Bilder oben: linkes Bild: Olaf Tausch, 16.10.2019 (siehe weiter unten) CC BY 3.0; rechtes Bild: Maske des Wah, Courtesy to the MET, public domain
(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952
Allgemein
oft mit einer Verbindung zu königlichen Familienmitgliedern. Der Pyramidenbezirk des Königs war umgeben von den Gräbern der hohen Beamten wie den Feldervorsteher Imhotep, der unter Amenemhet I. und seinem Nachfolger Sesostris I. diente sowie nubischen Beamten, wie den Fürsten Amenemhet, welche in das Verwaltungssystem integriert wurden, um die neuen Provinzen zu regieren.
Die 12. Dynastie (insbesondere in ihrer Anfangszeit unter Amenemhet I.) wurde die Verwaltung des Reiches durch eine starke Zentralisierung und die Einsetzung loyaler Unterstützer sowie durch die Aufwertung des Beamtentums geprägt -Amenemhet I. diente vor seiner Thronbesteigung vermutlich selbst als Wesir unter seinem Vorgänger Mentuhotep IV. Nach seiner eigenen Machtübernahme reformierte er die Verwaltung grundlegend. Er besetzte wichtige Posten mit Vertrauten und begrenzte die Macht der lokalen Gaufürsten.
Des weiteren schuf er ein stehendes Heer, das direkt dem König unterstellt war, um die Abhängigkeit der Truppen von den Gaufürsten zu verringern. Er verlegte die Hauptstadt des Reiches von Theben nach Itj-taui (bei Lischt), um das Reich zentraler verwalten zu können.
Obwohl nur wenige Namen aus dieser Zeit überliefert sind, konnten einige Schlüsselpositionen identifiziert werden:
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Name |
Titel |
| Wesire Ipi |
Wesir, Schatzmeister und Siegelbewahrer |
| Antefiqer / Antefoqer | Wesir (Grab in der Nähe der Pyramide von Amenemhet I.) |
| Schatzmeister | |
| Meketre | Schatzmeister, Obervermögensverwalter im ganzen Land |
| Ipi (gleicher Name wie der Wesir) | Schatzmeister |
| Rehuedjersen | Schatzmeister |
| Obervermögensverwalter | |
| Meketre | Obervermögensverwalter |
| Sobeknacht | Obervermögensverwalter |
| Hor | Obervermögensverwalter |
| Gaufürsten | |
| Baqet III. | Grosses Oberhaupt des Gazellengaus |
| Chety I. | Gaufürst des Gazellengaus |
| Chnumhotep I. | Gaufürst von Menat-Chufu |
| Mesehti / Meschti-iqer | Gaufürst / Priestervorsteher in Asyut |
| sonstiges | |
| Imhotep | Feldervorsteher |
| Hetep | Inspektor der Priester der Teti-Pyramide |
| Ipy | Totenpriester im Kult von König Teti in Saqqara |
| Seshehen–sa-Hathor /
Seschen |
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| Militär | |
| Nesmonth | General und Militärführer |
| Ipi - Wesir - (TT 315) |
Die genaue Datierung des Wesirs "Ipi" ist umstritten. Er amtierte wahrscheinlich zu Beginn der 12. Dynastie (er wird nicht außerhalb seiner Grabanlage genannt). Es besteht auch die Möglichkeit, dass er mit einem gleichnamigen Schatzmeister identisch ist. Aus baugeschichtlichen Gründen wird in der neueren Forschung vermutet, dass sein Grab in die Regierungszeit von Amenemhet I. zu datieren ist - zu einer Zeit, als dieser Herrscher noch in Theben residierte. Nach Wolfram Grajetzki (in: Höchste Beamte der Ägyptischen Zentralverwaltung zur Zeit des Mittleren Reiches 2003) amtierte eine Ipi gegen Ende der 11. Dynastie bis in die ersten Jahre von Amenemhet I. als "Vorsteher der Stadt (Bürgermeister), Wesir und Richter". Die Einordnung seines Grabes TT 315 in Theben-West in die frühe 12. Dynastie stammt von Dorothea Arnold.
Im Grab des Ipi (TT 315) fand man zahlreiche seiner Titel:
Grab TT 315 in Theben-West
Die Grabanlage TT 315 des Ipi wurde 1921/22 durch
Herbert Winlock entdeckt, später aber wieder vom Sand begraben. In einer
Nebengrabanlage von TT 315, die einem gewissen Meseh/Hesem gehörte, fand
Winlock die berühmten Hekanacht-Papyri. Bei Hekanacht handelt es sich um
einen Ka-Priester des Ipi aus dem Mittleren Reich (Quelle: HAGIB 2017-18).
Der Grabkomplex des Wesirs Ipi wurde im zentralen Bereich des Felsmassivs von Deir el-Bahari in Theben-West errichtet - etwas abseits der anderen großen Anlagen wie das des Chety (TT 311) oder des Henenu (TT 313).
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Grabplan des Ipi (TT 315) Der Innenhof ist etwa 24 m breit. Der innere Teil des Grabes weit die bekannte Aufteilung auf: einen Hauptgang, in dem sich eine kleine unterirdische Kammer zur Aufbewahrung der hölzernen Grabmodelle befand, eine Kultkammer mit einer Statue des Verstorbenen und - unter dem Boden der Kammer verborgen - einen absteigenden Gang, der zur Sarkophagkammer führte. In der Sarkophagkammer fand Winlock eine bemalte Scheintür, die Grabausstattung und den Sarkophag mit Sargtexte im Inneren des Sarges. In der Depotkammer (der Einbalsamierungskammer in Hof) entdeckte man das Einbalsamierungsmaterial des Grabherrn auf einer Holzplattform. Das Grab von Ipi wurde 1921-22 von Herbert Winlock im Auftrag des Metropolitan Museum of Art ausgegraben. Winlock entdeckte auch ein Nebengrab des Meseh (ein Untergebener des Wesirs Ipi), in der sich die berühmten Heqanacht–Briefe fanden. Heqanacht war ein Totenpriester des Ipi, dessen Korrespondenz zu seiner Familie in einem anderen Teil von Ägypten enthalten ist. |
Das unfertige Grab des Wesirs Ipi besaß einen großen Innen-Hof (24m breit nach Winlock). und eine in den Fels gehauene glatte Fassade. Die Aufteilung im Inneren der Grabanlage folgt dem bekannten Muster: die Zugangspassage, von in eine kleine unterirdische Kult-Kammer zur Aufbewahrung der Kultgegenstände abging, und in der sich wahrscheinlich eine hölzerne Statue des Verstorbenen befand. Von hier aus führt - unter dem Boden verborgen - ein weiterer kurzer Gang in die Grabkammer hinab. Kultkammer und Grabräume fanden sich undekoriert. Nur der Steinsarkophag, der in den Boden eingelassen war, ist innen in bunten Farben mit Hieroglyphen und mit hieratischen Schriftzeichen ausgemalt. In den religiösen Texten und Darstellungen fanden sich die Namen und Titel des Ipi.
Im Jahre 2017 wurde bei neuerlichen Untersuchungen durch eine spanische Grabungsmission unter der Leitung von Dr. Antonio Morales, der Grabanlage im Hof eine Kammer entdeckt, in sich alle Objekte befanden, die bei der Einbalsamierung verwendet wurden und die nach der Mumifizierung des Wesirs Ipi dort verstaut wurden. Die dort gefundenen Materialen sind lt. der spanischen Mission von großer Bedeutung für das Verständnis der Mumifizierungstechniken des frühen Mittleren Reiches und die Bestimmung der verwendeten Gegenstände, Werkzeuge und Substanzen. Dr. Morales erklärte, dass die für Ipi verwendeten Mumifizierungsmaterialien, Inschriften, verschiedene Leichentücher und Leinentücher (4m lang), Schals und Rollen breiter Bandagen sowie weitere Stoffarten, Lumpen und dünne Wickelstücke zur Bedeckung von Fingern, Zehen und anderen Körperteilen des Wesirs umfassen. In den etwa 50 Krügen fand man 300 Säcke mit Natronsalz, Ölen, Sand und anderen Substanzen sowie auch die Krugverschlüsse und einen Schaber. Zu den herausragendsten Stücken der Sammlung zählten die großen Krüge aus Nilton und Mergel, einige mit Topfmarken und hieratischen Inschriften (Quelle: Pressemitteilung des ägyptischen Archäologieministeriums vom 21.05.1017).
| Meseh / Hesem - und die Heqanacht-Briefe - |
Meseh war ein Untergebener des Wesirs Ipi und somit wohl am Ende der 11. bis zu Beginn der 12. Dynastie unter Amenemhet I. tätig. Er besaß eine bescheidene Grabanlage im Hof des Wesirs Ipi (TT 315). Mesehs Grabanlage wurde von Winlock hinter einer intakten Ziegelmauer gefunden, rechdts vom Hof des Grabkomplexes des Ipi.
In dem Schutt, der als Rampe zum Einbringen für den Stein-Sarkophag von Meseh in die Grabkammer diente, fand man die berühmten "Heqanacht-Briefe". Herbert Winlock nahm an, dass Ipy ein Beamter unter König Mentuhotep II. war und Meseh einer seiner Untergebenen. In Analogie zu Chety, Meru und den anderen bekannten Beamten, welche Grabanlagen in den Klippen über Deir el-Bahari besaßen, datierte Winlock Ipi und seinen Untergebenen Meseh in die späten Jahre von Mentuhotep II. (11. Dynastie). Nach Winlock wird in den Briefen ein "Jahr 5" und "Jahr 8" genannt und mussten demzufolge für Mentuhotep III. - dem Nachfolger von Mentuhotep II. - zugehörig sein. Winlocks Interpretation stieß aber teilweise auf Ablehnung. Der Sarg des Meseh und dessen Umfeld sprechen für eine Zuordnung in die frühe 12. Dynastie - also in die Regierungszeit von König Amenemhet I.
Auch ist der Wesir Ipy (der Vorgesetzte von Meseh) nicht in den Dekorationen im Totentempel von Mentuhotep II. zu finden. Die Annahme von Winlock, dass Ipi ein Mitglied des Hofes von Mentuhotep II. war, basierte ausschließlich auf der Ausrichtung des Grabes auf den Tempel von Mentuhotep II. Einige der Klippengräber wurden unter Mentuhotep II. erbaut, andere sind aber aus der 12. und einige sogar aus der 13. Dynastie. Die Bestattung des Meseh kann auf der Grundlage der in seiner Bestattung gefundenen Keramikgefäße auf die Regierungszeit von Sesostris I. datiert werden, so dass auch die in der Bestattung von Meseh gefundenen Hekanacht-Papyri nicht in die Regierungszeit von Mentuhotep II. oder III. gelegen haben kann. Die wahrscheinlichste Annahme ist die, dass die Briefe und Berichte in den Jahren 5 und 8 von König Sesostris I. geschrieben und kurz darauf im Grab des Meseh verworfen wurden.
Die Heqanacht-Papyri enthalten Briefe und Berichte, die von (oder im Auftrag von) Heqanacht, einem Ka-Priester des Wesirs Ipi, verfasst wurden. Die Hekanacht–Briefe geben uns einen Einblick in den Alltag in Theben, während der frühen Jahre von König Sesostris I., als er noch zusammen mit seinem Vater in Ko-Regentschaft regierte – die Jahre 5 und 8 wären dann die Jahre 25 und 28 von König Amenemhet I., zur Zeit als die Residenz bereits in el-Lischt lag. Diese Papyri wurden mehrfach veröffentlicht und diskutiert und ihre Bedeutung liegt darin, dass sie seltene und wertvolle Informationen über das Leben einfacher Mitglieder der unteren Oberschicht Ägyptens in dieser Zeit liefern.
Auch in der modernen Literatur beschäftigte man sich mit dem Papyri. Die berühmte Schriftstellerin Agatha Christie wurde in ihrem 1944 erschienenen Kriminalroman "Death comes as the End" durch die Lektüre der Heqanacht-Papyri (sie war damals mit einem Ägyptologen verheiratet) inspiriert. Der Roman spielt um 2000 v. Chr., enthält eine Figur namens Ipy und erwähnt das Schreiben von Aufzeichnungen und Briefen. Dieser Roman ist einer von vier, die niemals verfilmt wurden.
| Antefiqer /
Antefoqer - Wesir - |
Der Beamte Antefoqer war einer der bedeutendsten Beamten aus der Zeit Amenemhet I. / Sesostris I. und diente bereits unter König Amenemhet I. Sein Name legt nahe, dass er während der 11. Dynastie geboren wurde, weil mehrere Herrscher dieser Zeit den Namen "Antef" trugen. Im Grab Theben Tomb 60 in Theben präsentiert er sich als "Patenkind des Königs" und wurde wahrscheinlich im "königlichen Hort" neben dem zukünftigen Herrscher Amenemhet am thebanischen Hof erzogen. Das Wesirsamt übte er wahrscheinlich im letzten Teil der Amtszeit von König Amenemhet I. und im ersten Teil der Regierung des Nachfolgers Sesostris I. aus.
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Grundriss der Amenemhet-I.-Pyramide
Antefiqer/Antefoyer ist einer der bestbezeugten Beamten des Mittleren Reiches und hatte in El-Lischt bei der Pyramide von Amenemhet I. sein Mastabagrab. Der Oberbau der Mastaba wurde seit den Grabungen des frühen 20. Jahrhunderts fast völlig abgetragen.
Grundriss und Querschnitt: |
weiteres siehe hier - Beamte Sesostris I. /
Antefoqer
| Meketre - Schatzmeister und Obervermögensverwalter im ganzen Land - |
Das früheste Auftreten von "Meketre" wird in das das 41. Jahr von König Mentuhotep II. (11. Dynastie) datiert. Er erscheint in einer Felsinschrift bei Assuan (Wadi Schatt el-Gigale) in welcher er als einfacher "Siegler" ( xtmtj) genannt wird. Auf Reliefs aus dem Totentempel desselben Königs im Deir el-Bahari trägt Meketre bereits den Titel eines "Kanzlers" und war offenbar in der Zwischenzeit zum Nachfolger des Kanzlers (Schatzmeisters) Cheti befördert worden. Der gleiche Titel fand man auf einer Statue in seinem Grab TT 280, während er auf Relieffragmenten in seinem Grab schon als Haupttitel den eines "Obervermögensverwalters im ganzen Land" trug - eines der höchsten Staatsamter (Quelle: Wolfram Grajetzki: die höchsten Beamten der Ägyptischen Zentralverwaltung zur Zeit des Mittleren Reiches / Achet-Verlag 2003).
Das Ende seiner Karriere ist unter den Experten umstritten - bisher wurde dies unter Mentuhotep III. vermutet, doch durch seine Erwähnung im Totentempel von Mentuhotep II. und die Ausrichtung seiner Grabanlage auf ein königliches Grab, das man bisher Mentuhotep III. zugeschrieben hat - welches jedoch neuerdings von Dorothea Arnold (Amenemhet I. and the Early Twelfth Dynastie at Thebes, 1991) für König Amenemhet I. zugeschrieben wird - ist wohl der Meketre unter den Königen Mentuhotep II., Mentuhotep III. bis Amenemhet I. anzusetzen. Meketre bekleidete also wohl noch in den frühen Regierungsjahren von König Amenemhet I. das Amt des Kanzlers und des Obervermögensverwalters (Quelle: Dorothea Arnold: Amenemhet I. and the Early Twelfth Dynasty at Thebes. In: Metropolitan Museum Journal Bd. 26, 1991).
Felsinschrift bei Assuan im Wadi Schatt er-Rigal
Inschriften auf den Modellen aus seinem Grab
Silberskarabäus des "Wah" Nr. 390
Felsinschrift im Shatt er-Rigale
Felsinschrift Petrie Nr. 409
Inschrift im Totentempel von Mentuhotep II. (zweite Reihe rechts) = London BM 1452
Inschrift im Totentempel von Mentuhotep II. ) London BM 1398
Titel in seinem Grab TT 280
Meketre besaß eine große Grabanlage (TT 280) im
Talkessel hinter Sheikh Abd el-Qurna, welche schon 1895 von Daressy
entdeckt - aber schon in der Antike geplündert wurde. Als Herbert
Winlock das Grab 1920 für das Metropolitan Museums ausgrub wurde noch ein
ungestörter Raum mit mehreren sehr schönen Modellen entdeckt (siehe: Spauli,
C. H. S.: The Journal of Egyptian Archaeology Bd. 42, 1956, S. 124-125).
Obwohl die Grabanlage TT 280 zerstört war, zeigten die Untersuchungen von
Winlock 1920/21 anhand der wenigen erhaltenen Modelle und Reliefs, welche den
Alltag auf dem Anwesen von Meketre darstellten, dass es einst prächtig
dekoriert und ausgestattet war
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Grab des Meketre in Theben (TT 280) - Grabungsfoto 1920-21 Dieses Grabungsfoto von 1920 zeigt den bemerkenswerten Fund des Felsengrabes eines thebanischen Beamten mit Namen Meketre, der hier kurz nach 2000 v. Chr. bestattet wurde. Der Eingang zu seinem Grab befand sich auf der Terrasse (im Schatten auf diesem Foto) am oberen Ende eines abfallenden Damms. Den Archäologen war bekannt, dass Meketres Grab in der Antike geplündert worden war. Bei der Reinigung des Geländes, um einen genauen Plan anzufertigen, entdeckten sie jedoch 2 Stellen, welche die Grabräuber übersehen hatten. Zum einen die kleine Grabkammer von Wah, dem Lagerverwalter Meketres, dessen Grab in den Hang direkt rechts oberhalb des Dammweges von Meketre gehauen war. Zum anderen eine kleine Kammer, die im Boden des Gangs, innerhalb von Meketres Grab verborgen lag. Photo der Egyptian Expedition, The Metropolitan Museum of Art, 1920 |
Nachdem die Ausgräber eine Lehmziegelmauer abgebaut hatten, welche den Eingang zu der kleinen, versteckten Kammer versperrte und der Inhalt aufgrund eines teilweisen Einsturzes der Kammerdecke leicht durcheinander geraten war, sah man, dass niemand diese Kammer betreten hatte und dass sie seit fast 4000 Jahre versiegelt worden war. Man fand 25 unberührte Holzmodelle, welche Handwerker, Schiffe und das Haus des Meketre darstellten. Oben rechts in der Kammer war ein Gebäude mit Handwerkern mit Gärten, Figuren von Ruderern und der Zubereitung von Mahlzeiten zu sehen, aber auch das Anwesen des Meketre und im hinteren Teil des Raumes fand sich links eine große Holzfigur einer weiblichen Opferträgerin. Diese Modelle zeigen einen ausgezeichneten Erhaltungszustand und sind wegen der Qualität der Schnitzereien und ihrer Bemalung berühmt. Die Farben, die Leinengewänder von einigen Figuren und die Ausführung der Bootsmodelle zeigen die hohe Handwerkskunst im Mittleren Reich.
