Biografie Sethos I. 

Bauten Karnak Sethos I. 

Totentempel in Abydos

weiße Links sind noch Baustelle!

(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and painting, 1927-1952)

Entdeckung des Grabes in der Neuzeit:

Der italienische Reisende und Hobbyarchäologe Giovanni Battista Belzoni entdeckte das Grab Sethos I. (auch Belzonis Grab genannt) nach Freilegung von KV 16, als er am 16. Okt. 1817 in unmittelbarer Nähe am Fuß eines steil aufragenden Hügels erneut graben ließ. Seine Arbeiter stießen am folgenden Abend (den 17. Oktober 1817) auf einen behauenen Felsen und Belzoni konnte am 18./19. Oktober 1817 die neu entdeckte Grabanlage betreten, wo er dann erste Konservierungs- und Ausgrabungsarbeiten vornehmen ließ. Zusammen mit seiner Frau bezog Belzoni die Grabanlage kurzfristig als Unterkunft (1). Er fand im Raum "J-e" Teile einer einbalsamierten Stiermumie und über 800 Holz- und Fayence-Uschebtis in der Grabkammer, außerdem ein Eckstück der Kanopenkiste des Königs. 

Bei seinen Arbeiten ließ er bedeutende Mengen Schutt aus den verschiedenen Kammern und Korridoren herausschaffen und schüttete ihn in den Brunnenschacht E. Die Dämme, die er zum Schutz vor den Wassermassen rund um das Grab anlegen ließ, waren nicht fertiggestellt, als er die Grabungen aufgab. Dieses hatte zur Folge, dass bei der nächsten Überschwemmung, welche das Tal der Könige heimsuchte, das Wasser in das Grab hineinrauschte und der Brunnenschacht - dessen Zweck es war, vor einer Überschwemmung zu schützen - voller Schutt war, so dass das Wasser bis in die abschüssige Passage "Q" rauschte. Aus diesem Grund fielen große Teile der Wände und der Decke ab und als das Grab endlich wieder trocken war, schrumpften und rissen die Wände und weitere Teile lösten sich ab. Durch die Wasserfluten wurde der labile Schiefer im Durchgang "Q" ebenfalls schwer beschädigt.

Zur Zeit der Entdeckung durch Belzoni waren die Hieroglyphen noch nicht entziffert, so dass man das zwar ausgeraubte, aber noch in einem relativ guten Zustand befindliche Grab keinem König zuordnen konnte und deshalb wurde es als "Belzonis Grab" bekannt.

James Burton setzte 1825 die Konservierungsarbeiten von Belzoni fort und ließ die Umwallung am Grabeingang fertig stellen, die als Schutz vor Wassereinbrüchen diente. Des weiteren befreite er den Brunnenschacht vom Schutt, den Belzoni dort hineingeworfen hatte. 

1829 verursachten Jean-Francois Champollion (der Entzifferer der Hieroglyphen und Begründer der Ägyptologie) und Ippolito Rossellini schwere Schäden. Sie ließen mehrere Stücke der Wand abhacken und nach Europa bringen, um sie zu "retten". Viele andere Besucher taten es ihnen gleich. 

Der deutsche Ägyptologe Richard Lepsius ließ zwischen 1844-1845 die Grabanlage zum erstenmal umfangreich vermessen, wobei er in der Lage war, 300 Fuß tief in den langen, abschüssigen Gang "K" vorzudringend, der an der Rückseite der Grabkammer tief in den Felsen hineinführte und das Grab einzigartig machte. Er erstellte einen Grundrissplan vom Grab und machte Zeichnungen von der Wand- und Deckendekoration. Seine besondere Aufmerksamkeit galt der gewölbten, astronomischen Sternendecke in der Grabkammer. Außerdem ließ er einen der Pfeiler aus Raum J (der Grabkammer) nach Berlin bringen (ÄMPK 2058).

Richard Lepsius brachte eine Ecke (ÄMPK 2079) sowie Teile eines Pfeilers (Inv.-Nr. 2058) aus Raum J (Grabkammer) von seiner Ägyptenexpedition der Jahre 1842-1845 mit nach Berlin. 

Restaurierte Fragmente eines  Pfeiler 
aus dem 3. Pfeilersaal des Grabes
- heute im Museum Berlin Inv.-Nr. 2058 - 
(Höhe 2,59m, Breite 1,03m)

Der König (Sethos I.) steht vor dem Gott Osiris.
zu dem Pfeiler siehe  - hier

m Neuen Museum Berlin befindet sich ein restauriertes Relief aus dem 3. Pfeilersaal des Grabes, welches einen kleinen Eindruck der ursprünglichen Farbenpracht vermitteln kann. Im 19. und auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden des öfteren bemalte Reliefs aus den Gräbern herausgelöst und gelangten in die Museen der ganzen Welt, was sie als "Nebenprodukt" vor dem Zerfall bewahrte, dem sie an ihrem originalen Standort häufig preisgegeben wären. 

Die Darstellung auf dem Pfeiler zeigt Sethos I. im Königsornat mit dem Chat-Kopftuch (mit der Uräusschlange) und dem Königsschurz. Er steht vor dem Gott Osiris, der in seiner typischen mumienförmigen Gestalt dargestellt ist. Er trägt auf dem Kopf die Atef-Krone.

Bild: Elvira Kronlob, Engelskirchen
- alle Rechte vorbehalten -

Des weiteren befinden sich im Neuen Museum Berlin Uschebti-Figuren Sethos I. aus Fayence und Holz, Skarabäen, eine Königskartusche aus Fayence und ein Eckblock (ÄMPK 2079). Dieser Block ist ebenso wie der Pfeiler aus Kalkstein gearbeitet und stammt vom hinteren Teil der linken Wand der erhöhten Pfeilerhalle (J) - am Übergang zur Kammer K und zeigt einen Ausschnitt aus der Darstellung der vier Menschenrassen. In der ägyptischen Vorstellung gab es vier Menschenrassen, die durch ihre typische Kleidung und Haartracht gekennzeichnet waren: Ägypter, die bärtigen Asiaten (im Nordosten), die dunkelhäutigen Nubier (im Süden) und die Libyer (im Westen) mit ihrer helleren Hautfarbe, dem Spitzbart und das lange Haar mit Seitenlocke. Die Ägypter erscheinen in ihrer üblichen Form mit brauner Hautfarbe, dem kurzen Schurz und der schulterlangen Perücke. Die fehlende Stelle im Pfeilersaal wurde später durch modern durch Ziegeln aufgemauert. 

Die vier Menschenrassen nach der alt-ägyptischen Vorstellung
(v. rechts: Ägypter, Assyrer, Nubier und Libyer)

Bild:     From right to left an Egyptian, an Assyrian, a Nubian and Libyans
Autor:  unbekannt (original) Heinrich Menu von Minutoli (1772-1846 (drawing) - Wikimedia commons (siehe Eintrag zum Autor bei Wikimedia)
Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Auch J. F. Champollion und Ippolito Rosselini entfernten aus dem Grab zwei Türleibungen aus Korridor G (4. Korridor), die sich heute im Louvre und im Museo Egizio in Florenz befinden.

