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Pyramide Pepi I.

Familie Pepi I.

(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952

Innenpolitisch setzte sich unter der Regierung von Pepi I. die Entwicklung der Provinzen für größere Selbstständigkeit gegenüber der Residenz fort, welche dann von den dortigen Beamten geleitet wurden. Es gibt Gelehrte, die von mehrmaligen innenpolitischen Schwierigkeiten innerhalb der Regierungszeit Pepi I. ausgehen. Es wird sogar von zwei Verschwörungen gesprochen -an einer soll der Wesir Rawer/Ra-wer (nach N. Kanawati) beteiligt gewesen sein. Daraufhin sollen in seinem Grab in Saqqara sein Name und sein Bild gelöscht worden sein. Die andere Verschwörung soll angeblich durch eine Königin ausgelöst worden sein, über die der Richter und Priester des Pepi-I.-Pyramdienbezirks "Uni" oder "Weni" als Hofbeamter in seiner Grabbiographie berichtete.

Aus der Regierungszeit von Pepi I. kennen wir einige seiner hohen Hofbeamten namentlich, wobei aber die Zahl und zeitliche Ansetzung der Inhaber des Wesirrats umstritten sind.

Während der Herrschaft des Teti (II.) und der frühen Regierung Pepi I. sind in dem Amt:

  1. Anch-mahor/Sesi

  2. Mereruka/Meri

  3. Chentikai/Ichechi

  4. Mehu

  5. Ptah-hotep

und aus den späteren Regierungsjahren:

  1. Tep-em-anch

  2. Tjenti

  3. Meriteti 

  4. Rawer

  5. Nefer-sechem-sechat/Chenu

  6. Sesi

  7. und Idu/Nefer Anch-meriré (ein Sohn des Wesirs Mereruka/Meri

bekannt. Dazu kommt vermutlich noch ein Seschem-nefer (lt. Nigel Strudwick und außerdem wird noch ein Ttw erwähnt). Die Frage ist aber, ob all diese Männer wirklich das Amt eines Wesirs ausübten. Denkbar wäre auch, dass es sich hierbei nur um einen Ehrentitel handelt.

Weni oder "Uni"

Die von Mariette aufgefundene berühmte biographische Grabinschrift des Uni (oder Weni der Ältere) befindet sich heute in Kairo (Nr. 1435, Helck Urk. I.98 ff) und sie liefert uns wichtige Informationen über den Werdegang des Uni. Das Mastabagrab des Uni wurde von Mariette 1869 in Abydos (im sog. "Middle Cemetery") entdeckt. Das Grab lag an dem Prozessionsweg, der zum Osiris-Chontamenti-Tempel führte - davor standen zwei kleine Obelisken. Darauf befindet sich eine Inschrift, in welcher Uni als "Gouverneur und wirkliche Vorsteher des Südens" bezeichnet wird. Aus dem Grab des Uni/Weni stammen mehrere Stücke, darunter eine große Scheintür (heute Kairo CG 1574), eine Inschriftentafel (Kairo CG 1643), ein Reliefbruchstück (Kairo CG 1670), zwei Obelisken (Kairo CG 1390-1) und ein Teil von der Grabwand mit biographischer Inschrift (Kairo CG 1435) (Quelle: Farouk Gomaá, Ägypten während der Ersten Zwischenzeit, 1980, Reichert-Verlag in Komm.). Auf einem Fragment der großen Scheintür ist in zwei Textzeilen auch der Name seines Vaters genannt, dessen Name "Iuu" war.

Mariette barg einen Block mit dem berühmten biographischen Text des Uni, der sich heute im Museum Kairo befindet. Seine autobiografische Inschrift, die 1860 in einem Grab in Abydos entdeckt wurde, beschreibt seinen Dienst unter drei Königen, welcher in seiner Ernennung zum "Wahren Gouverneur von Oberägypten" gipfelte. In der Ägyptologie wird dieser Text als "wichtigstes historisches Dokument aus dem Alten Reich" bezeichnet, wobei es der Aufstieg einer Klasse von "neuen Männern" in der ägyptischen Politik und Gesellschaft ist, die ihren Aufstieg nicht ihrer edlen Geburt verdankten, sondern ihrer Fähigkeit. 

Leider versäumte es Mariette, die genaue Lager des Uni-Grabes anzugeben und war auch nicht gerade für akribische Feldaufzeichnungen bekannt, wodurch es keine detaillierten Aufzeichnungen der Fundstelle von der Inschrift gab; ebenso wenig von den Gräbern mehreren anderer Beamter, die auf dem "hohen Hügel" (dem Ort, wonach diese Fundstelle dort ihren Namen hatte) bestattet  und von Mariette entdeckt wurden. So geriet die Lage des Uni-Grabs bald in Vergessenheit. Erst bei den Ausgrabungen im Jahre 1999 die von der Arizona State University u. a. unter der Leitung von Janet Richards vorgenommen wurden, gelang es die Grabanlage zum zweitenmal aufzufinden und diese dann gründlich zu untersuchen und zu protokollieren (siehe Kelsey Museum, Newsletter 2000)

Die Mastaba maß ca. 30 x 30 m im Quadrat bei einer Höhe von ca. 5,5 m. Im Serdab des Uni-Grabes fand Richards eine Statue des Grabherrn, die ihn als nacktes Kind zeigt.  2001 konnte sogar der für ihn vom König gestiftete Sarkophag aufgefunden werden. Es konnte nun auch nachgewiesen werden, dass der Vater von Uni der Wesir Iuu war (Quelle: Abydos, David O`Connor, Thams  Hudson 2009, p. 79).

Statue Uni als nacktes Kind

- gefunden von Janet Richards
 im Serdab seines Grabes -

Diese Kalksteinstatue zeigt Uni/Weni, "den Älteren" und "wahrer Vorsteher  von Oberägypten" als nacktes Kind . Gefunden im Serdab seiner Mastaba in Abydos. 

Heute befindet sich diese Statue im neuen National-Museum von Sohag (leider keine Inventar-Nummer).

 

 

 

 

Bild: mit frdl. Dank Kairoinfo4U
        - alle Rechte vorbehalten - 

Uni war ein Mann niederer Herkunft, der seine Karriere als Beamter geringen Ranges bereits unter König Teti II. begonnen hatte. Im Laufe seiner Kariere wurde er "Vorsteher des Magazins" und "Untervorsteher der Pächter des Palastes"(1) sowie "Wächter von Hierakonpolis". Unter König Pepi I. ging die Karriere von Uni steil bergauf: der König ernannte ihn nacheinander zum

  1. Ältesten der Sakristei
  2. Untervorsteher seiner (Pepis) Pyramidenstadt
  3. Einzigen Freund
  4. Vorsteher der Pächter des Palastes
  5. Wächter von Hierakonpolis (als er den Prozess gegen eine nicht namentlich genannt Königsgemahlin und "weret-hetes" (ein Königinnentitel des Alten Reiches

Doch lassen wir Uni nun selber sprechen (Grabinschrift siehe Urk. Helck I.98 ff) - wohl noch unter König Teti II.

„Ich war ein Jüngling, dem das mdh–Band gebunden wurde unter der Majestät Tti 
 
............. ältester Vorlesepriester des Palastes unter der Majestät des Pepi".

