zurück zu Baupolitik

Sesostris in Karnak

Biografie Sesostris

In Zuge der politischen Neugestaltung Ägyptens unter den ersten Königen der 12. Dynastie wurden in ganz Ägypten Tempel restauriert, erweitert oder neu gebaut. Damit sollte eine Bindung wichtiger Kulte an das herrschende Königshaus entstehen. Nach Prof. Dr. Wolfgang Schenkel in MDAIK 31 (1975) ist Sesostris I. der "aktivste Promotor" solcher Pläne.

Unter Sesostris I. erfolgte in der 12. Dynastie ein kompletter Neubau des Satet-Tempels auf Elephantine
der erstmals vollständig aus Kalkstein errichtet wurde. In MDAIK  31 hat Prof. Schenkel 1975 die dazugehörige Bauinschrift publiziert. Deren Überreste befinden sich auf Kalksteinblöcken, die sich wiederverbaut in den Fundamenten des Satet-Tempels der 18. Dynastie fanden und für die Wiederverwendung teilweise abgearbeitet wurden. 

Östliche Frontseite des rekonstruierten Satet-Tempels von Sesostris I.
mit Rundstäben und Hohlkehle. Wie bei allen Vorgängerbauten im Mittleren Reich lag der Eingang auf der nördlichen Seite.

(Bild: mit frdl. Genehmigung saamunra)

Anhand von gefundenen Resten der Umfassungsmauer und einer Gründungsgrube wurde die ungefähre Größe des gesamten Tempelbezirkes zur Zeit Sesostris I. mit ca. 42-48 m x 34 m bestimmt. Das Tempelniveau lag mit ca. 100m über NN etwa auf dem Niveau des Tempels von Mentuhotep II. oder geringfügig höher.

Die Lage des Sanktuars blieb weiterhin auf die alte Kultstätte in der Felsnische bezogen, lag aber nun mittlerweile deutlich tiefer als die auf ihren eigenen Siedlungsschutt nach oben gewachsene Stadt, (siehe Gründungsgruben /Grundstein - Täfelchen aus Silber, Kupfer, Fayence, Alabaster).

Planskizze Neubau Satet-Heiligtum 
auf Elephantine durch Sesostris I.
(Plan aus
"Die königl. Statuengruppen" von 
M. Seidel / HÄB 42 - Gerstenberg-Verlag  1996)

Die rekonstruierte Kultstätte 
tief unten in der Felsnische von Elephantine
(Foto: saamunra)

Das neue Satet-Heiligtum mit seinem nach Norden aus der Mittelachse verschobenen Eingang stand also weiterhin in der Tradition der Vorgängerbauten. An die Stele des älteren Vorhofes vom Bau der
11. Dynastie trat nun eine gedeckte Vorhalle. Von diesem Tempelbau haben sich ca. 150 Kalksteinblöcke erhalten, er bestand während der 13. und 17. Dynastie nahezu unverändert fort. Die Rekonstruktion des Tempels erfolgte durch den Ägyptologen Kaiser.

Rekonstruierte Fragmente von Inschriften
 - an den Wänden im Inneren des Tempels -
(Bild: saamunra)

Das Sanktuar und ein breiter Vorraum sind von dicken Mauern umgeben, deren Wände in den vorgelagerten Pfeilerraum hineinkragen. Der Saal weist nur zwei Pfeiler auf. An den Türpfosten des Tores, das den Zugang zu diesem Saal bildet, fanden sich Weiheformeln:

„ (Werk des) (Königs), [das er gemacht hat als sein Denkmal für seine Mutter] Satis, (nämlich) das Machen für eine Hw.t nTr aus Stein … “

An der Fassade des Tempelhauses und am Eingang zum Sanktuar ist jeweils eine lange Inschrift angebracht, die über das Zustandekommen des Tempelbaus berichtet.

Reste eine Barkenstation Sesostris I,
- am linken Wandteil eine Darstellung Sesostris mit einer Göttin -
(Foto: saamunra)

Mehre Trümmerstücke des unter Sesostris I.
errichteten Satet-Heiligtums standen bis vor kurzem  am "Schauweg" zur Besichtigung - wurden aber demontiert, um dort Grabungen durchzuführen.
(Foto: saamunra)

Der Text beginnt mit einem königlichen Dekret, in dem der König alle Bediensteten der Satis– und des Anukis–Tempels von den allgemeinen Arbeitsbelastung befreit, außerdem wird von der Sorge des König für die reiche Ausstattung des Heiligtums mit Statuen, Opfertafeln, Stelen und Opferstiftungen gesprochen.
Im zweiten Teil folgt eine Eulogie auf den König, im Stil einer Königsnovelle, wie sie auch in den Tempeln in el–Tod und in Heliopolis sich befinden.

Im Text wird der König von der Göttin Satis im Traum beauftragt, zu ihr nach Elephantine zu kommen und sie in ihrer Statue beim Fest erscheinen zu lassen. 

„ [ … ] … [Er fa]nd den großen [jw]nn als Erdhügel vor, ohne dass seine StA genannt wurden außer diesen, die vor[her] in den [Schriften] genannt wurden, die herrliche a.t Kammer (und) die Hr.t  des Gottes, gebaut mit einer Seitenlänge von 2 Ellen, Schutt ist darauf von 20 (Höhe), (die Inschriften sind) abgewischt. Die Menschen staunten, wenn (sie) es sahen mit dem Blick.

Keine a.t Kammer gibt es dort für den wab Priester. Keine s.t Räumlichkeit gibt es für den Hm nTr Priester [ … ] wie [ … ] Kein Tor gibt es, keine Türflügel, um die Kästen darin zu verschließen [ … ] … “

 

Gleiche Bauinschrift aus dem Satet-Tempel. Mehrere Kalksteinblöcke, die sich zu einer großen Inschrift ergänzen lassen.