Eine Auswahl der
schönsten Stücke sowie andere Gegenstände aus dem Grab sind im MMA, New
York ausgestellt-
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Modell einer Viehzählung aus dem Grab des Meketre (Museum Kairo JE 46724) |
| Bild:
GD-EG-Caiur
(Nefermaat), Wikipedia 1. April 2006 User: Gerard Ducher / Nefermaat, Wikipedia 1. 4. 2006 Lizenz: CC BY-SA 2.5 |
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Ein Flussboot, das
von 12 Männer gerudert wird |
| Dieses Modell eine
Flussschiffes wurde von dem Ausgräber-Team unter Herbert Winlock 1920
zusammen mit 23 anderen Modellen von Boote, Gärten und Werkstätten
in einer versteckten Kammer an der Seite der Passage gefunden.
Die Hälfte der Modelle ging an das Ägyptische Museum Kairo, die
andere Hälfte erhielt das Metropolitan Museum New York.
Meketre sitzt im Schatten einer kleinen Kabine auf dem Boot und riecht an einer Lotosblüte. Im Original war die Kabine aus einem hellen Holzgerüst mit Leinen- oder Lederbehängen im hinteren Teil des Bootes angebracht. Meketre wird von einem Sänger mit der Hand an den Lippen und einem blinden Harfenist unterhalten. Vor ihm steht ein Mann, wahrscheinlich der Kapitän des Schiffes, mit verschränkten Armen über seiner Brust. 12 Ruderer treiben das Boot an - einer hält am Bug eine Gerät in der Hand, das zur Bestimmung der Tiefe diente. Am Heck steht der Steuermann und steuert das Boot. |
| Bild: Courtesy to the Metropolitan Museum, New York - public domain, fair use |
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Das Modell eines geruderten Bestattungsbootes
aus bemaltem und grundiertem Holz |
| Die grüne Farbe des
Bootsrumpfs, der senkrechte Burg, das nach hinten gebogene Heck und
die doppelten Steuerruder imitieren Elemente von Schiffen aus Papyrusstängeln.
Sogar die Befestigungen der Lederhülsen, die Bug und Heck solcher
Boote bedecken, sind dargestellt. Boote dieses Typs erscheinen in
Darstellungen der "Pilgerfahrt nach Abydos", die ab dem
Mittleren Reich Teil des ägyptischen Bestattungsrituals war.
Der rituelle Charakter dieser Bootsfahrt
wird deutlich dadurch belegt, dass nicht der lebende Meketre, sondern
eine Statue von ihm unter dem Baldachin sitzt, begleitet von einem
Gefährten (möglicherweise einem Sohn) und einem großen
Trankopfergefäß. Dieses Boot wird von 16 Männern, deren
unterschiedliche Größen und Armpositionen den Eindruck von Bewegung
entlang der Linie erwecken, fährt von Theben nach Abydos. |
| Bild: Courtesy to the Metropolitan Museum, New York - public domain, fair use (CC0 1.0) |
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Statue
einer Dienerin, Diese Figur einer schreitenden Frau, die auf ihrem Kopf einen Korb trägt, der mit Fleischstückchen gefüllt ist, wurde ebenfalls in der versteckten Kammer entdeckt. Die Frau trägt ein Kleid, das mit einem Federmuster verziert ist - eine Art Kleidungsstück, das oft mit Göttinnen in Verbindung gebracht wird. In ihrer rechten Hand hält sie eine lebende Ente an ihren Flügeln. Zusammen mit einer zweiten, sehr ähnlichen Figur (Kairo JdE 46725), flankierte diese Statue die Gruppe von zweiundzwanzig Modellen von Gärten, Werkstätten, Booten und einem Trauerzug, die in dem engen Raum der Kammer gepfercht waren. Bild: Courtesy to the MET New York, public domain, |
| Wah - Gutsverwalter und Aufseher der Lagerhäuser - |
Der Beamte "Wah" amtierte am Beginn der Regierung von König Amenemhet I. als Gutsverwalter für den Kanzler Meketre, der sein direkter Vorgesetzter war. In seiner Jugend wurde er wahrscheinlich als Schreiber ausgebildet und übernahm dann die Leitung oder Aufsicht über die Lagerhäuser des Gutes (Catharine H. Roehrig, 2002: Life Along the Nile: Three Egyptians of Ancient Thebes. The Metropolitan Museum of Art Bulletin 60). Zusätzlich trug er den Titel eines "Aufsehers der Siegelmacher".
Er starb schon früh (mit ungefähr 30 Jahren) und wurde - wohl mit dessen Erlaubnis - in einer kleinen Grabanlage, hoch oben im südlichen Asasif (Theben-West) am Hang des Tals hinter Sheihk Abd el-Qurna bestattet, die sich am oberen Ende der steilen Rampe am Eingang der Grabkapelle von Meketre (TTE 280) befand. Bei dem Eingang zu seinem Grab handelte es sich um einen einfachen, in den Fels gehauenen Korridor von 7,60m Länge und 1,50 m Breite und Höhe. Nach Wahs Beerdigung wurde der Eingang des Grabes mit dem Bauschutt abgedeckt, die man zum Bau des Damms verwendet hatte (3). Die etwas ungewöhnliche Lage des Grabzugangs - an der rechten hinteren Ecke des großen, rechteckigen Vorhofes der Grabanlage seines Herrn Meketre, hat das Grab des Wah wohl vor Plünderung bewahrt. Original war der Grabeingang mit einer Lehmziegelmauer versperrt, und der schräg nach unten führendem Zugang mit Kalksteinsplitter und Schutt verfüllt.
Die völlig intakte Grabanlage des Wah wurde 1920 während der Räumung des Damms zur Grabanlage TT 280 von Meketre durch eine Grabungsmission des Metropolitan Museums unter Leitung von H. E. Winlock entdeckt. Das Grab erhielt von Winlock die Nr. MMA 1102.
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Plan der Grabanlage von Meketre (TT 280) - mit
der Rampe Das unversehrte Grab des Wah: Als man den höchsten Punkt des Damms erreichte ("an einer Stelle, wo das Gestein steil abfiel" - wie Winlock in seinem Grabungsbericht schrieb) fanden sie eine unerwartete Überraschung vor: den Eingang zu einem kleinen, grob gezimmerten Grab, das "mit Lehmziegeln verschlossen war". Im Inneren des Grabkorridors (ein einfacher, in den Fels gehauener Gang von 7,6m Länge und 1,5m Breite und Höhe) fand man einen unversehrten, rechteckigen Holzsarkophag aus importiertem Zedernholz mit dem Namen seines Besitzers. Dieses war ein Mann mit dem Namen "Wah" und er gehörte zu dem Haus des Meketre, wo er das Amt eines "Gutsaufseher" innehatte. Winlock schrieb in sein Grabungstagebuch "Alles war so, wie die Priester es vor 4000 Jahren hinterlassen hatten". Gleich hinter dem Eingang lag ein Bündel verbranntes Stroh, das von der Fackel stammte, die man während der Bestattung entzündet hatte. Weiter lag gleich daneben ein Leinentuch, mit dem man den Sarg während des Transportes abgedeckt hatte. An beiden Seiten neben dem Sarkophag hingen drei Leinenbänder, mit denen dieser für den Transport verschnürt gewesen war. Am Fuß des Sarkophags lag der Holzknauf, mit dem der Deckel heruntergelassen worden war und den die für die Bestattung Verantwortlichen zersägt hatten, nachdem er an seinen Platz befestigt war. Als Grabbeigaben wurden 12 Brote, eine Rinderkeule und ein verschlossener Bierkrug neben dem Sarg platziert. |
| Zeichnung: Wikipedia
- Hotepibre, 22.7. 2018 - modifiziert (Schrift) von Nefershapiland - Lizenz: CC BY-SA 4.0 |
Bei der Öffnung des Sarkophages stellte sich heraus, dass er bis zum oberen Ende mit über 30 Blättern gefalteten Stoffen gefüllt war, von denen das oberste mit Harz verschmiert war. Drei Holzstäbe trennten diese obere Schicht von dem unteren Inhalt des Sarges. Darunter wurde die umwickelte und mit einer Maske bedeckte Mumie von Wah auf seiner linken Seite liegend platziert, ausgerichtet mit dem Augenpanel (Winlock 1920 und Roehrig 2002). Wah blickte nach Osten und mit dem Kopf nach Norden. Er lag auf einem gefalteten Leinenlaken, mit einer Stütze unter dem Kopf und einem kleinen Klumpen Kolophonium (Rosin oder griechisches Pech / pix graeca, ein harzhaltiges Material, das aus Kiefern und anderen Pflanzen, meist Nadelbäumen, gewonnen wird). Vor seinem Gesicht befand sich ein Kupferspiegel (ohne Griff), und an seinen Füssen trug er ein Paar Holzsandalen. Davor lag eine bemalte Holzstatue, eingewickelt in ein Stück Leinen.
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Holzstatue des Wah Diese Ka-Statue von Wah zeigt einen jungen Mann in der Blüte seines Lebens. Das Leinentuch kann evtl. den langen Rock nachahmen, der von Beamten des Mittleren Reiches getragen wurde. Darunter trägt Wah den typischen kurzen Kilt, der ins Holz geschnitten und weiß bemalt ist. (Quelle: Beischrift im Online-Katalog des MET) |
Der Großteil der Grabbeigaben wurde dem Metropolitan Museum of Art im Rahmen der Fundteilung übergeben, im Ägyptischen Museum Kairo wird eine Auswahl der Stofflaken und ein Teil des Brotes aufbewahrt (Winlock 1920, S. 32).
Die Mumie wurde nicht sofort ausgewickelt, weil Herbert Winlock meinte, dass die Art der Mumien-Wickelung so "sauber und ordentlich" wäre, dass das Museum "immer gezögert hatte, seine Ruhe zu stören - auch falls man etwas Interessantes unter den Mumienbinden finden sollte. In den 1930er Jahren wurde die Mumie von Wah mit Röntgenaufnahmen untersucht, wobei sich viele Schmuckstücke unter seiner voluminösen "Verpackung" zeigten, die Wah um den Hals und um die Hand- und Fußgelenke trug. Zwanzig Jahre nach dem Fund des Sarkophages beschloss man deshalb, die bislang intakte Mumie auszupacken.
1940 - nach 20 Jahren - wurde dann die Mumie "ausgepackt". Bei der Entfernung der Binden errechnete man, dass insgesamt 375m2 an Leinenstoff bei der Mumifizierung verwendet wurden. Wah war in Schicht um Schicht von Leinenbinden von bis zu 12m Länge gehüllt, großen Leichentüchern und viele Polster aus gefalteten Laken, so dass die Mumie einen großen Zylinder mit einem Umfang von 150cm bildete, aus dem das mit einer Maske bedeckte Gesicht herausschaute. In mehreren Abständen in den Schichten war die Oberfläche der Leinen mit dunklem Harz verschmiert (Winlock 1940 in: The Mummie of Wah unwrapped. Metropolitan Museum of Art Bulletin 35). Leinenstoff war damals teuer, so dass davon auszugehen ist, dass Wah einen relativen Reichtum besaß.
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Rot gefärbtes Leinenstück Dieses war das letzte Stück Leinen, welches zum Einwickeln von Wah seiner Mumie verwendet wurde. Obwohl rot gefärbtes Leinen in einer Reihe von antiken Texten erwähnt werden, sind tatsächliche Beispiele selten.
Bild: Courtesy to the Metropolitan
Museum |
Mindestens 60 Leinenbinden waren mit Hieroglyphen in Tintenaufschriften versehen. Wahs Name erschien auf 11 Leinenbinden. Ein mit "Hämatit" (eine häufig vorkommende Eisenoxidverbindung mit der Formel Fe²O³, die sich weit verbreitet in Gesteinen und Böden findet) (Elena Phipps, 2010 - Cochineal Red: The Art History of a Color - The Metropolitan Museum of Art, New York) rot gefärbter Fransenschal (Phipps 2010, S. 5) war wie ein Kilt um seinen Körper gewickelt. Er trug eine Tintenaufschrift, welche der Ägyptologe Herbert Winlock als "Leinen des Tempels zum Schutz von Nyt-anch-Sachmet, gerechtfertigt" las (Winlock 1940), S. 253). Eine andere Lesart lautet: "Tempelleinen zum Schutz" (Rot war eine Schutzfarbe und wurde mit Osiris, dem Gott der Toten, in Verbindung gebracht).
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Eingewickelte Mumie des Gutsverwalters Wah -
Objekt Nr. 40.3.54 |
| Die Untersuchungen der Mumie ergaben, dass Wah fast 1,83m groß war und zum Zeitpunkt seines Todes ungefähr 30 Jahre alt war (Quelle: Catharine H. Roehrig, 2002, Leben am Nil: Drei Ägypter des alten Theben / The Metropolitan Museum of Art Bulletin 60). Wahs Mumie wurde sorgfältig mit einer Natron-Salzlösung mumifiziert. Seine Organe wurde durch einen Schnitt im Bauchraum entfernt. Sein Zwergfell ist intakt, was darauf hindeutet, dass seine Lunge und sein Herz an Ort und Stelle geblieben sind. Auch sein Gehirn war erhalten (Winlock 1940, S. 259). Im Grab wurden jedoch keine Kanopengefäße gefunden, welche zur Aufbewahrung der einbalsamierten Organe dienten. |
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Bild: https://www.metmuseum.org/art/collection/search/545116 |
Auf den für die Mumien-Verpackung verwendeten Leinenbinden waren mit Tinte die Daten "Jahr 2", "Jahr 5" und "Jahr 6" geschrieben worden, zusammen mit seinem Namen. Auf anderen erscheint ein "Jahr 15" im Zusammenhang mit dem Namen einer anderen Personen. Wenn das Datum "Jahr 15" aus der Regierungszeit von Amenemhet I. stammt und Wah nach dem Jahr 15 unter Amenemhet I. begraben wurde, war er Anfang 20, als sein Vorgesetzter Meketre starb. Jedoch sprechen verschiedene Gründe - wie die Paläographie von Wahs Sarg und auch der traditionelle Stiel seiner Statue dafür, dass sie aus einer früheren Zeit stammen.
Röntgenaufnahmen der Mumie von Wah zeigen Verletzungen und pathologische Veränderungen an seinen Unterschenkeln. Er litt am rechten Bein an Morbus Osgood-Schlatter" (einer Erbkrankheit, bei der die Sehne den Knochen unterhalb des Knies auseinanderzieht). Er hatte verheilte Knochenbrüche am linken Fuß und an beiden Knöcheln waren Knochensporne (eine gutartige - nicht krebsartige - Neubildung an der Oberfläche eines Knochens). Wah scheint am Ende seines Lebens übergewichtig gewesen zu sein (Roehrig 2002).
Schmuck
In den Bandagen von Wahs
Mumienverpackung fand man zahlreiche Amulette und Schmuckstücke. Auf der
Brust, über seinen verschränkten Armen lagen ganz innen - quer über seine
Brust trug er einen breiten Halskragen aus blauen Fayenceperlen und um seine
Handgelenke und seine Knöchel befanden sich insgesamt acht Arm- und
Fußkettchen aus demselben Material. Der Halskragen besaß keinen Verschluss,
so dass er diesen wohl zu Lebzeiten nicht getragen hat.
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Breiter Halskragen von Wah |
Halskette mit Silberperlen |
| Dieser breite Kragen zählt zu den schönsten
Beispielen seiner Art aus dem frühen Mittleren Reich. Er wurde
sorgfältig aus Perlen abnehmender Länge gefertigt, um die
geschwungene Form zu erziehlen. Obwohl einige Stellen mit modernem
Garn verstärkt werden mussten, ist die Aufhängung fast vollständig
original. Der Kragen gehört zu einem Set von Grabschmuck, das Wah -
dem Gutsverwalter von Meketre gehörte.
Der breite Kragen, Fußkettchen und Armreifen wurden als Grabbeilagen angefertigt und befanden sich in den Leinenbinden, welche der Mumie am nächsten lagen; der Kragen war um den Hals gebunden. |
Nachdem die Mumie von Wah
teilweise in Leinenbinden eingewickelt war, wurde ihr diese Halskette
aus Silberperlen um den Hals gelegt. Die Perlen waren auf 12 oder mehr
Fäden aufgefädelt, die anschließend durch dicke Leinenschnüre
geführt wurden.
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Obwohl Wah nur ein kleiner untergeordneter Beamter war, besaß er eine goldene und eine silberne Halskette sowie eine aus Karneol und die letzte aus verschiedenen anderen Steinen sowie vier Skarabäen-Amulette - zwei aus Silber, einer aus Fayence und einer aus Lapislazuli - die über seinen gekreuzten Armen lagen. Die beiden silbernen Skarabäen gehörten zu den feinsten Schmuckstücken aus Ägypten. Der größte Skarabäus trägt in seiner Inschrift die Namen von Wah und Meketre (Roehrig 2002, S. 15) und die Hieroglyphen für Leben und Schutz. In seiner linken Hand trug er eine ovale Karneolperle (Winlock 1940, S. 256). Die Mumie des Wah wurde anschließend dem American Museum of Natural History zu Studienzwecken übergeben.
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Sweret-Perle, Kette aus Karneol-Perlen und
Skarabäus |
Beschrifteter Skarabäus mit Namen u. Titel
von Wah |
| Das "Sweret" ist ein
fassförmiges Amulett aus Karneol. Dieses Schmuckstück wurde
üblicherweise am Hals einer Mumie gefunden, doch Wahs Sweretperle ist
auf einem kurzen Leinenfaden aufgefädelt, was darauf hindeutet, dass
sie als Ring getragen werden wollte. Sie wurde in Wahs linker Hand
gefunden.
Schwertperle Acc: 40.3.1; Halskette Acc: 40.3.16; Skarabäus Acc: 40.3.11. |
Dieser große silberne Skarabäus zeugt
von außergewöhnlich feiner Handwerkskunst. Er wurde in mehreren
Teilen gegossen und anschließend verlötet. Details an Beinen, Kopf
und Flügeldecken sowie das mäanderförmige Muster am Sockel wurden
ziseliert. Ein Elektrum-Aufhängungsrohr verläuft durch den gesamten
Skarabäus, und die eingelegten Hieroglyphen auf den Flügeldecken
bestehen aus Elektrum, einer Gold-Silber-Legierung. Ihre helle Farbe
macht sie nahezu unsichtbar, es sei denn, der Skarabäus ist
angelaufen.
