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Nilkreuzfahrt allgemein

Kom Ombo

Eintrittskarte für Philae-Tempel / Assuan = 60 Le (Stand 1. Sept. 2015)

Im 19. Jahrhundert bildete die Insel Philae mit ihrer unvergleichlichen Lage im Kataraktgebiet eine der Touristenattraktionen Ägyptens. Philae (ägyptisch: Pa-jrek = Insel der Zeit [des Re]; koptisch Pilak oder Pelak, auch Hut-chenti [Haus des Anfangs] ) war schon im Altertum ein wichtiger Kultort und Stätte bedeutender Bauten, die aufgrund des guten Erhaltungszustandes dieser Insel noch heute besonderen Wert verleihen. Auf der Nachbarinsel Bigga lag das Abaton, die "reine Stätte", d. h. eines der vielen Osirisgräber des Landes. Dem Heiligtum von Philae näherte man sich über einen kleinen Tempel von Bigga, der Philae gegenüber liegt. 

Die Sakralbauten auf der 400 m langen und 135 m breiten Insel, die früher ca. 8 km südlich der oberägyptischen Stadt Assuan lag, bildeten ein einmaliges Ensemble, das der Insel im Zusammenspiel mit der üppigen Natur zu Recht den Beinamen "Perle Ägyptens" eingetragen hat. Der dichte Bewuchs von Palmen und anderen tropischen Pflanzen, die Kulisse der beiden Nachbarinseln und die wilden Felsen des gegenüberliegenden Ufers trugen zur exotisch-romantischen Atmosphäre des Ortes bei, welche in zahlreichen Gemälden und frühen Fotografien festgehalten wurden.

Philae Febr. 1899 - Foto von R. Talbot Kelly
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Dies gilt für die Europäische Union, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.

Hier befanden sich eine Reihe schöner Tempelbauten aus der letzten einheimischen Dynastie (30. Dynastie unter Nektanebos I., 370 v. Chr.) bis in die Zeit des Hadrians. Auch die römischen Kaiser Marc Aurel und Commodus treten als ägyptische Pharaonen im Reliefschmuck der Tempelwände auf.

        Blick auf die Insel Philae mit dem Isis-Tempel und dem Trajan-Kiosk.
 Im Vordergrund das Tempeltor für das Abaton (Osirisgrab) auf der Insel Bigga.,
                              - Gemälde von David Roberts 1838 - 
David Roberts zeichnete dieses Bild am 17. Nov. 1838 und es gibt die gesamte Tempelanlage von Philae von der nahegelegenen Insel Bigga aus gesehen wieder. Der Tempel, welcher der Göttin Isis und ihrem Sohn Harpokrates (einer lokalen Form des Horus) geweiht war, steht an der Stelle, wo schon vorher ein älteres, wahrscheinlich von Nektanebos I. errichtetes Heiligtum gestanden hatte.

Im Hintergrund des Bildes ist der große Trajan-Kiosk zu sehen. Zwischen den zwei Pylonen erstreckt sich ein Vorhof, dessen zum Fluss hin liegende Seite von einem Mammisi (Geburtshaus) geschlossen wird, von der hier nur die rückwärtige Front zu sehen ist. Auf dem davorliegenden Kai am Nilufer befindet sich das Hadrianstor; hinter dem zweiten Pylon folgt schließlich der eigentliche Isis-Tempel, der aus einer Vorhalle und dem Allerheiligsten besteht, das von einigen Nebenkammern umgeben ist.

(Text nach Ägypten - Gestern und heute/Karl Müller-Verlag 1996)

This work is in the public domain in the United States, and those countries with a copyright term of life of the author plus 100 years or less.

 

              Tempeltor für das Abaton (Osirisgrab) auf der Insel Bigga.,
                              - Gemälde von David Roberts 1838 - 
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Die Insel Philae blieb ins 19. Jahrhundert von Überschwemmungen durch die Wasser des Nils verschont. Erst der Bau des alten Assuanstaudammes im Jahre 1902, der fünf Kilometer südlich der Stadt Assuan errichtet wurde, bedrohte die Insel und die auf ihr befindlichen Bauten, da sie von Januar bis Juli fast gänzlich unter Wasser stand. Das schadete zwar nicht dem Gestein, da ihm durch das Wasser die zersetzenden Salze entzogen wurden, jedoch wurden dabei auch die Farben der Wandreliefs abgewaschen. Dazu kam, dass ein Besuch der Stätte nur unter größten Schwierigkeiten möglich war. Die Insel war nur während der Öffnung der Schleusen des Dammes wegen des Hochwasserdrucks im August und September teilweise trocken. 

Seit der Errichtung des neuen Hochstaudamms von Assuan (Sadd el-Ali) in den Jahren 1960 bis 1971 ist nun aber der Nil bei Philae zu einem Stausee zwischen altem und neuem Damm geworden. 

Seither stand der Tempel der Isis bis in halber Höhe der Pylone unter Wasser und durch den ständigen Zu- und Abfluss des Wassers zwischen beiden Staumauern des alten und neuen Staudammes wurden die Fundamente der Tempelanlagen ausgewaschen und der Wellenschlag drohte, die Sandsteinblöcke voneinander zu trennen und ihre Reliefblöcke einzuebnen.

(Zeichnung: aus Nubien, S. Curto/bearbeitet v. Nefershapiland)

 

he island of Philae, submerged due to the completion of the Aswan Low Dam (Assouan Dam) - 1906.

Der Philae-Tempel unter Wasser 1932

Bild:     Philae 1906 - TIMEA.jpg
Autor   Marques and Fiorillo 1906 aus Wikipedia
Lizenz:  CC BY 2.0
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Autor: Meyers Blitz-Lexikon, Leipzig, 1932

Im August 1972 begann man im Zusammenhang mit der Rettungsaktion für die Denkmäler Nubiens mit der Planung einer Versetzung der Tempelanlagen von Philae auf ein höher gelegenes Gelände. Vorher wurden verschiedene Projekte vorgelegt, wobei eines die Erbauung von Dämmen vorschlug. Dieser Vorschlag wurde jedoch zurückgewiesen, denn seine Ausführung wie auch die Notwendigkeit der Instandhaltung von ununterbrochenen Pumpanlagen wären zu teuer geworden. Dazu wäre auch die schöne Tempelstadt hinter den Mauern der Dämme halbwegs verschwunden (Quelle: Die letzten Tempel Ägyptens: Edfu und Philae, Atlantis-Verlag). Schließlich entschloss man sich zur Verlegung der wichtigsten Tempelteile auf die benachbarte höher gelegene Insel Agilkia (neu geprägter Name im nubischen Kenusi-Dialekt; auch manchmal Angelika, Eglikia oder Gelkia genannt) zu versetzen. Versetzt wurde nur der südliche Teil des Isis-Heiligtums bis einschließlich des Harendotes-Tempel. Die Insel Agilkia bildete vor der Errichtung des Alten Assuan-Dammes von 1902 den Nordteil der Insel Bigga (Quelle: Ägypten/Emma Brunner-Treaut u. V. Hell/Kohlhammer Kunst- u. Reiseführer 1978, S.  571) und ähnelt Philae nach Größe und Umriss und ist zusätzlich durch Geländegestaltung der alten Heimat des Isis-Heiligtums angeglichen worden.

Grundriss der Insel Philae nach Lepsius

aus Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien - Expeditionen in den Jahren 1842–1845

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Der Auf- und Abbau des Tempel von Philae wurde durch die ägyptische Regierung mit Hilfe der UNESCO 1972 - 1980 vorgenommen.  Neben der Halle Nektanebos I. erhielten der Isis-Tempel, der Hathor-Tempel , das Nilometer und der Kiosk des Trajan oder Augustus eine neue Heimat auf der Nachbarinsel Agilkia. Die Bauten von Philae stehen seit 1979 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten. 

Legende:

Auf der Insel Philae fand der Legende nach die Göttin Isis das Herz ihres Mannes Osiris - nachdem ihn sein Bruder Seth ermordet und anschließend zerstückelt und die Teile im ganzen Land versteckt hatte. Isis und ihre Schwester Nephtys suchten und fanden schließlich alle versteckten Körperteile des Osiris und setzten diese mit Hilfe von Anubis wieder zusammen, um ihn wiederzubeleben. Der Totengott Anubis legte die Organe von Osiris in einen Kanopenbehälter und Isis hauchte ihrem verstorbenen Gatten mittels ihrer Magie wieder Leben ein. Die wichtigste Magie, die Isis verwendete, war die Rezitation von Zaubersprüchen, welche die Körperteile des toten Osiris wieder magisch zusammensetzten. Sie verwandelte sich zum "Milan" (Greifvogel) und hauchte dem Toten mittels ihrer Flügel wieder Leben ein und empfing danach ihren Sohn Horus 

„Isis kommt jubelnd aus Liebe zu dir (Osiris), so dass dein Same in sie herauskomme. Horus, der aus dir hervorkommt in seinem Namen Horus, der in Sopdet ist. Möge es wohl sein durch ihn in deinem Namen Geist in der in der Djendjeru-Barke. Horus hat dich beschützt in seinem Namen Horus, Schützer deines Vaters. . Die (Isis) seinen Samen aufnahm und den Erben schuf, die das Kind säugte, man weiß nicht wo. Die Neunheit freute sich: Willkommen Sohn des Osiris, Gerechtfertigte, Sohn der Isis, Erbe des Osiris.“

(Pyramidenspruch 366 - Jan Assmann/Tod und Jenseits im Alten Ägypten, S. 33)

Nunmehr wurde Osiris vom Totengericht als Herrscher über das Totenreich (Duat) erklärt und wachte über die tägliche Wiedergeburt des Sonnengottes Re. 

Philae war über 800 Jahre hindurch das letzte, späte Zentrum altägyptischer Religion. Die frühesten erhaltenen Bauten auf Philae stammen aus der Zeit Nektanebos I. Der Abbau der Tempel bei der Umsetzung, aber auch Grabungen in den Fundamenten erbrachten Hinweise auf ein Tor des Taharqa, 310 wiederbenutzte Blöcke eines kleinen Tempels des Amasis, der aus drei kleinen Räumen, die in einer Linie angeordnet und auf einem kleinen Sims auf der Granitkuppel auf der Westseite der Insel Philae erbaut wurden, sowie unter dem Hypostyl auf die Umrisse eines kleinen, älteren Vorgängerbaues und auf die Reste eines kleinen Kiosks, der in der Zeit Psammetik II. gebaut wurde. Dieser Kiosk ist die früheste Struktur, welche auf Philae gefunden wurde und wurde auf den Schlamm-Bänken am Fuße der Felsen, die sich an der Westkuppe befanden, errichtet, wo er unter den Fundamenten einer anderen Struktur, die sich dort zu einem späteren Zeitpunkt erhob, entdeckt wurde. Zu dieser Zeit hatte der Kiosk des Psammetik II. seine Architrave und die oberen Teile seiner acht Säulen schon verloren und wurde von einer Schicht riesiger Ablagerungen aus Erde und Trümmern bedeckt.

Bis zu dieser neuen Entdeckung waren die frühesten bekanntesten Bauten von Philae das Tor zwischen den zwei Türmen des großen 1. Pylons und der kleine Kiosk am Südende der Insel. Die Inschriften und Reliefs dieser beiden Strukturen belegen, dass sie im Namen von Nektanebos I. erbaut wurden. Im 2. Pylon fand man 18 wiederverwendete Blöcke, die belegen, dass unter König Nektanebos I. weitere bauliche Tätigkeiten erfolgen, aber wir wissen nicht, zu welchen Bauten sie gehörten oder wo diese Strukturen einst gestanden haben könnten. (Quelle: BIFAO / Gerhard Haeny, A Short Architektural of Philae)

Aufgrund der Fundlage scheint erst König Nektanebos I. ein Gesamtkonzept für den Tempelkomplex auf Philae  mit einem Portikus, das später unter Ptolemäus VIII. Euergetes II. mit zwei Obelisken ausgestattet wurde, entwickelt zu haben. Auch der Kernbau des Mammisi hinter dem westlichen Turm des 1. Pylons geht auf König Nektanebos I. zurück. An diesem Gebäude wurde bis in die Zeit Kaiser Augustus weitergebaut.