W. Helck - MDAIK 34:

"................................... (zwei Zeilen verloren)................................................................
............................er selbst. (Sein) ? Auge.......................................................................
(Seine Kraft wirft nieder) die Neunbogen, sein Schrecken (lastet auf) den Jwntjw, nachdem er in den (Fremdländern) vertrieben hat.
...............................(Abbild) des Leiters (der beiden Länder , des Horus...................... Gestalt des Herrn des) Himmels, des #pr, der die beiden Länder verknüpft, (wenn er) findet ...........................indem er es zusammen mit seinem Herzen fand, denn nicht (gibt es einen, der ihn belehren kann),....................der Falke, der mit der Schlagkraft seines Szepters erobert.........................alle Götter, wenn seine Majestät erscheint als Herr der beiden Teile, dem zugewiesen sind die beiden gesamten Länder, Ägypten und die Wüste...........................Geliebter der beiden Herrinnen, Geboren von den beiden Zauberreichen.........................................................................
.............................................................................................................................................
(vom Anfang der
nHH bis zum) Ende der Dt-Ewigkeit. Herr der Mächte in ..................
, dem das Erbe (gegeben wurde im [Haus] des Sr in Heliopolis).....................................
........der sich umwendet (?) um zu erreichen...................................................................
.................................................................................................in den Sperren der q
Abt
............................................................................................................................................
............................................................................................................................................
.....................Befehlen im Traum.......................................................................................
(sie sprach) "  (Du sollst nach Elephantine gehen) und sollst Brot und Bier opfern. Weihrauch aufs Feuer, Opfer an ausgewählten Schenkelstücken, dass es mir den Großen angenehm sei. Du sollst meine Statue erscheinen lassen, mit gelbem Ocker, mit allerlei Edelsteinen, damit sie die beiden Länder beim Fest in Freude vorfinden. (er) fand aber das Große Heiligtum als Erdhügel, ohne dass man seine Rituale kannte, außer dem. Was (früher) gesagt war in (Schriften). Aber die heilige Kammer mit dem Gott war gebaut mit einer Seitenlänge von 2 Ellen, Schutthaufen lagen vor ihn von 20 Ellen. (indem sie ausgelöscht war) Es blickten verwundert die Leute, wenn sie beim Anschauen hinsehen. Keine Kammer war darin für den Priester und kein Platz war darin für den Propheten; (nicht) (gab es) so (etwas).
...........................................................................................................................................
Es gab kein Tor, es gab keinen Türflügel, um zu verschließen die Kästen in (ihrem Inneren)"

Hier bricht die erste Inschrift ab, es würde sicher eine Beschreibung des Neubaus des Tempels mit seiner Ausstattung mit Opferzuweisungen folgen. 

Die zweite Inschrift. Wohl eine Rede, in der der König sich selbst preist:

Zweite Inschrift aus dem Satet-Tempel:  W. Helck - MDAIK 34:

" .........................................................................................................................................
prächtig sind meine Denkmäler, Fest meiner Opfer."

(Es dürfte der Abschluss des in der ersten Inschrift erhaltenen Schilderung des verfallenen Zustandes des Heiligtums un eigener Bautätigkeiten sein.)

.........................................................................................................................................
(Königsbefehl an den Wesir, den Bürgermeister, den Propheten des Chnum, den Sprecher und den qubty von Kom Ombro) o, (von x) und (von) Elephantine.
...........................................................................................................................................
(Nicht lasse ich zu, dass jemand Macht hat, wegzuholen die Propheten der Satis) und die Propheten der Anukis und ihre Priester insgesamt, Angestellte und jegliche Hörige ihres Tempels zu irgendeiner (Aufgabe) der königlichen Verwaltung (und zu) irgendeinem (Einsatz) zur Tragarbeit, der in Elephantine im 1. oberägyptischen Gau getan werden soll. (So wahr Re jeden Morgen aufgeht und nicht) seinen Lauf (ein)stellt, so wahr der Himmel nicht herabfällt und sich die Erde nicht umdreht und so wahr nicht zugrunde gehen die unvergänglichen Sterne, (so bleibe( mein Eide und sei (mein Name) fest (im Munde der Menschen). Seht doch, ich spreche zu euch: möget (ihr verehren) den weisen Herrscher, ihr Diener (des Chnum, des Herrn des Kataraktes,...................................................). Er ist im Himmel,
er ist die Erde, (er ist das Was)ser; (er ist...........................) er ist Re, der täglich aufgeht; er ist Schu, der Nut hochhebt; (er ist) der Nil, (der....................), (er ist Ptah, Tae)nen, groß an Hügel, der die Götter schuf, nachdem das Gewordene entstanden war aus seinen Lenden, eine Flamme (ist er, die...................................;
....................................ist er, der Weise) der die Herzen durchschaut, wenn er den Atem des Lebens verteilt.................................................................................................
(Er schuf) dieses Wasser, das ihr seht, die Quell-Löcher als Versorgung, nachdem er dort abgewehrt hat diejenigen, (die ......................Er .......................) alle (...............
),ohne dass es dort solche gibt, die sich verstecken können, sobald für ihn sein (Wasser) diese weite Welt durchläuft. Nicht gibt es einen Ort ...........Gemetzel..........
sich........... zum Vereinigen (seines) Wassers.
(Er macht) den Strick seiner Gewalt gegen den, "Der - gegen - sie - kommt" (...........)Ihr kennt aber den Sohn des Gottes, hervorgegangen (aus ihm. Opfert ihm doch Verklärungen.).................................................................................................... ...................................Verehrt meinen Ka am Tage meines (Kommens) nach Elephantine, wenn (ihm) geöffnet werden (die Quell-Löcher)...................................
.........................................................wenn ihn der Gott herbeordert, einen, der das Wahre tut und frei von (Sünde) ist................................................................................
(Ist er doch) eine Mauer, dauernd und fest, der (sich vereint mit Anukis am Tage (der Fahrt auf dem Fluss) ..............................................................................................
ihn (?) die Könige...........................................................................................................
ist er, #nt j - jrtj (ist er)................................................................................................
den Fragenden...............................................................................................................
.................................................................................. seine Vollendung. 
Euer Gott ist er ..............................................................................................................
........................................................................................................................................
Macht habt. Eine Tür.................................die ihr vertrieben habt. Ein Mann...........
........................................................................................................................................
(zusammengebund)en (?) mit den Schwänzen, um zu ver(treiben) (?).......................
diese meine Rede, indem..............................................................................................
Dass ist ein Blutbad für euren Schlachtblock. Man (............) diese Erde zu gründen,......................................was ihm der König ge(..........) hatte.
Jubel (?)...........................................................................................................................
bleich wurde der Mund, während die Messer rot sind..................................................
an (allerlei Dingen) sehr viel über das hinaus, was (früher) getan worden war..........
Da aber befahl Meine Majestät jeder(mann) von Elephantine, Weißbrot aus oberägyptischer Gerste herbeizubringen......................Wohlbehalten (? 9 beim Bringen des Lebensunterhaltens (für) die tägliche (Versorgung) beim Kommen der Saat zum ....................Jede Lieferung aber , die gebracht werden soll zum (Tempel der Satis), jedes Rind, jede Gazelle............................................................., die sollten
Dauern in Ewigkeit ohne Tilgung und ohne Behinderung."

