Biografie Merenptah

Grab Merenptah (KV 8)

Beamte Merenptah

(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings, 1927-1952)

(weiße Links sind noch Baustelle)

Bilder oben: links - gemeinfrei; rechts - 

König Merenptah usurpierte zahlreiche Denkmäler aus verschiedenen Epochen (u. a. aus der 12. Dynastie). Neben den üblichen Restaurationen und Ausschmückungen bereits vorhandener Tempel wurde er auch selbst in Sachen Bau tätig. Dazu gehören u. a. sein Palast mit dem dazugehörigen Ptahtempel in Memphis, sein "Millionenjahrhaus" in Theben-West, wo er große Teile des Tempels von Amenophis III. verbaute und die Felsenkapellen von Gebel el-Silsila und Siririja. Weitere, ehrgeizige Bauvorhaben wie sie sein Vater König Ramses II. erbauten ließ, konnte sich Merenptah als Nachfolger seines Vaters, aus Zeitgründen (er war bei seiner Thronbesteigung schon 60 Jahre alt) und in Anbetracht der leeren Staatskassen, nicht leisten.

Kafr Matbul

Kafr Matbul liegt in Unterägypten zwischen Damanhur und al-Mansura. Dort wurden in einem Dorf zwei kolossale Statuengruppen (Dyaden) des Königs gefunden, die ihn zusammen mit Amun-Re zeigen (Quelle: Porter u. Moss, Teil IV. Unter- und Mittelägypten, S. 45).

Pi-Ramesse:

Aus Pi-Ramesse (am östlichen Rand des Nildeltas) dem arabischen Qantir (altägyptisch: Per-Ra-mes(i)-su-meri-Amun-pa-ka-aa-en-pa-Ra-Hor-achti), der unter Ramses II. erbauten Hauptstadt des Neuen Reiches, stammen mit Sicherheit mehrere Stabträgerestatuen Merenptahs, die später nach Tanis verschleppt wurden und dort von den Ausgräbern gefunden wurden. 

In einem Text aus der Zeit König Merenptah heißt es dass die Stadt „Hauptquartier seiner Streitwagentruppen, Musterungsplatz seiner Fußtruppen, Hafen seiner Flotte“ gewesen sei. 

Bei den dortigen Ausgrabungen des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim (zusammen mit der Humboldt Universität Berlin und dem Österreichischen Archäologischen Institut) fand man in der Grabungsmission von 2016-2017 in einer Grube mit Produktionsabfälle einer Schmuckwerkstatt, kleine Fayence-Plättchen mit dem Namen König Merenptah.

Tell Nabesha / Tell Farun / altägypt. Imet

In Tell Nabesha, der Hauptstadt des 19. unterägyptischen Gaus (altägyptisch: Imet) befand sich ein Tempel der Göttin Buto/Wadjet, der von Flinders Petrie 1886 ausgegraben wurde. Petrie und F. Griffith gruben im Winter 1885/86 zusammen damals in drei Arealen: den Tempelbezirk im Westen, eine ausgedehnte Nekropole im Osten und südlich davon in eine antike Siedlung, wo die Göttin Wadjet, Herrin von Imet, verehrt wurde. Vor dem Haupttempel fanden die Ausgräber damals eine aus der 5. Dynastie stammende Säule mit dem Abbild König Merenptah, der von einem Falken beschützt wird und den Namen des Königs (Quelle: 2015 Ägyptologie-Forum an der Universität Zürich, Mitteilungen 1/2015, Seite 17). Diese Säule soll sich heute im Museum Kairo (Inv.-Nr. 11.11.14.3) befinden.

Kalksteinrelief-Fragment
mit den Namen Merenptahs
- möglicherweise aus Nabesha -
- heute im Brit. Museum London: EA1826 -
im Museum seit 1888 - 

Im Brit. Museum London befindet sich ein Kalkstein-Relieffragment mit dem Namen König Merenptahs, das lt. Aufzeichnungen von W. M. F. Petrie (London, 1888, 31 in "Tanis" II) möglicherweise aus Tell Nabesha stammt (Brit. Mus. EA1826 - H. 26cm x B. 20cm). Das Fragment ist gut erhalten - die Inschriften sind tief in den Kalkstein eingraviert. Der linke Rand ist in der Nähe des Bruchs stark abgenutzt und es gibt keine Farbspuren.

 

 

Bild: Courtesy: © The Trustees of the British Museum
CC BY-NC-SA 4.0

 

Qaha / Kahani

In Qaha  - einer Stadt, die 25 km nördlich von Kairo liegt (im südlichen Teil des Nil-Deltas) wurden zwei Fragmente eines in mehreren Teilen zersplitterten Obelisken aus rotem Granit aus der Zeit König Merenptah gefunden, der nach Überzeugung der Gelehrten original in Heliopolis errichtet wurde. Heute ist dieses Stück unter dem Namen "Obelisk von Qaha" bekannt. Dieses größere Teil befindet sich heute im Museum Kairo (CG 17025 / Jd 55310 - Quelle: PM IV. Lower und Middle Egypt, S. 67). 

Obelisk von Qaha
heute im Museum Kairo (JE 55310)

Nach Meinung der Gelehrten stammt der Obelisk ursprünglich aus Heliopolis (Quelle Porter u. Moss)

 

 

 

 

Bild:      Egyptian Museum -hieroglyph column in front
Autor:   Daniel Mayer
Lizenz:  CC-BY-SA 4.0

 

 

Tell Athribis 

Athribis (altägypt.: Hut-hery-ib), nordöstlich von Benha auf dem Hügel von Kom Sidi Yusuf gelegen (40 km nördlich von Kairo - nicht zu verwechseln mit Athribis/Hut-Repit) in Oberägypten war einst die Hauptstadt des 10. unterägyptischen Gaus und der Geburtsort von Amenophis, Sohn des Hapu.

Im Museumsgarten des Alten Museums von Kairo stehen zwei Obelisken-Basen aus rotem Granit, die original zu zwei Obelisken gehören, die unter der Regierung von Ramses II. (dem Vater und Vorgänger von Merenptah) in Athribis aufgestellt waren. Merenptah ließ dann später unterhalb der bildlichen Szene eine breite Inschriftenzeile mit seinen Titeln und Namen einfügen. 

1. Obeliskensockel aus rotem Granit aus der Zeit König Ramses II. und König Merenptah
- im Garten des Alten Museums Kairo -

Obeliskenbasis aus rotem Granit, die lt. Aussage aus Tell Athribis stammt. Im Bildfeld des 1. Bildes (links) ist rechts auf dem Bild König Ramses II. zu sehen, der die sog. "Atef-Krone" auf dem Kopf trägt. Der König hat die rechte Hand im Stiftungsgestus erhoben. Vor dem König thront der Gott Horus-Chenti-Cheti (Osiris steht bei Athribis) - ein Krokodilgott, der im Mittleren Reich falkenköpfig dargestellt, im Neuen Reich mit Doppelkrone abgebildet war und einer der Lokalgötter der Stadt Athribis (10. unterägyptischer Gau) war. Zwischen Gott und König befinden sich Opferständer mit Opfergaben sowie Lotosblumen.

Auf der 2. Seite des Sockels (rechtes Bild) steht der König links vor einem thronenden Gott (evtl. Atum?) mit der Sonnenscheibe auf dem Kopf. Zwischen beiden befindet sich ein Opferständer und eine Lotusblume.

Unter der bildlichen Szene verläuft eine breite Inschriftenzeile mit dem Namen und Titeln von König Merenptah:
"
Der König von Ober und Unterägypten, der Herr der beiden Länder (bAnRa mrj-Jmn)|, der Sohn des Re, der Herr der Kronen (mrj.nPtH HtpHrMAat)|

Bilder: beide fr. user Sebi - Gemeinfrei / Wikipedia
- Bild beschnitten von Nefershapiland - 

 

2. Obeliskensockel aus rotem Granit aus der Zeit König Ramses II. und König Merenptah
- zur Zeit der Bilder (2005 + 2009) im Garten des Alten Museums Kairo -

Seiten- und Frontansicht von der Basis des 2. Obelisken aus der Zeit Ramses II. / Merenptah aus dem Tempel des Horus in Athribis. Die Szene auf dem rechten Bild zeigt den König beim Opfer vor dem Gott Atum, dem Herrn der Beiden Länder und Heliopolis. Auf dem linken Bild (Frontseite) steht der König beim Opfer vor dem Gott Re-Harachte.

Unter der bildlichen Szene verläuft eine breite Inschriftenzeile mit dem Namen und Titeln von König Merenptah:
"Der König von Ober und Unterägypten, der Herr der beiden Länder (bAnRa mrj-
Jmn)|, der Sohn des Re, der Herr der Kronen (mrj.nPtH HtpHrMAat)|

Bilder: Peter Alscher, Kümmersbruck (2009)
- Bild beschnitten von Nefershapiland - 

Bild: Sebi, Wikipedia 2005
- public domain

 

Tell el-Yahudiya

Tell el-Yahudiya (altägyptisch: Ney-ta-hut und griechisch: Leontopolis) ist ca.15km nördlich von Heliopolis gelegen und war in der Antike eine Stadt im 13. Gau von Unterägypten. Hier fanden sich im nördlichen Teil des Tempelbezirk, den Ramses II. hier erbauen ließ, Bruchstücke von Kolossalstatuen und Granitsäulen aus der Zeit Ramses II./Merenptah, die mit den Kartuschen von Merenptah beschriftet waren (PM IV. Lower und Middle Egypt, S. 56)

Heliopolis
- Tempelbezirk im Stadtgebiet von Kairo -

Heliopolis, das altägyptische "Inunu", die "Sonnenstadt" (alttestamentlich "On") liegt in Unterägypten (am südlichen Ende des Ostdeltas) und war die Hauptstadt des 13. unterägyptischen Gaus. Einst stand in Heliopolis im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. der größte und einer der bedeutendsten Tempel des Alten Ägyptens, der Sonnentempel von Heliopolis. Heute liegt dieser Ort vergessen unter der Millionen-Metropole von Kairo.

Nach altägyptischer Vorstellung ist dort die Welt entstanden. Der Haupttempelbereich liegt heute im Kairener Stadtteil Matariya - die Tempel dort sind aber komplett zerstört - nur noch der Obelisk von Sesostris I. und die Umfassungsmauer aus dem 2.-1. Jt. v. Chr. stehen noch an ihrem Platz.

Im Laufe der Zeit kamen von König Merenptah etliche bedeutende Funde im Tempel-Bezirk von Heliopolis ans Licht. Unter Merenptah wurde eine Umfassungsmauer erbaut, die mit nur einem Abstand von 40 cm zur vorherigen Mauer verlief, welche sein Vater Ramses II. erbauen ließ. Unter den Ägyptologen wird für den Grund dieses erneuten Mauerbaus angenommen, dass die vorherige Mauer durch ein starkes Erdbeben Schaden genommen hatte und ein Neubau durch die Zerstörungen notwendig war. Für diese Theorie spricht, dass Merenptah auch in Memphis eine Mauer erneuern ließ, die sein Vater Ramses II. gebaut hatte (1). 

Im 5. Jahr seiner Regierung kam es zu einem Kampf mit den einfallenden libyschen Volksstämmen aus der Westwüste. Nach der gewonnenen Schlacht gegen die Libyer ließ Merenptah in Heliopolis vor den Tempelportalen überdachte Zugänge mit Granitsäulen als Stützen errichten. Auf einer dieser im Jahre 1970 gefundenen Granitsäulen (sog. "Siegessäule von Heliopolis"), die auf einem zugehörigen Postament nördlich eines Zugangs zum Hauptbezirk des Sonnentempels zutage kam, befindet sich ein verkürzter Bericht über seinen Sieg im Jahre 5 über ein Bündnis von libyscher Stämmen und den Seevölker des Nordens. In diesem Kriegsbericht wurde nicht nur die genaue Zahl der Gefangenen festgehalten, sondern auch die erbeuteten Güter aufgezählt. Die vollständige Version dieses Berichts findet sich auf einer der Wandstelen in Karnak (2). 

