Sitemap

Biografie Sethos II.

(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings, 1927-1952)

Bilder oben: links Saamunra - rechts Elvira Kronlob - alle Rechte vorbehalten.

Sethos II. legte in Karnak eine gewisse Bautätigkeit an den Tag. Sein bedeutendstes Denkmal ist der Dreifachschrein im 1. Hof des Karnaktempels. Ansonsten beschränkte er sich darauf, die Kartuschen des Usurpators Amenmesse mit seinen Kartuschen zu überschreiben. Des weiteren ließ er auf beiden Seiten der Kaianlage jeweils einen Obelisken aufstellen und ließ zwischen den Sphingen an der Kaianlage des Karnaktempels eine Stele aus rotem Sandstein errichten.

Obelisk an der Kaianlage

Ursprünglich standen an beiden Seiten der Kaianlage, die zur Sphingenallee vor dem 1. Pylon des Karnaktempels führte, jeweils ein Obelisk (etwa 100 Meter westlich des 1. Pylons - vor der Sphingen-Allee, rechte Seite).  Bei seinen Ausgrabungen in den Jahren 1895-1896 konnte Georges Legrain aber nur noch einen der Obelisken finden. (Quelle: Legrain, Temples de Karnak, 6-7, 16, 20, 24). Der südliche, 3.30 m hohe Obelisk steht noch heute aufrecht an der ehemaligen Kaianlage und auf seinen vier Seiten befindet sich die Namen von König Sethos II.: einer seiner Horusnamen: "mrjRa" (geliebt von Re), der Goldhorusname: "aAnxtwm–tAwnbw", der Nebtiname: "mk-Kmt waf-xAs.wt" (Beschützer Ägyptens, Unterwerfung fremder Länder), der Thronname: "wsr-xpr.w-Ra-mrj-Jmn" (mit starker Erscheinung des Re, geliebt von Amun) und des Geburtsnamens: "%tXy mrj.n-PtH" (Sethos-Merenptah) mit weiteren Thronnamen und Geburtsnamen von Sethos II. rund um die Basis des Obelisken, gekrönt von Sonnen mit Doppelfedern auf dem Zeichen für Gold ruhend (2). Der Erhaltungsgrad des Obelisken aus Sandstein ist nicht mehr sehr gut - vergleichsweise ist die Südseite noch am besten erhalten.

Obelisk von Sethos II. (Ostseite)
- der sich noch heute in situ vor der Kaianlage des Karnaktempels befindet (PM² 2:21-22 [2-3].

Basis des südlichen (rechten) Obelisken
Bild: Peter Alscher

Bild:     Luxor, Karnak-Tempel 2016-03-21 Obelisk 01
Autor:  Djehouty, Wikipedia, März 2016
Lizenz: CC-BY-SA 4.0

 

Obelisk von Sethos II.
mit Blick auf den im Osten liegenden Karnaktempel

 (Westseite - Vorderfront und 
Südseite rechts)

 

 

 

 

 

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

 

 

Vom zweiten (nördlichen) Obelisken ist nur noch der Podeststein erhalten geblieben.

Basisstein des nördlichen Obelisken
 von Sethos II. an der Kaianlage

 

 

 

 

 

Bild: mit frd. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Kaianlage vor dem I. Pylon von Karnak
- Zeichnung: nach Porter u. Moss
- bearbeitet von Nefershapiland -

 

Stele von Sethos II.

Ebenfalls bei den Legrain-Ausgrabungen (1895-96) fand man zwischen den Sphingen auf der rechten Seite eine Stele aus rotem Sandstein aus der Zeit von Sethos II, die den König in einer Doppelszene beim Opfern von Krügen und Weihrauch vor Amun-Re zeigt (PM² 2:22 [3]. Unterhalb der Opferszene befinden sich 10 Kartuschen, die von einer Sonnenscheibe mit Doppelfedern gekrönt sind. Die Kartuschen enthalten den Thronnamen von Sethos II. "User-cheperu-Re meri-Amun".

Unterhalb der Kartuschenreihe befindet sich ein langer Widmungstext, der die Aussage beinhaltet, dass Sethos II. diese Stele "als Denkmal für seinen Vater Amun-Re errichten ließ". An den seitlichen Rändern der Stele sind der Nebti-Name, der Gold-Horusname, der Thronname und der Geburtsname des Königs eingraviert.

Die Darstellungen in der Lünette zeigen Bildteil eine Doppelszene. In der Mitte steht der Gott Amun-Re, jeweils nach links und rechts gewandt. Er trägt die üblichen Krone (mit der hohen Doppelfeder). Er hält in seiner rechten Hand das "was"-Szepter - in der anderen Hand ein Anchzeichen. Jeweils vor dem Gott steht der König, der ihm ein Opfer darbringt. Links hält er in den Händen jeweils einen Weihrauchbrenner, rechts hält er in jeder Hand ein Gefäß.

Unterhalb der Bildfläche verläuft eine Inschriftenzeile, die aus großen, aufrechtstehenden Kartuschen - abwechselnd jeweils mit dem Thron- und Geburtsnamen des Königs - besteht. Die Kartuschen werden von einer Sonnenscheibe mit Doppelfedern darauf bekrönt. Die Zeilen eins, zwei und drei geben die fünf Namen des Königs wieder. In der vierten Zeile steht als erstes ein Segenswunsch (der schon am Schluss der Zeile 3 beginnt): " beschenkt mit Leben, Dauer, Herrschaft wie Amun–Re ewiglich" gefolgt von einer Weiheformel, die lt. Silke Grallert (Bauen-Stiften-Weihen) lautet: " (Werk des) Königs, das er gemacht hat als sein Denkmal für seinen Vater Amun–Re, Herrn der Throne beider Länder …..". Danach folgen weitere Segenswünsche und abermals die Namen des Königs. 

Auf den Schmalseiten der Stele befinden sich nochmals jeweils zwei Textkolumnen mit den Namen des Königs.

