Bauten
Sesostris II.


Button22
Biografie Sesostris II.
Button22
Bauten von Amenemhet II.
Button22
Sitemap

 (Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952

 (Anmerkungen und Verweise in Klammern im Text - siehe unten bei Literatur und Quellen).


Außer dem Bau seines Pyramidenkomplexes in Illahun - am Eingang des Fayum-Beckens - sind von Sesostris II. nicht viele Bauzeugnisse überliefert. Größere Bauten unter Sesostris II. sind nicht bekannt. Er ließ den Transportweg entlang des 1. Kataraktes durch eine Schutzmauer sichern. Er gilt als der König, der die Sümpfe im Fayum trockenlegte und der aus dem Fayum eine landwirtschaftlich nutzbare Region machte.

Hierakonpolis, das antike "Nechen"
- in Oberägypten -

Aus Hierakonpolis im 3. oberägyptischen Gau stammt das Fragment einer schwarzen Sitzstatue aus Granit des Königs, die sich heute im Museum Kairo befindet (CG 425 - erhaltene Höhe 0,35 m; dunkler Granit).

Der König war bekleidet mit einem Tierschwanz, der von einem Gürtel gehalten wurde. Unter seinen  Füßen sind die "9 Bogen" eingraviert. In seiner rechten Faust hält der König ein Tuch - die linke liegt flach auf dem Oberscheinkel auf. Der Oberkörper der Sitzstatue ist abgebrochen und fehlt. Die Inschrift auf dem Fragment lautet: ".....es lebe der vollkommene Gott (Cha-cheper-re)| erwählt von Horus von Hierakonpolis, beschenkt mit Leben ewiglich".

Diese Inschrift auf der Statue sagt, dass der König in Hierakonpolis von dem hier ansässigen Lokalgott Horus von Hierakonpolis erwählt wurde. Der Gott wird hier allerdings nicht in seiner üblichen Gestalt eines hockenden Falkens dargestellt, sondern als stehender Falke.

Karnak

In Karnak wurde nur eine einzige Statue von Sesostris II. gefunden, die leider unveröffentlich ist. Lt. Prof. Hartwig Altenmüller (LÄ III, 565 Anmerk. 120) handelt es sich wohl um eine Sitzstatue des Königs, welche für den Tempel des Amun gestiftet wurde, wie es bisher alle seine Vorgänger in der 12. Dynastie getan haben. Das Fragment dieser Statue befindet sich heute im Museum Kairo (JE 43598 / grauer Granit, H. 0,06 m, L. 0,15 m, B. 0,17 m). Erhalten sind die Rest einer Kartusche (Cha-[cheper]re / siehe PM II², 281) (Quelle: Eileen Hirsch: Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie, Achet-Verlag Berlin 2004)

Des weiteren weihte Sesostris II. - (der Fundort ist leider bislang noch ungeklärt . siehe Wildung: Rolle ägyptischer Könige I, 59, Anm. 9) eine von Sesostris I. begonnene Statue für die Vorfahren. Kultempfänger war König Djoser - zwar ist nur das Unterteil der Sitz-Statue erhalten, doch die Inschriften links und rechts vom Thron nennen neben dem Stifter Sesostris II., auch den Kultempfänger. Diese Statue aus Diorit mißt 0,305 m in der Höhe und befindet sich heute im Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin (Inv.-Nr. ÄM 7702; erworben 1877 (?) ). Der König sitzt auf aeinem blockförmigen Thron. Seine Füße stehen auf einer Basis mit den eingravierten "9-Bögen", der traditionellen Darstellung seiner Feinde. Er trägt den dreiteiligen "Schendit-Schurz" und hält in seiner rechten Hand ein Tuch. Die Inschrift lautet: "Durch den Köniug von Ober- und Unterägypten, Cha-cheper-re, den Sohn des Re, Sesostris II., gemacht für seinen Vater, den König von Ober- und Unterägypten, Djoser. Er hat (das) für ihn gemacht, damit ihm Leben gegeben ist, wie Re" (Quelle: C. M. Firth in: die Pyramiden Ägyptens - Monumente der Ewigkeit)

Ein weiterer Hinweis auf evtl. Aktivitäten König Sesostris II. in Karnak könnte eine Osirisstatue aus Sandstein (Kairo JE 38579) - eine "Restaurationsinschrift" von König Sobekhotep III. für Mentuhotep II. Nebhepetre sein. In seiner "Restaurationsinschrift", die von Legrain vergraben entlang des östlichen Turms des 7. Pylons vor dem Fundament des Flaggenmastes in 4 Teilen zerbrochen aufgefunden wurde. berichtet dieser König (aus der 13. Dynastie) in einer siebenzeiligen Inschrift auf der Figur, dass er dieses Denkmal für den König von Ober- und Unterägypten Neb-hepet-Re, dem Seligen als Erneuerung dessen, was gestiftet worden war von dem König von Ober- und Unterägypten Cha-kau-Re (Sesostris III.), dem Seligen (und) dem König von Ober- und Unterägypten Cha-cheper-Re (Sesostris II.), dem Seligen, seinem Vater, dem Leben gegeben wird, wie Re ewig", erneuern ließ.

Es könnte sein, dass diese beiden hier genannten verstorbenen Könige (die Seligen) Statuen aufstellen lassen hatten, die dann von König Sobekhotep aus irgendwelchen unbekannten Gründen entfernt wurden, die dieser aber nicht unerwähnt lassen wollte. Auf jeden Fall lassen sich diese hier erwähnten Statuen gut in die schon seit Sesostris I. belegte Verehrung der Vorfahren einfügen.

Medamud
- altägyptisch: Madu -

Medamud liegt im 4. oberägyptischen Gau, etwa 4 km nördlich von Theben entfernt. Bis zur 12. Dynastie gab es hier in Medamud zwar einen archäologisch nachweisbaren Tempel (2), der aber keinerlei Spuren königlicher Aktivitäten mehr trug. Das einfache Heiligtum bestand aus zwei gekrümmte, überwölbte Gänge, welche zu zwei heiligen, höhlenartigen Kulträumen führten, deren Kultempfänger nicht bekannt sind. Das älteste königliche Denkmal stammt aus dser Zeit von König Sesostris II., wobei es sich um das Unterteil einer Sitzstatue des Königs handelt und auf der erstmals Month als ein Gott in Medamund erwähnt wurde. Month trägt hier das Epitheta "Herr von Theben und Herr des Himmels". Er führt diese Titel in seiner Eigenschaft als Reichsgott und Hauptgott des 4. oberägyptischen Gaus. Anzumerken ist aber, dass für Month der Titel "Herr des Himmels" ansonsten nur selten verwendet wird. Dieser taucht für ihn erst wieder im Neuen Reich auf.

Möglicherweise wurde der unter Sesostris III. für den Kult des Month in Medamud belegte Tempel schon unter Sesostris II. begonnen (wie Bisson in seinem Werk Médamoun 1926 als Hypothese anregte), da in diesem Tempel eine Statue des "neuen" Hauptgottes Month aufgestellt wurde.                                                                                                                                                                                                                                                                               

Der Befund  ist aber allgemein unklar, da es keinerlei archäologische Befunde dazu gibt, wann der Kult des Month in Medamud installiert wurde. Im Mittleren Reich gab es aber neben Month keinen zweiten Hauptgott (wie z. B. in Esna oder Kom Ombo).