1) I. Pylon
2) Tor Nektanebos I.
3) Gateway Ptolemaios II.
4) östlicher 10-Säulen Portikus, dahinter 6 Räume
5) Zweiter Pylon
6) Kaimauer
7) Mammisi
                                       (Plan: nach Silvio Curto - bearbeitet von Nefershapiland)

800 Jahre lang war Philae das letzte, späte Zentrum altägyptischer  Religion. Die wichtigste Göttin des Kultortes war Isis, aber auch ihre Götterschwester Nephthys, die Göttin Hathor und Osiris, der Gemahl von Isis und die Götter des Kataraktes Chnum und Satis fanden auf Philae Verehrung. Nicht nur griechische und römische Pilger, sondern auch Nubier (Blemmyer-Beduinen), die nicht zum Imperium Romanum gehörten, besuchten ihn regelmäßig und sogar Meroiten aus dem tiefen Süden haben Isis gehuldigt. Zur Blütezeit des Isis-Kultes, die in ptolemäischer Zeit einsetzte, beherrschte die Priesterschaft von Philae aus das Zwölfmeilenland als eine Art Gottesstaat und verstand es, in einer Pufferzone zwischen dem meroitischen und ptolemäischen Reich eine gewisse Unabhängigkeit zu behaupten und beide Parteien zu Stiftungen zu veranlassen.

Tempelschließung und christliche Periode:

Dank der privilegierten Stellung von Philae konnte sich der Isis-Kult noch lange nach der offiziellen Einführung der christlichen Religion (391 n. Chr.) halten. Nur der nördliche Teil der Insel war schon seit der Mitte des 4. Jh. christlich. Durch Inschriften oder literarische Quellen sind auf Philae sicher ab der Mitte des 4. Jahrhunderts Bischöfe belegt. Ein Bischof Markus ist für das Jahr 362 n. Chr. benannt, d. h. es dürfte seit dieser Zeit auf Philae auch schon eine Kirche gegeben haben. Die von Kaiser Theodosius I. im Jahre 391 n. Chr. angeordnete Schließung aller heidnischen Tempel wurde auf Philae nicht durchgesetzt.

Letzte Hieroglyphische Inschrift am Hadrianstor aus dem Jahr  394 v. Chr. (Griffith Nr. 436 = FHN 306)

"Vor Mandulis, Sohn des Horus, durch Smet-achom, Sohn des Smet, den zweiten Propheten der Isis, auf immer und ewig, Worte zu sprechen von Mandulis, dem Herrn des Abaton, dem großen Gott."

- Bild: Tine Erl, Nabburg -

Eine beigefügte demotische Inschrift nennt als Datum das Jahr 110 (nämlich der Deokletian-Ära)

(Quelle: Ägypten späte Blüte/Die Römer am Nil/Lembke, Fluck u. Vittmann - Philipp v. Zabern 2004, S. 86)

Die Schließung der pharaonischen Tempel erfolgte erst im 6. Jahrhundert n. Chr. unter Kaiser Justinian I. (536 n. Chr.) Der Patriarch von Alexandria war wahrscheinlich die treibende Kraft für die Schließung. Vermutlich wollte er sich auf diese Weise profilieren. Die Priester mussten die Insel verlassen und der Säulensaal des Isis-Tempels wurde  in eine dem heiligen Stephan geweihte Kirche umgestaltet. Lt. den datierten Inschriften wird der Bischof Theodorus von Philae, der ca. ab 525 bis mindestens 577 n. Chr. amtierte als Leiter für den Kirchenbau genannt. Außer der in den Pronaos des Isis-Tempels eingebauten dreischiffigen Stephanskirche gab den geringen archäologischen Resten nach zu urteilen, fünf oder sechs weitere Kirchen, deren Bauzeiten in das 6. bis 8. Jahrhundert zu datieren sind.

Die pharaonischen Gebäude wurden teilweise in christliche Kirchen umgewandelt. So wurde auch der Säulensaal des Isis-Tempels in eine dem heiligen Stephan geweihte Kirche umgestaltet. Es wurden Kreuze an den Türpfosten angebracht, die Abbilder der alten Götter wurden brutal ausgemeißelt und man verbrachte die Tempelstatuen nach Byzanz (Konstantinopel). Nur die Hymnen und Gebete an Isis, die fromme Pilger in die Tempelmauern kratzten erinnern an den Isis-Kult. Die späteste demotische Inschrift konnte ins Jahr 452 datiert werden und die letzte griechische Inschrift stammt aus den Jahren 456/57 n. Chr.

Vergleichbar langlebig verlief dann die christlich-koptische Geschichte Philaes. Bis weit über die im 7. Jh. erfolgte Islamisierung Ägyptens hinaus bestand hier eine koptische Gemeinde. Die letzte koptische Bauinschrift stammt aus dem Jahre 753. Erst zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert ist auf Philae die christliche Ära zu Ende gegangen.

Die Tempel auf Philae
- nach der Versetzung auf die Insel Agilkia -

 

     Philae vom Wasser aus gesehen
In der Bildmitte das Geburtshaus, rechts der 1. Pylon, links der 2. Pylon. Rechts vor dem 1. Pylon das Nilometer von Philae.
Bild:    TheTempelofPhilaeonAgilika-Island
Autor:  Ivan Marcialis from Quartucciu,Italy
Lizenz: CC BY-SA 2.0

 

Philae-Tempel auf der Insel Agilkia vom Boot aus gesehen - rechts der große 1. Pylon

                   Bild: Elvira Kronlob Bild:     Isis Temple Philae2.JPG
Autor: Rèmih aus Wikipedia
Lizenz: CC BY-SA 3.0

 

Pavillon des Nektanebos I:

Im allgemeinen steht während einer Nilkreuzfahrt mit Besichtigung der Insel Philae als erste Station nach der Bootsanlegestelle der Pavillon oder Kiosk des Nektanebos I. auf dem Programm der Reiseleiter. Der Tempel trägt den Namen des Nektanebos außer die Ostseite der nordwestlichen Ecksäule, die als Inschrift den Namen eines Ptolemaios nennt.

Auf der westlichen Außenseite der westlichen Säulenreihe steht lt. der Lepsius-Expedition am Architrav eine Dedikationsinschrift an Isis, die Inschriften der Säulen nennen aber Isis und Hathor. (LD III. 285 a). Lepsius führt dazu aus, dass dieses Architravstück, das sich über den beiden nördlichensten Säulen befand von der Expedition nach Berlin mitgenommen wurde. (Nr. 1509)

König Nektanebos I. aus der 30. Dynastie (380–362 v. Chr.) ließ eine Aufgangstreppe an der Südspitze der Insel und eine Barkenstation hoch über dem Nil errichten. Der Bau hat sich bis zum heutigen Tag gut erhalten und stellt den ältesten heute noch aufrecht stehenden Bau des Tempelkomplexes dar. Der aus Sandstein bestehende Bau misst 15 m in der Länge und 8 m in der Breite. 

Der Tempel war nicht - wie Champollion fälschlicherweise behauptete - der Göttin Hathor, sondern den Göttinnen Isis und Hathor gemeinsam geweiht. Lepsius (Insel Philae, S. 130) führt dazu aus, dass es so aussieht, als ob die Westseite hauptsächlich der Göttin Isis und die Ostseite der Göttin Hathor geweiht wären. Der Tempel besteht aus nur einer Säulenhalle, deren Säulen unten durch niedrige Interkolumnienmauern (Zwischenwände) verbunden sind. Anmerkung von Lepsius dazu: "Die 4. am Fluss gelegene Seite existiert jetzt wenigstens nicht mehr" (1844).

Es handelt sich um einen kleinen, eleganten 14-Säulen Portikus, dessen Kapitelle der Säulen schon so mannigfaltig sind, wie später in der Ptolemäerzeit. Sie sind aus verschiedenen Blumen zusammengesetzt ebenso wie mit kleinen gerankten Voluten - wie z. B. an der nördlichsten Ecksäule (siehe LD III. 285 a), doch befindet sich hier kein Palmenkapital darunter. Über den Kapitellen stehen Hathorköpfe mit kleinen "Tempelchen", auf denen der Architrave ruhen.

Der rechteckige Portikus war den Göttinnen Isis und Hathor geweiht. Der Pavillon des Nektanebos wurde ursprünglich an einer bislang unbekannten Stelle erbaut und gelangte erst in der Römerzeit an seinen heutigen Standort.

Bild:     Nectanebo temple Philae.JPG
Autor:  Rèmih
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Bild:     AgilkiaNektaneboskiosk01
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz: CC BY-SA 3.0

 

                                                                       Vestibül des Nektanebos I. Kiosk
Bei dem Bau, der wohl Teil eines von Nektanebos I. entwickelten Gesamtkonzepts für die Inselbebauung war,  fallen vor allem die zierlichen Kompositkapitelle mit Hathorköpfen auf,
die durch niedrige Mauern verbunden sind. 

Bild:    Vestibule of Nectanebos I
Autor:  Dennis Jarvis
Lizenz:  
CC BY-SA 2.0
                          (Bild: Elvira Kronlob)

An der Südseite (Kaimauer) vor dem Bau wurden im zweiten Jahrhundert v. Chr. unter Ptolemaios VIII. zwei Obelisken aufgestellt. Der östliche der beiden Obelisken wurde 1819 von Giovanni Battista Belzoni abtransportiert und dem Archäologen William John Bankes überlassen, der auf ihm die Kartuschen der Kleopatra las und so einen ersten Beitrag zur Entzifferung der Hieroglyphen leistet, die dann später endgültig durch Jean-Francois Champollion entziffert wurden. Der Monolith, der aus einem 6,60 m hohen Granitblock besteht, befindet sich heute noch im Besitz der Familie Bankes in Dorsetshit, England. 

An der Südseite (Kaimauer) vor dem Bau wurden in späterer Zeit zwei kleine Obelisken aufgestellt. Der östliche, nicht mehr insitu vorhandene Obelisk, befindet sich immer noch im Besitz der Familie Bankes und steht heute im Park des Kingston Lacy House, Dorset, England
                                                                          (Bilder: Elvira Kronlob)

 

  Opfergabe an Isis und Hor-pa-chered

Relief auf einer der Interkolumnienmauern am Kiosk des Nektanebos I. vor dem Isis-Tempel von Philae
Bild:        Agilkia Nektaneboskiosk 14.JPG
Urheber:  Olaf Tausch
Lizenz:      CC BY 3.0
Auf einer der niedrigen Schrankenwände, welche die Kompositkapitelle mit Hathorköpfen miteinander verbinden, befindet sich ein Relief des Kindgottes Hor-pa-chered. Dieses ist die einzige Darstellung für den Kindgott, die bislang in einem Tempel aus einer Zeit vor den Ptolemäern gefunden wurde. Auf diesem Relief bringt König Nektanebos I.  der thronenden Göttin Isis und ihrem hinter ihr stehenden Kind Hor-pa-chered ein Speiseopfer dar.

Hor-pa-chered wird hier ikonographisch als nackter Kindgott mit Doppelkrone und Jugendlocke dargestellt. Er hält in der linken Hand ein Anch-Zeichen und mit der rechten Hand fässt er sich an den Mund.

 

     Der König wird geleitet von Horus und Khnum zu Isis.
                      - Innere
Interkolumnienmauern -
Der König opfert Weihrauch u. libiert vor Osiris-Onnophris,    Isis und Harsiese.
                      - Innere Interkolumnienmauern -

Bilder: mit freundl. Genehmigung: Elvira Kronlob, Engelskirchen

 

Der König verlässt den Palast m. d. sem–Priester u. Standart. 
                            - Innere Interkolumnienmauern -

      Der König wird gereinigt von Horus und Thot
                     
- Innere Interkolumnienmauern - 
Bild:        Agilkia Nektaneboskiosk 05.JPG
Urheber:  Olaf Tausch
Lizenz:      CC BY 3.0

Bilder: mit freundl. Genehmigung: Elvira Kronlob, Engelskirchen

 

Der König opfert die Maat vor Amun–Re und Mut 
                  - Innere
Interkolumnienmauern - 

     Der König opfert einen Halskragen vor Osiris-Onnophris
                                           und Isis
                 - äußere Interkolumnienmauern -
Bild:        Agilkia Nektaneboskiosk 15.JPG
Urheber:  Olaf Tausch
Lizenz:      CC BY 3.0

Bilder: mit freundl. Genehmigung: Elvira Kronlob, Engelskirchen

Auf dem Architrav der Westseite befindet sich eine Weiheinschrift an Isis. Inschriften der Säulen nennen aber Hathor und Isis. Die Planung Nektanebos I. sah auf Philae außer dem Eingangspavillon eine Prozessionsstraße und einen großen Tempel mit Eingangspylon vor. Verwirklichen konnte er aber außer dem Zugangsbereich anscheinend nur noch den Tordurchgang des 1. Pylons.