Die Inschrift auf der linken Flügeldecke nennt Wahs Namen und seinen Titel "Aufseher des Lagerhauses" (allgemein "Gutsverwalter"). Die Inschriften auf der rechten Flügelseite nennen seinen Arbeitgeber, den adligen Meketre. |
Mumienmaske
Auf dem Kopf und der Brust von Wahs Mumie lag eine
Totenmaske, die bis zu seiner Taille reichte. Sie bestand aus mehreren
Schichten Gips und Leinen (Kartonnage) und war mit Goldfolie belegt.
Das Gesicht war vergoldet und mit einem kurzen Holzbart versehen, ein kleiner
Schnurrbart und Koteletten wurden aufgemalt.
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Mumienmaske des Wah
Die Augen waren bemalt und wirkten wie mit Kajal
umrandet. Der Kopf war miteiner gestreiften Perücke oder einem Kopftuch
in Blau und Grün bedeckt. Um den Hals trug er einen breiten, bemalten
Kragen in Rot, Blau und Grün, welcher Materialien wie Karneol und
Fayence imitieren sollte |
| Rehuerdjersen - Schatzmeister - |
Die Datierung des Rehuerdjersen ist problematisch und unter den Ägyptologen umstritten. Sein Grab befand sich neben der Pyramide von Amenemhet I., weswegen einige Forscher ihn als dessen Schatzmeister einordnen möchten. Eine Stele von ihm, die sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York befindet, datiert stilistisch jedoch unter Amenemhet II., weshalb andere Forscher vermuten, dass er unter diesem Herrscher amtierte.
Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass der Stil der Darstellungen auf den Fragmenten in der Mastaba, die ihm zugeschrieben wird, unter Amenemhet I. anzusetzen sind. Von dieser Beleglage ausgehend, muss entweder angenommen werden, dass es zwei Schatzmeister mit diesem Namen gab oder dass die Stele nach seinem Tod zu seinen Ehren angefertigt wurde. Eine dritte Option besteht allerdings darin, dass die ihm zugeschriebene Mastaba (Grab 384) gar nicht ihm gehörte. Die mit seinem Namen beschriebenen Reliefs fanden sich nämlich nicht in - sondern verstreut um diesen Bau herum und könnten theoretisch von einer bisher nicht gefundenen weiteren Mastaba stammen.
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Relief aus Mastaba Rehuerdjersens
Courtesy to the Metropolitan Museum of Art |
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Stele des Rehuerdjersen
Die Stele stammt lt. Online-Katalog des Metropolitan Museums aus einem Kenotaph von Rehuerdjersen in Abydos. Der Stil der Stele wird aber von einigen Ägyptologen in die Regierungszeit von Amenemhet II. datiert - etwa 40 Jahre nach dem Tod des Schatzmeisters. Der Verstorbene sitzt links, hinter einem Tisch, der mit stilisierten Brotlaiben beladen ist. Diese Stele ist von seinem Bruder Heqatifi für Rehuerdjersen gewidmet und neben dem Verstorbenen und dem Stelenstifter Heqatifi (der einen Vogel als Opfergabe in der Hand hält) finden sich auch die Namen der Mitglieder der Familie Rehouerdjersen in mehreren Registern auf ihr. Nach stilistischen Kriterien datiert Claude Obsomer in seiner vergleichenden Untersuchung der Inschriften des Mittleren Reiches die Entstehung dieser Stele auf die Herrschaft von Amenemhet II. - dem Sohn von Sesostris I. (Obsommer 1993)
- public domain - |
Rehuerdjersen trug die Titel eines "Schatzmeisters" und wahrscheinlich unter der Regierung von Sesostris I. den eines "Leiters der Versiegelten Dinge", "Vorsteher des Doppelhauses aus Silber" und "Vorstehers des Doppelhauses aus Gold".
Nach Dr. Wolfram Grajetzki (Das Mittlere Reich des alten Ägyptens, Geschichte, Archäologie und Gesellschaft, Duckworth-Verlag, 2006, S. 47) war Rehuerdjersen "jemand, der zu Beginn der Herrschaft von Amenemhet II. auf der Grundlage der Abydos-Stele lebte", was mit der Hypothese von Rita Evelyn Freed (siehe: Stela Workshops of Early Dynasty 12, in: Studies in Honor of William Kelly Simpson, Boston 1996, p. 327-334) übereinstimmt, die er daher auf die Zeit des Sohnes von Sesostris I. datiert.
Der englische Ägyptologe Dr. Nigel Strudwick gab es nur einen Rehuerdjersen, den er auf das Ende der Regierungszeit von König Amenemhet I. und den Beginn der Zeit von Sesostris I. datiert, ohne auf das von Rita E. Freed skizzierte Thema bezüglich der Stele von Abydos oder der Mastaba von el-Lischt einzugehen.
Prof. Dr. Dieter Arnold datiert Rehuerdjersen auf die Zeit von Sesostris I. und möchte dieses anhand von stilistischen Kriterien aus den Reliefs und Inschriften seiner Mastaba in el-Lischt festmachen.
Natalie Favry platziert den Beamten vor oder nach einem Würdenträger, namens Montuhotep, der während der Regentschaft von Sesostris I. dieselben Ämter innehatte. Der Dritte, der dieses Amt innehatte, hieß Ipy, und es ist wahrscheinlich, dass er während der Herrschaft von Amenemhet I. legte. Sie legt jedoch fest, dass die Datierung nur auf der Anwesenheit der Mastaba von Rehuerdjersen in el-Lischt basiert.
Obwohl die genaue Zeit, in welcher er seine Funktionen (siehe oben) ausübte, aufgrund der späten Datierung der Abydos-Stele noch umstritten ist, wäre es auch überraschend, wenn eine Person solchen Ranges sich entschied, ein Denkmal für sich innerhalb der Mauern der Amenemhet I. Pyramide errichten zu lassen, ohne dass es eine enge Verbindung zu diesem Herrscher gab. Es scheint daher wahrscheinlich, dass Rehuerdjersen am Ende der Regierung von Amenemhet I. zum Schatzmeister ernannt wurde, Ipy ihm in diesem Amt folgte und während der Regierung von Sesostris I. später von Montuhotep abgelöst wurde, der dieses Amt bis zum Ende der königlichen Herrschaft innehatte.
Der Ruhm von Reherdjersen scheint so bedeutend gewesen zu sein, dass er neben seiner Mastaba nahe der Pyramide seines Herrschers, der ihn beförderte, ein Kenotaph in Abydos hatte, für das sein jüngerer Bruder Heqatifi eine Stele widmete, auf der er die Mitglieder ihrer Familie erwähnte (4).
| Sobeknacht - Obervermögensverwalter - |
Sobeknacht amtierte als Obervermögensverwalter wohl unter König Amenemhet I. Er ist von einem Reliefblock bekannt, das im Umfeld der Amenemhet I.-Pyramide in el-Lisht gefunden wurde und von seinem Grab stammt. Weitere Blöcke werden ebenfalls dem Grab zugeordnet, tragen jedoch nicht seinen Namen. Das Grab selber konnte bisher nicht mit Sicherheit lokalisiert werden.
Von Sobeknacht stammt auch eine Sitz-Statue, die sich in Theben (Sheikh Abd el-Qurna) fand und den Namen seiner Mutter "Sat-Sobek" und seine Titel zeigt: Mitglied der Elite, Vorderster an Aktion, königlicher Siegler und einzigartiger Freund. Da der Obervermögensverwalter Hori im letzten Regierungsjahrzehnt von Amenemhet I. im Amt war, ist Sobeknacht wohl vor diesem anzusetzen (1).
| Hetep - Inspektor der Priester der Teti-Pyramide - |
Hetep diente als hoher Beamter unter König Amenemhet I. und war im Totenkult von König Teti als "Inspektor der Priester der Teti-Pyramide"tätig. Sein Grab befindet sich im Teti-Bezirk, was zeigt, dass der Totenkult um den König der 5. Dynastie (Teti I.) auch Jahrhunderte später noch gepflegt wurde. Collin Firth fand 1921 bei den Ausgrabungen im Grab des Teti (in Saqqara) zwei bemerkenswerte sehr ähnliche Blockstatuen aus Kalkstein und aus grauem Granit, die einen neuen Statuen-Typ verkörperten.
Der Würfelhocker des Hepet ist einer der frühesten Exemplare dieser neuen Statuenform. Die Frontseite des Blocks trägt zeigt die Vorderseite von zwei kräftigen, durchmodellierten Unterschenkel. Zwischen diesen und links und rechts davon auf der Frontseite befinden sich Inschriften, in denen sich Hetep als "Erbfürst und Graf, Siegelbewahrer, vollkommener Freund des Königs", als in der Gunst von Osiris, dem "Herrn der beiden Grabhügel" und von Anubis bezeichnet. Beide Würfelhocker (Kairo 48858 und 48857) - der aus Kalkstein und der aus Granit - waren einst im Graboberbau in Nischen aufgestellt, wo sie nach Osten, der aufgehenden Sonne entgegenblickten.
Die Statue aus Kalkstein ist die größere und hat eine Höhe von 110cm, eine Breite von 63cm und eine Tiefe von 96cm. Die Granitstatue ist kleiner und ungefähr 73cm hoch, 53cm breit und hat eine Tiefe von 63cm. Dieser Typus des Würfelhockers bezeichnet man auch als "Sänftenhocker".
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Würfelhockerstatue des Hetep Die Hockerstatue des Hetep wurde in seinem Grab in Saqqara von Collin Firth (für das Egyptian Antiquities Service) im Jahre 1921 gefunden. Hetep, der als Inspektor der Priester der Teti-Pyramide, in der Regierungszeit von Amenemhet I. amtierte besaß zwei sehr ähnliche Statuen (diese aus Kalkstein und eine etwas größere aus Granit, Museum Kairo JE 48857). Dieser Statuentyp war im alten Ägypten sehr beliebt, da die großen, glatten Flächen ideal für Hieroglyphen-Inschriften geeignet waren. Würfelhocker stellten ausschließlich Privatpersonen (Beamte, Priester) dar, niemals Pharaonen. Die Statue zeigt Hetep in der typischen hockenden Pose am Boden - die Arme sind überkreuzt. Er trägt eine glatte weit ausladende Perücke mit leicht angedeutetem Mittelscheitel, welche die abstehenden Ohren frei lässt. Er trägt einen kurzen Kinnbart und sein Gesicht blickt über den würfelförmigen Körper hinaus. |
| Bild:
Kairo
Museum Würfelhocker Hetep 01 Autor: Olaf Tausch, Wikipedia 16. Okt. 2019 Lizenz: CC BY 3.0 |
| Hor - Obervermögensverwalter - |
Ein Hor war Obervermögensverwalter gegen Ende der Regierung von Amenemhet I. Er ist auch noch im Jahr 9 von König Sesostris I. belegt. Sein Nachfolger im Amt unter der Regierung von Sesostris I. muss dann "Nacht" gewesen sein. Hor amtierte im 1. Regierungsjahr unter Sesostris I. als "Obervermögensverwalter im ganzen Land (jmj-rA-pr-wr-ntA-r-Dr=f) und auch schon im letzten Regierungsjahrzehnt von Amenemhet I. Hor ist von zwei Objektgruppen bekannt und hatte in Abydos eine Kapelle, aus der verschiedene Stelen stammen.
Hor leitete eine Expedition in das Wadi el-Hudi, wo er eine Stele errichtete, auf der er von seiner Expedition berichtete. Die Stele ist unter Sesostris I. datiert - jedoch nur mit dem Königsnamen und ohne ein Datum. Auf der Stele wird berichtet, wie Hor Amethyst für seinen König abbauen ließ. Eine der Abydos-Stelen aus seiner Kapelle ist in das Jahr 9 von Sesostris I. datiert und befindet sich heute im Louvre (C 2). Auf ihr wird seine Titulatur überliefert mit den Titeln:
Mitglied der Elite
Vorderster an Aktion
Königlicher Siegler
Einziger (einzigartiger/vollkommener) Freund
Priester des Month, Herr von Theben
Vorsteher der Torwache
Der Name seiner Mutter lautete "Senet" - der Name seines Vaters ist nicht überliefert. Neben den oben genannten Titeln war Hor auch Priesteraufseher am Tempel der Amenemhet I.-Pyramide.
| Merj / Meri / Mery - stellvertretender Schatzhausvorsteher - - Assistenz-Siegler - |
Der stellvertretende Schatzmeister und Assistenz-Siegler mit Namen Meri (oder Mery ?), der unter König Amenemhet I. und Sesostris I. als "Assistenz-Siegler" im Büro des Schatzmeisters arbeitete, berichtet uns in einer Inschrift, die sich auf einer Stele - heute im Museum Louvre (C 3) befindet:
Die Inschrift stammt aus dem vorletzten Jahr der gemeinsamen Ko-Regierung von Amenemhet I. und Sesostris I. und berichtet über Arbeiten imNamen des Königs in Abydos und ist daher besonders interessant.
Um was für ein Bauwerk es sich
handelte und wo dieses lag, kann heute nicht mehr bestimmt werden. Es könnte
sich eventuell um einen Pyramidenbezirk gehandelt haben. Wegen der Datierung
der Stele ins Jahr 9. Sesostris I. könnte es
sich um die Pyramide von Amenemhet I. gehandelt haben. Die Interpretation des Ortes der
Ewigkeit “ als Pyramide ist jedoch nicht sicher.
Meri war der Sohn eines gewissen Hor
und dessen Gemahlin namens Menkhet.
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Stele des Meri aus Abydos |
| Der schon unter König Amenemhet I.
sowie unter der Regierung von Sesostris 1 amtierende "Assistenz-Siegler"
Mery ist auf einer Stele aus Abydos zu sehen, die sich heute im Louvre
befindet (C 3). Die Inschrift ist in das Jahr 9, 2. Monat der
Achet-Zeit, Tag 20 unter König Sesostris 1 datiert (wahrscheinlich
das vorletzte Jahr der Ko-Regentschaft mit König Amenemhet I.). Mery
arbeitete im Büro des Schatzmeisters und berichtet auf seiner Stele
in einer 21zeiligen Inschrift über Arbeiten des Königs in
Abydos. Die
Inschrift der Stele hat zwei Teile: in den ersten 7 Zeilen berichtet
er über seine Arbeit im Tempel des Osiris-Chontamenti und dass sein
Herr (Sesostris I.) ihn auf eine Mission gesandt hatte, um für seinen
König einen "Platz in der Ewigkeit in Rosetau zu errichten.
In der Hauptszene - unten auf der Stele (rechtes Bild oben) - ist auf der linken Seite die Figur des Mery selbst zu sehen. Er sitzt auf einem Stuhl und ihm gegenüber sitzen sein Vater Hor und seine Mutter Menchet, die geliebte Ehefrau seines Vaters. |
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| Bild: Courtesy to Juan R. Lazaro - alle Rechte vorbehalten - |
Bild: Courtesy to Juan
R. Lazaro - alle Rechte vorbehalten - |
Mery ist selbst ebenfalls auf der Stele - im unteren Teil - zu sehen. Die Szene zeigt eine Opferdarstellung mit Opfergaben von heiligen Ölen. An dieser Szene sind links der Siegelträger Mery zu sehen, der auf einem Stuhl sitzt - hinter ihm stehen zwei kleinere Personen und eine weibliche Figur neben seinem Sitz - evtl. seine Kinder? Auf der rechten Seite sitzen - ihm gegenüber - seine Eltern der ehrwürdige Hor und seine Mutter Menchet - und evtl. sind unter deren Sitzen auch noch zwei Personen zu sehen (?). Zwischen diesen beiden Gruppen steht eine Figur, welche evtl. ein Diener, ein weiterer Sohn oder Mery selbst in verjüngter und verkleinerter Darstellung sein könnte.
Mery berichtet auf seiner Stele:
| "Jahr 9, Monat 2 der Achet-Zeit, Tag 20
unter der Regierung der Majestät von Horus-Anch-mesut, dem Nebty
Anch-mesut, dem König von Ober- u. Unterägypten Cheperkare, der
Sohn des Re, Sesonstris, der ewiglich lebt, wie Re. Sein wahrhaft
ihn liebender Diener, der alles tut, was er (der König) Tag für
Tag lobt, der Ehrwürdige Herr der Ehrwürdigkeit, der
stellvertretende Träger des Siegels, Mery, Sohn von Menchet, der
sagt: "Ich war ein gehorsamer Diener, großartig im Wesen,
sanft in der Liebe. Mein Herr sandte mich aus wegen (meiner) Loyalität
auf eine Mission, um für ihn (den Bau) eines Ortes der Ewigkeit zu
leiten, welcher größer ist als der Name von
Rosetau................Seine Mauern erreichten den Himmel, der See,
der gegraben worden war, erreichte den Fluss. Die Tore, welche den
Himmel durchbohrten, bestehen aus weißem Tura-Stein.
Osiris-Chontamenti freute sich über die Denkmäler (meines)
Meisters, während ich selbst in Freude war und (mein) Herz aufgrund
dessen, was ich leitete (der Bau) heftig schlug.............".
(Übersetzung aus dem französischen nach Claude Obsommer, Sésostris
Ier) |
| Seshehen-sa-Hathor /
Seschen (Lotosblume, Sohn der Hathor) - Arzt und Magier - |
Seshehen-sa-Hathor (auch Seschen-Sa-Hathor) war ein bedeutender Beamter unter der Regierung von Amenemhet I.. In den historischen Quellen wird er als Arzt identifiziert. Im Ägyptischen Museum München (ÄS 5361 + 7212) befindet sich eine Sitzstatue aus Granitdiorit von ihm. Sie hat eine Höhe von 58,7 cm und wurde in Ezbet Rushdi - nahe Tell el-Daba gefunden. Die Zuweisung auf die Regierungszeit von König Amenemhet I. ergibt sich aus der Königskartusche auf der Statue des Seshehen-sa-Hathor.