Das Unterteil der Sitzstatue des Königs aus schwarz-blauen Granit (H. 90 cm x L. 60 cm x B. 90 cm) wurde lt. Bisson, Médamoud (PM V. 140) im Großen Hof (Portikus) gefunden und befindet sich noch immer dort. Das Fragment trägt eine Inschriftenkolumne auf dem Thron - rechts der Beine. Auf der linken Seite befindet sich nur noch ein kleiner Rest der Inschrift. Der obere Teil der Statue - oberhalb der Beine - ist zerstört. Erhalten geblieben sind beide Beine und die linke Seite des Throns, die aber stark beschädigt ist. Von der Bekleidung der Königsfigur ist noch der Tierschwanz zu erkennen, sowie die "9-Bogen", die unter den Füssen des Königs eingraviert sind.

Die Inschrift lautet: (rechte Seite): "Horus, Seschemtaui, Sohn des Re Sesostris, erwählt von Month, dem Herrn von Theben und Herrn des Himmels, beschenkt mit Leben".
(Linke Seite:) "[...] erwählt von....., beschenkt mit Leben". (Bisson M´dedamoud 1926

El-Lahun / al-Lahun
- altägyptisch: Hetep-Sesostris --
Arbeitersiedlung für den Pyramidenkomplex von Sesostris II. -

 
El Lahun (altägyptisch: Hetep-Sesostris) erstmals 1889-1890 von William Flinders Petrie ausgegraben, der die Stadt Kahun (Wortneuschöpfung von Flinders Petrie, welches auf einen Hörfehler von Petrie beruhrte, der statt "Lahun", "Kahun"verstand), In der neueren Forschung setzt sich deshalb die Bezeichnung el-Lahun für die Pyramide und die Stadt durch. Petrie lokalisierte den Eingang zur Pyramide von Sesostris II. und er fand zahlreiche Alltagsgegenstände. Später kehrte er 1920 nochmal an den Ort zurück, um seine Arbeit fortzusetzen. Bei seinen Ausgrabungen fand man Keramik und andere Artefakte aus der Stadt Kom. Bei el-Lahun (dem antiken RA-Hn. = Ra-Chenet) handelt es sich um eine Siedlung, die am östlichen Taleingang des Fayum-Beckens liegt (am Tal des Nils am Bahr Yusuf / Joseph-Kanal, etwa 30 km südlich von Kairo). Etwa 3 km nördlich von al-Lahun befindet sich eine Nekropole des Mittleren Reiches mit den Überresten der Pyramide von Sesostris II.

Sesostris II. ließ für den Bau seines Pyramidenkomplexes eine Arbeiter- und Beamtensiedlung erbauen, die er "Hetep-Sesostris" nannte. Sie lag wohl in unmittelbarer Nähe (ca. 8 km nordöstlich des Ortes Abu Sir al Malay - einer antiken Nekropole aus der späten Negade-Kultur, die später in der Hyksosa-Zeit wieder belegt wurde) schon vorhandenen Ursprungssiedlung. Die Siedlung hatte ein rechtwinkliges Strassensystem und war an drei Seiten von Lehmziegelmauern umgeben. Die vierte Mauer könnte evtl. während der jährlichen Überschwemmungen eingestürzt und weggespült oder durch den Ackerbau in der Gegend später bedeckt worden sein. Die Verteilung der Häusergruppen und die Unterteilung im Inneren durch eine von Norden nach Süden verlaufenden Lehmziegelmauer, die nach dem Bau des östlichen Teils der Stadt hinzugefügt worden war, setzt eine planmässige Erbauung voraus. Die heutige Straßenführung liegt teilweise auf der Dammkrone eines Deiches, der bereits in der Zeit von König Sesostris II. angelegt wurde. In den Ruinen der Stadt wurden zahlreiche Papyri aufgefunden und mathematische, literarische und medizinische Texte in hieratischer Schrift sowie Urkunden, Briefe und Rechnungnen.Verteilung der Häusergruppen lässt vermuten, dass Sesostris II. sie planmäßig erbauen ließ. Der bedeutendste Fund, der hier gemacht wurde, ist das Tempelarchiv von Kahun, welches genau Buch führt über die Verwaltung des Tempels ab der Zeit von Sesostrsis II. (Fund 1889 durch Flinders Petrie)

Die Stadt wurde auf einers Fläche von 350 x 400 m errichtet und stellt heute die archäologische bedeutendste Ansiedlung des Mittleren Reiches dar. Sie beherberte in der Folgezeit die für den Totenkult an der Pyramide von Sesostris II. zuständigen Beamten. Anzunehmen ist, dass man auch plante, Kulte und Feste zu feiern und Heiligtümer errichten zu lassen. Es ist allerdings nur ein Gebäude innerhalb der Siedlungsmauern gefunden worden, das evtl. als "Tempel" angesehen werden kann (siehe Kemp, Ancient Egypt, S. 156). Die archäologischen Überreste blieben allerdings sehr dürftig, so dass man keinerlei Rückschlüsse über den Zweck des Gebäudes ziehen konnte. In den Lahun-Papyries sind einige Kulte für die Götter inschriftlich erwähnt: so z. B. dür Sopdu, den Herrn des Ostensa; für die Göttin Hathor von Atfih (Hauptstadt des 22. oberägyptischen Gaues, der gegenüber von el-Lahun liegt auf dem Ostufer), die hier zjm erstenmal belegt ist; für Anubis auf seinem Berg und für Sobek von Medinet el-Fayum. All diese Kulte dienten der Versorgung des Königskultes. Von ihnen sind Lieferungen an den Totenkult des Königs bekannt. Der Gott Sopdu ist als Herr des angrenzenden Fayums bekannt, ebenso als Ortsgott von el-Lahun und spielt unter Sesostris II. nicht nur in el-Lahun, sonder auch an anderen Orten eine Rolle (wie im Wadi Gawasis, wo er als Herr des Goldlandes und Herr des Ostens dem König Sesostris II. Leben reicht.

Herakleopolis magna
- altägyptisch: Nen-nesu -

 

Der altägyptische Ort "Nen-nesu" (griech: Herakleopolis magna" - das heutige Ehnasya el-Medina, liegt im südlichen Fayum (ca. 15 km westlich von Baeni Suef). Die Bezeichnung Herakleopolis leitet sich vom griechischen Gott Herakles ab, der mit seinem altägyptischen Pedant Herischef gleichgesetzt wird. Die Stadt war im antiken Ägypten die Hauptstadt des 20. unterägyptischen Gaus (Vorderer Baumtggau - auch Oleanderbaumgau oder Naret-Baumgau genannt). Die Könige der 9. und 10. Dynastie residiersten in Herakleopolis, bis die Stadt von Mentuhotep II. erobert wurde.

Edouard Naville hat von 1891 bis 1892 und Flinders Petrie im Jahre 1904 in Herakleopolis Grabungen durchgeführt und fand Spuren einer Bautätigkeit im Tempelbezirk des Gottes Harsaphes (altägypt.: Herischef). In den 1960er und 1970er Jahren forschte eine spanische Expedition in Herakleopolis. Die archäologische Stätte ist heute in einem sehr schlechten Zustand und wird durch Grundwasser gefährdet.

In Herakleopolis magna wurden von einem spanischen Team des Archäologischen Museums in Madrid unter der Leitung von Dr. Maria del Carmen Pérez Ausgrabungen durchgeführt. Die dabei gemachten Funde unterstreichen die Bedeutung Herakleopolis Magnas als religiöses Zentrum während des Mittleren Reiches und die Bautätigkeit der 12. Dynastie in diesem Gebiet. Die Kultanlagen könnten schon im Alten Reich entstanden sein - einen Tempel dürfte es wohl schon sehr früh gegeben haben - doch leider ist ein Kult der Könige der 9/10. Dynastie archäologisch nicht nachweisbar (2).

