Biografie Amenemhet I.

Pyramide Amenemhet I.

Beamte Amenemhet I.

Bilder oben: links: Courtesy to Juan R. Lazaro CC BY 2.0 ;  rechts........

Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliographie of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and Painting 1927-1952)

Unter Amenemhet I. nahm die Bautätigkeit im Lande sichtbar zu, Reste von Bauten die der König errichten ließ finden sich über das ganze Land verteilt.
Es gibt einen auffälligen Unterschied zwischen dem königlichen Bauprogramm der 11. und der 12.  Dynastie - jeweils als Gesamtheit betrachtet. Es besteht in der öffentlichen Verteilung der Bauten, die während dieser Zeit errichtet wurde. Während das Bauprogramm in der 11. Dynastie (unter Mentuhotep II. + III.) im Süden bis nach Elephantine geht und im Norden in Unterägypten nicht über Abydos hinausgeht und sich zumeist auf den Großraum Theben konzentrierten, verteilen sich die Bauten der 12. Dynastie - auch als Gesamtheit gesehen - regelmäßig über ganz Ägypten. An einigen Orten, die zum Bauprogramm der 11. Dynastie gehörten, fanden sich auch Aktivitäten der 12. Dynastie, wie z. B. unter Amenemhet I. in Dendera, in Armant, in Koptos (Qift) und el-Tod.

Eine der wichtigsten Baumaßnahmen von Amenemhet I. war die Neugründung einer Hauptstadt und Residenz etwas südlich von Memphis (dem alten Regierungssitz des Alten Reiches), mit dem Namen "Itj-taui". Von hier aus war das Nildelta besser zu kontrollieren und vielleicht hatte er ja auch bereits geplant, das Sumpfgebiet des Fajum zu kultivieren. Die Stadt Itj-taui ist bis heute archäologisch noch nicht genau lokalisiert worden und es wird noch immer nach ihr gesucht, aber sie lag in der Nähe von el-Lisht. 

Karte mit der neuen Hauptstadt Itj-taui
- Karte GOF 18, 1987 -
(Göttinger Orientforschung - Reihe Ägypten - nach Louise Gerstermann) Harrassowitz-Verlag) - modifiziert von Nefershapiland

 

Ostdelta

Esmet Helmi:
Schon im frühen Mittleren Reich gab es hier eine große, planmäßig angelegte Siedlung mit Hauseinheiten von ca. 27m². Weiter nördlich, bei Esbet Ruschdi (siehe weiter unten) lag eine etwas spätere Siedlung des Mittleren Reiches mit einem Gedächtnistempel für den Gründer der 12. Dynastie, König Amenemhet I., den Sesostris III. in seinem 5. Regierungsjahr errichten ließ.

Die ägyptische Altertümerverwaltung unter Leitung von Zaki Sous ließ im Jahre 1937 drei große Rosengranitblöcke im Gebiet des kleinen Dorfes Esbet Helmi (aIzbat Hilmi (Tell el–Qirqafa, ca. 1km südwestlich von Ezbet Ruschdi gelegen) wegräumen. Diese Granitblöcke waren schon 1895 durch E. Naville entdeckt worden und bestanden aus einem Türsturz und zwei Torpfosten und gehörten zu einem monumentalen Toreingang (Portikus), der vor einem unbekannten Palast von Amenemhet I. stand und wahrscheinlich Teil eines administrativen Gebäudekomplex in der Nähe war. Esbet Helmi war später Teil des antiken Avaris (heute Tell el-Dab'a). 

Wahrscheinlich wurden diese Granitblöcke wohl später sekundär als Eingangstor für einen Palast der späteren Hyksoszeit verwendet. Es  ist aber nicht klar, ob dieses Tor sekundär verbaut am Beginn der dortigen Rampe lag, die vom Nordosten in einen rechteckigen, nicht quadratischen Hof führte, in dem später ein Eingangs-Portikus eingebaut wurde oder für das Portal am oberen Ende der Rampe verwendet wurde.

Das Tor trug an seiner Außen- und Innenseite Dekorationen und Inschriften - auf der einen Seite verkündete Amenophis I., dass er ein Monument errichten lassen hatte, während auf der anderen Seite eine Inschrift besagte, dass König Sesostris III., welcher hundert Jahre später regierte, dieses Monument renovieren ließ. In der Mitte der von Amenemhet I. dekorierten Seite befindet sich der senkrecht stehende Geburtsname des Königs zwischen den beiden sich ihm zuwendenden Königsgottheiten und ihren Wappenpflanzen.

Granitblock in Ezbet Helmi
 (nahe Tell el-Daba)
mit der Kartusche von Amenemhet I.

Das 4,15m hohe, 0,75m breite und 2,80m lange Denkmal befindet sich heute im GEM (Große Ägyptische Museum) und wurde wieder als Portal aufgebaut.

Bild: Ezbet Helmi-Granitblock-02
Autor: David Schmid, Wikipedia 27.4.2013
Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Siedlung und Gedächtnis-Tempel in Ezbet Rushdi
Im Jahre 1950/51 entdeckte der ägyptische Archäologe Mohamed Shehata Adam im Dörfchen Ezbet Ruschdi el-Saghia - etwa 1 km nordöstlich von Tell el-Dab'a gelegen - in den Feldern östlich des Dorfrandes die Reste eines aus ungebrannten Schlammziegeln errichteten Tempels (Quelle: Shehara Adam, ASAE 56 / 1959, 207-226), das wohl aus dem Mittleren Reich stammte. lt. den ersten Ausgrabungen 1951 unter der Leitung von Shehata Adam, die im Auftrag des Ägyptischen Antikendienstes stattfanden, "wurde der Tempel von König Amenemhet I. erbaut" - eine hier gefundene Stele stammt aus der Zeit von König Sesostris III. und macht es wahrscheinlich, dass der Tempel während dieser Regierungszeit erweitert wurde (Richard H. Wilkinson, 2000: The Complete Temples of Ancient Egypt, New York: Thames & Hudson, p. 109).

1996 wurde dieser Tempel vom Österreichischen Archäologischen Institut unter der Leitung von Dr. Manfred Bietak neuerlich freigelegt. In zwei Grabungskampagnen wurden 24 Planquadrate untersucht.

Die Siedlung schloss einen Tempelbau von 41,50m Länge und 31m Breite mit ein.. Der Tempel besteht aus einem zentralen Sanktuar mit zwei lateralen Kapellen und einem Vorhof, umgeben von einer Umfassungsmauer. Vom Vorhof - einem Hypostyl-Saal mit 2 x 3 Säulen (die steinernen Säulenbasen sind noch vorhanden) und einem Sanktuar mit drei Kapellen - fanden sich Baufragmente. Nur die Säulen, Türrahmen und vielleicht die drei Statuenschreine bestanden aus Stein - der Rest war aus Lehmziegel erbaut. Eine dicke Schicht aus Lehmestrich bildete den Bodenbelag des auf einer Sandschüttung errichteten Baues; die Wände waren verputzt. 

Eine Treppe auf das Dach befand sich in einem schmalen Korridor, der zwischen der zentralen 3-Raum Anlage und der Umfassungsmauer lag. In einem späteren Einbau wurden möglicherweise in den Vorhof zwei seitliche Einbauten dazugefügt (evtl. Magazine?). Den verbleibenden Mittelteil des Hofes versah man dann mit einer Kolonnade. In der Mitte des Hofes befand sich ein Wasserbecken. Die ganze Anlage war von einer Umfassungsmauer umgeben, die man an der Frontseite verdickte. Evtl. sollte damit ein pylonähnliches Aussehen imitiert werden. Die Tempelanlage ist dem 1939 von Labib Habachi in Bubastis aufgefundene Ka-Anlage von König Pepi I. nicht unähnlich, jedoch erheblich größer. Man fand im breiteren Mittelsanktuar zwei namenlose Königsfiguren (lebensgroße Sitzfiguren aus Granit) - im Hypostyl mehrere Privatstatuen und eine Opfertafel, daher vermutet man, dass es sich hier um ein Ka-Haus von König Amenemhet I. handelt.

Ausgrabung in Tell el-Dab'a /Auaris
Tempel bei Ezbet Rushdi - Areal R/I. 
Tempel für den Kult von Amenemhet I. -


Plan nach einer Zeichnung von M.-A. Negrete: in M. Bietak, J. Dorner: Der Tempel und die Siedlung des Mittleren Reiches bei 'Ezbet Rushdi. Grabungsvorbericht 1996. In: Ägypten und Levante VIII, 1998, S. 15, Fig. 4

Bild:    Tempel-ezbet rushdi.jpg
Autor: David Schmidt, Wikipedia 14.2.2014
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Name der Anlage, "Hwt-Jnm-m-H3t m3a-xrw" (Haus des Amenemhet, wahr an Stimme) stand auf einer Stele aus dem Jahre 5 von König Sesostris III., die man in der Vorhalle fand. 

Als einziges Zeugnis für die kultische Aktivität des Königs im Delta - und hier vor allem vor Ort - ist eine lebensgroße Sitzstatue von König Amenemhet I. aus Rosengranit (Höhe 1,74m)  zu werten, die man in Tell el-Dab'a fand und die sich jetzt im Museumsgarten des alten Nationalmuseums von Kairo befindet (JE 60520). Die Inschriften nennen den König als "Erwählter des Widders, des Herrn von Mendes". Evtl. wurde die Statue aus dem Westdelta verschleppt - wie es bei vielen der Stücke aus dem Delta geschah. Allerdings zeigt die Statue keinerlei Hinweise einer Usurpation und somit entfällt der wichtigste Grund für eine mögliche Verschleppung - die Wiederverwendung durch einen späteren König in Tell el-Dab'a entfällt somit. Evtl. wurde hier der Kult des Widders von Mendes von König Amenemhet I. etabliert - bislang bestand in dieser Gegend noch keine feste Kulttradition. Daher besteht die Möglichkeit, dass in der Siedlung bei Ezbet Rushdi/Katana ein Ka-Haus für König Amenemhet I. errichtet wurde, in welchem die Statue aufgestellt wurde (siehe Eileen Hirsch - Kultpolitik und Tempelbau der  12. Dynastie, Achet-Verlag 2004). 

