Pyramide Pepi I. (Baustelle)

Familie Pepi I. 

(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
- Bilder oben: links Jon Bodsworth/copyright free use - rechtes Bild: CopperStatueCropped/ Jon Bodsworth/copyright free use -

Allgemeines:

Pepi I. war der 3. König der 6. Dynastie und regierte ungefähr von 2295-2250 v. Chr. Er war der Sohn von König Teti (der Begründer der 6. Dynastie) und seiner Gemahlin Iput I., die eine Tochter des Königs Unas (der letzte Herrscher der 5. Dynastie) und die Gemahlin von König Teti war. Allerdings ist der Titel einer "Königstochter" für Iput I. umstritten. Nach Dodson (Complete Royal families, S. 76) trägt sie die Titel: Königsmutter, Große des Szepters, Königsfrau und Königstochter - ebenso Joyce Tyldesley (die Königinnen des Altej Ägyptens 2006, S. 57). 

Wenn man dahingegen Silke Roth (die Königsmütter des Alten Ägyptens, Harrassowitz-Verlag ÄAT 46, 2001) folgt, ist diese Annahme umstritten, denn der Titel einer Königstochter "tritt in den Titularreihen auf den Gefäßen aus der Grabkammer der Iput nicht auf, obwohl diese zu den wenigen Objekten zählen, die von der ursprünglichen Bestattung der Königsgemahlin in der Zeit des Teti, ihres Gemahls, übrig geblieben waren " (Zitat nach Silke Roth). (Zur Königsmutter Iput I. : siehe dazu weiter unten "Familie Pepi I."). Das einzig bekannte Kind dieser Verbindung ist der Thronfolger König Pepi I. 

Pepi I. hatte mehrere Ehefrauen, wobei sein beiden wichtigsten Ehefrauen und Mütter seiner beiden Nachfolger (Meren-re Nemti-em-saf und Pepi II) zwei Schwestern mit dem gleichen Namen waren: Anchesen-pepi I. und Anchesen-pepi II. Des weiteren sind als Ehefrauen Meritites IV, NBub-wenet und Inek-Inti bekannt, deren Pyramiden man neben der von Pepi I. entdeckt hatte. Sein Sohn Pepi II. heiratete später seine beiden Geschwister Iput II. und Neith (siehe weiter unten unter Familie)

Regierungslänge:

Uneinigkeit herrscht auch unter den Gelehrten über die Länge seiner Regierungszeit. Im Königspapyrus Turin aus dem Neuen Reich 
(T. [4, 3;] ) - bei dem außer den Jahresangaben auch Monate und Tage verzeichnet sind - werden nur 20 Jahre angegeben, was wohl zu kurz sein dürfte. Das höchste belegte Datum aus seiner Regierungszeit ist das "Jahr der 25. Mal der Zählung", was bedeuten würde, dass er mindestens 25 Jahre + X Jahre regiert haben muss. Mit dieser Angabe ist die  ursprünglich als "Horusgeleit" eingeführte landesweite Zählung des Viehs zum Zwecke der Steuererhebung gemeint (1). 

Thomas Schneider (Lexikon der Pharaonen) geht von einer langen Regierungszeit von 55 Jahren aus, Jürgen von Beckerath von mindestens 40 Jahre und Manetho nennt als Regierungsdauer von Pepi I. 53 Jahre. 

Das Problem bei der Angabe: "Jahr der 25. Mal der Zählung" ist, dass wir nicht wissen, ob die "Zählung" damals schon jährlich oder noch alle zwei Jahre oder vielleicht auch in unregelmäßigen Abständen durchgeführt wurde. Als Möglichkeit ist noch zu bemerken, dass die am Ende des Alten Reiches auftretenden Jahresbezeichnungen "nach dem X. Mal der Zählung“ einfach das sonst mit der nächsthöheren Zahlennummer benannte Jahr bedeuten sollten, solange die Zählung noch nicht tatsächlich durchgeführt war. Noch bei Thutmosis III. kommt einmal das "Jahr nach dem 23. Mal“ vor, was doch nur das 24. Jahr bedeuten kann. 

Zeitgenössische Datumsangaben während der Regierung von Pepi I. sind nur in geringem Umfang erhalten, wobei auch die Aussagekraft von Dokumenten problematisch ist, die sich auf Pepis 1. Sedfest beziehen. Dieses Jubiläumsfest wurde idealerweise erst nach 30 Jahren gefeiert. Da es sowohl mit Pepis "18+x Jahr der Zählung" und dem 25. Jahr der Zählung" in Verbindung gebracht wird, geht Anthony Spaldinger (Autor von: "Dated Texts from the Old Kingdom in Studien zur Altägypt. Kultur, Bd.  21, 1994, S. 305-306") davon aus, dass während der Regierungszeit von Pepi I. zwei parallele Datierungsmethoden verwendet wurden: eine jährliche und eine zweijährliche Zählung (1). So hätte das Sedfest dann nach 5 (von Spaldinger veranschlagten) usurpierten Regierungsjahre seines Vorgängers Userkare (einige Forscher ziehen die Möglichkeit in Betracht, dass Pepi I. die Regierungsjahre des Userkare zu seinen eigenen hinzurechnete) und 25 eigenen Regierungsjahren von Pepi I. stattgefunden.

Michael Baud (Autor von "The Relative Chronology of Dynasties 6 and 8 / Leiden/Boston 2006, S.149-150") kommt dagegen zu einer anderen Theorie, demzufolge die entsprechenden Dokumente (beides Expeditionsinschriften) zwar Bezug auf das Sedfest, wobei aber die eigentlichen Datumsangaben nur die Zeitpunkte der Expeditionen und nicht des Sedfestes bezeichnen. Der Autor meint, dass er den eigentlichen Termin des Sedfestes vielmehr dem Annalenstein von Süd-Sakkara entnehmen könnte. Aber dieser ist so stark abgerieben, dass aus Pepis Regierungszeit kaum Einträge zu erkennen sind, wobei es aber einen überdurchschnittlich langen Absatz gibt, der unter der Prämisse einer strikten zweijährigen Zählung mit Pepis 30. oder 31. Regierungsjahr zusammenfallen würde, was dann gleichzeitig ein Hinweis auf eine sehr lange Regierungszeit von 50 oder mehr Jahren wäre (1) ((Michael Baud: The Relative Chronology of Dynasty 6 and 8, Leiden/Boston 2006, S. 150). 

Familien- und Regierungs-Daten Pepi I.

Regierungszeit:
Altes Reich - 6. Dynastie

ca. 2310 - 2260 v. Chr.
ca. 2295 - 2250 v. Chr.
50 Jahre (n. v. Beckerath)
55 Jahre (n. Th. Schneider)
53 Jahre nach Manetho
Vorgänger: Userkare  
Mutter: Iput I. ( Ipw.t)  
Vater: Teti (nach Th. Schneider)
Geschwister:  
Ehefrauen: Anchnesmerire I., ( anx-n=s-Mri-Ra.w)
Anchnesmerire II., 
Nubunet (Nbw-wn.ti)
Inenek-Inti, (
Innk/ Inti)
Unbek. sogen.
"Westl. Königin"
Meritites (III./IV.) (Mri.t-iti=s) ***
HAA-Hr.w
="Horus steigt herab"
Nedjeftet (
NDf.tjt) ="die zum Granatbaum gehört" (
als Gemahlin Pepi I. nicht gesichert)




( nach ÄAT 46 S. Roth)
(nach Roth Königsmütter: III.) 


Kinder: Merenre
Prinz Hor-neteri-cheet
Meritites (?) 
(nach ÄAT 46 S. Roth)

***Anmerkung: Meritites wird bei Dodson: The Complete Royal Families (Thames & Hudson) als Ehefrau von Pepi I. mit der Nummerierung IV. geführt, während Silke Roth in "Königsmütter"  sie als Meritites III. mit dem Status einer Tochter von Pepi I. und Gemahlin von Pepi II.auffuhrt.

Namen Pepi I.
Geburtsname:  *** Ppjj SA-Ra ( Pepi ) ( Pepi - Sohn des Re  )
Thronnamen: 1

Thronnamen: 2
Nfr-sA-Hr (Nefer-sa-Hor)

Mrj.j-RA ( Merire/Meryre)

(mit vollkommenen Schutz, ein  Horus)
(Geliebter des Re)
Horusname: Mrj-tA.wj (Meritauj) ("Horus, Auserwählter [wörtlich: Geliebter] - der beiden Länder"/ "Horus, der die beid. Länder auserwählt." - " Geliebter der beiden Länder.")
Nebtiname: Mry-Xt-Nbtj "Geliebter der beiden Herrinnen"
Goldname bjkw-nbw/Nb.w-xrw.w "Gold der Falken"

*** Anmerkung:
Der Name ist einigen Ägyptologen zufolge wohl präziser als "Pipi" zu lesen. Bei dem Namen "Pipj" dürfte es sich wohl um einen echten Geburtsnamen handeln. Die richtige Aussprache von "appj".(Pepi - Phios bzw Phiops)
dürfte etwa "Apapaja " gewesen sein. Wozu die beim Pseudo-Erastosthenes erscheinende Variante "Apappous" passt. Oft wird dieser Name ergänzt bzw. erweitert - in mehreren Inschriften bezeichnet er sich als "Sohn des mit dem Sonnengott gleichgesetzten Atum von Heliopolis oder der Göttin Hathor von Dendera" und nimmt diese Benennung in dem Ring mit dem Eigennamen auf. 

sA-jtmw-nb-iwnw-(SA)-hwt-Hr-nbt-jwnt pjpj
" Sohn des Atum, des Herrn von Heliopolis und (Sohn) der Hathor, Herrin von Dendera"

Auf dem Sarkophag des Königs steht der Geburtsname mit dem Titel "nj-swt bjt "sowie nochmals ohne diesen hinter dem Nebtiname und hinter dem Goldhorusnamen.

Innenpolitik:

Pepi I. kam nach dem Tod seines kurzzeitig regierenden Vorgängers Userkare (dem 2. König der 6. Dynastie) auf den Thron. Bei Manetho ist dieser König nicht erwähnt - evtl. hat er nur ca. 2 Jahre regiert - oder hat auch nur als Interimskönig vor dem Regierungsantritt des unmündigen Pepi I. gedient?

Es gibt Gelehrte, die von mehrmaligen innenpolitischen Schwierigkeiten innerhalb der Regierungszeit König Pepi I. ausgehen. Es wird sogar von zwei Verschwörungen gesprochen. An einer soll der Wesir Rawer/Rower (so jedenfalls Naguiob Kanawati in: Governmental Reforms in Old Kingdom Egypt, Aris & Philipps, Warminster G. B. 1980) beteiligt gewesen sei, woraufhin in seiner Mastaba in Saqqara sein Name gelöscht wurde, was darauf hinweist, dass er im Laufe seiner Karriere in Ungnade fiel (siehe: The tomb of the Vizier Re-wer at Saqqara, aris & Phillips, Warminster 1980 / Said Amer el-Fikey). H. Goedicke geht davon aus, dass der Wesir Rawer in eine Hariumsverschwörung verwickelt war, da im Edikt für die Pyramidenstadt des Snofru aus dem Jahr "21. Zählung " der Name des Rawer entfernt worden war. 

Die andere Verschwörung soll angeblich durch eine Königin ausgelöst worden sein, über die der Hofbeamte Uni in seiner Grabbiologie berichtete. Der Bericht von Uni (auch als Una oder Weni bekannt) - einem aus Abydos stammenden Höfling - war ein Teil seiner Biographie, in denen er seine Aufgaben unter König Pepi I. aufführte - erschöpft sich bedauerlicherweise in der Angabe, dass der König ihn zur Untersuchung einer Harimsverschwörung gegen ihn eingesetzt hatte. Es war anscheinend seine Aufgabe, der namentlich nicht genannten "wr.t-Hts" (Große des Szepters / ein Königinnentitel) Königsgemahlin einer geheimen Befragung zu unterziehen. Zum Zeitpunkt des Prozesses trug Uni den Titel "imj-rA Hn.tjw S pr aA" (Vorsteher der Pächter des Palastes) und "Richter von Hierakonpolis". Weder der Gegenstand der Befragung noch ihre Aussage werden mit einem Wort erwähnt.

Die von Mariette aufgefundene berühmte biographische Grabinschrift des Uni befindet sich heute in Kairo No.1435., Urk.I.98 ff.

Ob der zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt erfolgte Namenswechsel des Königs in irgendeinem Zusammenhang mit den oben angedeuteten Ereignissen stand, ist nach dem heutigen Stand unserer Erkenntnisse nicht zu entscheiden. 
(Anmerkung des Autors: Genauso gut kann man meiner persönlichen Meinung nach, all die Geschichten über Verschwörungen gegen den König als rein spekulativ betrachten und entbehren bei genauerer Betrachtung jeglicher Grundlage.)

Innenpolitisch setzte er das Vorhaben seines Vaters Teti fort, die Macht der Zentralregierung zu konsolidieren und den Regionalherverwaltungen die Macht zu entziehen. Während der 6. Dynastie gelang es eine Zeitlang, Ägypten als einzigartigen Staat unter einem einzigen König zu erhalten, aber der zunehmende Einfluss und der Reichtum der Adligen außerhalb des königlichen Hofes führte mehr und mehr zum Niedergang der Macht des König, was später zu deren Zerfall in der 1. Zwischenzeit mit einer Reihe von loser Dynastien und regionaler Könige und Kriegsherrn führte.

Außerdem begann der Solarkult, der in der 5. Dynastie noch so mächtig war, an Einfluss zu verlieren, obwohl Pepi I. sich durch einen seiner Namen daran erinnerte: "Der Ka des Re ist mächtig". 

Pepi I. heiratete zwei Töchter des Chui (Gaufürst des Ta-wer-Gaus / TA-wr) - des 8. Gaus und ernannte dessen Gattin Nebet zu Wesirin - was damals ein "unerhörter Vorgang" war. Des weiteren verstärkt er das Heer und rekrutierte Soldaten, wobei er erstmalig auf die Rekrutierung von nubischen Bogenschützen, die als besonders zielsicher galten, Zugriff nahm. Die nubischen Bogenschützen bilden schon bald vom Gegner gefürchtete Einheiten, wie Modelle aus dem Grab des Meseheti zeigen, die erhalten geblieben sind (Quelle: Die Macht der Pharaonen: Waffen und Militär im alten Ägypten/Peter W. F. Heller/Engelsdorfer Verlag 2013)

Königliches Sedfest:

Zum königlichen Sedfest ist anzumerken, dass der König im Gegensatz zur gängigen Literatur wohl nur ein Sedfest feierte. Dieses Verjüngungsfest fand nach den erhaltenen Dokumenten um das „Jahr der 18. Zählung“ statt, ob dies dem 35. oder 36. Regierungsjahr des Königs entspricht (siehe oben bei einer zweijährigen Zählung) wie viele Wissenschaftler vermuten, ist sehr fraglich und wohl abzulehnen. Im Zusammenhang

Im Zusammenhang mit dem Fest stehen folgende Daten Pepi I. stehen:
"Jahr nach der 18. Zählung, III. Schemu 27" und "IV. Schemu 5"

Zum Datum ist anzumerken: Es handelt sich um die Daten von Expeditionen nach dem Sinai (Inschrift. Sinai, Nr. 16) bzw. nach dem Wadi Hammamat (Gouyat–Montet, Hammamat, Nr. 107). Im Museum Kairo befindet sich eine Plakette aus Fayence, auf der links der Horusname und rechts die Inschrift: "Erstes Hebsedfest" steht. Des weiteren im Zusammenhang mit einem Sedfest Pepi I. stehen Gefäße aus seiner Pyramidenanlage in Saqqara. 