 

Bauinschrift aus dem Satet-Tempel
Kairo 19/4/22/1 – Habachi 1975, MDAIK 31,1, Seite 30f., T14c:

"König der das Land begründet, der die rxy.t ernährt, der die Rebellen beseitigt (tr), der die Bogenvölker vernichtet, der die beiden Länder in Rechtfertigung ergriffen hat, Herr der Freundlichkeit, mit dauernder Beliebtheit, der Sohn des Re, den er zum König beförderte, dem er schon im Ei das Erobern anbefahl, der vollkommene Gott Sesostris, geliebt von Satet, Herrin von Elephantine, mit Leben, Dauer und Stärke beschenkt in Ewigkeit."

 

Inschriften und Fundgegenstände aus Elephantine 
nach „ Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie “ 
von E. Hirsch 

 

Objekt:                                    Inschriftenblöcke:
Fundort:                                   Elephantine, Satis-Tempel
Heutiger Aufbewahrungsort: 
Elephantine
Material:                                 Kalkstein
Maße:                                      Länge ca. 6m

Beschreibung:
Mehrere Blöcke, die sich zu einer großen Inschrift ergänzen lassen. 
Mindestens 32 Kolumnen mit einem Königsdekret und einer königlichen Rede sowie ca. 20 Zeilen eines Stiftungstextes sind erhalten. Links folgen noch zwei Kolumnen. Unten befindet sich eine hohe Sockelzone. Die Inschrift ist stark zerstört, die Mittelzone fehlt völlig und links sind nur wenige Fragmente erhalten.

Inschrift:
 „[(Befehl des Königs an) … (ein Gott), den … von Kom – Ombo, … und] von Elephantine:     

Beginn des eigentlichen Textes:

             1  … trefflich sind meine Denkmäler und andauernd sind meine Opfer.
             2  [Ich habe nicht zugelassen, dass irgendein Mächtiger holt die Propheten 
                 der
Satis], die Propheten der Anukis sowie die sowie die Wab–Priester
                
allesamt,
            
[(ebenso) die Diensttuenden und alle Hörigen ihrer (beiden) Tempel zu
                 jeglichem Frohndienst] für das Königshaus und zu jeglichem
[Pflichtdienst]
                 an Arbeit, die im 1. oberägyptischen Gau und in Elephantine
gemacht 
                 werden soll.

             4   … [(und so wahr) er ( = Re ?) nicht] ablässt von seinem (Auf) Gehen,
                 (so wahr) der Himmel nicht herabfällt, (so wahr) das Land nicht umstürzt, 
                 (so wahr) nicht vergehen werden
             die Zirkumpolarsterne, … [so wird] mein Eid [bleiben und mein Name]
 
                andauern im [Mund ( = in der Meinung) der Menschen.]  Seht doch
             ich sage euch:„Ihr sollt [Ehre erweisen] dem erfahrenen [Herrscher], Diener
             [(denn) er ist] der Himmel und die Erde und [das wasser … er ist Re], 
                 der
jeden tag aufgeht, er ist Schu,
             der Nut hochhebt, er ist Hapi, [der die beiden Ufer überschwemmt/der die 
                 beiden Ufer ergrünen lässt, er ist Tat]enen, der Große des Berges, der die'
             
   Götter geschaffen hat, das was entstanden ist, ist entstanden aus
            
seinen Lenden ?, er ist die (lebende) Flamme, die …, der weise ist und sein
          
      Herz kennt, derr großartig ist, (?) indem er sorgt für den
           10  Lebesatem [an die Nase der Menschen) … dieses Wasser, dessen zwei
               
Quellöcher ihr (hier) seht,   
           11  (ist) im Besitz, nachdem er (der König) diese dort abgewehrt hatte, … alle 
                
und es gab keinen, der sich dort verstecken konnte, wenn er
                 weglaufen
wollte.
           12  Er (durcheilte ?) dieses Land, das weit war … und es gab keinen Ort, der …
                
ein Gemetzel … in ihrer Gesamtheit. Das Wasser
           13  …, (indem er) ein seil (?) seiner Kraft (machte) gegen den, der unter … er
                
selbst handelte, … Sie (aber) zögerten
           14  und sie … für den , der gegen die Rebellen gegangen war …, indem er die
                
Neunbogenvölker seinen Schrecken (erfuhren), … ihr (aber) habt erkannt
                 den Sohn des Gottes, der hervorgekommen ist
           15  [aus ihm]. Ach, möget ihr Verklärungen darbringen, …, der anleitet …,
                  möget ihr ehren meinen Ka (am) Tag
          