Wie in Bubastis zeigt sich auch in Tell el –Dab´a das gesteigerte Interesse Amenemhets I. am Ostdelta. Er knüpfte durch eine Siedlung an die begonnene Erschließung durch die Herakleopolitenkönige an und setzt sie fort. Allerdings sind kultische Maßnahmen des Königs nicht im gleichen Maße gesichert, eine Kapelle mit einer Statue ist lediglich zu vermuten. 

Statue of Sehetepibre Amenemhat I,.
Museum Cairo / Museumsgarten

Der König wird sitzend auf seinem Thron wiedergegeben. Als Kopfbedeckung trägt er das "Nemeskopftuch". In seiner rechten Hand - die er zur Faust geballt hat, trägt der König ein Tuch. Die Seitenflächen des Blockthrons (mit kurzer Rückenlehne) zeigt das heraldische Symbol für die Vereinigung der Beiden Länder sowie drei Kolumnen mit Text:

1. König von Ober– und Unterägypten, Die Beiden Herrinnen
   
wHmmswt (njswtbjt sHtpjbRa)| 
2. geliebt von dem Widders, des Herrn von Mendes, Amenemhet
3. (JmnmHat)| beschenkt mit Leben .

Auf der linken Seite des Thrones wird auch das zp tpj n Hbsd erwähnt, also das Sedfest.

Auch auf der Rückseite des Throns befindet sich eine heraldische Darstellung der Vereinigung der Beiden Länder. Auf dem nefer – Zeichen befindet sich der Geburtsname des Königs (Amenemhat)|. 

Bild:     Sehetepibre Amenemhat I.
Autor:  Juan R. Lazaro, Wikipedia 9. 1. 2007
Lizenz:  CC BY-2.0

Das Ganze wird links und rechts von je einer Jahresrippe eingerahmt die auf einer Kaulquappe ruht (der Zahl für100000), dem König also eine unendliche Regierungsjahre verspricht. Rechts oben auf der Papyruspflanze thront Wadjet / Uto die Schutzgöttin Unterägyptens die in einer Beischrift dem König allen Schutz und Leben verspricht. Links sitzt Nechbet die Schutzherrin von Oberägypten auf der Lotospflanze, auch sie verheißt dem König allen Schutz und Leben. 

Über dieser Darstellung befindet sich eine große waagerecht liegende Kartusche die dem König Schutz, Leben, Dauer, Herrschaft, (Frische?), Göttlichkeit ?? und Schönheit ? wie Re verspricht. 

 

Wie man im Verlauf der weiteren Ausgrabung feststellte, schnitten die Mauern des Tempels tief in ältere Strukturen ein - dieses waren die Grundmauern einer Siedlung, die sich unter der ganzen Fläche des Tempels hinzogen. 

Lt. den Keramikbefund war nach Ernst Szerny, Manfred Bietak und J. Dorner (Der Tempel und die Siedlung des Mittleren Reiches bei aEzbet Ruschdi, Grabungsvorbericht 1996, Ä&L 8 /1998, 9-49)

"......kein Zweifel möglich, dass sowohl der Tempel als auch die Siedlung in die 12. Dynastie zu setzen sind. Damit war ausgeschlossen, dass der Tempel zu Beginn dieser Dynastie errichtet worden war, wie es der traditionellen Annahme entsprach. Es fanden sich jedoch zahlreiche Hinweise auf den König Amenemhet I., so dass davon ausgegangen werde kann, dass es sich um einen Gedächtnistempel für den Ka-Kult dieses verstorbenen Königs handelt. Siehe dazu z. B. das Fragment einer Kalksteinplatte mit dem Horusnamen Amenemhet I., verworfen im Zerstörungsschutt. Wann tatsächlich mit der Errichtung des Tempels begonnen wurde, ist schwer festzulegen. Die späteste im Tempel und dessen Nebengebäuden gefundene Keramik zeigt klar den Stil der fortgeschrittenen 12. Dynastie".

Eine Festlegung, wann mit dem Bau dieser Siedlung begonnen wurde, ist daher kaum möglich. Die durch den Tempelbau zerstörte Siedlung scheint nur wenig älter zu sein, als der Tempel selbst - also wahrscheinlich vom Anfang der12. Dynastie. Ausgegraben wurde nur ein kleiner Teil der Siedlung, deren älteste Mauern direkt auf der "Gezirah" errichtet wurden (Quelle: Online-Bericht von Ernst Czerny: aEzbet Ruschdi, Tempel und Siedlung des Mittleren Reiches (R/I, strata a-f). Der Tempel selbst wurde, wie die oben erwähnte Stele nahe legt, auf etwa die Mitte der 12. Dynastie datiert - wahrscheinlich auf das 5. Regierungsjahr von Sesostris III (Ernst Czerny, Tell el-Dab'a, XXII, Bd. 1, S. 427-440).

Westdelta

Wadi Natrun  und Qasr el-Dahr / Westdelta
Bereits in pharaonischer Zeit wurden die hiesigen salzhaltigen Seen zum Produktion von Natronsalz (Natriumbikarbonat) verwendet. Das Wadi ist ca. 10 km breit, 36 km lang und liegt bis zu 25 m tiefer als der Meeresspiegel. Im Sommer trockneten die Seen, die sich im Winter durch das Grundwasser hin und wieder bildeten, wieder aus und hinterließen Salz, welches für die Einbalsamierung der Mumien unerlässlich war.

Im Wadi Natrub (in der Sketischen Wüste) führte der ägyptische Ägyptologe Ahmed Fakhry (1904-1973) in den dreißiger bis vierziger Jahren Forschungen in den Oasen und den Pyramidenstandorten in Ägypten durch. Im Rahmen seiner Arbeit im "Wadi Natrun" in der Sketischen Wüste in den 1940er Jahren untersuchte er verschiedene archäologische Stätten, darunter eine Festung und Überreste aus der 12. Dynastie. Die Funde - darunter ein Granittor und Blöcke mit dem Namen von Amenemhet I., wurden in Qasr el-Dahr entdeckt, einem Ort, etwa 5 km nordwestlich des Klosters des Heiligen Makarius (Abu Maqar). Die wenigen Funde, die er fand, deuten darauf hin, dass diese Region um 2000 v. Chr. als heilig galt, aber es scheint sich eher um Überreste von Toren oder kleinen Strukturen zu handeln - möglicherweise im Zusammenhang mit einer militärischen Expedition oder der Sicherung der Region.

In "Bani Salama" (im östlichen Teil der Senke Wadi Natrun - etwa 25 m unter dem Meeresspiegel) entdeckte Ahmed Akhry in den 1940er Jahren die Überreste eines Tempels aus der 12. Dynastie. Anhand der Inschriften und des Stils der Hieroglyphen auf den gefundenen Blöcken konnte der Tempel in die Regierungszeit von König Amenemhet I. datiert werden. Die Blöcke waren aus Rosengranit, müssen aus dem weit entfernten Assuan im Süden  Ägyptens importiert worden sein, da es in der sedimentären Region von Wadi Nutrun kein Granit gibt. Ahmed Fakhry veröffentlichte seine Ergebnisse unter anderem in einem Artikel in den "Annales du Service des Antiquités de l'Egypte im Jahre 1941, in dem er die Festung und den Tempel der 12. Dynastie beschrieb. 

Bubastis

Bubastis (Per Bastet) gehörte zum 13. bzw. heliopolitanischen Gau und ist der Hauptkultort der löwenköpfigen Göttin Bastet. Der früheste Beleg einer Bautätigkeit des Mittleren Reiches in Bubastis stammt von König Amenemhet I. Von hier stammt der Torpfeiler einer Türleibung (linker Pfeiler) aus Rosengranit (H. 1,12m x L. 0,53m), der wiederverbaut in einem Tempelbau Nektanebos II. aufgefunden wurde. Entweder wurde der noch bestehende Haupttempel des Alten Reiches von Amenemhet I. - zumindest um eine Toranlage erweitert - oder es handelt sich bei diesem Tor um die einzige Spur eines Neubaues (evtl. aus Stein?) unter Amenemhet I.

Auf dem Fragment eines linken Türpfeilers befinden sich zwei Inschriftenkolumnen. Einfache Linien begrenzen die Kolumne - rechts befindet sich ein "Was-Zeichen (wAs). Unten ist der Block abgebrochen. Die Inschrift lautet "Horus Weh-em-mesut, Herrinnen Weh-em-mesut, König von Ober– und Unterägypten (Sehetepibre)| …... er machte es als sein Denkmal für seine Mutter Bastet, das Schaffen eines Tores für (sie) im Haus ….... “

Heliopolis

Heliopolis (Iwnw) (biblisch "On") war schon früh ein geistig-religiöses Zentrum und ein Hauptort im 13. unterägyptischen Gau und ist heute ein Vorort von Kairo. Die "Sonnenstadt" galt als Ort, an dem nach dem Schöpfungsmythos der Urhügel aus dem Chaosmeer "Nun" emporstieg und der Sonnengott Atum die Welt erschuf. Die Stadt war das Hauptkultzentrum für die Sonnengötter Ra und Atum. 