Die Fragmente aus der Zeit von Sestoris II. (Türsturz aus rotem Granit und Architekturteile), die vom Torbau stammen, geben keine näheren Auskünfte über Kult und Gottheiten, da sie evtl. (lt. Quirke - Gods in the temple of the king: Anubis at Lashun, in St. Quirke (Hg.), Studies in Honor of William Kelle Simpson, 1996, 39-54), gar nicht aus Herakleopolis, sondern ursprünglich aus dem Totentempel von Sesostris II. aus seinem Pyramidenbezirk in Lahun stammen und später im Tempel des Herischef in Herakleopolis Magna wiederverwendet wurden. Allerdings hat Arnold (Arnold, Hypostyle Hall of the Old and Middler Kingdom, 1996) in seiner Studie der wiederverwendeten Säulen darauf hingewiesen, dass diese nicht aus den Totenkultanlagen des Alten oder Mittleren Reiches stammen, was bedeutet, was für die Säulen gilt, muss wohl auch für Bauteile, wie Architrave gelten, da sie mit ihnen im Zusammenhang stehen (Quelle: Eileen Hirsch, Kultpolitik und Tempelbauprogramm der 12. Dynastie - Achet-Verlag, Berlin, 2004, S. 84).

Bei den Funden handelt es sich um das Eckstück eines Türsturzes (heutiger Aufbewahrungsort: unbekannt) aus Rosengranit (H. 61 cm, L. 45 cm). Auf dem Serech iste ein Falke dargestellt sowie der Name des Königs. Davor befindet sich die Schlangengöttin Uto auf einem Korb. Neben der Inschrift ist links eine Doppellinie zu erkennen und ebenso unten rechts als Trennung zum Pfeiler. Der Horusfalke ist stark abgerieben - die Schlange hat leichte Beschädigungen. Keiner der Seiten des Türsturzes ist unbeschädigt. Die Inschrift beim König lautet: "Horus Seschemtaue" - die vor der Göttin: "Uto, Herrin [von Pe und Dep] (PM IV. 119, Gauthier, LR dI, 297 A)-

Des weiteren fand man das Bruchstück eines linken Torpfeilers mit breiten Rändern und Resten einer Inschriftenkolumne. Am oberen Rand ist noch der Rest der Palastfassade des Serechs erkennbar. Rechts und links der Inschrift befindet sich eine doppelte Linie. Das Pfeilerfragment ist oben und unten abgebrochen (PM IV, 119 und Gauthier, LR I. 297) (2).

Medinet el-Fayum
- Krokodilopolis -

 

Im Ägyptischen Museum Berlin (ÄM 9337 - Diorit, H. 72 cm ( lt. Evers, Staat I., Taf. 70 als Vergleich mit Kopenhagen AEIN 659)) befindet sich das Statuenoberteil einer Sitzstatue aus Medinet el-Fayum, welches aus stilistischen Gründen für Sesostris II. zugeschrieben wird. Das Gesicht der Statue zeigt große Ähnlichkeit mit dem des Statuenfragments aus Kopenhagen , das aus Memphis stammt sowie mit einer Büste, die sich heute in Wien befindet (Kunsthistor. Museum Wien ÄS 5776). Die Figur des Königs ist bei dem Stück aus Medinet el-Fayum leider nicht erhalten, aber anhand der Bruchkanten wollen die Forscher erkannt haben, dass die Figur von ungefähr gleicher Höhe wie des Gottes gewesen sein muss. Es handelt sich also hier um eine Statuengruppe eines Nilgottes mit dem König, was im Gegensatz zur Tradition des Alten Reiches steht, wo die Götter im Gegensatz zum König viel größer dargestellt wurden (2).

Lt. Adele Oppenheim (Temples - "Secluded Domains for Kings and Gods" in Ancient Egypt Transformed - The Middle Kingdom, Yale University Press, New Haven) ist dieses Fragment "der obere Teil einer Fecundity-Figur (Wehrlings- oder Fruchtbarkeitsgötter), welche den Wohlstand und die Fruchtbarkeit des Landes symbolisierten und dafür sorgten, dass der König im Jenseits alle Opfergaben erhielt, die er brauchte, um ihn zu erhalten". Männliche Fruchtbarkeitsgötter wurden im Allgemeinen mit "schlaffen Bäuchen und hängenden Brüsten"dargestellt, wie sie auf dem oberen Teil dieser Statue zu sehen sind. Die Arme der Figur sind am Ellenbogen gebeugt und in der Nähe des Körpers gehalten. Jede Faust der Figur hält ein Gefäß (das jetzt weitgehend nicht mehr vorhanden ist bzw. abgeplatzt ist) gegen die Brust. Die Schulter und die Arme sind muskulös dargestellt (H. 75 cm x B. 49 cm x D. 37 cm - Diorit).

Sesostris2,BautenElviraMedinet el-Fayum                        Oberer Teil einer Doppelstatue König mit Nilgott
                   
 - heute im Ägyptischen Museum Berlin ÄM 9337 / Diorit / H. 72 cm -

Im Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin (9337) befindet sich das Oberteil einer Statue des Nilgottes (oder eines Fruchtbarkeitsgottes). Das Stück stammt aus Medinet el-Fayum (Krokodilopolis) und wurde aus Granit gefertigt. Es hat eine erhaltene Höhe von 71/72 cm. Aufgrund von spezifischen Merkmalen wird es in die Zeit der 12. Dynastie datiert - wohl unter Sesostris II. (oder früher) (Quelle; H. Evers, Staat aus dem Stein 1919, Tafel 70). Bei dem erhaltenen Fragment handelt es sich um den Oberkörper eines bärtigen Gottes, oft auch als Nilschwemme-Gottheit (Hapi) oder Fruchtbarkeitsagott interpretiert - tpisch für die Darstellung des Mittleren Reichers.

Die Figur des Königs ist nicht erhalten, doch lassen die Bruchkanten erkennen, dass sie von ungefähr gleicher Höhe wie die des Gottes war. Die Forscher nehmen sicher an, dass es sich hier um eine Doppelstatue des Nilgottes mit dem König handelt (der aus stilistischen Gründen mit Sesostris II. identifizierst wird).









Bild: Courtesy to Elvira Kronlob, Museum Berlin
- alle Rechte vorbehalten -

 

Qasr es-Sagha
- im Fayum -

 

 In Qasr es-Sagha (Burg der Goldschmiede) - einer archäologischen Stätte im Fayum, etwa 10 km nördlich des Qárun-Sees hat sich ein fast vollständig erhaltener Tempel erhalten, der aus dem Mittleren Reich stammt. Der Hafen, der neben Qasr es-Sagha lag, war wohl im Alten Reich ein geschäftiger Ort, doch als das Ägyptologenehepaar Dieter und Dorothea Arnold die Bautrümmer des kleinen Tempels untersuchten, stammten die ältesten Keramiken, die sie fanden, aus der Regierungszeit von König Sesostris II. aus dem Mittleren Reich. Sesostris II. ist bekannt dafür, ein besonderes Interesse an der Fayum-Region gehabt zu haben, da er sich auch dafür entschied, seinen Pyramidenkomplex in Lahun zu errichten, weshalb er  - auch aufgrund der Keramik, die in der unmittelbaren Umgebung des Tempels gefunden wurde, und der nahegelegenen Siedlung - für die Forscher ein wahrscheinlicher Kandidat für den Bau des Tempels von Qasr es-Sagha, am heutigen Rand des Fayums ist (Quelle: Badawy, Architecdture II, 70-73 und Arnold: Qasr el-Sagha, 20f) ist.