Fragment aus dem Grab Sethos I.
- heute im Museum Louvre, Paris (EA 884) - 

Bild:     FragmentoTumbaSetiI
Autor:   rowanwindwhistler, wikimedia commons 2018
Lizenz:  CC-BY-3.0

 

Pfeiler mit Relief Sethos I. und Hathor aus dem Grab Sethos I.
- heute im Museum Louvre (Inv.-Nr.: B 7)
Erworben 1829 von Champollion

Bild:     Rilievo con dea hathor da tomba di Sethy I.
Autor:  Sailko, Wikipedia 2014
Lizenz:  CC-BY-3.0

Howard Carter ließ in den Jahren von 1902-1904 Konservierungsarbeiten im Grab ausführen, wobei er die Wände abdichten ließ, diese aber erneut abbrachen und sich daraufhin der Zustand der Wände weiter verschlechterte. Außerdem ließ er die von Champollion und Rosselini entfernten und in den Pariser Louvre bzw. nach Florenz verbrachten Türpfosten durch Mauerwerk ersetzen. Des weiteren ließ er den Eingang zu Schacht K mit Mauerwerk versehen und legte an seinem oberen Ende eine gemauerte Treppe an.

In den Jahren 1921-1928 hat der Fotograf Harry Burton, der für Howard Carter den gesamten Schatz aus dem Grab von Tutanchamun fotografierte, auch dieses Grab von Sethos I. vollständig ausfotografiert und schuf damit eine  Dokumentation des damaligen Zustandes.

Scheich Ali Abdul Rassul erweiterte den Korridor von Schacht K in den 1950ziger Jahren um etwa 30 Meter, da er hoffte, dieser führt zur eigentlichen, mit wertvollen Grabbeigaben angefüllten Grabkammer des Königs, aber ohne auf die von ihm gesuchte Kammer zu stoßen (1).

1979 veröffentliche das Theben Mapping Projekt einen vollständigen Grundriss von KV 17 - einschließlich des Schachtes "K", wobei aber Zweck und Ziel dieses Schachtes weiterhin ungeklärt geblieben sind. Man argumentierte dabei, dass die extreme Tiefe des steil abfallenden Ganges der Theorie widerspreche, KV 17 sei mit einer unterirdischen Struktur östlich des Grabes verbunden (1). 

Im Jahre 2001 begann man der Errichtung von modernen Mauern um den Grabeingang, um potenzielle Hochwasserschäden zu reduzieren.

Das Grab ist von allen bislang entdeckten Grabanlagen im Tal der Könige das längste und tiefste Grab. Die aus 7 Korridoren und 11 Kammern sowie Treppen bestehende Anlage war zwar nicht mit goldenen Schätzen angefüllt, wie das Grab von Tutanchamun, aber dafür war es mit bemalten Reliefs dekoriert, die so leuchtend und "frisch" erschienen, als seien sie gerade erst geschaffen worden. Durch mutwillige Zerstörungen und durch die hohe Feuchtigkeit, sowie dem Wassereinbruch in der Zeit nach Belzoni waren die einst leuchtenden Farben von einer dicken Schmutzschicht bedeckt und an vielen Stellen ganz verschwunden. Der Hauptgrund für den Verfall des Grabes scheinen die Besucher zu sein.

Belzoni ließ den Sarkophag aus der Grabkammer zusammen mit einigen losen Wandfragmenten entfernen und nach London bringen. Er befindet sich heute im Sir John Soane's Museum. Lose Fragmente müssen an einigen Stellen im Grab gelegen haben und waren wohl ein beliebtes Sammelobjekt für frühe Besucher, denn Minutoli, der 1820 KV 17 besuchte, nahm mehrere lose Fragmente mit, die sich heute im Berliner Museum befinden. Auch Robert Hay ließ "Mitbringsel" aus dem Grab in das Museum of Fine Art in Bosten bringen. Schon im Jahre 1819 wurden die beiden "Stiere des Aker in der 3. Stunde des Pfortenbuches" in der unteren Pfeilerhalle J entfernt - und zwar auf sehr brutale Art und Weise, wobei man riesige Löcher in die Wand schlagen ließ, um die Szene herauszuschneiden. Schon Minutoli dokumentierte diesen Verlust, wodurch zu vermuten ist, dass die Entfernung dieses Reliefs etwa im Jahre 1819 erfolgt sein muss. Heute gilt es als gesichert, dass sie von Antonio Lebolo, einem Agenten Drovettis entfernt wurden. Die beiden herausgeschnittenen Stiere befinden sich heute im Louvre (Inv.-Nr. N 4363 und N 3521) - sie wurden bereits 1826 aus der Sammlung Salt in den Louvre gebracht. (Quelle: Scanning Sethos I. - S. 94). 

Schon der Schweizer Ägyptologe Erik Hornung hielt den fortlaufenden Verfall des Grabes für sehr dramatisch und ließ sämtliche Inschriften im Grab anhand der noch verbliebenden Relief- und Farbspuren dokumentieren, worauf auch sein Buch "Das Grab Sethos I." mit Fotografien von Harry Burton beruht. 

Objekte aus dem Grab Sethos I. wurden von den Forschern der ägyptologischen Abteilung der Universität Basel 2005 in der Umgebung des Grabes Ramses X. (KV 18) entdeckt. Im Zuge der MISR–Mission konnte festgestellt werden, dass die Sarkophaghalle J in großem Umfang umgestaltet worden war – ein völlig unerwarteter Befund. Bei den gefundenen Objekten handelt es sich um Stücke aus der Grabausstattung (Quelle: Universität Basel, Department Altertumswissenschaften/Forschung Mission Siptah-ramses X/Sethos I. KV 17).

  1. Fragmente aus Calcit-Alabaster vom Sarkophag Sethos I., die im Laufe der Ausgrabungen von MISR (Siptah–Ramses X.) 
    sowie vom Archaelogical Research Centre in Ägypten (ARCE) geborgen und dokumentiert wurden. Es wurden über 280 kleinere Bruchstücke, die vom Sarkophag-Deckel Sethos I. stammen, gefunden. Der Deckel ist bislang nur teilweise bekannt und befindet sich heute im Sir John-Soanes-Museum,  London.

  2. über 700 Fragmente von Gefäßaufschriften wie Weinamphoren usw.,

  3. sowie Objekte, welche der Grabausstattung Sethos I. zugeschrieben werden können, wie z. B. Fragmente des Kanopenkastens aus Kalzit-Alabaster, Uschebtis, Amulette, Fragmente von Möbeln und einige Kleinfunde.

Scheich Ali Abdul Rassoul (einer der Grabräubernachfahren der Familie Rassoul) wurde 1960 von der Antikenbehörde damit beauftragt, die Freilegung des Tunnels fortzusetzen. Seine Leute erreichten eine Tiefe von 136,5m. Danach mussten sie die Ausgrabungen abbrechen, da die Atemluft zu knapp wurde und Einsturzgefahr bestand (siehe Kemet 4/2010 - Aus der Ärchäologie/Autor unbekannt).

Im November 2007 begann das SCA (unter der Oberleitung von Zahi Hawass) mit der endgültigen Freilegung der Passage „K“. Während der Arbeiten im Tunnel wurden Keramikscherben der 18. Dynastie, ein Bootsmodell aus Fayence und Uschebti-Figuren König Sethos I. entdeckt, was Hoffnung auf mehr erweckte. Es gelang dem SCA den gesamten Gang "K" in einer Länge von 176,5m freizulegen. Nach einer Länge von 136m beginnt ein Treppenabgang mit 54 Stufen, der 25,60m lang ist, bei einer Breite von 2,60m. Darauf folgt ein 6m langer Durchgang. Am Anfang des Durchgangs befand sich eine Scheintür mit einem hieratischer Text, der eine Anweisung des damaligen Architekten enthielt: „Erhöhe die Türschwelle und erweitere den Durchgang“. Der Aussage von Zahi Hawass folgend, war die letzte der 37 Stufen umfassenden Treppe nicht fertiggestellt (Quelle: blogs.faz.net)

Im Juni 2016 kündigte der ägyptische Antikenminister offiziell an, dass ab der 1. Novemberwoche 2016 das Grab von Sethos I. wieder für Touristen geöffnet werden sollte (Pro Person und Grab mit einer Sondereintrittskarte von 1000 LE / etwa 100 € - ohne Fotoerlaubnis) - (Quelle: Selket's Blog)