Stele aus der Zeit Sethos II.
- noch an ihrem "alten" Standort zwischen den Sphingen -

Die Stele weist auf beiden Seiten eine Weiheformel auf: "(Werk des) Königs, das er gemacht hat als sein Denkmal für seinen Vater Amun-Re, des Herrn der Throne der beiden Länder". 

Die Inschrift auf der anderen Seite lautet: "(Werk des) Königs, das er gemacht hat als sein Denkmal für seinen Vater Amun-Re, König der Götter, Vorderer von Karnak....."
(nach S. Grallert in Bauen-Stiften-Weihen)

Die bisherige Schauseite ist im Prinzip die schlechter erhaltene. Das Bild in der Lünette ist stärker zerstört als die auf der anderen Seite (Rückseite?). Das Textfeld dieser Seite ist durch einen Wasserschaden vor allem im unteren Teil stark zerstört.

Die bildlichen Darstellungen beider Seiten sind ebenso wie der Text auf den beiden Seiten der Stele so gut wie identisch.

Bild mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

In neuerer Zeit wurde die Stele von ihrem ursprünglichen Standplatz entfernt und links außen an Dromos, wohl noch vor dem leeren Obeliskensockel aufgestellt, der sich hier befindet. Die Stele ist heute so platziert, dass die besserer erhaltene Seite (ohne den Wasserschaden der Stele) den an ihr vorbei gehenden Besuchern zugewandt ist.

In jüngerer Zeit wurde die Stele (bei der Neugestaltung der Kaianlagen vor dem Karnaktempel) versetzt 
und befindet sich jetzt vorne am Eingang.

Nun hat man auch die Stele gedreht und die besser erhaltene Seite befindet sich jetzt vorne. Über 100 Jahre stand sie mit dem Wasserschaden nach vorn. Jetzt befindet sie sich in der Nähe des Podestes des 2. "verlorenen" Obelisken (also auf der Nordseite). 

beide Bilder: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Dreifachschrein im 1. Hof

(Quelle für Text: teilweise by Naunakhte Fotoalbum Ägyptologie.com Forum/Triple Shrine)

Der Barkenschrein (auch Dreifachschrein genannt) liegt direkt links hinter dem I. Pylon des Amun-Tempels von Karnak. Ramses II. ließ das dreiteilige Barkenheiligtum als Zwischenstation für die heiligen Barken der thebanischen Triade der Götter Amun, Mut und Chons errichten. An den Außenwänden des Heiligtums befinden sich Darstellungen, die den König bei den Opferhandlungen vor verschiedenen Göttern zeigen. 

Der dreigeteilte Barkenschrein befindet sich in der nördlichen Ecke des 1. Hofes - hinter der Nordflanke des I. Pylons und besteht aus drei Kapellen, welche von links nach rechts den Göttern Mut, Amun und Chons gewidmet waren - jeweils mit Nischen für Statuen der Gottheiten. Das Fundament, die erste Steinlage und die Türen bestehen alle aus Quarzit (wahrscheinlich stammt dieser aus Gebel el-Ahmar), der Rest des Gebäudes wurde aus Sandstein errichtet (mutmaßlich aus dem Gebiet von Gebel el-Silsila). 

An der Tempelfassade befindet sich nur einen einzige Weiheformel unterhalb der Hohlkehle mit Rundstab als oberes Inschriftenband.
Weiheformel: 
"(Werk des) Königs, das er gemacht hat als sein [De]nkmal [für] seinen [Va]ter Amun [-Re], König der Götter [ … ]“.
(Quelle: S. Grallert in „Bauen–Stiften–Weihen"). 

Plan des Dreifachschreins
in Karnak von Sethos II. nach Porter u. Moss

PM 25-26-27
25. Fassade - der König erhält Leben von Mut
26. Fassade - der König erhält Leben von Chons
27. Fassade - der König opfert die Maat vor Amun-Re u. Chons
28. Türdurchgang - der König opfert Blumen vor Amun u. Mut
29. Kapelle der Mut: zwei Szenen:
      1. König mit Prinz Sethos-Merenptah, opfert vor der Barke 
      der Mut
       2. König opfert die Maat vor der theb. Triade
         - Text an der Basis -
30. rechts: der König opfert Salbe vor Mut - darunter 2 Nischen 
      mit Resten der Darstellung des Iunmutef an beiden Seiten
      der Nischen, der vor dem dargestellten König libiert.
31a-f Kapelle des Amun-Re
      Auf dem Türsturz, dem Türdurchgang und Türpfosten die kgl.
      Titel und Namen, an den Außentürpfosten unter einem Falken
       mit ausgebreiteten Schwingen über dem eintretenden König
      (links mit weißer Krone)

PM 32. zwei Szenen
1. der König mit Prinzen vor der Barke des Amun-Re in Verehrung einer Göttin als Personifizierung des Schreins
2. der König opfert vier Vasen vor der thebanischen Triade - Friestext und Text an der Basis.
PM 33, zwei Szenen
1. der König opfert Blumen vor der Barke des Amun-Re, die von Waset verehrt wird
2. der König opfert die Maat vor Amun-Re und Ptah - Friestext und Text an der Basis
PM  34. Doppelszene:
der König opfert vor Amun-Re und Chons / der König opfert vor Amun-Re und Mut
- darunter drei Nischen - jede mit Iunmutef an den Wandseiten, der vor dem König an der Rückseite der Nischen libiert. Der König steht auf einen Schlitten (also wohl eine Statue des Königs?)
Kapelle des Chons:
PM 35 a-b Tordurchgang
links:   der König opfert die Maat vor Amun-Re und Mut
rechts: der König opfert Blumen vor Amun-Re und Mut - Text an der Basis
PM 35c-d Eingangswand links und rechts
- die königlichen Titel und Namen
PM 36 - zwei Szenen:
1. der König mit einem Prinzen libiert und opfert vor der Barke des Chons, die aufgeständert ist
2. der König opfert vor der thebanischen Triade
PM 37 - zwei Register mit Text an der Basis
1. Register: 6 Szenen
Szene 1: der König opfert kniend vor Ptah
Szene 2: der König opfert kniend vor Ament
Szene 3: der König opfert kniend Weihrauch und Wasser vor Amun-Re
Szene 4: der König opfert kniend die Maat vor Chons
Szene 5: der König opfert kniend eine Wasseruhr vor Mut
Szene 6: der König opfert kniend Wein vor Amun-Re
2. Register - drei Szenen
Szene 1: der König opfert vor Chons
Szene 2: der König opfert eine nemset-Vase vor Mut
Szene 3: der König opfert die Maat vor Amun-Re
- darunter drei Nischen, jede mit dem König an den Seitenwänden, der den an der Rückseite dargestellten Göttern Chons u. Thot opfert.
PM 38 - Doppelszene:
der König opfert Wein vor Chons / der König opfert Weihrauch und Wasser vor Chons.