*

Dromos (offener Hof) 
- mit Kolonnaden und kleinen Tempeln -

 

                 Großer Hof vor dem Isis-Tempel
- links und rechts wird er durch Kolonnaden begrenzt - 

Großer Hof (Dromos)
vor dem Isis-Tempel - Wasserseite

  Bild mit frdl. Genehmigung:  Tine Erl, Nabburg                             Bild: Elvira Kronlob

Hinter dem Portikus des Nektanebos I. befindet sich ein großer offener Hof (Dromos) der östlich und westlich von zwei Säulengängen begrenzt wird und im Norden von dem großen Pylon des Isis-Tempels abgeschlossen wird. Im vorderen, südlichen Bereich des Hofes befand sich auf der versunkenen ursprünglichen Philae-Insel im Boden ein antikes Nilometer, das zur Messung des Nilpegels gedient hatte.

Blick von der östlichen Kolonnade auf den Hof (linkes Bild). Gleich hinter dem Säulengang im Osten schließen sich der Tempel des Arensnuphis und die Kapelle des Mandulis  - beide waren nubische Gottheiten - an, sowie der Tempel für den Tempel des Asklepios-Imhotep, der aus der Zeit des Ptolemaios II. stammt.
                      Bild: Elvira Kronlob

Bild: Elvira Kronlob

Die beiden Kolonnaden wurden von den römischen Kaisern Augustus und Tiberius errichtet. Die östliche Säulenreihe blieb mit 16 Säulen unvollendet. Von dieser Seite aus führen mehrere Ausgänge zu verschiedenen Heiligtümern, von denen aber nur noch das nördlichste gut erhalten ist.

Tempel des Imhotep:

 

                             Tempel des Imhotep - hinter der östlichen Kolonnade
- angelegt in der Zeit des Pharao Ptolemaios II. -
vor dem ersten Pylon des Isis-Tempels von Philae auf der Insel Agilkia, Ägypten

Bild:      Agilkia Imhoteptempel 01
Autor:   Olaf Tausch
Lizenz: 
CC BY 3.0
Bild:      Agilkia Imhoteptempel 04
Autor:   Olaf Tausch
Lizenz: 
CC BY 3.0

Nördlich der östlichen Säulenreihe befindet sich nahe des 1. Pylons, etwas nach hinten versetzt, ein kleiner Tempel aus der Zeit Ptolemaios II. für Asklepios-Imhotep, dem zum Gott erhobenen Architekten und Arzt Imhotep aus der Zeit König Djoser. Oben an der Tür über der Hohlkehle mit der geflügelten Sonnenscheibe befindet sich eine griechische Dedikationsinschrift (Weiheeinschrift) von Ptolemaios V. Epiphanes und seiner Gemahlin Kleopatra an den Gott Asklepios-Imhotep.

                    Türsturz darüber die Hohlkehle mit geflügelter Sonnenscheibe im Tempel des Imhotep

Auf dem Türsturz befindet sich eine Doppelszene. In der linken Szene opfert der König Wein vor dem Gott Ptah, Thot von Schmun, dessen Heimat die Stadt Wenu ist (Wenu = Schmun, griech.: Hermopolis, die Stadt der Achtheit  o. ä. Gau XV), Imhotep und einer Göttin. In der rechten Szene opfert er Weihrauch vor Osiris, Isis, Chnum-Re und Hathor. Die Qualität dieser Inschriften und Reliefs ist von mäßiger Qualität.
                                                          (Zeichnung: Lepsius IV. Blatt 18)

Auf den Torpfosten (ohne Bild) befinden sich jeweils drei Register, in denen der König Ptolemaios V. vor den Göttern erscheint. Auf dem linken Pfosten betet dieser König oben den Imhotep, darunter Osiris und zuunterst Isis an, während er oben auf dem rechten Pfosten den Gott Osiris, darunter Isis und ganz unten Imhotep anbetet.

Auf den Flächen links und rechts der Torpfosten befinden sich jeweils zwei Register in denen der König vor Gottheiten opfert. 

     Relief links vom Torpfosten - oberes Register
Linkes oberes Register:
Der König opfert vor dem thronenden Imhotep -  hinter dem Gott stehen zwei Göttinnen (?) (Joachim F. Quack in Sokar 27/2013 schreibt:....König Ptolemaios V. opfert vor Imhotep, seiner Mutter Chereduanch und seiner Schwester Renpet-neferet)
Der König trägt über der Perücke mit Diadem eine Kompositionskrone. Sie besteht aus Hörnern,  Sonnenscheibe, zwei Straußen-Federn und zwei Uräen. Zwischen König und Gottheiten befindet sich ein Opferständer, auf dem sich ein Libationsgefäss und Lotusblumen befinden.

Linkes unteres Register (ohne Bild): der König verbrennt Weihrauch vor dem stehenden Imhotep. 
                     (Zeichnung: Lepsius IV., Bl. 18)

 

Relief rechts vom Torpfosten - oberes Register   
Der König opfert Brot verschiedener Formen vor den thronenden Göttern Chnum, Satis und Anukis. Er trägt über der Perücke die dreifache Pflanzenbündelkrone (ägypt.: Hemhemet). Zwischen König und Gottheiten befindet sich ein Opferständer, auf dem sich ein Libationsgefäss und Lotusblumen befinden. 

                   (Zeichnung: Lepsius IV., Bl. 19)

Im rechten unteren Register opfert der König die Maat vor den stehenden Göttern Osiris-Onophris, Isis und Imhotep (ohne Bild). An der Basis dieser Wand befinden sich eine Darstellung des Marschlandes. 

Auf dem inneren Türpfosten (in der Türlaibung) stehen alle 5 Namen des Königs und die seiner Gemahlin Kleopatra. 

*

Tempel des Arensnuphis

Den südlichen Abschluss der Säulenreihe auf der östlichen Seite bilden die Reste des Tempels des Arensnuphis-Dedun, eine eher wenig bekannte nubische Gottheit, der hier als Gefährte der Isis verehrt wurde und dessen Tempel unter der Regierung des meroitischen Königs Argamani und dem Pharao Ptolemaios V. angelegt wurde. 

                   Tempel des Arensnuphis-Dedun, 
angelegt durch den meroitischen König Arqamani und den Pharao Ptolemaios V.
                     Tempel des Arensnuphis-Dedun
Blick auf die innere Rückwand der Umfassungsmauer - mit Darstellungen in 4 Registern - der König (Tiberius) opfert vor den Göttern (Details siehe nächste Bilder)

Bild:      Agilkia Arensnuphistempel
Autor:   Olaf Tausch
Lizenz: 
CC BY 3.0

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen

 

Tempel des Arensnuphis-Dedun
Blick auf die innere Rückwand der Umfassungsmauer - mit Darstellungen in 4 Registern - der König (Tiberius) opfert vor den Göttern 

Bild: mit freundlicher Genehmigung Andrej Deev aus Flickr-Album
(alle Rechte liegen bei Andrej Deev)

 

                                   Tempel des Arensnuphis in der östlichen Kolonnade - inneren Umfassungsmauer
2. Register von oben:
von links nach rechts:  - (PM VI. 53-54) 
König Tiberius opfert einen Halskragen vor der Göttin Sachmet,
Tiberius opfert Natron vor Thot;
König Tiberius opfert Myrre vor den Göttern Shu und Tefnut;
dahinter - nicht im Bild:
der König Tiberius vor zwei sitzenden Gottheiten (Darstellung teilweise zerstört)
                                                                     (Bildausschnitt: Elvira Kronlob)

 

                                   Tempel des Arensnuphis in der östlichen Kolonnade - inneren Umfassungsmauer
3. Register von oben:
von links nach rechts:  - (PM VI. 53-54) 
König Tiberius opfert die "Feldhieroglyphe" vor Isis;
Tiberius opfert den Uräus vor Horus;
Tiberius opfert Brot vor Osiris und Isis;
Tiberius opfert Weihrauch vor Arensnuphis und Tefnut;;
die letzte Szene ist teilweise zerstört - der König steht vor einer Göttin
                                                                             
(Bildausschnitt: Elvira Kronlob)

                            Tempel des Arensnuphis - Details
                  - Innere Umfassungsmauer - Rückwand -
3. Register von oben: der König Tiberius opfert Brote 
vor den Göttern Osiris und Isis - hinter ihm steht Horus
                                       (Bild: Elvira Kronlob)

                       Tempel des Arensnuphis - Details
                  - Innere Umfassungsmauer - Rückwand -
3. Register von oben: Tiberius opfert Weihrauch vor den Göttern Arensnuphis und Tefnut  (lt. PM 53-54)
                               (Bild: Elvira Kronlob)

 

Tempel des Arensnuphis-Dedun
 - Nordwand mit 3 Register nach PM 51-52 -
(Bilder: Elvira Kronlob/bearbeitet von Nefershapiland)

Von Links nach rechts: 1. Register von oben, 1. von 5 Szenen
Tiberius opfert Embleme der Macht vor Osiris, Isis u.Horus 
 Tiberius opfert Krone 





Von Links nach rechts: 1. Register von oben,
2. v. 5 Szenen: Tiberius opfert die Kronen Ägyptens vor Horus, Nephtys und Wepset
3. Szene: Tiberius opfert eine Lotusblume vor Isis;
4. Szene: (nicht im Bild) Tiberius anbetend vor den Göttern
                Chnum, Sothis (lt. PM sic. = verschrieben) 
                und Anukis
5. Szene: teilweise zerstört/der König steht vor Shu und
                Tefnut

 

                            Tempel des Arensnuphis-Dedun - innere Umfassungsmauer
                                   - Nordwand mit 3 Register nach PM 51-52 -
2. Register von oben: - von links nach rechts:
1.Szene:
Tiberius opfert Spiegel vor den Göttern Isis, Hathor und Harpokratis;
2. Szene: Tiberius opfert Wein vor Arensnuphis, Thot und einer Göttin (zerstört):
es folgen lt. PM zwei zerstörte Szenen
5. Szene: der König vor Horus (?)
                                          (Bildausschnitt: Elvira Kronlob, Engelskirchen)

 

                                        Tempel des Arensnuphis-Dedun - Innere Umfassungsmauer
                                           - Nordwand mit 3 Register nach PM 51-52 - (9 Szenen)
3. Register von oben: - von links nach rechts:
Das 3. Register beginnt mit einer Hymne an den Gott Arensnuphis (?)
1. Szene: (nicht im Bild): König verlässt den Palast - vor ihm sind Standarten und ein Imutef-Priester
2. Szene: König wird gereinigt von Thot und Horus;
3. Szene: König wird gekrönt von Buto und Nechbet 
4. Szene: König wird geleitet von Atum (?) und Horus vor einem Gott;
5. Szene: (nur noch der König im Bild - Details siehe Bild unten) Er steht vor Osiris und Isis;
6. Szene: (nicht im Bild) König opfert vor einer Göttin und einem Gott (lt. PM) - Köpfe sind zerstört
7. Szene: (nicht im Bild) König opfert "victims" (Opfergaben) vor zwei Göttern (zerstört)
                 und steht vor einem Gott
8. - 9.  Szene: (nicht im Bild) sind im oberen Teil zerstört.
                                                          (Bildausschnitt: Elvira Kronlob, Engelskirchen)

 

Tempel des Arensnuphis-Dedun
- Detailbilder an der Nordwand -
(Bilder mfG Elvira Kronlob)

Nordwand: 3. Register von oben: - 2. Szene -
der König wird gereinigt von Thot und Horus.
Nordwand: 3. Register von oben - 5. Szene
Der König (nicht im Bild) steht vor den Göttern 
Osiris und Isis

*

Eine weitere kleine Kapelle befindet sich östlich hinter der 16-Säulen Kolonnade und wurde wahrscheinlich unter dem römischen Kaiser Augustus errichtet und dient dem Kult der nubischen Gottheit Mandulis

*

Der westliche Säulengang des Dromos (an der Fluss-Seite) hat eine Länge von 93 m. Seine Decke wird gestützt von 31 (vormals 32) Pflanzensäulen von über 5 m Höhe, deren schöne Kapitelle reich variiert sind. Sie unterscheiden sich jeweils von denen der anderen Seite und auf ihren Schäften sind die römischen Kaiser Tiberius und Augustus beim Opfer vor den Göttern dargestellt. 