Heliopolis wird im Mittleren Reich nun zum größten Sonnenheiligtum Ägyptens ausgebaut. Ein Neubauprogramm wurde von Amenemhet I. begonnen und unter Sesostris I. in monumentaler Form fortgesetzt werden. Amenemhet I. ließ in seinem 22. Regierungsjahr einen dem Gott Atum-Re geweihten Tempel errichten, der an der Stelle eines älteren Re-Harachte-Heiligtums stand. Den Doppeltempel des Re-Harachte und des Atum umgab eine Mauer mit 30 m Durchmesser, die ein Areal von 1000m x 900m (0,9km²) beinhaltete. In Heliopolis (Mataria) gibt es nur zwei unsichere Belege. 

  1. Beim ersten handelt es sich um das Unterteil einer Götterstatue - in der Mitte ihrer Rückseite befindet sich auf der Erhebung, die in den
    Rückenpfeiler übergeht, eine Inschrift, in welcher Atum als "der Herr von Heliopolis" bezeichnet wurde (Kairo TR 13/12/24/07):
    „[Amenem]het, erwählt von Atum, dem Herrn von Heliopolis, beschenkt mit Leben wie Re ewig" (Kalkstein, Höhe etwa 0,88m).
  2. Eine weitere Statue der Göttin Tefnut scheint das Pendant zu der Atum-Statue gewesen zu sein. Dieses Unterteil einer Sitzstatue der Tefnut (Kalkstein, Höhe ca. 90cm / Kairo TR 13/12/24/06 spricht dafür, dass Amenemhet I. nicht nur den Sonnenkult förderte, sondern darüber hinaus auch die Neunheit von Heliopolis in seine Kultpolitik einbezog.

Vor dem Eingang des Tempels sollten zum 30jähigen Regierungsjubiläum des Königs zwei Obelisken aus Rosengranit mit einer Höhe von 20,75 m aufgestellt werden. Wahrscheinlich kam es durch den Tod des Königs nicht mehr dazu, die wohl bereits fast vollendeten Obelisken aufzustellen - dieses tat dann wohl erst sein Sohn Sesostris I. Einer der beiden Obelisken steht noch heute aufrecht, auf den vier Seitenflächen befinden sich Inschriften, die Sesostris I. hat anbringen lassen - der zweite Obelisk wurde wohl bereits im 12. Jahrhundert bei einem Erdbeben zerstört. 

Itsch-taui/Iz-taui

Die Errichtung seiner neuen Residenzstadt mit Namen "Itj-taui" deren genauer Standort bis heute unbekannt geblieben ist, muss damals ein Großbauprojekt ersten Ranges gewesen sein. Sie wird auf der Stele des "Nacht" (Kairo CG 20515) mit ihrem vollständigen Namen als "( Imn-m-H3.t)|  IT-t3wj) - (Amenemhet, der die Beiden Länder in Besitz genommen hat) - bezeichnet. Da der Name IT-tAwj häufig in eine Mauer geschrieben wird, dürfte es sich um eine Festung oder Burganlage gehandelt haben. 

Medinet el–Fajjum

Medinet Maadi (der heutige arabische Name / der frühere griechische Name war Narmouthis) ist eine archäologische Stätte mit einem Tempel aus der Antike in Fayum. Der Tempel war Ort der Verehrung für drei Gottheiten: Sobek (der Krokodilgott), Renenutet (die Erntegöttin), und Horus von Shedet. Hier befand sich wohl schon seit dem Alten Reich ein Tempel für den Gott Sobek. Während der 12. Dynastie wurde unter den Königen Amenemhet III. und IV. ein neuer Tempel errichtet und dieser erhielt während der ptolemäischen Periode weitere Ergänzungen.

Zwar sind von König Amenemhet I. vor Ort keine Baumaßnahmen am Tempel nachweisbar, aber man fand in der Nähe des ptolemäischen Tempels von Medinet Fayum das Unterteil einer Statuengruppe (H. ca. 0,70-0,80cm) aus Rosengranit (Quelle: Matthias Seidel, "die königlichen Statuengruppen", 1996 Gerstenberg-Verlag, Band 42 der Hildesheimer ägyptologischen Beiträge). Der König und der Gott sind bis zu den Oberschenkeln erhalten. Die Inschriften, die sich rechts und links neben den Beinen des Königs befinden, identifizieren ihn eindeutig als Amenemhet I. Bei dem Gott wird es sich wohl um den Krokodilgott Sobek handeln. Der heutige Aufbewahrungsort ist unbekannt.       

Zeichnung von Lepsius
von der Doppelstatue (LD II. 118 e)

Nur das Unterteil der Statuengruppe ist noch erhalten. Die Titulatur des Königs befindet sich rechts und links von seinen Beinen auf der Vorderseite des Throns. Auf den Seiten ist das "Sema-taui" Symbol zu sehen. Vom König und der Gottheit sind nur noch die Beinpaare und ein Teil des Schurzes erhalten. 

Beschreibung:
Das Oberteil ist in Höhe der Oberschenkel abgebrochen. Die Inschrift an der linken Thronseite ist fast völlig zerstört:
"
Das Oberteil ist in Höhe der Oberschenkel abgebrochen. Die Inschrift an der linken Thronseite ist fast völlig zerstört. 
Rechts:
"Vollkommener Gott (Sehetepibre)|, [beschenkt mit] Leben
Mitte:   "
Horus Wehemmesut"
Links:  
" S[obek … ] .

 

Memphis

Der Begründer der 12. Dynastie, König Amenemhet I., grenzte sich von seinen Vorgängern ab und setzte die memphitische Tradition des Pyramidengrabes 30 km von Memphis entfernt in el-Lischt fort. Die Könige der 12. Dynastie verehrten wieder den Gott Ptah, indem sie für die Vergrößerung und den Ausbau des Haupttempels sorgten, reiche Opferstiftungen einrichteten und Statuen aufstellen ließen. 

Obwohl Amenemhet I. trotz seiner Rückbesinnung an die Traditionen des Alten Reiches nicht in die Alte-Reich-Hauptstadt Memphis zurückkehrte und seinen Regierungssitz von Waset (dem heutigen Luxor) nach Itj-taui verlegte, blieben beide Städte bedeutende religiöse und kulturelle Zentren im Mittleren Reich. In Memphis nahm die Zahl der Schreine und Tempel für den Gott Ptah zu. Obwohl selbst in den folgenden Dynastien der Niedergang des Mittleren Reiches fortschritt und die Menschen im Reich sich zunehmend dem Kult des Gottes Amun zuwandten, wurde Ptah in Memphis weiterhin als Schutzgott der Stadt verehrt. Memphis blieb ein bedeutendes Kultur- und Handelszentrum, welches mit Regionen in ganz Ägypten Handel trieb und Besucher zu seinen Tempeln und Heiligtümern anzog. 

So gibt es auch für Memphis in indirekte Belege für eine Bautätigkeit aus der Zeit Amenemhet I. Bei dem frühesten indirekten Beleg für eine Bautätigkeit in Memphis durch Amenemhet I. handelt es sich um einen in Kom el-Qala (Merenptah-Palast) gefundenen Opferaltar aus Rosengranit (befindet sich heute angeblich im Museum von Kairo), der eine Weiheformel trägt: "(Werk des) (Königs), das er gemacht hat als sein Denkmal für seinen Vater Ptah, des Herrn der Maat, König beider Länder, (nämlich) das Machen für ihm eine DbA.t aus rotem Granit ...." (Quelle: Silke Grallert: Bauen, Stiften,Weihen - Abhandlungen des Deutschen Archäologischen Institutes Kairo, Bd. 18/1-2, Achet-Verlag Berlin, 2001).

Die Existenz dieser Opferplatte beweist, dass hier bereits unter König Amenemhet I. eine Kultstätte des Schöpfergottes Ptah bestand. Mariette, der damalige Direktor des Ägyptischen Museums in Kairo, nahm an, dass dieser Altar/Opferplatte aus Rosengranit einst vor einem Schrein aufgestellt war und ihre Inschrift sich auf die Errichtung dieses Naos bezieht, was aber nicht unbedingt zutreffend sein muss. Die rechteckige Platte besitzt eine umlaufende Inschrift: "Es lebe Horus Wehemmesut, vollkommener Gott (Amenemhet)|.  Er machte als sein Denkmal (für) seinen Vater Ptah, den Herrn der Maat und König der beiden Länder, das schaffen für ihn einen Opferaltar aus Granit, damit er für ihn Leben gibt wie Re “

Tanis
- nach Tanis verschleppt -

Obwohl es trotz einer dreißigjährigen Herrschaft von König Amenemhet I. nur sehr wenige Statuen gibt, verdeutlicht diese Sitzstatue des Königs (heute in Kairo JE 47470) einen Wendepunkt in der frühen Statuengestaltung der 12. Dynastie. Die verschiedenen Arten der gefundenen Statuen bieten aber trotzdem eine gute Auswahl an verlässlichen Datierungskriterien (siehe C. Vandersleyen, Ägypten und das Niltal, Paris 1995, 43-55; und Sourouzian, Merkmale 103-104). Das Bruchstück einer Kolossalstatue, die wohl König Amenemhet I. darstellt (später von König Merenptah usurpiert) wurde 1883 und  1904 in Tanis gefunden und gilt heute als ein frühes Beispiel für kolossale Statuen mit dem "Sema-taui-Motiv" auf dem Thron, obwohl ihre Authentizität aufgrund beschädigter Merkmale von einigen Forschern kontrovers diskutiert wurde. Einige Wissenschaftler - wie Sourouzian - vermuten, dass sie eine moderne Fälschung sein könnte, da die Uraeus-Schleifen ungewöhnlich dick sind.