Plakete von Pepi I. (Horus Mery-taui)
mit der Erwähnung seines 1. "Heb-Sed-Festes"
heute im Museum Kairo

Das Täfelchen zeigt links den Horusnamen des Königs, und rechts die Inschrift „Erstes Hebsedfest"

Bild:     Pepi I. heb-sed-plate
Autor    Juan R. Lazaro
Lizenz:  CC-BY-2.0

Ein dort gefundener, formschöner Alabasterkrug wurde nach Aussage seiner dekorativ gestalteten Inschrift aus Anlass des Sedfestes für die Pyramidenanlage des Königs gefertigt. Wahrscheinlich fand dieses Gefäß bei Opferhandlungen im Zusammenhang mit dem Sedfest Pepi I. Verwendung. Heute befindet sich dieses Gefäß aus Kalzit von 52cm Höhe in Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Inventarnummer Nr. 7715. Drei weitere Vasen befinden sich heute im Louvre: N. 527 und N. 644 sowie E. 3165 und im Walters Art Museum, Baltimore. 

Sed-Fest-Vase zum 1. Hebsedfest
- Louvre N 527 - 

Hebsed-Vase Pepi I. zum 1. Hebsed-Fest (heute im Louvre N 527) aus Alabaster (Höhe 7,2 cm; Durchmesser 6,4 cm)

Die Inschrift lautet: "Der König von Ober- und Unterägypten Mery-re, mögen ihm Leben gegeben werden, ewiglich für das 1. Mal des Sed-Festes".

 

 

Bild: Cosmetics vase Pepi I. first anniversary 527
Autor: Rama
Lizenz: CC BY-SA 3.0 fr

Die dicken Wände der Steingefäße aus Egyptischen Alabaster halfen dabei, den wertvollen Inhalt (kosmetische Öle und Salben), der sich oft darin befand, zu bewahren. Die exquisite Verarbeitung und die hohe Qualität unterstrichen die Kostbarkeit des Inhalts.

Sed-Fest-Vase zum 1. Hebsedfest

Dieses Salbgefäß enthielt wahrscheinlich ein parfümiertes Öl. Solche Gefäße waren während der  5. - 11 Dynastie im Gebrauch und trugen Inschriften, die das königliche Sedfest erwähnen, wobei die meisten aus der 5. - 6. Dynastie stammen.

Auf diesem Gefäß steht der Thron-Name des Königs Mery-re (Pepi I.) und erwähnt die 1. Feier eines Sed-Festes, das anscheinend im 18. Jahr seiner Regierung stattgefunden hatte.

Metropolitan Museum New York
Accession-Nr. 37.2.2 Rogers Fund, 1927
Travertin/Alabaster; H. 15 cm

Bild: Courtesy to MET - public domain

 

 

Sed-Fest-Vase zum 1. Hebsedfest

-Walters Art Museum Baltimore - 
(Inventory Nr.: 41.28)

Die Inschriften auf der Vorderseite identifizieren den Eigentümer und den Zweck dieser Vase. Links ist Pepis Horusname zu lesen - im Zentrum sein Thronname (Mery-Re). 

 

 

Bild: courtesy to Hans Ollermann
- all rights reserved - 

Die Inschrift auf der Berliner Vase aus Kalzit (ÄM 7715)  besteht aus drei senkrechten und zwei waagerechten Schriftzeilen. Die mittlere und die linke senkrechte Kolumne nennen Horus- und Geburtsnamen des Königs – wobei der mit dem Titel „König von Ober– und Unterägypten eingeleitete Geburtsname des Königs noch die frühere Form aufweist. In der rechten, senkrechten Kolumne steht der Name des Pyramidenbezirks des Königs: "Mennefer Pepi" - "Es bleibt die Vollkommenheit des Pepi/Von Dauer ist die Schönheit des Pepi". 

Die erste waagerechte Zeile gibt eine Reihe von Segenswünschen wieder, die sich auf die drei senkrechten Kolumnen beziehen. Die unterste waagerechte Zeile nennt das "Erste Mal des Sedfestes" - (sp tpj Hb sd).

Gefäß mit dem Namen Pepi I.
Neues Ägyptisches Museum Berlin - ÄM 7715

Die Inschriften auf dem Kalzit-Alabaster-Gefäß nennen die Namen von Pepi I und sein 1. Sed-Fest

In der rechten, senkrechten Kolumne steht der Name des Pyramidenbezirks des Königs: "Mennefer-Pepi - Es bleibt die Vollkommenheit des Pepi". 

Die ganze Inschrift lautet: "König von Ober- und Unterägypten, Sohn des Re, Pepi. Horus, geliebt von den Beiden Ländern, dem Leben, Macht und Dauer, ewiglich, gegeben werde - die Pyramidenanlage "Men-nefer-Pepi" - das erste Mal des Sed-Festes".

Material: Kalzit-Alabster
Maße: 53,5 x 40 x 40cm - Gewicht ca. 30 kg
(Quelle: Ägyptisches Museum und Papyrusmuseum Berlin)

Bild: Courtesy to Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin
- Fotograf: Jürgen Liepe -
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Eine weitere, sehr schöne Sedfest-Vase befindet sich im Metropolitan Museum of Art in New York. Die aus ägyptischem Alabaster gearbeitete Vase ist 37,2 cm hoch (Inventary-Nr. 23.10.11) und stammt aus der Regierungszeit Pepi I. Leider liegen uns keine Informationen über den Fundort oder den Umständen des Erwerbs vor - das MET gibt nur auf seiner Internetseite an, dass es sich um ein Geschenk von Herrn und Frau V. Everit Macy aus dem Jahr 1923 handeln soll.

Die Inschrift im oberen Teil der Sedfest-Vase lautet: "Der lebende Horus, Geliebter der beiden Länder, König von Ober- und Unterägypten, Sohn des Re, Pepi, Geliebter der beiden Herrinnen, Sohn des Re, Pepi, der Doppelgoldhorus, Sohn des Re, Pepi - mit Leben beschenkt wie Re".

Sedfest-Vase Pepi I. im Metropolitan Museum

Die dicken Wände der Vase aus Alabaster halfen dabei, die wertvollen Öle und Salben, die sie enthielten, kühl zu halten und die ausgezeichnete und hochwertige Verarbeitung der Vase unterstreichen die kostbare Natur ihres Inhaltes.

Die Inschrift auf dieser Vase:
"anx @r mrj-tA.wj nswt-bjtj sA-raw ppy nb.tj mr.j-Xt. sA-raw ppy @r.wj-nb.w sA ra.w ppy Dj(.w) anH nD.t-@r zp tpj H(A)b-sd jr=f anx mj. ra.w"

bezieht sich auf das 1. Hebsed-Fest des Königs (ein Erneuerungsfest, das idealerweise nach einer 30jährigen Regierungszeit gefeiert wurde). Der Name einer Königin Mery-re (vielleicht für Anchnes-mery-re - eine der beiden Ehefrauen von Pepi I. gleichen Namens) wurde sekundär unten hinzugefügt. 

(Text von Info-Tafel des Museums)

Foto: thanks to Heidi Kontkanen, Finnland
- all rights reserved - 

Aus Anlass des Sedfestes, welches der König im „Jahr nach dem 18. Mal der Zählung“ feierte, gab er für eine Gedächtniskapelle - das Ka-Haus" seiner Mutter in Koptos ein Befreiungsdekret heraus. 

Da diese Bauwerk als „#wt-kA" (Haus des Ka) bezeichnet wird, handelt es sich um eine ähnliche Anlage wie das „#wt-kA", das der  Königs für sich selbst in Bubastis errichten ließ. Das Dekret befreit die mit der Kapelle verbundenen Liegenschaften für den Unterhalt des Kultes sowie das dazugehörige Personal von Steuern und Arbeitsleistungen.

Aus der Zeit Pepi I. sind einige Wesire bekannt - aus seiner frühen Regierungszeit sind dieses: Anch-mahor/Sesi, Mereruka/Meri, Chentikai/chechi, Mehu, Pteah-hotep. Aus den späteren Regierungsjahren von Pepi I. kennen wir: Tep-em-anch, Tjenti, Meriteti, Rawer, Mereri, Nefer-sechem-sechat/Chenu, Sesi und Idu/Nefer Anch-meriré (Quelle: Wikipedia/Pepi I.) (siehe auch unter Beamte Pepi I. weiter unten).

Außenpolitik und Expeditionen:

Die Regierungszeit Pepi I. war von einer weiteren Expansion nach Nubien sowie einer sehr aktiven Baukampagne im ganzen Land geprägt. Es sind Feldzüge auf die Sinai-Halbinsel und nach Palästina während seiner Regierungszeit belegt. Durch jüngst gefundene Siegelabdrücke wissen wir, dass der Ausgangspunkt für Pepi's Unternehmungen auf der Sinai-Halbinsel die Hafenanlage von Ain-Suchna am Golf von Sues war (1). 

Pepi I. schickte seine Armee mindestens einmal in das südliche Nubien und des weiteren wohl fünfmal gegen die asiatischen Beduinenvölker, wo er Aufstände und Revolten niederschlagen oder Handelsrouten erschließen oder sichern ließ. Eine kleine Flotte von Schiffen, die mit Soldaten ausgerüstet waren, segelte entlang der Küste nach Nordosten und ägyptische Truppen wurden auf dem Landweg durch den Sinai geschickt um militärische Aktionen in Palästina durchzuführen. Der König selber nahm aber nicht an diesen Aktionen teil - dieses war erst ab dem Neuen Reich üblich - sondern übertrug den Oberbefehl der militärischen Aktionen seinen fähigen Beamten. Die Feinde im Nordosten des Reiches wurden "Sandbewohner" genannt (heriu-scha/"die auf dem Sand sind". Dieses waren einzelne Stämme, die gegen Ende des Alten Reiches wohl die gesamte südpalästinensische Region kontrollierten (Quelle: Kemet 1(2005 /Thomas Kühn S. 12)

Im Süden des Reiches bildeten die Nubier dagegen wohl eher ein überschaubares Gefahrenpotential dar. Viele von ihnen dienten bereits im Alten Reich als tapfere Soldaten im ägyptischen Herr. Manchmal wurden aber ägyptische Handelsrouten von kleinen aufständischen Gruppen angegriffen, wobei der König dann einen kleinen Trupp ägyptischer Soldaten dorthin entsandte um die Aufstände schnell zu besiegen. Eine Inschrift aus dem unternubischen Tomas berichtet, dass Pepi I. gleich zu Beginn seiner Regierung eine Strafexpedition in den Süden schicken musste, um Aufstände zu besiegen. (5) 

Eine weitere Strafexpedition während der Zeit Pepi I. erfolgte gegen "die Asiaten und Sandbewohner" von Palästina, wie wir aus der Biografie des Beamten Uni wissen. Dieser berichtete dass "Seine Majestät ein Herr von einigen Zehntausenden aus dem ganzen Land .......unter seiner Oberherrschaft fortschickte, um das Land der Sandbewohner auszutilgen und die aufständischen Truppen niederzuwerfen". Uni berichtete, dass sehr viele Kriegsgefangene gemacht wurden und er vom König sehr gelobt wurde, für das was er tat (Biografie des Uni - heute , in Kairo CG 1435 / Urk. I, 98 – 110). Pepi I. schickte den Beamten Uni fünfmal mit einem ägyptischen Herr nach Palästina um Aufstände durch die Sandbewohner einzudämmen (5). 

Es ist belegt, dass König Pepi I. am Ende seiner Regierung den „großen Herrn des Hasengaues“ (15. oberägyptischer Gau) mit dem Namen Chuu zum Gouverneur über den ganzen Süden ernannte („Vorsteher von Oberägypten“). Mit diesem Amt war wohl auch die Verantwortung für die Handelsbeziehungen zu Nubien verbunden (5). 

*

Gleich zu Beginn seiner Regierung unternahm der König eine Expedition in den Süden, wie Inschriften bei Tomas in Unternubien bezeugen (Quelle: Sethe 1933: 208-209; der König wird hier "Neferzahor" genannt). Von hieraus ging die Route zu den Diorit- und Gneisbrüchen in der Steinwüste westlich von Tomas gelegen, wo sich drei Graffiti von königlichen Beamten - offenbar zur gleichen Zeit - eingemeißelt fanden, in denen der König noch die frühe Version seines Thronnamens "Nefer-sa-Hor" (mit vollkommenem Schutz, ein Horus) führte. Zudem ließ er eine Garnison und einen Handelsposten in Nubien errichten.

In allen drei Inschriften spricht ein „Kommandant von Hilfstruppen“, also ein Militär. Die Beziehungen zu Nubien waren aber allen Anschein nach friedlicher Natur. Nubien war die Quelle hochgeschätzter Güter, die anderswo nicht erhältlich waren.    

Besonders viele Zeugnisse von Pepi I. stammen aus dem Jahr nach dem 18. Mal der Zählung, dem Jahr in dem der König sein erstes Sedfest feierte. Es handelt sich dabei um Inschriften aus dem Wadi Maghara (Sinai) und das in der Ostwüste gelegene Wadi Hammamat mit seinen Hartsteinbrüchen.

Des weiteren ein Schutzdekret für die Kapelle der Königsmutter Iput ( I.) aus Koptos und mehrere formschöne Alabastervasen mit kurzen Inschrift, die auf das Sedfest des Königs bezug nehmen. All diese Aktivitäten standen wohl im Zusammenhang mit dem Ersten Sedfest des Königs.