16  meines [Kommens] nach Elephantine, damit (das Land) der nubischen
              
  Nomaden erschlossen wird, nachdem er die geschlagen hat, die darin
              
   wohnen, … gemäß dem, was ihm der Gott zugerufen hatte.
           17  … [Der Herr] der Maat, der frei ist von Sünde … [das Bild des Herrn] 
                 des
Himmels, Chepti, der die beiden Ufer verknüpft. Was er [verfallen] fand,
                  ist
(nun) dauerhaft und fest gebaut.
           18  … Anukis am Tage … der fand in seinem Herzen, was seine Vorväter, 
                 die
Könige von Ober – und Unterägypten (noch) nicht [getan hatten].
           19  Er ist …, er ist Chenti – irtj, … der Falke, der mit der Kraft seines
                 Szepters
erobert, … [erleuchtet] die um Rat Fragen
          
20  … [es freuen sich] alle Götter, wenn er erscheint als Herr der beide
                 Landesteile … Er ist vollkommen, (denn) er ist euer Gott,
          
21  … erwählt von den beiden Herrinnen, der geboren wurde von den beiden
                
[Zauber]reichen …, (damit) ihr Macht erlangt dort. Das Tor
           22  … (bis zum) Ende der Ewigkeit. Der Herr der Ba – Kräfte, … (die )
                 ihr vertrieben habt. Ein Mann
 
           23  … ihm ist das Erbe als/in … (gegeben worden) … beim Binden 
                
„Schwanz an Kopf “
           24  (des Feindes). … der sich umwendet von dem Ort, … dieses mein Wort,
          
25  (als Befehl zur) Gründung dieses Landes … als Bewohner von 
                 Retechu-
qabet … Ein Gefangener ? eurer Schlachtbank ist
           26  der, den der König schlug. Jubel ist … [denn ihm wurden die beiden Länder]
                 ganz [zugewiesen], Ägypten und Wüste
           27  … der Mund (?) der Messer gedeiht/ist grün und rot … an [allen Dingen]
           28  … mehr, über das hinaus, was getan worden war vor … (Seine) Majestät
                 befahl außerdem
           29  jeder[mann] in Elephantine Weißbrot aus oberägyptischer Gerste und …
                
herbeizubringen … sagen, als Gaben des Lebens
           30  … zum täglichen (Bedarf). Das Kommen der Satis zu … Was all die Gaben
                 anbetrifft, die gebracht werden zu …,
            31  jedes Rind und (alle) Antilopen … möge existieren, indem er ewig andauern
                
soll, ohne vernichtet zu werden und ohne gestört zu werden.“

Objekt:                                      Tempelwand, Eingangsraum
Fundort:         
                            Elephantine, Satis - Tempel
Heutiger Aufbewahrungsort:  
  Elephantine
Material:                                    Kalkstein
Maße:                                         -----

Beschreibung:
Eine Szene auf der Nordwand. Es handelt sich wohl um einen Lauf des Königs. Vor ihm steht Meret und Iunmutef, zwischen ihnen hält ein personifiziertes anx zwei Standarten.

Das rechte Bein des Königs ist in weiterem Schritt nach hinten gesetzt und der rechte Arm ist zurückgeworfen. Er trägt einen plissierten Königsschurz mit Tierschwanz. Meret ist als kleine Frauengestalt mit Geierhaube und erhobenem linken Arm dargestellt und Iunmutef als kleine Figur mit Jugendlocke, Pantherfell und Schreibutensilien. Einige Beischriftenreste sind erhalten. Oben ist die Wand mit einer Farbleiste abgegrenzt. Die zweite Szene der Nordwand zeigt Reste eines Laufes des Königs. 

Inschrift:  
Unpubliziert

 

Objekt:                                    Tempelwand, Eingangsraum:
Fundort:         
                          Elephantine, Satis–Tempel
Heutiger Aufbewahrungsort:
  Elephantine    
Material:                                 Kalkstein

Maße:                                      -----

Beschreibung:

Szene auf der Ostseite:  nur noch ein Fragment mit dem Rest eines Fußes des Königs ist erhalten ?, der in Richtung auf den Eingang zur Pfeilerhalle orientiert ist.

Inschrift:        
nicht erhalten

 

Objekt:                                          Tempelwand, Eingangsraum:
Fundort:         
                                Elephantine, Satis – Tempel
Heutiger Aufbewahrungsort:  
      Elephantine
Material:                                       Kalkstein
Maße:                                            ---- 

Beschreibung:
Erste Szene auf der Südwand:  Reste zweier übereinander angeordneter Rinder, die in
Richtung Ausgang blicken, sind noch zu erkennen. 
Die zweite Szene auf der südlichen Seite: einige Fragmente zeigen den König und eine Göttin die einander anblicken. Der König trägt eine Krone mit einem Widdergehörn (Atefkrone?), Hemd und Tierschwanz. Satis hält ein anx in ihrer linken Hand. Reste von Inschriften. Die Szene ist rechts mit einer Farbleiter begrenzt.

Inschrift:        
Unpubliziert

 

Objekt:                                        Tempelwand, Eingangsraum:
Fundort:                                       Elephantine, Satis–Tempel
Heutiger Aufbewahrungsort:  
    Elephantine
Material:                                     Kalkstein
Maße:                                          - ----

Beschreibung:
Die rechte Seite des Tores vom Vorraum mit den Resten zweier Inschriftenkolumnen.

Inschrift:        
Unpubliziert

 

Objekt:                                     Tempelwand, Pfeilerhalle:
Fundort:         
                           Elephantine, Satis - Tempel
Heutiger Aufbewahrungsort:  
Elephantine
Material:                                   Kalkstein
Maße:                                        ----

Beschreibung:

Auf der westlichen Wand befindet sich ein kleiner Block mit einer Laufszene des Königs. Er trägt Königsschurz und Tierschwanz. Dahinter steht die Ka–Standarte, die in den von ihr ausgehenden Armen einen Stab, eine Feder und das anh hält. Ein Laufmal ist hinter dem König zu erkennen. Die zweite Szene auf der Westwand mit einem weiteren Block zeigt wiederum eine Laufszene vor einer Gottheit. Hinter dem König mit Königsschurz und Tierschwanz sind einige Laufmale zu erkennen. Von der Gottheit ist nur der vorgesteckte Arm mit einem Stab erhalten. Inschriften befinden sich vor und hinter dem König.

