Biografie Sesostris I.


Bauten Sesostris I.


Pyramide Sesostris I.


(Bilder oben: Elvira Kronlog)

Zwischen 1927 und 1938 konnten bei Restaurierungsarbeiten am 3. Pylon von Karnak zahlreiche zusammengehörige und unversehrt erhaltene Reliefblöcke aus feinem weißen Kalkstein geborgen werden. 
Sie wurden zu einem der schönsten altägyptischen Bauwerke zusammengefügt.

Die berühmte sog. "weiße Kapelle" (Chapelle blance) Sesostris I. ist eines der schönsten Beispiele der klassischen Bau-Kunst des Mittleren Reiches. Sie wurde in Einzelblöcke zerlegt als Füllmaterial im III. Pylon gefunden und ist heute im Freilichtmuseum (OAM) wieder aufgebaut.
(Fotos: Elvira Kronlob)

1938 wurde diese von Henri Chevrier wieder aufgebaut. Sie steht heute im Freilichtmuseum von Karnak. Die Kapelle misst 6,54m im Quadrat und auf dem 1,18m hohen Sockelunterbau erhebt sich ein 3,62m hoher, kioskartiger Bau mit 16 Pfeilern, die eine Höhe von 2,50 m hatten und ein hohlkehlengeschmücktes, baldachinartiges Dach trugen. Die Pfeiler stützen eine in drei Felder aufgeteilte Decke, welche in ihrem Nord- und Südfeld ein Sternendekor bzw. ein Falkendekor im Mittelfeld besitzt. Wasserspeier mit Löwenköpfen sammelten das seltene Regenwasser, das für die Reinigungsrituale verwendet wurde. Zwischen den Löwentatzen befand sich die Abflussrinne.

Einteilung und Grundriss des Gebäudes war recht einfach und etwas wuchtig, was aber durch die hervorragenden Reliefarbeiten, die beinahe alle vertikalen Flächen bedecken,  mehr als ausgeglichen wurde. Ganz sicher ist dieser Bau, die am kunstvollsten verzierte Kapelle in Karnak.

Der Name der Gesamtanlage, in der diese Kapelle einst stand, hieß trug den Namen: 

#pr-k3- Ra prt q3ww “ oder wT st-!r sA sxmt j"

„Thron des Horus, des Sohnes der beiden Kronen “ oder „ die die Doppelkrone des Horus erhebt “.

Lt. Hermann Kees in MDAIK Bd. 16 weisen Name und Schreibung der Sedfestkapelle sehr bestimmt auf das Sedfest, speziell auf die Krönung mit der Doppelkrone auf dem "Horusthrone" hin. Die Kapelle wurde dem Tempelherrn Amun-Re als "sein Platz des Erscheinens" geweiht, gleichzeitig erhielt der König aber mehrfach den Zusatz: "erschienen auf dem Thron des Horus, Sohn der beiden Kronen". Dieses würde darauf hinweisen, dass der Sesostris-Kapelle evtl. eine Doppelfunktion zugewiesen worden ist.

Die Interpretation der Weißen Kapelle als Stationsheiligtum für die Heilige Barke scheidet hier aus, da keine einzige Barkendarstellung auf den Szenendarstellungen vorkommt und gerade dieses Heiligtum aufgrund der Orientierung der Szenen keinen ungehinderten Durchgang für die Barkenprozession im Kapelleninneren zulässt. (Wolfgang Helck, LÄ III., Sp. 434, Anmerkung 8)

Die Rekonstruktion der Kapelle ist auf einer Betonfüllung errichtet und steht mit dem Treppenaufgang in Ost/West Richtung, d. h. in ihrer ursprünglichen Position, was sich auch aus der Dekoration erschließen lässt. Im Osten und Westen führen zwei acht-stufige Rampen hinauf in das Kapelleninnere zu einem im Zentrum stehenden Sockel, der nicht zur ursprünglichen Kapellenausstattung gehörte.

Im Zentrum der Kapelle steht heute ein Sockel
der nicht zur ursprünglichen Kapellenausstattung gehörte.
(Bild: Hanne Siegmeier)

Der Steinsockel im Inneren der Kapelle, auf den die Priester das Kultbild des Amun abstellen, welches bei der Prozession die Rampe hinaufgetragen wurde.