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Sitzstatue
Seschen-Sa-Hathor Der Beamte wird auf der Statue im klassischen Typ einer Sitzstatue dargestellt: die linke Hand liegt ausgestreckt auf seinem Oberschenkel, die rechte (zerstört) war zur Faust geballt. Seschen-sa-Hathor trägt einen kurzen Kilt, seine Füße ruhen geschlossen auf der unteren Platte des Thrones. Auf den Seitenflächen und der Frontseite des Thrones befinden sich Inschriften, welche den Namen von König Amenemhet I. nennen. Eine weitere Inschrift lautet: "Ich habe den Auftrag des Königs ausgeführt zur Zufriedenheit der Götter (....), ich bin ein verklärter Würdenträger". (Quelle: Onlineportal bavarikon - Kultur und Wissenschätze Bayers) Die Sitzstatue des
Beamten gilt als klassisches Bespiel für die Kunst des Mittleren
Reiches. |
| Bild:
Statue
SesheshensahathorMunich Autor: Khrumer, Wikipedia 3.10.15 Lizenz CC BY-SA-4.0 |
| Ihy - Hohepriester im Dienst von Amenemhet I. - - Totenpriester im Kult von König Teti - |
Ihy war ein Hohepriester, der im Totenkult für den verstorbenen König Teti an dessen Pyramide in Saqqara arbeitete und unter der Regierung von Amenemhet I. als auch Sesostris I. amtierte. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, Gebete zu sprechen und Opfergaben für Amenemhet I. und später Sesostris I. darzubringen. Für seine treuen Dienste wurde Ihy das Privileg gewährt, in der Nähe der Pyramide von Teti bestattet zu werden.
Der Name seiner Mutter - die in seiner Grabkapelle in Saqqara genannt wird - lautete: Sat-Shendjet (Tochter des Akazienbaums) - zusammen mit der Beischrift: "seine Mutter, die er liebt".
Ihm unterstellt war ein Beamter mit dem Namen "Nefer-wabet", der als Schatzmeister diente und im Grab des Ihy in Saqqara dargestellt ist - hinter ihm ist ein weiterer Diener mit Nahrungsmittel zu sehen.
| Nesmonth - Militärführer und General - |
Nesmonth war ein
hochrangiger Militärführer am Beginn der 12. Dynastie (während der
Ko-Regentschaft von Amenemhet I. und Sesostris I.). Er scheint in den
bürgerkriegsähnlichen Zustanden am Ende der Regierung von Amenemhet I. und
dem Übergang zu Sesostris I. für seinen König gekämpft zu haben.
Lt. dem kanadischen Ägyptologen Donald B. Redford (von der Pennsylvania State
Universität) setzt eine Razzia nach Nubien in das Jahr 1 von Sesostris I.
(während der Ko-Regentschaft mit seinem Vater) und einen Feldzug gegen die
Wüstenbewohner im Nord-Osten unter der Führung des Generals Nesmonth. Lt.
der Stele Louvre C 1 geschah dieses im 24. Regierungsjahr von König Amenemhet
I. - und somit im Jahr 4 von Sesostris I., wobei beide Unternehmungen dann
noch in die Zeit der gemeinsamen Regierung von Amenemhet I. und Sesostris I.
fällt. Nesmonth diente zuerst und König Amenemhet I. und dann unter seinem
Nachfolger König Sesostris I.
Auf der Nesmonth-Stele (heute im Louvre, Paris C 1 - aus Kalkstein), die aus Abydos stammt, befinden sich etwas unklare Angaben über die Kriegszüge, an denen er teilnahm - so könnte es sich hier auch um Kämpfe handeln, die bei der Machtübernahme von Amenemhet I. stattfanden. Auch die Datumsangaben der Stele ist nicht vollständig erhalten - wird aber meistens zu "Jahr 24 Amenemhet I." ergänzt (wobei einige Ägyptologen - wie vor allem Claude Obsomer in: Sesostris Ier sowie Wolfgang Helck), die Datierung bezweifeln.
| Nesmonth berichtete, dass
ihm " das Heer wie ein Hund folgte beim Umzingeln; wurde es hell, (Quelle: MDAIK 37) |
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Rundbogige Stele des
General Nesmonth Lt. Claude Obsommer ist die Stele in das Jahr 8 von Sesostris I. zu datieren - also Jahr 28 der Ko-Regentschaft mit Amenemhet I. Fundort: nach PM VII, 382 aus Palästina - was aber nicht richtig ist. Herkunft unbekannt - aber aus stilistischen Gründen sicherlich Abydos (Simpson: ANOC 6.2) Es handelte sich hierbei wohl um eine Strafexpedition gegen Beduinen in Südpalästina, also ein Unternehmen gegen asiatische Nomaden und die Zerstörung ihrer Bollwerke, es lässt sich nicht sagen wie weit in feindliches Gebiet hinein sich seine Unternehmungen erstreckten. Die Stele stammt wohl aus Abydos - es gibt noch
mehrere Stelen der Familie des Nesmonth,
die alle von hier stammen, sie lassen sich exakt in die Zeit vom 24.
Jahr Amenemhets I. bis Jahr 9
Sesostris I. datieren. |
Würfelstatue des Nesmonth Auf dem rechten Unterarm steht:: „Der General Nesmonth “ (im j-r3 mS a Nsw-MnT w). Rückenplatte:1 2.
"Der Siegelbewahrer des unterägyptischen Königs, der Leiter der
Befehle (sD3w.t
j-b j.t j) 3.
Der Generalissimus, der (große?) Oberste der vornehmen |
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Bild: F8124
Louvre Stele du general Nesoumontou 12e dynastie C1 rwk |
Bild: Nesmonth Autor: Wikipedia - Einsamer Schütze 22.09.06 Lizenz: CC BY-SA 3.0 |
| Die Großen Gauoberhäupter |
Gräber
in Beni Hasan
Die
Gräber der "Großen Gau-Oberhäupter" von Beni Hasan liegen in der
Felsnekropole - 23 km südlich von Minja bei Beni Hasan. Die Gräber wurden
auf dem Ostufer des Nils in die steilen Kalksteinklippen eingeschlagen. Die
Anlagen beginnen hier mit der 1. Zwischenzeit und werden fortgeführt bis zum
Ende des Mittleren Reiches.
(Die Beschreibung der Gräber der Gaufürsten beruht ansatzmäßig auf die Dissertation von Silvia M. Rabel: Dissertation von Silvia M. Rabehl: Das Grab des Amenhet in Beni Hassan oder der Versuch einer Symbiose - So nah und doch so fern. Inaugural-Dissertation zu Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludw.-Maximilians-Universität München 2006); Selket's Ägypten Blog (blog.selket.de/tag/beni-hassan); Sport und Spiel im Alten Ägypten" von W. Decker: Abdel Ghaffar Shedid: die Felsengräber von Beni Hassan in Mittelägypten (= Zaberns Bildbände zur Archäologie, Band 16 von Zabern, Mainz 1994); Percy E. Newberry, Francis LI. Griffith, Howard Carter: Beni Hasan, Bd. 2 Egypt Exploration Fund, London 1893, online-Version und engl. und deutsche Wikipedia, Beni Hassan).
| Baqet III. / Baqti - Großes Oberhaupt des Gazellengaues in seiner Gesamtheit - - Beni Hassan Nr. 15 (Lepsius Nr. 6) - |
Baqet, der Grabinhaber des Grabes BH15 war "Großes Oberhaupt des Gazellengaues in seiner Gesamtheit" und wird auf das Ende der 11. Dynastie bis unter die Regierung von Amenemhet I. datiert. Wahrscheinlich amtierte Baqet während der Regierung von Amenemhet I. Sein Vater Ramusjenty war vor ihm Gaufürst des 16. Oberägyptischen Gaus - seine Mutter trug den Namen "Hoteperawi". Baqet trug die Titel eines "Gaufürst des Oryxgaus, sowie Kanzler des Königs von Unterägypten. Sein Sohn und Nachfolger war der Gaufürst Cheti I.
Neben dem Amt eines Statthalters (Gaufürst) des gesamten Gaues bekleidete Baki III. auch die Titl: "Hatia", (Graf), Schatzmeisters des Königs von Unterägypten, Vertrauter, enger königlicher Bekannter und Bürgermeister von Necheb.
Als Sohn und Nachfolger seines Vaters Ramushenti/Ramusjenty, (ebenfalls Hatia, königlicher Siegelträger, einziger Freund, Großherrscher des Antilopen-Gaus u. a. - Grab BH 27 in Beni Hassan) verwaltete er das Gouvernement in der Stadt Men'at Khufu (dem heutigen el-Minya).
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Eingang zum Grab des Baqet III. (BH 15), der
Felsgräber von Beni Hassan |
| Bild: Beni
Hassan tombs 2 Autor: Roland Unger, Wikipedia 7. 3. 2004 Lizenz: CC BY-SA 3.0 |
Baqet III. besaß eine prächtige Grabanlage in Beni Hassan. Dieses Grab enthält die gleichen Muster und Inschriften wie die übrigen Gräber von Beni Hassan. Der Eingang führt von einem Vorhof zu einem hallenartigen Raum (der Grabkammer mit den Maßen: 12,5 x 16,5m) mit 2 Säulen, welche den östlichen (hinteren) Teil des Grabes vom vorderen abtrennen.
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Eingang zum Grab des Baket III. (BH 15) der
Felsengräber von Beni Hassan, |
| Bild: Beni
Hassan28 Autor: Roland Unger, WikiVoyages 7. 3. 2004 Lizenz: CC BY-SA 3.0 nicht portiert |
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Grabplan von BH 15 PM 1: linke Eingangswand der
Halle |
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2. Register: Rühren und pressen von Wein, Bäume mit Vögeln und
Fallen |
An der inneren Rückwand der linken Eingangswand (nördlicher Teil der Westwand) befinden sich Darstellungen, die sich leider nur teilweise erhalten haben. Oben an der Wand befindet sich ein Checker-Fries und die Zeile der Wandüberschrift. Hier wurde die Wanddekoration in zwei Themenbereiche unterteilt: in der nördlichen wird das Marschland gezeigt, nach links - näher zum Grabausgang - war wohl der Grabinhaber Baqet zweimal großformatig dargestellt. Leider existieren davon nur noch Reste. Der großformatige Gaufürst sitzt bei der ersten Darstellung auf seinem Stuhl und wendet sich dem Eingang zu. Dahinter ist er stehend abgebildet.
Auf der linken Eingangswand folgt der Darstellung der Marschlandschaft (PM 1) eine lose Anordnung von Registern, in denen immer wieder Inseln mit Papyrusdickichten zu sehen sind, zwischen denen sich Männer in kleinen Papyrusbooten bewegen. Sie jagen Tiere im Wasser und sind auch bei der Papyrusernte zu beobachten.
Die nördliche Seitenwand (linke Wand) zeigt den
Grabbesitzer und seine Tochter (oder eine Statue seiner Tochter) im Alltag (PM
2-6).
Die Tochter hält in der Hand eine Lotosblüte und in der anderen Hand einen
Stab mit einem knospenförmigen Ansatz. Der Grabherr ist in Schreitstellung
dargestellt und mit einem Vorbauschurz gekleidet. Um den Hals trägt er einen
breiten Halskragen. in der Hand das Sechem-Zepter und in der anderen Hand den
medu-Stab. Der nach rechts blickende Grabherr überwacht die Geschehnisse vor
ihm in sechs Register, die teilweise nach Osten - aber auch nach Westen
verlaufen.
Die Szenen zeigen die Jagd auf verschiedene Tiere in der Wüste (auch Tiere aus der Fabelwelt!). Alle Tiere und auch die Jäger sind nach Osten gewandt. Es handelt sich dabei um Löwen, ein Leopard, Füchse, ein Strauß und einen Hasen - zwischen ihnen befinden sich kleine Büsche und Sträucher.
Im 2. Register werden verschiedene handwerkliche Tätigkeiten gezeigt - zwei Barbiere bei der Arbeit und die Verarbeitung von Flachs zu Leinen sowie anderer handwerklicher Tätigkeiten, wie das Spinnen von Garn und dessen Verarbeitung auf dem Webstuhl. Weitere Handwerksberufe zeigen Sandalenmacher, Goldschmiede, Spinner und Weber bei der Arbeit. Daneben ist ein Steuerregister abgebildet, das Schreiber zeigt, welche die säumigen Schuldner zur Rede stellen.
Im unteren Register werden Fischfangszenen inmitten vielfältiger Wasserlebewesen gezeigt und darunter Fische, die mit dem Namen ihrer Art beschriftet sind - ebenso Vogel- und Fledermausarten. Ein einzigartiges Relief zeigt die Ausbildung eines jungen Künstlers unter Anleitung und verdeutlicht so die Bedeutung der Lehre im Bereich der Grabdekoration.
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| Bild: Courtesy to Kairoinfo4U - alle Rechte vorbehalten - |
Die Seitenwand ist architektonisch - nach etwas 2/3 ihrer Länge durch einen leicht vorstehenden Pilaster in zwei unterschiedlich großen Abschnitten unterteilt. Unterhalb der Wandinschrift ist die Dekoration in sechs Registern unterteilt.
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Hinterer Teil des Grabes von Baqet III. -
Gaufürst im Gazellengau Die Decke des Raumes wurde im hinteren Bereich von zwei Lotusbündelsäulen gestützt, die heute leider zerstört sind. |
| Bild: Courtesy to
Mutnedjemet - alle Rechte vorbehalten - |
Die Rückwand
(Ostwand)
Die hintere Rückwand (Ostwand) zeigt eine von
Ägyptern besetzte Festung (PM 7-11), die von einer gemischten Armee aus ägyptischer
Infanterie, nubischen Bogenschützen und vielleicht libyschen Schleudern
belagert wird und vermutlich eine thebanische Offensive darstellt. Die Kamphandlungen beginnen mit Register 7. und
ziehen sich über die Register 8. und 9. hin. Zusammen mit Register 8. ist in
der nördlichen Ecke der Sturm auf die Festung zu sehen.
An der gleichen Wand sind außerdem eine bedeutende Anzahl von "Wrestling-Positionen" und "-techniken" zu sehen. Die umfangreiche Darstellung der Ringer zeigt 220 Paare von Kämpfen. Jedes Paar ist durch eine rot und eine dunkelbraun bemalte Figur gekennzeichnet, um Griffe und Techniken besser durchschauen zu können.
Hinter der Säulenstellung - rechte Seite der Ostwand - befindet sich in der rechten Seitenwand eine kleine Wandnische (Kultnische), die einen Opferaltar enthielt und vor der im Boden der Hauptschacht (Tiefe ca. 30m) zur Sargkammer abgeht.
Die Südwand (rechte
Seitenwand)
Bei der Bemalung der Südwand
konzentrierten sich die Künstler auf die Fauna und zeigen eine Katze mit
einer Maus, ein Affenweibchen mit ihrem Jungen und einem Männchen in der
Nähe sowie zwei Paviane. Weitere Motive an den Wänden, wie die Vogeljagd in
Sümpfen und die Papyrusernte zeugen von landwirtschaftlichem Reichtum und den
Freizeitbeschäftigungen der ägyptischen Elite. Die Jagd- und Vogelszenen
zeigen 29 identifizierbare Vogelarten wie den Spornkiebitz, den Nachtreiher
und den Graufischer und veranschaulichen die organisierten Jagdmethoden mit
Pfeil und Bogen, Hunden, Netzen und Zäunen. Viele dieser Darstellungen sind
mit Hieroglyphen beschriftet und betonen die Rolle des Nomarchen bei der
Regulierung der Jagd.
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Grab des Baqet III. in Beni Hassan Innenraum der hinteren Kultkapelle
(Nische) Lt. PM 22 befinden sich auf der linken Seitenwand der Nische Darstellungen von Vasen, Opfergaben, Schlachter, die Herstellung von Brot und das Zubereiten von Opfergaben. Auf der rechten Seitenwand stehen die
Reste eines kleinen Altars (PM 24).
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| Bild:
Beni
Hassan 30 Autor: Olaf Tausch 12.10.2014 Wikipedia Lizenz: CC BY-3.0 |
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über der Schreinnische Verschiedene Vögel - Tiere Männer bringen Nahrungsmittel und links: eine Bäckerszene
Bild: Courtesy Mutnedjemet |
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Grab des Baqet III. in Beni
Hassan PM 14 - der Grabherr oder sein Vater Ramushenti überwachen die Grabprozessionen und den Bau des Grabes. nach rechts: Männer bringen Tiere, Spiele,
Vogelfang mit Netz usw. - dazwischen |
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Courtesy to Mutnedjemet - alle Rechte vorbehalten - |
| Grab des Chety
- Beni Hassan. Nr. 17 / Lepsius Nr. 7 - Großes Oberhaupt des Gazellengaus in seiner Gesamtheit -_ - sowie Truppenkommandanten an allen geheimen Plätzen - - Evtl. Sohn des Baqet III. - |
Chety amtierte am Anfang der 12. Dynastie (einige Ägyptologen platzieren ihn auch ans Ende der 11. Dynastie, ebenso wie Baket III.) als Gaufürst des 16. oberägyptischen Oryxgaus (Antilopengau) in Mittelägypten. In der Dekoration seiner Grabkapelle (BH 17) finden sich mehrere Inschriften, welche den Namen und die Titel von Chety (Khety) nennen. Diese lauteten:
Großes Oberhaupt des gesamten Oryx-Gaus (dieses ist der Haupttitel der lokalen Stadthalter des Oryx-Gaus)
Graf (Haty-a)
königlicher Siegelmeister
vollkommener Freund
Begleiter des Königs
Kammerherr
der zu Necheb gehört und Herr von Necheb
Aufseher der Truppen und aller geheimen Plätze.
Der Ägyptologe Naguib Kanawati vermutet, dass Chety der Sohn und Nachfolger des Gaufürsten Baqet III. (Grab Nr. 15) war. Das Grabmal von Baqet und von Chety weisen denselben Grundriss auf und liegen dicht beieinander.
Über seine Familie ist nur wenig bekannt. Seine Mutter war dann wohl die Frau von Baqet III. mit Namen Chnumhotep. Ihm folgte wohl sein Sohn, der ebenfalls Khnumhotep hieß (ein Name sowohl für eine Frau als auch einen Mann).
Das Grab des Chety ist eines der vier öffentlich zugänglichen Gräbern im mittelägyptischen Beni Hassan (einer Nekropole mit insgesamt 39 Felsengräbern). Sein Grab Nr. 17 hat eine reich verzierte Grabkapelle mit einem rechteckigen Grundriss und besteht aus einem einzigen Raum mit sechs ebenfalls aus dem Fels gehauenen Säulen.