Inschrift:     
Unpubliziert

 

Objekt:                                        Tempelwand, Pfeilerhalle:
Fundort:         
                              Elephantine, Satis–Tempel Aufbewahrungsort:                     Elephantine
Material:                                     Kalkstein
Maße:                                          -  ---

Beschreibung:
Fragmente der Südwand mit Resten zweier Szenen.  Eine Göttin, die von Iumutef begleitet wird. Sie ist als stehende Frauengestalt mit einem langen Federgewand dargestellt und hält ein wAs Zepter mit der linken Hand nach hinten, in Richtung des ihr folgenden Königs. Iunmutef trägt ein Pantherfell, das er mit beiden Händen festhält. Hinter der Göttin ist noch ein Bein und die Hand des Königs zu erkennen. Davon sitzt wiederum der König vor der thronenden Satis, die sie ein wAs Zepter. Er trägt einen geraden Schurz mit einem Perlen–Gehänge, Dolch und Tierschwanz und hält ein anx in der hinteren Hand. Einige Reste von Beischriften der Götter sind erhalten geblieben.

Inschrift:        
Unpubliziert


Objekt:                                    Inschriftenblock  (SoNr2)
Fundort:         
                          Elephantine, Satis – Tempel
Heutiger Aufbewahrungsort: 
Elephantine
Material:                                 Kalkstein
Maße:                                      -

Beschreibung:
Ein hoher Block mit mehreren Inschriftenkolumnen an der Rückwand der Pfeilerhalle.

Inschrift:     1   „ [beauftragt] im Traum
                   
2   [Stadt (Elephantine ?) du sollst Opfer vollziehen (an) Brot und Bier,
                          Weihrauch auf das Feuer und Darbringen von Rinderschenkeln, 
                          so dass es
angenehm ist für (mich) an Größe (?) …
                    3    … mit gelbem Ocker und mit allen Edelsteinen, wenn sie
                          (= die Göttin ?) die
beide Länder beim Feiern und beim Jubeln findet.
                    4    … das Allerheiligste war ein Erdhügel. Seine Besonderheit waren nicht
                          bekannt, außer dem, was gesagt worden war …
                    5    die edle Kammer, die den Gott enthielt und die mit 2 Ellen 
                          Seitenlänge
gebaut war, der Schutt auf ihr war 20 (+ x) Ellen (hoch),
                          geteilt war …
                   6    [Es staunten die Mensch]en, wenn sie sie ( = die Kammer) 
                         sahen mit einem
Blick. Es gab in ihr keinen Raum für den
                         Wab–Priester, es gab in ihr keine Stätte für den Propheten, …
                   7    … Es gab kein Tor und es Gab keinen Türflügel um seine Kästen (?)
                        zu
verschließen …

 

Objekt:                                    Gründungstäfelchen                                 
Fundort:  
                                 Elephantine, Satis-Tempel, NW-EckeUmfassungsmauer    Heutiger Aufbewahrungsort:  Unbekanet
Material:                                  Fayence
Maße:                                      Höhe 0,063m; Länge 0,034; Breite 0,005m

Beschreibung:
Eine rechteckige Plakette mit zwei Inschriftenkolumnen unter dem p.t Zeichen.      

Inschrift:
„König von Ober – und Unterägypten(Cheperkare)|, der ewig lebe, 
erwählt
von Satis, Herrin von Elephantine “

Objekt:                       Barkensanktuar:      (vielleicht für Anukis ?)
Fundort:                     Elephantine
Heutiger Standort:    Elephantine/ein Fragment im Louvre Inv. E 12921 ( = B 74, B 75)
Material:        
           Kalkstein
Maße:                         -

Beschreibung:
Die linke äußere Längsseite eines Barkensanktuar mit den Resten einer Szene: ein Gott mit Federschurz steht hinter dem König, der die weiße Krone trägt; sowie einer weiteren Szene, von der nur eine stehende Göttin erhalten ist. Am linken Rand ist ein Emblem zu sehen, bei dem die kleine Figur einer Göttin der Kartusche des Königs Leben reicht.

Inschrift:        
Unpubliziert

 

Objekt:                      Barkensanktuar:
Fundort:         
           Elephantine
Heutiger Standort:  
Elephantine
Material:       
            Kalkstein
Maße:                       ---

Beschreibung:

Die linke Innenseite weist im Mittelteil zwei lange Blöcke auf:  eine gut erhaltene Szene des gemeinsamen Thronens, bei der König und Göttin sich gegenübersitzen. Der König hält ein anx – Zeichen in den Hand und trägt die weiße Krone und einen kurzen Mantel, Satis (?) ein langes Federgewand und umarmt den König. Hinter ihr stehen zwei Kolumnen, eine Beischrift und eine Szenenbeischrift. Die Vorderseite der Göttin und die untere Hälfte der zweiten Kolumne sind zerstört.

Inschrift:        Beischrift:
                       „ [Satis, Herrin von] Elephantine, Erste des Hauses des Königs von 
                     
Unterägypten, Schützerin der Stadt, sie gibt Leben, Dauer ….. “

                        Szenenbeischrift:
                        (Sesostris)|, der kennt … und er baut den Tempel des Iam – Baumes “

Von Sesostris I. stammen zwei etwa gleich große Stelen aus Rosengranit, die in der Umgebung des Tempels gefunden wurden. In den Stelen ein gemeinsam konzipiertes Paar zu erkennen, liegt aufgrund des Textes der Weiheformel nahe.