Die Statue weist noch Reste der ursprünglichen Inschriften auf - sowohl auf dem Rückenpfeiler als auch auf en Thronseiten neben den Beinen des Königs. Diese Inschriften nennen den Gott Ptah, südlich seiner Mauer und Ptah-Sokar, den Herrn der Nekropole von Memphis. Durch diese Epitheta ist als ursprünglicher Standort ein Tempel in Memphis einigermaßen gesichert. 

Außerdem wurden die königlichen Statuen der 11. und 12. Dynastie von einer hinteren Säule gestützt und beide Seiten des Thrones waren mit königlichen Kartuschen und den beiden heraldischen Pflanzen-Symbole (Symbole von Ober- und Unterägypten) miteinander verknotet, gehalten von den zwei Figuren des Nilgottes Hapi. Dieses künstlerisch zusammengesetzte Zeichen wurde fortan zu einem integralen Bestandteil der königlichen Statuen des Mittleren Reiches (4). Darüber hinaus entstanden neue Besonderheiten in der Ikonographie und im Stil der königlichen Statue: Das ovale Gesicht mit vollen Wangen mit einem wohlwollenden, anstatt einem regungslosen Ausdruck; die kleinen strukturierten Ohren mit fleischigen Ohrmuscheln. Die Augen werden durch das Formen der Augenbrauen eng beieinander betont und die kleineren Augen mit einem größeren Boden änderten die Bewegungslosigkeit der Gesichter aus der 11. Dynastie. Alle oben genannten Eigenschaften und Merkmale - wie auch die Rückenlehne - sind im Allgemeinen einem Portrait von König Amenemhet I. vorbehalten - wie auch in einer Dyade aus Buto, wo der König neben der Göttin Wadjet zu sehen ist.

Statue Amenemhet I. aus Tanis
(Material wahrscheinlich Granodiorit) - Höhe 2,68m
heute in Museum Cairo JE 37470 (W. Petrie Tanis Tafel 1, 3
Bild: W. F. Petrie, Geschichte Ägyptens, London 1923, 155, Abb. 94

Die Schultern des Königs, Arme und Brust sind glatt geformt. Die Brust ist kurz und die Taille hoch. Der Gürtel sitzt hoch am Oberkörper (was unfertig aussieht). Die Hände des Königs liegen flach auf seinen Knien. 

Die Zuweisung an König Amenemhet I. erfolgte nur aufgrund stilistischer Vergleiche. Allerdings wurde eine passende Architektur von Amenemhet I. in Tanis bislang nicht gefunden. 

Offensichtlich ist diese Statue später aus Memphis "verschleppt" nach Tanis worden.

 

Abydos

Am Beginn des Mittleren Reiches - unter König Amenemhet I. - scheint Abydos wohl an Bedeutung verloren zu haben. Die geringe archäologische Präsenz von Amenemhet I. (dem Begründer der 12. Dynastie wird oft als Zeichen für einen vorübergehenden Bedeutungsverlust des Gottes Osiris unter der Herrschaft von Amenemhet I. gedeutet. Eines der wenigen konkreten Zeugnisse in Abydos aus dieser Zeit ist eine Opfertafel aus Rosengranit (Länge 1,16m x Breite 0,80m) mit dem zentralen Opferbecken in ihrer Mitte und einer Inschrift entlang des Randes (heutiger Aufbewahrungsort unbekannt), die im Osiris-Tempel in Abydos gefunden wurde Die Inschrift weicht von der Standardformulierung ab und zeigt eine Variante der Weiheformel. Während spätere Könige ihre Legitimität oft dadurch betonen, dass sie "Osiris, Herr von Abydos" als ihren "Vater" bezeichnen (was die göttliche Abstammung des Herrschers untermauerte), fehlt dieser spezifische Bezug bei diesem Objekt.

Wenn sich die Förderung Amenemhets I. für diesen Ort tatsächlich auf dieses eine Denkmal beschränkte, dann bedeutet das für den Kultort Abydos und seinen Kultherrn Osiris, dass der König lediglich die Kontinuität der Kultförderung wahrte. Die evtl. Distanz in der Titulatur von Osiris könnte darauf hinweisen, dass das dynastische Programm der führen 12. Dynastie unter Amenemhet I. seinen Schwerpunkt zunächst auf andere Kultzentren oder sogar auf die neue Hauptstadt Itj-taui legte. Erst unter den Nachfolgern des Königs, insbesondere Sesostris III. erlebte Abydos dann eine erneute Blütezeit als zentraler Ort der Osiris-Mysterien.

Beschreibung:
Eine rechteckige Platte mit einer Inschrift entlang des Randes, verziert mit dem
"Hpt" Zeichen im Zentrum und zwei benachbarten Opferbecken.

Inschrift: "Es lebe Horus Wehemmesut, Sohn des Re (Amenemhet)| König von Ober– und Unterägypten Sehetepibre, wie Re ewiglich, er machte es als sein Denkmal für ihn, Osiris, den Herrn von Abydos, das Schaffen für ihn einen Altar aus Granit, er machte (dies), als sein Denkmal ......" (J. H. Breasted: Ancient Records of Egypt, Berlin 1910)

Kom el-Sultan
Aus Kom el-Sultan stammt eine Stele des Beamten "Antef" (Cairo CG 20516). Diese Kalksteinstele ist berühmt für die Nennung des 30. Regierungsjahres von König Amenemhet I. und dem Jahr 10 seines Mitregenten Sesostris I. Diese Stele wird oft im Zusammenhang mit der Diskussion um eine Koregenz (Mitherrschaft) zwischen Amenemhet I. und seinem Sohn Sesostris I. genannt. Die Nennung eines 30. Jahres des Vaters parallel zum Jahr 10 des Sohnes, wird als Beleg für eine zehnjährige gemeinsame Regierungszeit gedeutet.

Die rundbogige Kalkstein-Stele (Höhe 86cm, Breite 55cm mit flachem Relief) wurde 1872 von Auguste Mariette in Abydos (Kom es-Sultan) entdeckt und gehörte einem Beamten mit dem Namen "Antef" (auch Inyotef), der als "Vorsteher der (Königs-)Sänger ("mrt"-Diener) bezeichnet wird. In einem der Register ist Antef (Intef ?) neben seiner Frau vor einem Opfertisch mit Gaben abgebildet, die sein Sohn, der Lektorpriester Hetep, darbringt. Darunter sind Antefs Söhne und Töchter zu sehen. Die Inschrift enthält eine klassische Opferformel für den Verstorbenen und listet verschiedene Mitglieder der Familie des Antef sowie seine Titel auf.

Rundbogige Kalksteinstele des Antef
mit Doppeldatierung Amenemhet I. und Sesostris I.
(Museum Kairo CG 20516)

Grabstele des Antef (Intef) (Vorsteher der [Königs-]Sänger), mit der Nennung des 30. Regierungsjahres von König Sehetepibre (Amenemhet I.) und dem 10. Regierungsjahr von König Cheperkare (Sesostris I.), - also während ihrer gemeinsamen Ko-Regentschaft aus Kom es-Sultan)

 

 

 

Bildautoren: Délié, Hippolyte and Émile Béchard_
Quelle: 
Wikipedia - Original source: From: Mariette, Auguste; Délié, Hippolyte; and Béchard, Émile. "Album du Musée de Boulaq". Mourès & Cie, Imprimeurs-Editeurs: Le Caire, 1872. p 125.
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Unter den Experten werden die auf der Stele genannten Daten teilweise angezweifelt: Es seien keine Daten, sondern Zeitperioden genannt, während der Stelenbesitzer gelebt habe. Die beiden Daten bezögen sich auf zwei markante Ereignisse im Leben des Stelenbesitzers.

Dendera

Obwohl die heute sichtbaren Hauptstrukturen in der Tempelanlage von Dendera aus der späteren griechisch-römischen Zeit stammen, gibt es auch Belege, die auf bauliche Maßnahmen von König Amenemhet I. aus der 12. Dynastie in Dendera verweisen. Die Kartuschen von Khufu, Pepi I. aus dem Alten Reich, aber auch von Amenemhet I. im Mittleren Reich und Thutmosis III. aus dem Neuen Reich wurden in Inschriften innerhalb des Dendera Tempels gefunden. Von Amenemhet I. gibt es mehrere Nennungen in Dendera, die auf Baumaßnahmen im Hathor-Tempel hinweisen. So zum Beispiel trägt ein Türsturz aus Rosengranit, der im Fundament des ptolemäischen Hathor-Tempels gefunden wurde, den Horusnamen von Amenemhet I.

Auf dem langen, in zwei Teile zerbrochenen Block steht in der Mitte der Horusname des Königs, jeweils flankiert von der thronenden Göttin Hathor mit der Hathorkrone. Sie streckt ihre rechte Hand zur Kartusche des Königs vor. Ihre linke Hand liegt auf ihrem Oberschenkel mit einem anch-Zeichen in der Hand. . Eine Bruchlinie zieht sich leicht diagonal rechts von der Mitte durch den Block (PM VI, 110). Die Inschrift vor dem König lautet: "Horus Wehemmesut". Vor der Göttin: [Hathor, Herrin von Dendera, sie gibt Leben] dem Sehetepibre (Quelle: Eileen Hirsch: Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie / Achet-Verlag, Berlin 2004). Man nimmt an, dass Amenemheb I. den Hathor-Tempel erweitern oder sogar wiederaufbauen ließ. 