Er diente unter Pepi I. als Heerführer in den nubischen Gebieten von Irtjef, Medja, Jam, Wawat und Kaau (1). Des weiteren führte er die Söldner des Königs erfolgreich gegen die Nomaden von Südpalästina, die in seiner Grabbiografie als "Sandbewohner" (Hr.jw-Sa) bezeichnet werden. Nach seiner siegreichen Heimkehr verfasste er einen autobiografischen Bericht in Form eines Siegeslieds in 14 Versen. Weitere Aufstände der Sandbewohner wurden von Uni ebenfalls niedergeschlagen. Als Heerführer unternahm Uni etwas später einen seegestützten Feldzug nach dem "Gazellengau" (wohl ein Berg an der südpalästinischen Küste), das in der Grabbiografie ausdrücklich als nördlich des Landes der "Sandbewohner" bezeichnet wird (1). 

Später wurde die politische Lage im Inneren des Landes aber vermehrt unsicherer, was dazu führte, dass König Pepi seinem Beamten Uni weitere ehrenvolle Aufgaben gab. Pepi I. setzte ihn zur Untersuchung einer Haremsverschwörung ein, die gegen den König gerichtet war (die nach Auffassung einiger Ägyptologen - siehe Sabine Köthen-Welpot/„Festschrift für R. Gundlach zum 75. Geburtstag“ um das 21. Jahr der Zählung zu datieren wäre).

Uni erhielt das Amte des "Ältesten der Bekleidungskammer" (sms.w n DbA.t) sowie den Rangtitel eines "Freundes" (smr). Später stieg er zum "Untervorsteher der Gottesdiener seiner Pyramidensiedlung" (sHD Hm.w-nTr n njw.t=f) auf und schließlich wurde er vom König zum "Richter und Sprecher von Herakonpolis" (sAb rA-NHn) ernannt. Uni berichtet darüber in seiner Grab-Biografie:

Seine Majestät machte mich zum "Wächter von Nechen"**(alter Name von Herakonpolis) 
da er sich auf mich mehr verließ als auf jeden anderen seiner Diener. Als im Harim seiner Majestät eine Untersuchung gegen die Königsgemahlin Weret-Hetes durchgeführt wurde, veranlasste S. M., dass ich kam, um zu (ver)hören, indem ich allein war. Nicht war irgendein Wesir oder irgendein hoher Taiti-Sab-Wesir (= Großwesir) bei mir, sondern nur ich allein wegen (meiner) Tüchtigkeit und das Herz S. M. erfreute. Ich schrieb (es) auf, indem ich alleine war, nur mit einem Richter und Schreiber von Hierakonpolis, obwohl mein Rang nur der eines Beamten des königlichen Palastes war. Niemals zuvor hat einer wie ich die Geheimnisse des königlichen Harems gehört, doch S. M. ließ es mich hören, weil ich eben angesehen war im Herzen S. M., mehr als irgendeiner der Offiziellen von ihm, mehr als irgendein Vornehmer von ihm, mehr als irgendein Diener von ihm.....
(
nach Kurt Sethe: Urkunden des ägyptischen Altertums, Band 1 - J. C. Hinrichs, Leipzig 1933 und Hermann Schlögl. C. H. Beck-Verlag: Das Alte Ägypten, S. 115) und Helck Urk. I., 100, 13ff.

**Anmerkung: ein Amt als Assessor bei Gerichtsverfahren (siehe Hermann Schlögl, Regine Buxtorf in "Das Alte Ägypten", S. 115, C. H. Beck-Verlag) 

Demzufolge führte Uni als Amtsträger nun die Untersuchung gegen die Königsgemahlin durch - nur begleitet von einem "Richter und Schreiber von Hierakonpolis". Ausdrücklich betont Uni in seiner Grabbiografie, dass er " anstelle eines Taiti–Sab-Wesirs ( = Großwesir) im königlichen Harim das Verhör alleine durchführen sollte, ohne einen Vorgesetzten".  (nur mit einem Protokollführer). Hierbei bleibt auch unklar, wer die zu verhörende Königin war, die hier nur "weret-hetes" (ein Königinnentitel des Alten Reiches) - wobei R. Gundlach (der Pharao und sein Staat/Wissenschaftliche Buchges., 1998, S. 287) anmerkt: (Zitat) "Der eigentliche, uns besonders interessierende, Anlass der Untersuchung wird nicht genannt, nur, dass die "Angeklagte" eine der Gemahlinnen des Königs war und in der Biografie des Uni anstelle eines Namens nur der Königinnentitel "Weret-hetes" (Große Favoritin/Große des Hetes-Szepter) zu lesen ist.

Wahrscheinlich war Uni auch mit dem weiteren Fortgang des Prozesses nicht mehr betraut - was aus der chronologischen Fortführung seiner Grabbiografie zu deuten ist, wobei man davon ausgehen kann, dass Uni danach vom König zu den schon oben besprochenen Feldzügen auf der Sinai-Halbinsel gesandt wurde.

Inschrift des Uni/Weni aus einem Grab in Abydos
- die Autobiografie des Uni befindet sich heute im Museum Kairo

Uni weist in seinem Grab in Abyos in seiner Grabbiografie  auf verschieden Strafexpeditionen hin, die von ihm persönlich geleitet wurden. 

Die gelb unterlegte 4. Spalte von rechts handelt von der "namenlosen Königin". 

Umzeichnung: nach Auguste Mariette - public domain (bearbeitet von Nefershapiland)
- catalogue géneál des monuments d'Abydos 
découverts pendant les fouilles de cette ville (1880)

*

Uni diente sogar noch unter der Regierung von König Merenre (dem Sohn und Nachfolger von Pepi I.) - er muss dabei mindestens um die 45-50 Jahre alt gewesen sein, als er in die Dienste König Merenres trat und dieser ihn zum Vorsteher von Oberägypten ernannte mit dem Auftrag für insgesamt drei Expeditionen, die ihn zu den Steinbrüchen von Ibhat (Nubien), Elephantine und den Alabasterbrüchen von Hatnub führten. Des weiteren unternahm er eine Expedition nach Obernubien, um Baumaterial für Merenres Pyramide in Saqqara zu beschaffen und fünf Kanäle am I. Katarakt zu graben. Am Ende seiner Karriere wurde Uni zum Wesir befördert. 

 

Er starb wahrscheinlich unter König Merenre und wurde in einem Mastabagrab in Abydos begraben (1).

Pepi I. gewährte Uni während seiner Amtszeit als "Wächter von Nechen"(sAb-rA-Nxn) die Anfertigung eines Sarkophages aus den Steinbrüchen von Tura, sowie eine Grabausstattung. 

In seiner Biografie aus dem Grab in Abydos schreibt Uni darüber

"Ich erbat von S. Majestät, dass mir ein Sarg aus weißem Stein aus Tura gebracht werde. S. M. veranlasste, dass ein Gottessiegelbewahrer mit einer Truppe von Leuten unter seiner Leitung überfuhr, um mir diesen Sarg aus Tura zu bringen. Er [der Sarg] kam unter seiner [des Gottessieglers] Aufsicht in einem großen Schleppschiff der Residenz zusammen mit seinem Deckel, einer Scheintür, einem ...?...[etwas mit Türen], einere "Wange" (und) einem Libationsstein. Niemals warähnliches für irgendeinen Diener getan worden, weil ich trefflich war für das Herz S. M., weil ich erfreulich war für das Herz Seiner Majestät mit mir gefüllt war [=weil S. M. mir vertraute].