Objekt:                         Stele:
Fundort:         
              Elephantine  (wahrscheinlich aus dem Satistempel stammend)  
Heutiger Standort:      London, Britische Museum, Inv. BM 136 [963]     
Material:        
             Rosengranit
Maße:                          Höhe 1,09m; Breite 0,65m

Beschreibung:
Im oberen Rund sieht man die geflügelte Sonnenscheibe, darunter befinden sich zwei Register. Im oberen Register steht der widderköpfige Chnum vor dem Horusfalken auf dem Serech und reicht ihm ein anx, ein weiteres hält er in der herabhängenden hinteren Hand.
Hinter dem Horusfalken auf dem Serech steht Satis auf dem Haupt die weiße Krone mit  Antilopengehörn. Sie trägt w3s – Zepter und anx in den Händen. Der König wird hier also durch seinen Horusnamen repräsentiert.
Unterhalb der Szene befinden sich sechs Inschriftenzeilen, ab der dritten Zeile teilweise zerstört. Eine einfache Linie führt am Rand entlang. Oben und linker Rand leicht beschädigt.

Inschrift:        Bildfeld:
                     1 „ Horus, Anchmesut, 
                      
2 erwählt von Chnum, dem Herrn des Kataraktes,
                       3 Satis, der Herrin 
                      
4 von Elephantine 
                      
5 sie gibt Leben.


(Horusname Sesostris I. zwischen Chnum und Satet – aus SDAIK 18)

 

Objekt:                     Stele:  
Fundort:                   Elephantine, Widder – Friedhof
Heutiger Standort:  Kairo, Inv. 19/4/22/1
Material:
                 Rosengranit
Maße:                      Höhe 0,69m; Länge 0,60; Breite 0,25m

Beschreibung:
Die untere Hälfte einer Stele mit sieben waagerechte Inschriftenzeilen. 
Die Ränder sind bestoßen.   (Der obere Teil der Stele fehl
t)

Inschrift:        1  „ (Herr der) beiden Länder, König von Ober –und Unterägypten, 
 
    (Kheperkare)|, Sohn des Re (Senwosret)|, der (ewig) lebe. 
2   Er machte
als sein Denkmal für seine Mutter Satis, Herrin
     der beiden   Länder, der Elephantine erbaute als eine Sache
     der Ewigkeit, 3 indem er den Bedarf der
Ewigkeit festlegte. 
     Er stellte   seine Stele aus rotem Granit auf. 

  Sein Name ist
auf ihr als König, der das Land gründet, 
    der die Rechit leben lässt, der die
Frevler vertreibt,  
5   Zerstörer der Neun Bogen, der die beiden  Länder ergreift
in 
     Rechtschaffenheit. Herr der Freundlichkeit, dessen Beliebtheit dauert,
6  der
Sohn des Re, ........  ihn das Königtum, das er ihm anbefahl im Ei zu     ergreifen,
Vollkommener Gott, (Senwosret)|, erwählt  von Satis, Herrin von
 
  Elephantine die Leben, Dauer und Herrschaft gibt ewig “

Übersetzung des gleichen Stelentextes nach ADAIK Band 18/1
„ (Werk des) (Königs), das gemacht hat, als sein Denkmal für seine Mutter Satis, des Herrn beider Länder, der Elephantine baute als ewige Sache, der (es) trefflich machte als ewigen Bedarf, nachdem er seine Stelen aus Granit errichtet hatte, indem sein Name darauf ist als König, der die beiden Länder gründete, der die rH.t belebte, der die Rebellen vertrieb, der die Neunbogenvölker besiegte, der die beiden Länder in Maat ergriff, Herr der Süße, mit dauernder Beliebtheit, der Sohn des Re, den er zum König bestimmte, nachdem er ihn anbefohlen hatte, (die Herrschaft) bereits im Ei zu ergreifen, der vollkommene Gott Sesostris, geliebt von Satis, der Herrin von Elephantine, dem Leben, Dauer und Wohlergehen ewiglich gegeben ist. “

Im Satis-Tempel waren zwei Opfertafeln aufgestellt. Auf beiden wird der König von Satis, der Herrin von Elephantine erwählt. Diese beiden Opfertafeln bildeten ein Paar.

Objekt:                   Opferplatte:
Fundort:         
         Assuan 1904
Heutiger Standort: Museum Kairo, Inv.: JE 36817/ CG 23003
Material:
                Rosengranit
Maße:                     Länge 0,68m; Breite 0,53m.

Beschreibung:
Eine rechteckige Opferplatte mit langem Wasserbecken und Ausgussröhre in der Mitte der Vorderweite. Sie ist auf drei Seiten von Inschriftenzeilen eingerahmt. Im Inneren befinden sich neben dem Htp Zeichen zwei Vasen und zwei Brote. Linke Seite ist beschädigt.

Inschrift:        Rechts:
                       „Es lebe Horus Anchmesut, König von Ober – und Unterägypten
                     
(Cheperke[re])|,  … erwählt von [Satis], Herrin von Elephantine,
                        beschenkt mit Leben ewig “

                        Links:
                       „Es lebe Horus Anchmesut vollkommener Gott, Sohn des Re 
                        (Sesostris)|,
Herrinnen Anchmesut, (Cheperkare)|, beschenkt 
                        mit allem Leben ewig “

 

Objekt:                    Opferplatte:
Fundort:        
           Elephantine
Heutiger Standort:  Assuan-Museum, Elephantine
Material:        
         Rosengranit
Maße:                     wohl ähnlich wie die obige Stele

Beschreibung:
Das Fragment der linken Seite einer flachen Tafel mit Wasserbecken, Vase und Brot, umrahmt von einer Inschrift.

Inschrift:  „[(Seso]stris)|, Horus Anchmsesut, vollkommener Gott, 
                   Herr des Kultes,
erwählt von Satis, der Herrin von Elephantine, 
                   beschenkt mit allem Leben wie Re ewig “

Auf Elephantine  fanden sich zwei Statuengruppen von Sesostris I., von denen leider nur noch die Basisplatten erhalten sind.