Der Text auf der Säule lautet:
"
Regierungsjahr 5, 2. Monat der Überschwemmungszeit. Man kam, Seiner Majestät zu berichten: Es macht mobil der elende Fürst der Libyer. Das Land Libyen, mit Männern und Frauen, Schekelesch–Leute und jedem Fremdland, das bei ihnen ist, werden die Grenzen Ägyptens übertreten. Da befahl Seine Majestät dem Heer, ihnen entgegenzutreten.

(Zahl der) Libyer, welche seine Majestät hinmetzelte mit einem Mal, zusammen mit Kriegsgefangenen: 9376.

Von ihnen mitgeführte Dinge: Gold und Silber als Hausrat und Schmuck: 531; Bronze als Hausrat: 3174; Pferde: 44; Rinder, Esel, Ziegen und Schafe: 11594; Königsleinen als Stoffe: 64; Schwerter: 9268; Bogen: 6860; Köcher und Pfeile: 128660; damit ihr gesamter persönlicher Besitz".

(Quelle: Zitat: Dietrich Raue / Reise zum Ursprung der Welt - Die Ausgrabungen im Tempel von Heliopolis, Philipp von Zabern-Verlag 2020)

Die "Siegessäule des Merenptah"(H. 42m x D. 0,82m - Gewicht 10 T.) wurde 2018 von Heliopolis in das Neue Museum in Giza gebracht und dort im Atrium aufgestellt. Die Säule besteht aus Rosengranit und steht auf einer Basis aus Kalkstein. Sie misst 5,60 m in der Höhe bei einem Gewicht von 17 Tonnen (2). 

*

Im Open Air Museum von Matariya (Stadtteil von Kairo/Heliopolis) befinden sich mehrere Säulentrommeln aus Granit, welche die Kartuschen von König Merenptah tragen. Es besteht die Möglichkeit, dass diese Säulen von Merenptah usurpiert wurden.

Aufgrund der gefundenen Säulentrommeln (weitere mit dem Namen König Amenophis III.) sowie weiterer Bauteile, die sich heute im Sammelmagazin bei den Pyramiden von Giza befinden und auf denen sich die Namen von König Amenophis III. befinden, ist hier in Heliopolis nachweisbar ein Neubau des Horus-Tempels unter König Amenophis III. belegt (siehe MDAIK 31,1). Allerdings ist die Lage des Tempels innerhalb des Temenos bzw. der Stadt noch nicht ermittelt worden, da keines der Bauteile in situ geborgen werden konnte. Verschiedene Säulentrommeln dieses Tempels wurden später in der 19. (durch Merenptah) und 20. Dynastie (durch Sethnachte) usurpiert.

Säulenfragment in neu angelegten Freilichtmuseum von Matariya, 
beide
mit den Namen König Merenptahs
- ursprünglich unter Amenophis III. aufgestellt - in der Amarna-Zeit beschädigt, 
später wieder hergestellt und dann durch König Merenptah okkupiert -

Beide Säulenfragmente gehören zu den Resten zweier Tempelbauten aus Kalkstein in Heliopolis (Iunu) für den Gott Re, deren Reste bei den Grabungen 1964-1967 in Tell el-Hisu freigelegt wurden. Der südliche der beiden Tempel (sog. Tempel "Ramses II" ) stammt aus der Zeit Amenophis III. und war ein Heiligtum für Horus. 

Auf dem linken der beiden Säulenfragmente sind der Thron- und Geburtsname von Merenptah und der wiederhergestellte Geburtsname Amenophis III. (in der Amarna-Zeit ausgehackt) zu sehen, während auf dem rechten Fragment nur der Name Merenptahs steht.

Bild: mit frdl. Dank Fritz Graf
- alle Rechte vorbehalten -
Bild: mit frdl. Dank Fritz Graf
- alle Rechte vorbehalten -

Grabungen durch die Universität Leipzig unter dem Co-Grabungsleiter Prof. Dietrich Raue (1. Direktor der Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts ab 2022) brachten etliche neue Erkenntnisse über die Aktivitäten von König Merenptah im Tempelbezirk zu Heliopolis, u. a. fand man das Oberteil einer Statue des König aus Granit (2). Merenptah ließ nach Aussage von Prof. D. Raue (2) mindestens einen Obelisken (wobei diese eigentlich immer paarweise aufgestellt wurden) in Heliopolis errichten. Ob dieser mit den zwei Fragmenten eines Obelisken identisch ist, die in Qaha (siehe weiter oben) gefunden wurden und sich heute im ägyptischen Museum Kairo befinden, ist nicht geklärt. Der ursprüngliche Aufstellungsort des "Qaha-Obelisken" war den Inschriften zufolge aber Heliopolis. Der Obelisk trägt auf jeder seiner Seiten zwei Inschriftenzeilen, die die Namen und die üblichen Epitheta des Königs zeigen. In einem der Epitheta findet sich ein Hinweis auf Heliopolis, denn dort steht: "Der Heliopolis neubegründete für den, der ihn erschuf", was wohl bedeutet, dass der Obelisk ursprünglich in Heliopolis stand (2).

Des weiteren gibt es lt. Prof. D. Raue(2) auch Hinweise auf ein inschriftlich belegtes "Haus der Millionen Jahre" hier vor Ort - also einen Tempel, der dem Kult des Königs gewidmet war. Bei den Grabungen der deutsch-ägyptischen Mission unter der Co-Leitung der Universität Leipzig durch Prof. Raue wurden Reste eines Tempelbaus von König Merenptah entdeckt, darunter Teile eines Portals aus Granit, auf denen sich der Name Merenptah befand. Des weiteren fanden sich auch Fragmente einer kolossalen Darstellung aus Granit des sich auf den Boden vor dem Gott hinwerfenden Königs beim Opfern eines Gegenstandes (2).

Giza

Merenptah usurpierte (oder ließ sie neu einschlagen ?) die Inschriften, die sein Großvaters Sethos I. auf den Torpfosten zum Haupteingang des Amenophis II.-Tempels in Giza für den Gott Harmachis und für "Hur" (ein weiterer Name für den Sphinx) anbringen lassen hatte.

Haupteingang zum "Harmachistempel
von Amenophis II. in Giza 
- Torpfosten mit Kartuschen und Inschriften von König Merenptah im unteren Teil -

Amenophis II. errichtete nordwestlich der Großen Sphinx einen Tempel, den er dem Gott Harmachis widmete. Die Reste des Tempels wurden in den 1930er Jahren von Selim Hassan ausgegraben. Später wurde der Tempel restauriert. Sethos I. ergänzte möglicherweise den Tempel aus der 18. Dynastie um eine Kammer und eine Treppe: man fand zwei Torpfosten aus Kalkstein. Evtl. wurden diese Torpfosten von Sethos I. im Sphinx-Tempel von Giza neu aufgestellt oder sie wurden von Sethos I. unbeschriftet aufgefunden und zusammen mit den Türpfosten des Haupteinganges bei den Renovierungsarbeiten benutzt.

Die Inschriften auf den Torpfosten enthalten Widmungen für Harmachis und Hur, ein weiterer Name der Sphinx. Evtl. waren auch die äußeren  Pfosten zum Haupteingang (siehe Bild) schon von Sethos I. gestiftet und später von seinem Enkel Merenptah usurpiert oder neu eingefügt worden (Quelle: Bauen-Stiften-Weihen)

Bild: mit frdl. Dank - Saamunra 
- alle Rechte vorbehalten -

 

Serapeum:

Ramses II. ließ während seiner Regierungszeit (wohl Jahr 55 - Lebenszeit von Apis VIII ) für seinen Sohn, den Prinzen Merenptah eine rechteckige Stele mit Gesims aufstellen (Kleiner Untergrund, Gewölbe 5). Diese Stele befindet sich heute im Museum Louvre.

Apisstele im Louvre
mit Nennung des Prinzen Merenptah
- Fundort: kleiner Untergrund -
Inv.-Nr. N 412 / IM 3747

Ramses II. ließ für seinen Sohn, den Prinzen Merenptah, im Serapeum (Saqqara) eine rechteckige Stele aufstellen. Die Inschrift nennt den "königlichen Schreiben, Adligen, Obergeneral, ältesten Sohn des Königs, Merenptah" - des weiteren den Schreiber der Adligen Tchay, den Schreiber Ta und den Adligen Sementaouy.
- H. 90 cm x B. 60 cm; D: 10,5 cm - 
Material Kalkstein - gefunden unter Grabung Auguste Mariette.

Auf dem oberen Relief ist Merenptah - als Kronprinz dargestellt - geschmückt mit dem kgl. Uräus auf der Stirn vor einer Statue des Apisstier, in Anbetungshaltung dargestellt. Im unteren Register stehen zwei Männer, gekleidet mit dem Spitzschurz ebenfalls in Anbetungshaltung.

Bild:   Stele for Apis-N 412-IMG 2520-gradient.jpg
Autor: Rama - wikipedia 2019
Lizenz: CC BY-SA 3.0 FR
- Bild beschnitten (Ränder) durch Nefershapiland - 

 

Raum Memphis / Mit Rahina

Memphis oder "Men-nefer" (alt-ägyptisch) war die alte Hauptstadt von "Inebu-hedj", dem 1. Gau Unterägyptens. Die Ruinen der Stadt befinden sich in der Nähe der modernen Stadt Mit-Rahina - etwa 20 km südlich von Giza im Großraum Kairo. Lt. Legenden (erzählt im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. von Manetho (einem Priester und Historiker), der in der hellenistischen Periode Ägyptens legte, wurde die Stadt von König Menes gegründet und war die Hauptstadt des Alten Ägyptens während des Alten Reiches. Der Schutzpatron der Stadt war der Gott Ptah.

Die Palastanlage und der Tempel des Ptah von Merenptah:
Ramses II., der Vater und Vorgänger von König Merenptah baute in Memphis viele Denkmäler und schmückte sie mit kolossalen Symbolen des Ruhmes. Sein Sohn und Nachfolger Merenptah errichtete im Südosten des Großen Tempelkomplexes seines Vaters einen neuen Schrein zu Ehren der obersten Gottheit der Stadt, Ptah. In den frühen zwanzigsten Jahrhundert wurde dieser Schrein/Tempel von Flinders Petrie entdeckt, der ihn als eine von Herodot zitierte Darstellung des griechischen Gottes Proteus identifizierte (3). 

Merenptah war ein großer Baumeister in Memphis und Umgebung, wie die Ruinen des Palastes und des Tempels des Ptah beweisen, die er dort südlich der Hauptmauer der Stadt errichten ließ. Wie schon erwähnt, wurde der Tempel des Ptah Anfang des 20. Jahrhunderts von William F. Petrie entdeckt,
während der Palast des Merenptah noch unter dem 1. Weltkrieg von einem amerikanischen Team unter der Leitung von Clarence Stanley Fisher und seinem Team von der University Museum in Philadelphia in Kom el-Qala ausgegraben wurde (1914-1918 von der Coxe-Expedition des Pen-Museums). Bereits Petrie hatte aber schon in diesem Bereich gegraben und Fragmente gefunden, die aller Wahrscheinlichkeit nach zum Palast gehörten, aber im Wesentlichen grub er nur die späteren Ebenen an.

Palastanlage:
Der gut erhaltene Grundriss des Palastes in Kom el-Qala (südöstlich des Tempelkomplexes von Memphis) zeigt,
dass der Palast von außen stark einem ägyptischen Tempel ähnelt. Mit ihren Ausgrabungen begannen die Forscher im vorderen Teil der Anlage, der aus einem großen Hof von ungefähr 15 Quadratmetern besteht und sich nach Süden durch eine große Tür öffnet, die den Namen von Merenptah und die Beinamen des Gottes Ptah zeigen. Der Palast gilt als einer der am besten erhaltenen aller altägyptischen Orte. Dieses ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass das einstige Holzdach des Palastes aufgrund eines Brandes in der Antike in den Innenraum stürzte. Durch diese Katastrophe blieb der Bauplan des Gebäudes teilweise erhalten und die Ausgrabungen durch das Team der University von Philadelphia haben Elemente einer monumentalen Kalksteintür ans Licht gebracht, die mit freistehenden Säulen verziert und mit Reliefs des Königs dekoriert war - speziell mit Darstellungen der Niederlage der Feinde Ägyptens (vor allem der Libyer). 