(Quelle: Urk. I. 99,10 - 100,4)

 

Inti 
- Richter der 6 großen Gerichte -

Ein Team tschechischer Ägyptologen der Karlsuniversität in Prag unter der Leitung von Prof. Dr. Miraslov Barta entdeckte 1995 in Süd-Abusir das Familiengrabkomplex von Qar, einem zuvor unbekannten Richter und Wesir der VI. Dynastie, der an der Verwaltung der Pyramidenkulte von Pepi I:, Meryre und Neferkare beteiligt war und seinen Söhnen. Qar hatte vier Söhne, die alle in seinem Familienkomplex begraben sind, wobei jedes Familienmitglied sein eigenes Grab nördlich von dem ihres Vaters besaßen.. Obwohl es im Alten Reich nur selten Darstellungen von Menschen in der Grabkammer gab, wurden in Qars Grab jedoch mindestens drei figürliche Darstellungen von Menschen an den Wänden gefunden (Quelle www.arce-nc.org/Barta.htm) .

Das Grab von Qars "geliebten Sohn Inti",  der als Richter unter König Pepi I. tätig war wurde von dem tschechischen Team während der Grabungssession 2000-2011 ausgegraben und enthielt eine Eingangsfassade mit dem bemalten Relief des Grabherrn. Beidseitig des Eingangs waren Obelisken aufgestellt, welche in dieser Zeit zur Ausstattung von Grabanlagen gehörten. Das Grab enthält einen 23 m tiefen Begräbnisschacht. Von der Opferkapelle aus gelangt man durch eine Tür direkt in diesen Schacht. Die traditionellen Dekorationen an der Tür enthalten Inschriften, die uns Auskunft über den Grabbesitzer und seine Familie geben sowie eine Ermahnung, das Grab nicht zu entweihen (Quelle: Mirislav Barta, Journey to the world of the Old Kingdom tombs in Ancient Egypte, Prag 2011). Zu seinen Titeln gehörten "Richter, Wächter von Nechen, Aufseher der Propheten der Pyramide des Teti, Pächter der Pyramide des Teti, Richter der sechs großen Gerichte und Sekretär der sechs großen Gerichte".

Bei den Ausgrabungen wurden eine aus Lehmziegeln erbaute und von Kalksteinplatten umhüllte Konstruktion des Überbaus entdeckt. Der mit Reliefs verzierte Eingang führte zu einem kleinen offenen Hof der Grabkapelle mit einem gewölbten Serdab und einem großen offenen Hof. Die Archäologen konnten die Fassade, den kleinen Hof und die Kapelle rekonstruieren und deckten sie zu ihrem Schutz mit einem Stahlbetondach ab. In der Grabkammer, die auf ihrer Ostseite eine Scheintür und einen großen Sarkophag aus Kalkstein enthielt, wurden Töpferwaren, Alabasterschalen und Kupferwerkzeuge und -Gefäße gefunden. Die wichtigste Entdeckung aus dem Grab ist aber eine sitzende Kalksteinstatue eines Beamten mit Namen Nefer, die im Eingang der Kapelle entdeckt wurde, die sich heute im Museum Kairo befindet. 

Das tschechische Archäologenteam in Abusir-Süd stellte bei der Freilegung der Mastaba des Richters Inti 's fest, dass der Grabschacht noch original verschlossen war. Sie fanden in dem Schutt der Sandmassen der Schachtfüllung Grabbeigaben wie Alabastergefäße, ein Opferaltar und Opferreste sowie Keramik, welche auf rituelle Zeremonien während des Bestattungsvorganges und dem Zuschütten nach dem Ende der Feierlichkeiten hindeuten. Aber bei der Freilegung des Sarkophags und der Grabbeigaben in der Grabkammer entdeckte man, dass auch hier eine Plünderung des Begräbnisses stattgefunden hatte. Dr. Barta glaubt, dass sogar in einigen Fällen die Beraubung der Grabkammer unmittelbar nach der Beerdigung stattgefunden hatte und bei der Bestattung des Richters Inti der Raub womöglich in der folgenden Nacht, unmittelbar nach der Bestattung, wahrscheinlich von den Grabwächtern selber, erfolgt war, da kein sekundärer Grabräubertunnel gefunden wurde.

Djau
-
Wesir von Oberägypten -

Djan - ein Mitglied einer einflussreichen Familie aus Abydos - fungierte unter der Regierung von Pepi I. als Wesir von Oberägypten. Seine Mutter war die Wesirin "Nebet", als sein Vater wird ein Mann mit dem Namen "Khui" genannt. Seine beiden Schwestern Anchesenpepi I. und Anchesenpepi II. waren beide Gemahlinnen von Pepi I.. Djau hatte schon das Amt eines Wesirs von Oberägypten inne, als sein Neffe, der König Pepi II. auf den Thron Ägyptens kam. Er wird in zwei königlichen Dekreten erwähnt - zum ersten in Abydos, die andere Erwähnung ist aus Koptos. Sein Todesdatum ist nicht bekannt - aber beim Bau der Pyramidenanlage von Pepi II. war er schon nicht mehr im Amt. Lt. Rolf Gundlach (der Pharao und sein Staat, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998, S. 383) war Djau wahrscheinlich der "Chefideologe" von König Pepi II., (Zitiat): "....konnte aber aufgrund fehlender Machtmittel - und sicher auch aufgrund fehlender Erkenntnis den Zerfall des Landes nicht erkennen und nicht verhindern". Der Zerfall des Landes beschleunigte sich nach dem Tode von Djau sogar noch.

Sein Grab müsste sich wahrscheinlich in Abydos befinden, die genaue Lage ist aber nicht bekannt (Quelle: Wikipedia "Djau" und Dodson, Hilton, Royal families, S. 76)

Chentika/Khentika, genannt Ikhekhi 
-
Wesir -

Der Wesir Chentika oder Ikhekhi (#ntj-kAj) amtierte schon unter König Teti und war Vorsteher der Pyramidenstadt des Teti und blieb es auch unter der Regierung seiner Nachfolger Userkare und und  Pepi I. ((Quelle: T. G. H. James, Khentika, Archaelogical Survey pf Egypt, London 1953 und Pharaos Volk von G. H. James/dtv-Verlag München 1988). Außerdem hatte er wichtige priesterliche Ämter an den Pyramiden des Teti und Pepi I. inne.

Seine Grabanlage befindet sich in Saqqara - nahe der Pyramide des Teti. Die Wesirstitulatur sowie sein Titel "imj-rA-Snw.tj pr.wj-HD" und "kAt-nb.t-n.t-njswt" (Vorsteher aller Arbeiten des Königs) (Quelle: James, Khentika, pl. XXVI/room A,B) erscheinen nur einmal auf dem Architrav über der Scheintür, ebenso auf den Grabwänden und auf zwei Pfeilern (siehe Strudwick) und (4).

In seiner Grabkapelle in Saqqara befindet sich eine Szene, in der fünf Distriktverwalter vor den Wesir gebracht werden, um sich gegen die Anklage der Mistwirtschaft zu verteidigen. Das Vorgehen ist nicht genau bezeichnet, doch handelt es sich wahrscheinlich um Nichtüberweisung der vorgeschriebenen Steuerbeiträge. Das Relief zeigt drei der Beschuldigten, die vor dem Wesir auf dem Boden liegen, zwei in tiefer Verbeugung, die von den Beamten gehalten werden. Zwei Schreiber hocken vor dem Wesir, die alles zu Protokoll nehmen. Ganz rechts auf der Darstellung sind zwei weitere Beschuldigte zu sehen (wohl ebenfalls Distriktverwalter), die an Pfosten festgebunden sind und für ihr Vergehen Stockhiebe erhalten.