Die linke Hälfte eines Türsturzes aus Rosengranit wurde verbaut im Isistempel gefunden. Sie trägt die Kartusche des Königs und wird von der thronenden Göttin Hathor mit der Hathorkrone auf dem Kopf flankiert. An der Außenseite befindet sich der Horusname des Königs "Sehetepibre" - der Block wird durch ein "wAs"- und "p.t"-Zeichen (Herrschaft und Himmel) begrenzt - die rechte Hälfte des Türsturzes fehlt heute (7).

Eine Säule aus Rosengranit mit einer Inschrift von Amenemhet I. wurde als Regenrinne auf dem Dach des ptolemäischen Tempels (südliche Treppe) wiederverwendet. Das Bauteil weist auf der unteren Seite eine Inschrift auf. Die Seiten sind abgearbeitet und begradigt. Die obere Hälfte ist ausgehöhlt. Die Inschrift lautet: "Vollkommener Gott, Herr der Beiden Länden (Sehetepibre), erwählt von Hathor, Herrin von Dendera" (7). Zwei weitere Bruchstücke (eine halbrunde Trommel (?) aus Sandstein und ein Block mit Inschriftenkolumne) wurden ebenfalls auf dem Dach des ptolemäischen Tempels / südliche und östliche Treppe, gefunden (7).

In einem Dekret des Königs werden zum ersten Mal in Dendera gefeierte Tempelfeste erwähnt (S. Cauville: Dendera. In: Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt, London 1999, S. 252). 

Koptos / Qift

Amenemhet I. ließ in Koptos / Qift (dem altägyptischen Kebto/Keft) für den Gott Min einen neuen Tempel errichten. Es ist aber fraglich, ob er es während seiner Regierungszeit noch schaffte, diesen fertig stellen zu lassen, da auch sein Nachfolger Sesostris I. hier gebaut hatte. Aus diesem Bau wurden Steinblöcke mit Reliefszenen gefunden - einige davon befinden sich heute im Neuen Museum Berlin (ÄM 12514). 

In der Stadt Koptos wurde der Gott Min als Ortsgott verehrt. Dieser wurde zum Herrn der östlichen Wüstenregion. Eine Tempelanlage für Min ist seit dem Alten Reich belegt. Die heutigen Tempelruinen stammen allerdings aus griechisch-römischer Zeit. Der heutige, weitgehend undekoriert gebliebene Nordtempel, der im Auftrag von Ptolemäus II. Philadelphos erbaut wurde und von seinen Nachfolgern erweitert wurde, befindet sich an der Stelle älterer Gebäude aus der Zeit von Amenemhet I. und Sesostris I. sowie Thutmosis III.

Detail eines Wandreliefs aus Kalkstein aus Koptos
Höhe: 0,95m x Länge: 1,51m - heute im Petrie Museum, London, Inv. UC 14785

Teile eines Reliefs aus Kalkstein wurden in der Ostecke des Neuen-Reich-Tempels im Fundament gefunden und befinden sich heute im Petrie Museum London. Die rechte Seite mit der Inschrift des Gottes ist zerstört (PM V, 125) (Petrie: Koptos, 11 Pl. 5, 10). 

Bild: Serekh of Amenemhet I.
Autor:  Osama Shukir Muhammed Amin FRCP (Glasgow), 10. 3. 2016
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Das obige Relief (Detail) zeigt die obere Hälfte einer Szene (hier die Inschrift): Der König trägt die weiße Krone (rechts unten) und den Uräus. Er steht vor dem Gott Min in seiner ithypallischen Gestalt mit den Doppelfedern unter dem Stirnband, dazu den Götterbart und dem Halskragen. Begleitet wird er von der anthropomorphen Gestalt seines königlichen Ka's. Über dem König schwebt die Geiergöttin Nechbet mit dem "sn"-Ring in ihren Krallen (rechts im Bild). Die Inschrift über dem königlichen Ka lautet: "Ka des Königs an der Spitze des Morgenhauses und der Sakristei: Horus Wehemmesut, er gibt Leben und Herrschaft" (7).

Im Petrie Museum befindet sich ebenfalls ein Reliefblock aus Kalkstein (Inv.-Nr. 14320 - H. 0,39m x L. 0,49m), den man im Fundament des Neuen Reich-Tempels fand. Auf dem rechteckigen Block befindet sich die Figur einer opfernden Nilgottheit mit einer Lotosblütenpflanze auf dem Kopf. Seine Attribute sind der Götterbart, Halskragen und die Brüste und die Figur hält eine Opfertafel mit Vasen und ein "wAs"-Zeichen (was-Zeichen) vor sich. Darüber befinden sich Reste von zwei Inschriften: "....[Ich habe] dir Dinge [gegeben]..........Oberägypten" (PM V, 132; Petrie: Koptos, 11 Pl. 11.2) (7).

Ein weiteres Relieffragment, das man im Fundament des Neuen-Reich-Tempels fand, zeigt evtl. eine Parallel-Szene zu der obigen Darstellung, in welcher über dem (nicht erhaltene) König die Geiergöttin Nechbet schwebt und das "anH"-Zeichen (Anch-Zeichen) in ihren Krallen hält. Unter den Flügeln der Geiergöttin befindet sich der Rest einer Inschrift, wobei teilweise noch Farbreste erhalten sind. Beide Szenen stammen wahrscheinlich aus dem gleichen Raum, dessen oberer Abschluss mit einem Chekerfries abgeschlossen wird. Dieses Relieffragment befindet sich heute im Ägyptischen Museum Berlin (ÄM 12514 - H. 0,60m x L. 0,38m) (7). 

Raum Theben

Obwohl Theben als Residenz im Mittleren Reich aufgegeben worden war, wurden hier trotzdem - nun als religiöses Zentrum - weiter Bauten errichtet, welche die Keimzelle eines späteren, gewaltigen Tempelkomplexes von Karnak bildeten. Das erste architektonische Denkmal aus dem Mittleren Reich (11. Dynastie) ist eine oktogonale Säule von Intef II., auf der erstmals in Karnak der Gott Amun-Re als "Herrn des Himmels und Mächtigen des Landes" bezeichnet wird. 

Aus der Zeit von Amenemhet I. ist aus dem südlichen Teil des Portikos im Ptahtempel - als bedeutendstes Denkmal - ein Podest (Untersatz) eines Naos aus Rosengranit (H. ca. 0,90m x L. 1,27m B. 0,90m) erhalten (ein massiv quadratischer Block, der sich nach oben zu einer Platte erweitert), der in der Opferhalle des Ptah-Heiligtum von Karnak gefunden wurde (vom Naos selber hat sich nichts erhalten). Auf der Oberseite der Platte sind Rillen für einen Schrein (Naos) eingetieft. Auf dem Randstreifen befindet sich eine umlaufende Inschrift "Es leben der König von Ober- und Unterägypten (Sehetepibre)|, wie Re ewig. Es leben der Sohn des Re [[Amenemhet]]".

Die Weiheinschrift auf der rechten, linken Seite und der Rückseite ist primär an den Gott Amun-Re gerichtet. Dieses unterstreicht die Rolle des Tempels als Station für die Götterbarken während der jährlichen Prozessionen. Die Inschrift lautet:
Rechte Seite: "[Horus Wehemme]sut, König von Ober– und Unterägypten (Sehetepibre)|, erwählt von Amun, dem Herrn der beiden Länder, beschenkt mit Leben ewig".
Linke Seite: 
"Es lebe Horus Wehemmesut, Sohn des Re Anchmesut, Sohn des Re (Amenemhet)|. Er machte es als sein Denkmal für seinen Vater Amun–Re, Herr der Throne der beiden Länder".
Rückseite:
"Das Schaffen eines (DbA.t) Altars aus Granit für ihn, damit er mit Leben beschenkt werde ewig “  

Die Inschrift um den Rand des Sockels besagt, dass er eine Stiftung von König Amenemhet I. (12. Dynastie) ist und dem Gott Amun-Re geweiht war. Der Fund belegt, dass bereits im Mittleren Reich ein Heiligtum an dieser Stelle existierte, noch bevor Thutmosis III. den Tempel im Neuen Reich in Stein neu errichten ließ. Der Sockel mitsamt dem Naos wird somit erst in späterer Zeit in den Ptahtempel von Thutmosis III. gelangt sein. Der Untersatz war ursprünglich wohl in einem eigens gearbeiteten Sockel mit Treppenstufen (?) eingelassen worden. Der Stiftungstext umrahmt die rechteckige Standfläche für den Schrein, dessen Empfänger Amun-Re, "der Herr der Beiden Länder" war.

Untersatz eines Naos im Ptah-Tempel

 

Das Baudenkmal wurde 1875 durch Auguste Mariette entdeckt. Der Sockel gelangte dann ins Metropolitan Museum New York, ebenso das Bruchstück einer der Ecken des Podestes, das sich im Privatbesitz befand und von Dorothy Arnold und Adela Oppenheim (Kuratoren des Metropolitan Museum of Art in New York) als fehlendes Eckstück des Podestes identifiziert wurde. Das Museum organisierte dann im Januar 2010 die Rückführung der Basis zusammen mit dem restaurierten und wiederangefügten Eckstückes an den Originalplatz im Ptah-Tempel in Ägypten.

Bild:     Temple of Ptah in Karnak 11
Autor:  Marsupium, Wikipedia 10. 3. 2024
Lizenz: CC BY 4.0

 

Untersatz eines Naos 
im Ptah-Tempel

Auf dem Randstreifen befindet sich eine umlaufende Inschrift "Es lebe der König von Ober- und Unterägypten (Sehetepibre)|, wie Re ewig. Es lebe der Sohn des Re [[Amenemhet]]".