                Tempel von Qasr es-Sagha aus dem Mittleren Reich
                                           - Tempel - Blick nach Nordwesten -


Der Tempel von Qasr es-Sagha ist interessant, weil so vieles ungewiss ist. Die großen Steine an der Vorderseite des Tempels sehen aus wie im Stil des Alten Reiches - so als ob die Erbauer aus dem Mittleren Reich versucht hatten, eine archaische Struktur zu schaffen - ein solcher Archaismus ist in der Geschichte der Dynastien durchaus üblich. Die zahlreichen Schreine im Inneren ähneln denen im Tempel von Medinet Madi im südwestlichen Fayum, der ebenfalls aus dem Mittleren Reich stammt.

Der kleine Tempel wurde aus Sandstein erbaut und misst 8,50 x 21,30 m und enthält 7 Kapellen. Vor den Kammern befindet sich lediglich ein langgestreckter Opferraum, welcher die gesamte Breite des Baus einnimmt. An den Wänden des Baus befinden sich keinerlei Dekorationen. Es lässt sich heute nicht mehr belegen, ob dies ursprünglich so geplant war, oder die Bauarbeiten vorzeitig abgebrochen wurden. Allerdings fand man außerhalb des Tempels Massen von vorbereiteten Bausteinen. Nur der Kern des Tempels, der aus einem Querraum und den 7 Kapellen besteht, wurde vollendet. Die für die Frontpartie bestimmten Steine liegen noch aufgestapelt im Umkreis des Tempels.
Bild:      QasrSaghaTempel
Autor:    Roland Unger, Wikipedia, 28.2. 2012
Lizenz:   CC BY-Sa 3.0

Heute befindet sich der Tempel in der Wüste - im Mittleren Reich hingegen stand er aber am Rande des Fayums aan der Grenze einer fruchtbaren Landschaft, die man seit Sesostris I. began auszubauen. Damit diente der Tempel sozusagen als ein "Grenzheiligtum", das den fruchtbaren Bereich des Fayums (den man als "geordneten Bereich" ansah) vom "Chaos" der Wüste trennte, und der das Fayum schützte. Lt. Dieter Arnold stand dieser Tempel in Bezug zu den beiden nahegelegenen Siedlungen im Osten und Westen. Diese entstanden in etwas zur gleichen Zeit wie der Tempel (siehe MDAIK 42 / 1986, 167-179, J. Sliwa, die Siedlung des Mittleren Reiches bei Qasr-el-Sagha) und zu den Basalt-Steinbrüchen von Gebel-Qatrani gehörten, welche im Mittleren Reich in Betrieb genommen wurden.

Memphis

 

In Memphis - wahrscheinlich im Gebiet des Ptah-Tempels - wurden mehrere Statuen-Fragmente von Königzfiguren gefunden, die aus stilistischen Gründen Sesostris II. zugeschrieben werden. Eine dieser Königs-Figuren, von der nur das Unterteil erhalten ist - die sich heute im Ägyptischen Museum Kairo (JE 27857/CG 387 brauner Sandstein - H. 0,89 x L. 0,44 x B. 0,42 m) befindet - weist eine Inschrift auf, die eine Nennung des Hauses des Ptah-Sokar enthält und lässt die Forscher vermuten, dass  der Tempel des Ptah in Memphis gemeint ist (siehe Gauthier, DG IV, 70 und Sandmann-Holmberg, Ptah, 208). Die Zehen der Statue berühren die Basis und den schmalen Rückenpfeiler. Die Arme lagen am Körper und auf den Schenkeln. Die Figur ist oberhalb der Brust zerstört. Arme, Schurz und Knee sowie die Vorderseite der Basis sind ebenfalls heute verloren. Die erhaltene Inschrift auf dem Gürtel lautet: "König von Ober- und Unterägypten Cha-cheper-re, der den Tempel des Ptah-Sokar zum Fest herrichtet" (PM III², 847 Mariette, Non. Div. Taf. 27a und Borchardt, Statuen und Statuetten II, 6-7, Bl. 61) (2). Dieses ungewöhnliche Epitheton scheint lt. der Forscher eine besondere Formulierung für eine Inschrift auf einem Gürtel zu sein - wo ansonsten meist nur die Kartusche mit dem Thronnamen des Köings steht. Nur selten stehen dort weitergehende Titel auf dem Gürtel.

Ein weiteres Statuenframent aus Granit, das ebenfalls in Memphis gefunden wurde, und das von den Forschern auch für Sesostris II. zugeschrieben wird, befindet sich heute in Kopenhagen (Ny Carlsberg Glyptothek, AEIN 659, erh. Höhe 0,35m / PM III², 863 - siehe Evers, Staat I. Taf. 69) und Vandier, Manuel III, Pl. LXI.2).

Sesostris2,BautenStatueKarnak1    Oberer Teil  einer Statue von Sesostris II. mit Nemes und dem Ritual-Bart
                   - heute in Kopenhagen, Ny Carlsberg, Glyptotek AEIN 659 -
-

Torso einer thronenden Königsstatue - die mit Uräus, Nemes und dem Königsbart ausgestattet ist. Der Körper ist nur bis zur Taille erhalten. Die Unterarme der Figur lagen auf dem Schoß, deshalb geht man davon aus, dass es sich hier um die Figur des thronenden Königs handelt. Die erhaltenen Reste auf der Gürtelschnalle lauten: "Cha-cheper-Re" (der Thronname von Sesostris II.) (2).
Bild: Upper part of portrait statue of pharaoh Sesostris II. with nebes and ritual beard 01
Autor: Wikipedia ArchaiOptix, 30. Aug. 2019
Lizenz: CC BY-SA 4.0

Dieses Statuenfragment, das sich heute in Kopenhagen befindet hat stilistisch eine verblüffende Ähnlichkeit (allerdings ohne Königsbart) mit dem Torso einer erhaltenen Königsstatue, die sich heute im Kunsthistorischen Museum Wien befindet, dessen Fundort aber lt. dem Museum unbekannt ist (1878 aus der Sammlung Miramar übernommen: Material: Anastositgneis; Maße: H. 24,8 x B. 22,2 x T. 14 cm - ÄS Nr. 5776 - Quelle: Onlinekatalog des Museums).

   Oberer Teil  einer Statue von Sesostris II. mit Nemes und Uräus
                   - heute im KHM-Museumsverband Wien ÄS 5776; Material: Anastositgneis -
                                            - Herkunft unbekannt - H. 24,8 x B. 22,2 x T. 14 cm -


Aufgrund stilistischer Merkmale wird auch dieses Statuenoberteil lt. dem KHM-Museum für Sesostris II. zugeordnet.

Der König trägt das königliche Kopftuch mit Stirnbald und der Uräusschlange. Er trägt um seinem Hals eine Kette mit Amulett. Von der Inschrift auf dem Rückenpfeiler sind nur noch zwei Zeichen erhalten, die jedoch nicht mit Sicherheit identifiziert werden können. Das Statuenoberteil kann auftrund stilistischer Merkmale für König Sesostris II. zugewiesen werden.