Nach Strudwick (The Administration of the Old Kingdom, London 1985) wurde er erst in das Amt eines Wesirs berufen, nachdem sein Grab zum größten Teil fertig war - wohl am Ende der Regierungszeit von König Teti. Seine Amtszeit reichte dann noch bis in die Zeit König Pepi hinein. Aufgrund seines Titels: "tAj.tj-zAb-TA.tj mAa" geht Strudwick davon aus, dass er kein "echter" Wesir war, sondern diesen Titel in Verbindung zu seinen Ämtern in der Palastverwaltung und mehrerer leitender Funktionen in der Pyramidenstadt erhalten hatte. Wahrscheinlich hatte er die Ämter Wesir und Vorsteher von Scheune, Schatzhaus, Schreiber und aller königlichen Arbeiten am Ende seiner Laufbahn verliehen bekommen, wobei die Einheit dieser Ämter bei den Wesiren bei seinen Vorgängern oft zu finden sind. 

Er besaß als "Vorsteher der Pyramidenstadt des Teti und des Pepi I." sicherlich auch die Mittel und die Möglichkeit, sich eine große Grabanlage in Saqqara anlegen zu lassen [zu Chentika siehe auch (4)]

Qar - Meri-Re-Nefer
-
Vorsteher der Mennefer-Meri-Re-Pyramide -

Der Beamte Qar - Meri-re-Nefer lebte unter mehreren Königen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Qar Meri-Re-Nefer evtl. identisch ist mit dem Gaufürsten Qar Meri-re-Nefer im 2. oberägyptischen Gau, welcher erst im fortgeschrittenen Alter das Gaufürstenamt unter König Merenre erhielt und der den Großteil seiner Karriere am Hof von Memphis verbrachte, bevor er das Amt eines Gaufürsten von Edfu erhielt (siehe dazu weiter unten: Gaufürsten).

Wahrscheinlich war "Qar" sein Spitzname und "Meri-re-nefer" sein Geburtsname, geformt aus der Association des Thronnamens von Pepi I. in der Kartusche (Meri-Re) und dem Adjektive "Nefer" (schön, gut, perfekt). Eine königliche Kartusche in einem Personennamen war damals nichts Ungewöhnliches. Es datiert die Begräbnisstätte dieser Person und weist daraufhin, dass diese zeitlich nicht vor vor Souverän liegen kann, es aber nicht unbedingt später sein kann, denn ein Totenpriester (wie Qar es war) kann als lebendiges Abbild des Königs fungieren und dessen Andenken er bewahrt (Quelle: Osirisnet)

Seine Mutter war eine Frau mit dem Namen "Chenut" und seine Ehefrau hieß "Gefi", sie war eine Prophetin der Hathor. In seiner Grabanlage in Gi wird außerdem ein Sohn dargestellt, der den Namen "Idu" trägt. Die Ägyptologen nehmen allgemein an, dass Qar Meri-Re-Nefer der Vater von Idu, dem Inhaber der Mastaba G 7102 war (evtl. aber auch umgekehrt, dass Idu der Vater von Qar war)

Seine Titel und Ämter waren: (Quelle: William K. Simpson "Die Mastaba von Qar und Idu - G 7101 und 7102" Giza Mastabas 2, Boston: Museum of Fine Arts, 1976).

  1. Stellvertreter des Königs

  2. Schreiber der königlichen Dokumente

  3. (wahrer) Schreiber der königlichen Dokumente in Gegenwart des Königs (Sekretär des Königs in seiner Gegenwart)

  4. "Iwn-knmw.t (Iun-kenmut) = Stütze des Kenmut (https://de.wikipedia.org/wiki/Iun-kenmut

  5. Vorsteher der Wab-Priester

  6. Verwalter oder Kommandant von Männern

  7. Vorsteher der sechs Großen Gerichtshöfe

  8. Sab (hier: wohl Berater des Königs)

  9. Vorsteher der Landwirtschaft von Mennefer-Meri-Re-Pyramide (Pyramide des Pepi I.)

  10. Inspektor der Pyramidenstadt des Cheops zur Zeit Pepi I.

  11. einziger Freund

  12. Vorsteher aller Arbeiten

  13. Vorsteher der Pyramidenstadt des Menkaure (Mykerinosa)

und weitere Titel.

Sein Grab in Giza (in der Nähe der Ostwand der Cheops-Pyramide)
Seine Mastaba befindet sich auf dem großen Mastaba-Komplex im Osten der Cheops-Pyramide. Wenige Meter südlich davon befindet sich die große Doppelmastaba des Prinzen Kawab. Die oberirdischen Aufhauten der Mastaba sind heute fast völlig verschwunden und es sind nur noch Spuren davon im Fundament zu erkennen. Die Totenkapelle hingegen befindet sich unter der Erde und besteht aus Felsgestein, der direkt unter den oberirdischen Aufbauten in den Felsen gegraben wurde. Qar erscheint mehrere Male in den unterirdischen Relief-Dekorationen der Kapelle: in der Kapelle, auf den Architraven und den Türpfosten.

Die Mastaba des Qar (G 7101) wurde während der Grabungsmission der Harvard Universität (Museum of Fine Arts Boston) unter der Leitung seines Direktors George Andrew Reisner in der Nähe der Cheops-Pyramide 1925 zusammen mit der Mastaba des Idu )G 7102) entdeckt. 

Auf dem Platz des heute nicht mehr vorhandenen Überbaus befindet sich eine moderne Konstruktion, welches die darunter liegende Kapelle schützt. Die Kapelle war damals über eine zweiteilige Treppe zu betreten, welche durch einen Treppenabsatz getrennt war und wo sich heute der Eingang befindet. Der erste Teil der Treppe (nord-süd gerichtet mit 10 Stufen) beginnt auf der Höhe des Felsplateaus nördlich der Kapelle und deren Wände waren mit Kalksteinblöcken ausgekleidet, die heute nicht mehr dort vorhanden sind. Im Museum of Fine Arts befindet sich ein Block (mfa 27.130), der evtl. zu diesen Wänden gehörte. Der Grabbesitzer Qar ist auf diesem Relief bei einer Kultszene des "Jagens und Fischens" in den Sümpfen zu sehen. Er trägt eine lockige Kurzhaarperücke mit einem Zierband und einen kurzen Bart. Hinter Qar steht Idu (sein Vater oder Sohn) mit einem Wurfstock in der Hand und drei Vögel in der anderen Hand. Er trägt eine große Halskette und Armschmuck. Die Beischrift nennt seinen Namen und seinen Titel: "Der Sab, der Vorsteher der Schreiber der königlichen Dokumente, der ehrwürdige Idu". 

Ein weiterer Kalksteinblock, der sich ebenfalls heute im Museum of Fine Arts -(MFA-271134) befindet, zeigt Qar, der auf einem Stuhl mit hoher Lehne sitzt, vor ihm ein Opfertisch, gefüllt mit Nahrungsmitteln. Er trägt eine Halskette und ebenfalls Armbänder sowie eine Kurzhaarperücke (oder eine enge Kappe ?). Die Inschrift nennt seinen Namen und seine Titel: "Der Verwalter des landwirtschaftlichen Besitzes der Pyramide Mennefer-Meri-Re, Qar, Vorsteher der Residenz, Stellvertreter des Königs, Meri-Re-Nefer".

Der untere Teil des Treppenabgangs (von west nach ost) erscheint als enger Korridor (mit Darstellungen auf der unteren Rückwand, der schmalen Ostseite am Ende des Abganges und über dem Türsturz zum Hof). Von hier aus gelangt man zu der Räumen der Totenkapelle.

Die untere Haupthalle ist zweigeteilt - einem früher offenen Hof (C) und einem geschlossenen Hof (D), der durch einen Eingang mit drei Säulen vom offenen Hof abgetrennt ist (siehe Bild unten). Raum D wird von zwei weiteren Räumen flankiert, einer im Westen und der andere im Osten.