(Bild: Elvira Kronlob)

Einst befand sich in der Mitte der Kapelle ein Steinquader, auf welchem bei den Prozessionen das Götterkultbild abgestellt wurde. Heute steht hier inmitten der Pfeiler, als Ersatz für das verlorene, nach Chevriers Versicherung lt. den Standspuren in den Größenverhältnissen übereinstimmende Original Sesostris I., ein tischartiger Untersatz aus dunklem Granit, den Amenemhet III./IV. gestiftet hatte. 
Sie bezeichnen ihn als "sqA "damit er (Amun) darauf Platz nehme [rHtp  st-f] - ein Requisit, wie es zum Beispiel Thutmosis III. unter seinen Feststiftungen für Karnak nennt und abbildet. (Urk. IV. 635, Sethe: Kapellenuntersatz) Ein "sqA " war wahrscheinlich ein Untersatz, der etwas tragen sollte, einen Götterschrein oder eine Götterbarke oder eine Statue.

Während der Regierungszeit von Amenemhet III. oder Amenemhet IV. in der 12. Dynastie wurde die weiße Kapelle in einen Barken-Schein umgewandelt. Der tischartige Altar, der sich wie oben beschrieben, heute im Mittelpunkt der Kapelle befindet, ist aus rosafarbigem Granit und datiert vermutlich in diese Zeit. Trotz der Änderung in der Funktion blieb der Schrein vermutlich in seiner ursprünglichen Position und wurde später in die Festivalhalle von Thutmosis II. einbezogen.

Da aber die innere Pfeilerstellung des Kiosk nur etwa 2,40 m lichten Raum bot, wird es sich hier höchstwahrscheinlich eher um einen Untersatz für eine Statue, begleitet vom König, gehandelt haben,  wahrscheinlich zum Sedfest gestiftet und geweiht.

Hier war es höchstwahrscheinlich das Kultbild des Gottes Amun-Re, das man, wie die Darstellungen zeigen, aus dem östlich der Kapelle gelegenen Haupttempel von Karnak kommend, die Rampe hinauftrug, das Kultbild auf dem Sockel abstellte und nach einer kleinen Pause nach Westen zum Nil hinuntertrug.

Die Dekoration umschließt alle 16 Pfeiler, ebenso wie den gesamten Ein- und Ausgangsbereich und die Sockelzonen. Das Dekorationsprogramm enthält Weih-Inschriften auf der Sockelleiste sowie auf der Nord- und Südseite der Sockelzone Verzeichnisse mit Gaulisten von Ober- und Unterägypten mit Nennung der dazugehörigen Gaugötter. Auf den Portalen sind Titel- und Namensinschriften, sowie Weihe- und Bestimmungsinschriften auf den Architraven an der Nord- und Südseite. Weiter enthält das Dekorationsprogramm Kultszenen mit Beischriften auf den 16 Pfeilern 

Zeichnung der weißen Kapelle nach Chevrier


Der schöne Kalkstein, der für den heute gebräuchlichen Namen "weiße Kapelle" Pate stand, hatte unter dem enormen Druck, dem er als Verfüllung des III. Pylon ausgesetzt war, sehr gelitten. Trotzdem konnte die Kapelle fast vollständig wiederaufgebaut werden, so dass sie sich heute im Freilichtmuseum im Norden des Karnak-Tempels als eines der schönsten und klarsten Monumente altägyptischer Architektur präsentiert. 

Die schlichte Eleganz ihrer Architektur wird durch einen hohen Grad technischer Perfektion gesteigert, der die Klarheit ihrer Formen noch unterstreicht. Auf dem Bodenpflaster existieren Markierungen für die Position der einzelnen Pfeiler, die Blöcke sind mit Dübeln in Schwalbenschwanzform zu einem in sich geschlossenen Gebilde verklammert, was beim Wiederaufbau von unschätzbaren Wert war, und jede einzelne Hieroglyphe der Inschriften ist so sorgfältig wie ein eigenständiges kleines Bildwerk gearbeitet.

Der gesamte Bau ist vollständig mit Inschriften und äußerst detailliert gearbeiteten Reliefs geschmückt. Die unbeschädigten Götterfiguren und -namen beweisen, dass dieses Gebäude noch vor der Amarna-Zeit bei einer Erweiterung des Amun-Tempels unter den "Boden" gekommen sein muss. 

Sesostris I. stiftete das Heiligtum zur Feier seines 1. Sedfestes dem Amun-Re, dem Götterkönig von Karnak. Er war der erste archäologisch nachweisbare König, der in Karnak Sakralbauten errichten ließ. Keines seiner Gebäude konnte allerdings in situ festgestellt werden. 

