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weitere Beamte Sesostris II. |
![]() Biografie Sesostris II. |
![]() Gaufürst Djehutihotep II. |
![]() Pyramide Sesostris II. |
Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite -
nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliographie of Ancient Hieroglyphic Text,
Reliefs and Painting 1927-1952)
| Name | Titel | Grab ? |
| Djehutinacht (IV) | Gaufürst des 15. Oberägypt. Gaus (Hasengau) in el-Bersha | Deir el-Bersha Nr. 10A |
| Uchhotep / Ukh-hotep (III.) | Gaufürst des 14. Oberägypt. Gaus in Meir. Granatapfelbaumgau | Grab in Meir, C1 |
| Sarenput II. | Gaufürst von Elephantine | Qubbet el-Hawa Nr. 31 |
| Chnumhotep II. | Bürgermeister von Menat Chufu und Vorst. der Ostwüste | Beni Hassan Nr. 3 |
| Iy-aper (Wer-Iqer) | Oberaufseher der Steinmetze | ? |
Djehutinacht (IV)
Djehutinacht /
Djehutynkht IV oder V. (?) - was die "Kraft des Thot" bedeutet, war
Nomarch (Gaufürst) des 15. Oberägyptischen Hasengaus. Über seine Datierung wird
unter den Fachleuten kontrovers gestritten, da seine genaue Einordnung
schwierig ist. Evt. war er ein Zeitgenosse des Gaufürsten Djehutihotep II. (?)
- oder davor? Während des Mittleren Reiches wurde der "Hare-Nome" (Hasengau) von
einer eher verzweigten Dynastie von Gaufürsten regiert, die meist Ahanacht,
Djehutinacht oder Neheri hießen. Der letzte bekannte unter ihnen, Djehutihotep
(siehe Extraseite), war auch der Besitzer des
aufwendigsten und erhaltensten Grabes der Deir el-Bersha-Nekropole.
Frühere Wissenschaftler glaubten, dass Djehutinacht während der Herrschaft von König Sesostris II. oder Sesostris III. in der 12. Dynastie gelebt hat, aber die Analyse seiner Einrichtungsgegenstände, die man in seinem Grab gefunden hatte, lassen vermuten, das er tatsächlich in einer früheren Zeit (Ende der 11. Dynastie bis Anfang der 12. Dynastie) gelebt hatte. Deshalb möchten wir Djehutinacht (IV) hier nicht unter "den Beamten von Sesostris II." beschreiben, da es sehr schwierig ist, seine Lebensereignisse, seine Familie und seine Datierung nachzuvollziehen. Die einzige sichere Beziehung besteht darin, dass er Gaufürst im Hasennome war und ein prächtiges Grab in Deir el-Bersha (Nr. 10A) besaß. Seine Frau trug ebenfalls den Namen "Djehutinacht". Der Name war in dieser Zeit sehr verbreitet - es sind 6 Nomarchen bekannt, die ihn ebenfalls trugen und zwei von ihnen - der vierte und der fünfte - waren mit einer gleichnamigen Frau (Djehutinachdt) verheiratet (Quelle: Harco Williams 1988, Chests of Live, Leiden, Ex Oriente Lux pp. 70-2)
Uchhotep / Ukh-hotep II.
oder III. (?)
Uchhotep (III.)- manchmal auach Uchhotep IV - trat sein Amt als Nomarch und Vorsteher der Priester der Hathor im 14. Oberägyptischen "hinteren Sykomorengaus (auch Granatapfelbaumgaus)" vermutlich in den letzten Regierungsjahren von Sesostris II. an und lebte und amtierte dann bis unter Sesostris III. Uchhotep III. war einer der letzten Gaufürsten des Mittleren Reiches. Er besaß in der Residenznekropole der hiesigen Gaufürsten in Meir - etwa 7 km vom antiken Qus (heute el-Qusiya) - eine Grabanlage mit der Bezeichnung C 1 / (siehe PM IV, 252-253).
Sein Vater hieß ebenfalls Uchhotep - vón ihm sind keine Titel überliefert und seine Mutter hieß "Heniherib" (Heni, die Mittlere). Uchhotep III. trägt in seinem Grab zahlreiche Titel. Er war vor allem als Bürgermeister und Vorsteher der Priester von Hathor, der Herrin der beiden Länder (Quelle: Naguib Kanawati, Georgia Barker: The cemetery of Meir, Band V: The tomb of Wekhhotep III., Abercromby Press, Wallasey 2022, ISBN 978-1-912246-12-0). Damit war er religiöser und weltlicher Herr in Qus. Im Grab waren mindestens 18 Frauen dargestellt, von denen mehrere als seine Gemahlinen bezeichnet werden. Aber der genaue Status dieser Frauen ist unsicher. Als Tochter wird eine gewisse Nebethuthenutsen genannt (Kanawati - siehe oben, S. 12-13).
Das Anbringen der Königstitulatur an prominenten Stellen auf den Privatdenkmälern ist eine der Neuerungen des Mittleren Reiches und sollte vermutlich eine engere Beziehung zwischen König und dem Beamten darstellen. Einen Sonderfall stellt das Grab des Uchhotep III. in Meir (C1) aus der Zeit Sesostris II. dar. Die Königssymbolik und die königliche Darstellungsweise wurden hier vom Grabherrn direkt übernommen. Uchhotep ließ sich hier direkt in der Art eines Königs darstellen, mit zahlreichen Symbolen, die sonst nur im königlichen Bereich bezeugt sind, wie die Symbole der "langen Regierung" und die Symbole der Vereinigung der Beiden Länder. Das Grab weist noch andere Besonderheiten auf, so sind fast alle Personen im Gefolge des Grabherrn und auch fast alle Arbeiter in den Szenen der Landwirtschaft und auch bei den Arbeiten im Sumpf, weiblich (Quelle: der König im Privatgrab des Mittleren Reiches, University of Belgrade, 2005, Vandenhoeck & Ruprecht - online-Version pfd). Historiker betrachten diese Grabdekoration in Meir C1 als die unmittelbarste und direkteste Übernahme von Königsrechten durch einen Beamten im Mittleren Reich.
Das Grab C 1 in Meir wurde von Aylward Manley Blackmann wissenschaftlich aufgenommen und 1953 publiziert. Eine australische Expedition unter der Leitung von Naguib Kanawati untersuchte die Grabanlage erneut in den Jahren 2016 und 2017 und legte 2022 eine neue Publikation vor.
Das Grab:
Die Malerein in dem Grab C1 sind stark beschädigt.
Man fand hier zwei Gruppenstatuen, die den Grabbesitzer mit seiner Familie
zeigen. Die Bilder sind fast spiegelbildlich gearbeitet und nur 47 cm hoch -
eine der Statuen befindet sich in Bosten, die zweite in Kairo.
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Grab C 1 in Meir nach Porter & Moss IV, S.
252 - Grabgrundriss S. 252 - PM 1: linker Teil der Rückwand Der Grabherr mit seiner Familie beim Fischen PM 2-3: restliche Teile der Rückwand Der Grabherr mit seiner Familie beim Vogelfang PM 4: Pilaster an der rechten Seitenwand Unterer Teil: Der Grabherr in einem gestreiften Kleidungsstück PM 5-6: östlicher Teil der rechten Seitenwand Unterer Teil: Drei Register, Opferträger
Ein schwarz gemaltes, um alle vier Wände laufendes Nischendekor
bildet den Sockel der Wände der Grabkapelle über den sich
farbenprächtige Darstellungen befinden. Die dem Eingang
gegenüberliegende Wand zeigt Jagddarstellungen in denen der Grabherrn in
einem Papyrusnachen stehend im Papyrusdickich, links Fischespeert und
rechts bei der Vogeljagd gezeigt ist. Das rechte Bild wurde in späterer
Zeit durch eine roh in die Wand gehauene Nische entstellt. |
Das Grab von Uchhotep besitzt einen Vorhof, eine Hauptkapelle und eine kleine Kapelle im hinteren Teil. Grabschächte, die zu den Grabkammern führen, wurden bislang nicht gefunden. Die Hauptkapelle und die kleine Kapelle sind ausgemalt. Die Malereien zeigen verschiedene Auffälligkeiten. In der Hauptkapelle sind - vom Grabinhaber ahgesehen, nur Frauen abgebildet. Auf der Ostwand war einst die Jagd in der Wüste dargestellt. Die Wand ist jedoch heute nicht mehr gut erhalten. Auf der Südwand sieht man Frauen beim Fisch- und Vogelfang. Im Zentrum der Wand steht Uchhotep - auf der Westwand sieht man zweimal den Grabbesitzer bei der Jagd in den Marschen. Auf der Nordwand sieht man Opfergabenträgerinnen vor Uchhotep. In einem anderen Register sieht man ein Fest mit verschiedenen Frauen vor Uchhotep. Die kleine Kapelle zeigt zweimal Uchhotep vor einem Opfertisch (alles nach Kanawati, The cemetery of Meir, Band V: The tomb of Wekhhotep III., Abercromby Press, Wallasey 2022).
Eine Inschrift im Grab besaagt: "Möge er als König von Unterägypten erscheinen. Möge er als König von Oberägypten erscheinen". Uchhotep hält ein Anch-Zeichen in der Hand, das sonst nur bei Göttern und Königen bezeugt ist (nach Kanawate, S. 17-18) (2).
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Wandmalerei im Grab von Uchhotep III. - Meir
C 1 Der Grabherr in einem gestreiften Gewand an dem Pilaster der rechten Seitenwand. Bild: Ukh hotpe III. Autor: Udimo 4. Dez. 2025 Lizenz: CC BY-SA 4.0 |
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Gruppenstatue von Uchhotep und seiner Familie heute im Nationalmuseum Kairo JE 30965 /CG459 - Grauer Granit Höhe 37 cm; Br- 30 cm; T. 14 cm Dieses Gruppenbild stammt aus dem Grab des Gaufürsten Uchhotep. Es zeigt ihn zusammen mit seinen beiden Frauen und seiner Tochter. Im Mittelpunkt der Statue steht der Grabherr. Er trägt´eine lange Perücke und einen langen Rock - die Kleidung der Frauen entspricht der damaligen Mode. Auffällig sind die übertriebenen, langen Gliedmaßen, die seitlich herabhängen. Auf der linken Seite steht eine der Gemahlinnen des Grabherrn mit einer Hathorperücke auf dem Kopf - auf der anderen Seite steht seine 2. Gemahlin mit der gleichen Haartracht auf ihrem Kopf. Zwischen Uchhotep und seiner rechten Gemahlin steht seine Tochter mit einem Haarstyle, welcher für Mädchen der damaligen Zeit allgemein üblich war. Sie ist gekleidet wie die beiden Frauen. Der Name und die Funktion der Personen ist auf ihrer Kleidung geschrieben. Hinter dem Grabherrn befindet sich auf beiden Seiden der Rückwand das Udjet-Symbol. Mit freundlicher Genehmigung Jürgen Liepe, Berlin - alle Rechte vorbehalten - |
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Gruppenstatue von Uchhotep und seiner Familie heute im Museum of Fine Art Boston - Granodiorite, Inv.-Nr. 1973.87 Maße: Width 26 x High 37 x Depth 7,6 cm In der Mitte der Statuengruppe steht Uchhotep, der eine schwarze Perücke und den langen Schurz des Gaufürsten trägt. Vor ihm steht seine kleine Tochter Nebethuthenutsen. Sie trägt eine Perücke, die damals üblicherweise für Kinder verwendet wurde, aber sie ist wie eine erwachsene Frau gekleidet. Links und rechts stehen seine Frauen Chenemytwer und Nebetmehyt. Die Namen und die Funktion von jedem Familienmitglied sind in ihre Bekleidung eingraviert. Hinter den Familienmitgliedern erscheinen zwei Udjat-Augen als Symbol für magische Kraft, während beide Seiten der Stele mit Lotus- und Papyrusblüten geschmückt sind. Die Statuen zeigen die charakteristischen Gesichtszüge der späten 12. Dynastie (große Ohren und markante Augenlider). |
| Bild:
Ukhotep II and his family 3 Autor: Marcus Cyron, Wikipedia 21. 7. 2012 - Bild beschnitten von Nefershapiland Lizenz: CC BY-3.0 |
Sarenput II.
Sarenput II. wird in der Sekundärliteratur meist als "Gouverneur" von Elephantine bezeichnet. Hinter dieser allgemeinen Titulatur steckt jedoch eine Vielzahl von anderen altägyptischen militärischen, religiösen und mondänen Titeln, die teilweise eine sehr hohe Ämterhierachie haben, die nicht vergleichbar sind mit dem Amt eines heutigen Gouvernours, sondern viele verschiedene Bereiche beinhalten.
Sarenput II. hatte lt. Grabinschrift folgende Titel inne:
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Gaufürst |
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Siegelbewahrer des Königs Unterägyptens |
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oberster Vorsteher der Handwerker (#rp Hm[w]wt wr) (Urk. VII. 9, 1; vgl. Fischer, Varia, 66; |
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Truppenführer bei Expeditionen (jmj-ra mAa) |
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Liebling des Königs beim Organisieren der Patrouillen der Türöffnung der
südlichen Wüstenländer |
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Bekannter des Königs (Urk. VII. 9,1) |
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Vorsteher der Priester des Chnum und der Satet. |
In seinem Grab in Qubbet el-Hawa Nr. 31 werden
all seine Titel und Namen auf der Rückwand der nischenartigen Kapelle in der
Grabkammer aufgeführt. In den dortigen Texten ließ Sarenput II. seinen
Zweitnamen "Neb-kau-re-nacht" unüblicherweise in der Kartuschenform ägyptischer
Könige schreiben und unterstrich womöglich dadurch seinen Einfluss. Nubu-kau-Re
ist der Thronname von Amenemhet II., unter dem Sarenput anscheinend geboren oder
ins Amt gesetzt wurde. Beide Namen, Sarenput und Neb-kau-re-nacht
bezeichnen die gleiche
Person, nämlich Sarenput II. Eine nachträgliche Abänderung der Inschriften in
den Malereien ist nicht zu erkennen. Die Anlage seines Grabes erfolgte aber
wahrscheinlich unter der Regierung von Sesostris II.