Die meisten der gefundenen Elemente der Kalksteinteile, die außergewöhnlich gut erhalten sind, befinden sich heute in den Sammlungen des Museums der Universität von Pennsylvania und des Ägyptischen Museums von Kairo. 

Trial restaurierte Ansicht von Merenptahs Palast von Memphis

Das Hauptgebäude des Palastes war ein massives, rechteckiges Bauwerk mit den Ausmaßen: 110m x 30m. Das Gebäude wurde aus Lehmziegeln erbaut, verputzt und angestrichen. Wenige Teile wurden aus bearbeiteten Kalkstein und aus Fayence-Einlagen gearbeitet. Man benutzte den Kalkstein hauptsächlich für Säulen, Schwellen und Fenstern sowie für Türeinfassungen.
Bild:      Palais des Merenptah Memphis 01.jpg
Autor:   Neithsabes, wikipedia
Lizenz:  CC BY-3.0

Etwa ein Drittel des inneren Gebäudes wurde von dem Thronsaal eingenommen. Auffällig ist, dass der Palast des Merenptah von der Bauart her kein normaler Wohnpalast war, wie man ihn von seinen Vorgängern her kannte. Wie der gut erhaltene Grundriss der Anlage zeigt (siehe Plan oben) ähnelte er stark einem ägyptischen Tempel. Der Palast war ein offizielles Gebäude und wurde für königliche Audienzen und Empfänge von Bittstellern und ausländischen Botschaftern gedacht war. Der König nutzte den Palast während wichtiger religiöser Besuche vor Ort.

Zwar ist die Anordnung der repräsentativen Räumlichkeiten des Palastes, die zum Teil in Stein ausgeführt waren, recht gut rekonstruierbar, wohingegen die Rekonstruktion bei den Nebenbauten, die aus Lehmziegeln errichtet waren und als Privatgemächer und Gemeinschafträume genutzt wurden, um einiges schwieriger war. 

Der offizielle Teil des Palastes war zum größten Teil aus Stein gebaut und diente u. a. dazu, die Besucher wie hohe Beamte, Hofbeamte und ausländische Vertreter zu beeindrucken. Der königliche Thron stand auf einem erhöhten Podium, zu dem eine beeindruckende Kolonnade mit mächtigen Säulen führte.

*

Bei den Ausgrabungen in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts durch Clarence Fisher vom Penn-Museum legte man 1915 den größten Teil der Palastanlage König Merenptahs frei, und dabei fand man auch Reste des Thronsaales. Mehr als 50 Tonnen Aushubmaterials, welches aus massiven architektonischen Bauteilen wie Säulen, Türstürzen und Türrahmen sowie eines monumentalen Tores gelangten neben weiteren Architekturteilen 1924 ins Penn-Museum. 

Grabungsfoto von 1924 - Expedition Memphis vom Merenptah Palast
mit den mächtigen Säulen und den Torpfosten

Bild: Ausgrabungsfoto
Courtesy to the Penn-Museum
 fair use - nicht kommerzielle Nutzung

1924 The Eckley B. Coxe Jr. Expedition to Mit-Rahineh (Memphis, Egypt, Clarance Stanley Fisher)

 

Linker und rechter Torpfeiler des Südportals zum Thronsaal
 - durch das Tor gelangte man direkt in den Thronsaal
Penn-Museum, E13575 B+E (Kalkstein)

Bild:   door jambs E13575 D+E
Autor: Courtesy Penn-Museum, USA
fair use - nicht kommerzielle Nutzung

 

Oberes linkes Fragment der beiden Torpfosten vom Südportal
heute im Penn-Museum (E13575A)
- linkes Bild: Grabungsfoto von 1924 -

Dieses Fragment (E13575A) aus Kalkstein ist eines der beiden oberen Teile vom West- und Ostpfosten des Südportals. Die Darstellung zeigt den Gott Atum, der Merenptah ein Zepter überreicht. Im unteren Teil der Blöcke befindet sich der Beginn der Szene, die auf dem unteren Teilen des Pfostens (siehe Bild links) erscheinen (3). Im Penn-Museum ist heute nur noch der Block mit dem obersten Register ausgestellt.

Bild:   door jambs E13575 
Autor: Courtesy Penn-Museum, USA
fair use - nicht kommerzielle Nutzung

 

Torpfosten aus dem Palast in Memphis
heute im Brit. Museum EA 1466
Kalkstein: H. 206,5 x B. 83 x T. 40,5cm

Dieser Pfosten stammt von der Westseite der Tür des Palastes von Merenptah in Memphis und ist auf zwei Seiten beschriftet.

 

Nur der untere Teil des ursprünglichen Pfostens ist erhalten. Der mittlere Teil der Außenwand hat stark unter Erosion gelitten. Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung scheint das Stück für den Transport in drei Teile geschnitten und später restauriert worden zu sein, wobei die Innenseite etwas verloren gegangen ist.

Bild: Umzeichnung
© The Trustees of the British Museum
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Bild: door jamb EA1469
Autor   © The Trustees of the British MuseumLizenz: CC BY-NC-SA 4.0
Dieses untere Fragment eines linken Türpfosten gehört zur Toranlage des Merenptah-Palastes in Memphis und ist auf zwei Seiten tief mit den Namen von Merenptah eingeschrieben. Die Außenseite (siehe Bild) trägt zwei vertikale Kolumnen, von denen heute nur noch die Kartuschen und Beinamen des Königs erhalten sind. Die vertikalen Kolumnen sind durch ein "was"-Zepter unterteilt, unter dem sich mehrere Schriftzeichen befinden, die jetzt weitgehend unleserlich sind (siehe unten). Am unterenj Rand befindet sich eine "semataui"-Szene (Vereinigung der beiden Länder) im versunkenen Relief (Quelle: Online-Katalog Brit. Museum)

 

östlicher Torpfosten - Südportal
Kalkstein / H. 105,41 x B. 58,42 x T. 14,61 cm
Pen-Museum E13568

 

Dieser Teil eines linken Torpfostens zeigt eine Darstellung des Gottes Ptah - den Schutzgott von Memphis -  im versenkten Relief. Ptah ist in seiner mumienförmigen Form dargestellt (3).

 

 


 

Bild:   doorway
Autor: Courtesy Penn-Museum, USA
fair use - nicht kommerzielle Nutzung

Das führte dazu, dass man beschloss, zumindest den Thronsaal in seinen originalen Abmessungen mit all seinen Details wie Säulen und Türen zu rekonstruieren und "wieder zu errichten". Dazu erhöhte man in dem Raum die Decke, so dass man die Säulen des Thronsaales in voller Höhe aufstellen konnte. Leider unterschätzte man dabei die Tragfähigkeit des Bodens, der das Gewicht der massiven Artefakte nicht tragen konnte und deshalb verlegte man die gesamte Sammlung in eine Galerie im ersten Stock wo sie heute zusammen mit der großen Sphinx aus der Zeit von Ramses II. zu sehen ist - leider jedoch nur noch in Teilen. Zum Beispiel sind die mächtigen Säulen nur noch als Teilstücke in ihrer Höhe zu sehen. Bei dieser Ausstellung im Penn-Museum handelt es sich um die umfangreichste Sammlung an Artefakten eines altägyptischen königlichen Palastes. Weitere Teile (wie Säulenteile und Teile der Türdurchgänge) befinden sich im Museumsmagazin. 

Säulen aus dem Palast von Merenptah
in Memphis
- heute im Penn-Museum, Philadelphis -

Der Palast König Merenptah in Memphis wurde 1915 durch Clarance Fisher von der Universität in Philadelphia ausgegraben und später wurde eine Rekonstruktion des Thronsaales in der oberen Galerie des Penn-Museums für Archäologie und Anthropologie ausgestellt.

 

Bild:
Columns from the Palace of Merenptah at Memphis
Autor:  Suraj at Malayalam Wikipedia (2008)
Lizenz:  CC BY-SA-3.0

 

Säulentrommel aus dem Palast 
von Merenptah in Memphis
heute im Penn-Museum, Pennsylvania, USA

Der König gibt ein Opfer an den obersten Stadtgott Ptah.

 

 

Bild:  Chipdawes (englische Wikipedia) 2006
public domain

Im Penn-Museum (E 17527) befindet sich das untere Fragment aus Kalkstein eines linken Türpfostens aus dem Palast (Grabung von Clarance Fisher). Der König ist bei dem bekannten Motiv des "Erschlagens der Feinde" zu sehen. Begleitet wird er von einem Löwen, der ebenfalls die Feinde attackiert. Hinter dem König folgt sein Ka in Form einer Standarte. Vor dem König befindet sich eine Inschrift mit seinem Thron- und Geburtsnamen: „Der Herr der Beiden Länder (bAn-Ra MrjJmn)|, der Herr der Kronen (mrj.nPtH HtpHrMAat )|, beschenkt mit Leben und Herrschaft wie Re “ 

Untere Fragment eines Türpfosten
aus dem Palast von Merenptah in Memphis
(Rm 14 Westtür)
Material: Kalkstein mit Spuren von Bemalung. 
H. 118 cm; B. 56cm;T. 10cm

Der König erscheint hier beim "Erschlagen der asiatischen Feinde".

Das Bild zeigt den unteren Teil eines linken Türpfostens, der zum Zugang in den Raum 14 von außen in den Palast gehörte. Der Raum 14 liegt neben dem Thronsaal. Oben sind noch die Enden des Thron– und Geburtsnamens des Königs erhalten geblieben. 

Der König trägt die Krone von Ober- und Unterägypten, den Zeremonialbart, einen breiten Halskragen, Reifen am Ober- und Unterarmen, einen plissierten Schurz mit Schmuckgehänge und den Tierschwanz am Gürtel.

Begleitet wird der König von einem gezähmten Löwen, der die Asiaten attackiert. Hinter dem König folgt sein Ka in Form einer Standarte. Vor dem König befinden sich 2 Spalten Text mit seinen Namen in der Kartusche (3).

Bild:   door jamb E17527
Autor: Courtesy Penn-M
useum, USA
fair use - nicht kommerzielle Nutzung
- beschnitten an den Rändern von Nefershapiland - 

Ein weiteres Objekt aus der Residenz König Merenptah aus Memphis ist eine steinerne Fensterverkleidung, die sich heute ebenfalls im Penn-Museum befindet. Als Teil einer königlichen Residenz spielt die Dekoration der Fenster eine wichtige Rolle. Fenster waren in den Räumen hoch oben platziert und ließen die Räume in einem Halbdunkel, dies sollte auch eine leichte Luftbrise garantieren. 


Fenster aus Stein
aus dem Palast von Merenptah in Memphis
Kalkstein - H. 129,54cm; B. 81,28cm; T. 15,24 cm
Penn-Museum E13564

Der obere Teil des steinernen Fensters ist mit Sphingen, einer Reihe von Falkenköpfen, aufgelegten Säulen und einer aufgerollten Schilfmatte (in Stein gehauen) verziert. Der untere Teil des Fensters hat 8 Lichtschlitze (3).

 

 


 

Bild:   window E13564
Autor: Courtesy Penn-Museum, USA
fair use - nicht kommerzielle Nutzung

 

Rekonstruiertes Tor
mit Türsturz und 2 Türpfosten

zur
Palastanlage
Merenptah
- Penn-Museum E13560A, B + C
Länge desrTürsturze: 224,99 cm
Material: Kalkstein und Reste von Fayence

Der Türsturz zeigt die vier 4 Namen von König Merenptah, die zwischen den symbolischen Pflanzen von Ober- und Unterägypten erscheinen, umrahmt von Schutzformeln. Die Hieroglyphen waren ursprünglich mit blauer Fayence eingelegt. Die geflügelte Sonnenscheibe unterhalb des Sturzes war mit Gold verziert und jede der Federn mit Fayence eingelegt und mit Gold umrandet (3).