Außenseite Osten: linke Hälfte
PM 39 - zwei Register mit jeweils sechs Szenen
- der König bei verschiedenen Opferungen vor den Göttern -
im zweiten Register sind die Szenen 4-6 zerstört.

Außenseite  des Schreins - linke Hälfte:
PM 40-41:
PM 40 - zwei Register mit jeweils 5 Szenen
1. Register: der König bei verschiedenen Opferhandlungen vor den Göttern
2. Register: der König bei Opferhandlungen vor den Göttern

Außenseite Osten - rechte Hälfte:
PM 41 - zwei Register mit jeweils 5 Szenen
Register 1: Szene 1-2 zerstört
Szene 3 und 4: der König opfert Salbe vor Amun-Re; der König opfert eine Wasseruhr vor Mut; und die Maat vor Amun-Re
Register II.
Szene 1: zerstört
Szene 2: der [König] vor einer Göttin (halb zerstört)
Szene 3: der König opfert nemset-Vasen vor Amun-Re
Szene 4: der König opfert Wein vor Ament
Szene 5: der König salbt Amun-Kamutef

An der Basis der Ostwand der mittleren Kapelle des Amun-Re befindet sich eine Weiheinschrift:"[Der König] machte (es) als sein Denkmal für seinen Vater Amun–Re, dem König der Götter, nämlich das Errichten für ihn eines Hauses der Million[en] an Jahren aus vollkommenen Sandstein; seine Türen sind aus echtem Zedernholz; [sein] vollkommener Name lautet: [Barkenstation des] (%tX mrj.n-PtH)| im pr des Amun; gemacht hat (es) für ihn der König von Ober–und Unterägypten (Wsr-xpr.w-Ra mrj-Jmn)|, der Sohn des Re (%tXjmrj.n-PtH)|, geliebt von Amun–Re".

Später wurde dieser Dreifachschrein in den ersten Tempelhof miteinbezogen. Da dieser Bau dann über zwei Jahrtausende unter einer Ziegelrampe begraben lag, die als Baugerüst für den 1. Pylon diente, hat sich der  Bau ausgezeichnet erhalten. Der Grundriss ist einfach und besteht nur aus drei parallelen Kultkammern. Der Eingang zur mittleren war ursprünglich von zwei überlebensgroßen Statuen des Königs flankiert. Eine davon befindet sich heute im Louvre, die andere in Turin. Der Dreifachschrein trug den Namen „Hw.t Sethos im Haus des Amun “. Er diente als "Verehrungs– und Gebetsstätte aller Götter".

Der Barkenschrein war zur Zeit der Napoleon-Expedition noch unter Trümmern und Geröll begraben. Die früheste belegte Ausgrabung vor Ort fand 1818 durch Jean–Jacques Rifaud statt, der vor dem Schrein zwei kolossale Stabträgerstauen von König Sethos II. fand. Noch 1888 wurde berichtet, dass der Schrein blockiert und unter Geröll begraben sei, wodurch ein Zugang nicht möglich war. Im Februar 1897 begann Georges Legrain mit Grabungen, die bis Juni 1913 andauerten, bis der Bau vollständig freigelegt war.

Auf der Außenseite des Dreifachschreins befindet sich ein Widmungstext von Sethos II. - direkt unter dem Gesims mit Szenen von Mut und Chons, die Sethos II. Leben überreichen und Sethos II., der die Maat vor Amun-Re und Chons opfert.

der Dreifachschrein von Sethos II. im 1. Hof des Amun-Tempels in Karnak

In der Antike war diese Barkenstation von Sethos II. auch als "Haus von Sethos-Merenptah im Tempel des Amun" bekannt. Die etwa 7,10 m hohe Fassade ist leicht geböscht und endet mit einer Hohlkehle.

An der Tempelfassade befindet sich nur eine einzige Weiheformel, unterhalb der Hohlkehle mit Rundstab als oberes Inschriftenband.(alle anderen Weiheformel befinden sich im Inneren des Baus in den Barkenschreinen des Amun–Re und des Chons).

Interessant ist, dass die linke Hälfte des Bauwerkes aus unbearbeiteten Steinblöcken besteht, was vermuten lässt, dass diese Seite des Schreins evtl. bei der Errichtung des I. Pylons teilweise zerstört wurde und später wieder aufgebaut wurde. Die unterste Steinreihe scheint nicht zerstört worden zu sein. Es ist zu erkennen, dass diese Blöcke noch geglättet sind und ganz links unten als Abschluss der unteren Reihe ist auch noch ein Rest des Rundstabes zu erkennen.

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- all Rechte vorbehalten -

Der Barkenschrein hat drei tiefe Kammern mit Kapellen für die Barken der Götter Mut (linke Seite), Amun-Re (Mitte) und Chons (rechts). Die Kammern haben keinen gemeinsamen Eingang, sondern jeweils einen eigenen.