Sarenput II. war der letzte
königliche Beamte, der den Titel eines Provinzherrschers (Hrj-tp
aA) im 1. oberägyptischen Gau trägt
(allerdings nur auf seinen Statuen). Sarenput II. amtierte eventuell schon in
den letzten Jahren von Amenemhet II., Sesostris II. und womöglich auch noch
unter Sesostris III. (William
K. Simpson "Sarenput II", in Wolfgang Helck, Eberhard Otte (Hrsg.) Lexikon der
Ägyptologie Bd. V. Wiesgaden, Harrassowitz Verlag, S. 429-30).
Sarenput II. ist als Nomarch für mindestens 12 Jahre zwischen Jahr 4 von
Sesostris II. und Jahr 8 von Sesostris III. bezeugt.
Sarenput II. war der Sohn seines Amtsvorgängers "Chema", der unter Amenemhet II. amtierte (aber wohl nur kurz), von dem bisher keine Denkmäler aus seiner eigenen Amtszeit bekannt sind - aber sein Sohn Sarenput II. stiftete ihm einen Schrein und eine Statue im Heiligtum von Heqaib. Der Schrein trägt den Namen von Amenemhet II., unter dem Chema wohl kurz amtiert haben dürfte. Die Mutter von Sarenput hieß "Satet-hetep" und ist in seinem Grab dargestellt. Im Brit. Museum befindet sich eine Stele, die unter Sesostris III. datiert ist und den Bürgermeister Nub-kau-Re-nacht - also wahrscheinlich Sarenput II. - nennt. Im Grab von Sarenput ist sein Sohn "Anchu" erwähnt, der nur den Titel eines Bürgermeisters / Fürst trägt. Es ist unwahrscheinlich, dass er jemals seinem Vater im Amt folgte, vielleicht starb er schon recht früh. Ein Grab von Anchu ist nicht bekannt. Die Mutter von Anchu hieß "
Sarenput hatte einen jüngeren Bruder namens
"Shemai", dessen Grabanlage ebenfalls in Qubbet el-Hawa liegt. Die Tochter von
Sarenput II. - namens Sat-jeni - war die Mutter zweier aufeinander folgenden
Gouverneure von Elephantine (Heqaib II. und Ameny-seneb). Sarenput II. konnte
sich bereits auf das von den Vorfahren übernommene Amt berufen. Sein Großvater
mütterlicherseits war ebenfaqlls Fürst von Elephantine und hieß auch Sarenput
(I.). Dessen Grab ist das älteste aus dem Mittleren Reich mit der Nummer Qubbet
el-Hawa Nr. 36. Die Verwandtschaft mit Sarenput I. wurde durch die Beziehung der
Mutter Satet-hotep und deren Mutter "Sat-ten" überliefert, welche beide als
Tochter und Gemahlin von Sarenput I. an der Fassade von dessen Grab QH 36
erscheinen. Beide führen den Titel einer Priesterin der Hathor.
Sarenput II. nahm - wie viele seine Vorgänger - Erweiterungen im
Heqaib-Heiligtum in Elephantine vor. Er ließ einen Schrein für seinen Vater
Chema und einen für sich selbst anordnen, der jeweils eine Statue von Chema und
eine von Sarenput II. enthielt (3). Stilistisch unterscheidensich die beiden
Statuen voneinander, wobei die Statue seines Vaters Chema idealisiert und
typisch für die Regierungszeit von Amenemhat II. ist - während die zweite für
Sarenput II. ausdrucksstärker, realistischer und detaillierter erscheint und den
Stil widerspiegelt, der während der späteren Herrschaft von Sesostris II.
verwendet wude. Beide Statue gelten als Meisterwerke der Skulptur des Mittleren
Reiches. Eine weitere Statue, die Sarenput II. darstellt und wahrscheinlich aus
seinem Grab stammt, ist stilistisch ebenfalls typisch für die Regierungszeit von
Amenemhet II. (1).
| Grab von Sarenput II. in Qubbet el-Hawa 31 |
Die Grabanlage Qubbet el-Hawa ist Teil einer Gruppe von in den anstehenden Fels gehauenen Bestattungskomplexen, zu denen auch QH 32 und QU 33 gehören, die am südöstlichen Hang der Nekropole von Qubbet el-Hawa errichtet wurden. Im Fotoarchiv des Museo Egizio Turin befinden sich 9 Fotografien von QH 31, welche 1914 während der Ausgrabung von Schiaparelli dort entstanden sind (1). Diese Fotografien dokumentieren den Eingang, das Innere des Grabes, die Wandmalereien in der 2. Kammer mit Reliefs, auf denen präparierende Gitterlinien sichtbar sind. Seit 2008 arbeitet das archälogische Projekt der Universität Jaén in der Nekorpole von Qubbet el-Hawa (Quelle: Proyecto Qubbet el-Hawa, Universität Jaén). Im Jahre 2015 erweiterte das Projekt seine Forschungsziele auf Grabschächte der 12. Dynastie, darunter die von Sarenput I. (QH 36), QH 32, Sarenput II. (QH 31) und Heqaib II. (QH 30). Während der archäologischen Arbeiten im Grab von Sarenput II. im Jahr 2019 wurden polychrome Fragmente kleiner beschrifteter Boxen gefunden und Antonio Morales wurde mit deren Studium und Übersetzung beauftragt (Hermose Martinez, Juan Antonio, u. a. (2019) "Elementos arquitectónicos de la capilla funeraria de Sarenput II. (QH 31) en Qubbet el-Hawa, Cáracterización geoquimica" Trabajos de Egiptologia Paprs on Ancient Egypt)
Die Grabanlage Sarenputs II. besteht aus einem direkt in den Felsen geschlagenen äußeren Vorhof, der buchstäblich aus dem Felsen ausgehöhlt worden ist. Deutlich erkennbar sind die verschiedenen Schichten des Buntsandsteins, die zeigen wie einheitlich der Felsen hier ist, der in mehreren rötlich-gelben Schichten übereinanderliegt - völlig anders als bei den Felsgräbern von Theben-West. Im Vorhof der Grabanlage gab es keine Säulen, wie z. B. im Grabkomplex von Sarenput I. Ein hoher, enger Eingang gewährt den Eintritt in das Innere des Grabes. Betont wird schon vom Eingang her, in einer weitgehend symmetrische Nordwest-Südost-Ausrichtung des Grabes, die sichtbare Darstellung des Grabeigentümers in einer Nische am hinteren Ende des Grabes.
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Eingang zum Grab Nr. 31 (rechts Eingang zum Grab QH 32 - Akou) Ausgrabungen von Schiaparelli - Archivio fotografico Museo Egizio, Turin C01508.jpg - 1914 Lizenz: CC0 - 1.0 - Verzicht auf das Copyright |

Grundrissplan von Qubbet el-Hawa Nr. 31 -
Sarenput II.
Vom 1. Pfeilersaal - mit den 6 mächtigen Sandsteinpfeilern aus -
führen 9 Stufen in einen langen Korridor, der an den Seitenwänden von je
3 Nischen unterbrochen wird. Der Gang endet in der viel kleineren 2.
Pfeilerhalle und dann schließlich in einer kleinen Kultnische.
(Plan - nach
Porter & Moss von Nefershapiland)
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Qubbet el-Hawa Nr. 31 - Sarenput II
- Blick vom 1. Pfeilersaal in das Innere des Grabes mit Kultnische Bild: Courtesy to Elvira Kronlob |
Eingang zum Korridor - Grab des Sarenput II. Über eine Flucht von 9 Treppen gelangt man in einen langen schmalen weißgetünchten Korridor (Bild Courtesy to Peter Alscher) |
Vom Vorhof der Grabanlage QH 31 gelangt man über einen kurzen Gang in eine von 6 Pfeilern gestützte, undekorierte Halle. Nach einer neunstufigen Treppenrampe betritt man einen gewölbten Korridor, der an beiden Seiten von je drei lebensgroßen mumienförmigen Figuren flankiert wird (siehe Grundrissplan oben Nr. 1-6). Die Figuren stellen Sarenput II. (den Grabinhaber) entweder schmucklos in weiß-schwarzem Gesicht oder in Ornat mit der rötlichen Hautfarbe der lebenden Personen und mit den Titeln eines Gouverneurs dar.
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Mumienförmige Figur Sarenput II. - schmucklos und unbeschriftet in der Farbe des schwarzen Nilschlammes - |
Mumienförmige Figur Sarenputs II. - mit der rötlichen Hautfarbe lebender Personen. Auf der Brust trägt er einen breiten "Usech-Kragen und eine gefärbte Perücke auf dem Kopf (der leider zerstört ist). |
Die Textkolumne mit Hieroglyphen auf gelbem Grund hinterlässt der Nachwelt den Namen, die Titel und die Funktionen des Verstorbenen.
| "Der Gaufürst, der Siegelbewahrer von Unterägypten, der einzige Freund, Vorsteher der Priester des Chnum, Sarenput, wahr an Stimme (=gerechtfertigt)" |
Die Wände zwischen den Nischen sind auf blau-grauem Grund mit Alltagsszenen im Leben des Verstobenen verziert. Zwischen dem 2. und 3. Pfeiler auf der rechten Seite steht ein aus Rosengranit gefertigter Opferaltar.
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Opfertisch Zwischen der zweiten und dritten Pfeilerreihe der 1. Halle steht ein Opfertisch in situ. Dieser trägt die Namen und Titel des Grabeigentümers. Die Familie, Priester des Totenopferkultes oder sogar einfache Besucher konnten hier ihre Opfergaben für den Toten niederlegen. Auch eine Libation aus Wasser war hier möglich. |
| Bild:
Qubbet el-Hawa Sarenput II. 10 jpg Autor: Olaf Tausch 2012, Wikipedia Lizenz: CC BY 3.0 |
Über den 9 m langen, schmalen Korridor mit einer
leicht gewölbten Decke gelangt man in eine zweite Pfeilerhalle, welche viel
kleiner ist als die erste. Dieser Kultraum ist
ungefähr quadratisch: seine Abmessungen betragen 4,15 Meter in der Tiefe und ca.
4 Meter in der Breite. Der Fußboden sinkt nach Westen hin ab und mit ihm auch
die Decke. Zwei Paare schlanker Pfeiler stützen die Decke unmittelbar ohne ein
Gebälk und gliedern den Kultraum in ein breites Mittelschiff und zwei sehr
schmale Seitenschiffe: die Höhe des Raumes beträgt im Mittelschiff wie in den
Seitenschiffen 2,80 Meter.
Die vier quadratförmigen in
Werksteinblöcken in die Kultkammer eingebrachten Pfeiler sind weiß getüncht. Auf
den, dem Mittelgang zugewandten Flächen, ist über dem weißen Sockel ein Bild des
Grabeigentümers Sarenput II. angebracht, der stehend dem Grabeingang zugewandt
ist. Die Darstellungen zeigen viermal die gleiche Figur in der gleichen
Haltung und Tracht: mit langem Haar, Perlenkragen dessen Streifen durch je eine
Reihe schwarzer und weißer Scheibenperlen getrennt sind mit blauen Armbändern,
im gestreiften einfachen Schurz und mit weißen Sandalen. In den Händen hält der
Fürst den Stab und das Szepter. Über dem Bild des Verstorbenen befindet sich
eine senkrechte Kolumne aus schwarzen Hieroglyphen auf gelbem Grund. Die
Inschriften lauten auf allen vier Pfeilern bis auf den Priestertitel gleich. Die
Hieroglyphen sind schwarz und stehen auf gelbem Grund.
| "Der Erbfürst und Graf, Siegler des Königs von Unterägypten, Einziger Freund" | |
| (Inschriften nach Detlef Franke: Das Heiligtumn des Heqaib auf Elephantine/Heidelberger Orientverlag 1994) | |
| Pfeiler 1 | Vorsteher der Priester des Chnum |
| Pfeiler 2 | Vorsteher der Priester der Satis |
| Pfeiler 3 | Vorsteher der Priester der Satis |
| Pfeiler 4 | Vorsteher der Priester des Chnum |
| "Sarenput, der Gerechtfertigte, der Herr der Würde." | |
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Dekorierte Säulen mit Inschriften
dekoriert mit den Titeln und den priesterlichen Funktionen von Sarenput II. Die Pfeilerdekoration in der hinteren 4-Säulenhalle zeigt das Abbild des Grabherrn und je eine Kolumne mit den Titeln seiner Ämter und priesterlichen Funktionen. links: "Der Gaufürst, der Siegelbewahrer von Unterügypten, der einzigartige Freund, Vorssteher der Priester der Satet, Sarenput". rechts: "Der Gaufürst, der Siegelbewahrer von Unterägypten, der einzigartige Freund, Vorsteher der Priester des Chnum, Sarenput". (Quelle: Sethes Urkunden VII, 7-9, dt. Übersetzung: Müller/Felsengräber der Fürsten von Elephantine 1940) Bild: Ben Titze - public domain |
Die gut erhaltene Bemalung in der zentalen Szene zeigt auf der Rückwand der Nische den Grabherrn Sarenput II. vor einem reich gedeckten Opfertisch mit ausgestreckter Hand, auf einem niedrigen Stuhl sitzend. Vor dem Opfertisch kniet sein Sohn Anchu und übergibt seinem Vater - als Zeichen der Fruchtbarkeit - eine Lotusblume als Geschenk. Anchu hat kurzgeschorenes HHar, einen gelben Halsreif undeine einfache Kette mit großen blauen Perlen um seinen Hals und trägt den doppelten Schurz. In der heute leeren Statuennische konnten bei der ersten Begehung des Grabes durch Greenfell anscheinend noch Reste der Kultstatue des Grabherrn entdeckt werden. Das Unterteil der aus Granit gefertigsten Statue befindet sich heute im Britischen Museum London (Inv.-Nr. BM EA 1010)
Über der Szene ließ Sarenput II. seinen Zweitnamen "Neb-kau-re-nacht" unüblicherweise in der Kartuschenform ägyptischer Könige schreiben und unterstrich dadurch möglicherweise seinen Einfluss.