(Quelle: KHM Museum Wien - Online Katalog)
Bild:     Oberteil einer Königsstatue
Lizenz: CC BY-NC SA 4.0
- Courtesy to »©KHM-Museumsverband« -


Heliopolis
- altägyptisch Iunu -

 

Heliopolis - das altägyptische Iunu (alttestamentlich: On) war die Hauptstadt des 13. unterägyptischen Gaues und eine bedeutende Kultstätte im Nildelta. Ihre Überreste befinden sich heute im nordöstlichen Teil Kairos, insbesondere in den Stadtteilen Matariya und Ain Schams. Archäologische Funde belegen, dass Heliopolis bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war. Während des Alten Reiches entwickelte sich die Siedlung zu einer bedeutende Stadt, was durch Inschriftenfragmente und Papyri belegt ist. Unter Sesostris I. erlebte Heliopolis einen Aufschwung, der mit dem Bau von Tempelhäusern und der Errichtung eines etwa 20,5 m hohen Obelisken verbunden war (Quelle: Wikipedia Heliopolis).

Bezüglich etwaiger Aktivitäten König Sesostris II. gibt es nur einen Hinweis auf etwaige Baumaßnahmen: den Torso eines Sphinx (in der Literatur auch als: "kopfloser Sphinx aus Heliopolis" bekannt), die allerdings in Alt-Kairo gefunden wurden. Auf seiner Brust befinden sich drei Inschriftenkolumnen, aus denen wir erfahren, dass der König Sesostris II. "von den Bau von Heliopolis erwählt wird". Die Forscher nehmen also dass, dass dieses Stück aus dem Tempel von Heliopolis stammt (Quelle: Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie / Eileen Hirsch, Achet-Verlag Berlin 2004, S  86) - Das Fragment aus Grauwacke befindet sich heute im Museum Kairo, JE 3737796).

Tell el-Dab'a
- das antike Avaris -



Die archäologische Stätte Tell el-Dab'a (das antike Avaris) im nordöstlichen Nildelta ist eng mit der Geschichte des Mittleren Reiches verknüpft, wobei die Regierungszeit von Sesostris II. eine wichtige Rolle für die Entwicklung
der Region spielte. Während der 12. Dynastie - insbesondere unter Sesostris II. wurde - nördlich von Tell el-Dab'a - die Siedlung bei Ezbet Ruschdi (einem Teilbereich von Tell el-Dab'a) massiv ausgebaut und es entstand eine geplante Stadt mit einem orthogonalen Straßensystem.

Bereits in den 1950er Jahren wurde durch die ägyptische Antikenverwaltung an dieser Stelle eine Grabung durchgeführt und man legte die Ruinen eines monumentalen Ziegeltempels der 12. Dynastie nebst umgebender Wohnbebauung frei. Eine weitere Grabung durch das Österreichische Archäologische Institus (OAI) unter Manfred Bietak (der Tempel und die Siedlung des Mittleren Reiches bei Esbet Ruschdi, in Ägypten und die Levante 8 / 1998, S. 9-40 und 16-27) in 1996 sollte dann den damaligen Befund neu untersuchen und in Details klären. Hieraus entwickelte sich eine größere Unternehmung in zwei Kampagnen, die zahlreiche neue Befunde und reichlich Fundmaterial erbrachte.

Die österreichische Grabungsmission untersuchte das Tempelgebäude neu und nahm die Ergebnisse (zwei dicht beieinanderliegende Bauphasen) neu auf. Die Forschungen zeigten, dass die Gründung nicht vor der Mitte der 12. Dynastie (wahrscheinlich im 5. Regierungsjahr von Sesostris III.) erfolgt ist. Bei den Untersuchungen entdeckte man eine darunter gelegene ältere Siedlung aus der ersten Hälfte der 12. Dynastie. Die spätere Bauphase wurde vermutlich von Sesostris III. in seinem 5. Regierungjahr als Gedächtnistempel (evtl. zu Ehren seines Vorfahren Amenemhet I.) erbaut. Es wurde das Fragment einer Kalksteinplatte mit dem Horusnamen von Amenemhet I., verworfen im Zerstörungsschutt, gefunden (2).

Der erste Tempelbau wurde lt. der österreichischen Forscher nur kurze Zeit davor errichtet, da er im direkten räumlichen und zeitlichen Kontext zur Besiedlungsschicht, die bereits unter Sesostris II. an Bedeutung gewann, stand, womit sie mit großer Wahrscheinlichkeit in die Zeit von Sesostris II. gehört.

Der Tempel zeichnet sich durch eine spezifische Bauweise und einen für die Region seltenen Erhaltungszustand aus. Er wurde überwiegend aus ungebrannten Schlammziegeln errichtet, wobei Kalkstein lediglich für statisch oder dekorativ wichtige Elemente - wie Türpfosten und Säulen verwendet wurde. Der Aufbau ist dreigeteilt und besteht aus

  1. einem zentralen Sanktuar (das Heiligtum)

  2. zwei flankierenden lateralen Kapellen

  3. und einem vorgelagerten Vorhof, der von einer massiven Umfassungsmauer umschlossen war.

Zwischen der zentralen Struktur und der Außenmauer verlief ein schmaler Korridor, in dem Archäologen Reste einer Treppe vermuten, die einst auf das Dach des Tempels führte. Únter Sesostris II. festigte sich die Rolle von Tell el-Dab'a als strategischer Außenposten und Handelsknotenpunkt zur Levante. Funde von kretischer Keramik und syro-palästinischern Einflüssen belegen den frühen internationalen Charakter der Stadt. Bei den Ausgrabungen durch die österreichische Archäologische Mission unter Manfred Bietak wurden Opfergruben entdeckt, die eine ungewöhnliche Mischung aus Tierniederlegungen und Keramik enthielten, was wertvolle Rückschlüsse auf die damaligen Tempelrituale und den kulturellen Austausch mit der Levante zulässt. Wie aus dem Grabungsbericht von Manfred Bietak hervorgeht, enthielt die Opfergrube Keramikgefäße sowie die Skelette zweier Esel, die über vier Schafe gelegt waren.

Asiatische Siedler begannen bereits in der späten 12. Dynastie sich in Tell el-Dab'a niederzulassen. Viele von ihnen standen im Dienst des Königs und dienten als Soldaten oder als Schiffsbauer.

Gebiete außerhalb Ägyptens





Abu Simbel / Unternubien
- Steinbrüche von Toschka -

 

In den Steinbrüchen von Toschka (bei Abu Simbel) fand man einen Votiv-Falken - eine Figur aus hellem Sandstein (H. 0,35m) die wohl original in einem Schrein oder einer Felsnische oder auch einer kleinen Kapelle gestanden hatte. Interessant ist, dass es sich hier wohl wieder um einen Falkenkult handelt - wie schon unter Sesostris I. Wir kennen aus dem Mittleren Reich vier Falkenfiguren, die alle eine Kartusche auf ihrer Brust tragen. Zwei der Figuren stammen aus den Steinbrüchen von Toschka und zwei weitere wurden auf dem Sinai gefunden - alle 4 waren somit nicht im Kernland von Ägypten aufgestellt. Die Falkenfigur aus dem Sinai stammt von Sesostris I. und die beiden Figuren aus Toschka tragen die Kartuschen von Sesostris II. und Amenemhet III. Die vierte Figur, die ebenfalls vom Sinai stammt, trägt die Kartusche von König Snofru (Altes Reich) - dürfte aber auch im Mittleren Reich angefertigt worden sein (12. Dynastie). Sie befindet sich heute im Brit. Museum London, BM 41745 (grauer Marmor aus SAerabit el-Chadim - siehe Anm. 6 in Eileen Hirsch, Kultpolitik - Achet-Verlag, Berlin 2004, S. 86).