Architektur:

Das Grab von Sethos I. (KV 17) ist vom Eingang bis zur Rückwand der Sarkophaghalle über 137m lang und  war die erste königliche Grabanlage des Neuen Reiches, in der alle Wände, Decken, Pfeilerseiten und auch der Sarkophag mit Jenseitstexten dekoriert war. Bis dahin beschränke sich  die Dekoration eines Königsgrabes auf wenige Schwerpunkte. Die Änderung dieses Dekorationsschemas in der Zeit Sethos I. bedeutet einen Wendepunkt in der Entwicklung des Königsgrabes. Bis auf wenige unfertig gebliebene Bereiche, wie im Korridor B und auf den Wänden und Pfeilern von Raum F (Pfeilerhalle), wo Texte und Bilder nur in Vorzeichnung ausgeführt und das Relief erst gerade begonnen wurde, ist KV 17 vollständig mit bemalten Reliefs ausgeschmückt. Selbst der Alabaster-Sarkophag des Königs war rundum - innen und außen - mit religiösen Texten und Darstellungen aus dem Pfortenbuch und dem Totenbuch bemalt. 

KV 17 ist das erste Grab mit einer gewölbten Decke in der Grabkammer. Das Grab besteht aus 7 Korridoren und 11 Kammern.

Grabplan von KV 17 (Grab Sethos I.)
- Nummerierung nach Kent Weeks und Theben Mapping - 

A:  Eingang
B:  1. Korridor
C:  Treppenschacht
D:  2. Korridor
E:   Brunnen-Kammer
F:   Pfeilerhalle
Fa: Seitenkammer
G:  3. Korridor
H:  4. Korridor
I:    Vorkammer
J:    Grabkammer
Ja:  Nebenkammer
Jb:  Nebenkammer
Jc:  Nebenkammer
Jd:  Nebenkammer
Gang K: langer absteigender Korridor
Zeichnung:  Egipto, 1882 "Plano de la tumba de Seti I
Autor:  Ebers, Georg Moritz /1837-1898)
- Fondo Antiguo de la Biblioteca de la Universidad de Sevilla from Sevilla, Espana/auf wikimedia commons am 24. Sept. 2015
- bearbeitet und verändert durch M. Pirzer am 20. Febr. 2019 -
Lizenz: CC BY-2.0

Strukturell entspricht die Bauform des Grabes weitgehend der des Grabes von König Haremhab. Dem Grabplan mit abfallenden Korridoren, Brunnenkammer, Oberer Pfeilerhalle und Sarkophaghalle mit Nebenräumen, wird an der oberen Pfeilerhalle noch ein weiterer Raum hinzugefügt. Dieses ist eine Neuerung, die in den meisten Gräbern der 19. Dynastie weitergeführt wurde. Auch der Sarkophaghalle wurden zwei mit Säulen versehene Kammern hinzugefügt.

Eine vollkommen ungewöhnliche Neuerung befindet sich im hinteren Teil des Grabes. Von Raum J (Grabkammer) führt - unter einer Steinfliese verborgen, auf der einst der königliche Sarkophag stand - ein langer abschüssiger Korridor (K) tief in den Felsen hinein. Im Rahmen des „Theban Mapping Projekt“ wurde 1979 eine „Doppeltreppe mit Rampe“ in diesem Korridor entdeckt.  

Der lange Gang  sollte eventuell den "Ruheort“ des Königs unmittelbar mit den Schöpfung und Wiedergeburt symbolisierenden Urwasser des Nun verknüpfen. Interessant sind die Dimensionen von „K“ im Verhältnis zu dem gesamten vorderen Teil von KV 17. Dieser Gang ist erst vor kurzem (ab November 2007) vollständig bis zu seinem Ende durch das SAC freigelegt worden und weist einen Neigungswinkel von 16 – 32° auf, teilweise aber auch bis zu 47° auf und hat eine Gesamtlänge von 174,5m. Nach G. Haeny sollte dieser Gang wohl die Verbindung mit dem Grundwasserspiegel, dem Nun herstellen. Nach einer Pressemitteilung des SCA aus dem Jahre 2010 teilten die Forscher mit, das sie das Ende des 174m langen Tunnels erreicht hätten. "An seinem Ende besteht der Tunnel aus einem 25,60m langen und 2,60m breiten weiteren Gang, an den sich zwei Treppenfluchten anschließen. Am Beginn der zweiten Treppenflucht fand sich eine Scheintür mit einer hieratischen Inschrift drauf, die offensichtlich vom Architekten oder Vorarbeiter stammte. Nach 6m endet der Gang abrupt und endgültig im mergeligen Kalk". Der Aussage von Zahi Hawass folgend, war die letzte der 37 Stufen umfassenden Treppe nicht fertiggestellt. Quelle: blogs.faz.net ins Deutsche übersetzt von Nefershapiland)

*

Eine steile Treppe mit 24 Stufen führen hinab zum Eingang von KV 17 und zum 1. Korridor. Das Grab beginnt mit einer Reihe von 4 Gängen (A, B, C und D), einem tiefen Brunnenschacht (dem Raum E). Hinter dem Schacht E öffnet sich eine Vier-Pfeiler-Halle (F) mit einem Nebenraum, in dem sich 2 Pfeiler befinden. Die Achse des Grabes verschiebt sich ab hier leicht nach links und das Grab teilt sich auf zwei Ebenen. Die obere Grabhälfte endet in dem Nebenraum der Pfeilerhalle, dem Raum Fa. 

Die verbindende 18stufige Treppe (mit ca. 37° Gefälle) führt in den Korridor G und damit in den unteren Bereich des Grabes. Ursprünglich war diese Treppe vom Fußboden des Raumes verdeckt und nicht zu erkennen (4). Auf den Gang G folgt ein weiterer Korridor, der Gang H, der dann zu einer Vorkammer (Vestibül) führt. Dieser Raum (I) wurde von Belzoni "Saal der Schönen" genannt (5), weil dort sehr schön gemalte Könige und verschiedene Götter zu sehen waren. Die Vorkammer ist der Brunnenkammer sehr ähnlich (bis auf wenige Varianten).

Auf der unteren Ebene folgt dann auf den Vorraum - über drei Stufen hinabführend - die mit Pfeilern versehene Grabkammer (Raum J), wo der Sarkophag gefunden wurde. Die Grabkammer Sethos I. gliedert sich in zwei Teile, wobei der vordere Teil von sechs Pfeilern gestützt wird. Drei weitere Stufen führen hinab zum hinteren, vertieften Teil der Grabkammer, wo sich auch der Sarkophag unter einer gewölbten Decke befindet.

Von den sechs Pfeilern im oberen Teil ist vom mittleren der rechten Pfeilerreihe nichts mehr vorhanden - Teile davon waren im 19. Jahrhundert noch sichtbar (6). Alle verbliebenden Pfeilerseiten waren mit Darstellungen des Königs vor einer Gottheit dekoriert. Einige Pfeilerseiten haben unter den Zerstörungen stark gelitten und wurden zerschnitten. Sie befinden sich heute in den europäischen Museen, u. a. wurde eine Seite des mittleren Pfeilers der Grabkammer J von Richard Lepsius Mitte des vorigen Jahrhunderts nach Berlin gebracht. 

Von der Grabkammer (Raum J) aus gelangt man in die Nische Ja und in die Räume Jb, Jc, Je und Jf und abschließend an der Rückseite der Grabkammer in den langen, abschüssigen Korridor K, der tief in den Felsen hineinführt. Der Raum Jb mit zwei Pfeilern, der vom unteren Teil der Sargkammer axial abgeht, blieb unfertig und ohne Dekoration. Man fand hier Uschebtis - wohl Reste der Grabausstattung von Sethos I. (6). 