Bild:  door lintel 
Autor: Courtesy Penn-Museum, USA
fair use - nicht kommerzielle Nutzung

 

Tordurchgang
Objekt-Nr.: E13553+13554A+13554B

Der linke Torpfosten (Kalkstein mit Fayenceeinlagen E13554A) wurde vom Penn-Museum zusammen mit dem rechten Torpfosten (E13554B und dem Türsturz (E13553) zu einem Tordurchgang zusammengefügt.

Im Türsturz sind die 4 Namen des Königs eingraviert, die zwischen den symbolischen Pflanzen von Ober- u. Unterägypten erscheinen. Die ganze Szene wird von Schutzgöttinnen überragt. Die geflügelte Sonnenscheibe war mit Gold verziert und jede Feder mit Fayence eingelegt und mit Gold umrandet.

Die Inschriften auf dem beiden Torpfosten nennen den König Merenptah zusammen mit dem Sonnengott. Alle Hieroglyphen wurden ursprünglich mit blauer Fayence eingelegt. Es gibt eine Buchse im Pfosten für die Türverriegelung (3).

Bild:  door lintel with jambs
Autor: Courtesy Penn-Museum, USA
fair use - nicht kommerzielle Nutzung

*

Säulenbasis vermutlich aus der Palastanlage Merenptah
mit dem Thronnamen des Königs in der Kartusche
- in situ, Open Air Museum Memphis -

Bild: Neithsabes, wikipedia - public domain

*

Der Große Ptah-Tempel:
Der große Ptah-Tempel von Memphis ist der wichtigste ägyptische Tempel, welcher der Verehrung des Gottes Ptah diente. Er trug den Namen "Hut-ka-Ptah" / die "Burg des Ka von Ptah". Der Standort des Tempels war nach der Zerstörung der Stadt im 13. Jahrh. für lange Zeit verloren, nur die Zeugnisse klassischer Autoren und Chronisten des Mittelalters ermöglichten es, seine Existenz zu bezeugen. Heute sind nur noch Überreste seiner Säulenhallen und seines Pylons sichtbar, der Rest des Bauwerkes wurde noch nicht gefunden. Es liegt wahrscheinlich unter der heutigen Stadt Mit-Rahina begraben, die sich immer näher an das archäologische Gebiet der Ausgrabungsstätte heranschiebt. 

Die Säulenhalle wurde während der Regierungszeit von Ramses II., dem Vater und Vorgänger von König Merenptah in Auftrag gegeben. Die Dekoration wurde unter der Herrschaft von Merenptah fortgesetzt, wie die Inschriften und Widmungen belegen, die er in den Granitsockel der Wände des Raums gemeißelt hatte. Auch Ramses III. hat dort seine Kartuschen einschlagen lassen. 

Fundaments-Steine des axialen Tores des Pylons des großen Tempels von Ptah 

Der große Pylon des Ptah-Tempels befindet sich in der Mitte der Westmauer der Haupteinfriedung der Stadt und ist 74 m breit und etwas mehr als 11 m dick. Auf den gefundenen Fragmenten befinden sich die Kartuschen und Titel von Ramses II. aber auch von Sethnachte. Auf dem Fundament des axialen Tores, das zu einem Säulensaal führte und dessen Grundriss die Forscher rekonstruieren konnten, befinden sich auch die Kartuschen und Inschriften von König Merenptah (siehe Bild). 

 

Bild: Neithsabes, Wikipedia Dez. 2006, public domain

 

Der kleine Ptah-Tempel Merenptah:
Merenptah ließ im Südosten des großen Tempelkomplexes  - zwischen dem großen Tempel des Ptah von Ramses II. und seinem Palast in Kom el-Qala - einen Schrein/Tempel zu Ehren der obersten Gottheit der Stadt, Ptah, errichten.
Der Tempel wurde von William Matthew Flinders Petrie im frühen 20. Jahrhundert entdeckt, der ihn als eine von Herodot zitierte Darstellung des griechischen Gottes "Proteus" identifizierte. Die Ausgrabungen des Tempels begannen im vorderen Teil, der aus einem großen Hof von etwa 15 Quadratmetern besteht, der sich nach Süden durch eine große Tür mit Darstellungen öffnet, welche den Namen des Königs und die Beinamen des Gottes Ptah liefern. Es wurde nur dieser Teil des Ptah-Tempels ausgegraben, der restliche Teil muss noch etwas weiter nördlich liegen.

Der kleine Tempel des Ptah von Merenptah blieb während des restlichern Neuen Reiches in Betrieb, was aus den gefundenen überschriebenen Inschriften späterer Könige belegt ist. Danach scheint aber der Tempelbetrieb nach und nach aufgegeben worden zu sein und das Bauwerk für andere zivile Zwecke umgebaut. Die stratigraphischen Untersuchungen des Areals, das nach und nach von der schnell wachsenden Stadt begraben wurde, zeigt, dass es schon in der Spätzeit eine Ruine war und bald von neuen Gebäuden bedeckt wurde (4).

 

Medinet Madi/Madu

In Medinet Madi (der Stadt "Dja" im Mittleren Reich - im südwestlichen Fayum) wurde während der Regierungszeit von Amenemhet III. und Amenemhet IV (12. Dynastie) ein Tempel der Kobra-Göttin Renenutet (eine Erntegöttin) gegründet. Über den Ort aus dem Mittleren Reich ist außer dem gut erhaltenen Tempel nicht viel bekannt. Der Tempel der Renenutet blieb bis zum Neuen Reich in Funktion. Merenptah ließ dort von sich eine Stabträgerstatue aufstellen. Nach dem Neuen Reich wurde der Ort verlassen. Erst in ptolemäischen Zeiten ließen sich die Menschen hier wieder nieder (Quelle: Medinet Madi - Wikipedia - Enzyklopädie/Edda Bresciani, Ali Radwan u. a.: Medinet Madi, Archäologischer Führer, Verona, 2010, ISBN: 97888877893, 14-15).

Die kolossale Stabträgerstatue aus rosa Granit von König Merenptah wurde 1937 bei den Ausgrabungen der Universität Mailand unter der Leitung von Achille Vogliano in der Vorkammer (Antechamber) des Tempels gefunden und wurde dann am Eingang des Ägyptischen Museums von Kairo platziert (JE 66571). Interessanterweise ist diese Statue dem Gott Amun-Re von Theben gewidmet und nicht den Göttern Renenutet oder Sobek, die beiden Götter, denen der Tempel gewidmet war. Die Statue wurde vom Prinzen Seti-Merenptah (dem späteren König Sethos II.) im Tempel aufgestellt, als er eine Armee während eines Feldzuges gegen die Libyer in der Regierungszeit seines Vaters Merenptah führte. Lt. Helmut Satzinger hat die Statue eine Höhe von 196 cm, 1 Stab links, Emblem: Falkenkopf mit Pschent, rechter Arm herabhängend, Strähnenperücke, kurzer plissierter Schurz

Stabträgerstatue Merenptah
gestiftet von Prinz Seti-Merenptah
(dem späteren König Sethos II.)

Diese Statue aus rosa Granit wurde von Prinz Seti-Merenptah (dem späteren König Sethos II.) für den Tempel der Göttin Renenutet von Medinet Madi im südwestlichen Fayum anlässlich seines Feldzuges gegen die Libyer (im Auftrag seines Vaters König Merenptah) gestiftet.


Lt. Helmut Satzinger hat die Statue eine Höhe von 196 cm, 1 Stab links, Emblem: Falkenkopf mit Pschent, rechter Arm herabhängend, (Hand abgebrochen), Strähnenperücke, kurzer plissierter Schurz.

Bild:  mit freundl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten
-

 

El-Baben / El-Suririya

24 km oberhalb der modernen Stadt Minya (im 17. oberägyptischen Gau) liegt auf dem Ostufer in der alten Steinbruchlandschaft von El-Baben in der südlichen Fortsetzung dieses Steinbruchrestes auf tieferen Niveau eine kleine Felskapelle, die König Merenptah dort errichten ließ. (Quelle: Steine und Steinbrüche im Alten Ägypten, S. 85) An der westlichen Außenseite ist lt. Dr. Hourig Sourouzian (1983 - Chapelle rupestre de Merenptah, S. 215)) eine Stele Ramses III. angebracht.

Die Kapelle von Merenptah ist aufgrund der sichtbaren Spuren zu urteilen, vermutlich sekundär in einer bereits vorhandenen Felskammer angelegt worden. Es spricht einiges dafür, dass es sich bei dieser Kammer um einen ehemaligen Galeriesteinbruch handelt. 

Die Kapelle ist der Göttin Hathor, die Herrin von Akhwi (hwt-hrw nb.t ax.wj) gewidmet. Sethos II., der Sohn von Merenptah vollendete die Kapelle und fügte seine Kartuschen hinzu. Auf der linken Seitenwand des Kapellenraums befindet sich eine Szene mit Merenptah und einer Königin (zerstört) bei der Anbetung eines Gottes (vermutlich Harsaphes "@rj-S=f"). Sethos II., der Sohn König Merenptahs entfernte zwei der Kartuschen, die seine Prenomen (wsr-xpr.w-Ra stp.n-Ra mrj-Jmn) enthielten. Die folgenden fragmentarischen Kartuschen können evtl. den Namen von Merenptah enthalten, da lt. Sourouzian ("Chapelle rupestre de Merenptah", 211-12, 215) die 3. Kartusche ein "Ptah"-Zeichen zeigt, gefolgt von einem sitzenden anthropomorphischen Gott, welcher der Ptah-Figur gegenübersitzt (siehe: Figure 6.20. Cartouches on Rock Shrine of Merenptah at El-Babein. Detail of LD3: 198c) und evtl. nach Kitchen (in KRI 4:247) der Gott Seth und nach RITA 4:173 die Göttin Maat ist (das ist dann das Nomen von Merenptah [mrj.n] - PtH [Htp]-MAat.

Eine weitere Szene auf der linken Eingangswand (PM 2) des Kapellenraums zeigt den König in Schrittstellung - er trägt eine Kugelperücke und darüber eine Krone mit Gehörn und Federn. Auf der Rückwand der Kapelle befindet sich lt. PM 5 eine Nische mit drei Statuen, evtl. die Göttin Hathor, der König und eine Königin (?). Im Vorhof ist ein Text eines gewissen Mehahiy, dem 1. Propheten des Amun und des Sobeks zu sehen (PM 1). (siehe: Hopper Monuments of Amenmesse and Seti II: A Historical inquiry by Roy Winston Hopper)

Hermopolis Magna:

In el–Aschmunein / Chemenu / Hermopolis (die "Stadt der Götterachtheit"), der Hauptstadt des 15. oberägyptischen Gaus (nahe Mallawi) befinden sich die Überreste von einigen Tempeln. Im Neuen Reich wurde der Thot-Tempel aus dem Mittleren Reich (Amenemhet II.) von Hatschepsut restauriert - Amenophis II. errichtete eine Kapelle und Amenophis III. stiftete Pavianstatuen für den Tempel. Die Hypostylhalle des Thot-Tempels wurde um 1830 abgerissen.

Plan des Tempelgeländes von Hermopolis Magna (el-Aschmunein) oder Chemenou

1: Tempel des Amun 2. Mittlere Reich-Tempel und Eingangspylon (restauriert von Hatschepsut und Nachfolgern / Pylon und Sphinxtor 3. Spätzeittempel für Thot (Alexander und Philipp) 4. Tor des Mittleren Reiches (sog. "Late-Gate") - wo auch ein Block mit den Resten einer Kartusche von König Merenptah gefunden wurde. 5. Pylon und Umfassungsmauer von Ramses II.-Merenptah-und Sethos II. (7)

Bild:     Hermopolis temple de Thot
Autor:  Franck devedjian, Wikipedia 18.2.2019
Lizenz: CC BY-SA 4.0

Änderungen von Nefershapiland:
rechter Rand beschnitten;
Nummern hinzugefügt.