Da die Bauten Sesostris I. bei den Erweiterungen des großen Karnak-Tempels im Wege standen, wurden sie kurzerhand abgerissen und als Füllmaterial für die neuen Gebäude verwendet. Ein Umstand, dem wir es zu verdanken haben, dass die herrliche Kapelle Sesostris I., die sog. Chapelle Blanche, nahezu vollständig erhalten geblieben ist.

Solche Stiftungsbauten anlässlich eines Regierungsjubiläums wurden manchmal an Tempelteilen der verschiedensten Art vermerkt: besonders galt dieses für Säulenhallen an einem Festhof, die sog. "Jubiläumstore" in Karnak an den Prozessionsstraßen. Abgesehen von dieser Barkenstation hatte Sesostris noch andere Tempelbauten zu seinem Sedfest gestiftet. Als Beispiel soll hier der dekorierte Kalksteinpfeiler in Kairo genannt werden, den Legrain im Hofe der Cachette nahe dam 7. Pylon neben Bauteilen Amenophis I., die ebenfalls von Jubiläumsbauten stammten, fand, der ebenfalls einen Stiftungsvermerk zum Sedfest enthält. (siehe AS AE 4, S. 12f.) Architekturgeschichtlich beansprucht aber die weiße Kapelle besonderes Interesse als ältestes Beispiel eines Tempels mit Umgang.

Der ursprüngliche Standort der Kapelle innerhalb des Tempels der 12. Dynastie ist umstritten. 
Amenhotep III. ließ sie abreißen und in seinem III. Pylon verbauen.

Pfeilerdarstellungen:

Auf den Pfeilern steht Sesostris I. neben Amun, der gelegentlich in seiner ithyphallischen Form dargestellt ist, sowie neben anderen Göttern und Göttinnen, wie Anubis, Thot, Ptah, Horus, Atum, Month und Amenet.

Auf den Pfeilern der Kapelle sind insgesamt 60 Kultszenen dargestellt, wovon auf die West- und Osthälfte je 30 Szenen verteilt sind. Lacau-Chevrier hat die Szenen ausführlich beschrieben und zahlreiche Bezüge zwischen den einzelnen Darstellungen herausgearbeitet. Die 16 Pfeiler sind jeweils auf allen 4 Seiten mit Kultszenen dekoriert mit Ausnahme der Außenseiten der Eingangspfeiler, an die die Brüstung der Treppe anschließt. Sie nennen nur Königstitulatur und Epitheta.

Der König beugt sich zu dem ithyphallischen Gott und legt eine Hand auf seine Taille.

(Bild: Hanne Siegmeier)

Auf diesen Pfeiler-Szenen sieht man das Ritual des "Errichten der Stäbe beim Min-Fest". 

(Bild: Elvira Kronlob

In den beiden unteren Szenen auf der Ostseite der Kapelle im nordöstlichen Bereich  ist ein Ritual aus dem "Minfest" dargestellt. Sesostris vollzieht das "Errichten der Stäbe" für Amun-Kamutef. Die Bedeutung dieser Szenenfolge, die nur auf diesen beiden Pfeilerseiten vorkommt, wird formal unterstrichen durch den außergewöhnlichen Aufbau der Szenen, die nur zwei und nicht wie sonst drei Personen aufweisen, obwohl sich beide Szenen auf einer Pfeilerbreitseite befinden. Die "3. Person" wird von den Stäben gebildet. Die Beischrift bestätigt den König "Hr s.t @r.

Die folgenden Szene befindet sich auf der Ostseite der Kapelle im nordöstlichen Bereich.

(die schwarz markierten Pfeiler tragen die Reliefdekoration Ritual des "Errichten der Stäbe beim Min-Fest". 

(Bild: HÄB 37)

In dieser Szene deutet ein gestützter Stab zwischen dem König und dem Gott das Ritual der Stäbe beim Min-Fest an. Dabei gießt der König ein Flüssigkeitsopfer aus den "(nw) nun-Töpfen" aus.
(Bild: HÄB 37)

Auf diesem Relief werden nur 2 Personen gezeigt, der König und der ithyphalliche Gott. Im Gegensatz zu dem vorhergehenden Bild ist die Errichtung der Stäbe bereits vollzogen.
                     (Bild: HÄB 37)

Im architektonischen Aufbau der Kapelle sind klare Strukturen zu erkennen, die sich ebenfalls im Dekorationsschema der Pfeilerseiten zeigen. Innerhalb der 60 dekorierten Seiten sind zu unterscheiden zwischen:

  1. den 44 Pfeilerschmalseiten auf den quadratischen und den rechteckigen Pfeilern, auf denen jeweils 2 Hauptpersonen dargestellt sind,

  2. den 16 Breitseiten der rechteckigen Pfeiler, auf denen wegen ihrer größeren Fläche es möglich war, meist 3 Personen darzustellen und auch Platz für eine umfangreichere Gestaltung war.