Dekoration:

Allgemein:
Die Dekorationen im Sethos-Grab markieren den Höhepunkt der Entwicklung im Neuen Reich. Alle Durchgänge, Räume und Pfeiler der Anlage sind zum ersten Mal im Tal der Könige über und über mit äußerst qualitätsvollen Malereien und Reliefs überzogen. Auch der Alabastersarkophag des Königs wurde rundum innen und außen mit religiösen Texten und Darstellungen aus dem Pfortenbuch und dem Totenbuch dekoriert.

Die Grabdekorationen in den Gräbern im Tal der Könige werden von zwei Themenkreisen bestimmt: 

  1. der König opfert vor einer Gottheit

  2. Darstellungen und Texte der jenseitigen Welt - die sog. "Unterweltsbücher".

Im Grab Sethos I. sind vier von diesen Büchern vertreten:

  1. das Amduat

  2. die Sonnenlitanei

  3. das Pfortenbuch

  4. und das Buch von der Himmelskuh.

Dazu kommt als weiterer religiöser Text das "Ritual der Mundöffnung" - verbunden mit einer Opferlitanei (3). Die Darstellungen des Königs vor den Göttern befinden sich in der Brunnenkammer (Raum E), in der Vorkammer (I) und auf den Pfeilerseiten. Die dargestellten ägyptischen Götter sind vor allem der Herrscher der Unterwelt Osiris, Anubis - der Gott der Mumifizierung und des Weiterlebens im Jenseits, Ptah der Hauptgott von Memphis und Thot, der Gott der Schrift und der Weisheit. Als Göttinnen sind überwiegend vertreten: Isis, die Gemahlin von Osiris mit ihrem Sohn Horus und ihrer Schwester Nephthys und Hathor, die "Herrin des Westens". Alle diese Götter werden aber vom Sonnengott Re (oder Re-Harachte) überragt, dem Schöpfer des Universums.

Eingang: 

Die Fassade des Einganges wurde unter Sethos I. noch nicht dekoriert. Erst sein Sohn und Nachfolger Ramses II. lässt auch diesen Teil der Grabanlage dekorieren (Königstitulatur und Darstellung der Sonnenscheibe über dem Eingang). 

Korridor B

Die Wände im Korridor B sind mit der Litanei des Re ausgemalt. Auf der linken Wandseite - gleich hinter dem Eingang - beginnt auf der linken Seite die Dekoration, die im erhabenen Relief ausgeführt wurde. Ursprünglich waren die Darstellungen bunt bemalt, aber bis auf wenige Spuren ist die Farbe im ersten Korridor heute verschwunden. Der Hintergrund ist im allgemeinen weiß - im Schacht blau, in der Grabkammer und an einigen der Schwerpunkte gelb - was Gold darstellen sollte. 

Die linke Wandseite zeigt den König (Sethos I.) vor dem Sonnengott Re-Harachte, gefolgt von der Eröffnungsszene, der Litanei des Re und dem Eröffnungstext dieser Komposition. Diese Eröffnungsszene der Litanei erscheint bei Sethos I. zum erstenmal in einem Königsgrab (7). Diese Darstellung gehört zum "Leitmotiv" der gesamten Dekoration und bedeutet, dass das Schicksal des Verstorbenen auf den täglichen Lauf und der täglichen Erneuerung der Sonne beruht (2).

Sonnenlitanei: unterer Teil von Titel und Titelbild 

Nach dem Grabeingang folgt auf der linken Wandseite eine Szene, die den König anbetend vor dem Sonnengott Re zeigt (in seiner falkenköpfigen Gestalt). Dahinter folgt das Titelbild der Sonnenlitanei mit der Sonnenscheibe in der Mitte. Darin befindet sich der Körper eines Skarabäus-Käfers und ein widderköpfiger Gott. Beides stellen die Erscheinungsformen  des Sonnengottes Re am Morgen und am Abend da. Die Tiere darunter (das Krokodil) und drüber (die Schlange) sowie die beiden Antilopenköpfe mit ihren brennenden Fackeln zwischen den Hörnern verkörpern die Feinde des Sonnengottes, über welche Re aber am Ende immer wieder siegt.
Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor B
Autor
: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

Der Text der Litanei des Re wird auf der rechten Wandseite des Korridors B fortgesetzt und füllt die ganze rechte Wand des Korridors. Er beginnt am Ende der Wand mit Zeile 151 und endet am Eingang. Auffällig ist, dass in dieser Textzeile sehr oft die Kartusche des Königs zu sehen ist - insgesamt kommt sein Thronname im gesamten Text 75 Mal vor. Darauf folgte der eigentliche Text zusammen mit 75 Anrufungen des Sonnengottes in seinen 75 Erscheinungsformen.

Die Decke wurde mit fliegenden Geiern verziert (in das Grab hinein), die abwechselnd Geier– und Schlangenköpfe zeigen. Sie schützten den verstorbenen König auf seiner Reise hinab ins Jenseits. Die Geier tragen abwechselnd Kartuschen mit den Namen von Sethos I.

Decke im Korridor B - verziert mit fliegenden Geiern

Die Decke wurde mit fliegenden Geiern verziert, die in das Grab hineinfliegen und mit ihren Flügeln den verstorbenen König auf seinem Weg in das Jenseits schützen. Jeder zweite der Geier trägt einen Schlangenkopf.

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor B Ceiling
Autor
: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Treppenschacht  C:

Der äußere Türsturz zum Korridor C (ein Treppenschacht mit großen Nischen an den Wänden) ist mit geflügelten Sonnenscheiben verziert. Das Tor ist 2,39m hoch und 2,10m breit. Die Türpfosten, Leibungen und der Anfang der beiden Wände des folgenden Treppenschachtes C sind mit Texten aus der Sonnenlitanei dekoriert, gefolgt von der 3. Stunde des Amduats, "das Buch von dem, was in der Unterwelt ist". Im Amduat wird auch der Gott Osiris erwähnt. Dieses Unterweltsbuch ist in 12 durch Türen getrennte Stunden unterteilt, welche der Sonnengott in seiner nächtlichen Fahrt durchqueren muss. Nach der erfolgreichen Durchquerung der Tore, brechen sich Licht, Leben und Ordnung (die Maat) ihren Weg durch die Dunkelheit.

Die Stufen in diesem Treppenhaus steigen in einem steilen Winkel von 30° ab. An beiden Seitenwänden wurden große Nischen in den Stein geschlagen (Höhe: 1,59m x Breite 5,06m x Tiefe 0,47m / nach Theben Mapping). Ein langer Text zieht sich unter den beiden Nischen über die Seitenwände des Korridors hin. Es ist der Schlusstext aus der 3. Stunde des Amduats und besteht aus der Anrufung des Sonnengottes durch die "geheimen Götter" der Unterwelt und aus den Antworten des Gottes (3). 

Im oberen Teil und in den bemalten Nischen (welche fast die komplette obere Hälfte der linken und rechten Wand ausfüllen) werden die Wesen, die zur "Großen Litanei" des Sonnengottes gehören, in zwei Reihen dargestellt. Diese Wesen  verkörpern verschiedene Aspekte der nächtlichen Reise des Sonnengottes in der Unterwelt. 