Wadi Maghara:

Der König sandte in dem „Jahr nach dem 18. Mal“ der Zählung (wohl Jahr 2291 ?) eine Expedition in den Sinai ins Wadi Maghara (xtj.w mfkA.t) (Maghara) zur Beschaffung von Rohstoffen. Dort fand man nach Porter u. Moss VII, 342 und Lepsius (LD/Text) V., 380-381) zwei Fels-Abbildungen, die als Datierungen zu lesen sind: "Schlagen der Mentjw" und aller Fremdländer und beim zweiten Felsbild eine Darstellung des im Kultlauf voraneilenden Königs (nach Wolfgang Decker, Michael Herb/ Bildatlas zum Sport im Alten Ägypten). 

Das Sinai-Relief Nr. 16 zeigt im rechten Abschnitt einer zweigeteilten Szenenfolge den König mit der roten Krone Unterägyptens im Kultlauf. Die Figur des Königs ist nach rechts gewandt. Er trägt den Zeremonialbart, den dreiteiligen Königsschurz und den Tierschwanz. Die Beischrift in Hüfthöhe des Königs lautet:

"Das Geben des Feldes, viermal; das erste Mal des Sedfestes".
 (wdj sxt zp jfdw zp tpj sd)
(Quelle: Bildatlas zum Sport im Alten Ägypten/Wolfgang Decker, Michael Herb, - Kultläufe des Königs, S. 37)

Außerdem ist Pepi I. in einem sog. Zauberbild zu sehen wie er einen Mntw (einem Wüstenbewohner), südlich von Heliopolis, erschlägt.

Felsbild im Wadi Maghara - Erschlagen der Feinde (sog. Zauberbild)
oben links: Pepi I. beim Erschlagen des "Mentu"(Wüstenbewohner)

Zeichnung: LD II 116 a / Nr. 18 (?)

 

Wadi Hammamat:

Die am besten dokumentierte Alte-Reich-Expedition ins Wadi Hammamat (Ostwüste) fand anlässlich des Sedfest von Pepi I. statt und wurde wahrscheinlich ausgeschickt, um den prestigeträchtigen harten Stein für die Bauten und die Statuen des bevorstehenden Sed-Festes sowie für Geschenke an privilegierte Beamten zu gewinnen. In der Inschrift G 21 (siehe Bild weiter unten) und CM 103 erscheint das Datum des 1. Sedfestes. Eine weitere Inschrift auf CM 101 ist datiert in das Jahr nach dem Ereignis im 18. Jahr - dem Jahr des Festivals. Nach Eichler (Expeditionswesen, 150) ist wohl auch die Felsinschrift CM 61 während der Zeit des Sed-Festes eingeschlagen worden, da verschiedene Personen, die in der Felsinschrift CM 107 (rnpt (m)-xt sp 18 III Smw sw 27) - (1. Sedfest) genannt wurden, ebenso hier zu finden sind.

Das gleiche Argument trifft wahrscheinlich auch auf die undatierte Inschrift AE 3100 zu, in welcher ebenfalls offizielle Personen genannt werden, die aus den anderen Sedfest-Inschriften bekannt sind. So ist zum Beispiel ein "Gottessiegel-Bewahrer Ikhi", der in vier Graffiti genannt wird (CM 30, 61, CM 103, CM 107) und in zwei davon mit seinem Sohn gleichen Namens (Hammamat 30 + 103), wobei der Name beider Männer und der Titel des Ikhi/Ichi I. evtl. mit den Inhabern der Grabkapelle Saqqara Nr. 14 (siehe dazu: Kamil O. Kuraszkiewicz: the title xtmtj nTr - god's sealer - in the Old Kingdom, in: M. Barta (ed.) The Old Kingdom Art and Arachaeology, Prague 2006, pp. 193-202). Zu der Grabkapelle des Ikhi/Ichi in der Westwand des sog. "Trockenen Grabens" in Saqqara siehe unter Beamte (weiter unten).

In drei Inschriften im Wadi Hammamat erscheint ein "Aufseher über alle Arbeiten des Königs, einziger Freund und Baumeister des Königs in den beiden Häusern, Meri-ptah-anch-mery-re" (CM 21, CM 103 und CM 107) usw. (Quelle: D. Dweeney/Self-Representation in Old Kingdom Quarrying Inscriptions at Wadi Hammamat, JEA 100, S 279). Einige dieser Offiziellen haben auch zusammen mit ihren Söhnen und Familienangehörigen an den Expeditionen teilgenommen, wie aus den Expeditionslisten der Inschriften hervorgeht. 

Die Expeditionen hinterließen verschiedene wichtige Inschriften, die aus vierzig Einzeltexten bestanden, in denen sechs die Titulatur des Königs wiedergeben (Wadi Hammamat-Inschrift M 32; CM 62; CM 63; CM 103; G 21 und CM 107). (Die CM Nummer steht für "Couyat & Montet und die G+Nr. für "Goyon"). (Quelle: Deborah Sweeney/Self-Representation in Old Kingdom Quarring Inscriptions at Wadi Hammamat, JEA 100, p. 278). (2 Expeditions-Inschriften in the Wadi Hammamat - Sethe 1933: 94-95). Darstellungen mit dem König sind in den Felsbildern CM 62 und CM 63 zu sehen. Im ersten Felsbild steht er vor dem Gott Min und im zweiten thronend beim Sed-Fest. 

Eine schöne kalligraphisch, aber knapp ausgeführte Gedenkschrift zeigt eine Kapelle mit der Himmelshieroglyphe als Dach, in welcher sich rechts der Horusname im Serech mit dem Horusfalken obenauf befindet. In der Mitte befindet sich der Thronname (Meri-re) sowie links die Erwähnung des 1. Sedfestes des Königs. Eine weitere Inschrift (siehe Bild unten) nennt in zwei Kolumnen seinen Thron- und Horusnamen sowie die Angabe des 1. Sedfestes (Sethe 1933: 96)

Kurze Inschrift aus Zeit Pepi I.

Horus- und Thronname des Königs
mit Angabe des Sedfestes. 

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo 4U
- CC-BY-NC-SA 2.0 -
bearbeitet von Nefershapiland

Zu diesem Sedfest des Königs gibt es auch noch eine längere Inschrift (G 21)

Längere Felsinschrift Pepi I. zum 1. Sedfest (G 21)

Diese Inschrift ist recht verwirrend und auch schwierig, da sie wechselnde Schriftanordnungen hat und auch die Zeilen auch sehr unklar platziert sind durcheinanderlaufen. Die Wörter sind des öfteren ohne Determinative geschrieben (Deutzeichen, welche ihre Bedeutung erklären). 

In der Inschrift wird der Königsname mit seinem Thronnamen genannt (Meri-re) und seine Titel: "König von Ober- und Unterägypten und die Erwähnung des 1. Sedfestes. Des weiteren der Name der ausführenden Beamten (ca. 80) und der der Expeditionsleiter.

Als Beispiel sind hier der Vorsteher aller Arbeiten des Königs, der einzige Freund (und) Baumeister des Königs und der beiden Häuser "Mer-Ptah-anch-Meri-Re" und seinem Sohn, dem Vorlesepriester ....Nefer-renpet und dem Vorsteher der Steinbrucharbeiten [und] stellvertretenden Expeditionsleiter, Einwohner von Heliopolis, dem Inspektor Chui; der Aufseher der Schreiber und Aufseher der Richter, Zezi. (6)

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo4U
CC-BY-NC-SA 2.0 -
bearbeitet von Nefershapiland

Es gibt auch zwei Inschriften mit bildlichen Darstellungen. Einmal ist der König mit der Roten Krone auf dem Kopf und einmal mit der weißen Krone im Sedfestpavillon thronend dargestellt (M 62), ein andermal in anbetender Haltung vor Min von Koptos (M 63). 

 

Felsgraffiti aus der Zeit Pepi I. im Wadi Hammamat
- aufgezeichnet durch die Lepsius-Expedition -
(Basrelief CM 62)

 

Felszeichnung: 
Der König sitzt Rücken an Rücken mit den unterschiedlichen Landeskronen auf dem Kopf in der heb sed–Kapelle. Die Inschrift nimmt Bezug auf das erste Sedfest des Königs.

 

 

Zeichnung: LD II 115 a
(Lepsius Bildwerke)
 
- bearbeitet (aufgehellt) von Nefershapiland -

 

 

 

Felsgraffiti aus der Zeit Pepi I. im Wadi Hammamat
- aufgezeichnet durch die Lepsius-Expedition -
(Basrelief CM 63)

Die Himmelshieroglyphe am oberen Rand wird gestützt durch zwei "was-Zepter". Der König (Meri-re / in der Kartusche) steht vor dem ithipallischen Gott Min - in der linken Hand hält er eine Keule, in der rechten einen langen Stab. Die Inschrift hinter dem König bezieht sich auf sein erstes Sed-Fest "Das 1. Mal des Sedfestes". In der untersten Zeile steht: "möge ihm Leben gegeben werden ewiglich". 

In der Zeile oben - vor dem Gott Min steht: "Der Herr von Koptos".
Über dem König steht: "Horus Mery-taui - der König von Ober- und Unterägypten (Meri-re), der lebt wie Re".

Zeichnung: LD II 115 e / M 63
(Lepsius
Bildwerke)

 

 

 

Felsgraffiti aus der Zeit Pepi I. im Wadi Hammamat

(CM 107 - oberer Teil = Pepi I.)
Der untere Teil der Inschrift stammt aus der Zeit König Djedkare Isesi (5. Dyn.)

In dieser längeren Inschrift, welche den Geburtsnamen und den Thronnamen König Pepi I. nennt - werden einige wichtige Expeditionsmitglieder genannt, die auch aus anderen Felsinschriften im Wadi Hammamat bekannt sind.

So z. B. der Aufseher über alle Arbeiten des Königs und Baumeister beider Häuser "Mery-ptah-anch-mery-re" und dessen Sohn mit gleichem Namen sowie der Stellvertretende Aufseher über die Arbeiter des Großen Hauses: Chuen-heru und ein Asiate mit Namen Tjensu und der Gottessiegelträger Ikhi, der auch in der Inschrift CM 62 und CM 103 genannt wird (Quelle: D. Sweeney - Self Representation in Old Kingdom JEA 100, S. 279)

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo4U
-
CC-BY-NC-SA 2.0 -

 

 

 

Wadi Hammamat-Inschrift (CM 61)
aus der Zeit Pepi I. (ohne Jahresangabe)

Expeditionsinschrift des Aufseher aller Arbeiten des Königs, des einzigen Freundes und königlichen Baumeister der zwei Häuser, Mery-ptah-anch-mery-re. 

Einige Expeditionsmitglieder werden in verschiedenen Inschriften mehrmals aufgeführt - so z. B. der Gottessiegelträger Ikhi (Ichw), der insgesamt in 4 Felsinschriften im Wadi Hammamat genannt wird. (CM 61, CM 103, CM 107 und AE 3100. Ikhi ließ aber auch selber für sich und seinem Sohn gleichen Namens eine eigene Felsinschrift anfertigen - vielleicht aus Prestigegründen? (Quelle: Heinrich Schäfer - der Baumeister der Pyramide Phiops I. und die Hmmamatexpedionen in ZÄS 40/1902-3, 75-7)

Zeichnung: LD II 115 k / M 61 (Lepsius)
- bearbeitet (aufgehellt) durch Nefershapiland -

 

 

 

Wadi Hammamat-Inschrift mit Nennung des Horus- und Goldhorusnamen des Königs

Diese schlecht erhaltene Inschrift aus der Zeit Pepi I. nennt von rechts nach links den Horusnamen des Königs "Mery-taui" (mrjj-tA.wj) dann den Titel: König von Ober- und Unterägypten, die Beiden Herrinen "Mery-het-Nebtj" (mrjj-xt-Nb.tj) und darunter die Standardformel: "Beschenkt mit Leben ewiglich".

Die Inschrift auf der linken Seite des Steines stammt ebenfalls aus der Zeit Pepi I.

Foto: mit frdl. Dank Kairoinfo4U
- CC-BY-NC-SA 2.0 -

 

Hatnub
- Mittelägypten - 

Wie auch in anderen Expeditionsgebieten nimmt auch die Expeditionstätigkeit in den Steinbrüchen von Hatnub in der VI. Dynastie ihren eigentlichen Aufschwung. In den Inschriften wird des öfteren der Anlass der Expeditionen genannt, nämlich die Gewinnung von Stein - wobei es sich wohl nur um Alabaster handeln kann. Hatnub ist als Expeditionsgebiet seit der IV. Dynastie (Cheops) belegt - aber dann erst wieder in der VI. Dynastie (unter Teti, Pepi I., Pepi II. und Merenre). Von Pepi I. sind die Felsinschriften Nr. 29, 31 und 32 erhalten (Quelle: Untersuchungen zum Expeditionswesen des ägyptischen Alten Reiches/Eckhard Eichler). 

Nach Helck-Urkunden (Urk. I, 95) entsandte König Pepi I. "im Jahr der 25. Zählung", eine Expedition in die Steinbrücke von Hatnub in der Ostwüste um Steinmaterial für die königlichen Bauprojekte zu gewinnen. Im Zusammenhang mit dem Datum wird auch ein Sed-Fest des Königs erwähnt "zp tpj Hbsd", (Sethe 1933 - Urk. I, 93).

Gebel es-Silsile

Von den zwei Felsinschriften, die man in West-Silsile gefunden hatte, die man dem Alten Reich zuordnen kann, trägt eine den Thronnamen von König Mery-re Pepi I. und das andere Grafitti trägt den Titel eines Beamten: Priester der Pyramide von Pepi I. (Quellew: Petrie, Season, pl. 17 - no. 630 - in "the Graffito of Pharaonic Egypt: Scope and Roles of Informal Writings/Alexander Peden: in Anmerkungen).

Expeditionen nach Byblos und Punt

Die Notiz eines Expeditionsteilnehmers namens Chnum-hotep, die dieser im Grabe des Chui in Elephantine hinterließ, erwähnt eine Expedition nach Byblos unter der Führung des Chui und eine weitere Expedition nach Punt unter der Führung eines gewissen Tjetji (Quelle: Montet, P., Byblos et l'Egypte. Paris 1928. In den Inschriften im Grab des Chnumhotep heisst es in der Regel, dass dieser elfmal nach Punt gefahren sei; diese Textpassage wird aber oft falsch wiedergegeben, denn die Anzahl der Fahrten ist im Originaltext unleserlich.