Architrav gegenüber des Eingangs der unterirdischen Kapelle
mit drei Säulen

Der Architrav besteht aus zwei Kalkstein- Blöcken (zusammen 6,27 m Länge) und wird von drei Säulen getragen - eine freistehende und zwei aus dem Fels heraus gearbeiteten.

Bild: mit frdl. Dank Jon Bodsworth - public domain

Am hinteren Ende des geschlossenen Hofes (Raum D) befindet sich eine große Nische mit sechs aus dem Fels herausgeschnittenen Statuen.

Südwand des gedeckten Hofes (Raum D) mit einer 3,13 m langen Nische

In dieser aus dem Fels geschnittenen Nische befinden sich sechs unbeschriftete, männliche Statuen, die allgemein von den Wissenschaftlern als Statuen des Grabeigentümers Qar und Mitgliedern seiner Familie gehalten werden. Die vier Statuen auf der linken Seite sind identisch; sie tragen lange, ausgestellte Perücken, die bis auf die Schultern reichen, einen kurzen Lendenschurz und ihre Arme hängen herunter.

Links von der vierten Statue ist die eines kleinen, nackten Jungens ohne Perücke und mit rasiertem Kopf. Sie sechste und letzte Figur stellt wieder einen Erwachsenen dar mit einem rasierten Kopf und einem langen, gefaltetem Schurz. Über den Statuen befindet sich eine schlecht erhaltene Inschrift, welche den Namen und die Titel des Qar aufführt:

Diese lautet (Zitat Osirisnet, Thierry Benderitter) "Der Verwalter des landwirtschaftlichen Anwesens der Pyramide Meryre-men-nefer, der Schreiber der königlichen Dokumente, der Sab Counselor, der Chef der Schriftgelehrten aller Werke, Qar" (Zitat Ende). 

Bild: mit freundl. Dank Isis & und Osiris
- alle Rechte vorbehalten - 

 

Ostwand der Kammer D

Auf der Ostwand der gedeckten Kammer D befinden sich keine Dekorationen, dafür aber eine Nische (1,18 m Höhe x 0,85 m Breite), in der sich eine Sitzstatue befindet, die wahrscheinlich den Grabeigentümer Qar darstellt. Er trägt eine lange Perücke, die bis auf die Schulter reicht. Beide Hände liegen auf den Knien.

 

Bild: mit frdl. Dank Isis & Osiris
- alle Rechte vorbehalten - 

In der Grabkammer des Qar wurden vier Grabschächte gefunden. Der Grabschacht G 7101 M gehört Qar und liegt südlich des Serdabs und nördlich des Opferraums. Er steigt auf 7,26 m an und öffnet sich in einer Grabkammer, in der einige Inschriften und Opfergabendarstellungen zu sehen sind. Die drei anderen Grabschächte gehören den Familienangehörigen von Qar, wobei der zweite Grabschacht (G 7101 A) evtl. seiner Frau Geli gehört (Quelle: Osirisnet).

(Eine weitere Beschreibung der unteren Räume nebst Bebilderung  ist auf der wunderbaren Seite von Osirisnet  von Thierry Benderitter nachzulesen)

Qar Meri-Re-Nefer
-
Vorsteher des
#ntjwS des Großen Hauses
- Gaufürst im 2. oberägyptischen Gau (Edu) -

Qar, dessen Name auch Meri-Re-Nefer war (wahrscheinlich nicht identisch mit obigen Qar aus Giza - aber evtl. gehörte er zu seiner Familie, wobei die ähnlichen Titel von beiden auffällig sind), war Vorsteher des "xntjw S-praA mit dem Titel eines smrwatj (einzigen Freundes) (Urk. I, 254, 2). (Simpson schlägt vor, den Titel Vorsteher der "xntjw-S" "Chenty-She" als "Vorsteher der Landwirtschaft" zu übersetzen - man könnte ihn aber auch als "Landwirtschaftsverwalter" übersetzen). 

Der erste uns bekannte Gaufürst war ein Mann mit dem Namen "Isj". der von König Teti in das Amt eines Gaufürsten eingesetzt wurde (siehe Edel, ZÄS 79, 1954, 13-4, Z. 6-7). Ebenso wie Isj begann Qar Meri-Re-Nefer seine Laufbahn als Residenzbeamter in Memphis und lebte schon unter König Teti, wie er in seiner Inschrift auf der Scheintür und den Blöcken aus seinem Grab berichtet, die sich heute im Museum Kairo (JdE 43371) befinden. Er berichtet in seiner biographischen Inschrift, dass er in den Regierungsjahren von König Teti geboren wurde und unter Pepi I., als Kind/junger Mann zusammen mit den "Kindern der Oberhäupter" in der Residenz erzogen und ausgebildet wurde. Darüber hinaus bekleidete er unter Pepi I. das Amt eines "Aufsehers des Palastes" mit dem Titel eines "einzigen Freundes" und er war "landwirtschaftlicher Verwalter des Großen Hauses" (des königlichen Palastes) (Urk. I., 254.1). Mehrere Ägyptologen (siehe Farouk Gomaá in Ägypten während der Ersten Zwischenzeit, 1980, S. 18) gehen davon aus, dass Qar mindestens 30 Jahre in der Residenz gelebt hatte, bevor er unter König Merenre zum Gaufürsten ernannt wurde. Er selber berichtet in seiner biografischen Inschrift auf dem Architrav-Block über der Nische der Scheintür:

Quelle: after
Nigel C. Strudwik: Text from the Pyramid Age, Brill-Verlag Leiden 2005

"I was a young man/child who tied the headband in the time of Teti, and then I was bought to Pepy (I) to be given for instruction among the children of the chiefs. I was appointed as a sole companion and overseer of the khenty-she of the Palace in the time of Pepy. Then the majesty of Merenre caused me to travel upstream to the second nome of Upper Egypt as a sole companion and great chief of the nome and as overseer of the grain of Upper Egypt and overseer of priest, because I was well-pleasing and well-esteemed in the heart of (his) Majesty. I came to my town ahead of any overlord of the entire South, and I was the opener-up of the entire South."

Übersetzung
Ich war (noch) ein junger Mann / Kind, dem in der Zeit des Teti das Stirnband umgebunden wurde und dann wurde ich zu Pepi (I) gebracht um dort mit den Kindern der Oberen erzogen zu werden. Ich wurde zum "einzigen Freund" ernannt und zum landwirtschaftlichen Aufseher des Palastes in der Zeit von Pepi I. Dann beauftragte mich S. M. Merenre stromaufwärts zum 2. oberägyptischen Gau von Oberägypten zu reisen und ernannte mich zum einzigen Freund und großem Oberherr (Gaufürst) des Gaus und zum Aufseher über das Getreide von Oberägypten und zum Aufseher der Priester, weil ich wohlgefällig und hoch geschätzt war im Herzen S., M.
Ich kam vor jeden anderen Oberherrn des gesamten Südens in meine Stadt und war der Öffner des gesamten Südens......"

Das Grab von Qar Mer-Merire-Nefer befand sich in Edfu (der Hauptstadt des 2. oberägyptischen Gaus). Es handelt sich um eine heute zerstörte Schlamm-Ziegelmastaba, die von Mahmoud Effendi Mohammed im Jahre 1912 entdeckt wurde. Die Kalksteinscheintür mit Nische aus der Mastaba wurde von G. Maspero nach Kairo gebracht (JdE 43370-43371). Sie wurde 1917 von Darresy publiziert. (siehe Sethe Urk. I. 251.12-255.11). 