Westlicher Säulengang des Dromos - mit über 5 Meter hohen Säulen

Bild:     Temple at Philae Colonnade on the west side
Autor:  Kairoinfo4U by Flickr-Alburm
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0
                 
Bild:     Temple at Philae Colonnade on the west side 1
Autor:  Kairoinfo4U by Flickr-Alburm
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Zwischen den Säulen 9 und 10 befinden sich am Architrav zwei geflügelte Sonnenscheiben; die Unterseite des Architravs wurde von Tiberius beschrieben. An den Deckplatten befinden sich Geier anstatt der Sterne - darin erkennt Lepsius einen Eingang. 

Auf der Wand hinter den Säulenkolumnen befinden sich im oberen Register drei Szenen (PM 23-25) auf denen Kaiser Nero zwei Udjat-Augen an Haròeris, Sennuphis (griech. Form von Tasent-neferet) und Harpocrates und Wein an Sobek und Horus opfert (LD IV. 80a). Rechts davon bringt Kaiser Claudius ((LD IV. 77c) den Gott "Heh" für die Götter Sobek, Hathor und Chons dar (PM S. 208, Nr. 23-25). In weiteren Szenen neun Szenen (PM 26-34) bringt Kaiser Tiberius ein Tieropfer für die Götter Osiris, Isis, Horus, Amun-re und Thot dar, während Augustus ein Menat für die Götter Isis, Hathor und Harsièsi und Tiberius ein Udjat-Auge an Osiris und Isis darbringt und im Verehrungsgestus vor Osiris-Onnophris, Isis, einem weiteren Gott, dessen Kopf zerstört ist, Thot und Tefnut steht. Es folgen dann im unteren Registerd weitere Szenen (PM 23-25 und 26-35) in denen ebenfalls die Kaiser Tiberius und Augustus mit Opferdarstellungen vor verschiedenen Gottheiten dargestellt sind. 

Westlich der Kolonnade sind Reste der alten Umfassungsmauer erhalten, von der aus man zum Nil hinabsteigen konnte.

Westliche Kolonnaden mit 31 Pflanzensäulen, die eine Höhe von über 5 Meter besitzen und mit reich dekorierten Kapitellen
Bild:    Philae 08, westliche Kolonnade
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

 

I. Pylon vor dem Isis-Tempel:
- Vorderansicht und Durchgänge -

Die beiden Kolonnadenreihen des offenen Hofes waren so angelegt, dass sie in Richtung des großen Isis-Tempels auseinander führten und damit in ihrem Zentrum den Blick auf das Eingangstor freigaben. Dieses Tor stammt aus der Zeit Nektanebos I und befindet sich zwischen den beiden großen Türmen des 1. Pylons, welche - lt. Gerhard Haeny in BIFAO 85, S. 212 - definitiv in einer späteren Zeit als das dahinter liegende Mammisi erbaut wurden. 

Die beiden 18 m hohen Türme des 1. Pylon

Der schmale Eingang im westlichen Pylon führt in das dahinter befindliche Mammisi (Geburtshaus) von Ptolemäus VI.

In der Mitte zwischen den beiden Türmen befindet sich das Eingangstor aus der Zeit des Nektanebos I:

In der senkrechten Mauereinbuchtung, die sich auf beiden Pylon-Türmen befindet, war eine der hohen Fahnenstangen angebracht, welche - angelehnt an den Pylon - das Bauwerk überragten und eine Fahne trugen.,

Bild:     Flickr - archer 10 Egypt-6A-025
Autor: Dennis Jarvis from Halifax Canada
Lizenz: 
CC BY 2.0

Bevor die zwei Türme des großen Pylon erbaut wurden, muss das Tor von Nektanebos I.  als Teil eines Baukomplexes aus früherer Zeit, der heute verschwunden ist, mit dem Mammisi durch Backsteinmauern verbunden gewesen sein, von denen allerdings heute keine Spuren mehr vorhanden sind.

Zeichnung: Lepsius LD III. 286 a

Mitteltor des Großen 1. Pylons des Isis-Tempels

Auf dem mittleren Tordurchgang im 1. Pylon befinden sich Darstellungen von Nektanebos I. (lt. PM)

Türsturz mit einer Doppelszene 
(links außen):  Nektanebos verbrennt Weihrauch vor Isis,
(links innen):    Nektanebos im Kultlauf mit
                          Flagelum vor Osiris-Onnophris und Isis,
(rechts außen): Nektanebos verbrennt Weihrauch
                           vor Nepthtys,
(rechts innen):   Nektanebos im Vasenlauf vor Chnum 
                           und Hathor

Torpfosten außen - 3 Register - linke Seite:
1. Reg.:  Nektanebos mit der Oberägyptischen Krone
                opfert eine Wasseruhr (?) vor Nechbet
2. Reg.:   Nektanebos mit der Atefkrone opfert zwei
                Sistren vor Tefnut
3. Reg.:   Nektanebos I. mit der Atefkrone steht mit
                Keule und Stab in der Hand vor Hathor.
                  

Torpfosten außen - 3 Register - rechte Seite:
1. Reg.:  Nektanebos mit der Unterägyptischen Krone
               opfert Lotus vor Buto
2. Reg.:  Nektanebos mit der Doppelkrone opfert Pflanzen
               (?) vor Sachmet
3. Reg.:  Nektanebos mit der Atefkrone steht mit Keule
               und Stab in der Hand vor einer Göttin

 

                 Der mittlere Tordurchgang - erbaut im Auftrage des Königs Nektanebos I. und die große Plattform

Vor dem 18 m hohem 1. Pylon und seinem Eingangsportal ragten einst zwei Obelisken auf von denen nur noch die linke Basis insitu verblieben ist. Sie wurden ebenso wie die große Plattform vor dem ersten Pylon, die durch Stützmauern ihre heutige Form erhielt, in den letzten Jahren König Ptolemaios VIII. Euergetes II. (griech. für "Wohltäter" 180 v. Chr. - 116 v. Chr.) hier aufgestellt. Die Priester stellten die beiden Granitobelisken aus Dank für die ihnen von Euergetes II. gewährten Wohltaten auf. Der östliche der beiden Obelisken wurde zwischen
1819 bis 1830 nach Großbritannien gebracht, wo er noch heute in den Gärten von Kingston Hall, Dorsetshire in England steht.

Auf dem mittleren Hauptportal befinden sich die Kartuschen von Nektanebos I  Dieses Portal war ursprünglich Teil eines Baukomplex aus früherer Zeit, der heute verschwunden ist. Vor dem Portal sitzen zwei Granitlöwen - Abbilder des Sonnengottes - die nicht in typischer liegender Haltung dargestellt sind, sondern mit aufgerichtetem Oberkörper den Tempelzugang bewachen. 

Rechts und links neben dem Haupteingang befinden sich große Darstellungen der Göttin Hathor. Auf der linken Seite hält die Göttin ein Uräus-Szepter mit kleinen Figuren der Hathor und des Gottes Ha in der Hand. 
(PM VI, S. 214 Nr. 76). 

Bild:    Agilkia Isis-Tempel Eingang1
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

Bild:    AgilkiaPhilae07
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

Im Inneren des großen Mitteltores befinden sich auf beiden Seiten Darstellungen. Auf der westlichen Seite erhält der König Leben durch Amun-Re,  darunter bringt er der Göttin Mut eine Wasseruhr (?) und Trauben an den Horus von Edfu dar. Im Mittelfeld bringt er ein Weihrauchopfer dar und libiert vor Osiris-Onophris und Isis; darunter steht er mit einem Heka-Stab und einem Sechem-Szeper vor einem Opfertisch hinter dem die Göttin Isis steht - darunter befindet sich eine Inschrift (LD III. 286 b)

Auf der inneren Ostseite des Mitteldurchgangs befinden sich folgende Darstellungen in drei Register:
Der König erhält Leben von Re-Harachte, darunter opfert er ein Menit und ein Sistrum an Hathor und opfert Milch an Horus. Das mittlere Feld ist lt. Lepsius ohne Hieroglyphen - dort befindet sich jetzt die Inschrift eines Generals der ersten französischen Expedition unter Napoleon aus dem Jahr 7. Früher schlug hier die Tür an, die nur einen Flügel hatte. Im letzten Register erhält der König Leben durch Thot und steht vor Isis; unten opfert er Weihrauch vor Harsiese und libiert. Auf beiden Seiten befinden sich auf der Basis Darstellungen von Nilgöttern, darüber zwei Reihen mit Inschriften.

*

Während die Türme des 1. Pylons aus der Zeit Ptolemaios II. stammen, zeigen die auf ihm angebrachten Reliefs den späteren König Ptolemaios XII. dar, wie er vor Isis, Hor-pa-chered (Horus), Nephthys und Hathor Opfer darbringt und seine Feinde niederstreckt.

           Detail der linken (westl.) Fassade des 1. Pylon

Im unteren Register des westlichen Pylonflügels schlägt Ptolemaios XII. eine Schar Feinde nieder.

 

 

 

 

 

                Detail der rechten Fassade des 1. Pylons

Rechts vom Haupteingang befinden sich auf der östlichen Fassade großformatige Darstellungen. Der falkenköpfige Gott Horus mit der Krone Ober- u. Unterägyptens steht zwischen den Göttinnen Hathor und Isis. Rechts vor ihnen (nicht im Bild) befindet sich die typische "Erschlagen der Feinde" Szene durch den König. Die unter Neos Dionysos (um 80 v. Chr.) geschaffene Silhouette der schönen Göttin Hathor erschien den Kopten zu sinnlich und wurde unter einer dicken Schicht Putz verborgen, als das Heiligtum in eine Kirche verwandelt wurde. Die Mönche gravierten in griechischen Schriftzeichen christliche Texte ein, die heute noch erkennbar sind.
                (Bild: Elvira Kronlob) Bild:     Egypt-6A-026 1. Pylon   (Bildausschnitt)
Autor:  Dennis Jarvis from Halifax Canada
Lizenz: 
CC BY 2.0

Unter den ptolemäischen Königen Ptolemaios II. und Ptolemaios III. erfolgte ein weitgehender Umbau und eine Erweiterung des Tempelkomplexes. Unter ihnen erfolgte der Bau der beiden Tempelpylonen, der Vorhof am Mammisi und das Hypostyl (Säulensaal) des großen Isis-Tempels. 

                       1. Pylon von Philae
                        - Östlicher Turm - 

Der 1. Pylon mit einer Gesamtbreite von 45,50 m und einer Höhe von 18 m zeigt auf dem östlichen Turm im unteren Register im versenkten Relief die symbolische "Erschlagen der Feinde Szene" durch den König Ptolemaios XII. unter den Augen der Götter Hathor und Horus, dazwischen die Vertiefung für einen Flaggenmast. Die beiden Götter stehen hinter der Göttin Isis, die vor Ptolemaios XII. Neos Dionysos steht. Die Szene befindet sich jenseits des quer zum 1. Pylon stehenden Torbaues von Ptolemaios II. Philadephos und greift im 90°-Winkel auf diesen über. 