Bild:     Temple of Ptah in Karnak 10
Autor:  Marsupium, Wikipedia 10. 3. 2024
Lizenz: CC BY 4.0

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Eine gesicherte Doppelstatue des Königs aus Rosengranit (H. 0,94 x L. 0,92 x B. 0,96m) - mit einer zerstörten Gottheit an seiner linken Seite - die durch ihre Inschriften Amenemhet I. zuzuordnen ist, fand sich  in Karnak (Tempel des Amun-Re, Hof des Mittleren Reiches, 2. Raum südlich der Passage 24A). Die Inschrift zwischen den Beinen von beiden Figuren identifizieren den König. Leider ist die zweite Figur - bis auf wenige Reste des Gewandes und die Füße fast völlig abgearbeitet. Lt. Auguste Mariette könnte es sich hierbei um eine weibliche Figur handeln, die aus einem anderen Material eingefügt wurde (Mariette, Karnak, Taf. 8d). Wahrscheinlicher ist aber, dass die Gottheit dieser Doppelstatuengruppe evtl. Amun-Re war und in der Amarna-Zeit zerstört und später aus einem anderen Material wieder ersetzt wurde. Die Rückseite des Throns ist mit der zmAtA.wi–Szene verziert. Die Oberfläche ist heute stark verwittert (M. Seidel, Die königlichen Statuengruppen, Hildesheimer Ägyptologische Beiträge 42). Heute befindet sich diese Statuengruppe im 5. Raum südlich der Passage 24 A (Hof des Mittleren Reiches).

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Ein weiteres Statuenfragment, das nach Evens (Staat aus Stein II., 95 § 635, Taf. 8, Abb. 55 links) aus stilistischen Gründen Amenemhet I. zuzuordnen ist, zeigt ebenfalls eine sitzende, leicht überlebensgroße Gestalt mit Resten des Thronsitzes. Ein Fragment des Unterteils einer Statue ist erhalten und auf der Rückseite des Thrones befinden sich einige Hieroglyphenreste.

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Die Reste eines Statuenpfeilers aus Rosengranit, welche den König zusammen mit den Göttern Month und Hathor zeigen und ebenfalls aus dem Hof des Mittleren Reiches stammen (H. 1,58m / ohne Basisplatte - B. 0,82m) wurden von Mathias Seidel (HÄB 42, kgl. Statuengruppen, 65f) ebenfalls für Amenemhet I. zugewiesen - anders als allgemein von den anderen Ägyptologen für Thutmosis III. oder auch Sesostris I.

Im Hof VI befindet sich heute das untere Fragment eines "Statuenpfeilers" (sehr ähnlich einem weiteren Monument von Thutmosis III. ähnlicher Bauart, das sich heute im Brit. Museum EA12 befindet, und ebenfalls aus dem Karnak-Tempel stammt  - Sammlung Henry Salt - seit 1823 im Brit. Museum)

Dieser "Statuenpfeiler", (PM² II [307]  - Pillar-base, with six figures in high relief: Hathor on narrow faces, Monthu and Tuthmosis III. on wider faces, all holding hands / granite) wird heute kontrovers diskutiert. Matthias Seidel (Hildesh. Ägyptologische Beiträge, Bd. 42, Gerstenberg-Verlag Hildesheim, 1996, S. 67-68 und Tafel 22a,b) möchte dieses Monument für Amenemhet I. (Mittleres Reich) datieren, da es in seiner Aufführung mehr dem Statuenpfeiler von Amenemhet I.  mit Month und Hathor aus Armant ähnelt als dem Statuenpfeiler Thutmosis III. mit Month und Hathor (heute im Brit. Museum London EA 12) (PM² II [296] ).

Er wurde 1928 bei Pillet (Maurice Pillet, Thebes, Karnak et Louxor, Paris 1928, S. 62, Fig. 52) vorgestellt. Allerdings befand sich der Standort damals noch auf der Nordseite des Barken-Sanktuars (Nord-Korridor, Raum XIV A - siehe Plan unten) Die Zuweisung des Statuenpfeilers (heute im Hof VI) an Thutmosis III. ist allerdings umstritten, da sie keine erhaltene Beschriftung aufweist und die Datierung nur anhand stilistischer Merkmale vorgenommen wurde.

   Originaler Fundort des "Statuenpfeilers" 
             lt. PM² II 103 [307] aus Granit

Paul Barguet (Le temple d'Amon-Ré, 1962) möchte dieses Bauwerk eher als Sockel für ein Wasserbecken sehen, in das "Wasser aus dem nahegelegenen reinen Brunnen floss", was aber bei der Höhe des "Pfeilers" von 158 cm (ohne Basisplatte) und einer Breite von 82 cm etwas zu hoch ist. 

Porter & Moss datiert nach Barguet und weist die Königsfigur für Thutmosis III. (mit Widder-Gesicht) zu.

 

Das Fragment des rechteckigen Pfeilers setzt sich aus je zwei Figuren des Königs, des Month und der Hathor zusammen und erhebt sich über eine mächtige Basisplatte.

Alle Figuren halten sich an den Händen und sind vor dem massiven Pfeilerkern gestellt, den sie umringen, aber noch eng mit dem Pfeiler verbunden sind - im Gegensatz zu dem Parallelstück im Brit. Museum. Sämtliche Figuren halten ihre Füße geschlossen. 

obiges Foto: Courtesy to Hanne Siegmeier, Wuppertal
- alle Rechte vorbehalten - 

Die Reste der stark zerstörten Basisplatte des Statuenpfeilers sind in einen modernen Betonsockel eingegossen worden. Bei der Auffindung war das Denkmal in zwei Hälften zerbrochen - Bruchlinie in Höhe der Knie. Stark beschädigt sind bei allen sechs Figuren die Fußpaare, ebenso fehlen bei sämtlichen Statuen die Köpfe mit dem Kronenaufbau.

Der rechteckige Pfeiler setzt sich aus je zwei Figuren des Königs, des Month und der Hathor zusammen auf einer mächtigen Basisplatte. Alle Figuren fassen sich untereinander an den Händen, wobei es jeweils die Gottheit ist, die die Hand des Königs ergreift.

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Ebenfalls umstritten ist ein Kopf aus Gneiss, den Lauffray (Lauffray, Kémi 20 / 1970, 78) aus stilistischen Erwägungen  Amenemhet I. zuschreibt. Andere Forscher, wie H. Altenmüller (LÄ III, 564, 564) ihn für König Mentuhotep III. oder Sesostris I. zuweisen. Der Kopf aus Gneis wurde im Amuntempel von Karnak (in der Festhalle von Thutmosis III) durch eine französische Mission (Centre Franco, Egyption 1967-68) gefunden. Er ist 17,5cm hoch und hat eine Breite von 17cm sowie einen Durchmesser von 10,5cm. Der König trägt das Nemeskopftuch mit Uräus an der Stirn und befindet sich heute im Luxor-Museum (J 32).

Kopf aus Gneiss - heute im Luxor-Museum
Luxor-Museum J 32 - H. 17,5 x B. 17 x T. 10,5cm

Der König trägt das Nemeskopftuch mit Uräus an der Stirn. Lauffray möchte den Kopf aus stilistischen Gründen für Amenemhet I. zuschreiben.

 

 

 

 

Bild: Lauffray, Kémi 20 / 1970, 78
- bearbeitet von Nefershapiland -

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Im Museum der Univerity of Pennsylvania Inv. 17567 befinden sich zwei Gründungstäfelchen, die Amenemhet I. als „geliebt von Month, den Herrn von Theben“ bezeichnen.Die Herkunft der Täfelchen ist nicht gesichert. Trotzdem legen sie die Vermutung nahe, dass Amenemhet I. einen Tempelbau für Month in Theben errichten ließ.

Deir el-Bahari

Amenemhet I. ließ in Deir el-Bahari ein Heiligtum errichten, welches im Zusammenhang mi8t dem "Schönen Fest vom Wüstental" stand. Es ist unter Amenemhet I. zum erstenmal inschriftlich bezeugt, als "....fährt zum Tal des Nebhepetre". Hier ist die Rede von einer "Überfahrt des Großen Gottes Amun" über den Nil zu den Friedhöfen der Vorfahren. Das Fest ist aber sicher unter Amenemhet I. belegt. Das Talfest, das im Monat "Paoni" stattfand, bestand im Kern aus einer Prozession des Götterbildes des Amun, seiner Gemahlin Mut und ihres Sohnes Chons zum Westufer des Nils und reih-rum alle Totentempel zu besuchen.

Noch heute ist es oftmals nicht leicht, ein Porträt des Mittleren Reiches als solches zu erkennen. Manche Königsbildnisse eines Amenemhets oder eines Sesostris sind leicht zu verwechseln mit denen eines Mentuhoteps II. aus der 11. Dynastie oder aus der Spätzeit. Die Königsköpfe Amenenophis I. aus Deir el-Bahari sind den Köpfen Mentuhoteps II. aus der 11. Dynastie - die mehr als 500 Jahre früher entstanden sind - zum Verwechseln ähnlich, weil sich Amenemhet I. in seiner nationalen Renaissance Ägyptens an eben diesem König orientierte.

Armant

Als weiterer Schwerpunkt in der Kultpolitik Amenemhet I. gilt dem 4. oberägyptische Gau. Nicht nur in der "alten" Hauptstadt Theben (Waset), sondern auch in el-Thod und in Amant wurden die Tempel gefördert. In der 11. Dynastie spielte Armant eine wichtige Rolle bei der erneuten Reichseinigung. Aus dieser Zeit stammt auch ein Tempel des Month, der unter Mentuhotep II. für den Gott Month erbaut wurde. Neben Month wurden hier in Armant/Hermopolis auch die Göttinnen Iunit und Tjenenet, die Gefährtin von Month, verehrt.