Auf der Scheintür mit Türpfosten und Blöcken befindet sich eine biographische Inschrift des Grabeigentümers (drei vertikale Linien mit Nennung seines Namens und seiner Titel) und darüber ist eine stehende Figur Qars zu sehen, der nach links schaut. Er trägt eine bis auf die Schulter reichende Lockenperücke, einen breiten Halskragen, einen Armreifen an jedem Handgelenk und den Vorbauschurz. In seiner rechten Hand trägt er einen langen Stab (Zeichen seiner Gaufürstenwürde), während sich in seiner linken Hand ein Sechem-Szepter befindet. Vor ihm befindet sich eine vertikale Inschrift "[s]mr Qar" (der Begleiter Qar). Eine kleinere Gestalt, die nach rechts schaut und kurz geschnittenes Haar, einen kurzen Vorbauschurz trägt, steht unterhalb von Qars rechten Ellenbogen. Die Inschrift über seinem Kopf nennt seinen Namen "Ipj". Eine dritte Nebenfigur steht auf einer kurzen Grundlinie hinter Qar. Er hat ebenfalls kurz geschnittenes Haar und einen kurzen Schurz. In seiner rechten Hand hält er einen Fliegenwedel (wahrscheinlich beides seine Söhne). 

Die Namen aller seiner Söhne werden an einer anderen Stelle der Inschrift genannt: "sein ältester Sohn Isj, der Gutsverwalter, der königliche Kammerherr des Palastes".  Sein zweiter Sohn wird in der Inschrift als "sein Sohn, der Vorlesepriester im Hause des Todes, Qar" und "sein Sohn, der Vorlesepriester des Nachlasses, Qar" genannt. Der dritte Sohn trägt den Titel eines Obersten des königlichen Palastes,sein Sohn Hor-hetep. Qar hatte auch eine Tochter, die in einer kurzen Inschrift als "seine Tochter Tuj" genannt wird. Auch der Name seiner Ehefrau ist bekannt. Sie wird in einer vertikalen Inschrift als eine Begleiterin bezeichnet: "Seine geliebte Ehefrau, Intj"

Des weiteren befinden sich im Museum Kairo zwei Statuen des Grabherrn, eine zerbrochen in einem Naos, heute Kairo 43776 – 7.

Idu 
- Pächter der Pyramidenstadt des Pepi I. -

Idu war ein Beamter aus der VI. Dynastie und bekleidete mehrere Ämter unter der Regierung von Pepi I. Es ist nicht ganz geklärt, ob er ein Sohn von Qar, dessen Mastaba ganz in der Nähe liegt, oder sein Vater war, da es in beiden Mastabas (G 7101 und G 7102 mehrere Personen gleichen Namens erwähnt werden). Die Mastaba des Idu befindet sich auf dem Friedhof bei Giza G 7000, östlich des dazugehörigen Grabes des Qar. Die oberirdischen Aufbauten der Mastaba sind heute ebenso wie die der Qar-Mastaba verschwunden.

Die Ehefrau des Idu hieß "Meretyotes" (falls Idu der Vater von Qar Merire-nefer sein sollte, ist sie aber nicht die Mutter von Qar) und seine Töchter sind Bendjet (die Besitzerin der Mastaba G 7215) und Iry. Als seine Söhne sind ein Qar, Idu und ein Hemi bekannt (alle im Grab gezeigt und benannt).

Idu war Träger von verschiedenen Titeln und Ämtern (Quelle: Wikipedia Idu und William Kelly 1976, Gizeh Mastaba Vol. 2: Die Mastabas von Qar und Idu, Museum of Fine Arts, Boston). Einige davon waren:

  1. Aufseher der großen Kapelle

  2. Aufseher der Schreiber der Meret-Leibeigenen

  3. "Iwn-knmw.t" (Iun-kenmut) = Stütze des Kenmut (siehe bei Qar)

  4. Aufseher der Verteilung der göttlichen Opfergaben in den beiden Häusern

  5. Aufseher des Großen Gerichts / Halle der Justiz

  6. Aufseher der Schreiber der Leibeigenen

  7. Berater bei der Bestimmung von Streitigkeiten

  8. Priester der Maat

  9. Landpächter der Pyramidenstadt Pepi I.

  10. Inspektor der Priester von Achet-Khufu

  11. Inspektor der Priester der Pyramide "Groß ist Khufu"

  12. Schreiber der königlichen Dokumente in Gegenwart des Königs (Sekretär des Königs in seiner Gegenwart)

  13. königlicher Urkundenschreiber

  14. jemand, der das Urteil richtig stellt

  15. Mitarbeiter der Rechet-Leute

und andere.....

Die Mastaba G 7102 in Giza:
Die Mastaba von Idu befindet sich im Friedhof G 7000 der Cheopspyramide - östlich der Mastaba des Qar (G 7101) und wurde von der Harvard University-Museum of Fine Arts, Boston Expedition im Januar 1925 entdeckt. Im Grab des Idu befinden sich auch auf verschiedenen Blöcken Inschriften und Darstellungen eines Mannes mit dem Namen "Qar", dessen Titel lauten: "[Imy-rA] wpt Htp-nTr m pr.wj QAr" (Aufseher für die Verteilung der göttlichen Opfergaben in den beiden Häusern, Qar) (nach Simpson, W. Kelly 1976, The Mastaba of Qar und Idu, pdf). Dieser Qar auf dem Türpfosten ist aber aller Wahrscheinlichkeit nach ein Sohn des Idu, da die Titel, welche dort genannt werden, nicht identisch sind mit dem Qar, aus der Mastaba G 7101.

Es handelt sich bei der Mastaba des Idu um eine sehr kleine Mastaba. Die Oberbauten der Mastaba sind heute nicht mehr vorhanden, von ihnen zeugen nur noch Spuren in den Fundamenten. Eine absteigende Treppe (12 Stufen) führt hinunter zu einem großen rautenförmigen Vorbau mit einem Eingangskorridor, der diesen mit einer rechteckigen Kapelle verbindet, dessen Hauptachse von Nord nach Süd verläuft. 

Die Westwand dieser letzten Kammer ist mit einer Reihe von fünf Nischen geschmückt, die Statuen im Hochrelief enthalten, welche den Verstorbenen oder Familienmitglieder darstellen sollen, sowie eine kleinere Statue, die sich links am Eingangstor befindet und möglicherweise seinen Sohn Qar zeigt (Namen und Titel sind in sehr schön ausgearbeiteten Schriftzeichen zu sehen).

Mastaba des Idu in (G 7102) - Ostfriedhof in Giza
- Statuennische mit fünf Nischen an der Ostwand - 

Bild: Jon Bodsworth
 public domain, wikipedia

An der Westwand der Kapelle befindet sich eine etwas ungewöhnliche Scheintür auf dessen unterem Teil sich eine Statue von Idu erhebt. Die Statue des Verstorbenen streckt seine umgedrehten Handflächen nach vorne, um die Opfergaben zu empfangen. Über der Tür befindet sich schöne Darstellung des Verstorbenen und seiner Frau, welche an einem Opfertisch sitzen. Idu trägt die übliche Perücke und den breiten Halskragen. In Bodennähe befindet sich vor dieser Wand eine Opferbank, auf der die Opfergaben für den Grabeigentümer und seine Frau Meretyotes dargestellt sind.