Ramses II. aus der 19. Dynastie erweiterte den Tempelbezirk um eine Umfassungsmauer mit Eingangspylon und begann wahrscheinlich auch mit dem Bau eines kleinen Tempels für Amun aus Kalkstein, der sich südwestlich des hier genannten Thot-Tempels befand. Dieser Tempel der 19. Dynastie wurde von einer Umfassungsmauer umgeben. Ein Teil der Eingangsfront des Pylons und ein Teil der anschließenden Säulenhalle dieses Bauwerks sind noch erhalten - der hintere Teil ist aber bis auf Bodenniveau reduziert.

Reste eines monumentalen Tores aus aus der späten Phase des Mittleren Reiches aus der Zeit Amenemhet II. befinden sich südlich des Amun-Tempels - vielleicht ein früher Eingang des Thot-Tempels? Reste der Fassade und ein Durchgang sind noch zu erkennen.

Weiter südlich begann Ramses II. auch mit dem Bau eines weiteren Tempels, der vielleicht dem Gott Ptah zugeschrieben werden kann und den Merenptah vollenden ließ. Vor dem Eingang befanden sich zwei Sitzstatuen von Ramses II.

Die Ramessiden verwendeten dort in großem Umfang für ihre Bautätigkeit Spolienblöcke aus abgerissenen Bauten König Echnaton aus Tell el-Amarna (Quelle: Wi-Bi-Lex, Hermopolis, Dieter Kessler 2008). In der Amarnazeit befand sich hier die Nordgrenze des Stadtgrenze von Achet-Aton. Ramses III. ließ in Hermopolis Magna mehrere Kapellen innerhalb des Thot-Bezirkes hinzufügen (6) In der Saitenzeit wuchs der Thot-Kult weiter an und unter Nektanebus I. wurden Neubauten und Restaurierungsarbeiten im Tempelbezirk durch geführt. Weitere Bautätigkeiten lassen sich unter Nektanebus II., Petosiris, Alexander III. und IV. und den Ptolemäern nachweisen. Ein großer Portikus von Phillipp Arrhidaios stand noch am Beginn des 19. Jahrhunderts und wird in zahlreichen Werken früherer Expeditionen erwähnt und als Zeichnung veröffentlicht, heute aber so gut wie vollständig verschwunden.

Ruinen des kleinen Amun-Tempels Ramses II./Merenptah/Sethos II.
Blick durch die Hypostylhalle auf den Pylon
in Hermopolis/El-Ashmunein

Merenptah baute auch am kleinen Amuntempel weiter - vollendet wurde dieser aber offensichtlich erst unter Sethos II. (6)
Bild:    AshmuneinMerenptahTemple.jpg
Autor:  Roland Unger, Wikipedia, März 2004
Lizenz:  CC BY-SA 3.0

 

Frontansicht des Pylons (Tempel des Amun)
- Kartusche Merenptah siehe roter Pfeil -

Nach P & M S. 167 (El-Ashmunein) befindet sich auf der nördlichen Seite der Fassade eine Darstellung (Wandstele) Merenptahs beim Opfern vor dem Gott Thot (heute nicht mehr sichtbar) mit sechs weiteren Gottheiten und einem langen Inschriftentext darüber. 

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

Bild: Chris Irie, Flickr-Album
- alle Rechte vorbehalten -
- Ausschnitt erstellt von Nefershapiland -

Basis der Standfigur Ramses II./Merenptah
im Museum Kairo (JE 35126)

Vor dem Pylon stand einst eine Kolossal-Statue Ramses II. aus Granit mit einer Darstellung des Prinzen Sethos-Merenptah (dem späteren Sethos II.) an der Seite. Die Statue wurde von Merenptah usurpiert.

Die ganze Statue siehe Biografie Merenptah.

 

Bild: Warren LeMay from Cincinnati, USA
- Lizenz: CC0 - (public domain)

 

Lepidotonpolis / Behdet

Unter dem modernen Dorf Nag' El Mashayikh - gegenüber dem modernen Girga - das am Nil gegenüber der Stadt Girga liegt - befinden die Überreste eines Tempels von Lepidotonpolis (altägyptisch: Behedet jabtet oder Per mehit) aus dem Neuen Reich. Fragmente mit dem Namen der ägyptischen Könige Amenophis III, Ramses II und Merenptah wurde gefunden. Lt. Dr. Dietrich Rau, Leiter der deutsch-ägyptischen Grabungsmission wurden architektonische Fragmente von den Bauten König Ramses II., König Merenptah und König Apries gefunden. Auch das Fragment einer Statue von Ramses II. sowie Sethos II. kamen zum Vorschein.

In Lepidotonpolis (auf einem Beamtenfriedhof nahe dem Tempel) befindet sich außerdem das Feldgrab von Anhur-mose, einem hohen ägyptischen Beamten der unter Ramses II. und Merenptah gedient hatte. In seinem Grab ist eine lange biographische Inschrift erhalten, aus der wir erfahren, dass er als Schreiber der Armee und Wagenlenker unter König Merenptah gedient hatte. Am Ende seiner Karriere wurde Anhur-mose dann zum "Hohepriester der Maat, von Schu" befördert. Es ist nicht bekannt, was dieses bedeutet, vielleicht wurde er vom König Merenptah erwählt? (Quelle: Boyo G. Ockinga, Yahya al Masri: Two Ramesside Tombs at El Mashavikh, Sydney 1988)

Thinis / This / Tjenu

Thinis (altägyptisch: Tjenu; griech. This), die Hauptstadt des 8. Oberägyptischen Gaus, war der Sitz der ersten Dynastien des Antiken Ägyptens. Obwohl die genaue Lage des alten Thinis unbekannt ist, wird es von den Ägyptologen in die Nähe des antiken Abydos und des modernen Girga vermutet und von Manetho als Zentrum der Thinitischen Konföderation bezeichnet.

In der Nähe der heutigen modernen Stadt Girga (und des antiken Abydos) befinden sich die Reste eines Tempels, welcher der Löwengöttin "Mehit" geweiht war (siehe Pinch 2002: 164 und Frood 2007:267 in engl. Wikipedia: Thinis). In diesem Heiligtum befanden sich die Namen von Amenophis III., Ramses II. und Merenptah. Die Restaurierung des Tempels unter König Merenptah wurde wahrscheinlich von "Anhur-mose" (siehe oben) überwacht (siehe Elisabeth Frood 2007, Biograph. Texte aus Ramesid. Zeit Ägyptens, Atlanta: Gesellschaft für bibl. Literatur. ISBN 978-1-58983-210-7 in engl. Wikipedia: Thinis)

Abydos

Abydos, das altägyptische "Abedju" - in der Nähe von Sohag am westlichen Nil (ungefähr 160 km nördlich von Luxor) - war in antiker Zeit eine der bedeutendsten religiösen Nekropolen Ägyptens. Die ältesten Siedlungsspuren aus Abydos stammen aus der vordynastischen Zeit und wurden im Bereich des späteren Tempels Sethos I. und der eigentlichen Stadt gefunden. Das Grab des Königs Djer (1. Dynastie) wurde mit dem ursprünglichen Grab des Osiris identifiziert. Der Legende nach tötete einst Seth seinen Bruder Osiris und zerstückelte ihn. In Abydos soll sich lt. Legende der Kopf des Gottes befunden haben.

Ursprünglich war Abydos eine Fürsten-Nekropole für die nahegelegene Stadt Thinis - Hauptstadt der Thiniten. Von der alten Stadt "Abedju" (Abydos) und dem Heiligtum des Gottes Osiris sind leider nur noch wenige Ruinen erhalten geblieben.

Im Neuen Reich baute König Ahmose für sich und seine Großmutter Tetischeri (aber auch für die Königin Ahmose-Nefertari) südlich der von Sesostris III. (Mittleres Reich) errichteten Tempelanlage, Scheingräber (sog. Kenotaphe) mit Pyramiden. 

In der 19. Dynastie des Neuen Reiches errichteten vor allem Sethos I. und sein Sohn Ramses II. in Abydos riesige Tempelanlagen. Sethos I. ließ sich wahrscheinlich gleich zu Anfang seiner Regierungszeit in Abydos seinen Totentempel errichten, den er der dortigen Hauptgottheit Osíris-Chontamenti bzw. Osiris-Wennefer, weihte (Datierung für das Jahr 4, siehe Nauri-Dekret).

*

Merenptah ließ im Totentempel von Sethos I. einige zusätzliche Inschriften anbringen, um so die Aufrechterhaltung der Verehrung seiner Vorfahren sicherzustellen.

Der Durchgang vom 1. Pylon, südlicher Pylonturm (sog. Pylon von Ramses II. nach PM IV. Abydos S. 1) wurde von Merenptah an der Basis beschriftet (Kartusche von Merenptah unterhalb einer zerstörten und heute nicht mehr vorhandenen Szene am inneren südlichen Tordurchgang. Auf beiden Seiten des Durchgangs sind die Inschriften noch ganz gut lesbar (obere Reihe Sethos 1 und Ramses 2, untere Reihe Merenptah. An der inneren Pylon-Ecke befindet sich lt. Porter u. Moss (ohne Nummer - noch in der Einleitung) eine Szene mit Ramses II., der Salbe an Osiris und Isis opfert (Quelle: Mariette, Abydos, i, p. 9).

Eingangspylon des Totentempels Sethos I. 
- Durchgang
zum 1. Hof -

Auf beiden Seiten des Durchgangs sind die Inschriften noch ganz gut lesbar (obere Reihe Sethos 1 und Ramses 2, untere Reihe Merenptah (in Porter u. Moss ohne Nummer)
Bild:       Abydos Tempel Sethos I. 03
Autor:    Olaf Tausch, Wikipedia 6.3.2011
Lizenz:   CC BY 3.0

 

Blick auf den 1. Pylon des Sethos-Tempels
- Blick aus Richtung des Hofes) -

Die Reste des Eingangstores vom 1. Pylon. Auf der Rückseite des Tores sind Opfer-Darstellungen Ramses II. vor Osiris zu erkenn (auf der rechten Seite opfert er Salbe vor Osiris und einer hinter ihm stehenden Göttin. Im Durchgang befinden sich an der Basis Inschriften. Die untere Reihe wurde von Merenptah beschriftet (siehe Foto oben und Detailfoto unten)

Bild mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Eingangspylon des Totentempels Sethos I. 
- Durchgang
zum 1. Hof - innerer Tordurchgang (südliche Seite)

Die Inschriften mit Kartusche in der zweiten Reihe sind von Merenptah. 

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Rest des rechten Torpfostens (nördliche Seite)
- nördliche Seite Eingangstor 1. Pylon mit Inschrift von Merenptah (2. Zeile links und vorne)

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Eingangspylon des Totentempels Sethos I. 
- Durchgang
zum 1. Hof - innerer Tordurchgang (nördliche Seite)

Die Inschriften in der 2. Zeile mit den Namen und Epitheta von Merenptah sind auf diesem Block noch sehr gut erhalten.

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

Im 1. Hof des Sethos-Tempels (Tempelhaus / PM VI, 4) lässt Merenptah zwei Bauinschriften (unterhalb der Inscription Dèdicatoire) anbringen (8):

  1. Rückseite des Portico auf der südlichen Wandhälfte

  2. sowie auf der nördlichen Wandhälfte.

 

Plan mit den beiden Bauinschriften auf der Rückseite des Portikos
nördliche und südliche Wand

(Planzeichnung: nach Bauen-Stiften-Weiher / Silke Grallert Achet-Verlag, Berlin 2001 (modifiziert von Nefershapiland)

Auf der südlichen (linken) Türlaibung im Zugang zum 2. Hof befindet sich ein restaurativer Widmungsvermerk von König Merenptah, der wohl allgemein auf seine diesbezüglichen Restaurierungsarbeiten im Tempel Sethos I. hinweisen sollen (siehe PM 24 auf dem unteren Plan). 

Lt. Porter & Moss (PM IV. 4) befinden sich auf der rechten Seitenmauer und der Rückwand des Pfeilerportikus bis zum Mitteltor an der Basis eine Prozession der Söhne von Ramses II. (PM 13-18) mit einem Text von Merenptah darunter  - ebenso auf der linken Seitenmauer (PM 7-11) und der linken Rückwand des Pfeilerportico bis zum Mitteltor.