Die Anlage besteht aus einem Vorhof, der zum Eingang führt und einem Raum, der ursprünglich zwei Querreihen mit je drei Säulen mit Lotuskapitellen besaß. Heute ist nur noch jeweils eine Säule pro Reihe erhalten. Die Decke ist leicht gewölbt. Vor der Südwand befinden sich zwei quadratische Grabschächte.
Die Dekoration ist recht gut erhalten und die Wände dieses Grabmals zieren zahlreiche interessante Malereien. Unter dem Checker-Fries hat sich teilweise die Wandüberschrift erhalten. Die Darstellungen an der Wand lassen sich grob in eine linke und rechte Hälfte unterteilen, wobei sich dazwischen deutliche Schnittstellen ausmachen lassen.
Beim Betreten des Grabmals fallen sofort die Ringkampfszenen an der Ostwand ins Auge. Ringer sind in verschiedenen Positionen und beim militärischen Training zur Vorbereitung auf die Erstürmung von Festungen und Burgen dargestellt. Gegenüber dem Grabeingang befinden sich 122 Ringerpaare in 5 Registern, die sich im Kampf miteinander befinden, wobei keine der Gruppen zwei gleiche Positionen einnehmen. Darunter wehren die belagerten Verteidiger einer Festung die Angreifer ab.
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Grabplan BH 17
(Chety) Halle: Eingangswand links |
| PM 8-14: die Rückwand: Ringer - der Angriff auf
eine Festung, Opferlisten vor einer Statue des Grabherrn. PM 15-16: rechte Wandseite - hinterer Teil. PM 17 : Pilaster an der rechten Wandseite - 8 Register mit Spielen oberstes Register: Ein Mann, der auf dem Kopf steht 2. Register: ein Mann wird von drei anderen getragen PM 18: Wandstück rechte Wandseite zwischen den Säulen: der Grabherr in Begleitung von Untergebenen und zwei Zwergen PM 19: Pilaster an der rechten Wandseite: 6 Register mit Untergebenen in jedem Register PM 20-23: vorderes Stück der rechten Wandseite: - Oberer Teil: Oberes Register: Statue des Grabherrn in einem Schrein, männliche und weibliche Tänzer, Männer mit der Grabausrüstung Zweites Register: Männer bringen Rinder 2. Register - unterer Teil: Ochsen und Antilopen, Esel, Kornschneider, Tische und ein Bett mit Leinen. 2. Register und 3. Register: das Bringen von Tieren, Opfergaben usw. Der Grabherr sitzend vor Opfergaben - dahinter 3 Reg. mit Personen, die Flachs rupfen und Männer beim Pflügen. unterer Teil: 1. Register: Ochsen PM 24-25: rechte Eingangswand: Oberer Teil: 5 Register mit dem Zuführen von Ziegen, Steuern erheben und Ochsen, Wüste mit Bäumen, und Ziegen beim Weiden, sowie 8 Booten. Unterer Teil: Drei Register: kneten, stampfen, mahlen und kochen - beiderseits einer gemalten Scheintür. PM 25: unterer Teil: 3 Register mit Opferlisten (zerstört), Schlachter und Opferträgern PM 26-27: Architrav mit Text PM 28-29: Architrav mit Text |
Im 7. Register - unterhalb der Opferliste wird in einer Szene die Statue des Grabherrn in einem Schrein gezeigt. Er hält den "nedu" (ndw)-Stab ein ein Zepter in seinen Händen. Die Statue wird begleitet von zwei Männern - wohl Priester, die ein Ritual an der Statue vollziehen. Hinter der Statue steht ein Opfertisch mit einem großen "hes" (hs)–Gefäß darauf. Es folgen zwei Schlachter, die ein Rind schlachten und im Begriff sind, den Vorderschenkel abzuschneiden. Die letzten 3 Register zeigen unterschiedliche Gefäße mit Opfergaben.,
Rechte
Seitenwand (Südwand)
Die Südwand ist ebenso wie die Nordwand (linke
Seitenwand von BH 17) in drei unterschiedlich große Wandteile unterteilt.
Linke
Wandabschnitt:
Unterhalb der Decke befindet sich auch hier das "Checker-Fries"
- es folgt der Farbleiter und darunter die Wandüberschrift. Die
Wanddekoration ist hier in drei Register unterteilt. Darunter befindet sich
eine großformatige Darstellung des Grabeigentümers, der nach links blickt
und hinter ihm eine Statue seiner Gemahlin. Die Darstellung ist von einer
Beischrift umgeben.
Weiter nach rechts eine weitere Statue des Grabherrn - aber diesmal
blickt er nach rechts (mit zwei Zwergen und Untergebenen).
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Südwand (linke Wandseite des Grabes) Der linke Teil der Südwand beginnt mit einer Darstellung des Grabherrn, der nach links blickt - hinter ihm eine Statue seiner Gemahlin, die von einem Schlitten gezogen wird. Weiter nach rechts eine weitere Statue des Grabherrn - aber diesmal blickt er nach rechts (mit zwei Zwergen und Untergebenen). Es folgt auf dem westlichen Teil der Wandseite unter dem obligatorischen Checker-Fries der großformatig dargestellte Grabherr Chety, der nach rechts gewendet ist und auf einem Stuhl mit Löwenfüssen vor dem Speisetisch sitzt. |
| Bild: Courtesy to Heidi Kontkanen - alle Rechte vorbehalten - |
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Der mittlere Teil der Südwand (zwischen den Pilastern PM 18 An der rechten Seitenwand ist Chety groß und aufrecht stehend zwischen den beiden Balken zu sehen - in Begleitung von Untergebenen und zwei Zwergen. |
| Bild: EgyptBH17 Autor: Kurohito, Wikipedia 25. 3. 2008 Lizenz: CC BY-SA 3.0 |
Nach rechts folgt unterhalb des Checkerfries, des Farbleiters und der Wandüberschrift eine weitere Statue des Grabherrn, der dieses Mal auf einem löwenbeinigen Stuhl sitzt und nach rechts blickend vor einem Speiseopfertisch sitzt. Er ist mit einem kurzen Schurz bekleidet und trägt einen breiten Halskragen. Über dem Speisetisch sind zwei Priester zu sehen, von denen der vordere ein Weihrauchopfer darbringt und der hinter ihm stehende Priester wohl ein Vorlesepriester ist, der aus einer Papyrusrolle rezitiert. Unter dem Stuhl des Grabherrn befanden sich wohl einst zwei Hunde - die aber heute zerstört sind. Darunter befinden sich 6 Register mit Darstellungen.
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Grab des Chety Bei der ersten
großformatigen Darstellung handelt es sich um den sitzenden Grabherrn, der
dem Eingang zuwendet ist. Dahinter ist der Grabherr stehend dargestellt.
Vielleicht sind diese Darstellungen als Gegenstück zu den großformatigen
Darstellungen auf dem rechten Teil der Eingangswand zu verstehen. |
| Bild: tomb
of Chety III. Autor: Don McCrady, Flickr 27.7.2012 Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0 |
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Speisetischszene mit dem Grabherrn Nach rechts folgend sehen wir eine Opfertischszene. Der Grabherr sitzt auf einem löwenbeinigen Stuhl und blickt nach rechts auf den gut gefüllten Speisetisch (Opfertisch?). Bekleidet ist er mit einem kurzen Schurz und um seinen Hals liegt ein breiter Halskragen. Über dem Speisetisch sind zwei Vorlesepriester zu sehen, die aus einer Papyrusrolle rezitieren. |
| Bild: Courtesy to Mudnedjmet - alle Rechte vorbehalten - |
Der linke Teil der Eingangswand
(Westwand)
Am oberen Rand der linken Eingangswand befindet sich
wieder ein Checkerfries, die Farbleiste und die Wandüberschrift. Darunter
folgen 5 Register, von denen sich die oberen 3 Register mit der Landwirtschaft
beschäftigen. Die Register darunter zeigen Schifffahrtsszenen (Bild siehe
weiter oben bei den Porter & Moss Beschreibungen). In der linken
oberen Ecke befinden sich Inschriften. Unter den Registern ist eine aufgemalte
Scheintür zu sehen, die leider heute sehr zerstört ist - deshalb sind die
Szenen nur noch teilweise sichtbar. Auf dem Rahmen der Scheintür befinden
sich die Namen und die Titel des Grabeigentümers. Um
sie herum gruppiert sich rechts und links eine Opferliste und Opferszenen mit
Schlachter.
Im 1. Register oben werden Hirten gezeigt mit dem Vieh auf der Wiese, sowie Ziegen, die zwischen kleinen Büschen umherlaufen und die von den Blättern fressen. Auch im 2. Register werden Hirten gezeigt, einer trägt über seiner Schulter eine Stange mit Proviant. Vor ihm befindet sich eine Eselsherde, in der ein Esel beim kopulieren dargestellt ist. Im 3. Register werden Rinder auf der Wiese gezeigt. Zwei große Bullen kämpfen miteinander und ein weiterer Bulle besteigt eine Kuh. Zum Schluss ist eine Rinderherde dargestellt.
Im 4. Register sind vier Schiffe zu sehen, die nach Norden fahren. Eine starke Rudermannschaft, die sich auf dem 1. Schiff befindet, schleppt das folgende Schiff, auf dem sich eine Kabine befindet. Auch im 5. Register sind Schiffe dargestellt, deren Fahrtrichtung aber nach Süden geht. Zwei Männer schlagen einen Landepflog ein. Auch fehlt hier das Schleppschiff - die Schiffe fahren also selbstständig und haben ihre Masten aufgerichtet.
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Südlicher Teil der Eingangswand mit Bootsszenen und einer Scheintür. |
| Photo: Courtesy Mutnedjemet - alle Rechte vorbehalten - |
Der rechte Teil Eingangswand (Westhälfte)im Grab des Gaufürsten Chety zeigt - wie auch in den anderen Beni-Hassan-Gräbern üblich - den Vogel- und Fischfang, z. T. im Papyrusdickicht. Auf der rechten Seite - nahe beim Eingang - sind drei Großfiguren: der Grabherr beim Fischestechen, mit gebogenem Stock und der Grabherr sitzend. danach 8 Register Papyrusdickicht mit Nilpferden, Krokodilen, Kälbern und Wildschweinen sowie Fisch- und Vogelfangszenen.
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Rechte Seite der Westwand (Eingangswand) Auf der rechten Seite der Eingangswand befinden sich acht Register im Papyrusdickicht mit Nilpferden, Krokodilen, Kälbern und Wildschweinen sowie Fisch- und Vogelfangszenen
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Eine weitere sehr ungewöhnliche Szene auf der Westwand ist lt. dem Team um die australische Ägyptologin Linda Evans, welche diese mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms sichtbar gemacht hat, die Darstellung eines Schweins, das von zwei Männern auf ihren Schultern getragen wird. ( (Linda Evans: Journal of Archaelogical Science: Reports in Selket's Ägypten Blog). Der erste der beiden Männer trägt das Tier auf den Schultern mit den Beinen in der Luft, der Zweite unterstützt den herabhängenden Kopf. Beide gehen nach links auf eine größere Figur zu, die eine Peitsche schwingt.
Die Nordwand (linke
Wandseite von BH 17)
Eine weitere ungewöhnliche Szene
(für ein Privatgrab) befindet sich lt. Linda Evans auf der Nordwand (der
linken Wand von BH 17) im hinteren Bereich, links von dem Hirten, der eine
Gazellenherde hütet. Sie zeigt einen Geier, der in seinen Krallen das
Anch-Zeichen hält.
Die Halle ist durch die beiden parallel verlaufenden Säulenreihen, welche Lotosbündelsäulen mit geschlossenen Kapitellen darstellen, in drei unterschiedlich große Abschnitte unterteilt. Über die gesamte Wandfläche zieht sich ein "$kr"-Fries, darunter befindet sich der Farbleiter, unter dem sich die Wandüberschrift befindet.
Auf dem westlichen
Teil der Nordwand befinden sich 6 Register, von denen das unterste fast
völlig zerstört ist.
Im 1. Register wird eine Jagd mit dem Netz in der Wüste gezeigt. Die
gesamten Szenen sind von West nach Ost orientiert. Ein Bediensteter trägt
zwei Körbe an Stangen - vor ihm befindet sich ein Jäger mit einem gespannten
Bogen. Dahinter folgt eine Reihe von Wüstentieren, darunter ein Löwe, der
gerade eine Antilope tötet und kopulierende Antilopen. Des weiteren ein
Jäger mit seinem Hund, der einen Wildstier erlegt und ganz links, ein
weiterer Jäger, der mit seinem Pfeilen eine Antilopenherde abschießt.
Ungewöhnlich an diesem Wandteil ist die Darstellung von Fabelwesen.
Im 2. Register werden hauptsächlich Tätigkeiten aus dem Bereich der Handwerker dargestellt, wie z. B. alles rund um das Thema der Körperpflege (Fußpfleger, Barbiere und Friseure). Es folgt das Bleichen von Stoffen, Leinentücher werden zusammengefaltet und ausgewrungen.
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Nordwand - Tänzerinnen und ballspielende
Frauen |
| Photo: Courtesy Mutnedjemet - alle Rechte vorbehalten - |
Das 4. Register hat die Grabprozession zum Inhalt. Statuen werden zum Grab gezogen - die des Grabherrn und seiner Gemahlin die ihn umfasst, sitzen nebeneinander in einem Schrein, der Richtung Westen gezogen wird. Dieser ist am äußersten, östlichen Ende des 4. Registers dargestellt mit einer Reihe von Opferträgern, wobei es sich hier ausschließlich um Männer handelt (insgesamt 10), welche Opfergaben (Kleidung, Waffen, Schmuck usw.) bringen. Vor ihnen befindet sich eine Gruppe von sechs Tänzerinnen, die ihre Arme über dem Kopf halten und auf eine Gruppe von singenden und klatschenden Frauen zugehen. Vier weitere Tänzerinnen drehen sich im Kreis. Vier ebenfalls klatschende Männer bewegen sich ebenfalls auf sie zu. Die letzte Szene zeigt das "Ziehen des Schreins" durch siebene Männer.
Das 5. Register ist ziemlich zerstört und hat noch noch eine einzige sichtbare Darstellung von verschiedenen Handwerkerszenen mit einem Bildhaueratelier. Es wird die Bearbeitung und Herstellung von Statuen mit dem Meißel und dem Bemalen mit dem Pinsel gezeigt. Dann folgen unterschiedliche Arbeiten in einer Schreinerei mit dem Zusägen von Brettern und als letztes Männer beim paarweisen Spielen miteinander.
Die Osthälfte der Nordwand
wird durch zwei Pilaster gedrittelt, die mit kryptografischen Inschriften, die
sich auf den Grabherrn Chety beziehen, versehen sind. Oben ist ein Register
mit der Wüstenjagd, dann der Grabherr - nach links blickend - mit einem
"mdw"-Stab (Medustab) in der einen und ein Sechemszepter in
der anderen Hand. Vor ihm sind seine drei Hunde abgebildet. Hinter dem
Grabherrn steht seine Gemahlin
namens "$nm-Htp"
(Chnum-hotep). Die Gemahlin steht auf einem Podest - was bedeutet, dass es
sich bei ihr ebenfalls um eine Statue handelt. Beide Statuen werden von
Inschriftenbändern umgeben. Die Statuen des Grabherrn und seiner Gemahlin
beobachten die Handlungen in den Registern auf dem linken Teil der Nordwand
und nehmen den größten Teil der mittleren Wand ein.
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Nordwand - Grab Chety BH 17 Die Statuen des Grabherrn und seiner Gemahlin Chnumhotep beobachten das Geschehen vor ihnen. Vor dem Grabherrn sind seine drei Hunde. Er hält einen langen medu-Stab in seiner Hand. Seine Gattin steht in einem Schrein und hält eine Lotusblume in ihrer Hand. Beide Statuen werden von Inschriftenbändern mit ihren Namen und Titeln umgeben. |
| Foto: Courtesy to Mutnedjmet - alle Rechte vorbehalten - |
Über dem zu ihrer Abbildung gehörigen Schriftband sind zwei Paare sich gegenüber sitzende Musikanten zu sehen. Ganz links sitzt ein Sänger mit einem Harfenisten, dahinter eine Sängerin mit einer Harfenistin. Die Inschriften auf den beiden Pilastern geben Namen, Titel und Epitheta des Grabherrn wieder.
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Nordwand - Grab Chety BH 17 Im hinteren (östlichen) Teil ist das Grab durch die Pilaster (mit kryptografischen Inschriften, die sich auf den Grabherrn Chety beziehen)und die Säulen, unterteilt. Die Nordwand zeigt im oberen Register (auf ihrer westlichen Seite) u. a. wieder die typischen Jagdszenen. In den mittleren und unteren Registern sieht man u. a. Handwerkerszenen, Leinenherstellung, den Grabherrn nebst Gattin mit ihren Hunden. |
Der
östliche Teil der Nordwand (vom östlichen Pilaster bis zur östlichen Ecke
Unter dem Checkerfries und der Wandüberschrift
befinden sich sieben kurze Register.
Register 1: Dargestellt sind vier Opferträger - sie tragen mit Hilfe
einer Stange Körbe und einen Wasserschlauch auf ihren Schultern. Vor ihnen
geht ein mit Pfeil und Bogen bewaffneter Mann. Am Ende der Reihe befindet sich
ein weiterer bewaffneter Mann.
Im 2.Register befinde sich ebenfalls vier Männer, die auch
Wassersäcke und Körbe tragen. Vor ihnen steht ein Aufseher und hinter ihnen
folgt ein Bogenschütze.
Im 3. Register sind wieder Handwerkerszenen der Metallverarbeitung zu
sehen. Der Grabherr nimmt dann die fertiggestellten Produkte in Empfang.
Gezeigt wird hier das Schmelzen des Metalls, das Treiben der Bleche und am
Ende das Wiegen der Endprodukte, die schließlich von den Schreibern notiert
werden.
Im Register 4 schreitet einer der Hirten auf eine Herde von Antilopen mit kurzen Hörnern zu, die er vor sich hertreibt. Zu der Herde gehören auch zwei Jungtiere. In Register 5 wird ebenfalls eine Antilopenherde gezeigt, die hier allerdings mit langen Hörnern dargestellt ist und zu der ebenfalls zwei Jungtiere gehören.
Im 6. Register treibt ein Hirte eine Herde Gänse in Richtung Osten. An einer langen Stange hält er einen wilden Ganter. Im Register 7 treibt ein weiterer Hirte eine Gruppe Kraniche mit einer Stange gen Osten.
