war und der an drei Seiten von je drei Kapellen umgeben war.

Museum Kairo, JE 39511 / CG 23004:
Im Tempelbereich fand sich eine Opfertafel aus Rosengranit. Sesostris I. wird darauf als :
" geliebt von Monthu, Herrn von Theben und Herr von Tod" bezeichnet.
Sie befindet sich heute im Museum Kairo: Länge 0,81m; Breite: 0,53m.

Nun zu der äußerst umstrittenen Bauinschrift auf der noch aufrecht stehenden Wand im Tempelbezirk des Month:
(siehe dazu Übersetzung und Kommentar  in "Dauer und Wandel". SDAIK 18 - Seite 45-52 von Wolfgang Helck)

Übersetzung der Passage nach DAIAK-Band 18/1 /Zeile 25-29) 
und S. Grallert "Bauen-Stiften-Weihen"Ses1/Kn 002:

………. (25) …. Landen seiner Majestät an diesem Ort, Erscheinen bei der Hw.t nTr, Kultrituale vollziehen, Weihrauch verbrennen, Ruhen im Inneren, Weihen von wDh–Opfertischen aus Silber, Gold, Kupfer, Bronze, Quarzit, aus Lapislazuli, Türkis, (26) aus allen festen Edelsteinen sehr vollkommen, sehr zahlreich mehr als alles, was in diesem Lande war seit früherer (Zeit) gesehen wurde in Form von Tributen der Fremdlandbewohner (und) Mineralprospektoren, die die Länder durchstreiften. Meine Majestät sprach:
„Ich bin gekommen, um diesen Ort zu sehen, diesen pApr, der vor der xm–Kapelle des Gottes, Herrn (27) der Götter, liegt, indem er verfällt, um Anhöhen im wasser zu sein. Alle seine  a.t –Kammern sind mit Schutt gefüllt, Erdhügel sind in seiner jmn.t Kammer durch die Zerstörung, die dort geschah, seine Dfy sind verdreckt, seine Seen sind ihm verstopft mit seinen Brunnen, ein Sumpf entsteht am Eingang seines Sees, (28) in dem er seine Hügel und seine Ufer erreicht. Diese Hw.t [nnTr] war mit Sbj.t–Pflanzen bewachsen, die heilige s.t, niemand kannte sie mehr. Das, was ich dort sah, war unverständlich. Alle ihre Mauern waren in der Flamme des Feuers [ … ] ihre wab Priester (29) hatten die Anbetung vergessen …... “

Trotz verschiedener Unklarheiten erkennt man relativ deutlich, dass der König sich mit erheblichen Gruppen von inneren Feinden auseinandersetzen musste, die getötet und anschließend offenbar verbrannt wurden. Gleichzeitig scheint es, dass eine göttliche Rechtfertigung für dieses Verbrechen gegeben wird. Bei dem Text ist es aber fraglich, ob die hier gebrauchten Redewendungen über die militärischen Aktivitäten, über den Neubau und die vorherigen Zerstörungen tatsächlich Begebenheiten widerspiegeln. Ähnliche Redewendungen werden auch in der Bauinschrift in Elephantine verwendet.

Gebelein:

In Gebelein, im 3. oberägyptischen Gau wurde eine Statue des Königs gefunden.

Esna:

Labib Habachi fand in Esna im dortigen Chnum und Sobektempel 1957/58 Spuren der Bautätigkeit Sesostris I. Es fand sich ein Kalksteinblock im Tempelbereich des Chnum mit dem Namen Sesostris I. All dieses deutet daraufhin, dass Sesostris I. hier einen kleinen Tempel errichten ließ.

El-Kab:

In El-Kab, dem altägyptischen Necheb (griechisch Eileizhyiaspolis) fanden sich Fragmente einer völlig zerschlagenen Kolossalstatue des Königs aus dunklem Granit oder Sandstein (?), die nur durch Berichte von Champollion und Clarke bekannt waren, sowie Blöcke mit seinem Namen. Dies deutet auf einen größeren Bau Sesostris I. hier in El-Kab hin.

Hierakonpolis :

In Hierakonpolis (Kom el-Ahmar), dem altägyptischen Nechen fanden sich nur wenige Spuren von Sesostris I.. Quibell erwähnt neben einigen Ziegeln einen Sandsteinblock und einen Türsturz aus Kalkstein auf dem der König von Horus von Necken erwählt wird.
Edinburgh, Royal Scottish Museum Inv.: 1956.349
Höhe: 0,635m, Länge: 2,41m
Kairo: Inv.: CG 23010
Es fand sich eine Opfertafel aus Rosengranit mit dem Namen Sesostris I., 
heute in Kairo. Länge 0,73m, Breite 0,51m.

Edfu:

In Edfu, dem altägyptischen Djeba (Mesen), dem griechischen Apollinopolis Magna fand sich eine Opferplatte aus rotem Granit, auf der Sesostris I. als "Geliebt von Horus von Nechem" bezeichnet wird. Inschriftlich ist ein Tempelbau des Königs hier bezeugt. Es fand sich ein Türsturz mit dem Königsnamen.