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| Rückwand der zentralen Kultnische | Linke Wand der Kultnische |
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Auf der zentralen
Rückwand der nischenartigen Kapelle ist der Grabhewrr auf einem Stuhl
mit niedriger Lehne sitzend dargestellt und streckt seine Hände nach dem
reich gedeckten Opfertisch aus. Sarenput II. ist mit einem einfachen
Lendenschurz gekleidet - um seinen Hals trägt er den breiten sog.
"Usechkragen". In den Inschriften über der Szene ließ Sarenput II.
seinen Zweitnamen "Neb-kau-re-nachtd" unüblicherweise in der
Kartuschenform der Könige schreiben, was evtl. seinen Einflussd und
seine Macht in diesem Gau demonstrieren sollte. Die Inschrift in dieser
Kultszene ist wegen des ungewöhnlichen Zeilenumbruch nicht ganz einach
zu lesen: Rechts: "Der geehrte bei Satet, der Herrin von Elephantine und der Nechbet, Nub-kau-re-nacht". Links: "Der geehrte bei Chnum, dem Herrn des Kataraktes auf Elephantin, der Graf Nub-kau-re-nacht". Über der Figur des Knaben stehen vier kurze senkrechte Zeilen: "Sein leiblicher Sohn, den er täglich lobte und liebte, Anchu". |
Fürst
Sarenput II. schreitet in dieser Szene an der linken Wand in das Grab
hinein. In seiner Hand hält er das "Sechem-Szepter", das Symbol der
Macht und seines hohen Amtes. In der anderen Hand seint er einen Speer
zu halten. Gefolgt wird er von seinem Sohn Anchu, der seinen Arm als
Zeichen der Ehrerbietung vor seiner Brust verschränkt hält. Getrennt
duch eine Kolumne mit Hieroglyphen auf gelbemGrund steht ihm seine Frau
gegenüber. In jeder Hand hälkt sie eine Blüte des Blauen Lotos. Die Inschrift ist zum´Teil zerstört, so dass der Name nicht mehr erhalten ist. Lesbar sind ihre Titel: "Priesterin der Hathor und des Chnum". Interessant sind in dieser Darstellung die Reste des Quadratnetzes, welche dem Zeichner bei der richtigen Ausrichtung seiner Personen der Tradition nach halfen. "Ein Opfer, das (der König) gibt für Anubis, den Herrn der Nekropole, und für Geb, das Opfer, das er gibt für Osiris, den Herrn des Westens für den Ka des Erbprinzen, des Siegelbewahrers von Unterägypten, des Prinzen, der das Herz des Königs füllt, der Befehlshaber der Grenzpatrouille des Eingangs der südlichen Fremdländer, der Gaufürst, der Vorsteher der Priester der Satet, der Herrin von Elephantine, der Vorsteher des Expeditionskorps, Sarenput, wahr an Stimme. Sein Sohn, sein geliebter, der Prinz Anchu, wahr an Stimme." |
| beide Bilder: Courtesy to Elvira Kronlob | |
(Quelle zu den
Hieroglypheninschriften: Sethe, Urkunden des Mittleren Reiches VII, 7-9
Übersetzung: Felsengräber der Fürsten von Elephantine/Hans-Wolfgang Müller
1940)
Literatur: www.osirisnet.net/tombes/assouan/sarenpout_2/e_sarenpout_2.htm
- (leider nicht mehr unline)
Thierry Benderitter, übersetzt ins Deutsche von Brigitte Goede.
und "Felsengräber der Fürsten von Elephantine (Hans-Wolfgang Müller 1940")
Der niedrige Tisch, auf dem die Speisen aufgehäuft sind, hat einen in der Mitte eingezogenen, säulenförmigen Fuß, der die runde Tischplatte trägt. Der Fuß und die Tischplatte sind blau. Auf der Tischplatte, deren Durchmesser gering ist, steht ein großer runder Korbteller, der all die Speisen enthält, die über ihm in der Fläche zu einem farbenprächtigen Stilleben ausgearbeitet sind.
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Die rechte Seitenwand der Kultnische schließt mit der Speisetischszene unmittelbar an das Bild der Rückwand an. Die Mutter des Gaufürsten, Satet-hotep, sitzt links vor dem reich gedeckten Speisetisch und streckt die rechte Hand nach den Speisen aus. In der linken Hand hält sie drei Lotosblumen. Sie trägt langes Haar, einen breiten Halskragen, der aus bunten Perlenreihen besteht, dazu blaue Armbänder in durchbrochenem Muster. Sie sitzt auf einem schwarzgelb´gemaserten, löwenfüssigen Stuhl. Bild: Courtesy Elvira Kronlob |
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Auf der Tischplatte vor ihr
steht eine Reihe grüner "Schilfblätter" mit schwarzen Spitzen,
über denen die zahlreichen Speisen aufgestellt sind.
Ohne einen inneren Zusammenhang mit der sitzenden Satet-hotep ist rechts der Gaufürst in weißem Schurz mit Stab und Zepter, stehend aus der Kultnische heraus dargestellt. Der Fürst trägt einen Perlenkragen mit blauen Streifen: blau sind auch die Armbänder an den beiden Handgelenken. Die Inschrift, die in sieben senkrechten Zeilen über den Fürsten angeordnet ist, lautet: |
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(Übersetzung der Inschriften (Urk. Sethe, Urkunden des Mittleren Reiches VII, 7-9) aus Felsengräber der Fürsten von Elephantine/Hans-Wolfgang Müller 1940) |
| Nebenkammern und Schächte: |
In der Südwand der Empfangshalle sind zwei kleine gangartige Kammern eingetieft. Die annähernd quadratische Öffnung der östlichen Kammer, die etwa 1,20m² misst, liegt 50 cm über den Boden und erstreckt sich etwa 2,50 m tief in die Felswand. Die Öffnung der westlichen, die etwa 1.00 m² misst, liegt dicht über der Bodenfläche und erstreckt sich ungefähr 3 m in die Tiefe. In der Nordwestecke der 1. Pfeilerhalle befindet sich im Boden eine rechteckige Öffnung, die jetzt zugeschüttet ist.
In der Südwand der Kultkammer, nahe der Südostecke, führt eine Öffnung von 1.05 m Höhe und 0,90 m Breite in eine niedrige Kammer, die sich etwa 2,80 m in die Tiefe und etwa 2,50 m in die Breite erstreckt. Die Bedeutung der Kammer ist nicht sicher festzustellen, da außer einigen Tonscherben nichts daraus erhalten geblieben ist. Die von der 1. Pfeilerhalle ausgehenden Kammern könnten ihrer Größe nach zu Aufnahme von Särgen der Angehörigen des Fürsten gedient haben. Die Nebenkammer des Kultraumes könnte als Vorratskammer für Opfergaben gewesen sein.
Der Zugang zur Sargkammer liegt in der Nordwand der Kultkammer. nahe der Nordostecke. Ein Gang, dessen Höhe ungefähr 1,80 m und dessen Breite 1,20 m beträgt führt genau in nördlicher Richtung schräg nach unten. Nach wenigen Schritten öffnet sich in seinem Boden ein etwa 5 m tiefer Fallschacht. Budge ist als erster nach der Auffindung des Grabes 1887 in den Schacht gestiegen und hat von hier aus die mutmaßliche Grabkammer des Fürsten gefunden.
In seiner
Grabbeschreibung von 1940 schreibt Hans-Wolfgang Müller in seinem Buch:
Felsengräber der Fürsten von Elephantine: "Der
Verfasser hat auf sein Vorhaben, die Schächte und Gänge aufzumessen verzichten
müssen, weil die ihm zur Verfügung stehenden Leitern nicht ausreichten, um die
tiefe Schachtsohle zu erreichen."
Es existiert aber die
Beschreibung von Budge nach P.S.B.A Vol. X (1888) 29.f.
Chnumhotep (II)
Chnum-Hotep (II.), der Grabinhaber der Grabanlage Beni Hasssan 3, war Bürgermeister von Menat Chufu und Vorsteher der Ostwüste. Er trat sein Amt im Jahr 19 von Amenemhet II. an und übte es bis zum 6. Jahr von König Sesostris II. aus. Chnumhotep war der Sohn von Neheri und einer Dame mit dem Namen "Baket" (die wiederum eine Tochter von Chnumhotep I. / Bürgermeister von Menat-Chufu war). Die Haupt-Gemahlin von Chnumhotep II. trug den Namen "Chety" - und entstammte der Gaufürstenfamilie des nördlich angrenzenden Schakalgaus (17. Oberägyptischer Gau). Die Herkunft seiner 2. Ehefrau, deren Name "Tjat" war, ist nicht genau bekannt. Sie scheint nicht den gleichen hohen Rang wie Chety/Cheti gehabt zu haben. Dennoch wurden beide Frauen im Grab abgebildet und auch genannt - sie dürften auch beide dort bestattet worden sein. Der nachgeordnete Rang von Tjat, seiner 2. Frau ist auf der Südwand gut zu erkennen. Sie ist - hinter der vor ihrem Totenopfer-Speisetisch sitzenden Cheti - stehend, in einem verkleinerten Maßstab, abgebildet. Zwar nimmt sie an dem Festmahl teil, aber offensichtlich - wie auch die Töchter der Cheti - in einer nachgeordneten Position.
Mit seiner 1. Ehefrau Cheti hatte Chnumhotep mindestens 7 Kinder - vier Söhne und drei Töchter. Von Tjat sind drei Kinder bekannt, zwei Söhne und eine Tochter. Einer der Söhne von Cheti mit dem Namen "Nacht" amtierte später unter König Sesostris II. als Fürst des Schakalgaus, dem Herkunftsgau seiner Mutter. Die Söhne Chnumhotep III. und Chnumhotep IV. - beide Söhne der Tjat - werden ebenfalls im Grab dargestellt und genannt. Chnumhotep IV. amtierte wohl später (nach Lexikon der Ägyptologie, Bd. 1) als Gaufürst im 16. Oberägyptischen Gazellengau - unter Sesostris III.
Chnumhotep II. war am Könishof erzogen worden und wurde im 19. Jahr von König Amenemhet II. - wie es aus seiner Biographie hervorgeht - als "Erbe" seines Großvaters mütterlicherseits (sein Großvater war der Gaufürst Chnumhotep I.) als Verwalter der Ostwüste in Mena Chufu eingesetzt.
Besonders erwähnenswert ist die Biografie des Grabhinhabers, die in türkisfarbigen Hieroglyphen auf den Wandsockeln der Grabanlage geschrieben wurde. In Beni Hasan ist bei allen anderen Gräbern dieser Bereich undekoriert geblieben. Die Biografie liefert uns einige wertvolle Informationen zur Geschichte des Gaus und dem Leben von Sarenput II. und seinen Vorfahren. Seine Amtszeit und sein Wirken als Bürgermeister von Menat Chufu lassen sich dank der Angabe in seiner Biografie zeitlich gut eingrenzen (ungefähr vom 19. Regierungsjahr König Amenemhet II. bis mindestens in das 6. Jahr von Sesostris II. In der Biografie wird das Wirken seines Großvaters erwähnt, der schon Oberhaupt des Gazellengaus war, aber auch seine eigene Zeit als Fürst - so beschreibt Chnumhotep, dass er die Grenzen befestigt hat, die Stadt ausbaute und schon bestehende Heiligtümer restaurierte sowie die Götter ehrte). Natürlich wurde auch das gute Verhältnis von Chnumhotep zum König beschrieben. "Größer war mein Lob bei Hofe als das jedes anderen "Einzigen Freundes". Er (der König) hob mich empor über seine Edlen - ich wurde vor die gesetzt, die vor mir waren......Der König kannte die Art meiner Zunge, die Mäßigung meines Charakters; mein Lob war an seinem Hofe ...............................Ich erbaute ein Denkmal inmitten meiner Stadt; ich baute seine Säulenhalle, die ich verfallen gefunden hatte, ich errichtete es mit neuen Säulen, beschriftet mit meinem Namen ...................................... Ich berichtete über meine Taten auf allen Denkmälern ................................... . Ich war reicher an Denkmälern in dieser Stadt als die Vorfahren; ein Kind dieser Stadt, hervorragender an Denkmälern in ihrem Friedhof als die Ahnen. Ich war freigiebiger mit Denkmälern; ich lehrte jede Kunst, die vernachlässigt worden war in dieser Stadt, auf daß mein Name hervorragend sei auf jedem Denkmal, das ich machte ........................... Der Erbprinz und Fürst ............ Chnumhotep “ (Quelle: L.Ä., Bd. 1)
Das Grab BH 3
Chnumhotep (II.) ließ sein Grab (BH 3) in den nördlichen Anlagen von Beni Hassan anlegen. Der Zugang zum Grab beginnt mit einem offenen Innenhof, der einst von niedrigene Lehmziegelmauern umgeben war und über eine absteigende Rampe von der Klippe aus erreichbar war. Dieser diente als Übergangsraum vor dem Eingang. Der Innenhof führte zu einem Portikus, der an der Westseite des Grabes lag - zwei kannelierte polygonale Säulen im proto-dorischen Stil tragen die geschwungene, tonnengewölbte Decke, die an Schilfmattenmuster erinnert. Auf der Ostwand des 7,2 x 2,1 m breiten Portikus befindet sich eine große Inschrift, die sich bis in die Kapelle hineinstreckt (siehe weiter unten).