Zeichnung: Lepsius IV. Bd. 18

Das obere Register des östlichen Pylonturmes zeigt Opferszenen König Ptolemaios XII.  wobei die Göttinnen Isis und Hathor in absolut identischer Gestalt auftauchen und nur durch ihr Attribut (Isis mit zusätzlicher Thronhieroglyphe, Hathor lediglich mit Kuhgehörn und Sonnenscheibe dazwischen auf dem Kopf) voneinander unterschieden werden können.
An der Basis des rechten Pylonturms befindet  rechts und links (hinter dem Tor des Ptolemaios II.)   (PM 77-78; 79; 80-81) Darstellungen. Hinter dem Königs befindet sich eine weibliche Gottheit. Des weiteren befinden sich hier Darstellungen der Ka`s des Gottes Re, ein Nilgott und 5 weitere Figuren, welche die Produkte ihrer Länder (Gold und Edelsteine) vor den Göttern Osiris-Onnophris, Isis und Harsiesi  präsentieren. 

 

                       1. Pylon von Philae
                       - Westlicher Turm -

Im oberen Register des westlichen Turms steht im linken Teil der König vor den Göttern Osiris-Onophris und Isis und opfert einen Spiegel, während er in der rechten Darstellung vor den Göttern Isis und Horus steht und ein Menit opfert.  

Im unteren Register ist der König beim Erschlagen-der-Feinde vor der Göttin Hathor dargestellt. Die Göttin hält ein Uräus-Szepter in ihren Händen. Die Szene wird durch die Tür in der Mitte des Pylons unterbrochen. Links vor der Göttin befinden sich zwei Register mit kleinformatigen Darstellungen der Götter Hathor und Heh - beide strecken dem König mit ihrer rechten ausgestreckten Hand ein Messer entgegen.

 

Zeichnung: Lepsius IV. Bd. 52

An der  Basis des westlichen Pylonturmes befinden sich weitere Darstellungen: rechts von der Tür steht der König mit Opfergaben vor Isis, Hathor u. Harpocrates. Hinter dem König folgt die unterägyptische Buto und eine Prozession von Nil- und Gaugöttern. Auf der Basis links von der Tür (unter der Erschlagen-der-Feinde Szene) setzt sich die Prozession der Götter fort.

Neben dem älteren Hauptportal zwischen den beiden Pylonen befindet sich im Westpylon (linker Turm) ein Seiteneingang, der in das  Geburtshaus von Ptolemaios VI. und den späteren Herrschern führt. Das "Mammisi" (Geburtshaus) ist ähnlich aufgebaut wie in Dendera und Edfu, steht hier aber etwa auf derselben Achse wie der Haupttempel.

Auf dem linken Tordurchgang im westlichen 1. Pylonturm befinden sich Darstellungen von Ptolemaios VI (lt. PM VI. - Oberägypten)

Türsturz mit Doppelszene: - mit jeweils 2 Szenen:
Szenen linke Seite:
linke Szene:  Ptolemaios VI.
opfert Milch vor Harpocrates;
                       dem König folgt Kleopatra II.;
rechte Szene: der König opfert Wein vor dem thronenden Osiris
                        und Isis.
Szenen rechte Seite:
rechte Szene:  Ptolemaios VI. opfert Milch vor Harpocrates -
                         hinter ihm folgt Kleopatra II.;
linke Szene:    der König opfert Wein vor den thronenden
                        Göttern Chnum und Hathor.

Linker Torpfosten: - mit 4 Registern -
1. Register: Ptolemaios VI. opfert die Maat vor Amun-Re und
                     Mut.
2. Register: Der König opfert ein Tablett vor den Göttern Thot
                     und Sachmet.
3. Register: Der König steht vor dem Prinzen von Buhen (lt. Porter
                     und Moss) und Nephtys.
4. Register: Der König bringt Opferspeisen dar vor Osiris-Onophris
                     und Isis

Rechter Türpfosten: - mit 4 Register -
1. Register:  Ptolemaios VI. opfert ein Gefäß vor Chnum
                      und Satis (?)
2. Register:  Der König opfert die Figur einer Sphinx 
                      (zerstört), die einen Salbkrug hält - vor Shu
                      und Tefnut
3. Register:  Der König opferst ein Udjet-Auge vor
                      Horus und Hathor
4. Register:  Der König opfert Brot vor Osiris-Onophris
                      und Isis.

                           Zeichnung nach Lepsius Abt. IV. Bl. 24
An der Basis beider Torpfeiler befinden sich Darstellungen von Götterbarken.

 

                Seiteneingang am westl. Pylonturm
              
- östliche Innen-Seite mit Tür -

Der Nebeneingang im westlichen Pylonturm führt, vorbei an zwei stockdunklen Seitenräumen, zum Mammisi. Auf den beiden Wandseiten des Durchganges befinden sich auf der linken und rechten Seite mehrere Darstellungen.

 

 

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen

Durch die 18 m hohen Türme des 1. Pylons mit seinen 38 Metern Breite wurde eine Verschiebung der schon nach Osten abknickenden Achse der Tempelanlagen notwendig. Aus diesem Grund fehlen die hinteren Säulen der östlichen Kolonnade des Dromos. Auch das Nektanebos-Tor - was als eigentliches Eingangstor in das Tempelhaus dienen sollte - wie auch das unter den Ptolemäern vollendete Mammisi weichen daher auf Grund der geografischen Gegebenheiten der Insel von der Bauachse des Dromos nach Osten hin ab. Dieses trifft auch auf den dahinter stehenden Tempelbau einschließlich des  zweiten Pylon zu. 

Tor des Ptolemaios II Philadephos:

 

Der 1. Pylon vor dem Isis-Tempel
- mit dem quer davor stehenden Tor des
Ptolemaios II. Philadephos. 
Bild:     Philae temple, front view
Autor:  Darcy M from San Francisco,USA
Lizenz:  CC BY-SA 2.0

(aus Wikimedia Commons)

Quer zum Ostturm steht das ehemals in eine Ziegelmauer eingebundene Tor Ptolemaios II. Philadephos (285-246 v. Chr.) Auf der östlichen und auf der westlichen Fassade befinden sich auf dem Türsturz wie auch  auf beiden Türpfosten Darstellungen und Inschriften.

Darstellungen auf dem östlichen Türsturz des Ptolemaios II.-Tores:

Linke Seite:
1. Szene:
Ptolemaios II. opfert Weihrauch vor Anubis
2. Szene: Der König opfert Wein vor Osiris-Onophris u. Isis
Rechts: 
1. Szene: Ptolemaios II. opfert die Maat vor Horus
2. Szene:  Der König opfert Wein vor Osiris-Onophris u. Isis
Linker Türpfosten: mit drei Registern
1. Register: Ptolemaios II. opfert Weihrauch vor Hathor u. Nut
2. Register: Ptolemaios II. opfert ein Sistrum vor Wepset (?) u. Sachmet.
3. Register: Ptolemaios II. opferst Blumen vor Nephtys u. Asinoe II.
Rechter Türpfosten: mit drei Registern
1. Register: Ptolemaios II. opfert die Maat vor zwei verschiedenen
                     Erscheinungsformen der Isis.
2. Register: Ptolemaios II. opferst ein Menat vor Satis u. Anukis
3. Register: Ptolemaios II. opfert die Feld-Hieroglyphe vor Isis u. Asinoe II.
Bild:    Gateway of Ptolemy II in Philae
Autor:  Francesco Gasparetti from Senigallia, Italy
Lizenz:  CC BY 2.0
Auf der westlichen Fassade befindet sich auf dem Türsturz eine Doppelszene unterteilt in zwei Einzelszenen.
Türsturz linke Seite:
1. Szene: Ptolemaios II. steht vor dem thronenden Amun-Re
2. Szene: Ptolemaios II. im Vasenlauf vor Chnum und Hathor
Türsturz rechte Seite:
Szene 1: Ptolemaios II. vor Harsiesi
Szene 2: Ptolemaios II. im Ruderlauf vor Osiris-Onophris u. Isis
Linker Türpfosten: 
1. Register: Tiberius opfert Salbe vor dem Horus von Edfu
2. Register: Tiberius opfert Weihrauch vor Imhotep
3. Register: Tiberius steht im Opfergestus vor Isis
Rechter Türpfosten:
1. Register: Tiberius opfert Wein vor Isis
2. Register: Tiberius opfert das Udjat-Auge vor Osiris-Min-Harsiesi
3. Register: Tiberius steht im Opfergestus vor Isis und hält in der
                      linken Hand einen Stab und eine Keule

An der Basis von beiden Türpfosten befinden sich je zwei Nilgötter.

(nach Porter und Moss)

   (Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen)

 

Vor der östlichen Fassade des Ptolemaios II. Tor 
befindet sich auf einem Sockel ein sitzender Granitlöwe.

         Tor des Ptolemaios II. vor dem ersten Pylon
des Isis-Tempels von Philae auf der Insel Agilkia, Egypt 
Bild:    Agilkia Isis-Tempel 16 Löwen
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0
Bild:     PhilaeAgilkia Isis-Tempel 15
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

Durch das Mittelportal des 1. Pylons gelangt man in den Vorhof des Isis-Tempels. Im östlichen Durchgang des Portals  erinnert eine Inschrift an die Verfolgung der Mamelucken durch einen General von  Bonapart im Rahmen der napoleonischen Ägyptenexpedition im 7. Jahr der französischen Republik.

I. Pylon vor dem Isis-Tempel:
- Rückseite - 

 

                    Rückseite des östlichen Pylonturmes

Auf der Rückseite des 1.Pylons befinden sich auf beiden Türmen großformatige Darstellungen. Auf dem östlichen Pylonturm opfert im oberen Teil der König die Maat vor den Göttern Amun-Re und Mut. Des weiteren opfert er Vasen vor Chnum und Hathor. Auch im unteren Register befinden sich Opferdarstellungen. Der König opfert Milch vor den Göttern Osiris-Onnophris und Wein vor Isis.

Bild:      First pylon, Isis Temple, Philae Island, Egypt
Autor:   Remih
Lizenz:  CC BY 3.0
 Am östlichen Ende dieser Darstellungen befindet sich eine kleine Szene über dem Dach der anschließenden Kolonnade in welcher der König, gefolgt von fünf Priestern, vor Osiris-Onnophris und Isis opfert.

Weitere Opferszenen befinden sich über der Basis - hier opfert der König eine Sphinx, die ein Salbgefäß in den Händen hält, vor einer Götterprozession:  Re-Harachte, Atum, Thot, Horus von Edfu, Osiris-Onnophris, Schu, Tefnut, Geb, Nut, Isis, Harsiesi, Thot, Nephrys, Heka (?) und Tutu (?) (nach Porter u. Moss VI. 106-107). An der Basis befindet sich eine weitere Reihe von Gottheiten, die vor den Göttern Osiris und Horus stehen.

In der hofseitigen Nord-Front des östlichen Pylonmassives öffnet sich ein Tor in einen kleinen Raum mit unvollendetem Bildschmuck. Eine Treppe auf der linken Seite führt auf den Pylon hinauf.

 

                                             Westlicher Pylonturm vor dem Isis-Tempel (Rückseite)
Ebenso wie auf der vorderen Seite der beiden Pylontürme befinden sich auch auf der Rückseite großformatige Darstellungen. Das oberste Register des westlichen Turms zeigt eine Doppeldarstellung: Der König opferst die Maat vor Horus von Edfu und Hathor; der König opfert Weihrauch und libiert vor Osiris-Onnophris und Isis.
Im zweiten Register opfert der König Embleme vor Osiris-Onnophris und Isis, Blumen vor Isis und Wein vor Isis und Harpokrates. 

Auf der Basis des westlichen Pylonturmes befinden sich Darstellungen von verschiedenen Göttern.

Bild:      First pylon, Isis Temple2
Autor:   Remih
Lizenz:  CC BY 3.0
Bild:      Temple of Philae 03.jpg
Autor:  
 © Ad Meskens / Wikimedia Commons
Lizenz:  CC BY 3.0          
      Barke der Isis
Das dritte Register besteht aus einer Doppelszene, die über den kompletten Pylon-Flügel reicht und wird durch die Tür im westlichen Pylon getrennt. Auf der linken Seite wird die Barke der Hathor durch Priester getragen. Vor der Barke schreitet der weihräuchernde König. Auf der rechten Seite befindet sich eine identischen Szene, hier bringen vier Priester in langem Gewand die heilige Barke der Isis daher, auf welcher ein Schrein mit einem Bild der Gottheit steht. Über der Barke befindet sich die geflügelte Sonne.