Figuren aus der Sonnenlitanei (Spruch 19-31) 
- Treppenschachtd C / linke Wandseite - unterer Teil -

Beide Wandseiten des Treppenschachtes sind mit den verschiedenen Erscheinungsformen des Re aus der Litanei - sowohl in den Nischen als auch in der gesamten Länge des Treppenhauses - geschmückt. 
Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor B Figuren der Litanei
Autor
: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

Fast identische Versionen der 3. Stunde des Amduats bedecken den Rest des Treppen-Korridors C an der linken (Südost) und an der rechten (Nordwest) Seite der beiden Wände. Diese wurden jedoch nur zum Teil fertiggestellt - nur ein Teil des Textes ist im Relief ausgeführt, der Rest nur in Vorzeichnung.

Am Ende des Treppenhauses (hinter den Nischen) befindet sich an beiden Seiten der Wände eine Darstellung des Anubis (in seiner Erscheinungsform als Schakal), der auf einem Schrein liegt und darunter die Göttinnen Isis (linke Seite) und ihre Schwester Nephthys (rechte Seite). Auch diese Darstellungen sind nur als Zeichnung erhalten und sind  nicht bemalt. 

Anubis auf seinem Schrein -  am Ende des Treppenkorridors C
- Rechte Wandseite - 

Beide Wände zeigen eine nicht bemalte Darstellung des Gottes Anubis, der hier in seiner Schakalgestalt und auf einem Schrein liegend dargestellt ist. Die restlichen Wände des Korridors sind nicht fertig ausgemalt, nur ein Teil des Textes und der Szenen wurde mit Reliefbildern verziert. Der Rest ist in Umrissen gezeichnet. 

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor C, Anubis
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: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Die kniende Göttin Nephthys unterhalb des liegenden Anubis

Am rechten Ende der Wand kniet unter dem auf einem Schrein liegenden Anubis die Göttin Nephthys, auf dem Zeichen für Gold (nwb). Ihre Hände liegen auf dem schützenden Schen-(shn) Amulett. Beide Darstellungen sind ebenfalls nur im Relief ausgeführt, aber nicht mehr bemalt worden.

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor C, Nephthys
Autor
: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Deckenabsatz (Türsturz )am Ende des Treppenkorridors C

Die Decke ist mit der Fortsetzung der Litanei des Re bemalt. Auf dem Deckenabsatz (Türsturz) am Ende des Korridors C (zum Übergang von Korridor D)  kniet die Göttin Maat mit ihren ausgebreiteten Flügeln und wird beidseitig von den Kartuschen Sethos I. flankiert.

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor C, Stairwell C
Autor
: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Treppenhaus C

Beide Wände - links und rechts des Deckenabsatzes am Ende des Treppenkorridors C sind mit verschiedenen Erscheinungsformen des Re aus der Litanei  dekoriert.

von links nach rechts:
"Der Pavian der Unterwelt",
"der Ewige",
"Herr der Macht";
"König der Dunkelheit".

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Stairwell C, Baboons
Autor
: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

Im Durchgang zum nächsten Korridor (D) befinden sich schwache Spuren einer Darstellung der vier Horussöhne, was vermuten lässt, dass es sich hier um Elemente aus Spruch 151 des Totenbuches handelt, in dem sich Anubis und die anderen Gottheiten um die Mumie des verstorbenen Königs kümmern (3). Am Eingang zum nächsten Korridor D ist mehrfach die geflügelte Göttin Maat zu sehen, die auf dem Türsturz schützend die gefiederten Kartuschen mit dem Namen des Königs rahmt. Die Königstitulatur von Sethos I. befindet sich auch auf den Pfosten. 

Korridor D:

Im 3. Korridor schließen sich die vierte und fünfte Nachtstunde des Amduats an - wie dann in allen Gräbern der folgenden Könige von Sethos I. bis Ramses III. Die Wände des 3. Korridors sind mittelstark zerstört - Belzoni konnte sie aber noch vollständig kopieren.

Das Thema beider Nachtstunden ist die "geheime Höhle" des Gottes Sokar, des Herrn von Rosetau, der auch "Der auf seinem Sand ist" genannt wird. Dieses ist eine gefährliche, wasserlose Wüstenregion, das von unzähligen Schlangen und vielen seltsamen Wesen bewohnt wird. 

Ungewöhnlicherweise beginnt die vierte Stunde des Amduats hier in KV 17 auf der rechten Wandseite, während die fünfte Stunde auf der linken Seite zu finden ist. In der vierten Stunde verlässt der Sonnengott die wasserreiche Region der zweiten und dritten Stunde und dringt nun in die karge Wüstenlandschaft von Rosetau ein, das Reich des memphitischen Totengottes Sokar, den man eng mit dem Totengott Osiris verbindet. Das Boot des Sonnengottes wird über diese gefährliche Region hinweggezogen, später verwandelt es sich selbst in eine Schlange.

Ein zickzackförmigere Weg verläuft quer durch diesen Abschnitt. Dieser Weg wird in Intervallen von drei hölzernen Toren unterbrochen und von mehreren Schlangen bewacht, wovon einige der Schlangen Flügel und Beine haben und sehr beweglich zu sein scheinen. Die Pforte, welche den Sandweg in dieser Region verschließt, heißt "Messer des Landeplatzes". 

Szene aus der 4. Stunde des Amduats

Diese Region der Unterwelt ist von zahlreichen Schlangen bewacht, wovon einiger der Schlangen Beine und Flügel haben, womit wahrscheinlich ihre Beweglichkeit verdeutlicht werden soll. Die drei Schlangen (rechts oben) im 1. Register jenseits des Pfades heißen kollektiv "Die auf ihren Bäuchen sind" (8). Ihnen gegenüber steht die Göttin Selkis als  Uräusschlange, dahinter der Gott "Der die beiden Götter (Horus und Seth) trennt" mit zwei kleinen Scheiben (Pupillen der Gottesaugen) in den vorgestreckten Händen. Es ist wahrscheinlich der Gott Thot, der den Streit von Horus und Seth schlichtet.

Es folgt eine dreiköpfige, geflügelte Schlange, deren Namen "Der größte Gott". Dieses Wesen scheint aufgrund ihrer Flügel frei beweglich zu sein, und nicht wie die anderen Schlangen in dieser Region, an einem Ort gebunden (8). 

Im mittleren Register (unterhalb des zickzackförmigen Weges) befindet sich rechts die Sonnenbarke, die selber die Gestalt einer Schlange angenommen hat. Die viere Götter am Zugseil der Barke bahnen ihr den Weg durch die undurchdringliche Finsternis dieser Region bis zur 2. Pforte, welche den Namen "Messer, das die Erde erneuert".

Im untersten Register ist eine Gruppe von fünf Göttern zu sehen, die sich nach links bewegen.

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor D, SchlangemitBeinen
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: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Szene aus der 4. Stunde des Amduats/Fortsetzung der obigen Szene

Hinter der geflügelten Schlange im oberen Register treffen wir auf einen Gott mit dem Kopf des Seth, welcher den Namen: " Trenner der Dat" trägt, und dessen Funktion die Trennung von Horus und Seth ist.

Im mittleren Register ist hinter der Tür eine Osirisfigur zu sehen mit der oberägyptischen Krone auf dem Kopf; davor ein Krummschwert als "Stab des Osiris", danach zwei Götter, welche das Auge des Sokar betreuen, in dessen Reich wir uns hier befinden. Der eine Gott hat den Kopf eines Ibis, der andere den eines Falken - es handelt sich also wahrscheinlich um Thot und Horus.

Es folgt mit der oberägyptischen Krone, der Gott "Dessen Stirn gekrönt ist". Das nächste Wesen trägt statt eines Kopfes zwei aus dem Hals ragende Stricke und heißt "Der über seinem Geflecht".