         Statue eines Falken mit der Kartusche von Sesostris II.
       - heute im Nubischen Museum Assuan JE 59498 - heller Sandstein, H. 0,35 m -

Der König in Gestalt eines stilisierten, relativ einfach gearbeiteten Votivfalkens. Die Kartusche mit dem Thronnamen des Königs (Cha-cheper-Re) ist auf der Brust des Falkens angebracht. Die Schwanzspitze und die hohe Basis sind leicht bestoßen - die Oberflächae ist verwittert.
Bild:       Statue of a hawk
Autor:     Marsupium, Wikipedia, 7. März 2024
Lizenz:    CC BY 4.0

 

Serabit el-Chadim
- Sinai -

Serabit el Chadim auf der Sinai-Halbinsel war das bedeutendste Zentrum für den Abbau von Türkis und Kupfer im antiken Ägypten. König Sesostrsis II. entsandte Expeditionen in diese entlegene Region, um die wertvollen Ressourcen für seine Bauprojekte und für die Schmuckherstellung zu beschaffen. Leider haben sich nur wenige Zeugnisse von diesen Expeditionen erhalten.  Eine Inschrift aus seinem 2. Regierungsjahr, die von Heqaib stammt, belegt aber, dass diese Expeditionen auf den Sinai stattfanden.

Aus dem Hathortempel bei den Türkisminen in Serabit el-Chadim, welcher der "Herrin des Türkis" gewidmet war, stammt eine kopflose kniende Statuette, welche den Eigen- und Horusnamen von Sesostris II. trägt, die sich heute im Institute for the Study of Ancient Cultures, Chicago Inv.-Nr. 8664 - Sandstein, hellrot, H- 0,175 x L. 0,16 x B. 0,23 m) befindet (Quelle: dt. Wikipedia, Sesostris II. und Baker: Encyclopedia of the Egyptian Pharaohs, Londond 2008, S. 396 und Eileen Hirsch, Kultpolitik). Das Fragment der kleinen Statuette (ohne Kopf) zeigt den knienden König. Auf dem Sockel befindet sich eine Inschrift in einer großen Kartusche. Eine weitere Privatinschrift befindet sich auf der Vorderseite des Sockels - sie stammt von Heqaib (Quelle: PM VII, 274; Gardiner/Peet/Cerny: Inscription of Sinai I, Pl. 22.79; II 89 in Eileen Hirsch, Kultpolitik - Achet-Verlag 2004, S. 311).

  1. Inschrift: "Es lebe Horus, Seschemtaui, König von Ober- und Unterägypten, Cha-cheper-re, beschenkt mit Leben wie Re [ewig]".

  2. Privatinschrift: "{von seinem Herrn] erwählt, Gottessiegler, Herold des Wachbereiches Hekaib, {Geehrter]...."

Eine weitere Statue aus Serabit el-Chadim befindet sich zwar auch der Name von Heqaib - als König wird allerdings Amenemhet I. genannt, der von Hathor und Sopdu, dem Herrn der Fremdländer anerkannt wird. Dieses wäre dann die erste Nennung des Gottes Sopdu im Sinai. Die Datierung in die Zeit von Sesostris II. scheint durch die Inschrift des Heqaib einigermaßen gesichert. Falls diese Statue von Sesostris II. als "Vorfahrenstatue" tatsächlich in Auftrag gegeben wurde, untermauert sie die schon mehrmals gezeigte besondere Beziehung zu den Vorfahrenkönigen. Hier scheint es also sein Vorfahre Amenemhet I. (Gründer der 12. Dynastie) zu sein, der hier geehrt wurde. Etwas verwunderlich ist es nur, dass Sesostris II. hier nicht - wie ansonsten üblich - als Auftraggeber für die Vorfahrenstatue genannt wird. Einige Forscher mutmaßen daher, dass es auch möglich sei, dass Heqaib die Inschrift auf eine schon bestehende Statue von Amenemhet I. anbringen ließ (2).

Wadi Gawasis/Gasus
- Expeditionsstele -

Mersa Gawasis (altägyptisch "Saww") ist ein kleiner ägyptischer Dau-Hafen am Roten Meer und eine ehemalige altägyptische Hafenstadt. Der Hafen liegt an der Mündung des Wadi Gawasis - zwei Kilometer südlich der Mündung vom Wadi Gasus. Der Ort wurde zur Zeit von König Sesostris I. bis Sesostris III. (12. Dynastie) nachweislich als Hafen genutzt und diente auch als Ablegestelle für Schiffsexpeditionen nach Punt und ebenso auch als Ausgangspunkt für Reisen zu den Sinai-Minen verwendet. Die Schiffe wurden nicht direkt am Meer gebaut, sondern in Einzelteile zerlegt vom Niltal (nahe Koptos/Qift) per Eselkarawane durch dsie ´Wüste zum Hafen transportiert und dort wieder zusammengesetzt. Die Forscher fanden in künstlichen Höhlen am Wadi Gawasis 4000 Jahre alte Schiffsteile, darunter Taue, Planken, Ruderblätter und Anker aus der Zeit der 12. Dynastie.

Der Ägyptologe Sir John Gardiner Wilkinson fand im Wadi Gasus am Roten Meer, in einer kleiner Wasserstation aus römischer Zeit in einem Sanktuar (Wilkinson nannte es einen Tempel) eine Stele, die von dem Kammerherrn und Schatzhausvorsteher und Siegelbewahrer des Gottes ( sD3wt j-nT r") Chnumhotep stammt, und die sich heute im Orientalischen Museum der Universität von Northumberland/Durham Nr. 1935 befindet (Quelle: Stele des Chnumhotep mit der Angabe des Jahres 1: A.M. El-Sayet, Discovery of the site of the 12th dynasty port at Wádi Gawasis on the Red Sea shore, in RdE 29 / 1977). Die Stele besteht aus schwarzem Basalt und misst in ca,.66 x 35 cm. Die Stele sollte wohl an eine Expedition im 1. oder 2. Regierungsjahr von Sesostris II. erinnern, die nach dem Wadi Gawasis anschließend in eine Fahrt nach Punt endete (Quelle: El-Sayed Mahfouz, New Epigaphic Material from Wadi Gawass 1999 - online-Version - S. 3).

Chnumhotep wurde von König Sesostris II. in dessen 1. Regierungsjashr beauftragt, eine Expedition nach Punt zu führen. Dies geht zwar nicht direkt aus dem Stelentext hervor, jedoch wird Punt indirekt erwähnt ine einem mehrdeutigen Toponym "Gottesland". Die Expedition wurde wohl auch von Chnumhotep geleitet. Er wurde wohl von zwei weiteren ägyptischen Beamten begleitet, die namentlich hinter der Darstellung des Chnumhotep genannt werden. Es sind der "Herr des Hauses" (Hry-pr) Nfr-Htp jrj-at Nb-SAbt, (der Majordomus Neferhotep) und der Aufseher der Halle (hall keeper) (?) Neshabet. Der Ägyptologe D. Franke belegte in einer neueren Studie, dass dieser Chnumhotep nicht der berühmte Normach des 14. Gaus von Unterägypten (Beni Hassan) war, sondern einer seiner Söhne gleichen Namens.