Plan des Osiris-Chontamenti-Tempels von Sethos I.
Datierung 4. Regierungsjahr (lt. Nauri-Dekret am 3. Nilkatarakt)
mit Angabe der Inschriften von König Merenptah

PM 7-11:  Linke Seitenmauer + Rückwand des Pfeilerportikus bis zum Mitteltor
                  An der Basis eine Prozession der Söhne Ramses II. - mit Text von Merenptah darunter.
PM 12:      Linke Innenseite der Hofmauer der Balustrade
                   - zerstörte Szene - Reste von Text -
PM 13-18: Rechte Seitenmauer u. Rückwand des Pfeilerportikus - bis zum Mitteltor
                   An der rechten Seiten- und Rückwand des 1. Portikus befindet sich an der Basis eine
                   Prozession der Töchter Ramses II. - darunter ließ Merenptah eine Textzeile mit seiner
                   Titulatur anbringen.
PM 19        Seitlicher Türdurchgang zum II. Hof
                   Beim rechten Tordurchgang: von hier aus gelangt man vom 1. Portikus in den 2. Hof,
                   fanden sich Fragmente des Türsturzes. An der linken Seite des Durchganges des Tores
                   befindet sich die Titulatur von König Merenptah.
PM 23-24  Tordurchgang in der Mitte des Portikus in den II. Hof
                   linker innerer Tordurchgang: An der Basis befinden sich 4 Textzeilen mit dem Namen
                   und den Titeln von König Merenptah, Ramses III. und Ramses IV.
PM 25-26  rechter innerer Tordurchgang
                  An der Basis: vier Textzeilen mit den Namen und Titeln von Merenptah, Ramses III.
                  und Ramses IV.

Plan: nach PM Bd. II + VI, Nr. 7-19
bearbeitet von Nefershapiland

Bei dem seitlichem rechten Türdurchgang zum zweiten Hof (PM 19) - von dem man vom 1. Portikus in den 2. Hof gelangt - fanden sich Fragmente des Türsturzes - an der linken Seite des Tor-Durchganges befindet sich die Titulatur von König Merenptah.

Durchgang auf der rechten Seite des II. Pylons zum 2. Hof
- auf der linken Seite des Durchganges befinden sich die Kartuschen 
mit der Titulatur von Merenptah (PM 19)

Bild: Abydos, Wall und Door
Autor: Kairoinfo4U, Flickr-Album 2014
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Ramses II., der Sohn und Nachfolger von Sethos I. gibt uns die ausführlichste Beschreibung des Tempels von Sethos I. und berichtet, dass er den beim Tod seines Vaters unvollendeten Tempel fertig stellen ließ, indem er vornehmlich fehlende Dekorationen komplettieren oder neue anbringen ließ (8). In diesem Bericht (südliche Hälfte der Fassade des Tempelhauses/Ostwand) erwähnt er, dass die Pfeiler/Säulen des Eingangsportico, die beim Tod seines Vaters noch nicht aufgestellt waren, von ihm selbst in seinem Namen errichtet wurden und sie mit Reliefszenen im eigenen Namen geschmückt wurden. Da Ramses II. - entgegen der ursprünglichen Bauplanung von Sethos I. - auch einige der 7 Eingänge zu den Achsen in der Rückwand der Fassade zusetzen ließ, war es ihm möglich,  mehr Pfeiler vor der Fassade zu platzieren, als es die Planung von Sethos I. vorsah. 

Aus diesem Grund zeigen alle Pfeiler/Säulen vor der Fassade des Tempelhauses Darstellungen und Inschriften von Ramses II. (Quelle: Silke Grallert, Bauen-Stiften-Weihen, S. 462). An mindestens zwei der 12 quadratischen Pfeiler des 2. Portico befinden sich unter den bildlichen Darstellungen von Ramses II. (der König und jeweils ein Gott) eine oder mehrere Textzeilen. Die oberste nennt immer König Ramses II., darunter folgen - zumindest auf den Pfeilern 7 und 6 vor dem Tempelhaus (von links gezählt - auf der linken und rechten Seite des Mitteleingangs) eine Inschrift von König Merenptah und einem weiteren, höchstwahrscheinlich ramessidischen Königs - Ramses III.?) 

 

Frontansicht und Seitenansicht des 6. Pfeilers (Tempelfront von links aus gesehen) 
vor der Fassade des äußeren Säulengangs auf der Rückseite des zweiten Hofes
 - mit umlaufender Inschrift an der Basis von Merenptah (2. Zeile) -

Auf der Frontseite des südlichen Pfeilers vor dem Eingang wird Ramses II. von Amun umarmt und auf der rechten Seitenansicht deutet der König auf den Eingang in das Heiligtum. 

Dieser Pfeiler ist einer der bedeutendsten der Fassade, weil auf ihm noch Teile einer Bauinschrift mit der Reinheitsformel erhalten sind.

Interessant ist die Frage, warum die Bauinschrift vor dem Beinen des Königs mit der oberägyptischen Krone (rechtes Bild) von seinen Kleidern (im vertieften Relief) teilweise überdeckt ist, wenn die Pfeiler - lt. Baubericht von Ramses II. (siehe Text weiter oben) alle von ihm selbst in Auftrag gegeben wurde. Es ist daher möglich, dass die beiden mittleren Pfeiler schon unter Sethos I. errichtet wurden und später von Ramses II. umgeändert wurden. Es ist heute nicht mehr sicher nachzuweisen, wie weit der Portico bezüglich Bau und Dekoration beim Tod von Sethos I. wirklich fortgeschritten war.

Leider wird diese Inschrift von Grallert (Bauen-Stiften-Weihen) und auch nicht bei PM erwähnt - eben alle Inschriften der Pfeiler des 2. Portico. 

Bild:     Tempel von Seti I. Abydos
Autor: 
Kairoinfo4U, Flickr-Album 2014
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CC BY-NC-SA 2.0
Bild: mit frd. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Pfeiler vor der Fassade des äußeren Säulengangs auf der Rückseite des zweiten Hofes
mit Inschrift an der Basis von Merenptah (2. Zeile)
- der 7. Pfeiler von links -

Der König wird von einem Gott (welchem ?) umarmt.

Unter der Darstellung befinden sich 3 Inschriftenzeilen. Die erste ist von Ramses II., die zweite von Merenptah und die dritte (ebenso wie auf dem 6. Pfeiler) von einem ramessidischen König.

Bild:     Tempel von Seti I. Abydos 1
Autor: 
Kairoinfo4U, Flickr-Album 2014
Lizenz:
CC BY-NC-SA 2.0

Im Totentempel von Sethos I. kamen mindestens 3 Einzelstatuen von Merenptah und eine Gruppenstatue ans Licht, wobei die Darstellung des Königs ihn mit dem Hebsed-Mantel bekleidet zeigt und wohl die interessanteste ist (leider keine Bilder vorhanden).

Osireion:
Das sog. "Osireion oder Osirion" (Ach-men-maat-Re-en-Wsjr = Gedeihlich ist Sethos I. für Osiris) ist ein wesentlicher Bestandteil des Bestattungskomplexes von König Sethos I. und erinnert in seiner Struktur an die königlichen Totentempel der 4. Dynastie (9), stammt aber jedoch aus der Zeit Sethos I.  und ähnelt einem Grab der König aus der 18. Dynastie. 

Der Zugang zum Osireion - ein absteigender Gang - befindet sich außerhalb der Tempelumfassung des Sethos-Tempels. Die Wände des Osireions sind reliefiert und coloriert und zeigen Szenen aus den Unterweltsbüchern (Pfortenbuch und Höhlenbuch). Das südliche Ende dieses Ganges sowie der nach Osten führende eigentliche Zugang zur Anlage wurden unter Merenptah dekoriert. Zwischen Zugang und Haupthalle befindet sich eine Querhalle, die aus massivem roten Granit erbaut wurde. Flachreliefs aus der Zeit König Merenptahs befinden sich in der rechteckigen Vorhalle (südlicher Raum), deren Nebenraum, auf einigen der Architrave und der der Zugangswand zum "Sarkophagsraum" (PM 23-24).

Das Osireion - Blick nach Norden

Bild:       AbydosOsireionSouthSide
Autor:    Roland Unger, Wikipedia 24. 8. 2000
Lizenz:   CC BY-SA-3.0

Entdeckt wurde das Osireion von den Archäologen Flinders Petrie (der dieser Fundstätte den Namen "Osireion" gegeben hatte) und Margaret Murray, die diese Stätte 1902-1903 ausgruben. Seine Freilegung erfolgte bis 1926 unter Henri Frankfort.

Zeichnung von Margaret Murray von dem Teil des von ihr 1903 entdeckten Osireion. Oben hat sie die Themenbereiche der Wand vermerkt: Osiris & Horus, Titel von Osiris, Merenptah. Das Gebiet bezeichnet als "Eingang vom Tempel" führt zu dem größeren Gebäudeteil, der 1914 von Edouard Naville entdeckt und ausgegraben wurde.

Plan: Zeichnung Murray, Ausgrabung 1903 - public domain
- bearbeitet von Nefershapiland -

Das Osireion befindet sich südwestlich unmittelbar hinter dem Totentempel Sethos I. und wurde ebenso wie dieser in der Zeit des Neuen Reiches gebaut. Nach Dieter Arnold erhob sich wohl über der heute nach oben offenen Anlage ein aufgeschütteter Erdhügel, der sog. "Osiris-Hügel" - was durch gefundene Baumgruben in einem ihn umgebenden Hain bezeugen. 

Der Eingang befand sich im Westen der Anlage und von dort führt ein 110m langer Zugangskorridor südöstlich in eine rechteckige Kammer, der "Südraum" mit einer dahinter liegenden kleinen Kammer am Ende. Vom Südraum aus führt ein Zugangskorridor in einen querliegenden Raum, dem sog. "Querraum", der dann zur Haupthalle und dem dahinterliegenden Sarkophagraum führt.

Verschiedene Dekorationen befanden sich an den Wänden des Ganges: an der nordöstlichen Seite das "Buch der Höhlen", an der gegenüberliegenden Wandseite das "Buch der Pforten, wobei beide Wandseiten die nächtliche Reise des Sonnengottes Re durch die Unterwelt beschreiben. 

Der zentrale Teil der Pfeilerhalle ist eine Granitplattform, welche von einem Kanal umgeben ist - so dass die Plattform wie eine Insel erscheint. Da der Wasserspiegel jetzt mehrere Meter über dem aus der Zeit seiner Erbauung liegt, ist das Osireion heute überflutet und für Archäologen und Touristen nicht mehr zugänglich. 

Die Ausschmückung erfolgte bis in die Zeit von Merenptah, dem Enkel von Sethos I. Auf den schwalbenschwanzförmigen Bauklammern, welche die massiven Granitblöcke der Haupthalle des Osireions zusammenhielten, befindet sich der Name seines Erbauers Sethos I. Auch die Decke und einige der Architrave der Haupthalle sollen teilweise lt. Naville von Merenptah dekoriert worden sein. Andere Teile der Decke sind mit dem Buch der Nacht (bis zur 9. Stunde) von König Sethos 1 dekoriert worden. Das Dach des Osireions - das einst die westliche Sarkophag- und die östliche Balsamierungshalle überspannte, ist heute nur noch in wenigen Teilen erhalten, so dass man von dort oben einen guten Überblick in die ehemals unterirdische Tempelanlage hat.                                                                                                                 

Plan des Osireion
- nach Porter u. Moss - bearbeitet von Nefershapiland -

1. umlaufender Wassergraben
PM 7-8: Torpfosten innen mit Text von Merenptah aus dem
               Kapitel CXLIV des Totenbuches, mit Dämonen
PM 9-10: Der thronende Osiris mit den 4 Horussöhnen 
                 erhält Leben von Horus. Merenptah weihräuchernd
                 vor Opfergaben.
PM 11-12 Kapitel CLIII des Totenbuches mit Kartuschen
                  von Merenptah.
PM 12: Kapitel CLIII des Totenbuches mit Kartuschen von
              Merenptah
PM 13:  Türdurchgang - Innere Türpfosten mit Text von
               Merenptah.
PM 21-22: Architrav mit 5 Szenen: Merenptah kniet vor 
                   einem mumifizierten Gott u. 2 Szenen dahinter
                   - zwei Götter m. Rudern, 4 himmlische Kühe u.
                  der König opfert die Maat vor Re-Harachte
PM 23-24: Oberer Teil mit 3 Registern: 
                   Merenptah opfert v. Gottheiten mit Abydos-Fetisch,
                   mit dad-Pfeiler mit Isis-Emblem im Zentrum.
                   Unterer Teil:
                   Links: der König wird gereinigt von Thot u. Osiris
                   rechts: der König wird geleitet v. Anubis zu Osiris
Und zwischen der Szene torwärts mit Doppelszene des kniend.
Königs - anbetend an jedem Torpfosten.