In Byblos (Libanon) fand sich 19mal der Name des Königs auf Gefäßfragmenten (Dunand 1939: 161, 169, 316 - Fouilles de Byblos I. 1926-1932, Paris), welche diese Angaben des Chui stützen, darunter drei Alabasterteller und zwei Vasen, auf denen Pepi als "Sohn der Hathor von Dendera" bezeichnet wird - des weiteren gelangte der Deckel eines Steingefäßes mit dem Namen von Pepi I. und mit einer Sedfestangabe versehen an den Hof der syrischen Fürsten von Ebla und wurde offenbar zum Anlass des königlichen Jubiläums als diplomatisches Geschenk verschickt. Die Inschrift auf dem Deckel-Fragment lautet: "König von Ober- und Unterägypten, Sohn der Hathor, Herrin von Dendera, Pep[i]". Beweise für direkte Kontakte zwischen Ägypten und Ebla fehlen bislang. Wirtschaftstexte aus Ebla bezeugen aber die Handelskontakte dieser Städte mit Byblos. Vermutlich gehörte dieser Deckel (wahrscheinlich gehörte er zu einem Gefäß zur Aufnahme von Salbe) evtl. zu einem im Auftrag von Pepi I. hergestellten und für den Export nach Byblos bestimmten Salbgefäß, das erst später seinen Weg nach Ebla fand. Dies ist der bislang am weitesten östlich entdeckte ägyptischer Fund aus dem Alten Reich.

Bauten und Funde von Pepi I. im Lande:

Die Restaurierung und Neu-Errichtung sakraler Gebäude im ganzen Land war ein politischer Schwerpunkt während der Regierungszeit von Pepi I. Während seiner Regierungszeit entwickelte Pepi I. eine rege Bautätigkeit, trotzdem ist seine sakrale Baupolitik nur schlecht belegt. Der König errichtet sogenannte "Hut-Ka" in großer Zahl in verschiedenen wichtigen Tempeln des ganzen Landes.

Bubastis

Tanis

Dendera

Elephantine

Heliopolis

Koptos

Armant

Edfu

und Hierakonpolis

Karte von Oberägypten
mit den Orten 
Hierakonpolis (Nechen), Dendera, Abydos, Edfu und Elephantine.

Karte: Oberägypten
User:   W.wolny - Wikipedia
Lizenz: CC-BY-SA 3.0

In Abydos ließ er eine Felsenkapelle für Osiris-Chontamenti in den Fels schlagen (siehe dazu: Bryan Kraemer: A shrine of Pepi I. in South Abydos - JEA 103, 2007, S. 13-34). Hier ist auch ein KA-Haus des Königs belegt. Des weiteren hat sich der Grundriss eines kleinen, rechteckigen Ziegelbaus mit steinernen Türdurchgängen erhalten. Aus diesem Tempel stammt vielleicht auch ein Relief-Fragment und ein Bruchstück mit dem Königsnamen Pepi Merire sowie einige Grundsteintäfelchen, auf denen das 1. Sedfest des Königs erwähnt werden.

Hoch in der Felswand südlich des Wadis von Umm el-Qaab (Abydos) befinden sich zwei Felskammern aus Kalkstein aus der Zeit König Pepi I. In der nördlichen Kammer wurden zwei Inschriften gefunden, in denen diese Kammer als "Schrein" (sH) - errichtet worden waren im Auftrag von Pepi I. - für den lokalen Gott Chontamenti. In den Inschriften wird Pepis Name "Sohn der Hathor von Dendera" verwendet, was vermuten lässt, dass dieser Bau in die frühe Regierungszeit des Königs zu datieren ist (siehe dazu: JEA/Bryan Kraemer 2017, A Shrine of Pepi I in South Abydos). 

Aus späteren Quellen ist bekannt, dass Pepi I. in Dendera das alte Heiligtum der Göttin Hathor (éin Bauwerk aus dieser Zeit ist allerdings heute nicht mehr erhalten geblieben) durch einen neuen Bau ersetzen ließ und des weiteren stiftete der König dem dortigen Tempel eine neue Statue für den dortigen Kultvollzug. Unter den vielen Reliefs des Hathortempels von Dendera fallen drei durch eine Besonderheit auf: Sie zeigen beim Darbringer einer Opferszene den König Pepi I.. Einer dieser drei Szenen wurde angebracht auf der Nordseite der Kammer E der Krypta Süd. Die beiden anderen findet man im hinteren Sanktuar des Tempels (Raum J), und zwar die eine im 3. Register der Westwand, die andere im 3. Register der Ostwand.

Pepi I. ließ in Koptos für seine Mutter Iput I. eine Kultkapelle, ein „Ka–Haus“ errichten – siehe Befreiungsdekret weiter unten. Mit großer Wahrscheinlichkeit befand sich hier auch ein „Ka–Haus“ für den König, in dem eine Statue von ihm stand. Vor Ort aufgefundene Relieffragmente stammen jedenfalls von einem Kultbau des Königs in Koptos, das den König in Beziehung zu Min setzt und wobei die Szene auf einem Fries ruht das abwechselnd Djet-Pfeiler und Köpfe einer gehörnten kuhohrigen Göttin zeigt.

In zwei Inschriften in Elkab wird ein Aufseher (sHD), der Priester des Hw.tkA des MryRa.w, also König Pepi I. genannt, das im pr.w-wr (also im Haupttempel der Göttin Nechbet) ist.

Der brit. Ägyptologe Edward Quibell entdeckte 1897 im Tempelbezirk von Hierakonpolis bei seinen Ausgrabungsarbeiten zwei Statuen Pepi I. aus Kupfer (siehe dazu weiter unten), wobei die künstlerische Gestaltung beider Figuren ausgezeichnet war. Hierbei handelt es sich wohl um die interessantesten Metallarbeiten, die wir aus dem Alten Reich kennen. Des weiteren fand Edward Quibell 1898 den schön gearbeiteten Kopf eines Horusfalken aus Gold und Obsidian in Hierakonpolis. 

 

Schön gearbeiteter Kopf eines Falken aus Gold mit Obsidian-Augen aus Hierakonpolis (entdeckt von Edward Quibell 1898)

 

heute: Ägyptisches Museum Kairo JE 32158, CG 14717

 

 

 

Bild: thanks to Jon Bodsworth - Copyrighted free use
Delta:

Nur wenige archäologische Bauwerke sind uns dagegen von Pepi I. aus dem Delta bekannt, da der relativ hohe Grundwasserspiegel Entdeckungen schwierig, wenn nicht sogar unmöglich macht. Doch gab es im fruchtbaren Delta schon recht früh aufgrund der strategisch günstigen Lage, blühende Metropolen, wie die Städte Heliopolis und Bubastis (im südlichen Teil des östlichen unterägyptischen Nildeltas) und Buto. 

Im Metropolitan-Museum New York befindet sich ein Kalksteingefäß in Form einer hockenden Affenmutter, die ihr Junges vor sich hält (Herkunft unbekannt - evtl. aufgrund der Inschrift aus dem Pyramidenbezirk ?) - auf den Oberarmen der Affenmutter befinden sich Inschriften:

rechts: (xnt.jt-S-mn-nfr-mr.y-ra.w
- Pächter von Mennefer-Mery-re (die Pyramidenstiftung von Pepi I.) - (Quelle: MET-New York

Links.  (zp tp.j Hbsd)
(das Erste Hebsed-Fest)

Der Kopf und der Rücken sind teilweise weggebrochen - die erhaltene Höhe ist 13,7 cm. 

Jubiläums-Vasen mit Inschrift Pepi I.
in Form einer Affenmutter
(heute im Metropolitan-Museum New-York: 
Acc.-Nr. links: 30.8134 - rechts: 1992.338
- Theodor Davis Collection - 

Die beiden Vasen aus Travertin (ägyptisches Alabaster) im Stil einer Affenmutter mit ihr Junges in den Armen spielt in ihrer Form auf die Mutterschaft und Fruchtbarkeit an. Als Inhaltsstoffe werden verjüngendes Öl und andere exotische Wirkstoffe vermutet und sind ein Hinweis auf das Jubiläumsfest (Hebsed-Fest) des Königs.

Die Inschrift auf dem rechten Arm der kleineren Figur lautet:
"n.j-xA.wt-mr.y-raw" (Nikhasut-mery-re) - (Name)

 

 

Bild: public domain - Courtesy to THE MET

Buto:

Eine Sarkophagwanne (J2/85/2), die aus einem rechteckigen, monolitheben Block aus rotem Granit (Breite 1,13m - Länge 2,87m - Höhe 1,12m) geschnitten und die in der 23. Dynastie usurpiert und sekundär zu einer Wanne (J2/89) ausgehöhlt wurde, stammt evtl. aus der Zeit Pepi I.. Es ist zu vermuten, dass der Block ehemals die rechte obere Ecke eines granitenen Portals gebildet hat. Bei der Bearbeitung des Bauelementes wurde eine auf der rechten Seite der Wanne befindliche Inschriftenkolumne beschädigt. Bei dieser Kolumne handelt es sich um einen Horus- und einen Thronnamen. Erhalten ist: "Hr mrj-tA.wj nSwt-bjt (sA-Ra....)".

Dieser Horusname "mrj-tA.wj" ist sowohl für Nektanebos II. als auch für Pepi I. belegt, wobei aber diese Identifizierung für den ersteren mit der zeitlichen Einordnung des Grabes kollidiert. Eine Einordnung für Pepi I. würde auch den Beginn des Thronnamens "sA-Ra" erklären, welcher für ihn belegt ist (siehe dazu: Tell el-Fara'in - Buto 10. Vorbericht, 1.3 Der usurpierte Sarkophag aus dem Grab J2/89 in MDAIK 65, 2009, pp. 108-112).

Eventuell stammt dieses Fragment aus dem Pyramidenareal des Königs in Saqqara-Süd (wie z. B. A. Labrousse vermutet) wobei man das Bauteil später nach Buto verschleppt hatte oder es stammt aus Buto selber und gehörte ursprünglich zu einer Ka-Kapelle von Pepi I. in Bubastis (nach L. Habachi, Tell Basta, SASAE Cahier, Nr. 22, Kairo 1957, S. 11 ff.)

Bubastis:

Das Gelände der antiken Siedlung wird im Arabischen als "Tell Basta" (Hügel der Bastet) bezeichnet. (griechisch: Bubastis) und liegt im Ostdelta, an dem von tanitischen Nilarm gespeisten "Moses-Kanal". Ab der 5. Dynastie gehörte Bubastis zu dem 13. unterägyptischen Gau. Aus dem Alten Reich stammen einige dekorierte Mastabas, wie z. B. die des Anchchaf aus der 6. Dynastie, der Vorsteher der Speicher und Vorsteher der Priester des Pepi war sowie das Grab des Priesters Ihy. Das weiträumige Ruinen-Gelände wird heute zunehmend von der modernen Stadt Zagaziug, der Hauptstadt der Provinz Sharkiya eingeschlossen.

Dr. Habachi fand im Südwesten des Geländes der antiken Stadt Tell Basta - 100 m nordwestlich des Großen Tempels - die Ka-Anlage von Pepi I., die als Versorgung seines KA dienen sollte (KA - war im Alten Ägypten die Bezeichnung einer besonderen Wirkungsmacht, die sowohl Menschen als auch Götter besaßen. Bildlich wird der KA als Doppelgänger dargestellt, der in einer Statue einwohnen konnte). Im antiken Ägypten besaßen Könige nachweislich nicht nur Statuen, sondern eigene kleine Tempelanlagen, die dem Kult des königlichen KA gewidmet waren und in denen die königlichen KA-Statuen aufgestellt wurden.

Dr. Labib Habachi (Chef-Inspektor der Antikenverwaltung 1964 und 1953 Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo) begann 1939 in Bubastis mit Grabungen, die dann 1943-1944 fortgesetzt und deren Ergebnisse 1957 publiziert wurden. Aufmerksam auf dieses Bauwerk wurde der Ägyptologe Dr. Labib Habachi im März des Jahres 1939, als er bei einem Survey auf einen großen Kalksteinblock stieß, der einige Tage zuvor beim Abtragen von Erde zum Bau einer Straße freigelegt wurde. Er ordnete daraufhin die Säuberung der näheren Umgebung dieses Blockes an, wobei man dann auf einen Temenoseingang von 5,07m Tiefe stieß, der aus Kalksteinblöcken bestand und ursprünglich von fünf Kalksteinblöcken unterschiedlicher Größe überdeckt war. 

Die KA-Anlage von Pepi I. in Bubastis/Tell Basta ist von einer aus Lehmziegel errichteten Temenos-Mauer (Umfassungsmauer) umgeben, die im Westen, Süden und Norden bis zu einer Höhe von etwa einem Meter bei einer Dicke von vier Metern relativ gut erhalten ist. Von der Ostseite ist heute in ihrem Verlauf nichts mehr zu erkennen, da sie ganz abgetragen worden ist. Dr. Labib Habachi hat aber bei seinen Ausgrabungen 1939 und 1943/44 noch Reste davon gesehen und sie in seinem 1957 publizierten Bericht beschrieben.

Die Umfassungsmauer des Tempelbezirks umschließt eine Nord-Süd orientiere Fläche von 64m Breite x 84,5m Länge sowie einem Durchmesser von 4,50m, dessen Eingang in der südlichen Schmalseite aus einem Portal, das durch die Mauer hindurchführte und aus geglätteten Kalksteinblöcken bestand. Die Türstürze und Türpfostens des Tores waren mit versenkten Reliefs versehen und befinden sich heute im Museum Kairo (äußerer Türsturz JE 72133). Der im Zentrum des Bildfeldes stehende König wird von den Gottheiten Bastet und Hathor flankiert und zeigt damit den bisher frühesten Beleg der Göttin Bastet als Stadtgöttin von Bubastis.

Auf dem nördlichen Teil des Temenoseingangs (heute in Kairo: innerer Türsturz und Torpfosten JE 72132) befindet sich eine waagerechte Inschrift mit 13 Zeilen, welche die Titulatur Pepi I. wiedergibt und auf Veranlassung von Habachi aus dem Block herausgesägt und nach Kairo gebracht wurde. Diese Titulatur und Inschrift:

Eingangsportal in der Umfassungsmauer (Nordseite)
- Umzeichnung: L. Habachi - 

"Der lebende Horus, Geliebter der beiden Länder, König von Ober- und Unterägypten (sA-Re ppj)| beschenkt mit Leben. Es möge leben: die beiden Herrinnen, Geliebter der Körperschaft, Goldhorus, Goldenster der Falken, Geliebter aller Götter. Es möge leben, die Ka-Anlage des Pepi in Bubastis". 
(Textquelle: Tell Basta-Projekt, Julius-Maximilian-Universität Würzburg muit der Egypt Exploration Society und dem Egyptian Ministry of State for Antiquities)

Dr. Habachi fand im Zentrum der Temenos-Mauer das von einer eigenen Mauer umgebene Heiligtum der Anlage, die als "KA-Haus" (Hw.t-kA-Ppj) bezeichnet wird und aus den Resten einer Nord-Süd orientierten Doppelreihe von jeweils vier Pfeilern aus Kalkstein, die sich jeweils über eine Länge von knapp 8m erstrecken, besteht. Wie aus den Aufzeichnungen von Dr. Habachi hervorgeht, endete die Sanktuarmauer im Osten vor zwei Kalksteinblöcken, die mit den Pfeilerbasen in Form und Größe übereinstimmen. Daher ist zu vermuten, dass sie als Basen von Pfeilern, welche den Eingang des Sanktuars betonen, dienten.