Ergänzend zur Autobiografie befinden sich auf den Türpfosten, dem Türsturz und den Kapellenwänden Widmungstexte, die formelhafte Appelle an zukünftige Besucher und Priester enthalten und sie bitten, Proviant, Trankopfer und Rezitationen für den Geist des Verstorbenen bereitzustellen und die Gottheiten Osiris und Anubis anzurufen, um für das ewige Überleben des Grabherrn zu bitten.
Die 14-zeilige Inschrift beginnt mit den Titeln von Chnumhotep als Fürst und Gaufürst und außerdem zählt die Inschrift die Festtage auf, welche den "Percheru-Opferritualen" (Totenopferzeremonien) gewidmet sind und bei denen um Opfergaben wie Brot, Bier, Ochsen und Geflügel für den Verstorbenen gebeten wird.
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Eingang zum Grab B3 in Beni Hassan Bild: Frank M. Good, 1839-1928: photographer -Library of Congress Catalog 1856 public domain. |
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Inschrift auf dem Türsturz am Grabeingang BH 3 |
| Bild:
BeniHasanKhnumhotepLintel Autor: Wikipedia 7. 3. 2004, Roland Unger Lizenz: CC BY-SA 3.0 |
Hauptkammer - Allgemein
Die Kulthalle der Grabanlage wird von zwei gewaltigen Architraven in drei
"Schiffe" mit einer gewölbten Decke geteilt. Die sie einst stützenden Säulen -
je zwei mal zwei, die wahrscheinlich in quadratischer Form um die Mitte der
Hauptkammer angeordnet waren und vor dem Statuenschrein endeten - sind heute
sämtlich zerstört. Zwei vertikale Schächte führen von der Kapelle hinab zur
unvollendeten Grabkammer, während ein kleiner Schrein und ein Serdab
(Statuennische) an der Kapelle für Opfergaben dienten und eine Ka-Statue des
Verstorbenen die symbolische Versorgung für das Jenseits sicherstellte.
Ein geometrisches Motiv verziert die Decke des
Hauptraumes und sollte wohl Schilfmatten symbolisieren - wie im Alten Reich.
Der Boden der Hauptkammer (Kapelle) befindet sich unterhalb des Niveaus des offenen Außenhofs und ist über drei Stufen erreichbar (5)- Die Kapelle wurde fast synmetisch in den Felsen gemeißelt und von 4 Säulen getragen. Das einzige Licht, das in die Kapelle fiel, kam vermutlich durch den Eingang zum Portikus. Evtl. befand sich zwischen Portikus und Kapelle einst eine Tür, um das Grab vor den Witterungseinflüssen zu schützen. Percy Newberry (5) erwähnt, dass sich lt. seinen Untersuchungen von der nach innen offeren Tür nur noch das Drehlager erhalten hat (5). An den Türpfosten befinden sich Gebete an die Götter Osiris über einem sitzenden, nach innen gewandten Chnumhotep II.
An der östlichen Rückwand der Kapelle befindet sich ein kleiner, rechteckiger Schrein, der über eine etwa 13 cm hohe Stufe zu erreichen ist. Lt. der Untersuchungen von Newberry soll sich hier einst eine Statue des sitzenden Grabherrn befunden haben, die jedoch vollständig abgetrennt worde und heute nur noch einen Teil des Sitzes aufweist (5). An der Wand befinden sich außerdem Chnumhoteps wichtigsten Beamte und Bedienstete, welche gewissermaßen als eine verkleinerte Version des königlichen Hofes anzusehen waren, mit einem eigenen Schatzmeister und zahlreichen Verwaltern und Aufsehern (5).
Auf dem Sockel der Kapelle befindet sich eine biografische Inschrift in 222 Textzeilen - die berühmte "Große Inschrift". Die Inschrift umfasst einen detaillierten, mehrspaltigen Text, der in mittelägyptischen Hieroglyphen verfasst wurde. Er beschreibt die Karriere des Grabherrn, seine familären Bindungen und die Vorkehrungen für seinen Totenkult (4). In der Inschrift bezeichnet sich Chnumhotep selbst als "Fürst und Nomarch" und verkündet der Nachwelt, dass seine zahlreichen Ernennungen unter den "Königen Amenemhat I., Sehotepibre Sesostris I. und anderen bis hin zu Cheperkare Sesostris II. erfolgten" (wahrscheinlich ist aber, dass er im 19. Jahr Amenemhet II. in sein Amt eingesetzt wurde und dieses bis ins 6. Jahr von Sesostris II. ausführte). Die autobiographische Inschrift führt auch seine persönlichen Leistungen wie die Wiederherstellung von Grenzen und den Bau von Denkmälern während seiner Amtszeit auf (4) sowie familiäre Details, die seine Abstammung von Nehri und Baqet, seine Vermählung mit Chety und die Ernennung seines ältesten Sohnes Nacht zum Aufseher von Input erwähnen, sowie Bitten um Opfergaben wie Brot, Bier, Ochsen und Geflügel, um seinen Ka während der Feste zu erhalten. Der sprachliche Stil der Inschrift entspricht dem klassischen Mittelägyptischen und zeichnet sich durch seine starre, formelhafte Struktur mit parallelen Formulierungen und Beinamen aus, welche die Tugenden des Verstorbenen hervorheben und wie sie für nomarchale Autobiografiern aus dieser Zeit üblich waren.
Die berühmteste Szene im Grab befindet sich an der Nordwand (links vom Eingang) und zeigt eine Delegation der "Amu" (Menschen) - (Völker, die im Osten und Nordosten des Landes lebten), die aus Männern, Frauen und Kindern besteht und in schöne, farbenfrohe Gewänder bekleidet sind. Lt. der Begleitschrift handelt es sich um eine Handels-Delegation von 37 Leuten, welche Handelsware wie z. B. Augenfarbe ("Galenit" oder Bleiglanz) mitbringt. Der Leiter der Delegation trug den Namen "Abisha(i) ?" und die Inschrift beschreibt ihn als "Heqa Khaset" - Herrscher eines fremden Landes. Dies ist das älteste Beispiel des Wortes, das heute in seiner griechischen Form als "Hyksos" besser bekannt ist (Quelle: Cairo top Tours) . Die zugehörige Inschrift erwähnt eine Handels-Delegation von 37 Personen, doch die Darstellung zeigt nur 15 Leute: 8 Männer, vier Frauen und 3 Kinder. Diese Personen weisen eine andere Hautfarbe auf als fast alle anderen Figuren auf dem Wandbild. Ihre gelbliche Hautfarbe entsprach einer gängigen ägyptischen Kunstkonventiuon, um die Fremden aus der mediterranen Welt der Bronzezeit von den ägyptischen Männern, deren Hautfarbe rötlich dargestellt wurde, zu unterscheiden.
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Ankunft der Handelsdelegation der "Aamu" An derSpitze der Handelsprozession (oder Karawane) steht ein ägyptischer kgl. Schreiber namens Nefer-hotep, der in seiner Hand eine Papyrusrolle hält, auf der die Inschrift steht "Jahr 6 unter Seiner Majestät von Horus, dem Führer der welt, dem König von Süden und Norden, Ra-Cha-Cheper (Sesostris II.), Liste der Äämu, die vom Sohn des Chnumhotep gebracht wurde, wegen des "stibium" (Augenschmerz) Aamu von Shut, eine Liste von 37 [Personen]". Hinter dem Schreiber steht der Beamte "Chati", und hinter ihm der Aamu-Häuptling oder Wüstenscheich (?); diesem folgen die anderen Mitglieder des fremden Stammes. Die Männer der Aamu tragen Bärte und Bögen und Pfeile. Sowohl die Männer wie auch die Frauen sind in bunte Gewänder gekleidet. Evtl. war die Gruppe ein er weiterter Familienverband von Händlern. Während die Inschriften Augenfarbe erwähnen, deutet ihre Ausrüstung und Handelsware auf Händler mit Tieren hin - es könnten aber auch Handwerker sein - was passend sein könnte, da das gebräuchlichste Material für Augenfarbe im frühen Ägypten "Malachit" (ein grünes Kupfererz) war, das in der syro-palästinensichen Region bekannt war. Die Heimat der Aamu lag östlich von Palästine. |
| Zeichnung:
NebMaatRe 2008 -
Wikipedia Lizenz: CC BY-SA 3.0 |
Sie umfasst einen detaillierten autobiographischen Text - bekannt als die "große Inschrift" in mittelägyptischen Hieroglyphen, die den Werdegang des Gaufürsten, seine familiären Verbindungen und die Rituale für seinen ewigen Kult beschreiben (Quelle: Naguib Kanawati, Linda Evans - Review of Beni Hassan, Volume 1, Dez. 2016 - online-Version). Gleichzeitig hebt die Inschrift die persönlichen Leistungen des Verstorbenen wie die Wiederherstellung von Grenzen und den Bau von Denkmälern während seiner Amtszeit hervor (Quelle: Mark-Jan Nederhof, Chnumhotetep, prince of Beni Hasan, Biography of Nederhof - English Created 2006-11-04 / following the transcription of De Buck 1948 pp. 67-72 und Breasted 1906, Ancient Records of Egypt, Volume I. University of Chicago Press, pp. 279-289).
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| Prozession
der "Aamu" - Grab des Chnumhotep in Beni Hasan Fotografie eines zweidimensionalen Objekts - gemeinfrei A. D. Riddle (zusammengesetzt) |
Allerdings gibt es bezüglich der Übersetzungen und Auslegungen der beiden Beischriften über der eigentlichen Darstellung der Asiaten unterschiedliche Meinungen. Hans Goedicke war der Meinung, das aus der ersten Beischrift - über der eigentlichen Darstellung der Asiaten - der Grund für ihre Ankunft hervorging. Er meinte, sie wären gekommen, nicht um Augenschminke zu bringen, sondern um "Galenit" (Bleiglanz) aus den Minen der nahen Ostwüste abzubauen (siehe Goedicke, Abi-Sha(i)'s Representation in Beni Hasan, in JARCE 21, 203ff). Dieter Kessler (die Asiatenkarawane von Beni Hassan, in SAK 14, 1987, 147ff) weist daraufhin, dass die beiden Beischriften vom Inhalt her identisch sind, dass allerdings nicht der königliche Schreiber (sS n nsw Nfr-Htp) Neferhotep der Überbringer der Asiatengruppe ist, sondern der in der Inschrift genannte Sohn, Fürst Chnum-hotep, wobei es sich um den hinter der Großdarstellung des Grabherrn abgebildeten "ältesten Sohn Chnumhotep des Grabeigentümers handelt - seinen Sohn mit der 1. Ehefrau Chety, die aus seiner Grabbiografie bekannt ist. Der Sohn Chnum-hotep war für die Zulieferung von Waren aus dem Ausland an den königlichen Hof zuständig. Lt. Kessler lassen somit die Position des Gaufürstensohnes Chnum-hotep als Expeditionsleiter und die damit verbundene Stellung am Königshof, an den er hier sämtliche Güter abzuliefern hatte - in diesem Fall schwarze Augenschminke - seinen Besuch in Beni Hassan zusammen mit der Gruppe von Asiaten in einem anderen Licht erscheinen, wobei es um die Abgabepflicht der Untertanen des Königs geht.
Der Mann an vorderster Stelle der Handelsexpedition, der eine große Antilope mit einem kurzen Hirtenstab mit sich führt und mit einer weit vorgebeugten Körperhaltung eine Geste der Verehrung vor dem Grabherrn ausführt, wird durch die Beischrift als "Heqa-Khaset - Anführer der Gruppe" mit Namen Abisha(i) bezeichnet. Im vorderen Bereich der Asiatenszene befindet sich dann die Beischrift: "Kommen mit dem Bringen der Augenschminke, nachdem er 37 Asiaten geholt hat". Die 2. Beischrift, die maßgeblich zum weiteren Verständnis dieser Szene beitragen soll, gibt die Tafel des Schreibers Nefer-hotep wieder: "Regierungsjahr 6 unter der Majestät des Horus Sema-tauis, des Königs von Ober- und Unterägypten Cha-cheper-Re (Sesostris II.) wieder - Liste der Asiaten, die gebracht hat der Sohn des Fürsten Chnum-hotep wegen der Augenschminke aus aw, zugehörige Zahl 37" (Quelle: Kessler SAK 14. 1087). Die Inschrift auf der dargebotenen Schreibtafel in Kursivschrift ausgeführt, ist heute leider nicht mehr lesbar. Bei Newberry findet sich die Tafel gesondert transkribiert.
Der Inhalt der Beischrift stellt sich bereits aber schon als Widerspruch. Es ist hier von 37 Asiaten die Rede - doch zeigt die Abbildung nur eine Anzahl von instesamt 15 Asiaten. Außerdem bringen sie keine Augenschminke mit, sondern Antilopen, Esel und verschiedene Gegenstände.