Des weiteren werden im Grab des Idu seine Söhne Qar (ein weiterer Sohn gleichen Namens oder der gleiche ? - der nicht speziell als Sohn deklariert ist und der die Titel "Sab" und "Schreiber" trägt). Als seine Töchter werden "Bendjet" und "Iry" genannt - beide ohne Titel. W. Kelly Simpson schreibt zu der Tochter Bendjet: "Wenn Idu's Tochter Bendjet mit derselben Dame identisch ist wie Qars (Inhaber der Mastaba G 7101) Schwester Bendjet, so ist Idu von G 7102 der Vater von Qar von G 7101. Qar ist jedoch der Sohn  von "Chenut" und nicht von der Frau von Idu, die in seinem Grab gezeigt wird, nämlich Meretyotes" (6).

Mastaba des Idu / Giza Nekropole
(G 7102)

Bemalte Scheintür an der Westwand der Kapelle (es wird hier roter Granit imitiert) mit Idu, der in einer Nische sitzt. Der Verstorbene streckt seine umgedrehten Handflächen nach vorne, um die Opfergaben zu empfangen. 

Die horizontale Inschrift von rechts nach links lautet:
"Ein Opfer, das der König gibt und ein Opfer das Anubis gibt,  damit ein Anrufungsopfer (Brot, Bier und Kuchen) herauskommt, damit Idu gut versorgt ist". (6). 

Die weiteren Inschriften nennen die Titel und den Namen von Idu: 
"der gut versorgte Schreiber des Königs, Idu".
"Aufseher der Verteilung der göttlichen Opfergaben in den beiden Häusern, Idu".
"Königlicher Schreiber in Gegenwart (des Königs) und Aufseher der Schriftgelehrten der Meret-Leibeigene, Idu".
"....der an der Spitze des Königs steht, Stab der Rechet-Leute, Pfeiler des Kenmet, Idu"
(6). 

Bild: mit frdl. Dank Jon Bodsworth
- public domain

Rituale Bestattungsszenen und des Trauerzuges befinden sich an der Südwand links und rechts der Eingangstür. Es sind Trauerszenen im Haus des Verstorbenen, das Reinigungszelt und der Trauerzug dargestellt. Am Ende der westlichen Wand befindet sich eine interessante Szene, in welcher Männer und Rinder aus den Sümpfen zurückkehren, während an der hinteren Nordwand sich einige Szenen vor dem Verstorbenen abspielen, welcher auf einer Sänfte sitzt. In diesen Szenen wird die Zubereitung von Speisen und Getränken gezeigt, Opfergaben und spielende Kinder sowie Musik und Tanzszenen. 

(Beschreibung nach Ancient Egypt online und Simpson, W. Kelly 1976, The Mastaba of Qar und Idu, pdf; Digital Giza/Idu G 7102; Tour Egypt: The Mastaba of Idu at Giza in Egypt by Jimmy Dunn)

Ichi-Meri
- Expditionsleiter im Wadi Hammamat -

Die Grabkapelle des "Ichi-Meri" (Grabkapelle  Saqqara 14),einem hohen Beamten, der als Expeditionsleiter und General unter dem König Pepi I. diente, wurde 2012 von der Polnisch–ägyptische Mission unter Leitung von Prof. Karol Mysliwiec (Warschau) in der Westwand des sog. "Trockenen Grabens" in Saqqara erneut ausgegraben, nachdem diese schon vor 10 Jahren (2002) dort zum Vorschein gekommen war. Im Jahre 2002 entdeckte man an der Westwand eines Raumes (der dort aus dem brüchigen Fels geschlagen wurde) in situ eine schöne und vollständig erhaltene Scheintür aus weißem  Kalkstein. In dem gut erhaltenem Inschriften dieser perfekt erhaltenen Scheintür sind die Namen und Titeln des Grabeigentümers "Ich-Meri" und seines gleichnamigen Sohnes genannt. 

Aus technischen Gründen konnte die Untersuchung der Grabanlage nicht fortgesetzt werden, dies geschah erst im Jahre 2012. Bei den Grabungen im Jahre 2002 befand sich direkt vor der Scheintür ein tiefer Grabschacht, welcher nur bis zu einer Tiefe von ca. 8 m ausgegraben werden konnte. Der vordere Teil der Kapelle konnte damals nicht ausgegraben werden. 

Eine große und schwere Kalksteinplatte blockierte hier den unteren Teil des Schachtes, wo man auch die Grabkammer vermutete. Da diese Entdeckung erst am Ende der Grabungsmission 2002 gemacht wurde, und in der nächsten Kampagne, ein Jahr später, andere Aufgaben anstanden, die dringender waren, konnte die Ausgrabung der Ich-Meri Grabkapelle erst 2023 weitergeführt werden. Hierbei erwies sich die schwere Platte als eine weitere Scheintür, die aber leider an-epigraphisch war. Sie wurde wahrscheinlich für den gleichnamigen Sohn "Ichi" vorbereitet, aber nie beschriftet und wohl am Rande eines zweiten Schachtes aufgestellt. 

Bei den weiteren Ausgrabungen im Jahre 2012 entdeckten die Ausgräber der polnisch-ägyptischen Mission auch, dass der Boden der Grabkapelle von Ichi gleichzeitig die Decke eines weiteren Grabes war, das leider keinerlei Dekorationen aufwies. Vor dem freigelegten Eingang zur unteren Kapelle, befindet sich ein kleiner Hof (siehe dazu: Mysliwiec K. 2015. Das Grab des Ichi westlich der Djoser-Pyramide. Neue Forschungen der Polnbisch-Ägyptischen Mission in Sakkara, Sokar 30, 46-55)

Aber nun zu der Person des Grabherrn Ichi, die durch das inschriftliche Material der Grabkapelle etwas vertrauter geworden ist. Er hat als Expeditionsleiter im Wadi Hammamat unter der Regierung von Pepi I. dort eine Inschrift hinterlassen, welche seinen Titel und Namen, aber auch den Namen des Königs nennt, unter dem Ichi diente. Da Ichi damals von seinem gleichnamigen Sohn begleitet wurde, besteht die Möglichkeit, dass die unbeschriftete zweite Scheintür für ihn bestimmt war.

Ichi wird in den Inschriften seiner Grabkapelle mit folgenden Titeln genannt: Truppenvorsteher (imj-rA mSa); Expeditionsleiter bzw.  Gottessiegler (xtmtj-nTr) und Schreibervorsteher der Kompanien. Diese Titel werden ebenfalls in den der Wadi-Hammamat-Inschriften (CM 30, 61 u. a.) genannt. 

An der Westwand der Kapellenfassade von Ichi in Saqqara befindet sich eine großformatige Darstellung mit einer Opfertischszene des Grabeigentümers Ichi. Auch an der Nordwand der Kapelle wurden Darstellungen gefunden, die eine Prozession von Opferträgern unter den Füßen des Grabherrn zeigen. Der obere Teil dieser Darstellung ist leider nicht erhalten.

Während der Grabungen in den Jahren 2012-2015 wurden im Gebiet des "Trockenen Grabens" (in der Nähe der Grabkapelle des Ichi) mehrere Blocke und Fragmente aus Kalkstein gefunden. Zwei vollständig erhaltene Blöcke stammen vom südlichen Pfosten der Eingangsnische der Kapelle, angrenzend an dem erhaltenen Teil. Der Titel "dd jnrw @r m xAswt " (einer, der die Angst vor Horus platziert) konnte auf dem erhaltenen Teil der Inschrift gelesen werden (siehe Kuraszkiewicz 2014: 205e-206e).