Kapelle der Mut
- linke Kapelle -

Die Kapelle der Mut (linke Seite) wird als "Ort der Ehre und des Gebets zu allen Göttern" bezeichnet. Auf der Frontseite, rechts vom Eingang zur Kapelle der Mut erhält Sethos II. Leben von Mut (PM 25)

Dreifachschrein - Eingang zur Kapelle der Mut

Auf der rechten Seite des Eingangs an der Frontseite zur Kapelle der Mut erhält Sethos II. Leben von Mut (PM 25)

Bild: Elvira Kronlob - alle Rechte vorbehalten -

Bild:    Karnak temple 9452
Autor: Hedwig Storch, Wikipedia, 2009
Lizenz: CC BY-SA 3-0

 

Blick in das Innere der Mutkapelle

An der Rückwand (Nordwand) sind zwei Nischen eingearbeitet, (PM 30), darüber an der Wand befinden sich Darstellungen mit Opferhandlungen des Königs. Oberhalb der rechten Nische opfert Sethos II. Salbe an die thronende Göttin Mut. 

Bei der linken Nische ist die linke Seitenwand zerstört. Auf der rechten Seitenwand der Nische befindet sich der Iunmutef-Priester, der vor dem König eine Wasserspende gibt. Die Darstellungen auf der Rückwand sind nicht mehr zu erkennen. Auf beiden Seiten der rechten Nische ist ebenfalls der Iunmutef-Priester bei der Wasserspende an Sethos II. zu sehen.

Als Wandabschluss nach oben diente links - ebenso wie in den anderen beiden Kapellen - eine Hohlkehle nach innen, was ziemlich selten vorkommt (sich aber belegen lässt) - und mit den Kartuschen von Sethos II. verziert war und auf denen die  Deckenplatten auflagen. Die Dekorationen der linken Wandseite sind völlig zerstört.

Die oberen Steinreihen an der linken, wiedererrichteten Wand sind schon geglättet, während der Rest der Wand noch aus unbearbeiteten Steinblöcken besteht - was vermuten lässt, dass diese Wand einst zerstört war und später wiederaufgebaut wurde.

Bild:      Karnak Kapelle Sethos II. 
Autor:   Olaf Tausch, Wikipedia
Lizenz:  CC BY-3.0

Auf der linken Seite der Ostwand (rechte Wand) steht der König vor der thebanischen Triade und opfert eine Figur der Maat. Auf der rechten Seite der Ostwand opfert er, gefolgt von dem Prinzen Sethos-Merenptah, vor der Barke der Mut. Die Darstellungen auf der Westwand sind durch die teilweise Zerstörung dieses Bereichs und und dessen späteren Neuaufbaus durch die Errichtung des I. Pylons nicht mehr vorhanden.

Ostwand der Mutkapelle

Der König hält in seiner Hand ein Anchzeichen und opfert vor der Barke der Mute. Hinter ihm befindet sich sein Sohn, der Prinz Sethos-Merenptah.

Bild: Elvira Kronlob
- alle Rechte vorbehalten -

Auf den beiden Seiten des Eingangsbereichs der Kapelle opfert der König Blumen für Amun und Blumen an Mut (linke Seite). Die Darstellungen auf der linken Seite sind schwer beschädigt, die auf der rechten Seite sind besser erhalten (leider keine Bilder). 

An der Nordwand der Kapelle (Rückwand) befinden sich zwei Nischen - darüber sind Opferdarstellungen zu sehen, in denen Sethos II. (auf der rechten Seite) Salben an die thronende Göttin Mut opfert. Die Darstellungen auf der linken Seite sind zerstört. 

Die linke Seitenwand der linken Nische ist ebenfalls zerstört, während bei der rechten Seitenwand der linken Nische der Iunmutef-Priester bei einer Wasserspende des Königs (der sich auf der Rückwand der Nische befindet - aber fast nicht mehr zu erkennen ist) zu sehen ist. 

Blick in beide Nischen der Mutkapelle
rechte Seitenwände

Auf beiden rechten Seitenwänden der Mutkapelle (und auch auf der linken Seitenwand der rechten Nische (siehe Bild unten) ist der Iunmutef-Priester mit der Jugendlocke bei einer Wasserspende vor dem König zu sehen.

Der auf der Rückwand der Nischen stehende König ist so stark zerstört, dass er fast nicht mehr zu erkennen ist.

 

 

 

Bild: Peter Alscher

 

Rechte Kultnische in der Mut-Kapelle
linke Wandseite 

Auf den beiden Seitenwänden der rechten Nische empfängt der Iunmutef-Priester, bekleidet mit dem Leopardenfell und der Jugendlocke, ebenfalls eine Wasserspende von Sethos II. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: mit frdl. Dank Fritz Graf
- alle Rechte vorbehalten -

Die Rückwand der Nischen ist größtenteils zerstört - hier befand sich vermutlich - wie auch in den Nischen der mittleren Amun-Kapelle, eine Darstellung der Königsstatue (erhalten sind in der östlichen Nische lediglich die Füße der Statue) (PM 30). Im Gegensatz zu der rückwärtigen Nischenwand der mittleren Amun-Kapelle - steht die Statue aber nicht auf einem Schlitten, sondern direkt auf der Standlinie.

Kapelle für Amun-Re
-
mittlere Kapelle -

Die Abmessungen der Eingangstür der zentralen Kammer sind größer als die Türen der beiden anderen Schreine. Die zentrale Tür misst 4,50 m in der Höhe, während die beiden anderen Eingangstüren jeweils 3,79 m hoch sind. Die zentrale Kammer für Amun-Re hat an ihrer Rückseite drei Nischen und enthält an ihren beiden Seitenwänden (östlich und westlich) Darstellungen mit der Barke des Amun. 

Die Darstellungen über den Nischen zeigen den König einmal beim Opfern vor Amun und Chons und auf der anderen Seite beim Opfern vor Amun und Mut (die aber kaum noch zu erkennen ist). Auf beiden Seiten des Eingangsbereichs - hinter der zentralen Tür - befinden sich Inschriften mit den Namen und Titeln von Sethos II.

Mittlere Kapelle des Amun-Re - Dreifachschrein Karnak, Sethos II.