In jeder der verschiedenen Szenen wird eine eigene kleine, in sich geschlossene Welt gezeigt. Zu erkennen ist über zwei waagerechten Inschriftenzeilen Sesostris I., dargestellt mit einem bzw. zwei Göttern auf der Standlinie in Form des hieroglyphischen Landzeichens. In einer Beischrift ist der Name und das Epitheta der handelnden Personen genannt. Über der Szene schweben Geier bzw. Falke, die ihre Schwingen öffnen. In ihren Klauen halten sie ein anx oder ein Sn. Über diesen steht wiederum ihre Beischrift. Bekrönt wird die Szene von der Himmelshieroglyphe mit Sternen.

Opferszenen:

In insgesamt 27 Szenen wird eine Opferhandlung des Königs vor verschiedenen Göttern dargestellt. Der König wird beim Brotopfer, Kuchenopfer und beim Milch- oder Weinopfer dargestellt. Die Inschriften nennen die Titel und Attribute des Königs und der Götter.  

Die lebensgebende Sonne und die Himmelshieroglyphe mit Sternen bekrönt die Darstellung auf diesem Pfeiler.
Darunter schweben Geier und Falke, die in ihren Klauen das Anch-Zeichen halten.
(Bild: Elvira Kronlob)

Auf der Breitseite des Pfeilers ist wegen der größeren Fläche eine umfangreichere Darstellung möglich. Der König mit der Kugelperücke und dem Uräus an der Stirn beim Brotopfer vor Amun-Re. Der Ka steht hinter dem König ohne ihn zu berühren.
                 (Bild: Elvira Kronlob)

 

Der König mit der oberägypt. Krone wird hier stehend vor Amun-Min
 dargestellt beim Brotopfer.

(Bild: Elvira Kronlob)

Auf der schmalen Pfeilerseite wird Sesostris I. und der  ithyphallischen Gott Amun-Min dargestellt. Der König opfert ihm 
zwei nw-Töpfe (Nun-Töpfe)
(Bild: Elvira Kronlob)

Ausschließlich auf der Osthälfte der Chapelle blanche, auf der Innenseite der mittleren quadratischen Pfeiler an der Nord-Süd-Achse befinden sich Szenen-Darstellungen des Königs, der auf einem Sockel kniet und dem Gott Amun-Min "nw-Töpfe" opfert. Das Stand-Bild des Gottes steht auf einem undekorierten Sockel, während der niedrigere, 2-stufige Sockel des Königs mit anx und Dd dekoriert ist. 

Der kniende König opfert dem auf einem Sockel stehenden Amun-Min nw-Töpfe.

(Bild: Hanne Siegmeier)

Der König opfert dem Gott Amun-Min, der auf einem Sockel steht, Milchgefäße (?)

(Bild: Elvira Kronlob)

 

König wird von Gott geleitet:

In mehreren Szenen auf der Breitseite der rechteckigen Pfeiler auf der nördlichen und südlichen Außenseite der Kapelle, mit Blick ins Kapelleninnere werden drei verschiedene Szenentypen dargestellt. 

  1. Einführungsszenen

  2. Vorbereitungsszenen

  3. Begrüßungsszenen

Bei der Einführungsszene schreitet der einführende Gott vor dem König und führt ihn zu Amun. 
Der Gott wendet sein Gesicht in zurück in Richtung des Königs. Der König umfasst das Handgelenk des Gottes. 

In der Vorbereitungsszene wird der König von Amun erwartet. Der einführende Gott (hier Month bzw. Atum) schreitet vor dem König, der die Doppelkrone trägt,  zu Amun. Auch er wendet sein Gesicht zurück in Richtung des Königs, ergreift mit seiner Hand die von Sesostris und hält ihm mit der anderen Hand ein Anch-Zeichen an die Nase. Diese Szene befindet sich auf der Osthälfte der Kapelle auf der Innenseite der Eingangspfeiler.