KA-Kapelle Pepi I. in Bubastis (Tell Basta)

Die Überreste der KA-Kapelle von Pepi I. in Tell Basta - die Grundsteinfragmente sind heute wieder mit Erde und Gras bedeckt. Das Tempelgebäude aus Lehmziegeln war nur in seinen Fundamentmauern erhalten. Es ist etwa 15m breit und 18m lang. Drei bis 5 Räume, die im Süden von einem kleineren Raum und im Norden von einem Durchgang flankiert warten, dienten als Sanktuare.

Acht eckige Kalksteinpfeiler (Höhe 3,77m) standen davor in einem Hof und je ein weiterer Pfeiler befand sich rechts und links des massiven Eingangsbereich mit Nischen.

Die vier Pfeiler der westlichen Reihe stehen alle aufrecht, von denen der östlichen Reihe steht nur noch der dritte Pfeiler, wein weiterer - wohl ursprünglich der vierte in der Reihe - liegt schräg vor ihm. Die Pfeilerbasen der östlichen Reihe befinden sich hingegen sämtlich in situ. Sämtliche Pfeiler sind stark abgewittert und nur noch in unterschiedlicher Höhe erhalten.

Habachi konnte seinerzeit noch an fast jeden Pfeiler Reste der Reliefs und Inschriften erkennen, welche die Titulatur Pepi I. wiedergaben - heute dagegen sind nur noch an zwei Pfeilern Reliefreste erkennbar. 

Eva Lange (Die Ka-Anlage Pepis I.in Bubastis im Kontext königlicher KA-Anlagen des Alten Reiches in: ZÄS 133, 2006) führte in jüngster Zeit (2003; 2006) Nachgrabungen im KA-Haus durch. Auch Tietze (2008) gibt einen detaillierten Überblick über die Architektur des Hauses.

Bild:   TellBastaChapelPepi1
Urheber: Roland Unger, wikipedia 22. Aug. 2002
Lizenz:  CC-BY-SA-3.0

Zwischen der westlichen Pfeilerreihe und der westlichen Tempelmauer befinden sich die Grundmauern von drei 1,30m breiten und 2,4m langen Kammern mit einer gemeinsamen Rückwand. Diese Kammern werden im Norden und Süden von je einem Durchgang gerahmt, wobei ihre nach Osten gewandten Eingänge offensichtlich mit den Zwischenräumen der Pfeiler korrespondieren und flankiert werden von zwei Nebenräumen, in denen wohl die zur KA-Anlage gehörenden Kultbilder aufgestellt waren.

Vermutlich befand sich der Haupteingang des KA-Tempels von Pepi I. im heute zerstörten östlichen Teil der Umfassungsmauer - auf der das Sanktuar und den Bastet-Tempel verbindenden Ostachse.

Aus dem Tempel Pepi I. in Bubastis stammt die älteste Darstellung einer opfernden Nilgottheit vor dem Horusnamen des Königs auf einem Türsturz vom Durchgang der Südseite. 

Türsturz mit Relief vom südlichen Eingang in die Umfassungsmauer der KA-Anlage Pepi I.

Das sich heute im Museum Kairo befindliche Türsturz-Relief zeigt in der Mitte der Szene - unter der geflügelten Sonnenscheibe - den König Pepi I. (mit der Atef-Krone auf dem Kopf), dem die Göttin Bastet ein Anchzeichen and die Nase hält (Bastet wird hier rechts vom König als weibliche Figur mit einem Löwenkopf dargestellt) und ihm Leben und Macht verleiht (lt. Beischrift).

Hinter dem König steht die Göttin Hathor von Dendera und begleitet die Szene. In ihren Händen  hält sie das Was-Zepter und ein Anchzeichen. Auf der rechten Seite der Szene - mit dem Rücken zu der Göttin Bastet, - steht der Iunmutef-Priester mit dem Anch-Zeichen in der Hand vor dem Horusnamen des Königs. Die Inschrift dazu lautet: "Worte zu sprechen. Ich gebe dir Leben und Macht, Iunmutef". 

Auf der anderen Seite - am linken Rand - steht die personifizierte unterägyptische Landeshälfte (hier als Nilgott) "tA-mHw-nb-Hw" mit einer großen Libationsvase  in der Hand vor dem Horusnamen des Königs.

Zeichnung: Labib Habachi (1939), Tell Basta, 

Anhand schriftlicher Belege lassen sich für Pepi I. mindestens acht weitere Bauwerke dieser Art nachweisen - alle an den Tempeln der jeweiligen Lokalgottheiten gebunden oder sich sogar in deren Temenos befanden. Der KA-Tempel Pepi I. in Bubastis ist neben der Anlage seines Vater Teti I. der einzige bisher archäologisch nachgewiesene Bau dieser Art.

*

Nur inschriftlich belegt sind weitere Ka–Häuser des Königs in Memphis, Zawijet, Elkab, Meitin, Qusiya, Assiut, Achmin und Naqada.

Heliopolis:

Wohl aus Heliopolis - dem altägyptischen Iunu - stammt eine heute im Museum Kairo befindliche Sphinx (Inv.-Nr. CG 541), die in Haret el-Rum (im südöstlichen Nildelta) gefunden wurde, da eine Inschrift zwischen den Vorderbeinen dieses nahe legt (Quelle: Ludwig Borchardt: Catalogue General des Antiquites Egyptiennes  du Musee Caire - Statuen und Statuetten von Königen und Privatleuten, Teil  2, Berlin 1925 - online-Version). Von dieser Sphinx-Figur aus Schiefer (Länge: 215cm) sind heute nur die Vorderpranken und ein Teil der Bodenplatte erhalten (1).

Tanis:

In Tanis gefunden Steinblöcke mit seinem Namen sind nach Habachi sicher erst in späterer Zeit als Baumaterial hierher verbracht  worden und könnten evtl. aus Pi-Ramesse stammen. Nach Heinrich, Karl Brugsch wurde dort in den Ruinen ein Block mit den Namen und Titeln von Pepi I. gefunden. 

Eine Diskussion um die Herkunft des Alten-Reich-Materials in den Ruinen der Stadt Tanis bezieht sich auch auf neun gefundene Blöcke und mehrere Säulen mit Königsnamen aus dem Alten Reich. Von dem gefundenen Material, das von Uphill (1988) und Dieter Arnold (1996) zusammengestellt wurde und chronologisch nach Morphologie, Material und Publikationsreferenz angeordnet wurde, wurden drei Objekte König Pepi I. zugeordnet:

  1. Türpfosten aus Rosengranit (Uphill 1984: 11, T. 16);

  2. Türpfosten aus Granit           (Uphill 1984: 11, T. 18);

  3. Block aus Granit                    (Uphill 1984: 11, T. 19)

Bei einem in Tanis gefundenen Granitblock (wohl verschleppt aus Piramesse?) der heute im Freilichtmuseum von Tanis ausgestellt ist, handelt es sich evtl. um einen rechten Torpfosten oder um einen Pfeiler (wohl weniger um einen Obelisk), Anscheinend trägt der Block nur auf einer seiner Seiten eine einzige Inschriftenkolumne, welche das komplette königliche Protokoll zeigt.

König von Ober- u. Unterägypten (Meri-re)|, die beiden Herrinnen, mrj-xt-Nb.tj Goldhorus bjk.w-nbw (sA-@tHr-nb.t-Jwnt Pjpj)|

Woher der Block ursprünglich stammt ist schwer zu sagen. Infrage kommen hier sein Totentempel oder eines seiner Ka-Häuser (?). Auffällig ist, dass der Eigenname des Königs als "Pepi, Sohn der Hathor, Herrin von Dendera" bezeichnet wird, was evtl. als ein Bezug zu einem Ort gesehen werden kann, an dem diese Göttin verehrt wurde.

Block aus Tanis
- heute im Freilichtmuseum -

Bild: mit frdl. Dank Fritz Graf
- alle Rechte vorbehalten - 

Elephantine:

In Elephantine wurden bei Grabungen durch das Deutsche Archäologische Institut Abteilung Kairo, etliche Gegenstände mit dem Namen des Königs im Bereich der Felsnische des ältesten Satet-Heiligtums entdeckt. Im Bereich des Heqa–ib Heiligtum fanden sich außerdem einige Verschlussfragmente aus Nilschlamm mit Siegelabrollungen König Pepis I.

Pepi I. stiftete in Elephantine einen kleinen, monolithischen Naos aus rotem Granit, der 1908 bei Suchgrabungen im Schutt in der Nähe des Satet-Tempels aufgefunden wurde. Der Granit-Naos mit Inschriften von Pepi I. und Merenre - dessen Original sich heute im Louvre (Invent.-Nr.: E 12660) befindet - wurde durch eine Kopie (in Kunstharz gegossen) ersetzt.

Der Naos ist 1,32 m hoch, 81 cm breit und 78 cm tief und schließt oben halbrundförmig ab. Eine flache Nische von ca. 81 cm Höhe wurde in der Mitte der Naosfront ausgemeißelt. Auf beiden Seiten der Naosnische befinden sich Inschriften, welche den Namen Pepi I. nennen, gefolgt von dem Epitheton "geliebt von Satet". Es ist anzunehmen, dass Pepi I. diesen Naos für den Satet-Tempel von Elephantine gestiftet hatte und in ihm evtl. eine Königsstatue aufstellen ließ. Möglicherweise hatte der Naos im Vorhof des Tempels gestanden, unmittelbar neben dem Eingang an der Stelle, wo man in späterer Zeit eine Kapelle für den Kult des Königs errichtet hatte (siehe dazu: Sanktuar und Ritual, Heilige Plätze im archäologischen Befund/Peter Kopp 2013).

Später ließ Merenre, der Nachfolger von Pepi I., seinen Namen sekundär in die Lünette des Naos eingravieren.

Weiter fanden sich auf Elephantine etliche Fayencetäfelchen und Fragmente von solchen aus blauer Fayence. Bei einigen ist die Zuordnung nicht ganz sicher, da sie nur den Geburtsnamen zeigen, und somit auch König Pepi II. gehören könnten. Einige der Täfelchen erwähnen das erste und zweite Mal des königlichen Sed–Festes.

Fayencetäfelchen mit erhabener Inschrift aus der Grabung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAIK) 1974/75 

Vorderseite: dj anx Dd wAs nb [Dt] / njswt–bjt (zARaw [Ppjj)| ]
(Möge ihm gegeben werden: Leben, Stabilität und Dauer - der König von Ober- u. Unterägypten, Sohn des Re [Pepi].)

Rückseite:  !rw MrjjtA.wj / zp tp.j Hb[-sd] 
(Horus, Geliebter der beiden Länder / das 1. Sedfest)

Bei den Grabungen des DAIK fand sich in einem Votiv-Depot des Satet-Tempels ein Gefäß aus Kalkstein in Form eines hockenden Affenweibchen, die ihr Junges vor sich hält - es trägt den Namen von Pepi I. - ähnlich dem Jubiläumsgefäß, das sich heute im Metropolitan-Museum befindet (siehe weiter oben).

Wahrscheinlich ebenfalls aus Elephantine stammt ein weiteres Gefäß das eine Affenmutter mit ihrem Kind darstellt. Dieses Objekt aus Alabaster und schwarzem Stein (Schädeldecke) und Holz (Stöpsel) befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum Wien (Inv.-Nr.-ÄOS 3886) (Höhe 14,4cm, Breite 6cm, Tiefe 6,5cm). Das Objekt wurde 1876 aus dem Nachlass des seinerzeit bekannten Naturwissenschaftlers Franz Unger im Tausch gegen eine Goldmünze erworben und gelangte so ins Kunsthistorische Museum Wien. hier ein Bildlink . (zur Zeit nicht ausgestellt)

Bei diesem Behältnis handelt es sich um ein Salbgefäß aus Alabaster, das angeblich aus Elephantine stammt,  dem rechten Arm des Muttertiers ist in Hieroglyphen eine kurze Inschrift angebracht: "Nesu–bitj (Merire)| mit Leben beschenkt, ewiglich“. Durch das Halsband ist das Tier als Haustier gekennzeichnet.

Auf  Elephantine, nördlich der Spitze der alten Stadt - nahe am Ostufer der Insel gelegen, liegt  ein großer Felsblock. Auf diesem Felsen befinden sich mehrere königliche Inschriften zum Teil mit bildlichen Darstellungen. Über einer hier angebrachten Felszeichnung, die aus der Zeit König Unas stammt, ließ Pepi I. eine horizontale Inschriftenzeile anbringen. Es lassen sich an dieser Inschrift keine Spuren einer Usurpation durch Merenre I. finden, wie früher immer behauptet – die Inschrift ist allerdings schlecht erhalten, sie nennt den Horus– und Thronnamen des Königs: „Horus, mrjj-tAwj (mrjjRa)| beschenk mit Leben “.

 

Befreiungsdekrete:

Königsdekrete ("wD-njswt") waren im Alten Reich öffentlich-rechtliche Anordnungen des Königs, wobei es sich zumeist um Abschriften von auf Papyrus geschriebenen Originalurkunden handelte, die zumeist auf Stelen - aber auch auf Grab- bzw. Tempelwänden - überliefert wurden. Im Alten Reich sind 31 vollständige oder fragmentarisch erhaltene Kopien von Königsdekreten bekannt, wobei nach Anzahl und Wichtigkeit die meisten im Fundament des ehemaligen Min-Tempels in Koptos gefunden wurden. Die Koptosdekrete umfassen 20 vollständige oder fragmentarisch erhalten Kopien von altägyptischen Königsdekreten aus der späten 6. und 8. Dynastie. Diese Dokumente, die in Stein aufgezeichnet wurden, umfassen Verwaltungs- und Anerkennungsdekrete sowie Königsbriefe (sog. Königsnovellen) und spiegeln die Bedeutung der Stadt Koptos und gelten als wichtigste Quelle für die Diplomatie und Verwaltung des Alten Reich und der 8. Dynastie. In der Ägyptologie werden diese Dekrete zur Unterscheidung mit Großbuchstaben durchnummeriert, tragen also die Bezeichnung "Koptos A bis Koptos R" (Quelle: Koptosdekrete/Wikipedia). 