Elephantine:


Aniba:

Hier fanden sich geringe Spuren der Bautätigkeit des Königs.

Buhen:

Buhen liegt gegenüber von Wadi Halfa auf dem Westufer des Nils. Nach der Errichtung des ägyptischen Zentralstaates durch Sesostris I. im Anschluss aus der "tiefen Krise" der 1. Zwischenzeit, (ca. 2150-1800 v. Chr.) war die Erneuerung der Oberherrschaft über Nubien ein primäres Ziel der pharaonischen Außenpolitik. Sesostris unterwarf Nubien in mehreren Feldzügen bis zum 2. Katarakt und stieß über Buhen und Semna bis an die Schwelle des Kerma-Beckens vor. Hier am 2. Katarakt in Buhen ließ Sesostris I. ein gewaltiges Sperrfort errichten und gründete anscheinend auch schon die kleine Festung Semna-Süd stromauf des Katarakts von Semna.

Die äußere Umwallung von 712m Länge mit dem Rücken zum Nil und unregelmäßigem Verlauf ist 4m dick und weist  32 halbrunde Türme auf. Die innere Umwallung der Festung misst 150m x 170m und ihre Mauern sind 5m dick, bei einer Höhe von 11m. Sie ist mit rechteckigen Türmen und besonders starken Eckbastionen bewehrt. Die Festung weist zwei Fluss-Tore und einen monumentalen Torbau in der Westmauer auf.

Ein königlicher Beamter namens Mentuhotep ließ hier eine gewaltige Sandsteinstele aufstellen, die von dem großen Feldzug in dem 18. Regierungsjahr Sesostris I. berichtet.

Gefunden wurde diese Stele von Ippolito Rosellini während einer archäologischen Kampagne, die von Champollion in Ägypten und Nubien 1818 - 1829 n. Chr. durchgeführt wurde. Rosellini fand sie in zwei Teile zerbrochen im Nordtempel der Festung und brachte sie ins Museum von Florenz, wo sie sich noch heute befindet Museum Florenz, Nr. 2540. 

                     Siegesstele Sesostris I.
heute im Museum Florenz - Nr. 2540
(Bildquelle: Zeichnung n. J. H. Breasted in: PSBA 1901, PI. III.)

Bild:       Stele Sesostris I. Buhen
Autor:    Khruner
Lizenz:   CC BY-SA 3.0

Siegesstele Sesostris I. aus Festung Buhen:

Die Stele ist oben gerundet, die Fläche in drei Teile gegliedert. 
Oben das Bildteil, dann 7 waagerechte Zeilen Text, darunter 17 senkrechte Textzeilen.

Links im Bildfeld der Stele steht Sesostris I., ihm gegenüber steht der falkenköpfige Gott Month, der dem König die besiegten Regionen zuführt. Die Namen dieser Regionen sind in ovale Umwallungen eingeschrieben, die durch Kopf und Oberkörper gefesselter Feinde (Nubier) dargestellt sind. Month hält dem König mit seiner rechten Hand ein Anchzeichen an die Nase, in der anderen Hand hält er die Namensschilder der besiegten nubischen Gebiete, die an Seile gebunden sind.
Nicht alle Namen der Liste lassen sich geographisch bestimmen. Im Namensring oben hinter der Figur des Gottes ist jedoch erstmals der Name des Landes Kusch zu lesen. Dieser Begriff wird später für den ganzen Raum jenseits des 2. Kataraktes und das Königsreich Kerma  angewandt.
In der Namensreihe unter der Szene ist an 3. Stelle der Name der Insel Sai, die auf halber Strecke zwischen dem 2. und 3. Katarakt liegt, zu erkennen. 
Unterhalb dieser Darstellung befindet sich ein ausführlicher Feldzugsbericht des kommandierenden Generals an.

 

Zeile 5 - 7 des waagerechten Textes:
" Dem Geb das Erbe seines Vaters gab, da er wusste, dass er die beiden Länder in Ordnung halten würde...............während die Majestät des Königs ein Kleinkind war. Er erzog ihn zum Palastbewohner als Jüngling, bevor er das m: c3m-Gewand abgelegt hatte...................... Der Sohn des Atum, dessen Name fühlbar ist, groß an Macht in dem was für ihn geschieht, der über dem Land erscheint als Herr der beiden An[teile], der vollkommene Gott, Herr der beiden Länder.
................................................................................................................".
Zeile 8 - 25 des senkrechten Textes:
" Der edle Prinz, königlicher Kanzler und Berater, ein Mann der das Vertrauen des Königs der beiden Länder besitzt, Verwalter von Dep, Sprecher für alle, die in Pe sind, Magistrat beauftragt mit der Überwachung von ....................(?), [der Kurtisane (?) des] Königs, jemand der das Ansehen des Herrn der beiden Länder genießt, der dem Weg desjenigen folgt, der ihn gefördert hat, sein Günstling, verantwortlich für die Rekruten, der General Mentuhotep. Er sagt "Horus Anch - Mesut, der König von Ober- und Unterägypten Kheperkare, hat mich zum Träger der königlichen Mission bestimmt.
Jahr 18, erster Monat der Peret-Jahreszeit, Tag 8, unter der Herrschaft des Horus Anch-Mesut, während der ausgedehnten Expedition, König von Ober- und Unterägypten Kheperkare [dem Leben ewig gegeben ist] bin ich nach dem Süden gezogen und vernichtete die Truppen, deren Leben damit beendet wurde. Ich habe sie getötet und ihre Zelte in Brand gesteckt, ............................................, ihr Korn wurde in den Fluß geworfen. Ich bin jemand, der dem Weg folgt, der die Befehle des Palastes befolgt, ein Mann mit kraftvollen KA, im Ablauf jedes Tages [?] auf immer. So wahr der Sohn des RE Sesostris lebt, so ist es geschehen, wovon ich berichtet habe."