Auf der Frontseite - rechts neben der mittleren Tür - erhält der König Leben von Chons. Auf den äußeren Türpfosten und dem Türsturz (unter einem Falken mit ausgebreiteten Schwingen) sind die Namen und Epithetas des König zu sehen.
Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

Bild:     Karnak tempole 9452
User     Hedwig Storch, Wikipedia 
Lizenz:  CC BY-SA 3.0

 

Auf beiden Seiten des Eingangsbereichs der Kapelle befinden sich Inschriften mit den königlichen Titeln und Namen von Sethos II.

Bild: mit frdl. Dank Fritz Graf
- alle Rechte vorbehalten -

Die Ostwand (rechte Wandseite) der Kapelle zeigt zwei Szenen: (PM 33)

  1. in der ersten opfert Sethos II. den Göttern Amun-Re, Amaunet und Ptah eine Figur der Maat - hinter dem König - mit dem Rücken zu ihm gewandt,
    steht die Göttin Waset anbetend vor der Barke des Amun.
  2. der König opfert Blumen vor der Barke des Amun-Re, die von Waset verehrt wird.

Auf der linken Wandseite (PM 32) der Kapelle (Westwand) befinden sich ebenfalls zwei Szenen:

  1. der König steht zusammen mit einem Sohn (wahrscheinlich Prinz Sethos-Merenptah) opfern vor der Barke des Amun-Re, in Verehrung einer Göttin,
    welche den Barkenschrein personifiziert.

    Westwand der Amun-Kapelle  (PM 32)

    Der König steht vor einem Opferschrein und opfert vor der Barke des Amun-Re.

    Bild: Elvira Kronlob
    - alle Rechte vorbehalten -


  2. ganz rechts opfert der König vier Vasen vor der thebanischen Triade. Darunter ein Friestext und Text an der Basis.

    Westwand der Amun-Kapelle (PM 32)

    Eine Göttin, die den Barkenschrein personifiziert, betet die Barke des Amun an. Rechts davon opfert Sethos II. vier Gefäße vor der auf ihren Thronen sitzenden thebanischen Triade.

    Bild: Elvira Kronlob
    - alle Rechte vorbehalten -

 

Westwand der Amun-Kapelle (linke Seite) (PM 32)

Am Ende der Westwand steht der König vor der thebanischen Triade (Amun, Mut und Chons) und opfert 4 Gefäße.

Bild: Elvira Kronlob
- alle Rechte vorbehalten -

Die mittlere Kapelle des Amun-Re besitzt - im Gegensatz zu den beiden links und rechts befindlichen Kapellen der Mut und des Chons - drei Kultnischen in ihrer Rückwand (Nordseite). Über den Nischen befinden sich Opferdarstellungen, in denen Sethos II. einmal zu Amun-Re und Chons und zu Amun-Re und Mut (schwer zerstört) opfert.

Blick auf die Nischen der zentralen Kapelle des Amun-Re (PM 34)

Auf allen Seitenwänden der drei Nischen erscheint abermals ein Iunmutef-Priester, gekleidet in einem Leopadenfell und der Jugendlocke. Er bringt ein Opfer für eine Person, die sich heute nur noch kaum sichtbar auf der Rückseite der Nischen befindet (evtl. der König - auf einem Sockel / also einer Statue des Königs) und auf einem Schlitten steht. Die Darstellung auf der Rückwand der mittleren Nische ist besser erhalten. Es scheint sich hier um den König selber zu handeln.

Bild: Elvira Kronlob
- alle Rechte vorbehalten -

 

Linke Seite der mittleren Kultnische

Der Iunmutef-Priester (zu erkennen an dem Leopardenfell und der Jugendlocke) opfert auf allen Seitenwänden der drei Nischen in der Amunkapelle zu einer Person, die sich auf der Rückwand der Nischen befindet. 

Diese Person ist offensichtlich der König, der auf einem Sockel steht (mit einem Schlitten darunter), was bedeutet, dass es sich um transportable Statuen des Königs handelt. 

Es ist zu vermuten, dass sich einst in den Nischen transportable Statuen (aus Holz?) befanden.

 

 

 

 

 

Bild: mit frdl. Dank Fritz Graf
- alle Rechte vorbehalten -

 

Kapelle des Chons
- rechte Kapelle -

Die rechte Kapelle gehörte dem Gott Chons und enthält Darstellungen von Sethos II. beim Opfern vor den Göttern Amun-Re und Mut sowie Sethos II. und Prinz Sethos-Merenptah beim Opfern vor der Barke des Chons. Des weiteren befinden sich im Inneren der Chons-Kapelle Szenen, welche den König beim Opfern vor den Göttern Chons, Mut, Ptah, Amun-Re und Amunet zeigen. Im Eingangsbereich der Kapelle opfert der König mit der Doppelkrone auf dem Haupt Blumen an Amun-Re und Mut.

Kapelle des Chons
- Außenansicht -

Auf der rechten Wandfläche (rechts der 3,79 m hohen Eingangs-Tür) opfert der König eine Figur der Maat vor den Göttern Amun-Re und Chons (PM² 2:25-26 [25-27]

 

 

 

 

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -
- beschnitten von Nefershapiland -

Die rechte Kapelle des Chons besitzt im Gegensatz zu den beiden anderen Kapellen insgesamt 5 Nischen, die sich an der östlichen (rechten) und nördlichen (hinteren) Wand befinden. Die Nischen an der östlichen Seitenwand zeigen den König beim Opfern vor Chons und Thot an ihrer Rückwand, während die Nischen an der nördlichen Rückseite der Kapelle eine Doppelszene des Königs bei einer Opfergabe an Chons zeigen. Die Seitenwände der Nischen zeigen Sethos II. beim Opfern an Chons.

Blick in die rechte Kapelle des Chons

Die Kapelle des Chons befindet sich auf der rechten (östlichen) Seite des Dreifachschreins. Sie hat zwei Nischen an ihrer Nordseite und als Besonderheit drei Nischen an ihrer Ostseite.