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Ankunft
einer Handelskarawane der Aamu Der Ausschnitt aus den Zeichnungen von Ippolito Rosellini zeigt den königlichen Schreiber Neferhotep, der in seiner Hand einen Papyrus hält, auf dem das Ereignis exakt festgehalten wird: "Jahr 6 unter S. M, dem Horus, Vereiniger der Beiden Länder von Ober- und Unterägypten (Cha-cheper-re), die Anzahl der Aamu, gebracht vom Sohn des Chnumhotep bezüglich der Augenschminke beträgt 37" Bild: Bildausschnitt by Jean Francois Champollion (1790-1832). Digirally ehanced by rawpixel. User: Rawpixel, Wikipedia 17.11.2017 Lizenz: CC BY-SA 4.0 |
Westwand der Kapelle:
An der Westwand der Kapelle sind Szenen dargestellt,
die auf der linken Seite hauptsächlich die
Vorbereitung für die Bestattung und die Auferstehung des Verstorbenen zeigen und z. B. durch die
Abydos-Bootsfahrten veranschaulicht wird,
die eine Verbindung zwischen dem Grabherrn Chnumhotep II. und dem Jenseitsgott
Osiris herstellen.
Oben an der West-Wand befindet sich ein Checker-Fries, darunter die Farbleiter. Die Wanddekoration besteht aus 6 Register - wobei das 1. Register nur über der Tür in der Mitte existiert. Alle Register - außer dem 4. Register links der Tür) - beschäftigen sich mit handwerklichen Arbeiten.
Im obersten Register - direkt über der Tür der Halle - wird indirekt zum erstenmal für beide Wandteile eine Brücke hergestellt. Hier wird der Statuenzug ins Grab gezeigt - das Ganze verläuft von rechts nach links. Zwei Männer mit einer leitenden Funktion stehen auf der rechten Seite - nach links folgt der Statuenschrein mit der Statue des Grabbesitzers (Chnumhotep II.). Direkt vor dem Schrein befindet sich ein Mann und führt wohl ein Ritual aus. Ein Priester zitiert aus einem Papyrus. Der Schrein wird von mehreren Männern gezogen. Priester empfangen den Schrein. Dahinter folgt eine Gruppe von 5 Frauen, die in der Tracht von "Muu-Tänzerinnen" gekleidet sind und die einen Tanz aufführen. Die beiden vordersten Frauen (links) spielen wohl eine Szene des "Erschlagen der Feinde nach" (nach 7).
Wandseite - rechts
(nördlich) der Tür:
Auf der rechten Seite hinter dem
sitzenden Grabherrn sind Büros zu sehen, in denen Schreiber sitzen. Die
Getreideernte wird in Anwesenheit eines "Schatzhausvorsteher" gewogen, der unter
einem Säulenvorbau in einem Haus sitzt und das Ergebnis wird von einem Schreiber
notiert. Ein weiterer Beamter macht sich - ebenfalls in einem Büro (Säulenvorbau
eines Hauses) Notizen ebenso ein weiterer Schreiber. Über eine Treppe wird die
Getreidelieferung in den oberen Eingang eines Magazins transportiert und von
einem Vorsteher in Empfang genommen. Alle Beamten sind hier mit ihrem Titel und
teilweise auch mit dem Namen beschriftet.
Auf der rechten Seite der Tür (nördliche Westwand) werden die ersten 3 Register mit einem gemeinsamen Thema verbunden: das Säen, Ernten und Einbringen der Getreideernte. In den ersten Szenen sehen wir Männer beim Ausrupfen und beim Ernten von Getreide. Zu sehen ist auch ein Esel mit noch leeren Lastenkörben - wobei ein Mann auf die nächste Lieferung wartet. Es folgen weitere Ernteszenen mit kurzen Beischriften. Am nördlichen Ende der Reihe ist eine Szene mit dem Dreschen von Korn zu sehen. Rinder werden von den Männern zur Arbeit angetrieben. Die Beischrift sagt "Reden und Rufen".
In der 2. Reihe nördlich der Tür (oder dem 3. Register, wenn man das mittlere über der Tür miteinbezieht) werden wieder landwirtschaftliche Szenen, wie das Pflügen des Ackers mit Hilfe von Rindergespannen gezeigt. Auch hier lauten die Beischriften "Reden und Rufe" und "mit der Hacke pflügen" (7). Ganz am Ende des Registers - rechts - unterhalten sich zwei Männer und stützen sich auf ihre Stäbe. Die Beischriften besagen, das einer von ihnen mit dem Namen "Nefer", einen militärishen Titel trägt, der andere den Titel "Vorsteher der Felder".
Das 3. Register (oder das 4. Register - siehe oben) auf der rechten Seite beschäftigt sich mit der Abydosfahrt - die nach Süden geht. Das erste Boot fährt mit geöffneten Segeln und die ganze Mannschaft ist mit der Takelage beschäftigt. In der Kabine sitzen Leute, die ihren Perücken nach der "gehobenen Schicht der Gesellschaft" angehören - vielleicht Angehörige der Familie? Hinter dem ersten gesegeltem Boot folgt ein zweites, - beide Boote sind durch ein dickes Tau miteinander verbunden. Auf diesem Boot (hat die Form einer "Neschmet-Barke" - dem traditionell bei den Osirismysterien in Abydo verwendeten heiligen Schiffen) - sind drei Sem-Priester zu sehen, die ein Räucherritual vollziehen. Der Verstorbene liegt unter einem Baldachin, mit Nemes-Kopftuch und dem Zeremonialbart (wie ein Pharao ausgestattet) bekleidet, auf einem Löwenbett Die Beischrift bezeichnet ihn als "mAa-xrw" (wahr an Stimme/verstorben). Leider ist die ganze Szene heute fast nicht mehr erhalten und nur noch dank Newberrys Aufzeichnungen eine wichtige Quelle für die Ägyptologen zur Erforschung dieser Abydosfahrt nutzbar (7). Lt. Jan Assmann und Dieter Kessler (Assmann: Tod und Jenseits und Kessler: Szenen des täglichen Lebens) fand im realen Leben diese Abydosfahrt wohl niemals statt, sondern hatte lt. Dieter Kessler rein kultische Bedeutung um dem "Grabherrn die Teilnahme am "wp-rnpt-Fest" zu sichern, wo sich der König während der jährlich stattfindenden Festivitäten als Horus mit seinem königlichen Vatergott Osiris vereint, damit er an der Erneuerung des Königs teilhaben konnte".
Die 4. (oder 5. Reihe) beschreibt in räumlicher Szenenabfolge die Ernte von Obst und Gemüse. Ein Mann ist mit Körben beladen - dann folgt die Ernte von Weintrauben und die Ernte von Feigen. Auffallend sind zwei Affen, die sich an der Feigenernte "beteiligen". Als letztes folgen Männer bei der Gemüseernte auf dem Feld.
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Ernten von Feigen In diesem Register (das 4.) wird in räumlicher Abfolge die Ernte von Obst und Gemüse gezeigt. Die Ernte von Weintrauben und Feigen. U. a. "beteiligen" sich auch zwei Affen an der Ernte (sitzen im Baum). Bild: Courtesy of www.meretsegerbooks.com |
In der letzten Reihe (5. oder 6.) wird das "Treiben der Rinder durch die Furt" thematisiert. Es naht Gefahr für die Tiere, die schon im Wasser sind, durch ein Krokodil. Der Hirte scheucht die Tiere aufgeregt wieder aus dem Wasser. Ein Boot mit 3 Männern kommt ihnen entgegen. Das weitere Geschehen rund um den Fluss zeigt verschiedene Szenen des Fischfangs, allerdings nicht der Fischfang mit einem großen Netz, wie er oft dargestellt wird, sondern es wird hier der Fischfang einzelner Personen gezeigt, welche die Fische mit einer Angel oder mit einer Schnur fangen (7).
Wandseite - links
(südlich) der Tür:
Im 2. Register (in der Mitte über der Tür)
sitzt der Grabherr auf einem Blockthron. Er ist mit einem langen Gewand
bekleidet und hält seinen Amtsstab in der Hand und überwacht die Arbeiten vor
ihm, wie z. B. Szenen aus einer Schreinerei (linke Seite), Wäscher bei der
Arbeit. Hinter ihm stehen 4 seiner Begleiter, wobei der erste von ihnen den
Titel "Bekannter seines Herrn"trägt. Vor dem sitzenden Grabherrn steht ein Bett mit Löwenfüssen (wahrscheinlich ein
Werkstück aus der Schreinerwerkstatt).
Die Bilder auf der südlichen Wandseite (ganz oben nach links hin) - mit Blickrichtung nach Norden zum Grabherrn hin zeigen Szenen aus der Schreinerwerkstatt - zwei Männer, die ein Holzstück zersägen - über einem von ihnen ist der Titel angegeben "Vorsteher der Zimmerleute" (mDHw). Weiter nach links folgend sehen wir Darstellungen aus einer Wäscherei - Männer waschen die Wäsche im Fluss und andere Männer wringen die nasse Wäsche aus.
Im 2. Register sehen wir ebenfalls Szenen aus den Werkstätten - aus einer Töpferei. Gefäße werden in Brennöfen gebrannt und andere Handwerker stellen verschiedene Gefäße auf einer Töpferscheibe her. Aber es gibt auch Szenen, in denen der Grabherr eine Schiffswerft besucht und von 4 Männern in einer Sänfte getragen wird. 4 weitere Arbeiter arbeiten mit Äxten und anderen Werkzeugen an einem Schiff aus Holz, während ein Aufseher die Arbeiten überwacht.
Das 3. Register von oben (linke Seite neben der Tür) (von rechts nach links) zeigt zwei Ruderschiffe bei der Rückkehr von der Abydosfahrt - die Ausrichtung der Boote innerhalb des Grabes lässt sie rechts vom Eingang buchstäblich nach Süden (nach Abydos) und links vom Eingang nach Norden zurückfahren. Der Mast des ersten Bootes gleich neben der Tür (bei der Rückfahrt), auf dem sich der Kapitän und der Grabherr sitzend in einem Schrein dargestellt ist, ist umgelegt, es wird also gerudert - das zweite Boot mit einer Kajüte für die Frauen wird ebenfalls gerudert. Eine der weiblichen Passagiere des Bootes ist lt. der Beischchrift die "nbt-pr %tjj mAa(t)-xrw" - die Hauptfrau des Grabherrn sowie die "xtmt §At" - also die zweite Ehefrau. Am Ende der Abydosfahrt-Szene steht dann noch die Beischrift: "(Worte zu sprechen) - Kommt (zurück) in Frieden" (7).
Das 4. Register beschäftigt sich mit Szenen aus der Lebensmittelherstellung - die Herstellung von Bier, die von einem Aufseher überwacht wird - einer der Männer ist mit dem Einfüllen des Bieres in Krüge beschäftigt - die Beischrift dazu lautet: "Sorgen für seinen Ka, der Iripat Neheri" - sowie Szenen aus einer Bäckerei bei der Brotherstellung. 2 Männer holen das Brot aus dem Ofen, es folgt eine weibliche Bäckerin, die Anweisungen des Aufsehers entgegennimmt.
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Szenen aus der Weberei Die letzte Szene im 4. Register beschäftigt sich mit der Weberei. Auch hier wird die Arbeit in der Weberei und am Webstuhl von einem Aufseher überwacht. 2 Frauen sitzen am Webstuhl und Weben.
Bild: Facsimile, Khnumhotep (Beni Hasan
3) |
Vermutlich zeigen die Darstellungen im 5. und
letzten Register (ganz unten an der südlichen Westwand) Szenen des Grabbaus
- (siehe Janice Kamrin 2009: The Aamu of Shu in the Tomb of Khnumhotep II. at Beni
Hassan" JAE 1 (3) ).
Leider sind die Darstellungen im untersten Register nur noch teilweise erhalten
- auch die Beischriften sind nicht mehr alle lesbar. zu sehen sind Männer
mit Messgeräten, über denen der Titel "wDatj"
(Architekt) steht. Die Blickrichtung der Männer ist
von Süden nach Norden und beginnt mit der Abbildung eines Schreibers in
ehrfürchtiger Haltung. Dann folgen Steinmetze bei der Arbeit, deren Titel
lautet: "ms-aAt".
Ein weiterer Steinmetzt ist mit der Anfertigung einer Statue beschäftigt - die
Beischrift dazu ist leider zerstört. Ein weiterer Mann macht sich an einem Krug
zu schaffen und die anschließende Szene zeigt drei Männer, die einen Schrein mit
einem abgerundeten Dach bearbeiten. Nach dem Schreinbauern ist noch ein Mann zu
sehen, der an einem Rahmen arbeitet und ein weiterer Mann, der sich über einen
Krug beugt. Die Beischrift hierzu ist leider zerstört. Als letztes folgt wieder
ein Aufseher, über dem noch sein Titel "xtm"
lesbar ist. Zur Zeit von Newberry waren die
Darstellungen an den Wänden noch wesentlich besser zu sehen.
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Westwand der
Kapelle Beni Hasan Nr. 3 linke Seite der Eingangswand |
Westwand der
Kapelle Beni Hasan Nr. 3 rechte Seite der Eingangswand |
| Zeichnung: Percy Newberry - gemeinfrei BH3 | |
Nordwand der Kapelle:
(linke Wandseite im Grab)
Die Nordwand ist in sechs Register unterteilt
und befindet sich durchaus - bis auf die unteren Reihen - in einem recht guten
Zustand. Unterhalb des Checkerfries mit Farbleiter ist die Wandüberschrift
angebracht. Sie beginnt in der Wandmitte und verläuft von dort aus in die
jeweils entgegengesetzte Richtung - auf der einen Seite zum westlichen und auf
der anderen Seite zum östlichen Ende der Wand. Die Dekoation beginnt unterhalb
der Wandüberschrift und wurde in 6 gleich hohe Reihen aufgeteilt.