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor D, geflügelte Schlange
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: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
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Das Boot des Sonnengottes kann hier nicht weiter auf dem Wasser fahren und nimmt daher selber die Gestalt einer Schlange an, so dass es von vier menschlichen Gestalten (die Anhänger von Osiris und Ptah) durch den Sand gezogen werden kann. In der Mitte der vierten Stunde wird das verletzte Auge des Sonnengottes Ra von den Göttern Thot und Sokar geheilt, wobei einer der beiden Götter den Kopf eines Ibis und der andere den eines Falken hat - wahrscheinlich handelt es sich hier um Thot und Horus.

*

Auf der linken Wandseite nimmt die fünfte Stunde der Nacht die ganze Wand ein und zeigt weitere Teile der Wüstenregion des Sokar. Im oberen Register (stark beschädigt) steht die Göttin des Westens, gefolgt von fünf Götterzeichen, von denen das erste die oberägyptische Krone und das letzte die unterägyptische Krone trägt. Lt. der Beischrift sind es die Gotteszeichen der "Großen Götterneunheit von Heliopolis". 

In der zweiten Szene (oberes Register) bewegen sich vier Götter, die zum "Gewässer der Ertrunkenen in der Dat auf einem Weg abwärts. Ihre Aufgabe ist es, das Kommen der Barke zu veranlassen. 

Szene aus dem Amduat
- 5. Stunde / linke Wandseite - oberer Teil/2. Szene -

Diese Figur ist eine von 5 Göttern, die als "Hüter" oder "Wächter" der Ertrunkenen oder "Untergetauchten" bezeichnet wird. Der Name dieses Gottes lautet: "Der eine, der zum Wasser der Ertrunkenen gehört. 

Die kleine Figur im Oval ist nicht namentlich benannt, aber wahrscheinlich handelt es sich um einen der "Versunkenen"  oder "Ertrunkenen" (nach Hornung: Ägyptische Unterweltsbücher, Wissenschaftl. Buchgesellschaft 1989).

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor D
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Szene aus dem Amduat / Götter mit verschiedener Gestalt 
Fortsetzung der 5. Stunde / linke Wandseite

Drei weitere Götter, die zum Gewässer der Ertrunkenen gehören und die sich ebenfalls abwärts bewegen.
Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor D
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In der Mitte des unteren Registers an der linken Wandseite befindet sich die Höhle des Sokar, die ein Oval ohne Tür ist, das von Sand umgeben ist. Über der Höhle wird diese vom Kopf einer Frau (wahrscheinlich die Göttin Isis) versiegelt. In der Höhle selber steht der falkenköpfige Gott Sokar, der eine gefährliche, vierköpfige Schlange hält, welche "der große Gott" genannt wird. Die Schlange selbst ist eine Inkarnation des Sokar. Das Oval der Höhle wird von einer Doppelsphinx des Erdgottes Aker dargestellt. 

Über der Höhle des Sokar wird die Barke des Sonnengottes hinweggezogen. Der Sonnenkäfer Chepri ist in der Mitte des Registers zu sehen; er kommt aus einem sandgefüllten Hügel im oberen Register und greift mit seinen Vorderbeinen nach dem Zugseil der Barke. Unter der Höhle des Sokar befindet sich ein "Feuersee" ein Band aus roten Wellen, der als Strafort für die Verfluchten dient. Im Text des Amduats heißt es, dass die Verfluchten hier im Feuersee durch das Feuer bestraft werden, die Gesegneten aber das Wasser des ewigen Lebens erhalten.

Szene aus dem Amduat / Ende der 5. Stunde
- 4 hockende Götter mit Kopfschmuck auf dem Schoß - 

Am Ende der 5. Nachtstunde halten vier hockende Gottheiten mit dem Namen "Götter, die unter dem geheimen Bild Sokars auf seinem Sand sind" verschienen göttlichen Kopfschmuck auf ihrem Schoß - jeweils eine ober- und unterägyptische Krone, einen Widderkopf (mittlere Figur) und das hohe Federpaar (rechte Figur). Über den Gottheiten befindet sich eine Beischrift (8). 
Bild:   KV 17, the tomb of Seti I, Corridor D - Ende der 5 Stunde
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Der Durchgang von Korridor D zum Brunnenschacht E (PM 11) ist mit der geflügelten Sonnenscheibe und den Kartuschen von Sethos I. dekoriert (Höhe des Durchganges nach Theben Mapping: 2,39m; Breite: 2,08m; Tiefe: 1,10m).

Brunnenkammer
- Raum E - 

Die Brunnenkammer (oder der Schacht E) ist 2,46m hoch, 4,17m breit und 3,65m lang und hat eine Fläche von 15,17m². Der Schacht selber (6,70m tief) zeigt die fünfte Stunde des Amduats und symbolisiert das Grab des Totengottes (siehe Fritz Abitz, die religiöse Bedeutung der sogenannten Grabräuberschächte in den ägyptischen Königsgräbern der 18. bis 20. Dynastie, ÄA 26, 1974, 117). Es erscheint so, dass vom Schachtgrund der Brunnenkammer mehrere Nebenräume vorgesehen werden sollten, die aber u. W. nach bislang bezüglich Art und Lage nicht erforscht wurden (2). 

Die fünf Szenen oben auf der linken Eingangswand (Südostseite) der Brunnenkammer zeigen Anubis (nach außen blickend) in seiner Darstellung als Schakal auf seinem Schrein liegend. In der rechten Hälfte der Kammer folgen Anubis und Harsiesis auf einen sitzenden Osiris und ähnliche Darstellungen  wie links: der König erscheint vor Hathor, der "Herrin des Westens" (5). Er blickt bei den Darstellungen stets ins Innere des Grabes - die Götter wenden sich dagegen immer nach außen - mit Ausnahme derer, welche den König geleiten oder führen (2). 

Die Anordnungen der Götterszenen in der Brunnenkammer sind fast symmetrisch (nach Hornung). Der König wird auf der linken Hälfte der Kammer von Harsiese geleitet und vor Isis geführt. Des weiteren in der 2. Darstellung steht der König vor Hathor und opfert Wein und schließlich steht der König vor Osiris. In der 5. Szene erscheint die Göttin des Westens und blickt ins Innere des Grabes.

Auf der rechten Seite (Nordwesten) wird der König ebenfalls von Harsiese (Horus) zu Hathor und Isis geführt und opfert Wein vor Hathor, die hier als "Herrin des Westens" erscheint (3). 

Rechte Seite der Brunnenkammer (PM 13, Szene 1-2)

Rechte Wandseite (Nordwesten) der Brunnenkammer - Der König wird von Horus geleitet und vor Isis und Hathor (hier als "Herrin des Westens") geführt, vor der er Wein opfert.
Bild:   KV 17, the tomb of Seti I,Brunnenkammer
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Auf der Rückwand der Kammer standen ursprünglich König Sethos und eine kleine Figur des Iunmutef-Priesters vor den Göttern Osiris (thronend), Anubis und Horus, wobei die Figur des Königs aber heute nicht mehr zu sehen ist. Man hatte ursprünglich die Kammer-Rückwand mit einer aufgemauerten Wand verschlossen, die mit Gips verputzt und bemalt war, evtl. um ein Ende des Grabes vorzutäuschen, wobei aber dieses eher unwahrscheinlich erscheint (lt. E. Horung), da die hier aufgemalte Dekoration sich deutlich von den Reliefs der übrigen Räume unterschied, so dass sich evtl. Grabräuber kaum davon täuschen ließen. Von den aufgemalten Götterszenen ist heute nur noch die Westgöttin in der linken Ecke zu erkennen. Eine Vermauerung des Zugangs zur Brunnenkammer ist nicht belegt - eine Vermauerung und eine Verputzung mit Gips auf der Rückseite der Kammer ist aber durch Belzoni belegt. Fritz Abitz geht aber davon aus, dass die Eingangswand zur Brunnenkammer ebenfalls vermauert und verputzt war.