Die Eingangspassage ist ein schmaler Tunnel, des zu dem Vorraum und der Haupthalle führt. König Merenptah schmückte die rechte Wand dieser Passage mit einer vollständigen Version des Pfortenbuches (PM 3-4) und die linke Wand mit dem Buch der Höhlen (siehe Hornung 2007) - PM 1-2. 

Unter König Merenptah wurden die Darstellungen am Südende des Ganges als Flachrelief ausgeführt (siehe Edwin Brock, das Reich des Osiris, S. 23). Es ist heute nicht mehr zu klären, ob Merenptah auch für die planerische Gestaltung der Wände verantwortlich war oder ob er lediglich ein bereits unter Sethos I. entworfenes Text- und Bildprogramm ausführen ließ. Auf jeden Fall befindet sich der Name von Sethos I. auch in zwei der unter Merenptah angebrachten Texte aus dem Pfortenbuch genannt, dieses aber ohne Kartusche (siehe Murray: The Osireion at Abydos, ERA 9, London 1904, 9 in Louise Gestermann: Anmerkungen zum Dekorationsprogramm im Osireion von Abydos/Onlineversion / Festschrift für Dieter Kurth zum 65. Geburtstag 2008). 

Eingangskorridor ins Osireion

Merenptah ließ beide Seiten des Korridors mit Darstellungen schmücken: Rechts mit Reliefs vom Pfortenbuch und links mit Darstellungen aus dem Höhlenbuch.

Bild: Courtesy Soloegipto (Flickr-Album)
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Beide Wände des Eingangskorridors (eine schmale Passage, durch die man das Osireion erreicht)  zeigen hinter dem Bild des vor Horus (auf der linken Ostwand) opfernden Merenptah und auf der anderen Seite (Westwand/rechts) den vor den Göttern Horus und Osiris knienden und opfernden König Ausschnitte aus den beiden Unterweltsbücher: das Pfortenbuch und das Buch der Höhlen.

Eingangskorridor ins Osireion - rechte Seite (PM 1-4)

Hier beginnen nach dem Prolog aus dem Pfortenbuch der 1. Stunde die Darstellungen auf der rechten Wand.

12 Götter, die kollektiv als "die Götter der Westwüste" bezeichnet werden repräsentieren die seligen Toten. In des Wüstengebirge (hier mit roter Farbe gemalt) ist ein schakalköpfiger Pfahl gesteckt, vor dem zwei Götter knien (in den Beischriften als "Wüste" und "Unterwelt" bezeichnet.

Bild: Courtesy Soloegipto (Flickr-Album 2010)
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Eingangskorridor ins Osireion - rechte Seite (PM 3-4)

Szene aus dem Buch der Tore (Pfortenbuch): Merenptah - mit der Khepresch-Krone kniet vor den Göttern Horus und Osiris - vor ihm befindet sich eine Inschrift in 5 Kolumnen.

Bild: Courtesy Soloegipto (Flickr-Album)
- all rights reserved -

Eingangskorridor ins Osireion - rechte Seite (PM 1-4)

Rechte Seite mit Darstellungen aus dem "Pfortenbuch". Auf der rechten Seite des Bildes sitzen die Götter Osiris und Horus auf ihrem Thron vor dem knienden Merenptah (Bild oben).

Bild: Courtesy Soloegipto (Flickr-Album 2010)
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Eingangskorridor ins Osireion - rechte Seite / Pfortenbuch 11. Stunde

Dieses Bild auf der rechten Wandseite zeigt die 11. Stunde aus dem Pfortenbuch. Links wird das "Antlitz von Re" in einem Boot gezogen, damit die Verstorbenen das Gesicht des Re sehen können. Rechts im Bild sehen wir das Boot des Sonnengottes, der von den Göttern Sia und Heka begleitet wird. Die Kabine mit Re wird von der schützenden Schlange Mehen umgeben. Im mittleren Register eine lange Inschrift und darunter befinden sich 12 Götter, die jeder mit beiden Händen ein Ruder tragen. Es sind die Götter, die "keinen Untergang kennen" - davor 12 weitere Götter (/die Stundengöttinnen), jede mit einem Stern über dem Kopf, die ein Zugseil in den Händen halten.

Bild: Courtesy Soloegipto (Flickr-Album 2010)
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Eingangskorridor ins Osireion - rechte Seite / Abschlussbild

Endszene der 12. Stunde im Pfortenbuch auf der rechten Seite der Eingangswand. Von unten, aus den Tiefen der Welt, hebt der Gott Nun mit ausgestrechten Armen die Sonnenbarke empor. Dazwischen befindet sich eine kurze Inschrift, welche den Vorgang beschreiben.

Auf der Barke befindet sich in der Mitte der Sonnengott in seiner Gestalt als "Cheprie" - dann vom Heck zum Bug: Sia-Hu-Heka-Maat--Geb-Isis und Nephthys und drei "Türhüter" (Quelle: Hornung, Ägyptens Unterweltsbücher 2007).

Bild: Courtesy Soloegipto (Flickr-Album 2010)
- all rights reserved . 

Die Darstellungen auf der linken Wandseite (Szenen aus dem Höhlenbuch) sind wesentlich schlechter erhalten und deshalb verzichten wir vorläufig auf Bilder dieser Reliefs.

Der Südraum:
Dieser Raum ist mit einer skizzenhaften Version des Spruchs der 12 Höhlen dekoriert - welche historisch gesehen  es lt. Hornung (2007) erst die 2. Darstellung ist (Kapitel 168 des Totenbuches). Die Darstellung auf der Westwand dieses Südraumes wurde 1904 von Margaret Murray skizziert und beschrieben - wobei sie schreibt, dass des eine Teilansicht der 11. Höhle ist. Jede Höhle besteht aus einer unterschiedlichen Anzahl von Gottheiten. Der König - hier Merenptah - kniet vor jeder Gruppe von Gottheiten, denen er Opfer darbringt. In den Beischriften kann man den Namen von Merenptah " Stier des Re, Geliebter der Götter" erkennen. In dem Werk von Murray gibt es eine Übersetzung der Inschriften für jede Höhe, die in diesem Raum gezeigt wird.

Südraum - Westwand 
- Reliefs in der Nordwestecke des Raumes -

Linke Wandseite am hinteren Ende des Südraumes. Merenptah räuchert vor einem Opfertisch (PM 9). Im Register davor ist eine große Menge weiterer Opfergaben zu sehen. Davor befinden sich in 3 Register unterteilt Listen mit den Namen von Gottheiten.

Am linken Torpfosten (PM 7) befinden sich ebenfalls Inschriften von Merenptah mit Kapitel CLIII des Totenbuches (ebenso wie auf der rechten Seite)

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

der sog. "Südraum" mit Blick auf den Eingangskorridor nach Norden
beide Torpfosten des Einganges sind mit Texten
von Kapitel CLIII des Totenbuches mit den Kartuschen von König Merenptah bedeckt. Der rechte Eingang führt über einen Zugangskorridor in den Querraum.

Bild: Courtesy of www.meretsegerbooks.com
all rights reserved 

 

Südraum - Ostwand mit Eingangskorridor / Ansicht 2010
- Torpfosten und rechte Wand (Westwand) vor dem Seitenraum
in der Südwestecke des Tempels -

PM 8 - Kapitel CLIII des Totenbuches mit den Kartuschen von König Merenptah. 

Die Westwand (rechte Wand) dieses Raumes ist mit Kapiteln des Totenbuches geschmückt, die sich mit den Namen von Osiris (Kapitel 141 bis 143 - siehe Murray 1904) befassen. Diese Kapiteln sind in 3 Register auf die Wand eingeschrieben mit Listen von verschiedenen Gottheiten.

Bild: mit frdl. Dank Saamunra
- alle Rechte vorbehalten -

 

Der Südraum mit Blick auf die kleine Seitenkammer im Norden
- die rechte Wand (Westwand) zeigt eine Osiris-Horus-Szene und rechten Ende der Wand eine Opferszene mit Merenptah

Bild: Courtesy of www.meretsegerbooks.com
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Der "Südraum" - rechte Wandseite 
- Vorderwand / Westwand

Am Ende der Westwand des Südraumes befindet sich eine Osiris-Horus-Szene. Horus (begleitet von seinen 4 Söhnen) "haucht" dem auf seinen Thron sitzenden Osiris Leben ein. Dahinter ist eine lange Opferliste und am Ende Merenptah vor einem gefüllten Opfertisch zu sehen (Identisch mit der Szene auf der anderen Seite der Wand PM 9)

Bild: Courtesy of Soloegipto
- all rights reserved -

 

Margaret Alice Murray 1904 (auf den Steinen links) nach der Entdeckung des Osireion in Abydos. Die Westwand des Südraumes- mit einer Osiris-Horus-Szene am linken Ende der Wand und dem Kapitel CLIII des Totenbuches mit der Kartusche von Merenptah an dem Torpfosten des Durchganges zum Nebenraum (PM 12) - (Details siehe Bilder weiter oben).
- Bild 1904 - public domain.

Zentrale Halle des Osireion:
Die zentrale Halle des Heiligtums erreichte man über einen kurzen Gang, der von der Vorkammer in einen Raum mit den Abmessungen 50 x 32 m führt. Das eigentliche Osireion wird von wuchtigen Mauern und Granitsäulen dominiert und das Bodenniveau befindet sich etwa auf Höhe des Nils, so dass das Osireion je nach Jahreszeit und Flusspegel etwas "unter Wasser" stand oder es trocken lag (in Zeiten der Trockenheit). An der stirnseitigen Wand sind Reliefdarstellungen zu sehen - wie hier an der Ostwand - hinter der sich der letzte Raum der Anlage befindet (der heute unter Wasser stehende Sarkophagraum). Die Wand ist in fünf Register unterteilt und antithetisch aufgebaut. Der König - hier Merenptah - tritt im zentralen Mittelbild vor diverse Gottheiten und bringt ihnen ein Opfer dar. In zwei Bildern unten rechts und links wird er vor Osiris geführt, der in einem Schrein thront.

Szene aus der Haupthalle des Osireion (PM 23-24)
Blick nach Osten in Richtung der Sarkophagkammer

König Merenptah bringt den Göttern Opfergaben dar. Im obersten Register befinden sich seine Kartuschen. Links im Bild der Architrav zum Dach, das einst existierte. Es hatte eine Neigung ähnlich der Gräber dieser Zeit mit einer gewölbten Decke.

Bild: Courtesy to the Flickr-Archiv of Heidi Kontkanen
- all rights reserved -

 

Szene aus der Haupthalle des Osireion (PM 23-24)

Links neben dem Eingang zum Sarkophagraum befindet sich auf der Basis eine Inschrift von Merenptah mit seinen Namen und Epitheta. Darüber opfert der König in Gegenwart der Götter, die auf beiden Seiten der Tür jeweils in einem Schrein thronen.

Bild: Courtesy to Soloegipto (Flickr-Album 2010)
- all rights reserved . 