In Koptos entdeckte man 20 vollständig oder fragmentarisch erhaltene Kopien von Königsdekreten, die in die späte 6. und die 8. Dynastie zu datieren sind. Sie stellen inhaltlich Verwaltungs- und Anerkennungsdekrete sowie Königsbriefe dar und wurden auf Anordnung des Königs aufgezeichnet. Diese erhaltenen Dekrete des Alten Reiches umfassen eine Zeitspanne von Ende des IV. bis in die IX. Dynastie, wobei es sich aber mit Sicherheit nur um einen winzigen Teil der einst ausgestellten Dekrete handelt. Die Texte gelten mit als wichtigste Quelle für die Diplomatie und Verwaltung im Alten Reich und der 6-8. Dynastie (7).

Alle erhaltenen Dekrete waren auf Stelen aufgezeichnet. Es gab verschiedene Dekret-Formen, wie Ernennungsdekret, Beantwortung von Beschwerden, Befreiungs- und Schutzdekrete. Durch die Befreiungs-Dekrete wurden die Rechte und Ansprüche von Tempeln und Pyramidenanlagen bzw. Institutionen oder Personen gesichert, was bedeutet, dass durch die Befreiungsdekrete die Tempel und Pyramidenanlagen mit ihrem Vermögen und ihren Personen vor dem Zugriffsrecht des Staates (also des Königs) und seinen Beamten geschützt waren (7)

Koptos:
Aus Koptos ist ein Befreiungsdekret Pepi I. für das "Hwt-kA" der Königsmutter Iput I. bekannt (Koptos A). Pepi I. ließ ihr nach seiner Thronbesteigung besondere Beachtung zukommen. Postum verlieh er ihr die Titel einer Königsmutter und Gottestochter und zeichnete sie mit dem außergewöhnlichen Epitheton "zA.t nswt bit /"Tochter des Königs von Ober– und Unterägypten“ aus.

Dieses Befreiungs-Dekret Pepi I. aus Koptos wurde für das "Ka-Haus" seiner Mutter erlassen und wurde auf einer abgerundeten Stele verzeichnet. Das Königsdekret ist aber nicht mehr vollständig erhalten, denn es fehlt der Horusname des ausstellenden Königs und enthält inhaltlich die Befreiung von den Steuern und Arbeitsleistungen oder die Teilnahme an militärischen Unternehmungen des Königs sowie die Teilnahme an Expeditionen zu Gunsten des "Ka-Hauses" und der Ländereien seiner Mutter Iput I. (7). 

Koptos-Stele mit Befreiungs-Dekret Pepi I. (Koptos A)

Im oberen Bildfeld der Stele aus Kalkstein mit dem Befreiungsdekret (heute im Museum Kairo JdE 41890 / Temp. 6.18.24.1,2), das von der Himmelshieroglyphe und dem Was-Szepter begrenzt wird, steht der König Pepi I. und die Königsmutter Iput beim Brotopfer vor dem ithyphallischen Gott Min, der auf einem Postament steht. Hinter ihm befinden sich drei Lattich-Pflanzen. Die Beischrift bezeichnet den Gott als "der von Koptos".

Über dem König befindet sich sein Thronname "Merj-re" gefolgt von dem Epithet "der vollkommene Gott, Herr der beiden Länder. Die Königsmutter trägt die Geierhaube, was-Szpter in der einen und das anch-Zeichen in der anderen Hand. Die darüber befindliche Inschrift bezeichnet sie als "Königsmutter Iput".Unter der bildlichen Szene befinden sich zwei Zeilen, die durch Trennungsstriche von der übrigen, darunter befindlichen Inschrift abgeteilt ist, woraus zu schließen ist, dass sie nicht direkt zu dieser gehört, wenngleich sie das gleiche Datum beinhaltet. In den beiden Zeilen wird das 1. Sed-Fest des Königs genannt.

 

Das Dekret schützt die Leute des Ka-Hauses, das Groß- und Kleinvieh und möglicherweise auch die Priester, die zum Kult des Ka-Hauses der Königsmutter gehörten, vor dem Zugriff des Staates, die im Auftrag der königlichen Residenz von Memphis im Süden des Landes unterwegs waren um Steuern einzuziehen. 
Zeichnung: 
Edikt von Pepi I. für die Kapelle der Königsmutter Iput von Koptus (Koptus A) in Hans Goedicke ÄA Bd. 14, S. 43  - Königliche Dokumente aus dem Alten Reich 1967 Harrassowitz-Verlag

 

Oberer Teil des Koptos-Dekret A (Museum Kairo Kairo,
 JdE 41890
/ Temp. 6.18.24.1, 2?

Dekret von Pepi I. für die KA-Kapelle seiner Mutter Iput in Koptos

Bild: Courtesy to Merja Attia (Flickr-Album)

Dashur:
Ein weiteres Befreiungsdekret von Pepi I. stammt aus dem „Jahr der 21.Zählung“ es betrifft den Pyramidenbezirk König Snofrus in Dahschur (siehe Goedicke: Königliche Dokumente, S. 55-77, Abb. 5). Dieses Dekret, das im Jahre 1904 am südlichen Ende der steinernen Umfassungsmauer (Ostmauer) - unweit eines Eingangs in die Außenseite der Mauer - auf einem Privatgelände im Fruchtland (nahe des Dorfes El-Shenbab) freigelegt wurde, nennt die Pyramidenstadt Snofrus, die sich zweifellos in der näheren Umgebung des Taltempels befunden hat. 

Ludwig Borchardt identifizierte den Komplex daher mit der nördlichen der im Text genannten Pyramidenstädte. Die Anlage scheint jedoch für eine Pyramidenstadt zu klein gewesen zu sein; die Umfassungsmauer aus Stein deutet eher auf einen von Wohnhäusern umgebenen Kultbau hin. Heutzutage ist die Ruine verschwunden und man kann ihre genaue Lage nur schätzen. Der von Borchard gezeichnete Plan ist schwer mit dem heutigen Landschaftsbild zu vergleichen, wobei der Borchardt-Plan aber vermuten lässt, dass der Komplex ca. 170m nordöstlich des damaligen Polizeipostens lag. Vermutlich wurden die damals noch sichtbaren Ruinen nach ihrer Freilegung im Jahre 1904 von den Dorfbewohnern als Steinbruch benutzt und restlos beseitigt.

Jedoch haben in diesem Bereich kürzlich Bohrungen des DAIK, in größerer Tiefe Keramikschichten festgestellt, die auf eine ausgedehnte Siedlung des Alten Reiches hindeuten.

Das Dekret Pepi I. (heute im Neuen Museum Berlin ÄM 17500 / Kalkstein / 65 cm x 118,5 cm x 10cm) ist eines der wichtigsten juristischen Texten aus dem Alten Reich. Mit diesem Dekret wurde auf Befehl von Pepi I. die gesamte Pyramidenanlage König Snofru und die an diesem Bauwerk beteiligten Menschen unter einem besonderen Schutz gestellt. So wurden auch die am Totenkult des verstorbenen Königs Snofru beteiligten Priester von allen Steuerzahlungen und Dienstverpflichtungen befreit. Die Inschrift nennt das 21. Mal der Zählung, 3. Monat der prt-Jahreszeit (Winter) und fängt in der 2. Zeile an mit: "Der König befahl (an).......Wesir......" (Der Anfang des Empfängers ist vorsätzlich zerstört - das Zeichen für König und der Wesirtitel blieben aber verschont, wobei zu vermuten ist, dass die Namen und die Titel des Beamten, der hier genannt wurde, getilgt wurden - evtl. fiel der Beamte in Ungnade. Die Inschrift fährt dann mit der Nennung von weiteren am Bau beteiligten Personen fort und führt in Zeile 3 den Namen des Bauwerkes auf:

III. (betreffend:) "Der König von Ober- und Unterägypten Snofru in den (zwei) Pyramiden  #a- Snfrw...."

(Quelle: Transportwege zur Pyramidenbaustelle in Dashur/Dieter Arnold in SOKAR 30 - Verlag M. Haase, Berlin)

Dekret von Pepi I. für die Pyramidenstadt des Snofru AM 17500
(heute im Museum Berlin ÄM 17500 / Kalkstein / 65cm x 118,5cm x 10cm)

Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Staatlicher Museen zu Berlin
- Fotografin Sandra Steiß CC-BY-SA -
(Bild nachgedunkelt von Nefershapiland)

Umzeichnung: Edikt von Pepi I für die Pyramidenstadt des Snofru (Dashur)

Umzeichnung aus: ÄA Bd. 14 - Königliche Dokumente aus dem Alten Reich
erstellt von H. Goedicke von den von Borchardt veröffentlichten Photografien - für H. Goedicke zur Verfügung gestellt von Prof. Morenz gestellten Photografien

Wegen seines Reichtums an Informationen kann das Edikt Pepi I. für die Pyramidenstadt des Snofru mit Recht als eine der wichtigsten Inschriften des Alten Reiches betrachtet werden. Dieses Dekret wurde erst spät in der Regierungszeit des Königs erlassen und wir finden keinen Hinweis auf die Gründe dafür. Auch wissen wir nicht, welches besondere Interesse der König an dem Grabmal seines lange vor ihm verstorbenen Vorgängers Snofru auf dem Thron von Ägyptens hegte. 

Königliche Rundbild

Die wohl bekanntesten Abbildungen Pepis I. sind die beiden Kupferstatuen welche die beiden britischen Ägyptologen James Edward Quibell und F. W. Green 1897/98 im sog. „Main Deposit“ im nördlichen Bereich innerhalb des Horustempels von Hierakonpolis fanden. Bei dem Fundort handelte es sich um eine Grube (insgesamt waren es fünf Kammern) im Boden unterhalb des Pflasters einer Seitenkapelle des Tempels. In der fünften Kammer machte man eine unerwartete Entdeckung:

„ Die Beine einer lebensgroßen Kupferstatue lagen nebeneinander. Jenseits der Oberschenkel erschien das Gesicht und der linke Unterarm stand an einer Seite hervor ............................... Auf der Brust ............... lag ein zerknülltes Kupferblatt, mit einer Inschrift die den Namen Pepis I. enthielt “  
(Quelle: Jahresbericht 2002 des Deutschen Archäologisachen Instituts vom März 2014)

Nachdem man die Fundstücke aus der Kammer geborgen hatte, stellte sich heraus, dass im hohlen Inneren der Statue eine zweite, kleinere steckte. Beide Statuen befinden sich heute im Museum Kairo (JE 33034 und JE 33035). Es handelt sich hierbei um zwei hohle Statuen aus getriebenem Kupfer mit einem Holzkern.  

Bei den Statuen handelt es sich um die ältesten uns bis heute überlieferten Großplastiken aus Metall und gleichzeitig auch die bemerkenswertesten Skulpturen dieser Art aus Ägypten. Sie bestehen aus getriebenen Kupferplatten, welche eine Stärke zwischen einem und fünf Millimetern aufweisen.

Große Kupferstatue Pepi I.
- Museum Kairo CG 230 /JE 33034, Höhe 1,78m -

Kleine Kupferstatue 
- Museum Kairo CG 231, JE 33035, Höhe 0,65m

Beide Bilder mit frdl. Dank Heidi Kontkanen, Finnland (Flickr-Album)

Die kleinere der Statuen, die in mehrere Stücke zerlegt war, steckte bei ihrer Auffindung in der größeren und war durch Oxydierung in dieser festgeschweißt. Auch die größere war in Stücke zerlegt worden. Auf der Brust der größeren fanden die Ausgräber ein zusammengefaltetes Kupferblech mit einer gehämmerte Hieroglypheninschrift, welche auf das Sedfest Pepi I. bezug nimmt. Es handelt sich um die Reste der Basisplatte, die auf dem Sockel mit Abbildung der "Neun Bögen" (diese befand sich hinter der Inschrift) aufgenietet war, auf der die große Statue einst stand.

"anx !r tA.wj nsw-bjt sA-Ra Ppj Dt anx wAs"
Lang lebe Horus, Herr der beiden Länder, der König von Ober- und Unterägypten, Sohn des Re, Pepi - beschenkt mit Leben, Herrschaft, Dauer". 

Zeile zwei wird von einer Kartusche umschlossen, die Horusnamen  und Geburtsnamen zusammen mit einem Segenswunsch wiedergibt

(Quelle: Jahresbericht 2002 des Deutschen Archäologisachen Instituts vom März 2014)

Die große Statue ist schreitend dargestellt - der rechte Arm des Königs ist an den Körper angelegt, während der linke vorgestreckt ist und einen Stab in seiner Hand hält. Der Hinterkopf fehlt. Schurz und Krone waren gesondert gearbeitet und sind heute nicht mehr erhalten. Die Augen sind mit Kalkstein und Obelisken eingelegt.

Die kleinere Statue ist ebenfalls schreitend dargestellt - jedoch sind beide Arme an den Körper angelegt. Auf dem Kopf trägt er aber keine Krone, sondern eine Perücke mit einer eng anliegenden Kurzhaarfrisur. Ebenso wie bei der großen Statue haben sich auf den Fußnägel Reste einer Vergoldung erhalten. Am Kopf der kleineren Figur befinden sich Löcher zur Aufnahme des Uräus (der aber ebenso wenig erhalten ist, wie der Schurz). Auch die kleinere Statue besitzt in den Augen Einlagen aus Kalkstein und Obsidian. 

Im Laufe der Jahrtausende hat das Metall der Statuen durch den Oxydationsprozess schwer gelitten. Sofort nach ihrer Entdeckung begann man mit Restaurationsarbeiten, die sich sehr langwierig und kompliziert gestalteten.

Der Korrosionszustand ist leider soweit fortgeschritten, dass man unmöglich sagen kann, ob bestimmte Teile wie zum Beispiel die Köpfe und die Hände, gegossen oder gehämmert worden sind. Die Hände der größeren Statue, deren Fingernägel vergoldet waren, hielten jeweils eine Keule oder ein Szepter und einen langen Stab. 

Beide Statuen wurden nach ihrer ersten Restaurierung im Museum in einer gemeinsamen Glasvitrine ausgestellt, als gehörten sie zusammen - dieser Zustand wurde nun beendet.

*

Im Januar 1996 gelang es ein Kooperationsprojekt mit dem Römisch-Germanischen-Zentralmuseum in Mainz (RGZM) zu vereinbaren, dessen Ziel die "Erhaltung und technische Erforschung dieser beiden Statuen" war. Prof. Rainer Stadelmann, der damalige Direktor des Deutschen Archäologischen Institut, hatte zusammen mit H. Sourouzian und dem ägyptischen Kollegen I. Abdel Goward vom Ägyptischen Museum Kairo einen entscheidenden Anteil am Zustandekommen dieser Zusammenarbeit, wobei er mit viel Überzeugskraft bei den ägyptischen Behörden für das Restaurierungsprojekt warb.