Bild: BargePhilaed1.jpg
Autor: Barge Philae JPG:
Remih
CC BY-SA 2.5

 

2. Hof und Mammisi:

Der Hof des Isis-Tempels ist wegen der Abweichung von der Bauachse zwischen den beiden Pylonen unregelmäßig (trapezförmig) angelegt. Er wird zum zweiten Pylon hin breiter. Die nördliche Seite des zweiten Hofes bildet der 2. Pylon, die westliche ist die Seitenfront des Mammisi (Geburtshaus), die östliche wird von einem Gebäude mit einem zehnsäuligen Portikus gebildet, das entweder ein Erweiterungsbau oder eine Sakristei war. Das Gebäude hat sechs verschiedene Nebenräume, die wohl einst für kultische Zwecke gebaut wurden. Das 1. Zimmer, welches dicht am Pylon liegt, umschließt eine zu den oberen Räumen und auf die Terrasse führende Treppe, während das 3. Zimmer eine lange meroitische Inschrift und eine lange Prozession von Palmenträgern. Das 5. Zimmer beherbergte eine unter der Schirmherrschaft des Gottes Thot und der Schriftgöttin Seschat stehende Bibliothek und das 6. Zimmer war ein breiter Durchgang, der mit seinem Ost-Teil in die Umfassungsmauer eingebunden war. Die Wände tragen die Kartuschen des Tiberius, während die übrigen Teile des Gebäudes die des Neos Dionysos tragen.

              Hathor-Kapitelle

Die das Mammisi umlaufenden Säulen sind mit herrlichen Kapitellen ausgeschmückt, die mit Hathor-Sistren auf allen 4 Seiten der Kapitelle enden.

Nur diese Göttin wurde von vorn abgebildet, die Gesichter aller anderen Götter immer von der Seite. 

Bild:     HathorSommetColonne.jpg
Autor:   Élisabeth RENAULT
Lizenz:  CC BY-SA 2.0 FR

Den westlichen Bereich des zweiten Hofes nimmt das Mammisi (Geburtshaus) ein - ein schöner Bau in der Art eines Peripteros (von Säulen umgebender Tempel) mit umlaufenden Säulen. Ptolemaios VI. Philometor (180-164 und 163-145 v. Chr.) ließ an den Toren des Geburtshauses seine Kartuschen anbringen. Zur Zeit es Ptolemaios VIII. Euergetes II. wurde das Mammisi, das nun den Platz zwischen den Pylonen im Westen abschloss, um einen dritten Raum hinter dem alten Sanktuar erweitert. 

Diese Baumaßnahme stellt einen interessanten Schritt auf dem architektonischen Entwicklungsgang der Geburtshäuser vom Nebenheiligtum zu einem vollständigen Tempel dar. Dabei wurden die Säulen des Umgangs, die an der alten Rückwand gestanden hatten, entsprechend nach hinten versetzt und neue Säulen in den entstandenen Freiraum der Längsseiten eingefügt. Die Dekorationen in allen drei Räumen des Geburtshauses konnte man noch in der Regierungszeit des achten Ptolemäers fertig stellen. In diesen Darstellungen übernahm "Horus, das Kind" die Rolle der lokalen Erscheinungsform als Götterkind und Sohn der Isis und des Osiris.

Die westliche Hofseite wird von der Seitenfront 
des Mammis gebildet

  Östliche Seite des 2. Hofes mit einem 10-Säulen-Portikus
Bild:    Agilkia Isis-Tempel 17 Mammisi
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

Bilder: Elvira Kronlob, Engelskirchen

Das Geburtshaus (Mammisi) besteht aus einem Pronaos und drei Räumen in einer Flucht. Das Gebäude galt der Hathor-Isis als Mutter des Horuskindes. Durch eine Vorhalle und zwei weitere Räume erreicht man das Allerheiligtum mit den Darstellungen aus der Kindheit des jungen Horus: Der junge Gott lebt als Falke in den Deltasümpfen, wo er im Verborgenen aufgezogen wurde aus Angst vor den Nachstellungen des feindlichen Gottes Seth. Auf den Bildern im zweiten Raum wird seine Erschaffung auf der Töpferscheibe des Chnums, seine Säugung durch Isis und die Anerkennung durch die Götter, die vor dem Neugeborenen musizieren, erzählt. 

                                                           Korridor (Umgang) beidseitig des Mammisi
Bild:     Corridor beside the birth house
Autor:  Dennis Jarvis from Halifax Canada
Lizenz:
CC BY 2.0
Bild:     Philae, Umgang Mammisi
Autor:  Karen Green
Lizenz:
CC BY-SA 2.0

 

                                                                    Mammisi - zweiter Raum

Auf den Bildern im zweiten Raum wird seine Erschaffung auf der Töpferscheibe des Chnums, seine Säugung durch Isis und die Anerkennung durch die Götter, die vor dem Neugeborenen musizieren, erzählt. 

Bild:     Philae, Isis and Horus
Autor:  Karen Green
Lizenz:
CC BY-SA 2.0
Bild:     Philae, Mammisi
Autor:  Karen Green
Lizenz:
CC BY-SA 2.0

 

Ostwand innen des Mammisi des Nektanebos I. 

Chnum und Heket führen dem König zu Heka. Das Relief befindet sich in der oberen Nordecke der Ostwand des ursprünglichen Allerheiligsten dieses Mammisis. Durch ein nachtäglich eingebautes Fenster wurden Teile des Reliefs zerstört. Die Kartuschen blieben leer. Hinter Heket rollt Anubis die volle Mondscheibe heran, damit der König sich ebenso unaufhörlich erneuere wie dieses Gestirn. Ganz links sieht man noch Sachmet in einer weiteren Szene.

 

(Bild: P. Kunstgeschichte)

 

Das Mammisi (Geburtshaus) und seine Erbauer

  (Grundriss aus Leclant „ Spätzeit  u.  Hellenismus", C. Beck-Verlag, 1981)

Der Kernbau des Mammisi im 2. Hof des Isis-Tempels geht wohl auf König Nektanebos I. zurück. Der im westlichen Turm des 1. Pylon befindliche Durchgang führt direkt in das Geburtshaus. Wie schon die bekannten Mammisi in Dendera und Edfu ist das Gebäude eine peripterale Anlage mit Säulen, auf dessen Pflanzenkapitelle noch Sistrumkapitelle sitzen. 

Ptolemaios VI. Philometor hinterließ seine Kartuschen an den Toren des Geburtshauses. Auch Ptolemaios VIII. Euergetes II. baute an diesem Gebäude; die unfertigen Dekorationen wurden von Neos Dionysos weitergeführt und Kaiser Hadrian sollte es vorbehalten bleiben, abschließende Dekorationen des Hor-pa-chered auf Philae anzubringen. Dieses ist auch der letzte Beleg der Verehrung des Kindgottes Hor-pa-chered in einem ägyptischen Tempel.

Darstellung im Mammisi
 - der König wird von Thot und Horus gereinigt -
Bild:     MammisiPhilae.JPG Juni 2009
Autor: 
Remih
Lizenz:
CC BY SA 3.0
 Weitere Szenen im Mammisi wurden durch Kaiser Augustus dekoriert, darunter auch welche an den Außenwänden des Gebäudes.                                           

 

Mammisi innen: Opferdarstellungen - der König vor den Göttern

Bilder: mit freundlicher Genehmigung Andrei Deev

 

2. Pylon:

 

Blick auf den 2. Pylon mit Opferszenen des Königs (er trägt die Kartuschen Ptolemaios XII.) vor Gottheiten. 
Hauptbild linker Pylonturm: der durch den hinteren Teil des Mammisi verdeckte König vor Osiris-Onnophris und Isis. 
An beiden Türmen des Pylons befinden sich ebenso wie auf der Vorderseite Eintiefungen für die Flaggenmasten.
(Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen) Bild:     Philae-Tempel 2.Pylon Flickr-archer10
Autor:  Dennis Jarvis from Halifax Canada
Lizenz:
CC BY 2.0
In der Mitte zwischen den beiden Pylontürmen befindet sich der durch eine Treppe ansteigende Eingang zum Tempel. 

Hauptbild rechter Pylonturm:  
der König vor Horus und Hathor,
- zwischen Horus und Hathor die Eintiefungen für die Fahnenmasten -

 

 (Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen)

Vor dem östlichen Pylonturm befindet sich die von Ptolemaios VI. Philometor gegen Ende seines 24. Jahres angebrachte Dodekaschoinos-Stele auf der sich ein Dekret über die Schenkung  von Steuern aus dem 12-Meilenland and den Tempel der Isis in Philae befindet.

 

             Dodekaschoinos-Stele
Vor dem östlichen (rechten) Turm des zweiten Pylons steht ein Granitblock, der schon aus früherer Zeit vorhanden war, dessen Vorderseite geglättet und zu einer Stele umgearbeitet wurde (die sog. Dodkaschoinosstele = Zwölfmeilenland, das sich südlich ab Syene zwölf Schoinen, auch ägyptische Meilen oder Iteru genannt, entlang des Nils erstreckte).

In diesem Dekret bestätigt Ptolemaios VI. Philometor gegen Ende seines 24. Jahres (etwa 157 v. Chr.) die Schenkung der Steuereinnahmen aus dem Zwölfmeilenland an den Isis-Tempel von Philae. Vor dieser Stele befinden sich die Grundmauern einer kleinen Kapelle mit Kartuschen der Kaiser Domitian, Trajan und Hadrian. 
(Quelle: Hölbl/Ptolemäerreich S. 166)
                     Bild: Tine Erl, Nabburg

Der zweite Pylon steht schräg zur bisherigen Tempelachse und ist nur 32 m breit und 12 m hoch. Er trägt auf seiner Vorderseite wiederum den König Ptolemaios XII. Neos Dionysos bei verschiedenen Opferhandlungen vor den Göttern. Im oberen 1. Register des linken Pylonturmes opfert der König vor Horus und Isis, dahinter opfert er Nahrung vor Geb, Nut und Harsiese. Im unteren Teil weihräuchert der König vor den Opfergaben vor Osiris-Onnophris und Isis. An der Basis des linken Pylons befinden sich zwei Prozessionen: Der König opfert Natron, gefolgt von sechs Opferbringern (eine davon ist kuhköpfig) vor Osiris, Isis und Hor-pa-chered. In der zweiten Prozessionsdarstellung steht der König vor Osiris-Onnophris, Isis und Horus - ihm folgen Nilgötter, Feldgötter, fünf Standarten sowie die Seelen von Pe und Nechen. 

Auf der Vorderseite des rechten Pylonturmes opfert der König im oberen Register ein Stirnband vor Harsiese und Nephthys und weihräuchert und libiert vor Osiris, Isis und Horus. Im unteren Teil weihräuchert der König vor den Opfergaben vor Horus und Hathor. An der Basis befindet sich rechts die große Dodekaschoinos-Stele - rechts neben dieser Stele kniet der König zusammen mit der Seele von Pe. Links neben der Stele steht der König - gefolgt von Nilgöttern, Feldgöttern und fünf Standarten vor drei Gottheiten.

Einige Stufen führen hinauf zum Tempeleingang im Zentrum des zweiten Pylons. Auf dem Tordurchgang befinden sich sowohl auf der Vorderseite wie auch auf der Rückseite (Innenseite) Darstellungen. 

Sie zeigen auf der Vorderseite über dem Türsturz im unteren Teil: (nach PM 250-251)
geflügelte Geier und Kartuschen, während sich im oberen Teil vier anbetende Affen beidseitig einer geflügelten Sonne befinden. 

Auf dem Türsturz befindet sich eine Doppelszene:
Links:
der König
opfert Wein vor Amun-Re und wird beim Ruderlauf vor Osiris-Onnophris und Isis gezeigt. 
Rechts opfert er Wein vor Horus und befindet sich im hes-Vasenlauf vor den Göttern Chnum und Hathor.