Bild:     File by Alexander Baranow
Autor:  Alexander Baranow, 2011, Wikipedia
Lizenz: CC BY-2.0

 

Kapelle des Chons
- mittlere der drei östlichen Nischen -

Auf den Seitenwänden der drei Nischen auf der Ostwand (rechts) ist der König dargestellt. Er opfert vor Chons und Thot auf der Rückwand.

Der König trägt das Nemestuch - hinter ihm befindet sich eine große Kartusche mit seinem Namen.

 

 

 

 

Bild: Elvira Kronlob
- alle Rechte vorbehalten -

 

Dreifachschrein - Kapelle des Chons - Nordwand

Oberhalb der beiden Nischen an der Rückwand opfert links der König (Sethos II.) in einer Doppelszene Wein und rechts Weihrauch und Wasser vor dem thronenden Gott Chons.

Bild: Elvira Kronlob
- alle Rechts vorbehalten -

 

Dreifachschrein - Kapelle des Chons - Westwand

Auf der Westwand sehen wir ein weiteres Mal eine Darstellung der thebanischen Triade auf der rechten Hälfte (Amun ist sehr zerstört, hinter ihm sitzen Mut und Chons auf ihren Thronen). Vor ihnen steht der König (nicht im Bild) und opfert.

Bild: Elvira Kronlob
- alle Rechts vorbehalten -

 

Dreifachschrein - Kapelle des Chons - Westwand

In der Wandmitte befindet sich die aufgeständerte Barke des Chons mit dem Götterschrein.

Bild: Elvira Kronlob
- alle Rechts vorbehalten -

An ihrer Ostwand ist im oberen Register - oberhalb der seitlichen Nischen - der König dargestellt. Er kniet vor verschiedenen Gottheiten und opfert ihnen. Am Nordende der östlichen Wand opfert er Wein an Amun, dann eine Wasseruhr an die Göttin Mut (lt. Porter & Moss), in der 3. Szene bringt er dem Gott Chons eine Figur der Maat dar und in der 4. Szene opfert Sethos II. Weihrauch und Wasser vor Amun, sowie in der 5. Szene wahrscheinlich zwei "nw"-Töpfe zu der Göttin Amaunet. In der 6. Szene opfert er vor dem Gott Ptah - von diesem sind aber nur noch die Beine und der Kopf zu erkennen (leider keine Bilder).

*

Auch auf der äußeren Rückwand und der östlichen Außenwand des Dreifachschreins (PM² 39-41)befinden sich Darstellungen in mehreren Registern. Die Szenen zeigen Opferszenen von Sethos II., der vor verschiedenen Göttern opfert. An der äußeren Ostwand opfert der König vor verschiedenen Darstellungen von Amun-Re und Amunet, der Göttin Hathor, Amun-Re und seiner Gemahlin Mut, Chons, Amun-Re und Chons, Thot, Horus und Amun-Kamutef.

Ostwand des Dreifachschreins im 1. Hof des Karnaktempels

Die Bilder auf der äußeren Ostwand des Schreins sind leider nur bei sehr günstigen Lichtverhältnissen und in hoher Vergrößerung so sichtbar, dass man bestimmte Szenen sehen kann. 

Sethos II. ist hier in verschiedenen Szenen (PM², 2:26-27 [39] vor Amun-Re und Amunet, Hathor, Amun-Re und Mut, Chons, Amun-Re und Chons, Thot, Horus und Amun-Kamutef zu sehen. Darstellungen des unteren Registers sind bei Lepsius, Temples de Karnak, 83 zu sehen

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

An der äußeren Nordwand (Aussenwand) des Dreifachschreins befinden sich mindestens 10 Szenen, von denen einige leider beschädigt sind. Sethos II. wird hier bei Opfer-Darbringungen vor den Göttern Amun-Kamutef, Amun-Re, Re-Harachte-Atum, Month, Ptah, Thenent, Mut und Amunet gezeigt. Die Szenen auf der Rückwand (PM², 40-41) sind bei guten Lichtverhältnissen nur am frühen Morgen gut zu sehen und besser erhalten als die Szenen auf der Ostwand.

*

In der Nähe der Dreifachkapelle wurde 1860 ein Türsturz aus Sandstein entdeckt, welches evtl. ein Bauteil des Dreifachschreins war. Es zeigt in einer Doppelszene den knienden König Sethos II., der dem Gott Amun-Re ein Weinopfer gibt. Der Türsturz befindet sich heute im Museum Kairo (JE 6295). Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass dieses Architekturteil zu einem anderen Monument von Sethos II. gehörte, denn es gibt keine weiteren Hinweise auf die Dreifachkapelle als dass es in deren Nähe entdeckt wurde (Quelle: Hopper: The Monuments of Amenmesse and Seti II. pdf. 2010 - online, S. 440 / PM² 2:27).

IV. Pylon - Tordurchgang

Lt. Porter & Moss ², 2:78-80 202c-d befindet sich am IV. Pylon des Tempels von Karnak am Tordurchgang die Titulatur von Sethos II. Sie besteht aus seinem Horus-, Nebti-, Goldhorus-, Thron-, und Geburtsnamen und befindet sich an der Nord- und Südseite des Pylon-Eingangs - ebenfalls auch auf der Westseite. 

Inschriften am Durchgang des 4. Pylons von Karnak von Sethos II.

Am 4. Pylon von Karnak befinden sich lt. Porter & Moss im Durchgang und an der Nord- u. Südseite des Pylon-Eingangs Inschriften mit den Namen und Titeln von Sethos II. - ebenso auch auf der Westseite:
202a: Text von Sethos II. und Ramses III. an der Basis
202b: Reste eines identischen Textes wie PM 292a
202c: Text von Thutmosis IV. mit Titeln von Sethos II. darunter und Kartuschen von Ramses III. an 
           der Basis.
202d: Kartuschen von Sethos II.
202j: rechter hinterer Türpfosten, Reg. I.: Sethos II. (?) erhält Leben von Amun-Re
202l: ursprünglich Thutmosis I. - Reste der thronenden Seschat, gefolgt von einer Göttin mit Palette,
         und Graffito eines kleinen Kopfes dahinter und mit Text von Sethos I. darunter (PM 202 l nennt 
         hier allerdings anstatt "Sethos I." Sethos II. - was aber ein Fehler ist (siehe Bildausschnitt von 
         Saamunra / erstellt von Nefershapiland) 

An der Basis Kartuschen von Ramses IV. und Ramses VII. darunter.