Im Frühjahr 1996 wurde dann, in Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum in Kairo, mit den Arbeiten an den Statuen begonnen und im stillgelegten, ehemaligen Mumiensaal ausgeführt. Dabei stellte man auch fest, dass die beiden Hierakonpolis-Skulpturen nicht auf einer gemeinsamen Basis gestanden hatten und man muss daher davon ausgehen, dass sie zwei einzelne - höchstwahrscheinlich aus derselben Zeit stammende und möglicherweise sogar von denselben Handwerkern hergestellte Objekte waren, wobei der Verbleib einer Basisplatte für die kleine Figur allerdings offen bleiben muss.

Einige neue Befunde zum ursprünglichen Aussehen der beiden Statuen konnten ebenfalls gewonnen werden. Anhand technologischer Beobachtungen an der kleineren Statue stellte man fest, dass 

"....in deren Nacken ursprünglich ein Falke befestigt gewesen sein müsste. Beide Statuen waren einst auch mit einem Schendit bekleidet, der ebenfalls verloren gegangen ist. Reste dieses Schurzes sind am rechten Oberschenkel sowie im Hüftbereich der großen Statue in Form vergoldeter Gipsfassungen noch sichtbar".

(Zitat aus Begegnung mit der Vergangenheit - 100 Jahre Deutsches Archäologisches Institut Kairo 1907-2007 / Dreyer und Polz Herausgeber - Philipp v. Zabern-Verlag Mainz 2007, Seite 107)

Nach ihrer Entdeckung konnte die größere Statue dank der Inschrift auf der Kupferplatte ohne weiteres als Pepi I. identifiziert werden. Nicht so leicht war es, die Identität der kleineren Figur festzustellen. Hier gab es unterschiedliche Ansichten, wen sie repräsentiert. Eine Hypothese geht davon aus, dass es sich um ein Bildnis des Königs Merenre I. handelte, der neben seinem Vater Pepi I. dargestellt worden sei, der beim Sedfest seines Vaters zum Thronfolger ernannt wurde. Ein Alternativ-Vorschlag war, dass beide Statuen Bildnisse König Pepi I. seien, wobei aber die kleinere einen durch die Jubiläumsrituale verjüngten König darstellte (Quelle: Alessandro Bongioanni, Maeria Sole Croce/Hrsg. Illustrierter Führer zum Ägyptischen Museum Kairo, White Star, Vercelliu 2001 - S. 84-85). Bei dieser Theorie spielte die damalige Annahme, dass beide Figuren als Statuengruppe (Dyade) auf einer gemeinsamen Basis-Platte montiert gewesen waren, eine entscheidende Rolle.

Durch das Zusammenfügen der einzelnen Fragmente, die bei einer einjährigen Suche in den Kellern des Ägyptischen Museums Kairo gefunden wurden, wurde einwandfrei festgestellt, dass nur die große Statue einst auf der Basisplatte gestanden hatte (anhand der rekonstruierten Basisplatte mit den Maßen: Länge 99,8 cm - Breite 36 cm). Damit dürfte es sich bei der kleineren Statue wohl eher ebenfalls um ein Bildnis König Pepi I. handeln als um seinen Sohn Merenre, obwohl eine Identifizierung dieser Statue anhand des fehlenden Namens nicht möglich ist und deshalb Spekulation bleiben muss. Als Beleg für eine Ko-Regentschaft beider Königs (Vater und Sohn) können die beiden Statuen - nach derzeitiger Forschung - nicht dienen. (Quelle des obigen Textes über die beiden Statuen: Anmerkung 8)

Oberteil der größeren Statue Pepi I. aus Kupfer
- Museum Kairo CG 230 /JE 33034, Höhe 1,78m -

Oberteil der kleineren Statue Pepi I. aus Kupfer
- Museum Kairo CG 231, JE 33035, Höhe 0,65m -

beide Bilder: Courtesy to Jon Bodsworth (public domain)

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Zwei weitere bedeutsame Beispiele der königlichen Rundplastik dieser Zeit befinden sich heute im Brooklyn Museum in New York. 

Pepi I. gekleidet im Hebsed-Mantel auf dem Thron
- Brooklyn Museum New York Acc. 39.120 -

Rückansicht des Thrones mit dem Falken drauf
- Brooklyn Museum New York Acc. 39.120 -

König Pepi I. mit der Krone von Oberägypten sitzt auf dem kubischen Thron, bekleidet mit dem sog. "Hebsed-Mantel". In den Händen hält er Krummstab und Wedel. Der auf der hinteren Thronlehne sitzende Falke gehört zu dem eingeschnittenen Horusnamen des Königs auf der Thronrückseite, erinnert aber an den Falken der Chephren-Statue. Bei diesem Jubiläumsfest  wird die anhaltende Kraft des Königs nach den ersten dreißig Jahren seiner Regierung gefeiert (obwohl es manchmal auch schon früher gefeiert wurde)

In der Inschrift auf dem Sockel wird das "zp tpj Hbsd", also das Hebsed–Fest des Königs genannt.  Die aus Alabaster bestehende Statue misst 26,5cm in der Höhe, 6,6cm in der Breite sowie 15,7cm in der Länge und stammt evtl. aus Saqqara.

Beide Fotos: Courtesy to Brooklyn-Museum New York, Charles Edwin Wilbour Fund
Creative Commons-BY 3.0 - american fair use/as understood under the United States Cooyright Act 

(Photograph:  Brooklyn-Museum 39.120. 
threequarter SL1.jpg)

(Photograph:  Brooklyn-Museum 39.120. 
39120_transp3704.jpg) 

Die zweite Statuette im Brooklyn Museum (Charles Edwin Wilbour Fund 39.121) besteht aus schwarzgrünem Schiefer (Schist) und hat eine Höhe von 0,15 cm. Der König ist kniend mit vorgebeugtem Oberkörper dargestellt. Er kniet auf einer Basisplatte auf welcher sein Name steht. Seine Hände liegen auf den Oberschenkeln. Er hält in jeder Hand einen kugeligen "nw"-Topf (Nun-Topf) als Opfergabe. Die Augen sind mit Alabaster und Obsidian eingelegt und verleihen so der Statuette eine besondere Lebendigkeit.

Kniestatue König Pepi I.
Grauwacke, Alabaster, Obsidian, Kupfer
(15,2 x 4,6 x 9 cm)
(Brooklyn-Museum/Charles E. Wilbour Fund 39.121)

Der König trägt das Nemes–Kopftuch, der Oberkörper ist unbekleidet, um die Taille ist ein schlichter Schurz gebunden. An der Stirn befindet sich eine Bohrung, in der eine heute verlorene Uräusschlange eingesetzt war. Die Augen sind mit Einlagen aus Alabaster für die Augäpfel und Obsidian für die Pupillen gearbeitet.

Auf der Frontseite des Sockels befindet sich der Geburtsname des Königs - an der rechten Seite der Statuette sein Thronname "Meri-Re". Evtl. ist der Herkunftsort des Stückes Dendera, da in der Inschrift auf der Standplatte auch die Göttin "Hathor von Dendera" genannt wird.
(Quelle: Brooklyn-Museum and Masha Hill: Pepi I. Kneeling in: Metrop. Museum of Art UHrsg): Egyptian Art in the Age of the Pyramids)

Bild: courtesy Brooklyn Museum New York
wikimedia commons
- no restrictions - 
(Photo Brooklyn Museum, 39.121 front PS6.jpg)

Im Museum von Kairo befindet sich das Fragment einer Sphinx mit dem Namen Pepi I. (Kairo, CG 541). Nur die Vordertatzen sind erhalten. Gefunden wurde das Fragment in Haret el–Rum, in der Provinz Charkieh, südöstliches Delta, jedoch wohl aus Heliopolis stammend, wie die Inschrift zwischen den Vorderbeinen der Sphinx nahelegt (Material: Schist, Länge 2,15m ). (Quelle: Ludwig Borchardt: Catalogue Général des Antiquités Égyptiennes du Musée du Caire, Statuen und Statuetten von Königen und Privatleuten, Teil 2, Berlin 1925)

Ebenfalls im Museum zu Kairo findet sich eine Statuette des Königs aus Alabaster. Die Statuette zeigt den König kniend im Opfergestus vor einem Gefäß. Er trägt das Nemeskopftuch mit dem Uräus und dem kurzen Schurz (Quelle: Bob Tadema Sporry: Das Weltreich der Pharaonen, 4000 Jahre Leben, Geschichte und Kultur im Alten Ägypten, Weltbild 1989, S. 78). Leider wird in den uns zur Verfügung stehenden Quellen keine JdE-Nr. angegeben oder näheres über die Statuette.

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Zwei Terrakottafiguren wurden bei Ausgrabungen der Waseda Universität unter Leitung von Sakuji Yoshimura, Nozomu Kawai und Hiroyuki Kashiwagi (2001-2003) in einem kleinen Höhlenheiligtum im Nordwesten Saqqaras gefunden - die beide eine Löwengöttin darstellen und zu deren Füßen je zwei als nackte Kinder (mit dem Finger im Mund) dargestellte Könige stehen, wobei die erste Figur (Gesamthöhe 100cm - Breite 27 cm, Tiefe 20,5 cm) - von der Statue aus rechts gesehen - mit dem Horusnamen von Cheops, dem zweiten König der 4. Dynastie, gekennzeichnet ist. Der linke König ist separat gearbeitet (von ihm sind nur noch Reste der Füße erhalten) und auf beiden Seiten der Füße befinden sich jeweils die Prenomen von Pepi I. in einer Kartusche: "nsw-bity Mry-Ra anx Dt" (König von Ober- und Unterägypten, Mery-Re, er möge leben ewiglich). Es ist anzunehmen, dass Pepi's Figur nachträglich angebracht oder beschriftet wurde und die originale Figur bereits unter Cheops entstanden sein kann (9). 

Gruppenstatue einer Löwengöttin mit je einer Kind-König-Figur links und rechts
Figur mit Szepter:: Kairo JE 99682, rechte Figur Kairo JE 99681 (?)

   

Photo: Thanks to Chris Irie
- Flickr-Album / all rights reserved -

Photo: Thanks to Chris Irie
- Flickr-Album / all rights reserved -

Die zweite Figur ist in Größe und Aussehen fast identisch mit der ersteren. Der einzige Unterschied dazu ist, dass die Göttin hier ein Szepter hält. (siehe beide Bilder oben). Auch hier befinden sich zwei Könige, dargestellt als daumenlutschende nackte Kinder, zu ihren Füßen, von denen der rechte nachträglich angebracht wurde und den Geburtsnamen von Pepi I. aus der 6. Dynastie trägt. Auf der linken Figur hat sich die Inschrift nicht erhalten - wobei aber die Wissenschaftler aufgrund der Ähnlichkeit beider Figurengruppen davon ausgehen, dass beide Statuen zusammen gehören und zeitgleich unter Cheops (oder dessen Nachfolgern) angefertigt wurden. Pepi I. fügte dann später sein eigenes Abbild hinzu. 

Im Mittleren Reich wurden dann die inzwischen zerbrochenen Statuen repariert und wiederverwendet, wobei die hier dargestellten Könige als Kinder gegenüber den Löwengöttinnen an Bedeutung verloren hatten. Ihre Namen wurden dann mit Gips überstrichen (Quelle: MDAIK Bd 61, 2005, S. 392-394)

Die beiden Figuren wurden restauriert und befinden sich heute im Nationalmuseum Kairo (JdE 99681-82). Die Göttin weist zwar den Kopf eines Löwen auf, ist aber ansonsten menschengestaltig dargestellt. Anstelle der Löwenmähne trägt sie eine dreigeteilte Perücke. 
    

*

Zwei weitere Statuen befinden sich in Privatbesitz, wobei die erste von Alfred Wiedemann 1880 in Koptos erworben wurde. Die Figur ist aus grüner Fayence, besteht aber heute nur noch aus einer Bodenplatte, einem Fuß und einem Teil des Rückenpfeilers. Der König wurde durch eine Namensinschrift identifiziert. Eine weitere Figur  wurde 1881 in Oift gefunden und befindet sich heute in England. Hierbei handelt es sich um eine Standfigur aus Hartgestein, deren Kopf fehlt. Auf dem Rückenpfeiler der Figur befindet sich eine vertikale Namensinschrift und links daneben die Darstellung eines Königs in anbetender Haltung (Quelle: Alfred Wiedemann: Beiträge zur ägyptischen Geschichte in: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde Bd. 23, 1885, S. 78/Oneline-Version).                                                            

Rollsiegel aus der Zeit Pepi I.

Zylindersiegel und deren Abrollungen sind uns hauptsächlich aus dem vorderasiatischem Gebiet bekannt - vor allem aber aus dem sog. "Zweistromland". Schon 3000 v. Chr. tauchten im Gebiet von Euphrat und Tigris die ersten Rollsiegel auf. Die Idee der ägyptischen "Rollsiegel" waren eine Erfindung des ägyptischen Verwaltungswesens und unterschieden sich von den vorderasiatischen Rollsiegeln - wobei die ägyptischen Inschriften auf den Rollsiegeln in der Regel linksläufig eingraviert waren. Das ägyptische Wort für "Rollsiegel" lautete: "sDA.wt". (Quelle: Wikipedia - Rollsiegel) 

Die Siegeln wurden zum Versiegeln von Transport- und Lagerbehältern, aber auch von Türen benutzt und wurden daher nicht nur für Sicherheitsaspekte benutzt, sondern gaben gleichzeitig Informationen über den Absender bzw. zum Inhalte der Behälter und können mit dem heutigen "Etikett" verglichen werden. In der Verwaltung dienten sie auch zur Verifizierung von Schriftdokumenten, vergleichbar mit einer heutigen Unterschrift (Quelle: Wikipedia - Rollsiegel). 

Rollsiegel wurden von den ägyptischen Beamten meist an einer Kette oder einem Band um den Hals getragen - um sie stets griffbereit zu haben. Ein sehr hoher Rangtitel am ägyptischen Hof war der "Siegelbewahrer des Königs. Vermutlich wurde dieses Amtssiegel vom jeweiligen Amtsinhaber an seinen Nachfolger übergeben - aber mit dem Tod des Königs wurde es ungültig und man ersetzte es durch ein Neues mit dem Namen des neuen Königs.

Schon im Alten Reich war die gesiegelte Fläche so klein, dass die Rollsiegel gegen Ende des Alten Reiches einem "Stempel" weichen mussten. Aus der Regierungszeit von Pepi I. sind uns mehr als 20 Rollsiegel oder deren Abrollungen erhalten geblieben.

Im Museum "Royaux d'Art et d'Histoire" in Brüssel (Belgien) befindet sich ein sehr schönes Rollsiegel, das aus Granit gearbeitet wurde (Inventary-Nr. E 07311). Es hat eine Länge von 7,5 cm und einen Durchmesser von 2.4 cm. Die Herkunft des Siegels ist unbekannt - angekauft wurde es vom Museum 1937. Die Inschrift besteht aus drei senkrechten Zeilen, der Rest der Oberfläche ist unbeschrieben (Quelle: MDAIK 17).