Einzig der sog. "Sarkophagraum", der über einen Eingang an der Ostwand zu erreichen ist, wurde schon unter Sethos I. dekoriert. Der Raum hat durch eindringendes Wasser stark gelitten, die Wände sind heute weitgehend ohne Dekoration. Aber das Satteldach trägt eine reiche und interessante Dekoration mit dem Nutbuch im Norden und nach Süden hin eine Auflistung der Stunden der Nacht in Verbindung mit den Körperteilen der Göttin Nut, die von Schu hochgehoben und getragen wird (siehe Gestermann, Louise: "Einige Anmerkungen zum Dekorationsprogramm des Osireion, 2008 - Onlineversion).

Totentempel von König Ramses II:

Am westlichen Rand des Dorfes "Beni Mansur" - etwa 300 m vom Tempel des Sethos 1 in Abydos entfernt, befindet sich der Tempel von Ramses II, der hauptsächlich der abydenischen Triade, den Göttern Osiris, Isis und Horus - sowie einigen "Gastgöttern" und dem Königskult gewidmet war (siehe Arnold, Dieter: Lexikon der ägyptischen Baukunst, 2000, S. 213). Ramses II. baute ihn noch während er als Prinz und Mit-Regent zusammen mit seinem Vater Sethos I. über Ägypten regierte. Heute sind die Kalkstein-Wände dieses Tempels in der Höhe stark reduziert - nur noch etwa  2 m hoch. Der 1. Pylon und der Hof sind heute zerstört und man gelangt durch das Granitportal direkt in den 2. Hof, der von einer Kolonnade aus osiridischen Säulen (keine der Säulen ist heute noch in voller Höhe erhalten) an der Nord-, Ost- und Südseite umgeben ist.

König Merenptah fügte am heute zerstörten 1. Pylon seine Kartuschen zu den Resten der Szenen und Inschriften von Ramses II. hinzu, ebenso wie später Ramses III. und auch Ramses IV. Leider gibt Porter u. Moss hierfür keine Nummern an. Im Gegensatz zum Sethos-Tempel ist der Ramses-Tempel bis heute weniger erforscht.

Der Bauplan des Tempels ist ähnlich denen, die für die Tempel des Neuen Reiches typisch sind. Auf einer Längsachse folgen auf den zwei Pylonen jeweils ein offener Hof. Zwei erhöht stehende Säulenhallen schlossen sich - hinter einem mit Säulen bestandenen Eingangstor - an den zweiten Hof an. Das Heiligtum mit drei Sanktuare für die Haupt- und die sechs Gastgötter - bildete den hinteren Teil des Tempels. Es ist nicht bekannt, ob der Tempel in antiker Zeit eine Umfassungsmauer besaß. Diese fehlt heute ebenso wie die der 1. Pylon und große Teile des 1. Hofes, von denen nur das Granitfundament des Eingangsbereiches und Reste einer kleinen Festkapelle an der Südostseite erhalten sind (10). 

Durch das Portal des II. Pylons gelangt man direkt in den zweiten Hof. Der Pylon besteht aus Rosen-Granit - an seiner Basis befinden sich Textzeilen mit einer Widmungsinschrift von Ramses II. Auf der unterste der vier Widmungs-Texte befinden sich die hinzugefügten Kartuschen von Merenptah, Ramses III. und Ramses IV. (PM 33) - "Der König von Ober- und Unterägypten (bA-n-Ra)|, Sohn de Re (mrj.n-P.th Htp-Hr-MAa.t)|, geliebt von Osiris" (Inschrift von Merenptah mit seinem Thronnamen).

Abydos - Tempel Ramses II., 2. Pylon - linke Seite
Vorderfront (PM 3)

Abydos - Tempel Ramses II., 2. Pylon - rechte Seite
Vorderfront

Auf der linken (zwei Register) und rechten (nur noch ein Register erhalten) Frontseite des II. Pylons aus rotem Granit befinden sich Darstellungen Ramses II. vor den Göttern.  Im oberen Register der linken Seite opfert Ramses II. Wein vor dem mumiengestaltigen Osiris. Im unteren Register ist der thronende Gott Thot zu sehen, der auf einer Palette schreibt - hinter ihm folgt lt. PM 34 (3) "Seeing" (?). Vor dem thronenden Gott befindet sich eine Inschriftenkolumne - des weiteren 4 Widmungstexte von Ramses II. und Merenptah (letzte Zeile).

Der rechte Türpfosten trug wahrscheinlich identische Darstellungen, erhalten blieben nur das unterste Register und die Basis (siehe rechtes Bild). Auch hier gehört die unterste Inschriftenzeile (Frontseite des Türpfeilers und Innenseitee)zu König Merenptah und verläuft 

Bilder: Courtesy Kairoinfo4U 
- all rights reserved .
- rechtes Bild: Ausschnitt erstellt von Nefershapiland -

Seltsamerweise wird in PM nicht der rechte Torpfosten des 2. Pylons besprochen. Dieser ist zwar vor allem im oberen Teil stark beschädigt, jedoch zeigt er, dass der untere Teil eine identische Darstellung wie der linke Torpfosten zeigte, der einzige Unterschied ist,  dass es sich hier um eine sitzende Göttin beim Schreiben handelt. Die vier Textzeile darunter sind identisch mit denen auf dem linken Torpfosten.

Auf der östlichen Wand des II. Hofes (PM 6-9) befinden sich im unteren Register Darstellungen eines Festes. Diener führen geschmückte Tiere in den Tempel. Über dieser teilweise erhaltenen Darstellung ist eine lange Inschrift mit einer Rede von Ramses II. erhalten geblieben. Vom 1. Register ist nur noch wenig zu sehen.

Auf der Basis - unterhalb der Festival-Darstellung mit den Tieren - ließ König Merenptah eine kurze Widmungsinschrift auf dem ursprünglich leer gebliebenen Wandteil anbringen und auch König Ramses IV. füllte den verbliebenden Rest der unteren Wand mit einer großen und tief eingeschnittenen Inschriftenzeile.

Wandrelief Tempel Ramses II., Abydos - Östliche Wand des 2. Hofes (PM 9)

Die untere Szene der Wand zeigt eine lange Festszene. Über der Darstellung mit den Opfertieren befindet sich eine  Inschrift aus der Zeit Ramses II. Unterhalb dieser Szene fügte König Merenptah eine kurze Inschrift hinzu (rechts).

Ramses IV. füllte dann den Rest der bis dahin unbeschriebenen Wandfläche mit einer großen und tief eingeschnittenen Inschrift (PM 4-10) - was evtl. verhindern sollte, dass kein zukünftiger König sie löschen oder usurpieren konnte.

(Leider nennt PM nicht die Kartusche von Merenptah - nur bei 4-10: "Text of Ramesses IV. at bottom").

Bild:    Abydos, Tempel of Ramesses II.
Autor:  Kairoinfo4U - Flickr-Album 16.11.2018
Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0

Im zweiten Hof des Tempels von Ramses II. in Abydos befand sich ein Block (siehe roter Pfeil) mit einer fast zerstörten Triade auf der Vorderseite (links der König mit Nemes-Kopftuch, in der Mitte Osiris - rechts evtl. Isis (?) und Beschriftungen auf den anderen Seiten. Heute befindet sich dieser Block im Neuen Museum von Sohag. 

Block mit Triade auf der Vorderseite
und Inschriften auf allen anderen Seiten
- mit den Kartuschen von Merenptah -

Bild:     Ostecke des zweiten Hofes im Tempel RA II.
Autor:  Olaf Tausch, Wikipedia, 6. 3. 2011
Lizenz: CC BY 3.0
Änderungen:
Bild beschnitten und roter Pfeil von Nefershapiland - 

 

Vorderseite des obigen Blocks mit Triade
- Ostecke des 2. Hofes Tempel Ramses II. in Abydos

Rückseite des Blockes 
mit Inschrift u. Kartuschen  Merenptahs

In der Ostecke des 2. Hofes im Tempel Ramses II. in Abydos befand sich bis vor einigen Jahren dieser Block mit einer stark zerstörten Triade auf der Vorderseite und Inschriften aus der Zeit von König Merenptah auf den anderen Seiten, wie seine Kartuschen in der Inschrift auf der Rückseite belegen. Heute befindet sich dieser Block im Neuen Museum in Sohag.

beide Bilder: mit frdl. Dank Saamunra 2009
- alle Rechte vorbehalten -

Tempel von Ramses I:
Sethos I. ließ zu Ehren seines Vaters Ramses II. eine kleine Kapelle bauen. Sie befindet sich nördlich des Tempelbezirkes in Abydos und besaß eine eigene Umfassungsmauer. Im Hof dieser Kapelle ließ Sethos I. einen Gedenkstein aufstellen.

 

wird fortgesetzt.....

Hermontis / Armant

In Hermontis, dem arabischen Armant (altägyptisch: Iunu-Month oder südliches Heliopolis / Jwnj Sm.j) in Oberägypten auf dem Westufer des Nil im Gouvernement Luxor) - bis zur 18. Dynastie und in römischer Zeit Hauptstadt des 4. oberägyptischen Gaues - befand sich seit der 11. Dynastie ein Tempel des Gottes Month. In der 18. Dynastie erfolgte unter Thutmosis III. die Erweiterung des Tempels zu einem "Großtempel" des Month-Re (5) mit einem 47 Meter breiten Pylon, dessen Reste ausgegraben wurden (Quelle: Arne Eggebrecht, "Armant" in: Lexikon der Ägyptologie, Bd. 1, Wiesbaden 1975).

Während der Regierung von Echnaton wurde der Name des Amun an vielen Stellen ausgehackt. In der 19. Dynastie stattete Ramses II. den Tempel mit zwei Kolossen aus. Sein Sohn und Nachfolger Merenptah wurde hier mit einigen Osiris-Statuen assoziiert (siehe K. A. Bard: Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt, London 1999, S. 144-145 in Fußnote 2 bei Wikipedia: Amant). Unter den Persern wurde der Tempel zerstört und in griechisch-römischer Zeit durch einen Neubau ersetzt. Im 19. Jahrhundert wurde er Opfer von Steinraub und zum Bau von Zuckerfabriken und Privathäusern abgetragen. Sichtbar sind nur noch wenige Fundamentreste und untere Steinlagen (5).  

Der Month-Tempel von Armant wurde 1937 von der Sir Robert Mond-Expedition der Egypt Exploration Society ausgegraben.

Osiride Statue König Mentuhotep III.
- usurpiert von Merenptah -

Der König erscheint bei dieser lebensgroßen Statue mit vor der Brust verschränkten Armen und wird dadurch mit Osiris identifiziert. Sein Körper ist in ein eng anliegendes Gewand gehüllt, das an Mumienhüllen erinnert.

Diese Statue stand ursprünglich im Tempel des Kriegsgottes Month. Es war eine von sechs solchen Figuren, die beim Wiederaufbau des Tempels in der griechisch-römischen Zeit feierlich unter dem Boden des Tempels begraben wurde. In der Mitte der Figur verläuft eine Inschrift, die sie als König Merenptah identifiziert - was belegt, dass sie in der 19. Dynastie von Merenptah usurpiert wurde - evtl. in einer Zeit als Merenptah Renovierungsarbeiten am Tempel durchführte. Die meisten anderen Figuren von König Mentuhotep III:, da ebenfalls dort gefunden wurden, sind unbeschriftet. 

Bild:     Boston Mentuhotep III.01.jpg
Autor:  Miguel Hermosa Cuesta, wikipedia 2016
Lizenz: CC BY-SA 4.0

wird weitergeführt.......

Literatur und Quellen:
1. Wikipedia: Heliopolis
2. Prof. Dietrich Raue, Reise zum Ursprung der Welt, Ausgrabungen im Tempel von Heliopolis, Philipp v. Zabern-Verlag 2020
3. Penn-Museum Collection Palast of Merenptah
4. Ptah-Tempel - franz. Wikipedia
5. Wikipedia: Armant
6. Wikivoyage: Aschmunein
7. Kazimierz Michalowski, Die Ägyptische Kunst, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2001
8. Bauen-Stiften-Weihen / Silke Grallert Achet-Verlag, Berlin 2001
9. Osireion - engl. Wikipedia
10. Wikipedia - Abydos, Tempel Ramses II.


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