Die oberen 3 Register zeigen Darstellungen einer Wüstenjagd - am östlichen und westlichen Ende der Nordwand wird Chnumhotep II. selbst großformatig über alle Register hinweg gezeigt - einmal stehend bei der Entgegennahme von Opfergaben (verschiedene Tier- und Vogelarten), das andere Mal ausgerüstet mit Pfeil und Bogen bei der Jagd in der Wüste. Mutmaßungen verschiedener Forscher gehen dahin, dass Chnumhotep II. in dieser Szene "die Rolle des Königs bei der Beherrschung der chaotischen Macht der Wüste" einnimmt (siehe dazu: Janice Kamrin: The Cosmos of Khnumhotep II. at Beni Hasan, London, Paul Kegan Intern.-Verlag 1990). Weiter sind auch seine Söhne und Diener dargestellt, seine Jagdhunde sowie Wildtiere wie Gazellen und Kraniche.
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Nordwand von Beni Hassan Nr. 3 - linke
Wandseite Zeichnung: Percy Newberry 1893 - public domain |
Nordwand von Beni Hassan Nr. 3 - rechte
Wandseite Zeichnung: Percy Newberry 1893 - public domain |
Rechte Seite der
Nordwand
Der stehende Grabherr auf der rechten
(östlichen) Wandseite hält in einer Hand den langen Amtsstab und in der anderen
ein Schweißtuch. Wie üblich ist der Grabherr in der typischen Haltung eines
hohen Würdenträgers dargestellt. er trägt einen kurzen Schurz, darüber einen
weiteren Schurz aus einem transparenten Stoff, dazu eine Langhaarperücke, welche
die Ohren freilässt und einen kurzen Kinnbart. Hinter ihm steht ein Diener, der
seine Sandalen trägt. Allerdings bezeichnet ihn die Beischrift als "Hüter des
Salböls" und nennt auch seinen Namen: "Chnum-hotep". Lt. Kessler könnte es sich
hier wiederum um einen seiner Söhne handeln, welcher die Funktion eines
Festleiters übernimmt und der hier seinem Vater das Salböl überreicht (siehe
dazu Kessler, Asiatenkarawane, 149)
Der interessanteste und in der Wissenschaft meistbesprochene Teil der Nordwand ist - wie schon oben beschrieben - die Darstellung eines Handelszuges von Asiaten (den sog. "Aamu"), die sich in der Mitte bis nach rechts vor dem Kopf des Grabherrn befindet (im 3. Register). Zwar ist in der Publikation von Newberry das Zeichen für "Fremdland" kaum zu erkennen, aber tatsächlich ist die Beischrift auch heute noch ein einem relativ gut erhaltenen Zustand, so dass die Hieroglyphe gut erkennbar ist. Das Fremdvolk ist durch andersartige Gewänder, Frisuren und ihr fremdländisches Aussehen klar als "Ausländer" gekennzeichnet und unterscheiden sich deutlich von den Ägyptern. Eine Schrifttafel, welche Teil der Abbildung ist, datiert den Handelszug exakt in das 6. Regierungsjahr von Sesostris II. Zwar handelt die Beischrift auf der rechten Seite inhaltlich "vom Bringen der schwarzen Augenschminke und vom Kommen einer Gruppe von 37 Asiaten" und es wird sogar das exakte Jahr, nämlich das 6. Jahr der Regierung Sesostris II. genannt, doch steht das im Widerspruch zu den Abbildungen, wo nur 15 Asiaten dargestellt werden und diese keinesfalls Augenschminke mitbriingen, sondern Antilopen, Esel und verschiedene Gegenstände (siehe zum "Zug der Aamu-Asiaten" weiter oben).
Vor dem Grabherrn - auf ihn zukommend - sind in Höhe seiner
Beine seine Hunde abgebildet. Vor ihm (auf Kopfhöhe) steht ein Schreiber, der
ihm eine Schreibtafel hinhält, wobei es sich lt. der Beischrift um einen
"Schreiber der königlichen Tafel namens Baket" handelt. Der Inhalt der Inschrift
belegt, dass es sich hier um ein amtliches Dokument handelt und "das Anrecht des
verstorbenen Gaufürsten auf die Versorgung mit den Gütern des pr-Dt" legitimiert
(7). In den "Urkunden von Kurt Sethe" findet sich eine Transkription der
Inschrift. Der Inhalt des amtlichen Schreibens bezieht sich auf die Zählung von
Rindern, Esel und Ziegen, die zum Viehbestand des Gutes gehören. Auffallend ist
hier, dass einer seiner Hunde direkt vor ihm in das Register 5 reinzulaufen
scheint.
Unterhalb der Füße des Grabherrn befindet sich im untersten Register das
Schreiberbüro mit vier Ober- und Unterschreibern. Vor ihnen befindet sich ein
Aufseher und sein Gehilfe, hinter ihm werden wohl zwei Männer, von denen einer
den Titel "Hirte" trägt von einem Aufseher bestraft. Einer der Hirten duckt sich
"demütig" unter den Schlägen weg und wird von dem Aufseher in Richtung
Administration geschoben.
Das ganze untere Register behandelt nur das Thema der Viehzählung. Die
verschiedenen Gruppen der Hirten mit ihren Tieren wird immer wieder durch die
Darstellung von einzelnen Hirten unterbrochen, die mit Schreibtafeln und Stiften
ausgerüstet, die Ergebnisse der Zählungen notierten, die dann in der
Administration zusammengefasst werden.
Nordwand der Kapelle
(linke Wandseite)
Auf der linken Seite der Nordwand wird der Grabherr
aktiv bei der Wüstenjagd gezeigt. Er hält seinen Bogen schussbereit in den
Händen - vor ihm sein Jagdhund und hinter ihm seine Söhne. Die Orientierung
sämtlicher Personen verläuft von links nach rechts - auf den im Großformat auf
der rechten Seite der Wand stehenden Grabherrn zu
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Nordwand der Kapelle Der Grabherr mit Pfeil und Bogen - vor ihm sein Jagdhund - bei der Jagd in der Wüste, hinter ihm seine Söhne und seine Diener. Im 3. Register von oben - vor ihm - die berühmte Szene der Handelsprozession der Aamu. Bild: Courtesy to Mudnedjmet - all Rights reserverd |
Bei den von den Pfeilen getroffenen Tieren handelt es sich um Antilopen und Wildstiere, aber auch ein Löwe wird von dem Schützen getroffen. Diese Tiere sind von anderen, auf die anscheinend nicht geschossen wurde, durch eine zweite Standlinie getrennt. Das Register ist ab hier in ein oberes und unteres getrennt. Im oberen sind ein Fuchs, ein Igel, eine Maus und weiteres Kleingetier dargestellt. Im unteren sind Antilopen und ein Löwe zu sehen. Im oberen Register ist in der Mitte der Tiere aber auch ein Fabelwesen, in der Form eines geflügelten Leoparden - also ein Greif mit ausgebreiteten Flügeln, zwischen denen ein Menschenkopf hervortritt, dargestellt.
Im 2. Register von oben ist ganz links das "Fangen und Zusammenbinden von Antilopen" durch 4 Männer dargestellt. Davor folgt die großformatige Darstellung des bogenschießenden Grabherrn. Dieser schießt auf ein schon von einem Pfeil getroffenen Wildstier. Rechts davor sind die Söhne des Grabherrn zu sehen, ebenfalls bei der Gazellenjagd mit Pfeil und Bogen.
Im 3. Register sind drei seiner Gefolgsleute und zwei Hunde, die an der Leine geführt werden zu sehen (überhaupt scheinen Hunde eine große Rolle zu spielen, denn sie sind an den Wänden von BH 3 sehr zahlreich vorhanden). Der hinterste der Männer (ganz links) trägt ein Schild - die beiden anderen einen Speer und eine Axt. Bei den Männern scheint es sich wohl um Leibwächter oder Wachleute zu handeln. Vor dem bogenschießenden Grabherrn befindet sich ein weiterer Jagdhund. Vor dem Hund ist ein Mann zu sehen, der einen Kranich trägt und dazu eine ganze Herde Kraniche vor sich hertreibt.
Im 4. Register ist ganz links der Vogelfang mit Hilfe eines Klappnetzes zu sehen, an dem sich sechs Männer beteiligen. Dann werden die gefangenen Vögel an Stangen aufgehängt, abtransportiert, aber auch scharenweise vor sich hergetrieben. In der nächsten Szene werden von einem Hirten Rinder von unterschiedlicher Rasse an einem Strick herbeigeführt.
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Vogelfang mit Klappnetz |
| Bild:
I´llustration from Monuments de l'Egypte de la Nubia by
Jean-Francois Champollion, digitally enhanced by rawpixel-com 70 Autor: rawpixel 17.11. 2017, Wikipedia Lizenz: CC BY-SA 4.0 |
Die Themen im 5. Register (linke Wandseite neben der Tür) sind ähnlich aufgebaut wie die im 4. Register - aber in heutiger Zeit stark zerstört und nicht mehr gut zu erkennen. Deshalb werden für die Beschreibung die Zeichnungen von Percy Newberry genutzt. Ein hockender Mann mästet ganz links drei Gänse, zwei Tierpfleger füttern zwei Gazellen und weitere zwei Männer füttern die Ziegen. Ein weiterer Mann füttert drei Rinder
Das untersten - 6. Register - ist heute noch schlechter erhalten und man kann nur aufgrund der Zeichnungen von Newberry die Darstellungen "erahnen". Das Register verläuft über die ganze Wandbreite von links nach rechts und es handelt sich hier um eine Viehzählung von Schafen, Esel, Ziegen und Rindern. Der 1. Hirte trägt ein Kälbchen auf seinen Schultern - alle bewegen sich in Richtung Schreiberbüro, wo die Anzahl der Tiere notiert wird. Die Gruppen der Tiere werden durch einen Schreiber unterbrochen, die sich Notizen machen (7).
Die Ostwand (Rückwand der Kapelle) enthält -
ebenso wie die Grabanlage von Beni Hassan 2 - in ihrer Mitte den Eingang zum
Heiligtum (einem Schrein), in der sich wohl einst die Statue des Verstorbenen
befand.
Zu beiden Seiten flankiert eine großformatige Darstellung des in den
Sümpfen jagenden Grabherrns den Zugang zum Schrein - im Süden harpuniert er zwei
Fische und im Norden wirft er mit dem Wurfholz.
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| Rückseite
(Ostwand) der Kapelle Beni Hassan 3 - Zeichnung: Percy Newberry, Beni Hasan, Part 1, England, Paul Kegan-Verlag 1893 - public domain - |
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Ostwand (Rückwand) im Grab Beni Hassan Nr. 3 Bild: Courtesy to Mudnedjmet - alle Rechte vorbehalten - |
Die nördliche (linke)
Ostwand
Ebenso wie auf der südlichen Hälfte der
Ostwand steht Chnumhotep aufrechtstehend in einem Papyrusboot - hier hat er ein
Wurfholz zur Vogeljagd in seiner erhobenen Hand. Die Beischrift über dem einen
Mann, der ganz hinten im Boot steht, ist zu entnehmen, dass es sich hier um
einen Sohn des Gaufürsten handelt - dessen Name allerdings nicht genannt wird. Das Boot mit der Familie des
Gaufürsten ist in dieser Szene im Begriff, in das Papyrusdickicht einzufahren -
Vögel und Schmetterlinge fliegen verschreckt auf.
Als unterste Szene - unter der Darstellung der im Wasser schwímmenden Fische - zwischen zwei durchgezogenen Wasserlinien - eine weitere Reihe von Darstellungen aus dem Fischfang. Ganz links (im Norden) trägt ein Diener Gefäße an einer Stange und dazu noch einen großen Fisch. Vor ihm steht ein "Vorsteher der Fischer" (lt. der Beischrift), der aber in die andere Richtung (nach Süden) schaut. Wahrscheinlich erteilt er den anderen 10 Männern vor ihm Anweisungen, das große Schleppnetz einzuholen.
Zugang zum Schrein
Chnumhotep II. ist über dem Zugang zum Schrein beim
Vogelfang mit dem Schlagnetz dargestellt. Ihm beigestellt sind sein Sohn "Nacht"
sowie der Aufseher der Arbeiten am Grab mit Namen "Baket". Der Grabinhaber sitzt
hinter einer Abschirmung (?) auf einem Stuhl mit Löwenbeinen. Er umfasst mit
beiden Händen das Seil für das Netz. Gekleidet ist Chnumhotep mit dem sog.
"Vorbauschurz", und über der Brust trägt er eine Schärpe wie bei einem Priester.
Hinter ihm stehen - in einem verkleinerten Maßstab, zwei Männer, wobei es sich
lt. Beischrift bei dem ersten um einen Sohn von Chnumhotep mit dem Namen "Nacht"
handelt (er trägt ebenfalls eine Schärpe über der Brust). Nacht trägt in seinen
Händen jeweils eine Lotosblüte, während der andere Mann im Verehrungsgestus
dargestellt ist.
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Ostwand (Rückwand)
mit Vogelfangszene auf dem Türsturz Bild: Courtesy of www.meretsegerbooks.com |
Beide Türpfosten der
Nische und der Türsturz sind mit Inschriften versehen. Die Inschrift auf dem
Türsturz (über der Nische) nennt Namen von Festen - wie auch in der umlaufenden
Biografie. und wohl auch auf der südlichen Ostwand. Die Nennung von Festen
scheint im Grab von Chnumhotep eine tragende Rolle zu spielen - so werden in der
Inschrift über dem Schreindurchgang der Ostwand das Sokarfest, sämtliche
Nekropolenfeste und auch das "Neujahrsfest"
(wp rnpt)
erwähnt.
Rechts und links vom
Durchgang befindet sich -
unterhalb der Inschriften auf den Türpfosten - jeweils eine antithetische
Darstellung des Grabherrn, der auf einem löwenbeinigen Stuhl sitzt. Der Grabherr
hält in seiner Hand den
"mdw"--Stab und trägt ebenfalls die quer über der Brust verlaufende Schärpe -
was auf ein Priesterewand hindeutet (7).