An der Ostwand befinden sich - unter dem
Checker-Fries und dem Farbleiter sowie der Wandüberschrift - 8 Register. Register
1-5 zeigen Ringkämpfe mit 122 Ringerpaaren. In den restlichen 2 Registern
(Register 6-7) wird die Erstürmung einer großen Festung mit zwei Toren
thematisiert. Fünf Bogenschützen rennen auf die Festung zu, während sich
die Verteidiger der Festung mit Pfeil und Bogen gegen die Angreifer wehren.
Der hinterste Angreifen wird von einem Hund begleitet. Rechts von der Festung
- im Register 6 - sind Truppen aufmarschiert. Sie bewegen sich in Richtung der
Festung. Zwei Bogenschützen schießen auf die Verteidiger der Festung. Vier
Männer mit unterschiedlichen Waffen in ihren Händen folgen ihnen. Sie tragen
kurze, bunt gemusterte Schurze. Evtl. könnte es sich hier um ausländische
Söldner handeln. Hinter einem ägyptisch aussehenden Soldaten folgt eine
weitere Gruppe von fünf ebenfalls ausländisch aussehenden Söldnern, die
neben ihren Äxten und Wurfhölzern ungewöhnliche Schilde in Rautenform mit
einem gezacktem Ende tragen. Zum Schluss folgen fünf Ägypter mit den üblich
nach oben hin gerundeten Schilden.
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Die Rückwand von Beni Hassan 17 - Grab des Chety |
| Bild: Courtesy to Mudnedjmet - alle Rechte vorbehalten -. |
Auch im 8. Register sind Soldaten zu sehen, die von links kommen - 17 von ihnen haben unterschiedliche Handwaffen und nach oben hin gerundete Schilde. Es folgen zwei Paare Soldaten, die mit Schilden und Schwertern bewaffnet gegeneinander kämpfen. Dahinter sind getötete Soldaten zu sehen - einige Männer beugen sich über diese. Dahinter folgen nochmals zwei Gruppen mit kämpfenden Männern. Von rechts marschiert ein Trupp von 10 Soldaten auf das Schlachtfeld zu, die mit Lanzen und Bögen gewaffnet sind.
Am südlichen Ende der Ostwand (rechte Seite) befindet sich eine große Opferliste, die das ganze südliche Ende des 5. und 6. Registers einnimmt. Im 7. Register - unterhalb der Opferliste befinden sich Ritualhandlungen und eine Szene mit einer Statue des Grabherrn in einem Schrein. Die Statue ist umgeben von zwei Priestern, die das Mundöffnungsritual an der Statue vollziehen. Dahinter steht ein Opfertisch mit einem großen "hes"-Gefäß. Zwei Männer schlachten ein Rind als Opfer und am Schluss des Registers folgen in drei Reihen unterschiedliche Gefäße mit Opfergaben.
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Rückwand von BH 17 - Ostwand
An der rechten Seite der Grabrückwand (PM 8-14 der Ostwand) beginnend ab Register 5. bis hinunter zu Register 7. ist eine vielspaltige Opferliste angebracht mit dazu gehörigen Opfer- und Ritualhandlungen. Die Opferliste nimmt das südliche Ende des Registers 5 und 6 ein. Unter
der Liste sind wichtige Ritual
Bild: Courtesy to Mutnedjmet |
| Chnumhotep
I. - Gaufürst im Sabelantilopengau - Grab BH 14 |
Der Fürst Chnumhotep amtierte Anfang der 12. Dynastie im Säbelantilopengau und wurde von König Amenemhet I. wohl wegen seiner Waffenhilfe in Ägypten, Nubien und gegen die Asiaten als "Großes Oberhaupt des Säbelantilopengaus" eingesetzt. Daneben trug er auch noch den Titel eines "Bürgermeisters von Menat-Chufu und Vorsteher der Ostwüste" (Quelle: Abdel Gaffar Shedid: Die Felsengräber von Beni Hassan in Mittelägypten / Zaberns Bildbände zur Achäologie, Bd. 16, Verlag von Zabern, Mainz 1994).
Sein Grab in Beni Hassan (Nr. 14) ist leider schlecht erhalten. Es befindet sich im südlichen Abschnitt der oberen Gräberterrasse von Beni Hassan - zwischen dem von Baqet III. (BH. 15) im Süden und Chnumhotep II. (BH 13) im Norden. Das Grab wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Karl Richard Lepsius vermessen (Lepsius 1849-1856) und dann erstmals von Percy E. Newberry dokumentiert und kopiert. Später veröffentliche dieser seine Ergebnisse im ersten Band der "Beni Hassan-Reihe". Die Stätte von Beni Hassan wird seit 2010 vom Australian Centre für Egyptologie (Teil des Ancient Cultures Research Centre der Macquarie University) dokumentiert und untersucht. (siehe Kanawati und Evans, 2014, Beni Hassan, Bd. 1: The tomb of Khnumhotep II., Oxford, Aris & Phillips). Im Rahmen eines neuen Projektes der Macquarie Universität unter Leitung von Naguib Kanawati wurde das Grab von Chnumhotep I. (Nr. 14) in Feldarbeiten 2016 und 2017 neu aufgenommen (Lashien und Mourad 2019).
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Eingang zum Grab BH 14 -
Chnumhotep I.
Bild: Newberry, Percy E., Beni Hassan, Band 1, London 1893 - public domain |
Die Biografie des Grabherrn an den Wänden seines Grabes beschreibt seine Karriere als: "jrj-pa.t" (Erbprinz), "HA.tj-a" (Graf), "smr-wa.tj" (alleiniger Gefährte) und "Hrj-tp aA n(.j) MA-Hd" (großes Oberhaupt / Nomarch des Oryx-Nome". Lt. seiner Biografie begleitete Chnumhotep I. seinen König Amenemhet I. auf einer bedeutenden militärischen Expedition mit 20 Zedernschiffen, die dazu diente, die Rivalen des Königs zu vertreiben und Ägyptens Grenzen gegen die Asiaten im Norden und den Nubiern im Süden zu sichern. Der Feldzug des "treuen Großen Oberhauptes des Oryx-Nomen (16. Nome von Überägypten) nach Nubien (Nicolas Grimal: History of Old Egypt, Oxford, Blackwell Books, 1992) war erfolgreich und die letzten Widerstandsnester gegen den König wurden ausgelöscht, so dass König Amenemhat I. als Sieger über "Nubien" hervorging und Chnumhotep wurde dafür belohnt. Chnumhotep und seine Familie ersetzten offenbar eine frühere Dynastie von Nomarchen (Gaufürsten), die in den letzten Jahren der 11. Dynastie und den Anfangsjahren der 12. Dynastie in Menaat Chufu aktiv waren und deren Mitglieder üblicherweise Chety oder Baqet hießen. Ein bekanntes Mitglied dieser Familie war der weiter oben genannte Baqet III.
Fragmentarische Zeilen in der Biografie von Chnumhotep können dann lt. der University of Chicago Press Journal (Anna-Latifa Mourad) so gelesen werden: "......Ich kam mit S. M. dort (in) einer Flotte von 20 Schiffen aus "aA-Holz" herab, dann stieß er darauf [.....], und vertrieb ihn von den beiden Flussufern. NHs[.jw], die vertrieben und gefallen waren und St.tjw, die gefallen waren, gehörten zu denen, die er vom Land, dem fremden Land und der Region der beiden Fluss-Ufer vereint hatte......". Aufgrund seiner guten Leistung bei der Erfüllung dieser Aufgaben wurde er zum "Graf von Menaat-Chufu" (Ward 1893,104 [864] ernannt. Danach scheint er mit dem Bau seiner Grabanlage begonnen zu haben. Diese Ernennung als "erblicher Prinz, Graf und Aufseher der östlichen Wüsten in Menaat -Chufu (Jansen-Winkeln 2001), die durch seinen König erfolgte, wird auch in der Biografie seines Enkels Chnumhotep II. (BH 3) erwähnt.
Offensichtlich unterstützte Chnumhotep I. lt. den Inschriften in seiner Biografie und in der Erwähnung seines Enkels (mütterlicherseits) seinen König bei der Festlegung der Grenzen des Gaus (einschließlich derjenigen Grenzen, die mit dem südlichen Haren-Nome und dem nördlichen Schakal-Nome zugeteilt wurden) und half dem König evtl. auch bei der Kontrolle über diese Regionen, indem er Landstreitigkeiten schlichtete und Aufstände unterdrückte. Amenemhet verlieh ihm dafür mehrere hohe Ämter und machte ihn zum "Großen Oberhaupt" (Gaufürsten). (Quelle: University of Chacago Press Journals: Evidence from the Tomb of Khnumhotep I. - No. 14).
Chnumhoteps Mutter war eine Dame mit dem Namen "Baqet" - der Name seines Vaters ist leider unbekannt. Seine Haupt-Ehefrau trug den Namen "Satipy" - weitere Ehefrauen waren "Herit und Hery-ib". Der Name einer 4. Ehefrau ist nicht erhalten (Quelle: Lashien, Mourad: Beni Hassan, Bd. V. the tomb of Khnumhotep I., S. 14). Eine seiner Töchter trug den Namen Baqet und heiratete einen hohen Beamten vom Hof Amenemhets I. mit Namen "Neheri" und aus dieser Verbindung ging der spätere Gaufürst Chnumhotep II. (Grab BH 3) hervor, der das Amt nach dem Tod seines Verwandten Netjer-Nacht erbte. Nach dem Tod von Chnumhotep I. ging der Titel des Gaufürsten an den Sohn "Nacht / Nachtj (Nxt(j) (Grab Nr. 21 in Beni Hasan) über und nach dessen Tod an einen Mann mit dem Namen "Amenemhat" (Ameny), dessen Verwandtschaft zu Nacht nicht bekannt ist, da zwar der Name seiner Mutter Henu überliefert ist, aber nicht der seines Vaters. Sein Sohn trug dann wieder den Namen "Chnumhotep" (Quelle: Percy Newberry, Beni Hassan, Teil I., London 1893 - online-Version, S. 12-14). Nach dem Tod von Ameny ging der Titel Nomarch dann erneut an einen der Verwandten von Chnumhotep I. mit Namen "Netjer-Nacht", auf den dann Chnumhotep II. folgte.
Grab Beni Hassan Nr. 14 (Lepsius 5)
Das Grab Beni Hassan Nr. 14 besteht -
im Gegensatz zu der nördlich liegenden Anlage des Baqet III. (BH 15) - aus
einer einzigen Felskapelle mit zwei Säulen, die quer zur von Westen nach
Osten verlaufenden Grabachse, verlaufen und im hinteren Drittel der Halle
eingelassen waren. An den Wänden gibt ein Pilaster das Ende der Säulenreihe
an. Heute sind die Säulen nicht mehr vorhanden.
Beni Hassan Nr. 14 (nicht für die Öffentlichkeit geöffnet) ist ein relativ kleines und auch niedriges Grab mit einem Vorhof und einer schlichten Fassade und einem Eingang, der direkt in die Grabhalle führt mit einem beinahe quadratischen Grundriss von ca. 8 m Länge und 6 m Breite. Pilaster mit Darstellungen befinden sich an der Nord- und an der Südwand - in Verbindung mit den Säulenarchitraven.
Die Wände im Inneren der Kapelle sind bemalt, obwohl die Darstellungen heute stark verblasst sind. Die Reliefs sind nach Westen hin ausgerichtet, dem Eingang entgegen.
Im Inneren der Kapelle gibt es zwei Schächte, die zu den Grabkammern hinabführen, von denen nur einer fertiggestellt wurde (Quelle:Lashien, Mourad, Beni Hassan, Bd. V. The tomb of Khnumhotep I. S. 20-21).
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Grabplan Chnumhotep I. - BH 14 Vorhof |
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5. Register: Sieben Soldaten greifen eine Festung an, Bogenschützen,
drei Soldaten kämpfen mit anderen 6. Register: zwei nubische Bogenschützen tanzen und haben ihre Bögen gespannt, vier Soldaten mit Äxten PM 9-10 Rückwand 4. Register: Ägypter, 5 Libyer einschl. zwei Frauen mit Babys, Ziegen, zwei gefangenen libyische Frauen mit Babys - geleitet von Ägyptern. 5. Register: Vier Soldaten mit Gefangenen und zwei Soldaten PM 11-13 rechte Wandseite mit Pilaster bei PM 12 Der Grabherr vor einer zerstörten Statue, Pilaster mit zwei Registern und zwei Bedienstete PM 14: rechter Teil der Eingangswand oberer Teil: Historische Inschrift mit der Kartusche von Amenemhet I. unterer Teil: Boote in Marschlandschaft vor dem Grabherrn und dessen Töchter, historische Inschrift |
Rechte Eingangswand:
Unterhalb
der Inschrift auf der Westwand ist Chnumhotep I. auf einem Boot zu
sehen, das in den Sümpfen jagd (Mourad Lashien: Beni Hassan, Bd. V. - the
tomb of Khnumhotep I.). Auf dem oberen Teil der Wand befinden sich noch
Umrisse von Frauen mit Halskrägen, die großformatig dargestellt sind
Linke Eingangswand
(PM 1)
Von der Dekoration der linken Seite der Eingangswand ist nur noch der
untere Teil erhalten: der sitzende Grabherr vor einer heute zerstörten Szene
und nahe dem Eingang eine aufgemalte Scheintür. Von den Darstellungen auf der
oberen Wandhälfte sind nur noch die Umrisse von großformatig dargestellten
Frauenfiguren zu erkennen.
Die
Nordwand (linke Seitenwand - PM 2-5)
Auch die Nordwand (linke Seitenwand von BH 14) ist
zum Teil stark zerstört, so dass man bei einer Beschreibung nur auf die
Vorlage von Newberry zurückgreifen kann. (Heute sind nur noch Umrisse von
Darstellungen zu erkennen).
Der Wandteil zwischen dem Pilaster und der linken Wandecke hat - wie in den
anderen Gräbern von Beni Hassan - im oberen Register die "Jagd in der
Wüste" zum Thema. Im westlichen Teil der Nordwand
(linke Grabseite) - vor dem Pilaster - dominiert eine Großdarstellung des
Grabherrn mit seiner Gemahlin Satipy /Sat-ip (von der heute nichts mehr zu
erkennen ist) das Zentrum der Wanddekoration. Aufgrund des schlechten
Erhaltungszustands der Szenen ist es heute nicht mehr ersichtlich, ob es sich
bei der Figur der Ehefrau um eine Statue (ob sie auf einem Sockel steht oder
nicht) - wie die Tochter im Grab von Baket III. -
handelt. Die weibliche Figur hält lt. Newberry eine Lotusblume in ihrer Hand
und wird in der Beischrift als "verstorben" (jmAx.t)
bezeichnet. Vom Grabherrn ist noch eine
Hand erkennbar, die den "medu-Stab" hält, ebenso der kurze
Schurz und eines seiner Beine. Auch Reste der Inschrift über dem Grabherrn
und seiner Gemahlin sind noch zu erkennen und nennen teilweise seine
Titulatur: "[....] smr-watj jmA-a
[....] mrj" und darunter noch Teile
des Namens: "[....] Htpj ms n BAkt".
Wir wissen nun, dass die Mutter von
Chnumhotep "Baket" hieß.
Vor dem Grabherrn verlaufen zwei Kolumnen, die seine Tätigkeit wiedergeben. Zum einen wird das Schauen von Vogel- und Fischfang sowie das Schlachten und ausnehmen, und auch das Mästen der Vögel beschrieben. Zum anderen das „Schauen der Sümpfe und das Fahren zu den nördlich gelegenen Sümpfen" (mAA sSt.w xd pHw). Dieses "Schauen" ist ein Ritual, das lt. Dieter Kessler (Szenen des täglichen Lebens (I.) im Zusammenhang mit dem "Papyrusraufen für Hathor" steht und vom König allgemein am "jährlichen Neujahrsfest auf dem königlichen Palastteich vollzogen wurde - zum Zwecke der Erneuerung" (5).
Unter dem Inschriftenband, auf dem östlichen Teil der linken Wand - hinter dem Pilaster ist im obersten Register noch eine Jagdszene erkennbar mit der üblichen Darstellung einer Wüstenjagd mit Netzen . Alle Tiere und auch die Jäger laufen von links nach rechts. Erkennbar sind noch unterschiedliches Wild und zwei Jäger - einer davon zielt mit seinem Bogen auf einen Wildstier, der andere führt einen Jagdhund an der Leine.
Aus den Darstellungen im 2. Register (von oben) sind noch Reste einer Weinpresse erkennbar. Direkt vor dem "schauen"-Icon des Grabeigentümers - östlich der mit der Weinpresse arbeitenden Männer - sind noch einige Krüge zu erkennen. Zwar kann man heute ihre Anzahl aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes nicht mehr genau erkennen, aber es könnte sich hier um die "7 Heiligen Öle" handeln. Auch im 3. Register sehen wir mehrere Personen, die sich nach Osten hin wenden - auf die Großdarstellung des Grabherrn und seiner Frau. Am westlichen Ende des Registers befindet sich ein Jäger mit Pfeil und Bogen und nach einer großen Lücke eine Szene mit vier Männern, darunter einen Sem-Priester (gekleidet in ein Pantherfell) und ein weiterer Priester sowie zwei weitere Männer, die vor dem "schauen"-Icon des Grabherrn libieren. Von den Darstellungen im 4. und 5. Register ist nur noch ein Opfertisch zu erkennen, vor dem aber nicht wie sonst üblich, der Grabherr sitzt.
Die
Ostwand (Rückseite des Grabes) PM 6-10)
Der Beginn
der Ostwand wird oben mit einem Checkerfries gekrönt mit dem Farbleiter
darunter und der noch teilweise lesbaren Wandüberschrift, aus der wir
erfahren, dass der Grabeigentümer bereits verstorben ist (jmAx)
mit der Nennung der unterschiedlichen Lokalgottheiten, wie Chnum und Hathor
sowie Iunmutef.