Reste einer Sockelplatte einer Triade 
- erhalten sind nur zwei Fußpaare vom König
 und einer Gottheit -
(Bildquelle: saamunra)

 

Objekt:                      Statuengruppe:
Fundort:         
           Elephantine
Heutiger Standort:   Elephantine, Assuan Museum (ohne Inv. Nr.)
Material:        
          Grauer Granit
Maße:                       Höhe 0,38m; Länge 1,30m; Breite 0,90m

Beschreibung:
Das Bruchstück der Sockelplatte einer Triade mit Beischrift auf der Oberseite, die rund um zwei erhaltene Fußpaare vom König und einer Gottheit führen (der König stand in der Mitte, umrahmt von Satis und Anukis). Das Fragment ist wohl zu einer Standfigurengruppe zu ergänzen. Die Inschrift vorne auf der Sockelplatte befindet in einer langen Kartusche. In ihr werden Satis als stehende Frauenfigur mit weißer Krone und Anilopengehörn und Anukis asl stehende Frauenfigur mit wAs Zepter und typischer Federkrone determiniert.

Inschrift:        Sockelinschrift:
                      
(Es lebe der Horus Anchmesut, König von Ober–und Unterägypten
                       Cheperkare, erwählt von Satis und Anukis, beschenkt mit Leben wie
                       Re ewig)“

Rechts:
           „Herrinnen Anchmesut (Cheperkare)|, Satis, herrin des Kataraktes, 
            sie gibt
Leben und Herrschaft “

                       Links:
                       „Goldhorus [Anchmesut], Sohn des Re (Sesostris)|, [erwählt] von Anubis,
                       der Herrin von Oberägypten, beschenkt mit Leben wie Re ewig “

 

Objekt:                            Podest:
Fundort:         
                  Elephantine
Heutiger Standort:          Kairo Inv.: JdE 41558
Material:        
                 Rosengranit
Maße:                             Höhe 0,30m; Länge 1,36m; Breite 1,18m

Beschreibung:
Das Bruchstück eines Podest weist zwei Vertiefungen an der Oberseite auf. Es ist in zwei Teile zerbrochen. Die Inschrift befindet sich an den Seitenflächen und beginnt vorne in der Mitte mit einem anx.

Inschrift:       Vorderseite rechts:
                      „Es lebe der Sohn des Re (Sesostris)|, erwählt von Satis, 
                      dem Leben und Herrschaft gegeben ist “

                       Vorderseite links:
                       „Es lebe der König von Ober – und Unterägypten (Cheperkare)|, 
                       erwählt von
Anukis, beschenkt mit Leben ewig “

             (Vorderseite -  aus „Die königlichen Statuengruppen“ von M. Seidel)

           Links:
          „Es lebe der Horus Anchmesut, Sohn des Re (Sesostris)|, er schuf (es)
          sein Denkmal für seine Mutter Anukis, damit er bei ihr mit Leben (beschenkt) 
          sei ewig “


Rechts:
„ Es lebe der Horus Anchmesut, der König von Ober – und Unterägypten (Cheperkare)|, er schuf (es) als sein Denkmal [für seine er bei ihr mit Leben (beschenk) sei ewig] “  

Vermutlich wurde in der Regierungszeit Sesostris I. auch mit dem Bau eines eigenen Chnumtempels begonnen. Er stand wahrscheinlich im Bereich des späteren Chunmtempels des Neuen Reiches und der griechisch–römischen Epoche.

Der von König Sesostris I. über Elephantine eingesetzte Gouverneur namens Sarenput I, ließ das Heiligtum für Hekaib in Elephantine grundlegend umgestalten. Bei Heqaib handelte es sich um einen Mann der das Amt eines Großen Oberhaupts von Elephantine zur Zeit Pepis II. bekleidet hatte und inzwischen vergöttlicht worden war. Sein Heiligtum erhob sich  an der Stelle, an der einst sein Wohnhaus gestanden hatte.

Der Eingang wird von der Südostecke auf die Westseite verlegt, die Achse des Bezirks lehnte sich somit an die der Göttertempel an. Ab jetzt  bestand diese Kultstätte aus einem offenen Kulthof mit zwei Statuenkapellen für Sarenput I. / SA rnp.wt und seinem Vorfahren Heqaib. Seine Bauarbeiten dokumentierte Sarenput I. auf zwei monumentalen Sandsteinstelen. Und auf einem Naos den er Heqaib stiftete. Seinen eigenen Schrein, der die Dimensionen des Heqai –Schreins noch übertrifft, platzierte er direkt neben dem des Ortsheiligen. Die beiden nebeneinander liegenden Schreine, die sich nach Westen öffnen, liegen in der Nordostecke des !oAjbAreals.

In seiner biographischen Inschrift auf seiner beiden Stelen (heute Assuan 1373) berichtet Sarenput I.
am ausführlichsten über seine Arbeiten am Heiligtum des !oAjb
.