Der Schrein
In der Nische selbst ist lediglich ein Sockel
erhalten, auf dem eine Kultstatue des Grabherrn aufgestellt war - die Plastik
selber ist leider nicht mehr vorhanden. Über sämtlichen Darstellungen in der
Nische ist oben der Checker-Fries angebracht, darunter der Farbleiter. Ebenso
wie in der Grabkammer ist auch hier der Sockel mit einer Art Fries aus
Scheintüren verziert und scheint vermutlich eine Weiterentwicklung der Scheintür
in dieser Ornamentform zu sein.
Die Dekoration der inneren nördlichen Westwand des Schreins zeigt die Umrisse einer Frau, die vom Eingang weg ins Innere des Schreins blickt - vielleicht auf die heute nicht mehr vorhandene Sitz-Statue des Grabinhabers. Hinter ihr war wohl eine weitere Frau abgebilde (erkennbar noch an ihrer Frisur), die aber kleiner als die andere Frau erscheint - vielleicht auch ein Kind (eine Tochter des Grabherrn?). Der heute nicht mehr lesbare Text lässt diesbezüglich keinerlei Rückschlüsse offen. Lt. dem Hinweis von Newberry soll es sich aber bei der dargestellten Frau um die Gemahlin des Chnumhotep II. "Tjati" handeln (siehe dazu Anm. 7 - S. 267).
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| Östlicher Teil (Bildmitte) der nördlichen Schreinwand | Südwand |
|
Ganz links - nördliche Westwand - ist
eine der Frauen des Grabinhabers zu sehen.Auf dem östlichen Teil der
inneren Schreinwand werden rechts drei Frauen gezeigt, die
ehrfurchtsvoller Haltung - einen Arm nach unten gestreckt, den anderen
an die Brust haltend - nach Osten wenden. Lt. Newberry besagt die heute
nicht mehr lesbare Inschrift über ihren Köpfen, dass es sich hier um die
Töchter des Chnumhotep handelt, deren Titel noch teilweise lesbar sind,
aber deren Namen schon zu Newberrys Zeiten zerstört waren. Hinter der Darstellung der Frauen folgen mehrere reich gefüllte Opfertische, die bis zur Höhe einere darüber angeordneten Opferliste mit Speisen angehäuft sind. Davor ist in der westlichen Ecke kleinformatig, ein Mann zu sehen, der lt. Newberry in der Beischrift einen Diener mit dem Namen "Chnumhotep" zeigt. |
Unter dem Checkerfries - oben an der südlichen Schreinwand -
verläuft von Westen nach Osten eine "Htp-dj-nswt"
Opferformel (ein Opfer das der Könhig
gibt) für den Gott Osiris. Anschließend folgt die
"prt-xrw"
Opferformel für den Ka des verstorbenen Grabherrn. Sein Name und auch
seine Haupttitel werden hier ebenfalls genannt. Im Gegensatz zur Darstellung auf der nördlichen Schreinwand fehlt hier die 22spaltige Opferliste - der Platz wird auf fast der gesammten südlichen Wand des Schreines von den Söhnen des Grabherrn eingenommen, die sich alle in östlicher Richtung orientieren. Die in 13 Kolumen unterteilte Inschrift - die heute teilweise zerstört ist, nennt ihre Namen und ihre Titel (7). Ganz vorne in der östlichen Eckie der Südwand steht der älteste Sohn des Grabherrn mit Namen "Nacht", der das Gänseopfer für den verstorbenen Vater zelebriert. Es folgen drei weitere Söhne des Chnumhotep, die alle gleichgroß dargestellt sind und lt. Newberry die Namen "Chnumhotep", Neherj und Neter-Nacht tragen. Hinter den drei Hauptsöhnen folgen mehrere kleinformatig dargestellte Figuren. Bei dem ersten handelt es sich lt. Newberry um einen weiteren Sohn des Grabherrn, der ebenfalls den Namen "Chnumhotep" trägt (möglicherweise aus der Ehe mit Tjati) - wobei die geringere Darstellungsweise ein Zeichen für ein jüngeres Alter sein könnte (7). Hinter dem letzten Sohn folgen noch zwei - ebenfalls in einem kleinformatigen Format wie er selbst dargestellt, ein Vorlesepriester und ein Diener. Darüber ist noch ein weiterer Vorlesepriester in dem oberen Register zu seshen, der für die Durchführung von Ritualhandlungen für den Verstorbenen verantwortlich war. |
| Zeichnung: Percy Newberry: Beni Hasan, Part 1, London: Paul Kegan-Verlag 1883 - public domain | |
Die südliche Ostwand
(rechte Rückwand)
Unter dem Checker-Fries und dem Farbleiter befindet sich auf der
südlichen Ostwand (Rückwand des Grabes) eine antithetisch zu der nördlichen
Wandhälfte angebrachte Wandüberschrift, welche die Haupttitel des Verstorbenen -
erweitert um seine Epitheta, nennt. In der Darstellung darunter wird der
Grabherr - genauso wie auf der nördlichen Wandhälfte neben dem Schreineingang -
bei seiner Jagd in den Marschen gezeigt. Chnumhotep II. steht in einer
überlebensgroßen Darstellung in seinem Papyrusboot und hält eine zweizackige
Hapune in beiden Händen. Gekleidet ist er mit einem kurzen, dreiteiligen Schurz,
der bereits auf der nördlichen Ostwand zu sehen ist, darüber trägt Chnumhotep
noch eiuen längeren, transparenten Schurz. Er ist in dieser Szene gerade im
Begriff zwei Fische mit seiner Hapune aufzuspießen, wobei es sich um einen
Nilbarsch und einen Nilbuntbarsch handelt (7).
In einem kleineren Format steht vor ihm - ihm zugewandt - der "Hüter der Salbe" (irj-mrHt) Chnumhotep, der auch schon auf der nördlichen Ostwand in Erscheinung tritt. In seinen Händen hält er ebenfalls eine zweizackigew Hapune. Hinter ihm sind in der Beischrift ebenfalls seine Titulatur und sein Name angegeben. Über dem Heck des Papyrusnachens ist kleinformatig der Sohn des Grabherrn namens "Nacht" in einem Priesterornat zu sehen, der gegenüber seinem Vater das "Gänseopfer" in Form von drei Gänsen vollzieht. Die Beischrift, die seine Titulatur wiedergibt und diesmal auch seinen Namen, ist direkt über ihn angebracht und steht nicht in Zusammenhang mit der neunkolumnigen Beischrift zur Fischfangszene. Es ist möglich, dass es sich bei den Darstellungen auf beiden Wandseiten um denselben Sohn handelt. Ebenso wie auf der linken Hälfte der Ostwand schwimmt auch hier das Papyrusboot des Grabherrn auf einem Gewässer, in dem sich auf der linken Seite Fische, ein Nilpferd und ein Krokodil tummeln. Ebenso wie auf der linken Wandseite wird hier unten die Darstellung eines Wasserlaufs gezeigt, auf dem jedoch drei Boote mit Fischern beim Fischestecken zu sehen sind. Auf dem Sockel der Wand befindet sich - ebenso wie auf dem südlichen Teil die Biografie des Grabherrn.
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Ostwand - der Grabherr bei der
Papyrussumpfjagd Auf der Rückwand der Grabkapelle wird der Grabherr auf der rechten Seite - spiegelbildlich zur linken Seite - in einer großflächigen Szene aufrecht stehend in einem Papyrusboot bei der Jagd im Papyrusdickicht gezeigt. Hier allerdings mit einem Speer zum Fischen bewaffnet. Im Papyrusdickicht versteckt befinden sich zwei "Ginsterkatzen (ein katzenähnliches Raubtier, das heute in Ägypten ausgestorben ist) und eine Schlupfwespe (oder ägyptischer Mungo)" (Tiere, die ab der 4. Dynastie auftauchte und in der 5. und 6. Dynastie weiter verbreitet wurde). Die Katze ist in ihrer "hieroglyphischen" Form abgebildet (Glyphe D 13 von Sir Alan Gardiner). Der Schwanz der Katze, der teilweise von der rechten Hinterhand verdeckt wird, an deren Innenseite er sich einrollt, zeigt gerade nach oben (siehe Malek 1997). Bild: Courtesy to Mutnedjmet - all Rights reserverd |
Die Südwand der
Kapelle
Die Südwand von Beni Hassan Nr. 3 ähnelt im
Aufbau der Südwand von Beni Hassan 2 (Amenemhet, dem "Großen Oberhaupt des
Gazellengaus"). Oben an der Wand werden die Darstellungen und die Inschriften
durch den obligatorischen Checkerfries und der Farbleiter abgegrenzt - eine
Wandüberschrift existiert nicht. Die Wand ist in 5 Register unterteilt.
Sämtliche Darstellungen auf der Südwand beziehen sich auf die Versorgung des
Grabherrn und seiner Frau Cheti im Jenseits. Beide sind jedweils vor einem reich
gefüllten Opfertisch mit Opfergaben abgebildet. Weitere, kleinformatige Figuren
sind die zweite Ehefrau Tjati, mehrere Töchter, Priester und Dienser. Die Bilder
und Beischriften auf der Südwand drehen sich komplett um den Totenopferkult und
die Auflistung der Totenopfergaben.
Die oberen Register laufen von rechts nach links auf eine Opferliste und dem Grabherrn zu. In den oberen Registern sieht man in der Mitte die entsprechenden Priester bei den Totenopferritualen und den ältesten Sohn des Verstorbenen, der für den Opferkult seines verstorbenen Vaters verantwortlich war. Hinter dem ältesten Sohn werden weitere Söhne des Verstorbenen aufgeführt. Oben rechts sieht man die Gattin des Grabinhabers - bei ihr sind die Töchter.
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| Südwand von Beni Hassan Nr. 3 - linke
Wandseite Zeichnung: Percy Newberry 1893 - public domain |
Südwand von Beni Hassan Nr. 3 - rechte
Wandseite Zeichnung: Percy Newberry 1893 - public domain |
| Die beiden unteren Register laufen ebenfalls von rechts nach links - erstrecken sich aber im Gegensatz zu diesen über die ganze Wandbreite unter der Darstellung des Grabherrn. Auch hier wird links der Grabherr - wie üblicherweise großformatig dargestellt und nach rechts blickend - auf einem Stuhl mit kurzer Lehne und Löwenfüssen vor einem Speiseopfertisch sitzend gezeigt. Er trägt den Vorbauschurz und eine Schärpe über der Brust. In einer Hand hält er das Flagellum. Hinter ihm steht ein Mann (in einem verkleinerten Maßstab dargestellt), der ein großes Salbgefäß trägt. Über dem Grabherrn befindet sich eine Inschrift in 5 Kolumnen mit seinem Namen und seiner Titulatur. Rechts davon ist die Opferliste zu sehen. | |
Auf dem linken Teil der Südwand (östliche Ende der Südwand) wird der Grabinhaber Chnumhotep II. großformatig vor einem Opfertisch auf einem Stuhl mit kurzer Rückenlehne und Löwenfüssen nach Westen blickend sitzend dargestellt. Er hält in seiner rechten Hand eine Geißel (ein landwirtschaftliches Werkzeug, das zum Dreschen verwendet wird, aber auch militärisch genutzt wurde / ein sog. Fleil = traditionell als Symbol für König oder Göttlichkeit angesehen wurde). Chnumhotep trägt über seiner Brust eine Schärpe und ist mit dem Vorbauschurz bekleidet. Hinter seinem Stuhl steht - in verkleinertem Maßstab - ein Mann mit einem übergroßen Salbgefäß. Lt. der Beischrift handelt es sich hier wieder um den "Hüter der Salbe". Vor dem Grabherrn steht ein Opfertisch, der mit Opfergaben bedeckt ist- davor werden ihm in mehreren Reihen vielfältige Opfergaben dargebracht und es werden Opferriten für ihn durchgeführt. Über dem Grabherrn ist ein große Opferliste zu sehen. Durch die Nennung verschiedener Priestertitel für den Grabherrn und durch seine Schärpe über der Brust wird ersichtlich, dass der Schwerpunkt innerhalb der Ämter, welche der Grabherr innehatte, hier auf religiöse Kulthandlungen lag.
Die Szenen vor ihm sind in ein Ober- und Unterregister getrennt. In der oberen Reihe des 1. Registers sind drei Priester zu sehen - wobei der erste ein "Hm-kA" Priester (Totenpriester) ist, der eine Wasserspende darbringt. Der zweite Priester ist ein "sm"-Priester (Sem-Priester) und es folgt ein Lektorpriester (Xrj-Hbt). In der Unterreihe sind vier Priester zu sehen, wobei die vorderen drei auf den Knien liegend gezeigt werden und im Rezitationsgestus sind. Zwar gibt es hier keine Beischriften, aber durch die Schärpe über ihrer Brust sind sie als Lektorpriester zu identifizieren. Der letzte der Priester steht mit dem Rücken zur Opferliste und hält in seinen Händen eine Reisigrute. Auch er ist anhand der Beischrift als Lektorpriester zu identifizieren - möglicherweise stellvertretend für die ganze Reihe. Er führt ein Ritual durch, (jnt-rd) - "das Verwischen der Fußabdrücke".
Im 3. Register sind Träger und Trägerinnen zu sehen, die auf den Grabherrn zugehen. Hierbei handelt es sich um drei Gruppen, die hauptsächlich Fleischprodukte herbeibringen. Die erste Gruppe - hinter dem Opferaufbau - wird von einem Mann in einem langen Schurz angeführt. Der nächste Mann trägt ein Tablett und darauf folgt ein Mann mit einem großen Korb. Dahinter folgen 2 Männer mit gefüllten Körben , die sie an Stangen über der Schulter tragen, mit frisch geerntetem Gemüse (Zwiebeln u. a.). Die letzte Gruppe wird von einem "mr-Sna " (Vorsteher der Lagerhäuser ?) in ehrfürchtiger Haltung angeführt, dem eine Frau und ein Gärtner (der lt. Beischrift "Kanj" heißt) folgen. Als letztes folgt nochmals eine Dienerin, die auf ihrem Kopf eine Truhe und in der Hand einen Korb hält. Diese Abbildungen an der westlichen Südwand befinden sich - wie in den Grabdarstellungen des Mittleren Reiches - wie üblich immer hinter dem Opfertisch der Ehefrau.