1. Zeile: "Horus Mrj-tA.wj"
2. Zeile: "König von Ober- und Unterägypten (Mrj-ra) - er lebe ewiglich.
3. Zeile: "Königlicher Siegler, Freund des Hauses, der tut was sein Herr befiehlt"

(Quelle: MDAIK 17)

Im Britischen Museum London befindet sich ein weiteres Rollsiegel, welches ähnlich gearbeitet wurde wie das Brüsseler Stück (Inventar-Nr. 25 422). 

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Im der Hermitage St. Petersburg (Russland) befindet sich das Zylindersiegel eines Palastbeamten von Pepi I. mit dem Horusnamen des Königs (Horus Mery-taui, Mery-Re) sowie den Titel des Beamten: "Königlicher Kammerherr des Großen Hauses" (des Palastes). 

Rollsiegel mit dem Horusnamen von Pepi I. (Horus Mery-taui, Mery-Re)
- Herimitage St. Petersburg (Russland) -

Foto: Courtesy Juan Rodriguez Lázaro, Flickr-Album 2018
- alle Rechte vorbehalten -

Im Metropolitan Museum New York (MMA 17.5) befindet sich ebenfalls ein Rollsiegel aus der Zeit Pepi I. (Material: Gefleckter Türkis). Das 6,7 cm lange Stück hat einen Durchmesser von 3,3 cm und ist stark beschädigt und wurde im Fayum gefunden (Geschenk von Garret Chatfield Pier, 1917). Zwei Kolumnen des fragmentierten Textes nennen den Horus-Namen von Pepi I. "Hr.w mry-tA.wj" (Horus, Merytaui). Die anderen beiden Zeilen tragen den Titel eines Beamten.

"....smr wa.tj Xr.j-H(A)b jr wDwt......Hrj-sStA-nswt...."
Einziger Freund, Vorlesepriester, der macht, was man ihm sagt, der Hüter der Geheimnisse des Königs.
(Quelle: The Metropolitan-Museum Ney York)

 

Rollsiegel mit dem Namen Pepi I. aus Türkis 
(H. 6,7cm, W. 3,3 cm)
- heute im MET, Acc. 175 -
- Fundort: Fayum - 

Dieses Rollsiegel trägt die Kartusche mit dem Namen von Pepi I. und die Titel eines Beamten, der unter dem König lebte.

Der Text ist fragmentiert - zwei Kolumnen nennen den Namen des Königs (Hr.w mr.y-TA.wj) - Horus Mery-taui (Pepi I.) - Die anderen zwei Zeilen nennen nicht-königliche Titel: "smr wa.tj Xr.j-H(A)b jr.wDwt Hr.j-sStA-nswt" (Einziger Freund, Vorlesepriestser, der macht, was man ihm sagt, der Hüter der Geheimnisse des Königs.

 

 

 

Foto: public domain - Metropolitan-Mus. New York 
- Accession Number 175 - Gift of Garrett Chatfield Pier 1917

 

         Rollsiegel mit dem Namen Pepi I. 
Steatite / H. 5,3 cm; Fundort unbekannt
Metropolitan-Museum Inv.-Nr.: 26710

Der Zylindersiegel ist für einen Beamten von Pepi I. eingeschrieben und trägt den Namen des Königs Horus-Mery-Re. 
"smr wa.tj jr Hzzt @r.w mry-tA.wj mry-ra.w
(Einziger Freund, der das tut, was Horus Merytaui (Pepi I.) lobt).

(Quelle: Metropolitan-Museum)

(Zur Zeit nicht ausgestellt)

Foto: Metropolitan Museum - Wikipedia commons
(MET 26-7-10 
- Lizenz: CCO - Public domain -

Im Brooklyn Museum in New York befindet sich weiteres Rollsiegel Pepi I. aus Steatit (7,1cm lang und 1,9 cm Durchmesser). Der Fundort des Stückes, das aus dem Charles Edwin Wilbour-Found stammt, ist unbekannt. Die Inschrift nennt den Horusnamen des Königs sowie die Titel eines nicht namentlich genannten Vorlesepriesters.

Rollsiegel mit dem Namen Pepi I. 
- Brooklyn-Museum Acc-Nr. 44.123.32
- 7,1 cm x 1,9 cm / Steatite -

Ein langer schwarzer Zylinderbehälter mit einer Inschrift in fünf senkrechten Spalten, welche den Horusnamen und die Kartusche von König Pepi I. (Mery-Re) sowie den Titel eines nicht genannten Vorlesepriesters trägt. 

"Der Vorlesepriester, Aufseher über die geheimen Dinge, der Vorlesepriester, der tut was sein Herr befiehlt, der Vorlesepriester, der tut, was sein Herr lobt, der König von Unter- und Oberägypten, Mery-Re, ewig lebend, der Horus Mery-taui, Mery-Re".
(Quelle: Brooklyn-Museum)

Foto: Courtesy to Brooklyn-Museum,
 44.123.32 view1 PS6e.jpg - American fair use CC-BY 3.0 

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In einer Süddeutschen Privatsammlung befindet sich ein Roll-Siegel aus der Zeit Pepi I., das aus schwarzem Serpentin gearbeitet wurde. Es hat eine Höhe von 5,9 cm und einen Durchmesser von 1,8 cm. Es zeigt drei vertikale Register mit Hieroglypheninschriften. Das Ende bzw. der Anfang der Inschrift wird durch ein geometrisches Spiralmuster gekennzeichnet. Die erste Zeile gibt den Thronnamen in einer Kartusche wieder und lautet:

Zeile 1:   
"njswt-bjtj mrjj-ra rdj
anh dt"
(der) König von Ober – und Unterägypten,
Merj–Re, geliebt von Re, dem Leben gegeben wird, ewiglich )

Zeile 2:  
hrj-tp njswt  jrj hss.t ntr=f  
(der) Leibkammerdiener des Königs, welcher
tut, was sein Gott (Pepi) lobt “.

Zeile 3:
Horus mrj-tA.wj
(
der sog. Horus-Name des Königs - Horus, Geliebter der beiden Länder)

(Quelle: Thomas Kühn, KEMET Jan. 2005, Heft 1, S. 31-32)

Auf dem sog. "Serech" (der stilisierten Palastfassade) sitzt der Horusfalke auf einem Stab mit einer aufgerichteten Uräusschlange. Auf dem Haupt des Vogels befindet sich die hohe Doppelfederkrone mit Widderhörnern.

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Ein weiteres, Rollsiegel mit gut geschnittenen Hieroglyphen, die deutlich lesbar sind, aus blau-grauer Paste (Länge 10 cm; Bohrung 1/2 cm) befindet sich im Louvre in Paris (E 13441). Die Beschriftung gliedert sich in acht senkrechte und eine waagerechte Zeile am unteren Ende des Zylinders.

Die Beschriftung lautet:

Zeile 1:  Horus MrjtAwj  Ppj
Zeile 2:  Königsiedler, Diener der beiden Horuskinder in der mtj–Barke des Thoth (?) Zeile 3:  Horus MrjtAwj Ppj
Zeile 4:  Königsedler, Sekretär des Toilettenhauses
Zeile 5:  Horus MrjtAwj Ppj 
Zeile 6:  der den Herrscher schaut in der mtj und dAt Barke des Horus
Zeile 7:  Horus MrjtAwj  Ppj 
Zeile 8:  König von Ober- und Unterägypten (Pepi)|, geliebt von Hathor, 
              Herrin von Dendera
Zeile 9:  Königsedler, Wridt, der tut was sein Gott lobt  

(Quelle: MDAIK 17/Hans Gödicke 1961)

 

Rollsiegel aus der Zeit Pepi I.
- heute im Louvre E 13441 - 

Bild: Pepi I. seal E13441 mp3h8657.jpg
User: Rama und ein weiterer Urheber - wikmedia commons 20. Okt. 2007
Lizenz: CC BY-SA 2.0 fr 

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In Abusir, im Totentempel des Königs Neferir-kare wurden Abrollungen eines Rollsiegels auf Ton gefunden, welche den Horusnamen von König Pepi I. und seinen "nsw.t-bitj"-Namen in der "´nfr-zA-@r"-Form nennen. Vor dem Horusfalken über der Palastfassade befinden sich Spuren einer aufgebäumten Kobra (Quelle: MDAIK 17).

Abusir - Totentempel Nefer-ir-kare
- Abrollungen eines Rollsiegels Pepi I. -

 

 

 

Zeichnung: nach Alexander Scharff (1931) in Mitteilungen des Deutschen Ägyptologischen Instituts Nr. 17
(bearbeitet von Nefershapiland) 

Im Neuen Museum Berlin (Nr. 16431) befindet sich ein Kalkstein-Rollsiegel - ebenfalls aus Abusir - aus der Zeit Pepi I., dessen Erhaltungszustand aber schlecht ist (ein Teil des oberen Randes ist weggebrochen (publiziert von Alexander Scharff in: "Über einige fremdartige Darstellungen," ÄZ 67 (1931) pp. 96-97, fig. b). Vor dem Horusnamen Pepi I. befinden sich Darstellungen von Vieh, Fleischstücke von Rindern, Fisch und eine Biene, die evtl. als Zeichen für "Honig" gedacht war. Die schlecht ausgeführte Beschriftung ist in drei ungleich breiten Kolumnen unterteilt, in denen die Zeichen vertikal angeordnet sind. (Quelle: Henry G. Fisher/Old Kingdom Cylinder Seals for the Lower Classes (Online-Version) from the Metropolitan-Museum of Art in collaborating with JSTOR to digitize) (11)


- Rollsiegels Pepi I. -
- heute im Museum Berlin: 16431 -

 

 

 

Zeichnung: nach Alexander Scharff (1931) in Mitteilungen des Deutschen Ägyptologischen Instituts Nr. 17
(bearbeitet von Nefershapiland) 

Im Britischen Museum London (EA 66808 - früher in der Spencer Churchill Sammlung) befindet sich ein Rollsiegel aus Steatit aus der Zeit von Pepi I., die von Henri Frankfort (Egypt and Syria in JEA 12 / 1926 p. 88 and Frankfort, Cylinder Seals, pp. 296-297) auf der Basis einer Zeichnung von Percy Newberry publiziert wurde. Der Horusname "Mery-taui" - gefolgt von "Mery-Re" wird links und rechts von je einer Kolumne mit Inschriften flankiert, in denen die Titel und Epithetas eines Beamten angegeben werden (10 + 11)

Rechte Zeile: "Königsedler, Freund des Hauses, der tut, was sein Herr befiehlt."
Mittlere Zeile: "Horus MrjtAwj mrj Ra"
Linke Zeile: "Oberster des Großen Hauses des Königs, der tut, was sein Herr befiehlt."

Die Inschrift umfasste ursprünglich drei senkrechte Zeilen und ließ den Rest der Oberfläche unbeschrieben. Diese wurde für eine zusätzliche Zeile benutzt, die im Stil völlig abweicht. Als eindeutig späterer Zusatz besteht kein Zusammenhang mit der Beschriftung aus der Zeit König Pepis I


- Rollsiegels Pepi I. -
- heute im Brit. Museum EA 66808 -
Steatit / Abmessungen.: H. 7,5 cm; D. 1,9 cm 

Daneben gibt es rechts einige Zeichen und Darstellungen von "Affen und Männern" und Formen mit geraden und gebogenen Linien, die von den Hieroglyphen links davon völlig abweichen und vielleicht nur zum Füllen des Platzes dienten (nach H. Fischer). Henri Frankfort glaubte, dass die Affen usw. nachträglich zum Rest hinzugefügt wurden. T. G. H. James (in Fischer: Old Kingdom Cylinder Seals for the Lower Classes, S.7) glaubt ebenfalls nicht, dass dieser Teil der Rollsiegeldekoration zur gleichen Zeit wie die andere Inschrift eingeschnitten wurde, weil sie viel höher als die hieroglyphische Inschrift ist (10)ö

 

Zeichnung: nach Percy Newberry "Scarabs".
(bearbeitet von Nefershapiland) 

Im University College London befindet sich das Fragment eines Rollsiegels aus harter blauer Paste (London U.C 11110). Von der Beschriftung haben sich zwei der senkrechten Kolumnen vollständig und zwei teilweise erhalten, sowie ein Teil der waagerechten Zeile: (11)

Zeile 1:  Königlicher Xrjtp mdw rxjt knmwt
Zeile 2:  Horus MrjtAwj  
Zeile 3:  königlicher Xrjtp, Sekretär ….
Zeile 3 + x  ………………………………….

Horizontale Zeile: königlicher Xrjtp (Sekretär ………. Sein Gott ………(Quelle: 11). 

Fragment eines Rollsiegels Pepi I.
(University of London / U. C. 11110)
Material: harte blaue Paste

 

 

untere horizontale Zeile:
"königlicher Xrjtp (Oberster oder Sekretär)) sStA (der Geheimnisse) seines Gottes..."

Zeichnung nach Percy Newbery "Scarabs", Fig.31

 


Nefers Gästebuch

Quellen und Literatur:
1) https:// wikipedia.org/wiki/Pepi I.
2) Complete Royals Families of Ancient Egypt / Dodson u. Hilton / Thames & Hudson 2004
3) ÄAT Bd. 46, Die Königsmütter des Alten Ägyptens, Harrassowitz-Verlag Wiesbaden 2001
4) Die Königinnen des Alten Ägyptens, Joyce Tyldesley, Köehler & Amelang-Verlag 2006
5) Kemet 1/2005; Artikel von Thomas Kühn;
6) Self-Representation in Old Kingdom Quarrying Inscriptions at Wadi Hammamat JEA  100 (2014) / D. Sweeney (online-version)
7) Recht, Staat, Verwaltung und Wirtschaft im Alten Ägypten (Dr. Wolfgang Boochs, 2018)
8) Begegnung mit der Vergangenheit - 100 Jahre in Ägypten / Dreyer, Günter (Hrsg.) / Polz, Daniel (Hrsg.) Deutsches Archäologisches'
    Institut Kairo 1907-2007) - Text: Christine Eckmann / Ph. v. Zabern-Verlag
9) MDAIK, Bd 61 von 2005 (A Sacred Hillside at Northwest of Saqqara - A Preliminary report on the Excavation 2001-2005/ 
    S. Yoshimura, N. Kawi, H. Kashiwagi of the University Waseda)
10. Henry G. Fischer, (Liula Acheson Wallace Curator in Egyptology The Metropolitan Museum of Art): Old Kingdom Cylinder Seals
    for the Lower Classes (online-Version)
11. MDAIK 17, Die Siegelzylinder Pepi I./Hans Gödicke, S. 81, Harrassowitz-Verlag 1961

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Literatur u. Quellen