Die Decke der Brunnenkammer ist mit gelben Sternen auf blauem Grund gemalt und soll wohl den Himmel darstellen. Der Schacht selbst ist blau bemalt

Obere Pfeilerhalle:
- Raum F - 

Hinter der Brunnenkammer (Raum E) folgt die obere Pfeilerhalle (Raum F) - ein acht Meter breiter Raum mit einer Nebenkammer (Fa), der "Saal der Zeichnungen", mit ähnlichen Abmessungen. Sethos I. war - nach Thutmosis III., der im Pfeilersaal eine Liste mit Göttern aus dem Amduat anbringen ließ - der erste König, der die Pfeiler und Wände im Pfeilersaal dekorierte. Die Decke des Raumes ist mit Sternen dekoriert. 

Die obere Pfeilerhalle ist ungefähr quadratisch (Breite: 7,95m x Länge 8,43m x Höhe 3,16m / nach Thebanmapping) und wird von vier Pfeilern getragen, deren durchschnittliche Breite 0,99m misst. Auf den Pfeilerseiten wird der König von verschiedenen Göttern umarmt: Anubis, Harsiese, Re-Harachte, Schu, Selket, Isis, Nephthys, Hathor, Atum, Neith und Ptah-Sokar. In der hinteren linken Ecke befindet sich eine Treppe mit drei Stufen, die zu einem Nebenraum mit einem etwas abgesenktem Fußboden führt. Dieser Raum wird von zwei Pfeilern gestützt. 

Die Wände der oberen Pfeilerhalle sind mit der 5. (links) und 6. (rechts) Stunde des Pfortenbuches dekoriert. Dieses Unterweltsbuch ist ähnlich aufgebaut wie das Buch des Amduats. Es ist in 12 Nachtstunden unterteilt, die alle durch Tore getrennt sind, welche von Schlangen bewacht werden. Beide Stunden der Nacht (die 5. und die 6.) enthalten wichtige Motive. 

Die linke Eingangswand ist mit der 5. Stunde des Pfortenbuches dekoriert, ebenso die linke Seitenwand und die linke Hälfte der Rückwand. In der linken vorderen unteren Ecke des Raumes ist eine beschädigte Szene zu sehen, die eine interessante und im 19. Jahrhundert von den Besuchern oft kopierte Szene zeigt. Dargestellt sind die vier "Menschenrassen" - die Ägypter, die Asiaten, die Nubier und die Libyer - alle in ihrer für sie typischen Tracht und Darstellungsart.

Oberer Pfeilersaal (F) - südöstliche Ecke mit der 4. Pforte (links)
-  und Anfang der 5. Nachtstunde auf der Eingangswand - 

Die südöstliche Seite des Pfeilersaals ist in drei Register unterteilt und mit Szenen aus der 5. Stunde des Pfortenbuches dekoriert. Im oberen Register erscheinen 12 Verehrer des Sonnengottes, in ehrerbietender Haltung mit vorgebeugtem Oberkörper

Im mittleren Register wird die Sonnenbarke, deren Besatzung nur aus zwei Schöpfergottheiten sowie dem Sonnengott besteht (Heka, der Zauberer und Sia, die Einsicht) (Quelle: Kemet 2/2007) während ihrer nächtlichen Fahrt von vier Unterweltsgöttern gezogen.

Im unteren Register sehen wir (vor der Pforte - links im Bild) Horus, den Älteren (Szene ist beschädigt), der sich auf einen Stab stützt. Er steht vor je vier Vertretern der vier Menschentypen, welche von den Ägyptern unterschieden werden. Die Ägypter nannten sich selber "die Menschen" und dann folgen die Vertreter der unmittelbar zum Land Ägypten benachbarten Menschengruppen. 

Dieses ist eine Szene,  welche die Aufmerksamkeit der frühen Besucher aus dem 19. Jahrhundert auf sich zog und oft kopiert wurde (dabei leider auch teilweise zerstört wurde). Im 19. Jahrhundert war sie noch in ihrer ganzen Farbenpracht erhalten. Die vier "Menschenrassen sind in dieser Darstellung aus dem Pfortenbuch durch ihre typische Kleidung und Haartracht sorgfältig dargestellt. Die Ägypter selber in ihrer üblichen Tracht (die üblichen kurzen, weißen Schurze), die Asiaten mit dem Spitzbart, Haarband und entweder einem bunten Schurz mit Fransen, oder durch ein langes Gewand; die Nubier werden durch ihre dunklen Hautfarbe, Kraushaar und große Schmuckringe gekennzeichnet und die Libyer mit der Seitenlocke und den langen Mänteln. Alle Völker scheinen lt. dem begleitendem Text im Jenseits auf gleicher Ebene mit den Ägyptern zu stehen und wurden unter dem Schutz des Gottes Horus und der mächtigen Göttin Sachmet gestellt.

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I., Pillared chamber F
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Oberer Pfeilersaal (F) - südöstliche Wandseite
Pfortenbuch - Fortsetzung der 5. Stunde mit Darstellung der Menschenrassen

Im oberen Register setzt sich die Darstellung der 12 anbetenden Götter der angrenzenden linken Wandseite fort. Davor stehen ebenfalls 12 Götter (ohne Attribute, die mit ihren Händen ein doppelt gewundenes Seil, aus dem die Stunden herauskommen, abspulen. Jede Windung des Seiles entspricht eine Stunde. Im Pfortenbuch werden sie "Die den Mess-Strick tragen in den Gefilden der Unterwelt", genannt.

Im mittleren Register sehen wir neun Götter mit "verborgenen Armen" und ungegliedertem Leib. Die Aufgabe der neun Götter ist es, die feindliche Schlange vom Schiff des Sonnengottes und von den Pforten fernzuhalten.

Im unteren Register setzt sich die Darstellung der vier Menschentypen fort. Nach rechts hin erscheinen zwölf Götter ohne Attribut (siehe nächstes Bild)  

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I., Pillared chamber F, left
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: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
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Oberer Pfeilersaal (F) - südöstliche Wandseite (linke Seitenwand)
Buch der Pforten / Fortsetzung der 5. Stunde über dem Abstieg nach Korridor G

Im oberen Register setzt sich die Darstellung der zwölf Götter (ohne Attribut), die einen Mess-Strick tragen, fort. Sie verteilen "Äcker an die Verklärten, so dass jeder von den seligen Toten sein eigenes Stück Land bebauen kann (3).

Im mittleren Register wird der Erzfeind des Sonnengottes, der Gott Apophis, welcher die Gestalt einer großen, gewundenen Schlange hat, von den neun Götter mit den "verborgenen Armen" (wobei es sich um die auferstandenen Mumien handelt) von der Barke des Sonnengottes und den Pforten ferngehalten.

Nach dem altägyptischen Glauben hat jedes Wesen nach dem Tod eine erneute Lebenszeit, die ihm jede Nacht vom Sonnengott, der die Unterwelt durchfährt, neu zugeteilt wird. Deshalb ist die Schlange der Zeit, welche im unteren Register im Anschluss an die Darstellungen der vier Menschenrassen (linke Seitenwand) zu sehen ist, mit der Hieroglyphe für "Lebenszeit" beigeschrieben. Der Name dieser Schlange ist "Metui" (Doppelstrick). Der Text darüber berichtet uns, dass die Götter, welche die Zeitschlangen tragen, die Lebenszeit für alle "Seelen, die im Westen (Jenseits) sind, abmessen". 