Auf dem linken Türposten sind vier Szenen zu sehen:
Kleopatra II. opfert einen Halskragen vor Isis und Nechbet,
der König opfert eine Wasseruhr vor Mut und Sachmet,
der König opfert einen Spiegel vor Hathor und Tefnut,
der König opfert ein Feld vor Isis und Wepset (ausgehackt)

Auf dem rechten Türpfosten befinden sich vier Szenen:
Kleopatra II. opfert ein Sistrum vor Nephthys und Buto,
der König opfert Myrrhe vor Sothis und Anukis,
der König opfert ein Feld vor Isis und einer Gottheit (ausgehackt)

Türdurchgang Rückseite: (nach PM 258-259)
Türsturz:
Ptolemaios VII mit Kleopatra II. opfern Vasen vor Chnum-Re und Hathor,
Ptolemaios VII. mit Kleopatra II. opfern Weihrauch vor Osiris-Onnnophris und Isis.

Linker Torpfosten mit drei Register:
Register I.: der König opfert einen Krug (Gefäß) vor Schu
Register II.: der König opfert ein Sphinx-menat vor Nephthys
Register III.: der König steht vor Hathor
Rechter Torpfosten mit drei Register:
Register I.: der König opferst Brot vor Amun-Re
Register II.: der König opfert eine Wasseruhr vor Isis
Register III.: der König opfert Wein vor Isis.

Durch das Tempelportal im zweiten Pylon mit seiner Freitreppe kommt man in einen sehr kleinen Innenhof mit einem Säulenatrium - eine in der Mitte nach oben offene Säulenhalle mit zehn ehemals bemalte Säulen, wobei die früheren Farben weitgehend durch das Wasser des Stausees des Assuan-Staudamms aus dem vorigen Jahrhundert ausgewaschen wurde. Dieser kleine Innen-Hof mit den kleinen beiderseitigen Hallen und die Vorhalle mit ihren 8 Säulen sind unter Justinian als christliche Kirche eingerichtet worden. Der kleine offene Hof mit seinen umgebenden zierlichen Säulenstellungen konnte einstmals mit einem Zeltdach (Befestigungslöcher befinden sich in den Architraven, Quelle: Knaurs Kulturführer Ägypten) vor der gleißenden Sonne geschützt werden. 

Hier sind auf architektonisch interessante Weise Vorhof, Pronaos und Hypostyl in einer Raumeinheit kombiniert.

Decke des Eingangs im II. Pylons 
vom Inneren des Isis-Tempels aus gesehen.

 

An der Decke befinden sich 5 Geier mit ausgebreiteten Flügeln, die in ihren Fängen jeweils einen Straußenfächer halten. Als sechste Darstellung ist ein geflügelter Skarabäus zu sehen.

 

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen

 

 

Picture of a print from David Roberts' Egypt & Nubia, issued between 1845 and 1849.
Pronaos mit einem Säulenatrium

Illus. in: Egypt & Nubia: 
from drawings made on the spot by David Roberts .

Dies ist eine originalgetreue fotografische Reproduktion eines zweidimensionalen Kunstwerks. Das Kunstwerk an sich ist aus dem folgenden Grund gemeinfrei: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für alle Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 Jahren oder weniger nach dem Tod des Urhebers.

Im Mittelfeld der Tempeldecke des Pronaos  befinden sich die beiden Geiergöttinnen von Ober- und Unterägypten, in den vier Seitenfeldern die Sonnenbarken und astronomischen Darstellungen. An den Wänden sind zahlreiche koptische Kreuze eingeritzt, die aus dem 6. Jahrhundert stammen, als der Pronaos unter dem oströmischen Kaiser Justinian I. während des Patronats von Bischof Theodoros in eine Kirche umgewandelt wurde und der wohl auch einst sicher hier vorhandene Reliefs zum Opfer fielen.

Auf den Architraven befinden sich Symbolbilder der Tagesstunden. Dieser Dekor samt den Opferszenen und mythologischen Kompositionen an Wänden und Säulen des Pronaos stammt aus der Regierungszeit Euergetes II. Von dem älteren Bau (aus der Zeit des Amasis), der die Achsendrehung verursachte, sind bei der Tempelversetzung auf die Insel Agilkia zahlreiche reliefierte Blöcke im Pylon verbaut gefunden worden.

                Säulenhalle des Isis-Tempels 
mit Zugang zu dem inneren Tempelhaus mit dem Sanktuar. 

Bilder: Elvira Kronlob, Engelskirchen

               Die Säulen der Vorhalle
Einst war die Vorhalle gegen den Hof durch Säulenschranken abgetrennt, die heute nicht mehr vorhanden sind.

             (Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen)

 

Säulen in der Hypostylhalle des Isis-Tempels

Säule im Hypostyl mit den Kartuschen 
Euergetes II. und Kleopatra

Bild:     HypostylhallPhilae.JPG
Autor:  Remih
Lizenz: CC BY SA 3.0

                  (Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen)

Durch mehrere Vorsäle mit dunklen Nebenräumen ( das Heiligtum umfasst 12 mit liturgischen Szenen ausgeschmückte Räume und das Heiligtum im Zentrum) gelangt man dann in das Allerheiligste, welches von zwei noch dunkleren Kapellen flankiert wird. In der Mitte des Heiligtums befindet sich noch der Sockel, auf dem einst die Barke für das Kultbild der Isis stand. Die Wände im Allerheiligsten zeigen qualitätsvolle Flachreliefs mit Ritualszenen von Gottes- und Königsdarstellungen, die aus der Zeit des ersten Bauherrn des Heiligtums Ptolemaios II. Philadelphos stammen. 

           Flachreliefs mit Ritualszenen im Isis-Tempel

                    (Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen)

               Flachreliefs mit Ritualszenen im Isis-Tempel

                    (Bild: Elvira Kronlob, Engelkirchen)

 

Flachrelief mit Opferszene: der König opfert Wein vor Isis. Opferszene an der Eckwand über den Eingängen ins Allerheiligste des Isis-Tempel - Der König opfert die Statuette einer Sphinx, die ein Salbgefäß hält (PM VI., 348-349) vor den Göttinen Isis und Nephtys.
Bild:     Temple at Philae 1
Autor:  Kairoinfo4U by Flickr-Alburm
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0
Bild:     Temple at Philae 2
Autor: Kairoinfo4U by Flickr-Album 
    
(aufgehellt d. Bildbearb.-Programm v. Nefershapiland)
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

 

Philae Isis-Tempel - Flachreliefs im Isis-Tempel
- Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen -

 

Philae Isis-Tempel - Flachreliefs im Isis-Tempel
- Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen -

Philae Isis-Tempel - Flachreliefs im Isis-Tempel
- Bild: Peter Alscher, Kümmersbruck -

 

Auf den Wändenteilen zwischen den Eingängen ins Allerheilige befinden sich verschiedene Opfer-Darstellungen.
Linkes Bild: Wand zwischen den Türöffnungen zu Raum X. (Raum mit Granitnaos) und XI.
                      Torpfosten linke Seite: 1. Reg.: Der König opfert Nahrung an die Göttin Isis. 2. Reg.: Weihrauch an
                                                              Nephtys und Blumen an Isis (PM VI., 348-349)
                       Torzwischenwand:         3 Opfer-Darstellungen: der König opfert Wein und eine Hymne an Isis,
                                                              darunter ein Sistrum, und zuletzt Nahrung an Isis.
Rechtes Bild:  Torzwischenwand:        oben: der König opfert die Statuette einer Sphinx, die ein Salbgefäß hält
                                                                         vor Isis und Nephtys
                                                              darunter: der König opfert Brot vor Isis u. Asinoe II. 
Rechter Torpfosten des Naosraumes: der König opfert eine Halskette an Isis, Wein an Hathor und
                                                                Augenschminke an Isis.

Eckwand über den Eingängen ins Allerheiligste - linkes Tor zum Naosraum,
 rechtes Tor zum Nebenraum XII. (PM)

                                              Alle Bild: mit frdl. Genehmigung Andrei Deev
   

 

Mitteldurchgang und Eingang in das Allerheiligste des Isistempels mit dem Sockel für die Heilige Barke

  (Bild: Tine Erl, Nabburg) Bild:    Naos Philae.JPG
Autor:  Remih
Lizenz: CC BY SA 3.0

 

   Allerheiligstes im Isis-Tempel - Raum X. (PM 356-357))
                 - rechte Seite des Naos-Raumes -
der König opfert zwei Menats und ein Sistrum an Isis und Nechbet                               
                               (Bild: Elvira Kronlob)
    Allerheiligstes im Isis-Tempel - Raum X. (PM 356-357))
                 - rechte Seite des Naos-Raumes -
Der König opfert das Udjet-Auge vor Harsiese und Hathor

                        (Bild: Elvira Kronlob)

 

       Allerheiligstes im Isis-Tempel - Raum X. (PM 356-357))
                 - rechte Seite des Naos-Raumes -
 Der König steht vor Isis, die den jungen Horus säugt. 

        Allerheiligstes im Isis-Tempel - Raum X. (PM 354-55)
                   - linke Querseite des Raumes -
 der König opfert Blumen vor Hathor und Buto

Bilder: Elvira Kronlob

        Bildausschnitt:  mit freundl. Genehmigung Andrei Deev

 

        Allerheiligstes im Isis-Tempel - Raum X. (PM 354-55)
                        - linke Querseite des Raumes: 3. Register
Der König opfert Stoffe vor Stoffe an Osiris-Onnophris und
Isis, welche ihre Schwingen um diesen hüllt.

 Allerheiligstes im Isis-Tempel  - Raum X. (PM)
            - linke Querseite des Raumes: 3. Register -
Der König opfert Wasser vor Isis und Asinoe II.

Bilder: Elvira Kronlob

 

In der Mitte des Heiligtums befindet sich noch der Sockel aus rotem Granit, auf dem einst die Barke
 für das Kultbild der Isis stand. 
Auf dem Sockel stehen die Kartuschen von Ptolemaios III. Euergetes I und Berenice II-

Bild:    Agilkia Isis-Tempel 36
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0
Bild:    Agilkia Isis-Tempel 34
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

Von der ersten westlichen (linken) Seitenkammer führt eine Treppe auf eine Dach-Terrasse und über diese zu dem Osirisheiligtum (im Westen), das aus einem Vorraum und einem weiteren Zimmer besteht. Die Szenen im Vestebül (Vorraum) handeln von der Einbalsamierung des Osiris (Nordmauer), vom Kult der Götter für seine Seele und seine Mumie (Ost- und Westwand), und in der Kapelle ist auf beiden Langwänden (Ost- und Westwand) der König beim Opfer für die Gottheiten von Heliopolis und Hermopolis wie auch die des Osiriskreises dargestellt (die Kartusche ist leergeblieben). Auf den kürzeren Querwänden im (Süden und Norden) befinden sich Szenen, die uns den Tod, das Einbalsamieren, die Totenfeiern und schließlich diese selbst am Beispiel des Osiris miterleben lassen (Textzitat: Ägypten/E. Brunner-Traut u. V. Hell/Kohlhammer Kunst- u. Reiseführer)

Tor des  Hadrian u. des Marc Aurel:

Nordwestlich vom zweiten Pylon des Isistempels befindet sich an der alten Umfassungsmauer der Anlage ein Torbau aus der Zeit Kaiser Hadrians (117-138 n. Chr.) Vom Pronaos des Isistempels führt eine Seitenpforte westlich zur Hadrian-Bastion oder auch Hadrian-Tor, welche vor der Versetzung des Tempels nach Agilkia den Blick auf das benachbarte Osirisheiligtum auf der Insel Bigge freigab. Das Hadrianstor diente ehemals als Ablegestelle zur rituellen Barkenfahrt der Isis zum Grab des Osiris (dem Abaton) auf der Insel Bigge.