                                         Stele des Chnumhotep - Wadi Gawasis aus Jahr 1, Sesostris II.
                                                - rundbogige Basaltstele (Maße: 66 x 35 cm) - heute im Durham-Museum Nr. 1935 -

Die Stele ist in zwei Register unterteilt: Oben am Stelenrund schwebt die geflügelte Sonnenscheibe. Darunter ist der König mit der Doppelkrone von Ober- und Unterägypten zu sehen, der mit dem kurzen Königsschurz bekleidet ist. In der linken Hand hält er die "Hd-Keule" - in der rechten Hand einen langen Amtsstab. Hinter ihm befindet sich seine Ka-Standarte. Ihm gegenüber steht der Gott Soped / Sopdu, "der Herr des Goldlandes und der Herr des Ostens", mit zwei hohen Federn auf seinem Kopf und er trägt das typische Schurzgehänge. Der Gott hält dem König mit seiner rechten Hand ein Anchzeichen an die Nase. Über, vor und hinter dem König befinden sich Inschriften, die sich auf ihn beziehen.

Text vor dem König:  "König von Ober- und Unterägypten (Khakheperre)|, mit starken Arm, Herr des Machens".
Hinter dem König: "Horus Sechemtaui, dem Leben gegeben sei wie Re".
Text beim Gott Sopdu: " der Worte, ich gebe dir alle Freude, alle Gesundheit, alles Leben, Dauer und allen Besitz".


Das untere Bildfeld der Stele ist vom oberen durch eine Textzeile getrennt und nennt das Datum: " Jahr 1, errichtet als Denkmal im Gottesland". (Umzeichnung aus El-Saqaed Mahfouz, Wadi Gawasss 1999 - online-Version).
Bild:    Stela of Khnumhotep
Autor: Geni, Wikipedia Sept. 2025
Lizenz: CC BY-SA 4.0

 

                Umzeichnung der obigen Stele durch E. A. Wallis Budge

Bild: gemeinfrei

Die Stele zeigt - im oberen Bildfeld - rechts den Gott Sopdu (den Herrn der östlichen Wüste), der Leben an Cha-cheper-Re (Sesostris II.) gibt. Darunter befindet sich eine Inschriftenzeile mit der Nennung des Jahr 1 und des "Gotteslandes".

 

Im Bildfeld des unteren Teiles erscheint links Chnumhotep mit dem langen Amtsstab in seiner Hand - vor ihm befinden sich acht Textkolumnen und eine hinter ihm.
Von links nach rechts: (Quelle für Übersetzung: (Quelle: El-Sayed Mahfouz, New Epigaphic Material from Wadi Gawass 1999 - online-Version - S. 3).

1. Kanzler des Gottes  (oder vielleicht besser Siegler des Gottes)

2. Der wahre Königsbekannte, den er liebt, der bevorzugte seines Herrn.

3. Derjenige, der die Gesetzte kennt, der nützliche Experte, der folgt

4. dem Weg der Ausgezeichneten, der es nicht 

5. bricht die Anweisungen des Palastes

6. der einzigartige für den König von Ober- und Unterägypten, der im Palast aufwuchs, dem Schüler

7. des Horus, dem Herrn der Beiden Länder,

8. gleich Thot, der Vorsteher der inneren Kammer, Chnumhotep.

 

Die Textkolumne hinter dem Beamten: lautet:  "Der Herr des Hauses Neferhotep, der Hirte Nebchabet “


 

Vor nicht allzu langer Zeit wurde im Wadi Gawasis (dem antiken "Saww" am Roten Meer, eine weitere Kalksteinstele (Fundort: Punkt WG 29) gefunden, die aus dem Regierungsjahr 2 von König Sesostris II. stammt. Sie wurde im nordwestlichen Bereich der Ausgrabungsstelle - außerhalb des Eingangs zu Höhle  (Cave 8) im Wadi-Bett gefundesn. Die Archäologen vermuten, dass sie ursprünglich von einer höher gelegenen, religiösen sakralen Struktur (Tempel oder Kapelle ?) herabgerutscht ist. Die Stele liefert wichtige historische Belege für die maritime Organisation und die Außenhandelspolitik des Mittleren Reiches.

Auf der Stele wird ein königlicher Herold namens "Henenu"  (H̱n-nw) genannt. Der Stelentext berichtet, dass Henenu im 2. Regierungsjahr von König Sesostris II. auf Wunsch Seiner Majestät in den Min-Tempel kam, um wohl eine Expedition nach Punt zu unternehmen ("Bia-Punt" - dem Bergwerk von Punt") - (Quelle: "Between Two Times" - Eine Neubewertung der Stele WG 29 von Wadi Gawasis mit neuen Einblicken in ihrer Bedeutung / 2025. Journal of the American Resarch Center in Egypt, 61 (1), 129-148  DOI: https://doi.org/10.5913/jarce.61.2025.a008 )

In der Chronologischen Abfolge schließt die Datierung unmittelbar an die Inschrift des Gaufürsten Chnumhotep (siehe oben) an (Jahr 1 von Sesostris II.), was eine kontinuierliche, strategische Nutzung des Hafens am Roten Meer unter den Königen Sesostris I, Sesostris II., Sesostrsis III. und Amenemhet III. und IV. belegt. Eine Inschrift aus Bir Umm Al-Huwaytat berichtet von einer See-Expedition aus der Zeit Amenemhet II. und zeigt die Nutzung des Hafens auch in seiner Zeit.

Stelenbeschreibung:
Die geflügelte Sonnenscheibe schwebt oben in der gerundeten Stele - zum Teil ist noch die rote Farbe erhalten. Darunter befindet sich in der Mitte das königliche Serech auf dem Horusfalken darauf. Rechts wird der König "als von Min von Koptos geliegt" bezeichnet, und ihm wird Leben gegeben. Links befindet sich das königliche Protokol: "der vollkommene Gott (Cha-Cheper-Re)| Herr der Beiden Länder, beschenkt mit Leben, ewiglich". Darauf folgen sechs waagerechte Textzeilen. Als Datum zu Beginn der ersten Zeile wird das Jahr 2 genannt. Danach folgt ein Königsbefehl.

Interessanterweise folgt dieses Datum unmittelbar dem der Inschrift auf der Stele des Chnumhotep - die das Datum des 1. Jahres von Sesostris II. zeigt ("Jahr eine: Errichtung seines Denkmals in Ta-netjer". Es ist also denkbar, dass dies ein Hinweis daraufaist, dass sich beide Texte auf ein und dasselbe Denkmal beziehen könnten und dass die Stele des Chnumhotep ein Ereignis verzeichnet, dass in diesem Gebiet zwischen Mersa Gawasis und dem Wadi Gasus stattgefunden hat. Allerdings huldigen die Inschriften auf der Stele des Chnumhotep einzig und allein dem Gott Sopdu und nicht dem Min von Koptos. Beide Götter haben in dieser Region jedoch mehrere Merkmale und haben auch einige Beinamen gemeinsam, so dass sie sicherlich miteinander verbunden sind. Es wird auch vermutet, dass zu dieser Zeit in der 12. Dynastie der Gott Min noch nicht der unbestrittene "Herr" der Region war (siehe JARCE 47 / 2011 The Middle Kingdom Red Sea Harbor at Mersa/Wadi Gawasis, Kathryn a. Bard and Rodolfo Fattovic).