Die Ostwand ist voll und ganz den Kampfszenen gewidmet. Die ersten drei Register zeigen Ringkämpfer und Wrestler, die verschiedene Übungen durchführen - die restlichen drei zeigen Schlachtendarstellungen und die Belagerung einer Festung (oder Stadt) am linken Ende des 4. und 5. Registers. Wie aus der Publikation von Newberry hervorgeht, sind am südlichen Ende (rechts) des 4. Registers Fremdvölkerdarstellungen zu sehen, in der sich eine Gruppe von "Männern mit unterschiedlicher Kleidung und unterschiedlichen Waffen", von links nach rechts bewegen. Ihre Pfeile richten sich auf die Verteidiger der Festung, die aufgrund ihrer Darstellung mit kurzen Haaren und ihrer rötlich-braunen Hautfarbe als Ägypter zu identifizieren sind. Einige der Angreifer sind mit Pfeil und Bogen ausgerüstet, andere Angreifer sind Fußsoldaten, die mit verschiedenen Arten von Waffen bewaffnet und an den bunten Schurzen ebenfalls als Ausländer zu erkennen sind. Diese können lt. Newberry als Individuen aus dem Süden und Südosten (Nubier), dem Westen (Libyer) und dem Nordosten (Asiaten) identifiziert werden.
Die Südwand (rechte Wandseite des Grabes PM 11-13)
Von der Dekoration der Südwand (rechte Wandseite)
ist heute - bis auf eine einzige kleine mit grüner Farbe geschriebenen
Inschrift - nichts mehr erhalten ("xrj-Hbt @nm-Htpj
= der Lektor, Chnumhotep") - was
vermuten lässt, dass sich hier der Verstorbenen vor einem Opfertisch befand.
| Senebi
I. - Kanzler des Königs von Unterägypten - Gaufürst des Granatapfelbaum-Gaus in Meir - - Bürgermeister (Hatia-a) - - Siegler des Königs, einzigartiger Freund - Grab in Meir (B 1) |
In Meir - einer Nekropole (also altägyptische Friedhöfe) in Mittelägypten im Gouvernement Asyüt auf der Westseite des Nils befinden sich die Gräber der Gaufürsten, Bürgermeister und Priester und ihrer Familienangehörigen von Qusae aus dem Alten und Mittleren Reich - vornehmlich der 6. und 12. Dynastie. Für erstere wurden Felsgräber errichtet, für die Bediensteten wurden Schachtgräber angelegt. Die Nekropole ist nach dem etwa 5 km nordöstlich gelegenen Dorf "Meir" benannt.
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Meir - Gräber der B-Gruppe |
| Bild: MeirBGrouptombs Autor: Roland Unger, Wikipedia Febr. 28, 2006 Lizenz: CC BY-SA 3.0 |
Senebi (I.) stammte aus einer alteingesessenen Familie aus Meir, welche bereits das Amt eines Gaufürsten und Gouverneurs bereits im Alten Reich ausübte und indem es in der Familie weitervererbt wurde. Senebi war Normach (Gaufürst) im 14. Oberägyptischen Gau (Granatapfelbaumgau) und Kanzler des Königs in Unterägypten sowie Vorsteher der Priester. Daneben trug er noch weitere Rangtitel, wie Mitglied der Elite, Siegler des Königs, einzigartiger Freund und oberster Vorlesepriester.
Von seiner Familie ist nicht viel bekannt - sein Vater hieß "Uchhotep", selbst hatte er wiederum einen Sohn, der ebenfalls Uchhotep hieß und das Amt nach seinem Vater erbte und ebenfalls ein Grab in Meir besaß (Meir B 2). Im Grab des Sohnes Uchhotep befindet sich an der Nordwand eine Darstellung seines Vaters Senebi, wie dieser ein Kultfest für die Göttin Hathor leitet. Die Ehefrau von Senebi (I.) trug den Namen "Permerut-meres". Senebi (I.) amtierte höchstwahrscheinlich in den Anfängen der 12. Dynastie unter König Amenemhet I. und war der erste bekannte Statthalter an diesem Ort und war wahrscheinlich der Begründer einer Dynastie von lokalen Statthaltern (Quelle: A. M. Blackmann: The rock tombs of Meir, Bd. 1, London 1914.
Grab
Meir B 1
Die Grabkapelle B 1 in Meir von
Senebi (I.) entstand während der Regierungszeit von König Amenemhet I. und
besteht aus einem Raum, der an allen Wänden mit bemalten farbigen Reliefs
ausgestattet ist. Die in zarten Pastelltönen gehaltenen Reliefs zeigen Jagd-
und Fischfangszenen im Papyrussumpf und Handwerkerszenen. Die Grabanlage
B1 in der Nekropole von Meir
besteht aus einer großen Halle mit Statuennischen an der Rückwand
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Senebi I. beim Fischen in den Marschen Die in zarten Pastelltönen gehaltenen Reliefs zeigen Jagd- und Fischfangszenen im Papyrussumpf |
| Bild:
Senebi
I. Autor: Wikipedia 4. 12. 2025 Udimu Lizenz: CC BY-SA 4.0 |
Auf der Nordwand sieht man den Grabherrn bei einem Fest mit Tänzern und Musikern, zweimal auf einem Boot bei der Jagd in den Marschen. An der Südwand ist der Grabherr vor Hirten, Schlachtern, Opferträgern, Priestern, kämpfenden Bullen, Männer beim Überspringen von Bullen und einer kalbenden Kuh dargestellt. Die Rückwand zeigt kaum Dekorationen. An der Ostwand befindet sich eine Jagdszene; Senenbi schießt mit Pfeil und Bogen auf wilde Tiere. Die Darstellung ist in der ägyptischen Kunst ungewöhnlich, da Senenbi weit vorgebeugt abgebildet ist. Ägyptische Figuren, vor allem wichtige Personen sind meist statisch und bewegungslos dargestellt (A. M. Blackman: the rock tombs of Meir, Bd. 1., London 1914).
Das Grab von Senebi (I.) wurde von Aylward Manley Blackman aufgenommen und 1914 publiziert. Eine erneute Dokumentation des Grabes wurde 2017 unter der Leitung von Naguib Nanawati und Linda Evans veröffentlicht (N. Kanawati, L. Evans: The cemetery of Meir, Volume 4, the tomb ob Senbi I. und Wkhotep I., Oxford 2017). Das Grab ist wohl schon in der Antike eingestürzt - so sind zum Teil nur noch die unteren Teile der bemalten Flachreliefs zu sehen. Die Arbeiten sind wohl nicht in jedem Fall vollständig beendet worden, man kann hier die eingesetzten Werkverfahren studieren.
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Grab des Senebi - Meir B 1 PM 1: linke Eingangswand: der Grabherr
bei der Wüstenjagd |
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PM 8: Teil der rechten Seitenwand: Oberer Teil mit
zwei Szenen: |
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Darstellung dreier Diener im Grab des Senebi |
| Bild: Servant
b1 meir.jpg User: Udimu, Wikipedia 4. 12. 2025 Lizenz: CC BY-SA 4.0 |
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Hippopotami (Nilpferde) an der Nordmauer von Grab B 1 (Senebi) |
| Bild: Meir
(Dusae) Nekropole, Mittleres Reich User: Bruce Allardice, Flickr 21. Jan. 2025 Lizenz: CC BY-4.0 |
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Meir-Grab des Senebi, B1 - Südwand Die Gräber sind wohl schon in der Antike eingestürzt. So sind zum Teil nur noch die unteren Teile der bemalten Flachreliefs zu sehen. Nicht in jedem Fall sind die Arbeiten vollständig ausgeführt, man kann hier die eingesetzten Werkverfahren studieren. |
| Bild: MeirTombB1.jpg Autor: Roland Unger, Wikipedia Febr. 28, 2006 Lizenz: CC BY-SA 3.0 |
Zu den ungewöhnlichsten Darstellungen in den Gräbern Meir B 1 und B 2 zählen die abgemagerten sog. "beja"-Hirten (normadisch, kuschitisch sprechendes Volk, dass durch seine pastorale Lebensweise und seine langjährige Präsenz in der Region der Hügel am Roten Meer im Sudan, in Ägypten und Eritrea bekannt ist), welche an der Eingangswand wohlgenährte Rinder herbeiführen. Die Interpretation ist umstritten, um die Darstellung einer Hungersnot in Ägypten kann es sich nicht handeln. Einige Ägyptologen wollen hier die Fürsorge des Grabherrn für die Beduinen erkennen.
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In der Mitte des Reliefs - ein "abgemagerter
Beja-Hirte" mit einem "fetten" Rind |
| Bild: “Courtesy of www.meretsegerbooks.com”. |
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Grab B1 von Senebi in Meir - Südwand |
Grab B1 von Senebi in Meir - Südwand |
| Bild:
Meir User: Flickr 5. Dez. 2025, Hyspaosines Lizenz: CC BY 4.0 Änderungen: unterer Rand etwas beschnitten von Nefershapiland |
Bild: Meir User: Flickr 5. Dez. 2025, Hyspaosines Lizenz: CC BY 4.0 Änderungen: unterer Rand etwas beschnitten von Nefershapiland |
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Grab des Senbi I. in Meir - Agrarszene |
| Photo: Courtesy to Juan R. Lazaro - all rights reserved - |
| Asyut |
Der
13. oberägyptische Gau, dessen Hauptstadt Zawtj war, ist zwar seit König
Snofru aus der 4. Dynastie belegt, die Stadt trat aber erst in der Zeit der
Neuordnung Ägyptens nach dem Zusammenbruch der Zentralregierung aus der Zeit
des Alten Reichs hervor und verfügt aus dieser Zeit auch über
archäologische Belege. Noch in der 9./10. Dynastie gehörte die Stadt zum
Einflussbereich der Herakleopoliten (den Gaufürsten des 20. oberägyptischen
Gaus, mit denen die hiesigen Gaufürsten wohl auch verwandt waren. Die Inhaber
der hiesigen Gaufürstengräber ((Itj-jb-j, Cheti II: und Cheti I.) berichten
in ihren Biografien über Kämpfe mit dem südlichen Nachbargau Theben. Nach
anfänglichen Erfolgen fällt aber Zawtj schlussendlich in den Machtbereich
der Thebaner. In die Zeit Ende der 11. Dynastie / Anfang der 12. Dynastie
fällt das 1894 entdeckte Grab des Bürgermeisters und Prophetenvorstehers des
Upuaut "Mesehti". Am wahrscheinlichsten ist wohl die Abfolge: Cheti
I. - Iti-ibi - Cheti II. zu sein. Kurz vor - oder nach der Reichseinigung
unter Mentuhotep II. folgten dann als lokale Machthaber der Inhaber des
"Nördlichen Soldatengrabes" und Mesehti sowie der unbekannte
Inhaber eines Grabes nahe bei Grab V.
Anfang der 12. Dynastie hatte dann aAnu die Macht inne (Lage seines Grabes
unklar - evtl. Grab I 10.1 oder H. 11.1 - Graf, Vorsteher der Priester des
Upuaut) und auf ihn folgten dann Djefai-hapi II. und Djefai-hapi I. -
vermutlich in dieser Reihenfolge (Quelle: Jochen Kahl / Mahmoud El-Khadragy /
Ursula Verhoven in Sokar 11, 2005, S. 43-47 - online-Version des Artikels
"Dornröschen" Assiut)
Im 13. oberägyptischen Gau Asyut lassen sich drei Nomarchenfamilien unterscheiden:
eine, die mit Chety I. in der 10. Dynastie begann und mit dem Sieg der Thebaner über die Könige von Herakleopolitan endete;
eine wenige bekannte Familie, die später an die Macht kam und deren letzter Gouverneur ein "aAnu" (aAnw) war, der zu Beginn der 12. Dynastie wohl noch regierte; von dessen Grab - das nahe bei Grab V. liegt - sind nur noch Inschriftenfragmente im Turiner Museum erhalten;
und
eine Familie, die mit Djefai-haipi II. mit dem Beginn der 12.
Dynastie begann und mit Djefai-haipi IV endete.
| Mesehti/Meschti-iqer - Gaufürst / Priestervorsteher in Asyut - - Sohn des Iti-ibi (jker) und sein Nachfolger - Grab: K 11.3 - Hogarth Tomb 3 |
Mesehti-iqer (oder Mehehi) amtierte als Gaufürst während der späten 11. oder frühen 12. Dynastie (Mittleres Reich) in Asyut. Er ist vor allem durch seine im Jahre 1893 entdeckte, sehr bemerkenswerte Grabkammer bekannt. Des weiteren trug er den Titel eines Priestervorstehers des Upuaut und de Anubis. Er war Nomarch (Gaufürst) im 13. Nomen von Oberägypten (obere Sykomorengau von Asyut) und seine Amtszeit reichte wohl bis in die Zeit von König Amenemhet I. hinein. Er ließ für seinen Vater Iti-ibi-iqer die Grabanlage in Asyut (H. N. 13.1) fertig stellen. Sein eigenes Grab in Asyut (K 11.3) wurde bei illegalen Grabungenin der Zeit zwischen 1875 und 1906 entdeckt (Quelle: The Asyut-Projekt: Thirteenth Season of Fieldwork 2017, p. 145, Jochen Kahl und El-Hamrawi, Mahmoud, Ursula Verzoeven). Bis zu diesem Zeitpunkt war die Grabanlage des Mesehti noch unberührt. Der Inhalt des Grabes wurde hauptsächlich an das Ägyptische Museum in Kairo verkauft und ist jetzt im neuen "Grand Museum in Giza" zu sehen.
Aus den Grabinschriften an der Nordwand im Grab seines Vaters Iti-ibi-iqer (N 13.1) geht hervor, dass Mesehti für die Bestattung seines Vaters sorgte:
| "Das was er als
Monument machte, ein Grab für seinen Vater, den
Bürgermeister/Gaufürst, Aufseher der Priester Iti-ibi. Es ist sein
geliebter, ältester Sohn, der Nachfolger als seiner Ämter, der Graf,
der Aufseher der Priester des Upuaut, der Herr von Asyut und Anubis,
dem Lord von Ra-qeret, dem Hörer von all dem, was einer allein hört
in dem [Palast], der wahre [Aufseher der Priester des Upuaut,
Mesehti-iqer".
(Quelle: The Asyut-Project: Thirteenth Season of Fieldwork 2017, Jochen Kahl u. a., Seite 145 - ins Deutsche übersetzt von Nefershapiland). |
Aus der Inschrift geht hervor, dass Mesehti Gaufürst von Asyut wurde, als sich der Gau unter thebanischer Herrschaft befand - aber noch während der 11. Dynastie.
Grabanlage am Gebel
Asyut al-Gharbi (K 11.3)
Die undekorierte Grabanlage von
Mesehi befindet sich am Gebel Asyut al-Gharbi, dem Gräberberg der mittelägyptischen
Stadt Asyut. Obwohl die Grabanlage in Asyut (K 11.3) zwischen 1875 und 1906
des öfteren ausgegraben wurde, wurde dessen genaue Position nie aufgezeichnet
oder publiziert und so ist die Grabanlage in der Ägyptologie für mehrere
Jahrzehnte in Vergessenheit geraten. Aber seit 1875 gelangten verschiedene
Objekte, die nur aus diesem Grab stammen konnten, in das Ägyptische Museum in
Kairo. Andere Teile der Grabausstattung befinden sich heute in
London (Petrie Museum, University College). Die Bestattung von Mesehi war von hoher Qualität und enthielt zwei
große, bemalte Holzsärge, die mit Sargtexten versehen waren (heute im
Ägyptischen Grand Museum in Giza CG
28118/JE 30966 und CG 28119/JE 30966). Die Deckelunterseite zeigt eine Dekanliste.
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Innerer Sarkophag des Mesehti |
| Beide Sarkophage waren vor allem auf
den Innenseiten - aber auch auf den Außenseiten - mit Sargtexten
dekoriert und gelten als eine der wichtigsten Quellen für diese
Gattung religiöser Texte. Auf der Deckelunterseite befindet sich
eine Dekanliste Im Inneren des Sarkophages entdeckten die Ägyptologen eine hölzerne Kopfstütze, Sandalen, eine schmale hölzerne Vase, zwei "hes-Vasen, eine Halskette, zwei Armbänder und einen Halskragen. |
| Bild: Courtesy to Heidi Kontkanen - Flickr-Album - alle Rechte vorbehalten |
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Halskette und Armbänder aus dem Grab-Inventar
von Mesehti |
| Der Schmuck aus Fayence befand sich im Inneren eines der beiden Sarkophage. |
| Bild-Autor: Heidi Kontkanen, Flickr-Album
16. 4. 2016 Lizenz: alle Rechte vorbehalten bei Heidi Kontkanen |
Weltberühmt wurden auch die in seinem Grab gefundenen hölzernen Soldatenmodelle von jeweils 40 nubischen Bogenschützen in bunter Kleidung (CG 257), sowie je 40 ägyptische Speerträger mit Schilden aus Rinderhaut (CG 258), die sich auf je einem rechteckigen Holzpanelle befinden und eine Alabasterstatue aus Travertin (H. 22,4 x B. 9,2 x L. 16cm), die ihn sitzend zeigt und seinen hohen sozialen Status unterstreicht.
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Modell von 40 nubischen Bogenschützen |
| Bild: Autor: Heidi Kontkanen, Flickr-Album 16. 4. 2016 Lizenz: alle Rechte vorbehalten bei Heidi Kontkanen |
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Modell von 40 nubischen Bogenschützen |
| Die nubischen Bogenschützen marschieren in Viererreihen zu je 10 Mann. Sie tragen einen nubischen Bogen und je ein Bündel von Pfeilen in ihren Händen. Bekleidet sind sie mit einem charakteristischen kurzen Schurz, der ein farbiges Muster mit rotem, gelbem und grünen Motiv hat. Um ihren Hals hängt ein dünnes Kettchen und sie tragen ein weißes Band in ihren Haaren. |
| Bild:
troop of Nubian archers Autor: Heidi Kontkanen, Flickr-Album 16. 4. 2016 Lizenz: alle Rechte vorbehalten bei Heidi Kontkanen |
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Modell von 40 ägyptischen Speerträgern |
| Die Speerträger marschieren in Vierer-Reihen, angeordnet zu je 10 Mann. Jeder der Soldaten trägt in seiner rechten Hand einen Speer, in der linken ein Schild mit Kuhhautbespannung. Beikleidet sind sie mit einem kurzen Schurz mit einem vorne herabhängenden Stoffstreifen in weißer Farbe. |
| Bild: Courtesy of www.meretsegerbooks.com |
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Modell von 40 ägyptischen Speerträgern |
| Der Trupp ägyptischer Soldaten tragen Lanzen und Schilde, die mit Kuhhaut bespannt sind. |
| Bild: Forty
Pikemen Autor: Heidi Kontkanen, Flickr-Album 16. 4. 2016 Lizenz: alle Rechte vorbehalten bei Heidi Kontkanen |
Ein ansonsten relativ unbekannter ägyptischer Ägyptologe mit dem Namen Farag grub die Anlage 1893 teilweise aus und fand das Grab geöffnet vor. Die Halle war leergeräumt, aber die Grabschächte (zumindest die erste, die sich direkt hinter dem Eingang befand) war nicht geöffnet worden. 1906 erfolgte eine weitere Ausgrabung durch den englischen Archäologen David George Hogarth. Bereits bei der Ausgrabung durch Hogarth 1906 scheint das Grab zum größten Teil geplündert worden zu sein (Jochen Kahl in SAK 47, S. 145). Hogarth ließ zwei der Gruben öffnen und freiräumen, aber nun blockierte der ganze Schutt die gesamte Südseite der großen Halle. In diesem "Schutt" fand man einige Fragmente von Mumienbinden, einer halben, blauen Glasperle und einige größere Teile einer blau glasierten Vase (7).