Amenemhet I. ist ebenfalls als einer der frühen Bauherrn des Month-Tempel in Armant bezeugt, er erweitere den Month-Tempel aus der 11. Dynastie oder ließ ihn sogar neu bauen.
Der Tempel in Armant liegt gegenüber von el-Tod auf dem westlichen Nilufer und dürfte schon im Alten Reich bestanden haben, denn seit der 6. Dynastie wird Month "Herr von Armant" genannt. Neben Month wurde hier auch seine Gefährtin Tjenenet verehrt, an deren Stelle später - ähnlich dem Month-Tempel in al-Madamud - die Göttin Rat-taui (Rat der beiden Länder), eine weibliche Sonnengöttin, und deren Sohn Hor-pa-Re-pa-chered (Horus das Kind) trat.

In Armant, dem altägyptischen "Iunu-Monthu" (griechisch-lateinisch: Hermonthis) auf dem Westufer des Nils im Gouvernement Luxor, wurden zahlreiche Fundstücke aus der Zeit von Amenemhet I. entdeckt. Viele davon - vor allem die kleineren Fragmente, wurden zusammen in einem Areal unter dem Fundament des ptolemäischen Tempels gefunden. In den weiteren Arealen des Tempels lagen verstreut weitere Stücke. Der Month-Tempel aus dem Mittleren Reich wurde in der 18. Dynastie unter Thutmosis III. erweitert unter Wiederverwendung einiger Blöcke aus dem Mittleren Reich. In der Perserzeit wurde auch dieser Tempel zerstört und am Ende der Spätzeit unter Nektanebos II. bzw. in griechisch-römischer Zeit durch einen Neubau ersetzt. im 19. Jahrhundert wurde der Month-Tempel dann fast vollständig abgetragen, um Baumaterial für eine Zuckerfabrik und Privathäuser zu gewinnen. Heute sind vor Ort kaum noch sichtbare Strukturen der 12. Dynastie vorhanden. 

Leider wurde die Ausgrabung durch den Tod des Expeditionsleiters Mond abgebrochen. Dadurch konnten 2 der tieferen Schichten nicht mehr erforscht werden. Die meisten der Bruchstücke waren Relieffragmente aus Kalkstein, wobei aber nur wenige Stücke Auskunft über weitere Bestandteile des Tempelbaus geben konnten. Da aber auf vielen Stücken der Namensbestandteil des Gottes Amun ausgehackt war, muss der Bau im Neuen Reich noch gestanden haben.

Alle Fragmente mit Reliefs sind im vertieften Relief angefertigt worden und so konnte man auch die Fragmente, welche keinen Namen trugen, anhand ihres Stils, in die Zeit von Amenemhet I. datieren (7). 

Sieben kleinere Relieffragmente aus Kalkstein gehören zu einer Opferszene in welcher der König "nw"-Töpfe in seinen Händen hält. Er übergibt das Königsopfer an den Gott Month, "den Herrn von Theben, Stier von Armant, der von et–Tod herabgestiegen ist “, und der vom Horus von Hierakonpolis begleitet wird (Höhe max. 0,46M; Länge max. 0,76m). Month ist falkenköpfig dargestellt und trägt die Sonnenscheibe mit Doppelfederkrone und Doppeluräus - einem gefältelten Schurz und Halskragen und in den Händen hält er den Götterstab und das Anch-Zeichen. 

Der hinter ihm stehende Horus ist ebenso falkenköpfig dargestellt, er trägt Halskragen und den plissierten Götterschurz und hält den Götterstab in der vorgesteckten rechten Hand. Vom König sind nur die erhobenen Hände, in denen er Kugelgefäße hält, zu erkennen. Zwischen König und Göttern befindet sich ein Opferständer mit Gaben. Über jeder Figur steht jeweils eine Beischrift. Das untere Drittel der gesamten Szene fehlt ebenso wie der Abschluss der linken Hälfte.

Inschrift: (König)
"Es lebe der König von Ober- und Unterägypten (Sehetepibre)|, es lebe der Sohn des Re (Amenemhet)|".
Handlung:
"ein Königsopfer an Salböl, an Spießenten und 1000 an allen Dingen".
1. Gott:
"
Month, Herr von Theben, Stier von Armant, der herauskommt von et–Tod, er gibt alles Leben und Herrschaft".
2. Gott:
"Horus von Hierakonpolis, er gibt Leben und Herrschaft".

(Inschrift nach 7)

Auf einem weiteren Fragmentstück aus Kalkstein (H. 0,61 x L. 1,70cm), das im Fundament des ptolemäischen Tempels gefunden wurde, befinden sich Reste einer Darstellung des Month, welcher den König (Amenemhet I.) vor Tjenenet geleitet. Das Emblem der Göttin Uto befindet sich über dem König. In den Inschriften wird Month als "Herr der beiden Länder" und als Vater "der den König aufgezogen hat" bezeichnet. Die Göttin "Iunet-Tjenenet" wird als Mutter des Königs, die ihn säugt, bezeichnet. In der Darstellung sitzt der "kleine" König auf dem Schoß der Göttin und wird lt. der Inschrift von ihr gesäugt (7). 

Ein rechteckiger Block mit einer Darstellung zeigt die Göttin Uto als Schlange auf einer Lotusblume, welche dem Horusfalken des Königs eine göttliche Gabe reicht. Auch die Reste des Gottes Month mit einer Beischrift sind noch zu erkennen, ebenfalls eine Sonnenscheibe mit Doppelfalkenfedern. Neben der Szene befinden sich zwei Inschriftenkolumnen. Das "Amun" in der Königskartusche ist ausgehackt (7). 

Auf einem weiteren Block, auf dem die Inschrift leider nur noch sehr schlecht erhalten ist, scheinen trotz seines fragmentarischen Zustandes Gründungstexte enthalten zu sein. Month wird hier als Herr von zwei ansonsten unbekannten Orten ("Tj...." und "Sn...") bezeichnet (7). Es ist aber aufgrund der Zerstörungen des Blockes nicht sicher, ob es sich hier wirklich um Ortsnamen handelt. Das Kalkstein-Fragment hat eine Höhe von 0,78m und eine Länge von 1,09m. 

Inschrift: Große Zeilen
 "Es lebe der König von Ober- und Unterägypten [Amen]em[he]t....Worte zu sprechen durch Month:.
Große Kolumnen:
....[Wehemme]sut, beschenkt mit Leben ewig. [Mon]th, Herr von Ij(kw) ?, Herr von Sen(ut).
Inschrift: 
"Jahr (1), erster Tag des Erscheinens unter [der Majestät].....in der Nachbarschaft des Heiligtums......im Triumph. Mögest du meiner Majestät erschaffen als das Tun.....eine Meile. Meine Majestät war im Westen......des Kommens zu seinem Herzen, das rechtschaffend ist......die Außenseiten (meiner) Majestät wie...."

(Quelle: Zitat: Eileen Hirsch: Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie / Achet-Verlag, Berlin 2004, S. 173)

Weitere Fragmente aus dem Month-Tempel von Armant tragen leider keine Kartuschen von Amenemhet I. - werde aber von mehreren Forschern (wie Drower: in Mond/Myers, Armant 168) aus stilistischen Gründen zum Month-Tempel aus dem Mittleren Reich gerechnet. Eines der Bruchstücke - mit zwei Inschriftenkolumnen - gehört zu einem Torrahmen. In den Inschriften wird der Königs "als gezeugt (msw) von Month bezeichnet". Im Text der zweiten Zeile (wahrscheinlich eine der üblichen Stiftungsformel) ist nur der hintere Teil der Formel erhalten: "......[für seinen Vater] Month, den Herrn von Theben, das Schaffen für ihn das Tor "Vollkommen an Andenken...." (7)

Diese Fragmente dokumentieren die Reste eines ausgefeilten Bau- und Dekorationsprogramms eines Month-Tempels unter Amenemhet I. in Armant. Ein einfacher Torbau ist aufgrund der gefundenen und dokumentierten Wandreliefs gesichert. Ein Pfeilerbruchstück weist auf einen Pfeilersaal oder Portiko hin. Evtl. gab es auch ein Prunktor, auf das einige Opferszenen hinweisen. Die Kulthandlungen, die aus diesen Reliefs erschlossen werden können (wie Gründungsszenen, Aufzucht und Säugung des Königs, Reinigung des Königs, Opfer des Königs an Month und allgemeiner Kultvollzug des Königs) zeigen die Inthronisierung des Königs im Month-Tempel (7).   

In der  12. Dynastie hat der Ort Armant als Kultort - gegenüber Theben - was die Titulatur des Gottes Month angeht - an Bedeutung verloren, da er in Armant - im Gegensatz zu el-Tod am gegenüberliegenden Ufer im Westen - nur als "Gast" bezeichnet wird, im Osten dagegen als "Herr" (7).                   

et-Tòd

Die Ruinen von et-Tòd (el-Tód) befinden sich ungefähr 20 km südlich von Luxor. In der Antike gehörte der Ort zum Gau von Theben. Der altägyptische Ortsname war "Djerti" (Stadt des Falken), der römische Name war "Tuphium". Das historische et-Tód liegt gegenüber von Armant, welches sich auf der auf der anderen Seite des Nils befindet. Ebenso wie Armant wurde auch hier der falkenköpfige Kriegsgott Month (Monthu) verehrt.