In der Begrüßungsszene ist nun Amun der Aktive. Er reicht Sesostris das Anch-Zeichen. In dieser Szene bleibt der König passiv. Der einführende Gott (hier Month bzw. Re-Harachte) präsentiert den jetzt vor ihm schreitenden König dem Gott Amun. Er umarmt den König und legt ihm beide Hände auf die Schulter oder berührt mit der einen Hand dessen Krone oder richtet ein Was-Zepter mit dem  sn-Ring von hinten zum Kopf des Königs.
Position dieser Szenenreihe: Im Kapelleninneren - jeweils in dem Gang seitlich der Ost-West-Achse.

Statt des einführenden Gottes werden in zwei Szenenpaaren der Ka des Königs dargestellt. Der Ka steht hinter dem König, der ein Brotopfer darbringt, ohne ihn zu berühren. Diese Szene befindet sich auf der Westseite der Kapelle.

In einer anderen Szene, die sich nur auf der Ostseite der Kapelle befindet,  trägt der König Stab und Anch-Zeichen oder er bringt dem Gott ein sxjm-Szepter dar, während der Ka dem vor ihm schreitenden König eine Hand auf die Schulter legt.

Einführungsszene
(Bild: HÄB 37)

Vorbereitungsszene
(Bild: HÄB 37)

Begrüßungsszene
(Bild: HÄB 37)

 

Begrüßungsszene
- In dieser Szene ist Amun der "Handelnde". Er reicht dem passiven König das Anch-Zeichen.
Der einführende Gott Month führt den König vor Amun und legt ihm die Hand auf dessen Schulter. Die Füße des Königs berühren die die des einführenden Gottes Month.


(Bild: Hanne Siegmeier)
Geleitungsszene
Verschiedene Götter können den König vor Amun-Re/Amun-Kamutef führen. Hier erscheint in einer Verdopplungsszene Atum - nur zu erkennen am Götterbart und der Inschrift - der den König (mit der unterägypt. Krone) mittels eines Anch-Zeichens belebt und zu Amun-Kamutef führt.


(Bild: Hanne Siegmeier)

Einen ganz anderen Szenenaufbau als alle anderen Darstellungen zeigt die untere Pfeilerszene. Das Bild stellt eine hohe Kapelle mit ansteigendem Dach dar, in dessen Inneren eine Statue des Königs auf einem Sockel steht. Hinter ihm steht ein Kultfetisch in einem Gestell, dessen Beischrift
                                                             imi-wt, xnti sH nTr

ihn als den Gott Anubis ausweist. Amun reicht im oberen linken Eck dem Horus auf dem srx  anx und wAs. Auf dem oberen Abschluss ist trotz des breiten Pfeilers nur der Falke dargestellt, der oberhalb der Königsfigur und des Fetisch fliegt und sich zum Eingang der Kapelle hin orientiert.

Pfeilerdarstellung, die das Abbild einer hohen Kapelle darstellt mit ansteigendem Dach
Im Inneren der angedeuteten Kapelle steht die Statue des Königs auf einem Sockel, hinter ihm ein Kultfetisch in einem Gestell.
(Bilder: Elvira Kronlob)

Zum Schluss noch unkommentiert einige sehr schöne Pfeiler, die besonders durch die ungewöhnliche Belichtung zur Geltung kommen. ( Bilder mit freundlicher Genehmigung von Elvira Kronlob und Hanne)

Sesostris I. belegte seine Regierungsfähigkeit auf besonders eindrucksvolle und realistische Weise, in dem er auf die Außenseiten der Sockelzone der Chapelle blanche eine Auflistung seines Herrschaftsbereiches aufzeichnen ließ, ein Verzeichnis der Gaue Ober- und Unterägyptens mit Nennung des Gaugottes, der Flächen des jeweiligen Territoriums und der verwendeten Flächenmaße. 
        
                                                (Bilder: Gitta Warnemünde)

Bis in die Ptolemäer- und Römerzeit werden diese Gaulisten in der Basiszone der Tempelaußenwände einen festen Bestandteil der Tempelaußenwände bilden, gewissermaßen die materielle, politische Grundlage des sich in den Tempelreliefs vollziehenden Kontakts zwischen Mensch und Gott.

Auflistung der Gaulisten auf der Sockelzone der Weißen Kapelle Sesostris I. (rote Umrandung)

(Bild: Ochmann-HH 18.11.06, @Wikepedia)
Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2
Ursprungslink

nördliche Frontalansicht mit Sockelzone der aufgeführten Gaulisten (weiße Markierung)


(Bild: mit frdl. Genehmigung
Gitta Warnemünde)
www.gitta-warnemuende.de/

 



siehe Gaulisten auf "Weißer Kapelle" Sesostris I.


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