Felsinschrift zwischen Assuan und Philae
- Jahr 5 von König Sesostris II. -

In der Region auf dem Weg zwischen Assuan und Philae - südlich des Ersten Katarakts entlang eines strategisch wichtigen Handels- und Transportweges - befindet sich auf einem Granitfelsen die Inschrift eines hohen Beamtens aus dem 5. Regierungsjahr von Sesostris II. Urheber war ein hoher königlicher Expeditionsleiter oder regionaler Verwalter, der im Auftrag des Palastes Ressourcen im Süden Ägypten sicherte. Diese Inschrift wurde im Jahre 1894 von Jacques de Morgan in seinem Standardwerk Catalogue des monuments et inscriptions de l'Egypte antique katalogisiert. Diese Inschrift aus dem Jahr 5 nennt nur den Namen von König Sesostris II. (und nicht den seines Vaters Amenemhet II.), was beweist, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits alleine regierte.

Die Inschrift lautet: "Regierungsjahr 5 unter der Majestät des.....Horus, Seschemu-taui (der die Beiden Länder führt); die beiden Herrinnen (Nebti): Secha-maat (der die Wahrheit erscheinen lässe); der Goldhorus: Hotep-netjeru (Zufrieden sind die Götter), König von Ober- und Unterägypten, Cha-cheper-Re (Erschienen ist die Gestalt des Re), Sohn des Re, Sesostris, geliebt von Chnum, dem Herrn der Kataraktregion, er soll ewig leben".

Der Königsbefehl darunter lautet: " S. M. befahl, dass die Wege inspiziert und die Grenzen des Südens zu sichern sind. Die Truppen (und die Expeditionsteilnehmer) kamen unbeschadet an, um die Denkmäler für seinen Vater [dem Gott] zu errichten und die Region Wawat (Unternubien) zu kontrollieren".

                    Felsinschrift aus dem Jahr 5 zwischen Assuan und Philae

Nach “ Die Höchsten Beamten ” von W. Grajetzki (Bild: Lepsius II., 123 d- gemeinfrei).

Bei dem Expeditionsleiter, der dieses Unternehmen aus dem Jahre 5 von Sesostris II. leitete, handelt es sich um den lokalen Gaufürsten und Expeditionsleiter "Mentuhotep", der hohe administrative Titel trug, darunter "Fürst und Graf" und "Vorsteher der Priester". Die Inschrift dokumentiert eine offizielle Inspektion der Festungen in Wawat (Unternubien) und belegt, dass bereits unter König Sesosotris II. - und nicht erst unter seinem Nachfolger Sesostris III. - eine systematische Kontrolle und Sicherung der südlichen Grenzregion stattfand.

Die Felsinschrift nennt den Namen und die Titel von  zwei Brüdern mit dem gleichen Titel. "Ankk" trägt eine lange Rangtitelnennung (ohne rx-njs.wt) - sein Bruder Mentuhotep ist hingegen "jrj-pat und HAtj-a = Graf und Fürst).
Mentuhotep: " - einem Beamten der ägyptischen Zentralverwaltung, der die Inschrift mit dem Datum 5 von Sesostris II. hier hinterließ. Seine Rangtitel waren: "Irj-pat, Hati-a, Großer der 10 von Oberägypten" mit dem Namen Mentuhotep (siehe De Morgan, Nubie a Kom Ombos, 24, Nr. 165) (wr mdw Sma.w, jrj-pa.t HAtj-a xtmtj-bjtj smr-watj). Des weiteren wird noch ein Beamter mit dem Namen "Hapu" genannt.
Die Inschrift berichtet weiter von Inspektionsreisen der Festungen in Unternubien unter König Cha-kau-Re (Sesostris II.


"Graf und Fürst, Großer der 10 von Oberägypten, Mentuhotep"
und "Graf und Fürst (oder Bürgermeister), [Siegler des Königs, einzigartiger Freund], Mentuhotep"


Wadi Hammamat
- Expeditionsste -

Eine Felsinschrift (Couyat-Montet Nr. 104) aus dem "Jahr 2, vierter Monat der Achet-Zeit (Aht) Jahreszeit, Tag 8 (und) 11 (?)" - die sich heute immer noch in situ im nördlichen Teil der Granitsteinbrüche des Wadi Hammamat befindet, zeugt von einer Steinbruchexpedition hierher.  Der Ägyptologe Dr. Rolf Gundlach möchte die "Inschrift G 77" dieser Expedition aus dem Jahr 2 zurechnen. In ihr wird das Datum " Jahr 2, 4. Monat, der Achet-Jahreszeit, Tag 11 oder 12"genannt. Als Aufbruchsdatum aus Hammamat wird in der Inschrift M 104 (Zeile 4) "Jahr 2, 1. Monat der prt-Jahreszeit (Peret) angegeben. Damit ergäbe sich ein Aufenthalt der Expedition von knapp einem Monat im Hammamat. Der Text nennt den Thronnamen von Sesostris II: (Cha-cheper-Re) und seinen Horusnamen (Wer-hepu). Wie bei den meisten Expeditionen in dieses Gebiet gind es hauptsächlich um den Abbau des wertvollen, dunklen Grauwackew-Gesteins (auch bekanntals "bechen-Stein" für königliche Bauprojekte und Statuen. Neben den vollständigen königlichen Protokoll mit dem Horus-Nebti und Thronnamen preist der Text wie üblich die Loyalität und die bevorzugte Stellung der Expeditionsleiter an, sowie die tägliche Versorgung und die erfolgreiche Durchführung des Auftrags im Dienste des Königs. Aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes und einer unzureichenden Publikation des Textes in den Les inscriptions hieroglyphiques et hiératoqies du Quádi Hammàmat sind die genauen Titeln der Expeditonsleiter nicht nicht eindeutig überliefert. Der Beamte "Wer" (in Umschrift: Wr sꜢ Ikr) erklärt in der Inschrift, dass er in diese Wüste reiste, um Baumaterialien oder Edelsteine für die Denkmäler der Majestät des Königs zu brechen. Die sichere Rückkehr wird im selben Jahr für den ersten Monat der Peret-Saison (Aussaat) vermerkt. (4).

Die Inschrift lautet: "Jahr 2, vierter Monat der Achet-Jahreszeit - für den Horus Seshem-tawy, der zu den beiden Göttinen Seshmet und Maat gehört {für den Sohn des Re], den König von Ober- und Unterägypten, Cha-cheper-Re - er möge ewig leben. Sein wahrer und bevorzugter Diener, der alles tut, was er sagt und was der König im täglichen Leben lobt, ein Kenner der Gesetze im Land der Seshmet...darin; sein Geliebter, der Angesehene an der Spitze des Gefolges, Groß in seinem Amt und bedeutend in seinem Status, Wer, Sohn des Iker. Ich begab mich in diese Wüste, um Steine für S. M, des Königs von Ober- und Unterägypten Cha-cheper-Re, Sohn des Re, Sesostris zu brechen, möge er leben ewiglich! Dieses geschah am Tag 8 des 2. Jahres, im 4. Monat der Achet-Jahreszeit. Ich kehrte in Frieden zurück im 2. Jahr, im ersten Monat der Peret-Jahreszeit, am vierten Tag - und hinter mir lagen 200 Steine, die ich gebrochen hatte" (Quelle: Teilweise eigene Lesung der Transkription (4) von M. Ahmed Mahmoud Seliem (Jaauth, Vol. 23, Nr. 1, 2022, p. 215).

 

Quellen und Literatur:
1. Wikipedia dt. und englisch
2. Eileen Hirsch, Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie - Achet-Verlag, Berlin, 2004
3. Dieter und Dorothea Arnold (1979) Der Tempel von Qasr el-Sagha ( Philipp von Zabern-Verlag)
4. article_292911_7b3451200ae62e9d8eba85c993c4f194.pdf

 

  

Button22
Biografie Sesostris II.
Button22
Pyramide Sesostris II.
Button22
Sitemap