Plan nach Porter & Moss, Karnaktempel 4. Pylon
- bearbeitet von Nefershapiland -

 

Inschriften am linken Torpfosten
des IV. Pylons (PM², 79 [202c]

An dem nördlichen Türpfostens des IV. Pylons (Vorderseite des Tores) befindet sich unter einer Inschrift von Thutmosis IV. (PM² 79 [202c] auf der linken Seite - hinter einer (senkrechten)  Text-Kolumne von Schabaka - eine Textzeile mit dem Thron- und Geburtsnamen von Sethos II. Darunter wohl eine Textzeile von Ramses III (ganz unten).

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -.
Bildausschnitt: von Nefershapiland

Nach Baguet (Temple d'Amon-Re á Karnak, 90 n. 3 in [2]) geht dieser davon aus, dass das Prenomen und Nomen von Sethos II. am Eingang zum 4. Pylon (siehe Bild oben)  zwischen einer Inschrift von Thutmosis IV. und Kartuschen von Ramses III. über dem Prenomen und Nomen von König Amenmesse eingraviert sind.

Bei näherer Betrachtung der Kartuschen fällt auf, dass die Kartuschen an der Westseite des Eingangs sehr rau sind und Meißelspuren aufweisen, wo die Kartuschen für Sethos II. umgeschlagen wurden. Was die Spuren von Amenmesses Namen betrifft, so waren die Löschungen so gründlich, dass sein Thronname und sein Geburtsname vollständig ausgelöscht wurden, außer in einem Fall, in dem wahrscheinlich ein ms–Zeichen von [Jmn]–ms–[s] vorkommt.  

Inschriften von Sethos II. am rechten (südlichen) Torpfosten des IV. Pylons  (PM², 79 [202 d]

Auch am rechten Torpfosten des IV. Pylons befindet sich ein identischer Aufbau wie auf der linken Seite - eine Zeile mit der Titulatur von Sethos II., die aus seinem Thron- und Geburtsnamen (wsr-xpr.w-Ra mrj-Jmn) ([%tX]y mrj.n-PtH) (Wsr-cheperu-Re, geliebt von Amun)  (Sethy-geliebt von Ptah) und dem Epitheta "Sohn des Re" dazwischen besteht.

Titulatur von Sethos II. am rechten Torpfosten

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -
Ausschnitt erstellt von Nefershapiland

 

SüdlicheTor zur Wadjyt-Halle

Am südlichen Tor (PM² 212c-d), das von Osten her in die Wadjyt-Halle des Karnak Tempels führt, befinden sich zwei Textkolumnen, vor einer Szene, die das "Ziehen einer Statue von König Amenophis III. auf einem Schlitten" zeigen, mit dem Namen von König Amenmesse, der dann von Sethos II. usurpiert wurde (Quelle PM² 212, S. 81)  

Südlicher Tordurchgang am V. Pylon, der von Osten her in die Wadjet-Halle führt 
(PM 212a-b + 212c-d)

Am südlichen Tordurchgang zur Wadjyt-Halle in Karnak befinden sich Textkolumnen von König Sethos II. mit seinen Kartuschen, die er über die ursprünglichen Kartuschen von Amenmesse gesetzt hatte.

Planzeichnung: nach: Porter & Moss², Theben Pläne
- bearbeitet von Nefershapiland -

Die Kartuschen in den Textkolumnen am südlichen Tor (PM 212c-d) zeigen heute den Thron– und Geburtsname wsrxprw-Ra mrjJmn StXy mtj.nPtH, also die von König Sethos II., jedoch sind diese Namen über diejenigen von König Amenmesse gesetzt worden. Diese lauteten ursprünglich: mn[mj]Ra[stp].nRa [stp].nRs mrj[Jmn] Jmnramss HoA[WAst], "(Men[mi]re [Setep]enre Mery[amun])|, (Amenremesse, Herrscher von [Theben])|". Es ist ersichtlich, dass die originale Kartusche mit dem Thronnamen von Amenmesse kleiner war, als die sich darüber zu erstreckende usurpierte Kartusche von Sethos II. 

An der Nordwand lautet eine fragmentarische Textzeile „Göttlicher Same, der aus seinem Körper hervorkam, König von Ober- und Unterägypten, (Userkheperure Meryamun)|, ([Sethos]–Merenptah)|, dem Leben gegeben sei, gleich [Re] ewiglich“. An der Südwand steht in einer Textzeile „Elektrum von jedem König, König von Ober  und Unterägypten, (Userkheperure Meryamun)|, ([Sethos]–Merenptah)|, dem Leben gegeben sei, gleich Re, ewiglich “ (2). 

Karnaktempel - Tor in der Ostwand der südlichen Hälfte der Wadjet-Halle (PM 212c-d )

Auf dem Tor aus Sandstein in der Ostwand, das zur südlichen Hälfte der Wadjet-Halle führt, befinden sich lt. Porter & Moss (PM², 81 [ 212c-d + 212a-b] und (2) zwei Zeilen mit Textkolumnen, die vor den Szenen einer Statue von Amenophis III. auf einem Schlitten eingemeißelt wurden. Die Kartuschen in den Inschriften (PM 212c+d) zeigen zwar den Thron- und Geburtsnamen von Sethos II. (wsrxprwRa mrjJmn StXy mrj.nPtH) = User-cheperu-Re merj-Amun, Sethos, geliebt von Ptah, wurden aber über den ursprünglichen Namen von König Amenmesse gesetzt. Dieser lautete: "mn[mj]Ra [stp].nRa [stp].nRs mrj[Jmn] Jmnramss HoA[WAst]" = (Men[mi]re [Setep]enre Mery[amun])|, (Amunremesse, Herrscher von [Theben])|". (siehe J. v. Beckerath: Königsnamen, 158-59)

Bilder: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Kartuschen von Sethos II.
- usurpiert von König Amenmesse 
(PM² 81 [212c] )

Ausschnitt aus dem obigen linken Bild mit den usurpierten Kartuschen Sethos II. / Amenmesse.