„ …. Ich (x + 3) war es, der dieses Ka–Haus des jrj pa.t  !oA jb baute, nachdem es völlig verfallen vorgefunden wurde. (x + 4). 
Ich baute für ihn seine kAr–Kapelle, indem ihr Platz trefflich gemacht wurde. Ich erneuerte, was ich vergangen vorfand, (x + 5) nachdem sie im tp Sw–Zustand war. Ihre Mauern waren verfallen (und) ihre Form erkannte man (auch) nicht (x + 6) bei häufigem Ansehen. Die s.t war zerstört von t j–Unkraut in ? [… ], (x + 7) jede seiner Kammern war mit Schutt verfüllt. Wenn es regnete, war er gefüllt [mit Wasser ?].
(x + 8) Der Name lebte (zwar), der Ziegel war (aber) zerstört, die Erde hatte ihre Trinkstätte verschluckt. Es war nicht gedacht für die (x + 9) nHH Ewigkeit, ihre Arbeit war wie das, was ein Außenseiter macht, indem er nicht an die Dinge für die D.t Ewigkeit  denkt, (x + 10)
die dauern. Das Licht kam heraus wie die Dunkelheit aus der Fackel. Da baute ich sie von Neuem. Besser (x + 11) war das, was ich für mich(und) für ihn getan hatte als das, was die früheren HA.t j a getan hatten. Es war trefflich hinsichtlich dessen, was geschehen wird (und) (x + 12) ausgerüstet für die Zukunft. Ich sah voraus auf des Vordere (und) ich machte trefflich für das, was kommen wird. Ich machte für ihn eine kAr Kapelle (x + 13) aus Stein, ihr Fußboden aus Stein. Ich machte für ihn eine wsx.t in (x + 14) ewiger Arbeit, umgeben von Sykomoren. Ich brachte Lieferungen auf allen ihren Seiten, (x + 15) indem für sie ihre vier Außenseiten gebaut (und) die Mauern als Fundament bis zum Sand gegraben wurden, nachdem ich eine (x + 16) a.t Kammer für den wab Priester (und) eine Trinkstätte für Elephantine gebaut hatte. Ich baute zudem eine kAr Kapelle rechts neben diesem (x + 17) saH, indem ein twt Bildnis (und) ein Sps Bildnis darin sind. So Sokar < mich > lieben möge, ich machte für mich (x + 18) wdH Gefäß aus Bronze. Das Herz dessen, für den ich gehandelt habe, freut sich wegen der Größe meiner Liebe, (x + 19) (so dass) er beginnt seine bA.w inmitten seiner Stadt entstehen zu lassen, (denn) sein pr ist gebaut, ein jwA Rind wird für ihn geschlachtet und sein Herz ist zufrieden (x + 20) mit der Gazelle (als Opfergabe).

Was nun jedes jwA Rind, jede Gazelle (und) jeden Vogel betrifft, der zu diesem rA pr gehen wird, sein Schenkel(stück) (x + 21) soll für meine twt Statue sein und (dann) soll es herausgehen zu meinem Totenpriester.  …. “ 

Eine weiter biographischen Inschrift Sarenputs I.  findet sich an der Front des!oA jb- Schreins (Naos), die den Bau des Ka – Hauses betrifft.

Sarenput
(2) er sprach:  Ich war es, der dieses Ka – Haus des jrj pa.t  
   
!oA
jb baute, 
(3) nachdem es völlig verfallen vorgefunden wurde, der für ihn
      eine kAr Kapelle aus Stein baute, deren Türflügel aus
      Libanonholz waren. (Ich) brachte Lieferungen herbei auf allen
    
ihren 
(4) Seiten über den ersten Grundriß hinaus. (Ich) machte für ihn 
     ein Mehr als tägliches
Opfer an Brot (und) Bier für jeden Tag.
     (Ich) machte für ihn ein Mehr als Opferfest über das hinaus, was
     (ich) getan gefunden hatte. (Ich) machte sein Gottesopfer trefflich, (5) [ich setzte ?] seine pA.t Opfer auf Erden [fest]. 
     (Ich) machte für ihn einen Überschuß in seinem Ka – Haus 
     mehr als (für) jeden trefflichen saH, indem es gebaut war mit
      Schlammziegeln – ihre Mauerstärke war 2,5 Ellen. 
 (6) Zudem machte (ich) seinen Türflügel in trefflicher Arbeit,

      indem er sagt „ Willkommen “ für den, der ihn machte …

In Elephantine fand sich noch eine weitere Stele Sarenputs I. in der er ebenfalls über das Heiligtum 
des !oA jb  (Heka-ib) berichtet.

Stele:
„ … Ich machte (x +13) dieses Ka – Haus für den jrj pa.t  !oA jb, gerechtfertigt als ich in der Gunst des Königs von Ober – und Unterägypten (x + 14) (#pr kA Ra.w)|, der ewig lebe, war …. 
(x +15) ………….. (x +16) Seine Majestät gab mir 300 Menschen vom besten aus Unterägypten, die man fuhr in seinem jm.w Schiff, (x + 17) wobei ich jeden, der zu mir kam. Aufs Beste bekleidete. Er machte mein Herz in der Nekropole froh, nachdem er veranlaßt hatte, dass (mein ?) Grab mir im (x + 18) Westen durch Handwerker Seiner Majestät gemacht wurde, ausgestattet mit Haufen von seiner Versorgung. Wer nord – oder südwärts fuhr, gab Lobpreis Seiner Majestät. (x + 19) Seine Majestät gab mir einen ors.t Sarg aus Libanonholz sowie Mumienbinden (mit) einem wsx.t Kragen aus Gold, (x + 20) Hbs Kleider (und) mrH.t Salben, herbeigebracht von zwei „ Lieblingsschiffen “ durch einen jm j rA   aXnwt j Seiner Majestät als ihrem Schutz .“

Sarenput I. erhält also vom König ein Grab, das von königlichen Handwerkern geschaffen wurde. Für seine Grabausstattung wird ein Sarg aus Zedernholz mitsamt Mumienbinden,sowie Halsschmuck, Salben und Kleidung vom König zur Verfügung gestellt. Sarenput II. und seine Nachfahren innerhalb der 12. Dynastie fügten dann ihre eigenen Schreine in dass !oA jbHeiligtum ein, sodass dieses Ka–Statuenhaus am Ende des Mittleren Reiches mindestens zehn Kultbildschreine und etwa sechzig Statuen umfasste. 

Letztere stellen den bedeutendsten Komplex ägyptischer Tempelplastik des Mittleren Reiches dar, 
der bisher gefunden wurde.

(Co-Autor: J. H. Pirzer)



Baupolitik

Bauten in Karnak

weiße Kapelle

Pyramide



home