Die Dekoration der Grabkapelle des Ich-Meri war nicht vollendet worden und ist dazu auch noch schwer beschädigt, konnte aber trotzdem zu einem erheblichen Teil rekonstruiert werden. Die Darstellungen der menschlichen Figuren im großen Maßstab und auch die erhaltenen Teile der nicht-vollendeten Skizzen lassen versierte Handwerkskunst und erfahrene Künstlicher erkennen, was beweist, dass der Grabbesitzer einen sozial hohen Status besessen haben musste 
(Quelle zu diesem Artikel: Prof. Kamil O. Kuraszkiewitcz, Universität of Warsaw, Polen/Saqqara 2012 and 2015 Inscriptions, pdf-Version)

Nechebu / Mer(j)-Ptah anch-Mery-Re
- Vorsteher allere Arbeiten des Königs -
-
Grab in Giza: G 2381 - 

Nechebu (Nxb.w) der auch unter dem Namen "Merj-Ptah-anch-Merj-Re" bekannt war, stammte aus einer angesehenen Familie - sein Großvater war der Wesir Senedjemib Inti, der als Wesir unter König Isesi diente. Dieser hatte zwei Söhne, Senedjemib Mehi und Chnumneti, die beide Wesire waren. Einer von beiden hatte wiederum einen Sohn mit dem Namen Nechebu, der nach eigenen Angaben in seiner Grabbiografie "königlicher Baumeister" (Vorsteher aller Arbeiten des Königs" unter der Regierung von König Pepi I. war. Nechebu hatte ebenfalls einen Sohn mit dem Namen Ptahshepses Impy, der unter Pepi II. diente und ebenfalls den Titel eines Vorstehers aller Arbeiten des Königs trug und am Ende seiner Karriere ebenfalls zum Wesir befördert wurde. 

So verblieb dieses Amt eines Wesirs über mehrere Generationen in der Familie. Der Sohn Ptahschepses Impy wurde in der Mastaba seines Vaters Nechebu bestattet. Nechebu wurde in der Mastaba G 2381 A in Giza bestattet. Die Mastaba wurde von George Andrew Reisner ausgegraben. 

George A. Reisner fand bei seinen Ausgrabungsarbeiten auf den Pfosten, die sich beidseitig des Eingangs in die Kultkammer des Nechebu in Giza befanden (Mastaba G 2381) einen biografischen Text des Grabbesitzers Nechebu (heute MFA Boston 13.4331 und Kairo J 44608). Nechebu schildert in der Inschrift auf dem linken Pfeiler, der sich heute in Boston befindet 

(Zitat Nicole Kloth, Quellentexte zur ägyptischen Sozialgeschichte I. - Autobiografien des Alten Reiches u. der Ersten Zwichenzeit (LIT-Verlag Drd. W. Hopf, Berlin 2018

" ".....wie er auf Geheiß des Königs die Durchführung verschiedener Bauprojekte des Königs leitet: u. a. die Errichtung von Ka-Häusern in Unterägypten und den Bau verschiedener Kanäle. Die rechte Seite (heute in Kairo) setzt in den ersten beiden Kolumnen die Laufbahnbiografie fort. Abgeschlossen wird die Laufbahnbiografie mit einer kurzen Zusammenfassung vom Aufstieg des Nechebu vom gewöhnlichen Maurer bis zum "Königlichen Meister der Maurer"
 (Zitat Ende).

Nebechu berichtet in seiner Autobiografie, dass er auch umfangreiche Arbeiten am Pyramidenkomplex von König Pepi I. geleitet hatte  und außerdem verantwortlich war für eine Steinbruchexpedition ins Wadi-Hammamat. 

Außerdem befinden sich auf den Wänden seiner Mastaba in Giza interessante Szenen, die Darstellungen des Grabherrn Nechebu bei der rituellen Totenfahrt nach Abydos zeigen, der gemeinsam mit seiner Frau in der Kabine eines für die "Westfahrt" genutzten Schiffes sitzt. Zwar findet das dortige Geschehen nicht wie bei ähnlichen Darstellungen in anderen Gräbern auf einem Bett statt, aber es erinnert an die Vereinigung der beiden Personen bei der "Heiligen Hochzeit" von Mann und Frau während der Abydosfahrt (siehe dazu: H. G. Fischer, Egyptian Women of the Old Kingdom, New York 1989, Taf. 10, Fig. 12).

Seine Titeln lauteten:

  1. Königlicher Architekt und Baumeister in den beiden Häusern

  2. Aufseher aller Arbeiten des Königs

  3. Aufseher der königlichen Kommissionen der Pyramide Menneferpepi

  4. einziger Freund

  5. Erster unter dem König

  6. Vorlesepriester

In seinem autobiografischem Text führt Nechebu vier Missionen auf, die er für seinen König ausgeführt hatte:

  1. In Unterägypten arbeitete er an den Ka-Häusern und hatte verschiedene Verwaltungsaufgaben an drei verschiedenen Orten: "einer Stadt der Seen", (Chemmis) altägyptisch: Achbit (mythologischer Name einer schwimmenden Insel, die bislang nicht erschlossen werden konnte, da die genaue Lage unbekannt ist. Evtl. die altägyptische Stadt Buto?)

  2. Er beaufsichtigte den BaM der Pyramide von Pepi I.. Es scheint, dass er ungefähr sechs Jahre an der Pyramide beschäftigt war.

  3. Er beaufsichtigte in Unterägypten die Grabung eines Kanals zwischen Achbit und der königlichen Residenz.

  4. In Oberägypten beaufsichtigte er das Graben eines Kanals in Qus.

  5. Nechebu führte des weiteren Arbeiten am Pyramiden-Monument in Heliopolis durch.

Er wurde anscheinend von seinem älteren Bruder mit Namen "Mer-Ptah-Anch-Pepi" ausgebildet, der ebenfalls die Titeln eines königlichen Architekten und Baumeister in den beiden Häusern, Aufseher aller Werke des Königs und Vorlesepriester war. (Quelle:  - hier -  ). 

In der Wadi Hammamat-Inschrift Nr. 133 berichtet Nechebu uns:

Zitat: 
"Das Jahr nach dem 18. (Male), Monat 3 der Smw-Jahreszeit, Tag 27: / 
Der König von Ober- und Unterägypten, Merire, er lebe ewig. / Das erste Mal des Sedfestes: Königsmission / welche durchführte der Vorsteher aller Arbeiten des Königs / der "Einzige Freund", Baumeister des Königs in den Beiden Verwaltungen / Meri-Ptah-anch-Merire und sein Sohn, der Vorlesepriester Meri-Ptah-anch-Merire". zusmmen mit (es folgt die Personenliste.)

Quelle: Untersuchungen zum Expeditionswesen der ägyptischen Alten Reiches / S. 125 / Eckhard Eichler, Göttinger Orientforschungen Bd. 26,  Harrassowitz-Verlag 1993)

 

wird weitergeführt.....

Quellen und Literatur - wenn nicht im Text oben aufgeführt:
1. Wikipedia: Weni
2. Helck,
Urk. I.98 ff.
3. Gundlach, "der Pharao und sein Staat", Wissenschaftliche Buchges., 1998, S. 287
4. Ingelore Hafemann: Dienstverpflichtung im Alten Ägypten während des Alten und Mittleren Reiches (IBAES-Vol. XII)
    (http:www2.rz.hu-Berlin.de/nilus/net-publications/ibaes12) Berlin/London 2009
5. Aidan Dodson, Dyan Hilton, The Complete Royal Families of Ancient Egypt, Thames & Hudson 2004
6. Simpson, W. Kelly, The Mastaba of Qar and Idu, p. 27
7. Mahmoud El-Khadragy / The Edfu offering niche of Qar in Cairo




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