Oxford, Ashmolean Museum, Inv.: 1893.175-6
In dem hiesigen Festungstempel (Nordtempel) fand sich eine Sandsteinstele Sesostris I.. Sie befindet sich heute im Ashmolean Museum in Oxford (Höhe 0,44m)

Eine weitere Sandsteinstele des Königs fand sich in Block 8, 1959/60, heutiger Aufbewahrungsort unbekannt. (Maße: Höhe 0,775m, Länge: 0,455m, Breite 0,10m.
Datum:
" Jahr 5, 2. Monat der Überschwemmungsjahreszeit".

Philadelphia, University of Pennsylvania Museum, Inv.: E 10995
Eine dritte Stele ebenfalls aus Sandstein, ist wohl auch in die Zeit Sesostris I. zu datieren. Sie ist heute in Philadelphia, University of Pennsylvania. Ihre Höhe ist 0,79m und ihre Länge 0,445m.

Serab el-Chadim:

Von Sesostris I. ist eine Bautätigkeit in Serab el-Chadim belegt, durch ein Architrav und einen Block, wobei es sich wohl um die Reste einer Umfassungsmauer mit Durchgang gehandelt hat.
Türsturz: 
Material Kalkstein, Länge 1,70, Höhe 0,32m
Inschrift: 
" König von Ober- und Unterägypten Cheperka[re], erwählt von Hathor, der Herrin des Türkises, der ewig lebt. Er hat alle Fremdländer gebunden, die seiner Macht gegeben wurden, Sohn des Re Sesostris, beschenkt mit Leben, Dauer und Herrschaft wie Re ewig bei allen Göttern in Ewigkeit."

Block
Material Kalkstein, Höhe 0,36m, Länge 0,49m
Inschrift:
" Horus Anchmesut, vollkommener Gott,.......König von Ober- und Unterägypten Cheperkare, Sohn des Re Sesostris, erwählt von Hathor, der Herrin der Türkise."

Weiter fand sich hier eine leider stark zerstörte Stele mit der Kartusche des Königs im Zusammenhang mit dem Namen der Göttin Hathor.

Museum Kairo: JE 48263
Auch eine Vierergruppe bestehend aus den knieenden Königen Mentuhotep II., Mentuhotep III., Amenemhet I. und Sesostris I. dürfte von Sesostris I. stammen. 
Material: Sandstein, heute in Kairo - Höhe 0,31m, Länge 0,68m, Breite 0,30m. 
Die Köpfe sind abgebrochen.

Museum Brüssel, Musèes royaux d'Art et 'Histoire Inv.: E 2146
Ebenso eine Sitzstatue die König Snofru darstellt und dieser darauf als Vater Sesostris I. bezeichnet wird. Sie befindet sich heute in Brüssel und ist über den Beinen abgebrochen.
Inschrift:
" Das Denkmal, das der Sohn des Re Sesostris machte. Das Denkmal , das Cheperkare machte für seinen Vater Horus Neb-Maat Snofru."

Außerdem fand sich noch eine grob bearbeitete Figur eines stehenden Falken aus Sandstein mit der Kartusche Sesostris I. auf der Brust, also ein Bild des königlichen Horus, der die Fremdländer besiegt und den Sinai beschützt. Die Oberfläche der Statue ist stark verwittert. Das Zentrum des Kultes dürfte eine der beiden Höhlen gewesen sein, die in Serabit el-Chadim existieren.

Aus der oben beschriebenen Bautätigkeit geht eindeutig hervor, als König Sesostris I. in seinem 46. Jahr starb, war Nordnubien vom 1. bis zum 2. Katarakt fest unter ägyptischer Kontrolle. Durch die Wüsten im Osten und Westen ziehen ägyptische Expeditionen zu den verschiedenen Erzvorkommen und die libyschen Stämme stellen anscheinend auch keine ernsthafte Gefahr für das Niltal dar.

( Co-Autor: J. H. Pirzer)

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