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I., Pillared chamber F, 4U
Autor
: Kairoinfo 4U, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Oberer Pfeilersaal (F) - südöstliche Wandseite (linke Seitenwand)
Buch der Pforten / Fortsetzung der 5. Stunde

Die Darstellungen am Ende dieser Wandseite sind eine Fortsetzung der vorherigen Szenen: oben die 12 Götter mit dem Mess-Strick, in der Mitte die Götter mit den "verborgenen Armen", welche die Schlange Apophis von der Barke des Sonnengottes fernhalten.

Die zwölf Gestalten (drei davon sind ibisköpfig), die vor den "Schlangenträgern" gehen, stellen die Seelen der Männer da, die sich in der Dat befinden und denen Re, der Sonnengott, aufgetragen hat, das Boot möglichst schnell zu treideln. Ihnen gegenüber (auf der Rückwand der Kammer) befindet sich ein Gott mit einem Szepter, der die anderen Götter zu beaufsichtigen scheint (3).

Im unteren Register (links auf dem Photo) die Götter mit der Zeitschlange "Metui", davor acht Menschen (siehe auch Bild unten) welche Herrscher darstellen. Die Beischrift verkündet, dass Re all jene belohnt, die ihn anbeten und dass ihnen "Luft zum Atmen gegeben wird" und dass sie einen Platz an der Seite Ma'ats in Rosetau finden werden (8). 

Bild:   KV 17, the tomb of Seti I., Pillared chamber Ecke
Kairoinfo 4U, Flickr-Album

Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Rückseite der oberen Pfeilerhalle
- Ende der 5. Stunde - 

 

Bild:     La tombe de Sethi Ier
Autor:  Jean-Pierre Dalbéra from Paris, Wikipedia
Lizenz: CC-BY-2.0

 

Rückwand der Oberen Pfeilerhalle
- Buch der Pforten - Ende der 5. Stunde - 5. Pforte und Osiris-Szene -

Die Abschluss-Szene der 5. Stunde (linke Bildseite) mit dem weißen Bildhintergrund kontrastiert mit der Rückwand, wo Sethos auf gelben Hintergrund von Horus zu dem thronenden Osiris geführt wird - hinter ihm steht Hathor. 

Die Pforte der 5. Stunde trennt die beiden Szenen auf der Rückwand der Kammer. Die rechte Darstellung ersetzt die Gerichtsszene, die sonst mit der fünften Pforte verbunden ist. Hier thront normalerweise der Gott Osiris als oberster Richter im Totenreich auf einer Empore oder in einem Kiosk, vor sich die Waage des Totengerichts..

Bild:  KV 17 Seti I. Tomb, Pillared chamber F
Autor: Kairoinfo4U, Flick-Album, 19. März 2017
 
Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

Die 6. Stunde des Pfortenbuches (rechte Wandseite des Einganges) zeigt den Höhepunkt der nächtlichen Fahrt des Sonnengottes, die Vereinigung des Sonnengottes mit seinem Leichnam (der aber in den Darstellungen nicht abgebildet ist). Gleichzeitig vereinigen sich die zwölf "Ba-Seelen" der seligen Toten, die hintereinander auf ihren schlangenförmigen Bahren liegen (lt. Pfortenbuch heißen die Bahren "Nehep" und die Mumien sind die "Gefolgsleute des Osiris") mit ihren Mumien (unteres Register). 

Davor steht der auf einen Stab gestützte Gott "Dati" (der Unterweltliche - was als der unterweltliche Sonnengott zu verstehen ist), dessen Aufgabe es ist, die schlafenden Mumien zu wecken und zu neuem Leben zu befähigen. 

Im mittleren Register erscheint erneut die Sonnenbarke des Re mit ihrer üblichen Besatzung und den vier ziehenden Unterweltsgöttern. Hinter ihnen ist die 6. Pforte zu sehen, welche sie durchqueren mussten. Davor sind ebenso wie in der 5. Stunde die zwölf Götter mit "den verborgenen Armen" zu sehen. Der Text über den Figuren beschreibt, dass sie mit ihren "unsichtbaren Händen" das "Mysterium des Leichnams des Sonnengottes" tragen, mit dem er sich in der Tiefe der Unterwelt wieder vereinigt. Darauf folgen acht weitere Götter, welche die Arme an der Seite tragen und vier "Tempelgötter", die sich leicht verbeugen. 

Im oberen Register auf der nordwestlichen Seite der Kammer, sind zwölf Götter ohne Attribute zu sehen, die mit beiden Händen jeweils einen gegabelten Stock halten (wie er zum Schlangenfangen benutzt wird) um den Feind Apophis abzuwehren, welcher hier als Schlange, aus der zwölf Menschenköpfe herausragen, dargestellt ist und von den zwölf Göttern getragen wird. Es sind die Köpfe derer, die der schlangengestaltige Erzfeind Apophis verschlungen hat und nun wieder von sich geben muss. Eine weitere Szene im oberen Register zeigt auf der rechten Eingangswand zwölf Götter, die ein doppeltgedrehtes Seil tragen, das um den Hals eines mumiengestaltigen Gottes, der "Aqen" heißt, gedreht ist und die unendliche Zeit verkörpert (8). 

Obere Pfeilerhalle - 6. Stunde des Pfortenbuches

Am rechten Bildrand des Fotos ist die 6. Pforte zu sehen, welche die Barke des Sonnengottes durchquert hat. Sie wird von vier Unterweltsgöttern gezogen.

 Im oberen Register - auf der nordwestlichen Seite der Pfortenhalle - erscheinen Götter, welche mit beiden Händen jeweils einen gegabelten Stab halten (wie er zum Schlangenfangen benutzt wird) um den schlangengestaltigen Feind Apophis abzuwehren, der weiter vorne in der Szene als Schlange, aus der zwölf Menschenköpfe herausragen und von zwölf weiteren Göttern getragen wird, dargestellt ist. Diese Schlange hat lt. Inschrift keine Augen, keine Nase und keine Ohren".

Im unteren Register steht ein auf seinem Stab gestützter Gott vor zwölf Mumien, die auf ihren Bahren liegen und auf ihre Erweckung warten (8). 

 

Bild: KV 17 Seti I. Tomb, Pillared chamber F-rechte Wand
Autor: Kairoinfo4U, Flick-Album, 19. März 2017
 Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

Obere Pfeilerhalle - Fortsetzung der 6. Stunde des Pfortenbuches
- nordwestliche Wandseite der Halle - 

Die 6. Stunde des Pfortenbuches setzt sich mit drei Registern auf der nordwestlichen Wand fort.
Im unteren Register liegen die 12 Mumien auf ihren schlangenförmigen Bahren und warten auf ihre Erweckung und die Wiedervereinigung mit ihren "Ba-Seelen", darüber sind die Götter mit den "unsichtbaren Händen" zu sehen, während im oberen Register sich die Darstellung der Götter mit dem schlangenabwehrenden Stöcken in den Händen fortsetzt.
Bild: KV 17 Seti I. Tomb, Pillared chamber F Mumien
Autor: Kairoinfo4U, Flick-Album, 19. März 2017
 Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0

 

 

 

wird weitergeführt....

Quellen und Literatur:
1. Wikipedia/KV 27
2. Theben Mapping, KV 17 (deutsch) Grab Sethos I.
3. The tomb of Pharaoh Seti I. / Erik Hornung, Artemis & Winkler-Verlag Zürich, 2001
4. Kemet, April 1007, Heft 2 - Autor des Artikels: Sabine Neureiter
5. Luxor und das Tal der Könige (Kent Weeks), National Geographic Art Guide 2005
6. Scanning Sethos - die Wiedergeburt eines Pharaonengrabes, Pdf-online-Version
7. Theben Mapping KV 17, englisch - KV 17
8. die Ägyptischen Unterweltsbücher, Erik Hornung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989


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