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| Südwand Beni Hassan 3 - Grab von Chnumhotep (Ostseite der Wand / links) |
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Der Verstorbene (Chnumhotep II.) sitzt in dieser Szene (großformatig
dargestellt) ganz links im Bild auf einem Stuhl mit einer niedrigen
Rückenlehne und mit Löwenbeinen. In seinen Händen hält er die Geißel.
Bekleidet ist er mit dem Vorbauschurz und über seiner Brust trägt er
eine Schärpe. Hinter seinem Stuhl steht wieder der "Hüter der Salbe".
Vor ihm befindet sich ein großer Opfertisch mit Opfergaben und davor
werden ihm in mehreren Reihen vielfältige weitere Opfergaben dargebracht
und es werden Opferriten für ihn durchgeführt. Die zwei Register unter dem sitzenden Grabherrn verlaufen über die gesamte Breite der Südwand und behandeln das"Herbeibringen der Opfertiere" sowie im 5. (und unterstem Register) die Opferschlachtung und ganz links die Darbietung von auserwählten Fleischstücken auf dem Opferaltar. |
| Bild: Courtesy of www.meretsegerbooks.com |
Am westlichen (rechten) Teil der Südwand befindet sich eine Darstellung von Chety, der Gemahlin des Grabinhabers, die vor einem eigenen, vollen Opfertisch sitzt und nach links schaut. Chety hält eine Lotusblume vor ihrer Nase, um deren Duft einzuatmen. Hinter ihrem Stuhl mit Löwenbeinen ist ein großes Salbgefäß abgebildet. Über ihrem Kopf befindet sich eine Beischrift in Kolumnenform, die zum "prt-xrw"-Opfer (Totenopfer) für den Ka der "sAt HAtj-a, der HAtt-a rsjt Hm(t)-nTr" - der Hathor, der "Hm(t)-nTr" (Gottesgemahlin) der Pachet, der "nbt-pr" (Herrin des Hauses) Chety aufruft. Hinter Chety folgen 5 weitere Frauen in ehrbietiger Haltung, wobei es sich lt. Beischrift bei den ersten 3 Personen um die Töchter der Chety handelt. Die 4. Frau ist zusammen mit zwei Kindern abgebildet - einem Mädchen und einem Jungen. Bei der Frau handelt es sich lt. Beischrift um die zweite Ehefrau Tjati, die Mutter der beiden Kinder - die Beischrift besagt auch, dass sie "jrt n nTr.w" (gezeugt von den Göttern) wurde und als "mAat xrw nb(t) jmAx" bezeichnet wurde (also die ehrwürdige verstorbene Herrin). Als letzte Frau dieser Gruppe folgt die Amme "RjmmAt" (Rim-maat).
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| Südwand Beni Hasan Nr. 3 - rechte Wandseite |
| Im oberen mittleren Teil der Szene sind viele von Chnumhotep II. seinen Verwandten zu sehen. Die auf einem Stuhl mit Löwenbeinen sitzende Frau ist seine Gemahlin Chety mit ihren Töchtern, die vor einem eigenen Opfertisch sitzt. Sie hält sich eine Lotusblume vor die Nase und atmet ihren Duft ein. Die ersten 3 Frauen hinter Chety sind ihre Töchter. Die 4. Frau ist Tjati - die 2. Gemahlin von Chnumhotep und ihre beiden Kinder. Als letzte Frau folgt eine Amme. |
| Bild:
Beni-Hassan-Knoumhotep2.jpg Autor: Kurohito - März 2008, Wikipedia Lizenz: CC BY-SA-2.5 |
Im 2. Register - es beginnt in der Mitte rechts vom Opfergabenstapel - ist ein kleiner Opferaltar aufgebaut. Links davon bringt ein Diener weitere Opfergaben in einem Korb herbei. Rechts davon steht in vergößerter Darstellung der älteste Sohn "Nacht" des Grabherrn und bringt das Gänseopfer dar. Er trägt den kurzen Schurz mit dem transpartenten längeren Schurz darüber - beides wird von einem Schmuckgürtel gehalten. Quer über der Brust trägt er eine Schärpe. Die Beischrift über ihn lautet (lt. Janice Kamrin): "Der älteste Sohn des Fürsten, von seinem Leib, der dafür sorgt, dass ihm dieses Erbe gegeben wird, sobald die Sonne aufgeht, Nacht, gerechtfertigt. Träger der Ehrwürdigkeit, geboren von der Herrin des Hauses, Chety".
Dem "ältesten Sohn Nacht" folgen - von Westen kommend - vier weitere Söhne des Grabherrn, deren Beischriften sie als "HAtj-a" (Fürsten) nennen, sowie ihre Namen. Die drei vorderen Söhne sind Kinder von Chety, der letzte Sohn dagegen gehört zur 2. Frau von Chnumhotep. Hinter den Söhnen folgen 5 Priester, wobei der erste (sein Titel ist "xtm.w-nTr") einen Räucherarm in seiner rechten Hand hält - die anderen Priester scheinen Lektorpriester zu sein, denn sie haben ihren Arm im Rezitationsgestus ausgestreckt. 2 weitere Priester bringen Rinderschenkel herbei und als letztes folgt - ganz am westlichen Ende der Wandseite - ein Beamter (lt. Beischrift ein "xtmw") der 3 Frauen, anführt, die ihm in ehrerbietender Haltung folgen. Die Beischrift nennt nur den Namen der vorderen Frau, der "Rdijt-Hetepet" lautet, die nur als "Ehrwürdige Herrin" betitelt wird.
Im 4. Register wird das "Herbeibringen" von Opfertieren (Rinder, Steinböcke, Kleingetier wie Hase und Schwein) sowie verschiedene Sorten von Geflügel zur Schlachtung behandelt. Die Figuren bewegen sich von rechts nach links in Richtung des Grabherrn. Ein Aufseher steht ganz rechts in ehrfurchtsvoller Haltung mit den Händen vor der Brust und überwacht das Geschehen. 5 Männer (mit dem Titel "Vogelfänger" / wHa) laufen vor ihm und bringen lebende Vögel herbei. In der nächsten Szene sind 3 Männer zu sehen, die über dem kurzen Schurz einen längeren, transparenten Schurz tragen und in ihren Händen Papyrusrollen halten. Diese 3 Männer scheinen dem Äußeren nach eine wichtige Rolle in der Verwaltung und bei der Verteilung des Viehbestandes von Chnumhotep II. zu spielen.
Davor folgt eine größere Gruppe von Hirten,
wobei die Beischrift nicht ihre Namen oder ihre Titel wiedergibt, sondern nur
das jeweils mitgeführte Tier benennt (wie Kurzhornrind, Langhornrind, Kaninchen
oder Schweine oder Gazelle).
Zwischen den Hirten ist ein weiterer Aufseher eingefügt, wobei es sich um einen
"imi-ra n DAtt" (einen weiteren Gutsverwalter)
handelt. Vor dem Gutsverwalter sind noch 6 weitere Hirten zu sehen, welche
Rinder, eine Ziege und Antilope zur Schlachtung führen. Die beigefügte Inschrift
neben dem vordersten Hirten lautet nach Kamrin: "Darbringung des Viehs durch
die Wächter des Hauses der Ewigkeit an das Große Haus für den Ka des Erbprinzen,
des Aufsehers der Ostwüste, des Sohnes des Neheri Chnumhotep". (siehe:
Kamrin, Cosmos, 128 mit A, 381)
Im 5. und untersten Register auf der Südwand beschäftigen sich die Darstellungen mit der Opferschlachtung. Leider sind die Darstellungen teilweise zerstört - ebenfalls Teile der Beischrift, die zur Zeit von Newberry aber noch zu erkennen waren. Am westlichen Ende ist ein Mann zu sehen, dessen Figur heute nur noch teilweise sichtbar ist. Evtl. war er ein Aufseher. Die Männer vor ihm halten die Tiere fest - einer hält die Vorderbeine des Tieres hoch - ein anderer hält zwei Messer in seinen Händen, wohl ein Schlachter. Die Beischrift darüber lautete: "Herauslösen des Nierenfetts" (Quelle 7).
Von den anderen Schlachtungsszenen ist teilweise heute nicht mehr viel zu sehen, wie z. B. von der 3. Schlachtungsszene. Ein Mann hält das Schlachtvieh mit seinem Fuß, indem er ihn auf dem Rücken des Tieres stemmt und mit beidene Händen einen Strick hält. Die Beischrift gibt als Handlung "Binden des Langhornrind-Jungtieres" an. Auf diese Szene folgen mehrere Männer und dann wieder eine Schlachtungsszene (die 4.), in welcher zwei Männer einem Tiere gerade die Kehle durchschneiden. Die 5. Szene zeigt 2 weitere Männer, die einem Rind die Beine zusammenbinden ("Binden eines Langhornrind-Jungtieres"). Davor sind zwei Männer gerade dabei einen Vorderschenkel abzutrennen und auch die 8. Szene zeigt 3 Männer bei ihrer Arbeit: Einer hält die Beine des Tieres hoch, während die beiden anderen Männer dabei sind, den Vorderschenkel des Schlachtviehs abzutrennen. Die 8. und letzte Szene zeigt 3 Männer die ein Schlachttier zerlegen: einer hält wieder die Beine hoch und ein zweiter kniet und vollbringt sein Schlachtwerk. Der letzte der drei Männer hat 2 Messer in seinen Händen und kommt dazu (7 und eigene Anschauung der Umzeichnung von Newberry).
Am östlichen Ende der gesamten Opferszenen befindet sich ein Opferaltar, auf dem ausgewählte Fleischstücke dargebracht werden (7). Einer der Bediensteten kommt mit einem Tablett mit Fleischstücken zum Opferaltar, vor dem einer von drei weiteren Personen gerade Weihrauch verbrennt (wie die Handlungsbeischrift berichtet), während die beiden anderen Männer "ehrfuchtsvoll" auf den Opferaltar blicken und evtl. rezitieren (vgl. Kamrin, Cosmos, 130 mit A. 383, 384).
Iy-aper (Wer-iqer)
- Wr-Sohn des Ikr
Bei einer "Erwähnung aus dem Regierungsjahr 2
unter S. M. des Horus: Sechemu-taui, Cha-cheper-Re (Sesostris II.)", des
Herolds Henenu, der im Auftrag von König Sesostris II. eine Expedition durch das
Wadi Hammamat (Montet Nr. 104) leitete und dabei den Min-Tempel passierte", ist
wahrscheinlich eine "Vermischung zweier berühmter historischer Expeditionen des
Mittleren Reiches" geschehen und das stammt historisch wahrscheinlich aus dem Jahre 8 von
König Mentuhotep III (11. Dynastie).
Unter Sesostris II. (12. Dynastie) gibt es zwar ebenfalls eine berühmte
Inschrift, die jedoch von einem anderen Beamten mit dem Namen "Iy-Aper" oder
Wer-Iker (Sohn des Iker) (Oberaufseher der Steinmetze) (siehe
Thesaurus Linguae Aegyptiae
unter der Referenznummer
Couyat/Montet, Hammamat, 104 ) hinterlassen wurde. Dieser
führte diese Expedition im Jahre 2 - im 4. Monat der Achet-Zeit von König
Sesostris II. - lt. der hieroglyphischen Inschrift - ins Wadi Hammamat - jedoch
ist der genaue Bezug zu einem "Min-Tempel" in den erhaltenen Berichten des
Jahres 2 von Sesostris II. primär mit den Steinbruch- und Bergbauaktivitäten der
Region verknüpft, wo König Sesostris II. zu Beginn seiner Regierung gezielt eine
Expedition zum zum Abbau von wertvollem Steinmaterial (wie Bechen-Stein /
Grauwacke) aussandte. Die Inschrift (Montet 104) berichtet über die königliche
Entsendung von Steinmetzen und Beamten zur Beschaffung des Bechen-Steims für
königliche Bauprojekte und berichtet über die verlustfreie Rückkehr der gesamten
Expeditionsmannschaft (wie aus der Publikation von Couyat und Montet
hervorgeht). Unter Sesostris II. war es die einzigste Mission, die ins Wadi
Hammamat führte (und die 7. Expedition im Mittleren Königsreich).
Quellen und
Literatur:
1. engl. und deutsche Wikipedia
2. Naguib Kanawati, Georgia Barker: The cemetery of Meir, Band V: The tomb of
Wekhhotep III., Abercromby Press, Wallasey 2022, ISBN 978-1-912246-12-0 -
(online pdf-Version)
3.
William K. Simpson "Sarenput II", in Wolfgang Helck, Eberhard Otte (Hrsg.)
Lexikon der Ägyptologie Bd. V. Wiesgaden, Harrassowitz Verlag,
4.
Digital Epigraphy - The tomb of Khnumhotep II. (Tomb 3) at Beni Hassan 2018
5. Percy Newberry, Beni Hasan, Part 1, England, Hrsg. Paul Kegan, Trench, Tubner
& Co. 1893 - online-Version
6. Wolfram Grajetzki, Hofbeamte des ägyptisachen Mittleren Reiches, London 2009
7. Silvia M. Rabel, Dissertation: Das Grab des Amenemhet in Beni Hassan oder der
Versuch einer Symbiose, München 2006
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