                                                                          Tor des Hadrians

Dem Gott der Unterwelt (Osiris) ist auch das von den Römern errichtete Hadrianstor geweiht. Das kleine Heiligtum befindet sich im Westen des Isis-Tempels mit Blickrichtung auf die Seitenfront des 2. Pylons und ist aus der Zeit des Kaisers Antonius Pius, als "Pforte des Hadrian und des Marc Aurel" bekannt. Heute existiert gerade noch ein Teil der Mauer mit dem Tor gegenüber der Insel Bigge und eine Raum, dessen Nord- u. Südwand zur Hälfte eingestürzt sind und die Ostwand ist heute völlig verschwunden. An den Wänden künden Darstellungen des Jenseitsherrschers Osiris, aus dessen Mumie Getreidehalme sprießen, von der Hoffnung auf neues Leben nach dem Tod.

Südlich der Hadrian-Bastion sind Teile eines zweiten, neueren Nilometers erhalten.

                        Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen Bild:     Big nilometer Philae.JPG
Autor:  Remih
Lizenz: CC BY SA 3.0

 

Bild: mit frdl. Genehmigung Andrei Deev im Flickr-Album  Bild: mit frdl. Genehm. Winfried Ulrich
Unter den Reliefs des weitgehend zerstörten Vorraumes des Hadrian-Tores, die aus dem Osiriskult stammen, befindet sich neben einem Abbild einer aufgetürmten Felsformation, welche die in grauer Vorzeit noch am 1. Nilkatarakt in der Nähe des Berges "Mu-Hapi" bei Assuan vermuteten Nilquellen symbolisieren sollen, eine kleinformatige Darstellung, die den von einer Schlange umgebenden Gott Hapi in seiner Grotte zeigt. Dabei gießt sich das Wasser des Nils aus zwei Gefäßen, die er in seinen Händen hält und scheinbar lässt er gewissermaßen das Nilwasser aus den Quelltöpfen hervortreten.

                      

                                                                      Bild mit freundlicher Genehmigung Winfried Ulrich

*

Zwei weitere kleine Nebengebäude des Isis-Tempels befinden sich nördlich des Hadrians-Tores. Es handelt sich hier um die Reste des Harendotes-Tempels (Horus als Rächer seines Vaters) und um einen kleinen Kiosk des Psammetich II. Von beiden Tempeln ist aber kaum noch etwas erhalten geblieben.

Reste des Harendotes-Tempels.
Bild:    Remains Temple of Harendotes 
Autor:  Dennis Jarvis from Halifax Canada
Lizenz:
CC BY 2.0

Ebenfalls nur noch Reste blieben vom Augustus-Tempel und dem mit einer Rampe versehenen römischen Torbaus (Tor des Diokletian).

Römisches Tor des Diokletian
Bilder: Elvira Kronlob

 

Im Vordergrund die Reste des Augustus-Tempels, dahinter das Tor des Diokletian (linkes Bild)

Bild:     tempio di Augusto  
User:   
Francesco Gasparetti from Senigallia, Italy
Lizenz: CC BY SA 2.0

                      Bild: Elvira Kronlob

 

Nilometer in Philae:

Südlich des Hadrian-Tempels sind Teile eines zweiten, neueren Nilometers erhalten geblieben , zu dem man über eine unterirdische Treppe gelangt.

Zugang zum südlich des Hadrian-Tores gelegenen neueren Nilometers (Nilstandsmesser) 

Bild:     Agilkia Nilometer
Autor:   Olaf Tausch
Lizenz: 
CC BY 3.0                  
Bild:  Agilkia Nilometer 1  
Autor:   Olaf Tausch
Lizenz: 
CC BY 3.0                

 

Hathor-Tempel:

Im Osten der Insel (östlich des zweiten Pylons des Isis-Tempels) erheben sich die Reste eines kleinen Heiligtums, welches für die Göttin Hathor errichtet wurde. Der wurde in der mittleren Ptolemäerzeit erbaut und von  Königs Ptolemaios VI. Philometer fertiggestellt und durch Ptolemaios VIII. erweiterst. Vorhof und Allerheiligstes (jetzt zerstört)  wurden dann durch die Kaiser Augustus und Tiberius hinzugefügt bzw. ausgeschmückt. Der Eingang des Hathor-Tempels befindet sich auf einer Kult-Terrasse an der Ostseite oberhalb des Ostufers der Insel. Hinter dem Eingang befindet sich der Pronaos mit zehn Säulen, dahinter liegen die kleinen Räume des Naos (Quelle: wikipedia)

Die Reliefs des Hathor-Tempels erzählen eine Geschichte aus dem Göttermythos von der "heimkehrenden Göttin " und erinnern und die Rückkehr der Göttin Hathor aus Nubien und markieren mit dem Standort des Tempels die Stelle, an der die aus den trockenen Wüsten heimkehrende Göttin erstmals wieder heimatlichen Boden betreten haben soll" (Quelle: Knaurs Kulturführer Ägypten 1987). Nach dem Mythos hat Hathor auf ihrer Rückreise aus den sengenden Wüsten des Südens hier mit den ersten Schritten auf ägyptischen Boden ihre Heiterkeit wiedergewonnen. 

Neben einer Darstellung des der Göttin opfernden Kaiser Augustus faszinieren vor allen die reizvollen Reliefs der tanzenden und musizierenden Tiere. Tanz und Musik waren wichtige Elemente bei den Tempelfesten und Prozessionsumzügen. Man erkennt einen Doppelflöte spielenden Priester, einen Affen der Laute spielt, weitere tanzende Affen und die Gestalt des gnomhaften Gottes Bes, der eine Handtrommel schlägt und sich zum Klang der Harfe im Tanzschritt wiegt.

Kleiner Hathortempel  mit Vorhof und Allerheiligstes

Bild:    Agilkia Hathor-Tempel01
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0
Bild:     Hathor-TempelPhilae
Autor: 
Remih aus wikipedia
Lizenz: CC BY SA 3.0
             

 

Philae - Kleiner Hathor-Tempel Eingang außen

  Philae - Kleiner Hathor-Innenansicht mit Säulen

Bilder: Elvira Kronlob

 

                                      Musik und Tanz waren wichtige Elemente bei den Tempelfesten und Prozessionszügen
Man erkennt auf den Säulen Flöten- und Harfenspieler, Laute spielende Affen und die Gestalt des gnomhaften Gottes Bes, der eine Handtrommel schlägt und sich zum Klang der Harfe im Tanzschritt wiegt.
Bild:     Bas relief de Bes
Autor: 
Remih aus wikipedia
Lizenz: CC BY SA 3.0
Bild:    Agilkia Hathor-Tempel10
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

 

Säulen mit Verbindungsmauern

Bild:    Agilkia Hathor-Tempel 3
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0

Der kleine Hathor-Tempel wurde im Mai 2012 nach einer einjährigen, umfangreichen Restauration wieder der Öffentlichkeit übergeben. Während dieser Arbeit wurden alle Steinblöcke wieder an ihrer ursprünglichen Position eingebaut und Restaurationsmängel aus früheren Jahren beseitigt.

            Kleiner Hathor-Tempel von Philae

der Harfe spielende Gott Bes 
auf einem der Kolonnadensäulen

Bild:    Agilkia Hathor-Tempel 08
Autor:  Olaf Tausch
Lizenz:  CC BY 3.0
 Bild:   Temple of Hathor built by Ptolemy VI Philomet.
Autor:  Kairoinfo4U by Flickr-Album
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

 

Großer Kiosk des Trajan:

Als wohl bekanntestes Bauwerk der gesamten Insel gilt der südlich des kleinen Hathor-Tempel und direkt am Ostufer stehende große Kiosk aus der römischen Kaiserzeit. Vor dem Bau liegt eine Kaianlage, die zusammen mit dem Kiosk als eine Art Barkenstation bei Kultprozessionen und als Landungsbrücke für die Göttin diente, sobald sie das Ufer der Insel betrat. Lt. Dieter Arnold sollte mit dem Bau des Kiosk eine Ost-West-Prozessionsachse zum Haupttempel geschaffen werden. 

           Der große Kiosk des Trajan

Eines der schönsten Bauteile des Philae-Tempelkomplexes ist der sog. Trajan-Kiosk - ein Bau der wahrscheinlich Anfang des zweiten Jahrhunderts unter dem römischen Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) erbaut wurde.

Bild:     Trajan's Kiosk
Autor:  whitleyjp (Josh Wihitley) aus Flickr-Album
Lizenz: CC BY 2.0

Der 15,40 x 20,70 große und 15,45 m hohe Kiosk ist der größte freistehende Kiosk in ganz Ägypten und besteht aus einem Portikus von 14 Säulen mit glockenförmigen Papyruskapitellen unter einem Epistyl (griechisch: auf den Säulen liegend), das einst - wegen der großen Spannweiten von über 10 m - eine Holzkonstruktion zur Stützung eines Zeltdaches trug. Heutzutage ist keine Dachkonstruktion mehr erhalten.

                                                                      Säulen des Trajan-Kiosk 
- mit gemeißelten, floralen Kompositionskapitellen, die einst eine Holzkonstruktion zur Stützung eines Zeltdaches trugen -                                                            das aber heute nicht mehr vorhanden ist.
Bild:     Temple at Philae: The Kiosk of Trajan
Autor:  Kairoinfo4U by Flickr-Alburm
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Bild:     Temple at Philae The Kiosk of Trajan
Autor:  Kairoinfo4U by Flickr-Alburm
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Die Kapitelle der Säulen zeigen ein Spektrum an verschiedenen großen Papyruspflanzen auf, wobei die Pflanzen in mehreren Schichten von unten nach oben zunehmend größer werden. Die Schäfte der Säulen sind außen am Ost- und West-Tor durch einfache Zwischenmauern verbunden, von denen nur zwei an den Innenflächen mit Opferdarstellungen dekoriert sind. Sie zeigen Kaiser Trajan als opfernden König vor den Göttern Isis, Osiris und Horus als Kind. Aus diesen beiden Nennungen schrieb man später dieses Bauwerk meist diesem Kaiser zu. Wahrscheinlich wurde der Trajan-Kiosk jedoch schon unter Kaiser Augustus erbaut und später durch Kaiser Trajan wiedererrichtet (siehe dazu: Günther Hölbl: Altägypten im Römischen Reich. Der römische Pharao und seine Tempel II. Die Tempel des römischen Nubien, Mainz 2004 S. 86 und Arnold: Temples of the Last Pharaohs, 1999 p. 235, der vorsichtig Bezug auf Haeny Artikel aus BIFAO 85 nimmt und auf seine Anm. 24.verweist, worin dieser eine "überzeugende Vermutung" hinsichtlich einer Bauplanung und Errichtung schon unter Augustus äußert.)

Laut Prof. D. Wildung ist dieses Bauwerk jedoch unvollendet geblieben, da bis auf die beiden Opferdarstellungen auf den Zwischenmauern weitere Reliefs und Inschriften fehlen. 

The Hypaethral-Tempel, a romantic depiction by David Roberts painted in 1838
Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für alle Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 Jahren oder weniger nach dem Tod des Urhebers.

 

 

Der Trajan-Kiosk von der Wasserseite aus

Der Hypaethral-Tempel - Fotografie v. Francis Frith 1857
from the collection of the National Galleries of Scotland
                   Bild: Elvira Kronlob

This work is in the public domain in the United States, and those countries with a copyright term of life of the author plus 100 years or less.

 

Der Tempel von Philae, signiert Perlberg, Aquarell auf Papier,27 x 42 cm
- spätestens 1921 -
Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für alle Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 Jahren oder weniger nach dem Tod des Urhebers.

 

Kaiser Trajan als opfernden König vor den Göttern Isis, Osiris und Horus als Kind. 

 Bild:  Elvira Kronlob
 - bearbeitet v. Nefershapiland -
(der besseren Sichtlichkeit wegen)

 Bild:  Elvira Kronlob
 
- bearbeitet v. Nefershapiland -
(der besseren Sichtlichkeit wegen)

 

          Die Kartuschen des Kaiser Trajan am Kiosk

der Trajan-Kiosk auf Philae

Bild:     Trajan cartouches, Philae
Autor: 
Remih aus wikipedia
Lizenz: CC BY SA 3.0
                  Bild: Peter Alscher, Kümmersbruck

*

Steinskulptur mit dem Konterfei der Gottes Bes auf Philae

                            Bild: Nefershapiland Bild:     PhilaeEgypt-6A-03
Autor:  Dennis Jarvis from Halifax Canada
Lizenz: 
CC BY 2.0


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