 

 

 

 

 

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -
- Bildausschnitt erstellt von Nefershapiland -

 

Südlicher Pfeilerhof des Karnak-Tempels

 

Südlicher Pfeilerhof im thutmosidischen 4. Hof
- PM 233 mit Türsturz -

 

Plan nach Porter & Moss ² 87 (233)
bearbeitet von Nefershapiland

 

Am inneren Zugangstor im thutmosidischen 4. Hof (zwischen dem 5. und 6. Pylon befindet sich auf dem Türsturz (PM² 87 [233] ) aus Quarzit eine Doppelszene, die den "nw" (nun-Gefässe) opfernden Sethos II. kniend vor dem thronenden Gott Amun-Re zeigt, der ihm Leben, Dauer und Herrschaft gibt. Zwischen der Doppelszene befinden sich (als Trenner) zwei Kartuschen, die jeweils auf dem Zeichen für Gold stehen und als oberen Abschluss je eine  Sonnenscheibe mit Doppelfedern tragen. Darüber schwebt abermals die Sonnenscheibe mit jeweils einem Uräus links und rechts (ein Bild des Türsturzes befindet sich im Buch: The temples of Karnak / Schwaller de Lubicz, Thames & Hudson-Verlag, London. Plate 126).

Türsturz mit Doppelszene am inneren Zugangstor im thutmosischen 4. Hof

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

Die originalen Kartuschen auf dem Türsturz weisen eine starke Aushöhlung auf, was auf eine mehrfache Usurpation hindeutet. Alle anderen Namen - außer denen von Sethos II. wurden sehr tief ausgemeißelt und durch die von Sethos II. ersetzt. Auf den zur Tür gehörenden Türpfosten - auf denen der Türsturz aufliegt - befinden sich Darstellungen und Inschriften von Thutmosis III. - auf dem westlichen Türpfosten (südliche Tür der "Antechamber" (Vorkammer) von Thutmosis III. ) trägt dieser die rote Krone und auf dem östlichen Türpfosten die weiße Krone. In seiner Hand hält Thutmosis III. einen Stab und die Hedj-Keule. 

Die Rückseite des Türsturzes mit dem Thron- und Geburtsnamen von Sethos II. ist kein originales Werk von Sethos II. Es gibt deutliche Spuren einer Überarbeitung. Die Kartuschen weisen Spuren einer Überschneidung des Namens eines früheren Königs auf. Es sieht so aus, als wenn Sethos diesen Block bearbeiten bzw. kürzen ließ, da er zu lang war und nicht zu den Türpfosten dieses Durchgangs passte. Dieses zeigt, dass er ursprünglich kein Teil dieser Tür gewesen sein kann. Lt. Roy, Winston Hopper (The Monuments of Amenmesse and Seti II., S. 471 nach Barguet, Temple d*Amon-Rè à Karnak, 114 n) stammt dieser Türsturz aus Quarzit von einer Tür (PM²,95 [269] ), welche den Südhof des 5. Pylons mit dem Südhof des 6. Pylons verbindet. Barguet (Temple d'Amon-Rè á Karnak, 114n) stellte fest, dass die hier befindlichen fragmentären Türpfosten mit dem usurpierten Türsturz von Sethos II. übereinstimmen, welche die südlichen Höfe der 5. und 6. Pylone verbinden. Diese Aktion von Sethos II. gehörte zu der allgemeinen Kampagne der Löschung der Namen des Usurpators Amenmesse, die Sethos II. im Karnak-Tempel durchführen ließ.

Erneuerungsinschrift Sethos II.
- westliche Wandseite der südlichen Außenwand neben dem VI. Pylon
 IV. Hofes  (PM², 88 [237] )

An der Basis der westlichen Wandseite des IV. Hofes (siehe Plan weiter oben mit Nr. 237) befindet sich eine sehr lange zweizeilige Restaurationsinschrift (PM² 2:88 [237] und Plan 10), die in den oberen Zeilen die Namen von Sethos II. zeigte. Die Inschrift mit den Kartuschen von Sethos II. lautet: 
"[Der vollkommene Gott], Groß an Monumenten im Haus seines Vaters, Amun, der seine Schönheit erschuf, der sein Haus groß machte und seine Gottesschreine nutzbar machte als segensreiches Werk der Ewigkeit, König von Ober- und Unterägypten, Abbild des Amun, Herr der beiden Länder (Userkheperure Meryamun)|. Siegreicher König, tüchtig an Taten, reich an vielen Wundern, all seine Pläne geschehen sofort, wie die seines Vaters, des Herrn der Götter. Er bedachte Theben mit großen Denkmälern, kein König hat getan, was er getan hat, Sohn des Re, seines Leibes, seines Geliebten, Herr der der Erscheinungen (]Set]hos – Merenptah)|, geliebt von Amunre, Herr der Thron  der Beiden Länder, gegeben Leben". (2). 

Die Kartuschen zeigen deutliche Spuren einer Usurpierung, wahrscheinlich stand hier einst der Name von König Amenmesse. Darunter befindet sich eine  zweite Inschriftenzeile mit den Kartuschen von König Ramses III.

wird fortgeführt.....


Quellen und Literatur:
1. Sethos II. Wikipedia
2- Roy Winston Hopper / 2010 Dissertation "The Monuments of Amenmesse and Seti II: A historical Inquiry

 

weiße Links sind noch Baustelle......


home

Sitemap

Biografie Merenptah

Bauten Sethos II. allg.

Grab Sethos II.