Et-Tód war eine der vier Kultorte des Gottes Month, und so verwundert es auch nicht, dass man einige Steinblöcke mit den Namen der Könige "Mentuhotep Neb-hepet-Re" (Mentuhotep II.) und "Mentuhotep Se-anch-ka-Re" (Mentuhotep III.) aus der 11. Dynastie fand, so dass man sie sogar zu einem kleinen Tempel rekonstruieren konnte. Eine kleine Sensation war allerdings der Fund eines monumentalen Granitpfeilers mit der Kartusche von König Userkaf aus der 5. Dynastie des Alten Reiches.

Von Amenemhet I. sind in et-Tòd nur drei Fundstücke erhalten, die aber vermuten lassen, dass der König den Month-Tempel aus der 11. Dynastie erweitern ließ. Sesostris I. (der Sohn und Nachfolger von Amenemhet I.) ließ die Vorgängerbauten durch einen kompletten Tempelneubau ersetzen. Von ihm sind noch eine Wand mit einer Widmungsinschrift des Königs und eine 19,35 x 26,20m große Fläche aus Fundamentplatten erhalten (Quelle: Fernand Bisson de La Rocque: Le lac sacré de Tód, in Chronique d'Egypte Nr. 24, 1937)

1) Bei dem ersten Fundstück, das im Fundament des Tempels von Sesostris I. gefunden wurde, handelt es sich um einen Türsturz, bei dem der König als "Erwählter des Month, des Herrn von et-Tòd" bezeichnet wird. Der rechteckige Block aus Kalkstein (H. 0,40 x L. 1,76 x B. 0,76m) befindet sich heute im Louvre in Paris (E 14122) und besitzt eine Inschriftenzeile in seiner Mitte. Die rechte obere Ecke ist zerstört. Die Ränder sind leicht bestoßen und zeigen links einige Risse.

Die Inschrift lautet: "Es lebe Horus Wehemmesut, König von Ober– und Unterägypten (Sehetepibre)|, erwählt von Month, dem Herrn von et–Tod, beschenkt mit Leben, ewig".

2) Ein weiteres Bruchstück gehört zu einem Pfeiler, das ebenfalls im Fundament eines Tempel-Neubaus von Sesostris I. gefunden wurde und belegt, dass Amenemhet I. eine ganze Toranlage zum Tempel der 11. Dynastie hinzufügen ließ. Das erste und auch das zweite Fundstück (dieses gehörte wahrscheinlich auch zu der Toranlage) zeigen, dass unter dem Nachfolger von Amenemhet I. diese Toranlage schon wieder abgebrochen wurde. Der heutige Aufbewahrungsort des kleinen Bruchstückes eines Pfeilers mit den Resten eines Serechs und des Königsnamens "whm-msw.t" (Wehem-mesut) ist unbekannt - ebenso die Maße (Quelle: Berman, Amenemhet I, 81),

3) Dem Umbau der Tempelanlage des Month durch Sesostris I. (dem Sohn und Nachfolger von Amenemhet I.) entging nur eine Statuengruppe, welche den König (Amenemhet I.) mit der Göttin Sachmet zeigt. Die Statuengruppe (Fundort: wohl aus dem Tempel Sesostris I.) zeigt das Unterteil einer Sitzgruppe mit der thronenden Göttin Sachmet. Ihr langes Gewand ist bis zum Bauch erhalten. Dagegen ist der König nur bis zu seinen Beinen erhalten. Auf dem Sockel befinden sich Inschriften rechts neben den Beinen der Göttin sowie auf der Rückseite. Dort führen Nilgötter eine "semataui" Szene durch (Vereinigung der Beiden Länder) (7).

Die Inschriften neben den Beinen des Königs lauten: "Vollkommener Gott, Herr der beiden Länder, Sehetepibre, beschenkt mit Leben".
Neben den Beinen der Göttin:
"Erwählt von Sachmet, zu Gast in et-Tód, sie gibt Leben".
Zwischen den beiden Figuren: "
Horus Wehemmesut, er lebe ewig, Sohn des Re, (Amenemhet)|, er lebe ewig".
Auf dem Sockel: "
König von Ober– und Unterägypten (Sehetepibre)|, er lebe ewig, erwählt von Sachmet, zu Gast in et–Tod, sie gibt Leben"    
Rückseite rechts: "Ich habe dir alle Opfergaben und alle Dinge gegeben“
Rückseite links: "Ich habe dir alle Opferspeisen und alle vollkommenen Dinge gegeben“

Heutiger Aufbewahrungsort: el–Tod / Magazin Inv. Nr. 2517 (Torso der Königsfigur) - el–Tod / Magazin Inv. Nr. 1060 (Unterteil der Gruppe)

Das sie von Sesostris I. wiederverwendet wurde, liegt wahrscheinlich sowohl daran, dass er seinen Vater weiterhin in den Kult einbinden wollte, als auch an der Verehrung der Sachmet, auf die er nicht verzichten wollte (Quelle: M. Seidel, Statuengruppen, 71-75). 

Elephantine


Auf  Elephantine befindet sich ein großer Felsblock nördlich der Spitze der alten Stadt, nahe am Ostufer der Insel gelegen. Auf diesen Felsen finden sich mehrere königliche Inschriften und Bilder. Die älteste stammt von König Unas, auch Amenemhet I. ließ hier eine Inschrift anbringen, sie liegt rechts der Inschriften der Inschriftengruppe des Alten Reiches auf der Nordwestfläche des Felsblocks.

Nubischer Raum

Südlich von el-Tòd lassen sich merkwürdigerweise von Amenemhet I. keine weiteren Fundorte erkennen. In keinem der Kultzentren vom 1. bis zum 3. Gau (wie Edfu, Esna, Hierakonpolis und Elephantine) sind Spuren von Bauten aus der Zeit von Amenemhet I. zu finden. Lt. der Prophezeiungen des Neferti soll der König ja aus dem 1. oberägyptischen Gau bzw. Elephantine stammen. Aber gerade dort fand sich kein Beweis einer Kultförderung der dortigen Götter durch den König, obwohl der dortige Tempel der Satis zu den am besten ausgegrabenen Bauwerken Ägyptens gehört.

Aber wir haben durchaus Spuren von Amenemhet I. im Katarakt-Gebiet und weiter südlich. Einige Felsinschriften des Königs wurden bei Assuan gefunden, bei denen es sich meist um Graffiti von Beamten des Königs handelt. Auch bei Konosso weist eine Inschrift auf Aktivitäten des Königs hin. Sie befindet sich genau gegenüber von älteren Inschriften König Intefs II. Wachanch, Neferkare, Unas und Pepi I. Merire (7). Auch weiter im Süden, in Unternubien wurden Belege aus der Zeit von Amenemhet I. gefunden, die auch den Namen seines Sohnes Sesostris I. nennen. Diese ist aber wohl erst in das Jahr 1. von Sesostris I. zu datieren (Quelle: Obsomer, Sesostris I., 63ff). 

Die späten Datierungen der Expeditionen von Amenemhet I. in den nubischen Raum lassen vermuten, dass die Expansion nach Süden erst spät in der Regierungszeit des Königs erfolgte, wahrscheinlich erst ab seinem 29. Regierungsjahr. 

Levante

Aus der Levante (evtl. aus Tyre) stammt der Kopf einer kleinen Sphinx, der aus Dolomit-Marmor gearbeitet wurde und aus stilistischen Gründen für König Amenemhet I. zugeschrieben wird. Er befindet sich heute im Metropolitan Museum New York (H. 14 x B. 12,5 x D. 13,5 cm - 3,4 kg) und kam 1966 als Geschenk der "Guide Foundation Inc." in das Museum (Objekt-Nr. 66.99.4)

Kopf einer Sphinx
- vermutlich Amenemhet I. aus der Levante/ evtl. Tyre -
Metropolitan Museum, Nr. 66.99.4 
- H. 14,1 x 12,5 x D 13 cm - Dolomitischer Marmor -
- zur Zeit nicht ausgestellt -

Lt. Online-Katalog des Metropoliten-Museums lassen der
lächelnde Mund und die weit geöffneten Augen sowie die runden Wangen auf das Bildnis eines jungen Königs schließen. Die Proportionen des Nemes-Kopftuches und die Tiefe des Bruchs deuten darauf hin, dass der Kopf zu einer vergleichsweisen kleinen Sphinx-Figur gehörte. Die niedrige Stirn, die hohen Augenbrauen und die hoch angesetzten Ohren erinnern an den Kopf im MET of Art, der Mentuhotep III. (66.99.3) zugeschrieben wird. Die Augen des vorliegenden Kopfes sind jedoch größer, die Wangen schmaler und der Mund nuancierter.

Diese Merkmale finden sich auch am Kopf einer Statue, die Amenemhet I. im Ägyptischen Museum in Kairo (JE 60520) gewidmet ist.

Kopf: Fletscher-Fonds und Schenkung der Guide Foundation Inc. 1966.

Bild: MET New York, public domain, Wikipedia

 

1. Wikipedia: Amenemhet I.
2.
Ernst Czerny, Tell el-Dab'a, XXII, Bd. 1, S. 427-440)
3.
Silke Grallert: Bauen, Stiften,Weihen - Abhandlungen des Deutschen Archäologischen Institutes Kairo, Bd. 18/1-2, Achet-Verlag Berlin, 2001).
4. H. Evers, Staat aus Stein, I. + II. (München, 1929)
5. Dieter Arnold, Lexikon der ägyptischen Baukunst, Düsseldorf 2000
6. Richard H. Wilkinson: Die Welt der Tempel im Alten Ägypten, Darmstadt  2005
7.
Eileen Hirsch: Kultpolitik und Tempelbauprogramme der 12. Dynastie / Achet-Verlag, Berlin 2004
8. Dietrich Wildung: Sesostris und Amenemhet; Ägypten im Mittleren Reich, Hirmer-Verlag 1984


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