Die Ägypter unter Leitung von Farag hatten hier nie gearbeitet (zumindest lt. Angaben der ägyptischen Wachen) und Hogarth meinte, es lohne sich deshalb hier zu graben. Hogarth verbrachte nur zweieinhalb Tage im "Soldatengrab", wie er es nannte, und berichtete über seine Ausgrabung: "Ich fand den ganzen Schutt so frisch und offensichtlich aus der ersten Grube aufgeworfen, dass ich die Arbeit heute morgen aufgegeben habe. Es würde glatt 14 Tage dauern, den ganzen Haufen wegzuräumen und es lohnt sich nicht. Die Informationen der Wachen sind offensichtlich falsch!" (7).
Aufgrund aller schriftlichen Informationen von Hogarth und anderen früheren Archäologen und aufgrund der Vermessung der Asyut-Project-Mission im Jahre 2017 wurde nun das Grab des Mesehti auf der geologischen Stufe 8 in der Nähe der koptischen Kapelle (J 11.3) vermutet, da alle Statements mit dem dort gefundenen Grab K 11.3 - mit Ausnahme der Anzahl der Pfeiler - übereinstimmte. Aber die Beschreibung der frühen Ägyptologen über die Anzahl der Pfeiler kann aus eine Fehlinterpretation der Original-Architektur stammen, womit dann Grab K 11.3 definitiv der einzige Kandidat für das Grab des Mesehti bleibt (das Asyut-Projekt: 13. Feldforschungssaison 2017 in SAK 47, Helmut Buske-Verlag 2018).
Das Grab besteht aus einer großen inneren Halle. Die Decke der Halle wurde ursprünglich von vier Säulen getragen, von denen noch zwei im hinteren Teil des Grabes stehen. Zwei Schächte wurden in den Boden getrieben - einer davon direkt an der Türöffnung des Grabeinganges. Der hintere Teil der Grabanlage blieb unvollendet - in die Rückwand wurden mehrere Vortriebs-Stollen begonnen. Um die Dekoration der Wände vorzubereiten, wurden diese teilweise schon geglättet - aber dann ruhte die Arbeit und die Dekoration wurde nie realisiert (7).
Direkt nordöstlich von Grab K 11.3 wurde ein weiteres Bauwerk (K 11.4) aus dem Fels gehauen und es bildete zusammen mit dem Grab von Mesehti einen offenen Hof. Da die Trümmern noch mehr als einen Meter hoch stehen, war eine weitere Reinigung in Grab K 11.3 und in der Grabstätte K 11.4 nicht möglich (Quelle: Jochen Kahl: Studien zur Altägyptischen Kultur, Band 47, S. 147).
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Modell eines Nilschiffes - gefunden im Grab von
Mesehti in Asyut |
| Boote waren im antiken Ägypten der Pharaonenzeit ein wichtiges Hilfsmittel für den Transport auf dem Nil. Im Grab des Bürgermeisters und Gaufürsten Mesehti wurde dieses kleine Modell eines Nilschiffes gefunden |
| Bild: Autor: Heidi Kontkanen, Flickr-Album 16. 4. 2016 Lizenz: alle Rechte vorbehalten bei Heidi Kontkanen |
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Alabaster-Statue von Mesehti
Bild: Courtesy to Heidi Kontkanen |
| Djefai-hapi II. - Gaufürst (Nomarch) und Hohepriester der Götter Upuaut und Anubis von Asyut - Grab: Asyut O13.1 - (Grab 2) - |
Djefai-hapi II. gehörte zur 3. Familie der bekannten Gaufürsten von Asyut und amtierte wohl Anfang der 12. Dynastie unter der Regierung von Amenemhet I. als Oberhaupt des 13. oberägyptischen Gaus und war zugleich Hohepriester der Götter Upuaut und Anubis. Obwohl sein bekannter Nachfolger Djefai-Hapi I., das größte nicht-königliche Felsengrab Ägyptens in Asyut (Grab 1) besitzt, ist Djefai-Hapi II, als dessen wahrscheinlicher Vater oder direkter Vorfahre von großer historischer Bedeutung für die Erforschung der regionalen Dynastie (Quelle: Propylaeu/Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften, Grab 1 / P10.1). Den Namen seines Vaters gab der unter Sesostris I. amtierende Djefai-hapi I. in seinen Grabinschriften zwar nicht an - er nannte sich selbst "Abkömmling des Gottes Upuaut" - aber vermutlich war aus forschungsgeschichtlichen Erkenntnissen der als Djefai-Hapi II. bekannte Nomarch (Bürgermeister von Asyut und Vorsteher der Priester der Tempel von Upuaut und Anubis, sein Vater.
| Neheri (NHrj
I.) - Großes Oberhaupt des Hasengaus / Gaufürst - - Leiter der beiden Throne, Vorsteher der Priester - und evtl. auch Wesir - - Grab in Deir el-Berscheh Nr. 4: EEF 4/R 19 - |
Deir el-Berscha/Berscheh ist ein Dorf auf dem östlichen Nilufer südlich von Scheikh Abade (früher Antinoopolis). Deir el-Berscha liegt im Markaz Mallawie im Gouvernement el-Minya. An der Grenze zur Ostwüste befindet sich eine ausgedehnte antike Nekropole. Percy E. Newberry kopierte von 1891-1892 die Dekoration der damals zugänglichen Grabstätten. Später unternahmen Ahmed Kamal und Georges Daressy Grabungen in Deir el-Berscha. George Andrew Reisner entdeckte 1915 das Grab des Gaufürsten Djehuti-Nacht. Seit 1988 führt die Katholieke Universität Leuven unter der Leitung von Harco Willems Grabungen in Deir el-Berscha durch.
Während des Alten und Mittleren Reiches war Deir el-Berscha die Nekropole der antiken Stadt Hermololis Magna (al-Aschmunein). Im Mittleren Reich legten sich die Gaufürsten große Felsgräber an. Diese Sitte wurde dann wohl unter Sesostris III. oder Amenemhet III. wieder aufgegeben. Im Neuen Reich nutzte man el-Berscha auch als Steinbruch.
*
Neheri I. war Gaufürst im 15. Oberägyptischen Gau (Hasengau) am Anfang der 12. Dynastie. Seine genaue Datierung ist umstritten, aber neuere Forschungen setzen ihn an den Beginn der 12. Dynastie - also unter Amenemhet I. Er ist vor allen von Inschriften aus den Alabastersteinbrüchen von Hatnub bekannt, wo er die Standardtitulatur eines Fürsten in diesem Gau trägt:
Bürgermeisten (Hatj-a)
Leiter der beiden Throne (#rp-nsty)
Vorsteher de Priester
und Oberhaupt des Hasengaues.
Sein höchstes belegtes Jahr ist Jahr 8, wobei seine Inschriften nach seinen eigenen Regierungsjahren datiert sind. Nach Louise Gerstermann (Datierung der Nomarchen aus Hermopolis) ist Neheri (I.) durch fünf Graffiti in den Steinbrüchen von Hatnub belegt. Da sich seine hier genannten Daten wohl auf seine eigenen Amtsjahre beziehen, muss lt. Gerstermann "Neheri bereits unter dem letzten König der 11. Dynastie im Amt gewesen sein, da sein erstes in einem Hatnub-Graffiti (Nr. 14/15) genanntes Datum aus seinem Jahr 4 stammt und dann wohl in das Regierungsjahr 1 von König Amenemhet I. zu datieren ist". Das nächste Graffiti Nr. 16-19 stammt aus seinem Jahr 5 und Graffiti Nr. 20-21 stammt aus seinem Jahr 6 und dürfte in das Jahr 5 von König Amenemhet I. zu datieren sein. Dann Graffiti 20-25 aus dem Jahr 7 von Amenemhet I., Graffiti 2628 aus dem Jahr 8 und Jahr 10 von Amenemhet I. Die Graffiti wurden von den beiden Söhnen des Neheri I. angebracht. In seiner Grabanlage Nr. 4 in Deir el Berscheh ist das Jahr 15 von Amenemhet I. genannt.
Grabanlage in Deir el-Berscheh Nr. 4
Das mit Reliefs dekorierte Grab von Neheri (oft auch
als Grab Nr. 4 bezeichnet) liegt am Ostufer des Nils in Mittelägypten,
nördlich von Tell el-Amarna in einer hoch angelegten Felswand, gegenüber der
Stadt Mallaui (ca. 45km südlich von el-Minya). Das Grab liegt etwas
abgesondert im Bereich der Zone 4 auf der östlichen Seite der Nekropole (KU
Leuven).
Es wurde durch Percy Newberry und später durch George Reisner ausgegraben. Fragmente des Sarkophages von Neheri befinden sich heute im Museum of Fine Arts in Boston.
Während die Wanddekoration weitgehend zerstört ist, blieben bedeutende Texte an der Decke der Grabanlage erhalten. Dazu gehört eine frühe Version des sogenannten "Buchs der zwei Wege" (einem Vorläufer des Totenbuchs).
| Djehuti-nacht (V.) - Gouverneur des Hasengaus - - Grab 10A in Deir el-Berscha - |
Djehuti-nacht - wenn er wie hier angenommen Djehuti-nacht V. war, legte während der späten Regierungszeit von König Amenemhet I. und war der Sohn von Nehreri und sein Nachfolger. Wenn er mit Djehuti-nacht IV. identisch war, dann legte er am Ende der 11. Dynastie und war der Sohn des Nomarchen Ahanacht I., Nachfolger seines Bruders Ahanacht II. und Vorgänger des Nomarchen Neheri I. (engl. Wikipedia: Djehuti-nacht).
Djehuti-nacht V. hinterließ in Hatnub zwei Graffiti: Nr. 32 aus dem Jahr 20, das leider stark zerstört ist und wohl in die Zeit von König Amenemhet I. gehört. Das zweite Graffiti Nr. 31 aus dem Jahr 2 gehört wohl dann an den Anfang der Regierung von König Sesostris I.
Grab
10 A
Der Oberbau der Grabanlage wurde durch
Steinbruchaktivitäten weitestgehend zerstört, so dass keine historischen
Inschriften mehr erhalten sind. Die Grabanlage befindet sich zwischen den
ähnlich großen Grabkomplexen der Gouverneure Nehri I. (weiter im Norden) und
Ahanacht I. (unmittelbar südlich davon). Das Grab in der Nekropole von Deir
el-Berscha in Mittelägypten wurde 1915 vom amerikanischen Ägyptologen George
Andrew Reisner wiederentdeckt, der die Expedition der Harvard University
leitete. Im Rahmen der Fundteilung gelangte der gesamte Inhalt von Grab 10A in
das Museum of Fine Art Boston. Während der Überfahrt nach Boston im Jahr
1920 war die Sammlung durch ein Feuer an Bord bedroht, doch glücklicherweise
war der Schaden nur gering und einige Teile erlitten "nur" einen
Wasserschaden. Jahrzehntelang waren nur der "Bersha-Sarg" und die
"Bersha-Prozession" im MFA ausgestellt - in den Jahren 2009 - 2010
wurde dann die gesamte Sammlung in einer Sonderausstellung präsentiert
(siehe: die
Geheimnisse des Grabes 10A, Ägypten 2000 v. Chr. im Boston Museum of Fine
Arts) (8).
Die Datierung der Grabanlage beruht auf die Funde aus der Grabkammer und deuten auf eine Datierung vor der Mitte der 12. Dynastie hin. Allerdings könnten der innere Sarg des Djehuti-nacht (B2Bo) und beide Särge seiner Frau gleichen Namens vom Dekor her und in der Orthographie von einigen Teilen der Inschrift sogar noch früher her zu datieren sind (evtl. in der späten Zwischenzeit oder Ende der 11. Dynastie) (Quelle: Brovarski in: W. K. Simpson -W. M. Davis / Hrsg. in Studies in Ancient Egypt, Boston 1981). Die Sargdekoration des Außensarges könnten lt. kunsthistorischen Erkenntnissen auch auf eine Zeit nach der Reichseinigung durch Mentuhotep II. Nebhepetre und am ehesten auf die Regierungszeit der frühen 12. Dynastie durch Amenemhet I. hindeuten, in der zwei Gaufürsten mit dem Namen Djehuti-nacht IV. (Sohn von Ahanacht I.) und Djehuti-nacht V., der Sohn von Neheri lebten (8).
Zwar hatten Grabräuber die wertvollen Juwelen schon gestohlen, aber andere Grabbeigaben zurückgelassen, einschließlich des abgetrennten (aber schön eingewickelten und bemalten) Kopfes eines der beiden Grabeigentümers. Das Grab enthielt vier wunderschön bemalte Särge aus Zedernholz, von denen einer der berühmte "Bersha-Sarg" ist. Das Grab enthielt außerdem Djehuti-nachts Gehstöcke, Keramik, Konopenkrüge und Miniaturhölzer sowie 58 Modellboote und fast drei Dutzend Modelle des Alltagslebens (8).
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Der äußere Sargkophag des Djehuti-nacht aus
Deir el-Berscha Die Hieroglyphen wurden in Kolumnen in das Holz eingeschnitten und später mit schwarzer und roter Tine ausgemalt. Manche Schriften wurden horizontal über mehrere Kolumnen gemeinsam angebracht. |
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Outer
Coffin of Djehutynakht 8.jpg Autor: Marcus Cyron, Wikipedia 21. 7. 2012 Lizenz: CC BY 3.0 |
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Details auf dem äußeren Sargkophag des
Djehuti-nacht aus Deir el-Berscha |
| Bild:
Outer
Coffin of Djehutynakht 8.jpg Autor: Marcus Cyron, Wikipedia 21. 7. 2012 Lizenz: CC BY 3.0 |
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Kopf der Mumie des Djehuti-nacht aus Deir el-Berscha |
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Head
of the mummy of Djehutynakht .jpg Autor: Marcus Cyron, Wikipedia 21. 7. 2012 Lizenz: CC BY 3.0 |
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Statue des Djehuti-nacht Das Grab des Gaufürsten Djehutinacht und seiner Frau (mit dem gleichen Namen) wurde 1915 von einer Harvard-Boston-Expedition ausgegraben und die Holzstatue des Djehuti-nacht gehört zu den Grabbeigaben aús dem Grab 10A in el-Berscha - einschließlich des bemalten äußeren Sarges (bekannt als der "Bersha-Sarg"), die sich heute alle im Museum of Fine Art Boston befinden. Die ägyptische Regierung spendete den gesamten Inhalt von Grab 10A dem Museum der Schönen Künste in Boston.
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| Bild:
tomb
of Djehutynakht 7.jpg Autor: Marcus Cyron, Wikipedia 21. 7. 2012 Lizenz: CC BY 3.0 |
Diese Opferprozession sticht unter den hundert Holzmodellen, die man im Grab von Djehuti-nacht verstreut gefunden hatte, besonders hervor. Die Kunstfertigkeit und Feinheit der Schnitzerei und Bemalung machen sie zu einem der schönsten Holzmodelle, die je in Ägypten gefunden wurden. Sie zeigt einen Mann und drei Frauen, die Opfergaben darbringen, um den Ka des Djehute-nacht im Jenseits zu stärken. Jede Figur schreitet mit dem linken Bein voran. Ein Priester führt den Zug an und trägt einen zeremoniellen Weinkrug und ein Räuchergefäß für die Bestattungsriten. Zwei Frauen folgen mit Speise und Trankopfern. Die ersten beiden Frauen tragen Brot und Ernteerzeugnisse sowie einen Korb mit Bierkrügen. Die dritte Frau bringt Gegenstände für die persönliche Pflege des Grabeigentümers: einen kleinen hölzernen Kosmetikkoffer und einen Spiegel, der in einem Etui aus Tierhaut über ihrer Schulter hängt.
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Modell einer Prozession von Opferträgern
(sog. "Bersha-Prozession") Die Modelle der Prozession wurden umgestürzt zwischen dem Djehuti-nacht Sarg und der Ostwand seiner Grabkammer gefunden - inmitten eines Haufens zerbrochener Modelle, welche die Grabräuber beiseite geworfen hatten. Obwohl die 4 Figuren beim Auffinden des Modells noch zusammenhielten, hatten die beiden mittleren Opferträger ihre erhobenen Arme verloren, und fast alle Opfergaben waren lose. Einige Bruchstücke wurden in beträchtlicher Entfernung aufgefunden. Seit ihrer Entdeckung wurde die Szene zweimal rekonstruiert. Der erste Versuch von 1941 - bevor alle Elemente identifiziert waren, war fehlerhaft. Die heute Anordnung wurde 1987 festgelegt. |
| Bild:
Bersha
Procession .jpg Autor: Marcus Cyron, Wikipedia 21. 7. 2012 Lizenz: CC BY 3.0 |
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Literatur und Quellen:
1. Wolfram Grajetzki: die höchsten Beamten der Ägyptischen
Zentralverwaltung zur Zeit des Mittleren Reiches / Achet-Verlag 2003
2. Ipi (Wesir), dt. Wikipedia
3. Catharine H. Roehrig (2002), "Leben am Nil, Drei Ägypter des
alten Theben, (Metropolitan Museum of Art Bulletin 60)
4. franz. Wikipedia, Rehouerdjersen
5. Dissertation von Silvia M. Rabel: Das
Grab des Amenhet in Beni Hassan oder der Versuch einer Symbiose - So nah und
doch so fern. Inaugural
Dissertation zu Erlangung des Doktorgrades der Philosophie
an der Ludw.-Maximilians-Universität München 2006
6. engl. Wikipedia: Khnumhotep I.
7. Das Asyut-Projekt: 13.
Feldforschungssaison 2017 in SAK 47, Helmut Buske-Verlag 2018, ISSN
0340.2215.
8. Djehuti-nacht (engl. Wikipedia)